Acta Pacis Westphalicae III B 1,2 : Die Friedensverträge mit Frankreich und Schweden, 2. Teil: Materialien zur Rezeption / Guido Braun, Antje Oschmann und Konrad Repgen

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III Synopse offiziöser Ausgaben des IPO und des IPM

Bearbeitet von Guido Braun, Antje Oschmann und Konrad Repgen Vorbemerkungen (von Konrad Repgen) Die folgende Synopse berücksichtigt vier offiziöse Publikationen der Friedensverträge, die unmittelbar nach der Unterzeichnung am 24. Oktober 1648 auf dem Markt erschienen sind: einen lateinischen Text, zwei deutsche Übersetzungen und eine französische. Als lateinischer Text wurden zwei Ausgaben ausgewählt, die von Bernhard Raesfeld

Vgl. zu Raesfeld S. 10 Anm. 52.
in Münster vertrieben wurden. Sie waren vermutlich der früheste Druck der Verträge, sind in engerem Kontakt mit der kaiserlichen Friedensgesandtschaft und dem kurmainzischen Reichsdirektorium entstanden

Dazu S. 11 Anm. 53 und S. 12 Anm. 57.
und waren also wenn nicht formell, so doch tatsächlich nicht weniger „offiziös“ als die vom Frankfurter Verleger Philipp Jakob Fischer vertriebenen und von der kurmainzischen „Reichsdruckerei“ Nikolaus Heyll hergestellten Texte

Vgl. S. 50–53 Ausgabe 30 und S. 94–97 Ausgabe 55.
. Diese genossen im Buchverkauf wegen ihrer kaiserlichen und kurfürstlich-mainzischen Druckprivilegien eine Vorzugsstellung. Deshalb sind diese Ausgaben, die insgesamt 1648/49 den Markt der Übersetzungen beherrschten, als erstes Beispiel für die deutsche Version der beiden Verträge herangezogen worden. Die Mainzer Übersetzungen wiederum sind bei den in Wien durch Matthäus Cosmerovius

Vgl. zu Cosmerovius S. 14 Anm. 67.
vertriebenen Übersetzungen berücksichtigt worden. Heute finden diese sich in unseren Bibliotheken viel seltener als die Exemplare aus Mainz/Frankfurt, haben also vermutlich auch zeitgenössisch geringere Verbreitung gefunden als die kurmainzischen, deren Frankfurter Verleger die eingespielten reichsstädtischen Kontakte nutzte, um seiner Ware bessere Absatzchancen zu sichern.
In Frankreich konnte man erst 1651 eine vollständigere Übersetzung des Friedens von Münster

Vgl. S. 186 Titel 5.
kaufen. Dieser Text ist jedoch für unsere Synopse nicht herangezogen worden, weil bereits 1648 die Publikation der wichtigeren Teile der Verträge von Münster und Osnabrück in der Gazette de France erfolgt ist. Diese früheste französische Ausgabe darf auch deshalb das besondere Interesse der Forschung beanspruchen, weil – von der Proposition im Juni 1645 an, über die Septemberartikel des Jahres 1646 und

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den Vorvertrag vom November 1647 hinaus bis hin zum endgültig unterzeichneten und ratifizierten Text des Winters 1648/49 – die korrekte Übersetzung wichtiger Schlüsselbegriffe aus dem Lateinischen ins Französische unklar war und daher von den Unterhändlern bewußt in einer gewissen Schwebe gehalten worden ist.
Der Zweck unserer Synopse ist nicht die kritische Edition der offiziösen Vertragsausgaben; wir zielen vielmehr und ausschließlich auf die Rezeptionsgeschichte und wollen dem Historiker für derartige Forschungen, seien sie allgemein-historisch, politik- oder rechtsgeschichtlich, kommunikations- oder sprachgeschichtlich orientiert, einen für seine Zwecke verläßlichen Text bereitstellen. Dieser Zielsetzung entspricht einerseits der rigorose Verzicht auf Erfassung sämtlicher Druckvarianten sowie auf durchlaufenden Sachkommentar, andererseits die Herstellung eines „lesbaren“ Textes. Das ist besonders zur Benutzung der sehr fehlerhaften Übersetzung des „Reichsdruckerei“-Textes des IPO unerläßlich. Editionsziel aber bleibt, wie ich wiederhole, die Rezeptionsgeschichte der Westfälischen Friedensverträge, die ein wirkliches Medienspektakel bewirkt hatten, das wir in den hier gedruckten Texten fassen können. Für die Verträge selbst aber bleibt der 1998 in Teilband 1 durch Antje Oschmann vorgelegte historisch-kritische Text maßgeblich. Die Synopse ist ein Gemeinschaftswerk, dessen Konzeption ich seit 1998 entwickelt habe. Für die Transkription und Kollation der Raesfeld-Texte und für die zugehörigen Vorbemerkungen war Antje Oschmann zuständig, die auch die Vorbemerkungen zu den beiden deutschen Übersetzungen verfaßt hat, nachdem wir beide gemeinsam die Konstitution der Texte besorgt hatten. Der gesamte französische Part lag hingegen in der Verantwortung von Guido Braun. Die lateinischen Texte des Druckers und Verlegers Raesfeld (von Antje Oschmann) Die lateinischen Texte der münsterischen Offizin Bernhard Raesfelds enthalten außer dem hier Abgedruckten die Vollmachten der Gesandten sowie die Unterschriftenlisten. Die beiden hier als Druckvorlagen benutzten Exemplare sind vom kurmainzischen Reichsdirektorium als authentische Texte der Friedensverträge schriftlich bestätigt

Text der Bestätigungen: S. 61 Anm. 41 und S. 93 Anm. 79.
worden. Die Ausgabe des IPM diente wahrscheinlich dem Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel

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als Nachweis des Friedensvertrags

Sie befindet sich, zusammengebunden mit einem Druck des IPO, im StA Wolfenbüttel.
. Für wen das hier verwendete Exemplar des IPO

Es liegt in der NSUB Göttingen. Diese Ausgabe ist hsl. durchkorrigiert worden.
beglaubigt wurde, ist nicht mehr feststellbar.
Für unseren Abdruck wurden beide Exemplare mit der in Teilband 1 vorliegenden Edition kollationiert. Auf Abweichungen davon wird in den Anmerkungen hingewiesen. Nicht vermerkt sind Schreibvarianten von Namen und Wörtern, die keinen Einfluß auf den Textsinn haben. Die Qualität der beiden Drucke ist im Großen und Ganzen gut. Sinnentstellende Fehler oder Auslassungen kommen nicht vor. Allerdings sind in die Ausgabe des IPO handschriftlich zwölf Korrekturen eingetragen worden

Darauf wird in den Anm.en hingewiesen.
; dazu kommen sechs offensichtliche Druckfehler, die der unbekannte Korrektor übersehen hat. Die anderen Abweichungen gegenüber Teilband 1 stimmen jedoch überwiegend mit Varianten überein, die auch in der Nachausfertigung des kurmainzischen Reichsdirektoriums auftreten

Dies ist nicht in jedem Fall aus den Textanmerkungen von Teilband 1 Nr. 18 ersichtlich, weil dort die sachlich und grammatisch unerheblichen Varianten nicht ausgeworfen werden.
, so daß sie vielleicht auf einer gemeinsame Vorlage beruhen

