Acta Pacis Westphalicae III C 3,1 : Diarium Wartenberg, 1. Teil: 1644-1646 / Joachim Foerster
1646 XI 30
1646 XI 30
Freitag Bericht Buschmanns: Nach Trauttmansdorff und
Volmar, die er getrennt aufgesucht hat, ist die schwedische Satisfaktion
gestern auf Ratifikation dahin abgeschlossen worden, daß Schweden halb Vor-
pommern mit Wollin erhält und für Stettin das Reich 1200 000 Reichstaler
bietet, wobei Brandenburg die Wahl zwischen der Stadt und dem Geld
bleibt; Brandenburg erhält Halberstadt. Die Brandenburger haben vorge-
schlagen , daß Schweden statt Pommern neben Bremen und Verden auch
Minden und Osnabrück erhält, und fünf Wochen Aufschub verlangt, was
Trauttmansdorff abgeschlagen hat. Trauttmansdorff befürchtet, daß die
den Hessen gebotenen 300 000 Reichstaler nicht reichen, und woltte vor-
nehmblich daran glegen und nötig sein, starck in die Französische, welche
den Hessen meisterlich patroniciren, zu setzen. Und ob man woll möchte
vermainen, daß solche gelder auff das gantze reich zu schlagen seyen, so
köndte er doch den hiesigen landtschafften nit rathen, einig facit darauff
zu machen.
Salvius bei W. Will mit den hiesigen Vorschlägen nach Osnabrück reisen, in
der Hoffnung, daß bis Januar den sachen ein end gemacht, auch I. H. G.
ihres aignen interesse halb contento gegeben werden möchte. Gravamina.
Autonomie. Abdankung der Truppen; wan selbige nit mitt guetem conten-
tament dimittirt, dörffte noch größer unglück darauß endstehen, würde das
beste sein, daß einem jeden craiß und stand gewiße trouppen zur bezahlung
der restanten zugewießen, und würde ein jeder officier mitt einem leid-
lichen sich wohl laßen abfinden, welches dahin dienen würde, daß die
armaden mitt lieb voneinander gebracht.
Volmar, die er getrennt aufgesucht hat, ist die schwedische Satisfaktion
gestern auf Ratifikation dahin abgeschlossen worden, daß Schweden halb Vor-
pommern mit Wollin erhält und für Stettin das Reich 1200 000 Reichstaler
bietet, wobei Brandenburg die Wahl zwischen der Stadt und dem Geld
bleibt; Brandenburg erhält Halberstadt. Die Brandenburger haben vorge-
schlagen , daß Schweden statt Pommern neben Bremen und Verden auch
Minden und Osnabrück erhält, und fünf Wochen Aufschub verlangt, was
Trauttmansdorff abgeschlagen hat. Trauttmansdorff befürchtet, daß die
den Hessen gebotenen 300 000 Reichstaler nicht reichen, und woltte vor-
nehmblich daran glegen und nötig sein, starck in die Französische, welche
den Hessen meisterlich patroniciren, zu setzen. Und ob man woll möchte
vermainen, daß solche gelder auff das gantze reich zu schlagen seyen, so
köndte er doch den hiesigen landtschafften nit rathen, einig facit darauff
zu machen.
Salvius bei W. Will mit den hiesigen Vorschlägen nach Osnabrück reisen, in
der Hoffnung, daß bis Januar den sachen ein end gemacht, auch I. H. G.
ihres aignen interesse halb contento gegeben werden möchte. Gravamina.
Autonomie. Abdankung der Truppen; wan selbige nit mitt guetem conten-
tament dimittirt, dörffte noch größer unglück darauß endstehen, würde das
beste sein, daß einem jeden craiß und stand gewiße trouppen zur bezahlung
der restanten zugewießen, und würde ein jeder officier mitt einem leid-
lichen sich wohl laßen abfinden, welches dahin dienen würde, daß die
armaden mitt lieb voneinander gebracht.