Acta Pacis Westphalicae II A 4 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 4: 1646 / Hubert Salm und Brigitte Wübbeke-Pflüger unter Benutzung der Vorarbeiten von Wilhelm Engels, Manfred Klett
212. Trauttmansdorff an Ferdinand III Osnabrück 1646 Juni 21
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Osnabrück 1646 Juni 21
Ausfertigung: RK FrA Fasz. 50b fol. 47–47’, 51 = Druckvorlage – Kopie: ebenda Fasz. 92 IX
nr. 1309 fol. 302–302’ – Konzept: TA Ka. 111 Z 5 nr. 69–70 unfol.
Vermittlung Trauttmansdorffs bei den Religionsgravamina. Schwedische Bereitschaft zum
Frieden bei Erfüllung der Satisfaktionsforderungen. Situation der schwedischen Armee.
Alß ich uber die von den protestirenden mir eingereichte und Ewer Kayser-
licher Mayestät copeylich eingeschlossene antwort in puncto gravaminum
meine gedanckhen lauth der beylag A auffs allerkurtzeste begriffen, wie und
welchergestalt die protestirende hinwiderumb zu bescheiden unnd warauff
endtlich das werckh zu beruhen haben möchte, hab ich hierauß mit dem Sal-
vio , welcher mich heut vormittag besucht und zu dem endt eintzig und allein
zu mir kommen, weilen er vernommen, samb ich willens were darvonzuzie-
hen , geredet und ihme zu verstehen geben, daß wan die protestirende sich
darzue erkleren würden, daß ich alßdan über mich nehmen wolte, mit denn
catholischen darauß zu communiciren unnd mich zu bemuhen, daß auch die-
selbe ihresorths gehehlen wolten. Im widrigen fahl muste ich die handt von
dem werckh abziehen und eß Gott befehlen. Welcher dan darvorgehalten,
daß sich die protestirende wohl darzue noch verstehen würden, allein hat er
bey dem ersten puncto responsionis hinzuegesetzt: „et privatum exercitium
in domibus“ und das schweriste bey dem gantzen werckh zu sein erachtet,
daß der terminus amnistiae nit weiter alß biß anno 1627 zuruckhgezogen
werden wolle. Contestirte und betheurte darbey gleichsamb sancte, daß sy
den friden auffrecht und redlich zu schliessen begerten, aber einmahl in
puncto satisfactionis keinen anderen befelch hetten, alß auff demienigen zu
beharren, waß Ewer Kayserlicher Mayestät in newligkeit ich gehorsamist be-
richtet . Widerhohlte auch zum dritten mahl, wan ihnen nur satisfaction ge-
schehen würde, daß sich alles ubrige noch wohl schickhen solte. Ich habe
mein voriges widerholt und, alß wir auch der armaden zu red worden und er
gemeldt, daß die ihrige alda wegen mangel lebens lenger nit stehen könten,
sonderen den ertzhertzog vorbeygehen würden mussen, ihme zur antwort ge-
ben , daß ich zwar meinestheilß ungern sehen würde, wan es zu einem newen
bluetbadt kommen solte, muste aber dißorths ihrer hochfurstlichen durch-
lauchtt die sorge lassen, welche, wie sy ihrem feindt ahn der anzahl des
volckhs uberlegen, also denselben dergestalt zu beobachten wissen würden,
damit er zu seinem intent ohne gefahr nicht gelangen könte. Wiewohl nun
dises eusserlich solche contestationes gewesen, die mich noch einigen gueten
effectum dieser tractaten hoffen machen könten, so ist sich doch darauff, wie
die erfahrenheit bißhero gegeben, nichts aigentlichs zu verlassen, und habs
Ewer Kayserlicher Mayestät nur bloß zu dero gnedigstem wissen gehorsamist
anfuegen unnd ihro benebenß sub littera B einschliessen wollen, waß auch
der Buschman in puncto responsionis ad declarationes protestantium fur
puncta aufgesetzt und mir communicirt hat, welche in substantia mit den
meinigen fast allerdings ubereinkommen.
Beilage A zu nr. 212
Entwurf Trauttmansdorffs für die Antwort der katholischen Reichsstände auf die Fernere Erklä-
rung der protestantischen Reichsstände (lat.), Osnabrück 1646 Juni 21. Kopie: RK FrA Fasz.
50b fol. 50; ebenda Fasz. 92 IX nr. 1309 fol. 304 – Konzept: TA Ka. 111 Z 5 nr. 69–70
unfol.