Die Nachausfertigung für Kurmainz (vgl. ebenda, LXX–LXXXI) selbst kann nicht Vorlage gewesen sein, denn sie enthält sehr viele Schreibfehler (vgl. ebenda, XCV), die im Raesfeld-Druck nicht vorkommen.
und nicht zu Lasten des Druckers gehen. Ebenso verhält es sich mit Raesfelds Druck des IPM. Er enthält zwar sechs Druckfehler, jedoch treten die übrigen nahezu dreißig Abweichungen auch in einer der anderen Urkunden des Münsterer Friedensvertrags auf, zumeist in der Nachausfertigung für Kurmainz

Wie Anm. 10 mit Bezug auf Teilband 1 Nr. 1.
.
Die deutschen Übersetzungen der Druckerei Heyll (von Antje Oschmann) Den deutschen Übersetzungen des IPO und des IPM aus der Druckerei Heyll sind jeweils ein Vorwort der Reichsdruckerei sowie ein kaiserliches und ein kurfürstliches Privileg vorangestellt

Texte: S. 150f (Stück a), 152ff (Stück c), 157f (Stück f).
. Nach dem Vertragstext folgen dort – ebenso wie in den Unterhändlerurkunden – die hier nicht abgedruckten Vollmachten der Gesandten und die Unterschriftenlisten. Dem IPO, nicht aber dem IPM, sind Marginalien beigegeben, die hier entweder zu Beginn des Paragraphen oder in Textanmerkungen wiedergegeben werden.
Für die Korrektur der Texte wurden neben parallelen Ausgaben die ebenfalls von Heyll gedruckte deutsche Übersetzung der am 6. August ohne

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Unterschreibung vereinbarten Fassung des IPO sowie ein von dem kursächsischen Drucker Ritzsch vertriebener Druck des IPO

Siehe S. 62–69 Ausgaben 38–40. In wenigen Fällen mußte mithilfe der modernen Übersetzungen von Buschmann und Klötzer emendiert werden.
herangezogen. Der Vergleich dieser Drucke ergibt, daß der deutsche Übersetzer des IPO die Heyll’sche deutsche Ausgabe der am 6. August vereinbarten Fassung seiner Arbeit zugrundegelegt hat. Er ist ebenso unbekannt wie der Übersetzer des IPM. Mannigfache Flüchtigkeitsfehler deuten darauf hin, daß die Übersetzung in großer Eile angefertigt wurde, denn sachliche Unrichtigkeiten

Diese Stellen sind mit dem Zeichen markiert. So wird in Art. IV,43 IPO civilia iura – wohl in Analogie zum Corpus luris Civilis, dem Kaiserlichen Gesetzbuch – mit Kaͤyserliche Rechte übersetzt; in Art. V,10 IPO wird Karl IV. anstelle Karls V. genannt; vgl. darüberhinaus Art. VIII,5 IPO, Art. X,9 IPO, Art. X,10 IPO und die markierten Passagen in Art. XVII,12 IPO.
und Druckfehler der Vorlage blieben stehen, Auslassungen wurden nicht ergänzt

Z.B. fehlt in Art. IV,25 IPO eine ganze Passage, vgl. auch die entsprechenden Emendationen am Ende von Art. IV,7 IPO, in Art. V,11 IPO, Art. V,47 IPO, Art. V,57 IPO, Art. XII,1 IPO, Art. XIV,2 IPO und Art. XVI,11 IPO.
, und an manchen Stellen ist der Text ohne Emendation kaum verständlich

Vgl. Art. IV,47–48 IPO Anfang, in Art. V,1 IPO, zum Ende von Art. V,16 IPO hin, am Ende von Art. V,18 IPO, Art. V,26 IPO, in Art. V,33 IPO, Art. V,54 IPO, am Anfang von Art. IX,2 IPO, und in Art. XI,9 IPO, Art. XI,14 IPO sowie am Anfang von Art. XIV,3 IPO und Art. XVI,7 IPO. Es treten auch neue, in der Übersetzung der Vertragsfassung vom 6. August 1648 noch nicht vorhandene Fehler auf, z. B. in Art. IV,24 IPO, Art. IV,57 IPO, am Ende von Art. V,8 IPO, am Anfang und in der Mitte von Art. V,25 IPO, am Ende von Art. V,28 IPO, in Art. V,46 IPO, Art. V,51 IPO, am Ende von Art. V,55 IPO, zweimal in Art. IX,1 IPO, in Art. X,6 IPO, am Ende von Art. XI,1 IPO, in Art. XIII,4 IPO und in Art. XVI,1 IPO.
. Außerdem sind Textpassagen aus der Fassung vom 6. August versehentlich übernommen worden, obwohl sie vor der Deponierung des IPO (am 16. September 1648) oder bis zum 24. Oktober aus dem Text gestrichen worden waren

Vgl. z. B. Art. XV,3 IPO sowie zweimal in Art. XV,13 IPO. Am Beginn von Art. XVI,7 IPO ist ein Relativsatz stehengeblieben, der von einem Setzfehler in der Heyll’schen deutschen Übersetzung der Vereinbarung vom 6. August herrührt. Zur Kritik an dieser Übersetzung vgl. die S. 163f publizierte Flugschrift von 1649.
. Dazu gehört auch die Protokollnotiz der kaiserlichen Gesandten betreffend Portugal

Text: S. 143f (Stück f).
.
Im Unterschied dazu ist das IPM in dem Heyll’schen Druck sorgfältiger übersetzt worden. Der Text folgt in den mit dem IPO übereinstimmenden Passagen zwar jener Ausgabe, ist aber überarbeitet und teilweise neu formuliert worden. Dennoch wurden einige Fehler der Vorlage übernom-

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men

In der Präambel und in § 55 IPM.
; verschiedentlich sind Wörter oder Satzteile ausgelassen worden, oder es haben sich neue Fehler eingeschlichen

Siehe z. B. § 33 IPM.
. In drei Fällen bietet der Text eine ganz unverständliche oder irreführende Übersetzung

In § 8, § 45 und § 68 IPM. Allerdings sind für § 8 IPM auch die lat. Vorlagen der in den Unterhändler- und Ratifikationsurkunden überlieferten Texte nicht eindeutig, vgl. Teilband 1, CIIf.
.
Die deutschen Übersetzungen des Wiener Buchdruckers Cosmerovius (von Antje Oschmann) Auch in Wien wurden beide Vertragstexte ins Deutsche übertragen und in einer offiziösen Ausgabe von dem späteren Hofbuchdrucker Cosmerovius publiziert

Vgl. S. 90–93 Ausgabe 52 und S. 124f Ausgabe 75.
. Diese Ausgaben enthalten allein den Vertragstext, ohne die zu den Unterhändlerurkunden gehörenden anderen Teile der unterzeichneten Verträge und ohne jedes Beiwerk der Druckerei. Die Gliederung beider Vertragstexte in Artikel, Absätze und Versikel

Dazu unten S. 687f.
, auf die das Titelblatt ausdrücklich hinweist, stimmen mit den lateinischen Ausgaben desselben Hauses bis auf eine Ausnahme in Art. IV IPO

Vgl. S. 58f Ausgaben 33–34 und S. 100f Ausgabe 58. Zu der Differenz in der Gliederung von Art. IV IPO s. S. 688 Anm. 18.
überein. Der Übersetzer ist auch hier unbekannt.
Für die Übertragung des IPO ist wahrscheinlich eine der offiziösen Ausgaben der Druckerei Heyll

