Acta Pacis Westphalicae III C 3,1 : Diarium Wartenberg, 1. Teil: 1644-1646 / Joachim Foerster
1645 II 22
1645 II 22
Mittwoch Nachdem W sich morgens vor die Stadt begeben
hat, um mit den Bayern zusammenzutreffen, schickt um 10 Uhr der Vize-
marschall Nachricht, daß die Franzosen jetzt doch nicht entgegenschicken
wollen. Da die Bayern Befehl haben, ihren Einzug nur vom Entgegen-
schicken der Ksl., Chigis und Ws abhängig zu machen, antwortet W, man
solle den Franzosen vorstellen, was allerseytz fur disgusti aus dieser plötz-
lichen Änderung entstehen könnten. Um 2 Uhr läßt der Vizemarschall
wissen, die Franzosen würden nun doch schicken. Inzwischen beginnt der
Einzug, wobei die beiden bayerischen Gesandten Haslang und Krebs sowie
Landsberg mit W in dessen Kutsche fahren. Begrüßung durch den Stadt-
obersten , Entgegenschickung Chigis, der Ksl., der Franzosen und Conta-
rinis . Nachdem W die Bayern bis in ihr Quartier begleitet hat, berich-
tet der Vizemarschall: Die Franzosen haben bei Nassau fragen lassen, ob
die Ankunft der Bayern gewiß sei, was dieser bestätigte. Daraufhin haben
sie, falls ihnen nicht wie den Ksl. davon Mitteilung gemacht würde, die
Schickung verweigern wollen. Auf Rat Nassaus hat der Vizemarschall, ob-
wohl er in Ermangelung eines Befehles zuerst Bedenken hatte, die Franzosen
und, um sie nicht zu übergehen, auch die Spanier benachrichtigt, bei denen
es jedoch mit der Antwort, Saavedra sei für einige Tage verreist, sein Be-
wenden hatte.
Nachricht von einem Deputierten: Noch beim Hinausfahren haben die
Franzosen daraus, daß Nassau nicht seine zur Reparatur gegebene erste
Kutsche schickte, schließen wollen, daß er die Bayern doch nicht mit den
anderen völlig gleich behandle. Sie haben sich bei der Begrüßung eng an die
Ksl. gehalten, um zu vernehmen, ob diese den Titel Exzellenz gebrauchten,
um ihn andernfalls auch zu verweigern, doch hat der Beauftragte Nassaus
das Prädikat mit Absicht mehrfach laut gebraucht, worauf die übrigen
folgten.
Nach mehrwöchigem Warten erhält der Pfarrer von Neuss von den Fran-
zosen seine Expedition .
hat, um mit den Bayern zusammenzutreffen, schickt um 10 Uhr der Vize-
marschall Nachricht, daß die Franzosen jetzt doch nicht entgegenschicken
wollen. Da die Bayern Befehl haben, ihren Einzug nur vom Entgegen-
schicken der Ksl., Chigis und Ws abhängig zu machen, antwortet W, man
solle den Franzosen vorstellen, was allerseytz fur disgusti aus dieser plötz-
lichen Änderung entstehen könnten. Um 2 Uhr läßt der Vizemarschall
wissen, die Franzosen würden nun doch schicken. Inzwischen beginnt der
Einzug, wobei die beiden bayerischen Gesandten Haslang und Krebs sowie
Landsberg mit W in dessen Kutsche fahren. Begrüßung durch den Stadt-
obersten , Entgegenschickung Chigis, der Ksl., der Franzosen und Conta-
rinis . Nachdem W die Bayern bis in ihr Quartier begleitet hat, berich-
tet der Vizemarschall: Die Franzosen haben bei Nassau fragen lassen, ob
die Ankunft der Bayern gewiß sei, was dieser bestätigte. Daraufhin haben
sie, falls ihnen nicht wie den Ksl. davon Mitteilung gemacht würde, die
Schickung verweigern wollen. Auf Rat Nassaus hat der Vizemarschall, ob-
wohl er in Ermangelung eines Befehles zuerst Bedenken hatte, die Franzosen
und, um sie nicht zu übergehen, auch die Spanier benachrichtigt, bei denen
es jedoch mit der Antwort, Saavedra sei für einige Tage verreist, sein Be-
wenden hatte.
Nachricht von einem Deputierten: Noch beim Hinausfahren haben die
Franzosen daraus, daß Nassau nicht seine zur Reparatur gegebene erste
Kutsche schickte, schließen wollen, daß er die Bayern doch nicht mit den
anderen völlig gleich behandle. Sie haben sich bei der Begrüßung eng an die
Ksl. gehalten, um zu vernehmen, ob diese den Titel Exzellenz gebrauchten,
um ihn andernfalls auch zu verweigern, doch hat der Beauftragte Nassaus
das Prädikat mit Absicht mehrfach laut gebraucht, worauf die übrigen
folgten.
Nach mehrwöchigem Warten erhält der Pfarrer von Neuss von den Fran-
zosen seine Expedition .