Vgl. S. 74–91 Ausgaben 45–51.
oder eine andere sich darauf stützende deutsche Fassung

Beispielsweise folgen die bei Ritzsch erschienenen Übersetzungen (vgl. S. 62–69 Ausgaben 38–40 und S. 102–107 Ausgaben 61–63) im wesentlichen der Heyll’schen Fassung.
verwendet worden. Das zeigen die in vielen Passagen wörtliche Übereinstimmung und die Übernahme einer ganzen Reihe von Fehlern

Vgl. Art. IV,3 IPO, Art. IV,7 IPO; in Art. IV,25 IPO, Art. IV,57 IPO und Art. V,11 IPO fehlen dieselben längeren Passagen; in Art. IV,43 IPO und in Art. V,10 IPO treten dieselben Fehler (s. Anm. 15) auf.
. Dennoch ist der Text an vielen Stellen überarbeitet worden, wobei auch grobe Schwächen der Vorlage getilgt und die meisten Auslassungen ergänzt

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worden sind

Vgl. in Art. IV,25 IPO, Art. IV,47–48 IPO, Art. V,16 IPO, Art. V,18 IPO, Art. V,33 IPO, Art. V,39 IPO, Art. V,42 IPO, Art. V,47 IPO, Art. VIII,5 IPO, Art. IX,2 IPO, Art. XI,9 IPO, Art. XI,14 IPO, Art. XII,1 IPO, Art. XIV,2 IPO und Art. XIV,3 IPO. Die drei irrtümlich in der Heyll’schen Übersetzung des IPO abgedruckten Passagen der Fassung vom 6. August sowie der in Art. XVI,7 IPO versehentlich eingerückte Passus (s. Anm. 17) erscheinen nicht mehr.
. Deshalb ist dieser Text im Großen und Ganzen besser als der Mainzer

Jedoch nicht frei von Fehlern, vgl. beispielsweise die Setzfehler in Art. V,47 IPO und Art. X,7 IPO sowie das Wort Protectionen statt Protestationen in Art. XVII,3 IPO. Außerdem fehlt in Art. XV,13 IPO der Hinweis, daß der Hessische Hausvertrag dem Konvent insinuiert worden sei. Dieser Zusatz, der erst bei der Deponierung des IPO am 16. September 1648 eingefügt worden ist (vgl. Teilband 1, CXVI Anm. 453), fehlt auch in der ksl. Ratifikation für das IPO, die in Wien angefertigt wurde – vielleicht ein Indiz dafür, daß die Reichskanzlei und Cosmerovius die gleiche Vorlage benutzt haben.
.
Als für Cosmerovius das IPM ins Deutsche übersetzt wurde, benutzte der Übersetzer mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls die Heyll’sche Übersetzung des IPO; denn in den gleichen Passagen beider Verträge stimmen die Formulierungen weitgehend überein. Viermal hat der Übersetzer sogar Textteile des IPO, die nicht zum IPM gehören, irrtümlich übernommen

Siehe zweimal in der Präambel, dann in § 57 IPM und in §105 IPM.
, und mehrere Male wiederholte er Fehler seiner Vorlage

Siehe zweimal in der Präambel sowie in den §§ 46, 55, 56, 65, 67, 105, 113 und 120 IPM. Umgekehrt unterliefen ihm Fehler an Stellen, die in der Vorlage korrekt waren, so in den §§ 34, 38 und 59 IPM; in § 98 IPM wurde versehentlich der erste Satz ausgelassen.
. Bei den gegenüber dem IPO abweichenden Passagen arbeitete er dagegen größtenteils korrekt, wenn auch nicht völlig fehlerfrei

Siehe z. B. die Emendationen in der Präambel und in § 73, den Druckfehler in § 3 sowie die falsche Namensform in § 8.
.
Die französischen Zusammenfassungen des Bureau d’Adresse (von Guido Braun) Die dem Außenministerium unterstehende offiziöse französische Wochenzeitung Gazette

Vgl. Braun, Gazette; weitere Literatur ebenda, 283 Anm. 2, und Haffemeyer, zur Berichterstattung der Gazette über den Westfälischen Friedenskongreß bes. S. 591–597, 600ff.
, gegründet 1631, publizierte regelmäßig in Sonderausgaben Gesetzes-, namentlich Vertragstexte. Am 17. November 1648 veröffentlichte sie eine französische Zusammenfassung des IPM und am 25. desselben Monats auf die gleiche Weise die Präambel sowie die ersten fünf Artikel des IPO; die Publikation wurde durch ein Resümee der fol-

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genden
zwölf Artikel am 2. Dezember 1648 komplettiert

In den Avvisi aus Paris vom 13. November 1648, welche Chigi mit seinem Schreiben an Panzirolo vom 27. desselben nach Rom überschickte, wird erwähnt, daß das Recht auf den Druck der Verträge zwischen dem Herausgeber der Gazette, Renaudot, und dem imprimeur du Roi, Cramoisy, umstritten sei (Kopie der Avvisi: Vatikanisches Geheim- Archiv, Segreteria di Stato, Nunziature di Paci 24 fol. 732–733’, hier 733–733’; Ausf. Chigi an Panzirolo: ebenda fol. 730). Cramoisy publizierte 1656 eine lat. Ausgabe des IPM (vgl. S. 187 Titel 11); das IPO veröffentlichte er nicht.
. Vorlage für die Übersetzung des kaiserlich-schwedischen Friedensvertrages war jedoch nicht das IPO in Gestalt des am 24. Oktober 1648 zu Münster unterzeichneten Vertragstextes, sondern die kongreßöffentlich von den kaiserlichen und schwedischen Bevollmächtigten vor reichsständischen Gesandten durch Handschlag getroffene Vereinbarung vom 6. August desselben Jahres.
Der Umfang der Zusammenfassung des IPM beträgt 20 Seiten in-4º, der des IPO 36 (20 + 16)

Zum vermutlichen Preis und zur Auflagenhöhe der Drucke vgl. Braun, Gazette, 284f.
. Der Zusammenfassung (Sommaire ) des IPM wurde ein Kommentar zu § 3 beigegeben, das IPO blieb unkommentiert; es findet sich dort wohl ein redaktioneller Verweis auf die kommende Fortsetzung des Textes am Schluß von Nummer 177 und eine knappe Einleitung zu ebendieser in Nummer 181

Diese Texte werden unten S. 662–667 abgedruckt.
. Der Druck folgt der Einteilung des Osnabrücker Vertrages in siebzehn Artikel (ohne Unterteilung in Paragraphen), wobei der Schluß von Artikel XVII

Art. XVII,12 IPO mit Festlegung des Ratifizierungsmodus und der Unterzeichnung durch die Reichsstände ist in IPOm nur in nuce vorhanden; der Paragraph entspricht inhaltlich § 120 IPM, war dem französischen Leser also bereits aus dessen Lektüre bekannt.
jedoch fehlt; statt dessen werden die am 6. August 1648 beobachteten Formalitäten beschrieben. Am Ende des Druckes findet sich eine Übersetzung der beiden schwedischen Protokollnotizen

Lat. Text und dt. Übersetzungen: S. 135–141 (Stück a–b).
. Für die identischen oder ähnlich lautenden Paragraphen der beiden Verträge wird vom IPO auf das IPM verwiesen. Der Druck des IPM wird durch ein feierliches Vorwort eingeleitet und ist in 84 Artikel

Im Französischen findet der Ausdruck articles, nicht paragraphes Verwendung.
gegliedert, die sich erheblich von den späteren Einteilungen unterscheiden

In Art. 37 finden sich beispielsweise die Bestimmungen über die hessischen Hausverträge und die Marburger Erbfolge (§§ 58–60 IPM) neben der Exemtion der Schweizer Eidgenossenschaft von den Reichsgerichten (§ 61 IPM).
.

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Beide Drucke wurden unter dem Titel eines Sommaire bzw. Abrégé (im Sinne von Resümee) veröffentlicht

Nach Chigis Bericht legte Servien Wert darauf, daß der frz. Kg. auf dem Titelbl. des, wie Chigi irrtümlich meinte, in Serviens Auftrag in Münster angefertigten, lateinischen Vertragsdrucks des IPM den Majestätstitel und das Attribut Sacra erhielt; vgl. S. 11 Anm. 53. Die Titel der frz. Ausgaben enthalten jedoch nur die geographisch-staatsrechtliche Bezeichnung la France.
. Der Übersetzer sah jedoch seine Aufgabe grundsätzlich darin, nicht immer eine bloße Zusammenfassung, sondern stellenweise eine wörtliche Übersetzung zu geben, denn die Möglichkeiten der Zusammenfassung eines Rechtstextes erschienen ihm – zu Recht – sehr begrenzt

Eine unter ihnen ist die Veränderung der Reihenfolge der Paragraphen; so lassen sich beispielsweise Bestätigungen früherer Verträge und Vereinbarungen bequem und knapp zusammenfassen. Daher folgen der Sommaire und der Abrégé nicht immer streng dem Duktus der Vorlage. – Zur Sprache und Zuverlässigkeit der Übersetzung vgl. Braun, traductions, bes. 133f.
. Die Person des Übersetzers ist anonym

Zur Wahrscheinlichkeit verschiedener Hypothesen vgl. ders., Gazette, 287. Die Hypothese, daß es sich beim Übersetzer um Jean Epstein (oder Epsin; Trenard, 81; Feyel, Epstein, ohne Lebensdaten) gehandelt haben könnte, ist auszuschließen; dieser war schon vor 1644 Oktober 8 verstorben ( Briefwisseling van Hugo Grotius XVI, 39). Jean Epstein war seit etwa 1630 als schwed. Korrespondent in Paris tätig gewesen; vgl. Palmstierna, 99.
.
Die Publikationen in der Gazette de France waren sehr wahrscheinlich die ersten gedruckten französischen Übersetzungen des IPM und des IPO

Die separat erschienenen Drucke der Zusammenfassungen der Verträge 1648/49 beziehen sich auf dem Titelbl. sämtlich explizit auf einen bereits vorliegenden Druck des Textes, dem sie folgen. Dies gilt jedoch nicht für: Sommaire des articles de la paix generale entre l’Empire et la France. Paris: Imprimeurs et Libraires ordinaires du Roy 1648 ( BnF Paris: Lb37.327); aber durch die Tatsache, daß der Text des IPM hier ohne Einleitung abgedruckt und mithin vorausgesetzt wird, daß die Existenz des Vertrages als solchem dem Leser bekannt war, und daß zwischen der Nachricht von der Vertragsunterzeichnung in der Gazette (Nr. 171 vom 13. November 1648) und seinem Abdruck ebendort nur vier Tage verstrichen, darf man als wahrscheinlich ansehen, daß der Druck in der Gazette älter ist als dieser separate; gleichwohl ist die Frage der Reihenfolge nicht mit Gewißheit zu entscheiden.
. Sie wurden in den Jahren 1648 und 1649 in Paris, Metz und (dort oder anderswo) ohne Ortsangabe mehrfach unter wechselnden Titeln separat nachgedruckt, und zwar das IPM mindestens fünf- und das IPO mindestens einmal

Einzelnachweise bei Braun, traductions, 134 Anm.en 17 und 18.
; 1650 wurden die Zusammenfassungen beider Verträge zusammen mit dem Resümee des spanisch-niederländischen Friedens vom 30. Januar 1648 und einem Entwurf für einen französisch-spanischen Frie-

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den
in einem Sammelband gedruckt

Recueil de Tous Les Traitez accordez en l’assemblee Generale (vgl. S. 186 Titel 2 und Titel 3); Ort und Datum der Erstdrucke der Zusammenfassungen von IPM und IPO in der Gazette sind in dem von uns benutzten Exemplar hsl. nachgetragen.
. Diese Drucke tragen, wie auch einige der seit den 1670er Jahren veröffentlichten vollständigen Übersetzungen, offiziösen Charakter

Vgl. ihre Kurzbeschreibung bei Braun, traductions, 134 und Anm. 19.
. 1674 wurde der Sommaire des IPM nochmals in einem zweitrangigen historiographischen Werk abgedruckt

Louvet, La France Dans Sa Splendevr (vgl. S. 188 Titel 22).
. Die Übersetzungen aus der Gazette wurden jedoch nicht nur im Druck, sondern auch handschriftlich weiterverbreitet: In der Stadtbibliothek Dijon findet sich z. B. eine (sehr fehlerhafte) Abschrift des Sommaire des IPM neben einigen kurzen Notizen zum IPO

Bibliothèque municipale Dijon, Fonds Baudot, ms. 1228: IPM, fol. 38–52: Somairre du traitez [et] des articles de la paix général entre l’Empereur et le Roy très-chrestiens, et leurs alliez, signez dans la ville de Munster le 13me jours du mois d’octobre 1648 [!]; zum IPO: ebenda fol. 52’.
; der Text wurde auch auszugsweise kopiert

BnF Paris, Fonds français 20996: Traités de paix entre la France et la maison d’Autriche, fol. 4.
und der lateinischen Fassung beigegeben

Ebenda, fol. 35–66’: Abschrift des IPM in 84 Art. (wie in der Gazette ), z. T. mit frz. Sommaire am Rande.
. Er hat mit einer Ausnahme alle später gedruckten französischen Übersetzungen des Westfälischen Friedens bis zum Ende des Ancien Régime nachhaltig beeinflußt

Zur Rezeptionsgeschichte dieser Übersetzungen bis ins 20. Jahrhundert vgl. Braun, traductions.
.
Unsere Edition zielt nicht auf die historisch-kritische Erfassung aller Druckvarianten, sondern will unsere Texte für rezeptionsgeschichtliche Fragen bereitstellen. Sie folgt der im Bureau d’Adresse gedruckten Pariser Ausgabe der Gazette

Die Gazette wurde zwischen 1631 und 1752 in insgesamt 38 Provinzstädten nachgedruckt ( Feyel, Gazette, 446; zu den erhaltenen Sammlungen dieser Provinznachdrucke vgl. ders ., Province, 228–399, in den einzelnen Art. jeweils Sektion 3).
; Druckvorlage ist das in der Nationalbibliothek in Paris unter der Signatur 4º Lc 2 .1 aufbewahrte Exemplar. Abweichende Lesarten werden nur in besonders begründeten Fällen angegeben. Die Unterschiede zwischen unserer Druckvorlage und den anderen Überlieferungen beschränken sich zumeist auf Abweichungen in Orthographie und Interpunktion, auf Unterschiede bei den diakritischen Zeichen (Akzent und Trema) und beim Seitenumbruch sowie auf offensichtliche Druckfehler.

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Jedoch sind selbst nicht alle am selben Tag wie die Druckvorlage in Paris im Bureau d’Adresse gedruckten Exemplare der Gazette mit unserer Vorlage identisch. Renaudot nahm nämlich auch während des Drucks noch Veränderungen vor

Vgl. Feyel, Gazette, 447.
. Es existiert also kein „kanonischer“ Text. In Fällen, in denen sich aus den divergierenden Lesarten anderer Exemplare des Pariser Druckes

Diejenigen, die hier benutzt wurden, sind in den Kopfregesten zu unten Nr. 1 und 2 gen.
Sinnabweichungen ergeben oder der Text der Druckvorlage auf ihrer Grundlage emendiert wurde, werden diese Abweichungen in Anmerkungen zum Text notifiziert

Die Notwendigkeit, andere Exemplare des Pariser Druckes zu Rate zu ziehen, ergibt sich neben der Verifizierung ihrer Übereinstimmung mit der Vorlage daraus, daß die Seiten 1639 und 1640 der Druckvorlage leicht beschädigt sind; unser rekonstruierter Text wird in spitzwinkligen Klammern angegeben.
.
Aus dem Vergleich dieser Texte

Andere, hier nicht berücksichtigte Exemplare enthalten möglicherweise weitere abweichende Lesarten. Die Berücksichtigung aller heute noch erhaltenen Exemplare des Textabdrucks der Gazette erfordert angesichts der Fülle ihrer teils vollständigen, teils unvollständigen Sammlungen in den französischen Bibliotheken und Archiven einen für unseren Zweck unvertretbaren Aufwand.
ergibt sich, daß die Exemplare des IPM und der zweiten Lieferung des IPO weitgehend homogen sind

Von der Berichtigung kleinerer Druckfehler abgesehen; so heißt es z.B. beim IPM in Druckvorlage, Arsenal und Mazarine auf S. 1559, viertletzte Zeile korrekt: demeurera statt in Institut und Sénat fälschlich mit Bindestrich: demeure-ra.
, der Druck der ersten Lieferung des IPO hingegen in nicht unerheblichem Umfang redigiert wurde. Der Vergleich der benutzten Exemplare erlaubt nicht die Festlegung eines Stemmas

Neben den in den Textanmerkungen angegebenen Abweichungen wurden bei der Verifizierung möglicher Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Exemplaren auch Orthographie und Interpunktion berücksichtigt.
. Die Exemplare von Arsenal und Mazarine sind nahezu identisch und haben in der Regel die beste Lesart; die Druckvorlage bildet in den meisten Fällen den größten gemeinsamen Nenner aller konsultierten Exemplare; Sénat und insbesondere Institut lassen sich in kein Stemma einordnen

Letzteres hat mitunter die schlechteste Lesart und gehört in anderen Fällen zu den Exemplaren mit der besten.
.
Die Drucke aus der Provinz werden ebenso wie die separaten

Die von uns nachgewiesenen Sonderdrucke enthalten im Vergleich zur Pariser Ausgabe der Gazette keine rezeptionsgeschichtlich relevanten Varianten.
im Variantenapparat nicht berücksichtigt. Von diesem Grundsatz wird nur in bezug auf die Nummer 181 der Gazette (IPO ab Artikel VI) abgewichen. Diese

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ist in den Akten des Außenministeriums

AE Paris, Correspondance politique, Allemagne, origine-1870 vol. 110 fol. 499–506’.
in einem Lyoner Druck

Svite De L’Abregé Dv Traité (vollständige Angabe im Kopfregest zu Nr. 2). Zu den Nachdrucken der Gazette in Lyon vgl. Feyel, Province, 292–313.
überliefert. Ob man diesen Druck dort einfügte, weil kein Pariser zur Hand war oder weil man den Lyoner für besser hielt

Immerhin ist festzustellen, daß der erste Teil des Abrege in seiner Pariser Ausgabe eingefügt wurde; AE Paris, Correspondance politique, Allemagne, origine-1870 vol. 110 fol. 491–498’, 489–490.
, ist weniger wichtig als der Umstand, daß der Lyoner an einigen Stellen dem aus Paris vorzuziehen ist. Die Druckvorlage wurde daher unter seiner Benutzung emendiert

Schlechter als Paris jedoch Lyon S. 1631: Art. X,1 IPO; es fehlt eine Übersetzung des koordinierenden ac.
.
Allgemeines zur Einrichtung der Texte (von Antje Oschmann) Der Abdruck der Texte folgt den Druckvorlagen (einschließlich der in Fraktur gängigen Zeichen, wieoder

Als graphisches Zeichen für den Diphthong ü wird immer verwendet, auch wenn die Druckvorlage, insbesondere die IPM-Ausgabe von Heyll, ů bietet.
) mit einigen Ausnahmen. Auszeichnungen, wie Versalien und Kursive, sowie unterschiedliche Schriftgrößen sind nicht vermerkt. Abkürzungen sind stillschweigend aufgelöst. Irreführende und schon zeitgenössisch ungewöhnliche oder ungebräuchliche Getrennt- oder Zusammenschreibung wird ebenso stillschweigend korrigiert wie offenkundige Fehler im Buchstabenbestand, z. B. Fliegenkopf oder Buchstabendreher. Unsichere Lesungen stehen in spitzen Klammern. Die Zeichensetzung folgt den Druckvorlagen, jedoch sind die Punkte hinter Zahlen getilgt. Irritierende oder unentbehrliche Satzzeichen werden stillschweigend emendiert. Absatzgliederung und -folge sind nach der Edition in Teilband 1 eingerichtet

Einschließlich der Korrektur für Art. XV,7–9 IPO = §§ 54–55 IPM (vgl. unten S. 686 Anm. 6).
; auf Abweichungen gegenüber den Druckvorlagen wird durch die Sonderzeichenundaufmerksam gemacht

Die Silbentrennung folgt in der Regel dem Lautwert der Buchstaben, also con-uentibus statt conu-entibus oder Ra-uenspurgum statt Rau-enspurgum
.
Für die Textkonstitution wurden Parallelausgaben und andere Drucke herangezogen, die im Kopfregest genannt sind. Auf kleinere Übersetzungsfehler oder -ungenauigkeiten wird nicht hingewiesen. Ein sprachlich befremdlicher Befund in allen herangezogenen Ausgaben wird mit [!] markiert. Beruht ein Fehler auf einem offensichtlichen Versehen oder wenn alle herangezogenen Ausgaben einen falschen resp. befremdlichen Text bieten,

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sind Korrekturen oder Ergänzungen im Buchstaben- oder Wortbestand in zweiwinkligen Klammern vorgenommen worden; wenn in diesen Fällen auf eine Emendation verzichtet wurde, ist die Passage mit dem Zeichenumrahmt. Irrtümlich eingefügte, nicht in die Friedensverträge gehörige Textpassagen werden mit den Zeichenundmarkiert. Sind für das Textverständnis unentbehrliche Wörter oder Sätze in der Übersetzung nicht berücksichtigt worden, so wurden sie entsprechend ergänzt.
Außerdem ist in zweiwinkligen Klammern die heute übliche Zählung der Artikel und Paragraphen hinzugefügt. In den lateinischen Texten wird bei jedem Paragraphen durch Sonderzeichen

Zur Erläuterung dieser Zeichen vgl. S. XLIV.
auf die Konkordanz mit dem jeweils anderen Vertrag hingewiesen. Die Marginalien in der bei Heyll gedruckten deutschen Übersetzung des IPO sind, wenn sie am Beginn eines Paragraphen stehen, dort vermerkt; befinden sie sich innerhalb des laufenden Textes, werden sie in den Textanmerkungen aufgeführt.

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Es folgen:
1 Synopse der IPO-Ausgabe Raesfelds von 1648 mit den offiziösen deutschen Übersetzungen (gedruckt und verlegt bei Heyll, Fischer und bei Cosmerovius) und dem französischen Abrege (gedruckt im Bureau d’Adresse) von 1648 212
2 Synopse der IPM-Ausgabe Raesfelds von 1648 mit den offiziösen deutschen Übersetzungen (gedruckt und verlegt bei Heyll, Fischer und bei Cosmerovius) und dem französischen Sommaire (gedruckt im Bureau d’Adresse) von 1648 507
3 Redaktionelle Zusatztexte zu den französischen Zusammenfassungen des IPO und des IPM von 1648
a. Zusatztexte zu dem Abrege des IPO (gedruckt im Bureau d’Adresse) 662
b. Zusatztexte zu dem Sommaire des IPM (gedruckt im Bureau d’Adresse) 664

[p. 212] [scan. 260]

1

Synopse der IPO-Ausgabe Raesfelds von 1648 mit den offiziösen deutschen Übersetzungen (gedruckt und verlegt bei Heyll, Fischer und bei Cosmerovius) und dem französischen Abrege (gedruckt im Bureau d’Adresse) von 1648

Druckvorlage der Ausgabe des IPOul Raesfelds von 1648: NSUB Göttingen : 8 H. Germ. VIII,1470; zur Titelbeschreibung vgl. S. 61 Ausgabe 36. Druckvorlage der Ausgabe des IPOud von Heyll/Fischer von 1648: BSB München : 4 J.publ.e. 112d Beibd. [1]; zur Titelbeschreibung vgl. S. 89 Ausgabe 51; zit.: Heyll- IPOud . Für die Textkonstitution wurden vier Parallelausgaben (BSB München : 4 Eur. 64a Beibd. 2; 4 J.publ.e. 112k; 4 J.publ.e. 134o Beibd. 2; 4 J.publ.e. 134p Beibd. 1) herangezogen, außerdem die Cosmerovius-Ausgaben des IPOud (vgl. unten) und des IPMud (vgl. hier Nr. 2) sowie die Heyll-Ausgabe des IPOmd (BSB München : 4 J.publ.g. 398 Beibd. 3; zit.: Heyll- IPOmd ) und die Ritzsch-Ausgabe des IPOud (KB Stockholm : Före 1700 Hist. Sv. Sveriges freder och traktater Karton [1648/2 Nr. 6]; zit.: Ritzsch- IPOud ) sowie die von Buschmann und Klötzer veröffentlichten deutschen Übersetzungen des IPO bzw. des IPM. Zur Titelbeschreibung dieser Ausgaben vgl. S. 47ff Ausgabe 27, S. 67 Ausgabe 40, S. 75ff Ausgabe 45, S. 81ff Ausgabe 47, S. 85, 87 Ausgaben 49–50. Druckvorlage der Ausgabe des IPOud des Cosmerovius’ von 1648: ÖNB Wien : 80.E.50; zur Titelbeschreibung vgl. S. 91 Ausgabe 52; zit.: Cosmerovius- IPOud. Für die Textkonstitution wurden die Cosmerovius-Ausgabe des IPMud (vgl. hier unten Nr. 2), Heyll- IPOmd, Heyll- IPOud (vgl. oben) und die von Klötzer veröffentlichte deutsche Übersetzung des IPM herangezogen. Die französische Zusammenfassung des IPO ist in zwei Teilen in der Gazette [de France] veröffentlicht worden, und zwar der erste Teil unter dem Titel: Abrege du traite & des articles de paix arrestez a Osnabruk entre les Plénipotentiaires de l’Empéreur & de la Reine & Couronne de Süede, en présence des Estats de l’Empire, 1648 no. 177 S. 1585–1604: A Paris, du Bureau d’Adresse, aux Galleries du Louvre, devant la ruë S. Thomas, le 25 Novembre 1648. Avec Privilége; der zweite Teil unter dem Titel: Svite De L’Abregé Dv Traité Et Des Articles De Paix, d’entre l’Empire & la Süéde, 1648 no. 181 S. 1629–1644: A Paris, du Bureau d’Adresse, aux Galleries du Louure, devant la ruë Saint Thomas, le 2 Décembre 1648. Avec Privilége. Druckvorlage: BnF Paris : 4º Lc 2 .1. Für die Textkonstitution wurden vier Parallelausgaben herangezogen ( Bibliothèque de l’Arsenal : 4º H.8917; Bibliothèque de l’Institut de France : 4º S 260; Bibliothèque Mazarine : 16301*; Bibliothèque du Sénat : J 221

Wir danken Frau Mireille Pastoureau, Conservateur général de la Bibliothèque de l’Institut, und Herrn Michel Fay, Service de la Bibliothèque et des Archives du Sénat, für ihre freundlichen Auskünfte zu den betreffenden Sammlungen der Gazette.
;

[p. 213] [scan. 261]

außerdem ein in Lyon erschienener Nachdruck (Svite De L’Abregé Dv Traité Et Des Articles de Paix, d’entre l’Empire & la Suéde; Nummer der Lieferung, erste und letzte Seitenzahl wie Paris; am Ende aber anderer Druckort und abweichendes Datum: A Lyon, ce 10 Decembre 1648. Chez Iean-Aymé Candy, Imprimeur ordinaire du Roy, rue du Puy pelu, au Dauphin Royal, mit Genehmigung des Intendant général des Bureaux d’Adresse; überliefert in AE Paris, Correspondance politique Allemagne origine-1870 vol. 110 fol. 499–506’).

[p. 214] [scan. 262]

Raesfeld

In Nomine Sacro⸗sanctæ Et Individuæ Trinitatis, Amen. [≙ IPM] Präambel Notum sit vniversis & singulis quorum interest aut quomodolibet interesse potest. Postquam à multis Annis orta in Imperio Romano dissidia, motusq́ue Civiles eò vsque increuerant, vt non modo Vniversam Germaniam, sed & aliquot finitima Regna, potissimùm verò Sueciam, Galliamq́ue ita inuoluerint, vt diuturnum & acre exinde natum sit bellum. Primò quidem inter Serenissimum & Potentissimum Principem ac Dominum, Dominum Ferdinandvm Secvndvm, Electum Romanorum Imperatorem semper Augustum, Germaniæ, Hungariæ, Bohemiæ, Dalmatiæ, Croatiæ, Sclauoniæ, &c. Regem, Archi-Ducem Austriæ, Ducem Burgundiæ, Brabantiæ, Styriæ, Carinthiæ, Carniolæ, Marchionem Morauiæ, Ducem Luxemburgiæ, Superioris ac Inferioris Silesiæ, Würtembergæ & Teckæ, Principem Sueuiæ, Comitem Habsburgi, Tyrolis, Kyburgi & Goritiæ, Landgrauium Alsatiæ, Marchionem Sacri Romani Imperij, Burgouiæ ac Superioris & Inferioris Lusatiæ, Dominum Marchiæ Sclauonicæ, Portus Naonis & Salinarum, inclitæ memoriæ, cum suis Fœderatis & adhærentibus ex vnâ. Et Serenissimum ac Potentissimum Principem ac Dominum, Dominum Gustavvm Adolphvm, Suecorum, Gothorum & Vandalorum

[p. 216] [scan. 264]

Regem, Magnum Principem Finlandiæ, Ducem Esthoniæ & Careliæ Ingriæq́ue Dominum, inclitæ recordationis & Regnū Sueciæ, eiusq́ue Fœderatos & adhærentes ex alterâ parte: Deinde post eorum è vitâ decessum inter Serenissimum & Potentissimum Principem & Dominum, Dominum Ferdinandvm III., Electum Romanorum Imperatorem semper Augustum, Germaniæ, Hungariæ, Bohemiæ, Dalmatiæ, Croatiæ, Sclauoniæ, &c. Regem, ArchiDucem Austriæ, Ducem Burgundiæ, Brabantiæ, Styriæ, Carinthiæ, Carniolæ, Marchionem Morauiæ, Ducem Luxemburgiæ, Superioris ac Inferioris Silesiæ, Würtembergæ & Teckæ, Principem Sueuiæ, Comitem Habsburgi, Tyrolis, Kyburgi & Goritiæ, Landgrauium Alsatiæ, Marchionem Sacri Romani Imperij, Burgouiæ, ac Superioris & Inferioris Lusatiæ, Dominum Marchiæ Sclauonicæ, Portus Naonis & Salinarum, cum suis Fœderatis & Adhærentibus ex vnâ: & Serenissimam ac Potentissimam Principem ac Dominam, Dominam Christinam, Suecorum, Gothorum Vandalorúmque Reginam, Magnam Principem Finlandiæ, Ducem Esthoniæ & Careliæ Ingriæq́ue Dominam, Regnumq́ue Sueciæ & eius Fœderatos & Adhærentes ex alterâ parte; vnde multa Christiani sanguinis effusio, cum plurimarum Prouinciarum desolatione secuta est: Tandem Divinâ Bonitate factum esse, vt vtrinque de Pace Vniversali suscepta sit cogitatio, in eumq́ue finem ex mutuâ partium conuentione, Hamburgi die vigesima quinta stylo nouo, vel die deci-

[p. 218] [scan. 266]

ma quinta stylo veteri Decembris, Anno Domini Millesimo sexcentesimo quadragesimo primo inita, constituta sit dies vndecima stylo nouo, vel primo

In IPO-AK: prima
[!] stylo veteri Mensis Iulij, Anno Domini Millesimo sexcentesimo quadragesimo tertio Congressui Plenipotentiariorum Osnabrvgis & Monasterii Westphalorum instituendo: ❀
Comparentes igitur statuto tempore & loco vtrinque legitimè constituti Legati Plenipotentiarij, à parte quidem Imperatoris Illustrissimi & Excellentissimi Domini, Dominus Maximilianus Comes à Trautmansdorff & Weinsberg, Baro in Gleichenberg, Neostadij ad Cocrum, Negau, Burgau, & Totzenbach, Dominus in Teinitz, Eques Aurei Velleris, Consiliarius Secretus & Camerarius Sacræ Cæsareæ Maiestatis eiusq́ue Aulæ Supremus Præfectus; nec non Dominus Ioannes Maximilianus Comes à Lamberg, Liber Baro in Ortteneck & Ottenstein, Dominus in Stockarn & Ammerang, Burggrauius in Steyer &c. Sacræ Cæsareæ Maiestatis Camerarius, & Dominus Iohannes à Crane, Iuris vtrivs-

[p. 220] [scan. 268]

que Licentiatus, et

In der Druckvorlage hsl. eingefügt; fehlt in IPO-AK.
Comes Palatinus, Consiliarij Imperiales Aulici; A parte verò Reginæ Sueciæ Illustrissimi & Excellentissimi Domini, Dominus Ioannes Oxenstierna Axelij, Comes Moriæ Australis, Liber Baro in Kymitho & Nynääs, Dominus in Fyholm, Alhult, Horningsholm, Sudorbo & Lidôô, Regni Sueciæ Senator & Consiliarius Cancellariæ, & Dominus Ioannes Adler Saluius, Dominus in Adlersberg, Harsefeldt, Wildenbruch & Tullinge, Regni Sueciæ Senator, Regiæ Maiestatis Consiliarius Secretus, & Aulæ Cancellarius. Post inuocatum Diuini Numinis auxilium mutuasq́ue Plenipotentiarum tabulas (quarum apographa sub finem huius instrumenti de verbo ad verbum inserta sunt,) rite commutatas, præsentibus suffragantibus, & consentientibus Sacri Romani Imperij Electoribus, Principibus, ac Statibus ad Diuini Numinis gloriam & Christianæ Reipublicæ salutem in mutuas Pacis & amicitiæ leges consenserunt & conuenerunt tenore sequenti.
Dispositio [Articulus] I. [Art. I ≙ § 1 IPM] Pax sit Christiana, Vniversalis, perpetua veraq́ue & sincera Amicitia inter Sacram Cæsaream Maiestatem, Domum

[p. 222] [scan. 270]

Austriacam, omnesq́ue eius Fœderatos & Adhærentes, & singulorum Hæredes & Successores, imprimis Regem Catholicum, Electores, Principes ac Status Imperij ex vnâ: & Sacram Regiam Maiestatem, Regnumq́ue Sueciæ, omnesq́ue eius Fœderatos & Adhærentes & singulorum Hæredes ac Successores, imprimis Regem Christianissimum ac respectiuè Electores, Principes, Statusq́ue Imperij ex alterâ parte. Eaq́ue ita sincerè serioq́ue servetur & colatur, vt vtraque pars alterius vtilitatem, honorem ac commodum promoueat, omniq́ue ex parte & Vniversi Romani Imperij cum Regno Sueciæ, & vicissim Regni Sueciæ cum Romano Imperio fida vicinitas & secura studiorum Pacis atque amicitiæ cultura reuirescant, ac reflorescant.
[Articulus] II. [Art. II = § 2 IPM] Sit vtrinque perpetua obliuio & Amnestia omnium eorum, quæ ab initio horum motuum, quocunque loco modóve ab unâ vel alterâ parte ultrò citroq́ue hostiliter facta sunt, ita vt nec eorum nec vllius alterius rei causa vel prætextu alter alteri posthac quidquam hostilitatis aut inimicitiæ, molestiæ vel impedimenti quoad personas, statum, bona vel securitatem, per se vel per alios, clàm aut

[p. 224] [scan. 272]

palàm, directè vel indirectè, specie juris aut viâ facti in Imperio aut vspiam extra illud, (non obstantibus vllis prioribus pactis in contrarium facientibus) inferat vel inferri faciat, aut patiatur, sed omnes & singulæ hinc indè tam ante Bellum quam in Bello verbis, scriptis aut factis illatæ injuriæ, violentiæ, hostilitates, damna, expensæ, absque omni personarum rerúmve respectu, ita penitus abolitæ sint, vt quicquid eo nomine alter aduersus alterum prætendere posset, perpetuâ sit oblivione sepultum.
[Articulus] III. [Art. III,1 ≈ § 5 IPM] Iuxta hoc Vniversalis & illimitatæ Amnestiæ fundamentum, universi & singuli Sacri Romani Imperij Electores, Principes, Status (comprehensâ immediatâ Imperij Nobilitate) eorumq́ue Vasalli, subditi, Cives & Incolæ, quibus occasione Bohemiæ, Germaniæve motuum vel fœderum hinc inde contractorum, ab unâ vel alterâ parte aliquid præjudicij aut damni quocunque modo vel prætextu illatum est, tam quoad Ditiones & Bona Feudalia, subfeudalia & allodialia, quam quoad dignitates, immunitates, Iura & priuilegia restituti sunto plenariè in eum

[p. 226] [scan. 274]

vtrinque statum in Sacris & Profanis, quo ante destitutionem gauisi sunt, aut Iure gaudere potuerunt, non obstantibus, sed annullatis quibuscunque interim in contrarium factis mutationibus.
[Art. III,2 ∼ § 6 IPM] Quemadmodum verò tales restitutiones omnes & singulæ intelligendæ sunt saluis juribus quibuscunque, tam directi quàm vtilis Dominij, in vel circa bona restituenda, siue secularia siue Ecclesiastica, siue restituenti, siue restituendo, siue cuiuis tertio competentibus, saluis item litis pendentiis desuper in Aula Cæsarea siue in Camera Imperiali vel aliis Imperij immediatis aut mediatis Dycasteriis vertentibus: ita hæc clausula saluatoria generalis vel aliæ subsequentes speciales ipsam restitutionem nullatenus impediant, sed competentia jura, actiones, exceptiones, & litispendentiæ post factam demum restitutionem, coram competenti judice examinentur, discutiantur & expediantur, multo minus hæc reseruatio ipsi Amnestiæ vniuersali & illimitatæ quicquam præjudicij afferat, aut etiam ad proscriptiones, confiscationes & eius generis alienationes extendatur, vel articulis aliter conuentis interq́ue hos compositioni Gravaminum aliquid deroget. Nam quantum juris in bonis Ecclesiasticis hucusque controuersis eiusmodi restituti vel restituendi sint habituri, patebit infrà articulo de Grauaminum Ecclesiasticorum compositione.

[p. 228] [scan. 276]

[Articulus] IV. [Art. IV,1 = § 7 IPM] Et quamuis ex hac præcedenti regula generali facilè dijudicari possit, qui & quatenus restituendi sint, tamen ad instantiam aliquorum de quibusdam gravioris momenti causis, prout sequitur, specialiter mentionem fieri placuit, ita tamen, vt qui expressè non nominati vel expuncti sunt, propterea pro omissis vel exclusis non habeantur. [Art. IV,2 ≙ § 10 IPM] Ante omnia verò Causam Palatinam Conuentus c-Osnabrugensis et Monasteriensis -c

c-c In der Druckvorlage hsl. korrigiert aus: Monasteriensis & Osnabrugensis, in IPO-AK: Osnabrugensis et Monasteriensis
eò deduxit, vt ea de re iam diu mota lis diremta sit modo sequenti.

[p. 230] [scan. 278]

[Art. IV,3 = § 11 IPM] Et primò quidem quod attinet Domum Bauaricam, Dignitas Electoralis, quam Electores Palatini antehac habuerunt, cum omnibus Regaliis, Officiis, Præcedentiis, Insigniis & juribus quibuscunque ad hanc dignitatem spectantibus, nullo prorsus excepto, vt & Palatinatus Superior totus, vnà cum Comitatu Cham, cum omnibus eorum appertinentiis, Regaliis ac Iuribus, sicut hactenus ita & imposterum maneant penes Dominum Maximilianum Comitem Palatinum Rheni, Bauariæ Ducem eiusq́ue Liberos, totamq́ue Lineam Guilhelmianam, quam diu masculi ex eâ superstites fuerint. [Art. IV,4 = § 12 IPM] Vicissim Dominus elector Bauariæ, pro se, hæredibus ac successoribus suis, totaliter renunciet debito Tredecim Millionum, omniq́ue prætensioni in Austriam Superiorem, & statim à publicatà Pace, omnia Instrumenta desuper obtenta Cæsareæ Maiestati ad cassandum & annullandum extradat. [Art. IV,5 = § 13 IPM] Quod ad Domum Palatinam attinet, Imperator cum Imperio publicæ tranquillitatis causa consentit, vt vigore præsentis Conuentionis institutus sit Electoratus Octauus, quo Dominus Carolus Lodouicus Comes Palatinus Rheni, eiusq́ue hæredes & agnati totius Lineæ Rudolphinæ, iuxta Ordinem succeden-

[p. 232] [scan. 280]

di in Aurea Bulla expressum, deinceps fruantur, nihil tamen juris præter simultaneam inuestituram ipsi Domino Carolo Ludouico, aut eius successoribus ad ea quæ cum dignitate Electorali Domino Electori Bauariæ, totiq́ue Lineæ Guilhelmianæ attributà sunt, competat.
[Art. IV,6 = § 14 IPM] Deinde vt Inferior Palatinatus totus cum omnibus & singulis Ecclesiasticis & Secularibus bonis, juribus

In IPO-AK: iuribusque
& appertinentiis, quibus ante motus Bohemicos Electores Principesq́ue Palatini gauisi sunt, omnibusq́ue documentis, regestis, rationariis, & cæteris Actis huc spectantibus eidem plenariè restituantur: Cassatis ijs, quæ in contrarium acta sunt, idq́ue authoritate Cæsarea effectum iri; vt neque Rex Catholicus, neque vllus alius qui exinde aliquid tenet, se huic restitutioni villo modo opponat.
[Art. IV,7 = § 15 IPM] Cùm autem certæ quædam Præfecturæ Stradæ-Montanæ antiquitus ad Electorem Moguntinensem pertinentes, anno demum Millesimo quadringentesimo sexagesimo tertio, pro certa pecuniæ summâ Palatinis cum pacto perpetuæ reluitionis impignoratæ fuerint. Ideò Conventum est, vt hæ Præfecturæ penes modernum Dominum Electorem

[p. 234] [scan. 282]

Moguntinensem eiusq́ue in ArchiEpiscopatu Moguntinensi Successores permaneant, dummodo pretium pignorationis spōtè oblatum, infrà terminū executioni conclusæ Pacis præfixum, paratâ pecuniâ exsoluat, cæterisq́ue ad quæ iuxta tenorē literarū oppignorationis tenetur, satisfaciat.
[Art. IV,8 = § 16 IPM] Electori quoque Treuirensi tanquam Episcopo Spirensi, Episcopo item Wormatiensi, jura quæ prætendunt in bona quædam Ecclesiastica, intra Palatinatus Inferioris territorium sita, coram competenti judice prosequi liberum esto, nisi de his inter vtrumque Principem amicè conueniatur. [Art. IV,9 = § 17 IPM] Quod si verò contigerit Lineam Guilhelmianam masculinam prorsus deficere, superstite Palatina, non modò Palatinatus superior, sed etiam dignitas Electoralis, quæ penes Bauariæ Duces fuit, ad eosdem superstites Palatinos, interim simultaneâ inuestitura gauisuros, redeat, octauo tunc Electoratu prorsus expungendo: Ita tamen Palatinatus superior hoc casu ad Palatinos superstites redeat, vt hæredibus allodialibus Electoris

[p. 236] [scan. 284]

Bauariæ, actiones & beneficia, quæ ipsis ibidem de jure competunt, reseruata maneant.
[Art. IV,10 = § 18 IPM] Pacta quoq́ue gentilitia inter Domum Electoralem Heidelbergensem & Neoburgicam, à prioribus Imperatoribus super Electorali successione confirmata, vt & totius Lineæ Rudolphinæ Iura, quatenus huic dispositioni contraria non sunt, salua rataq́ue maneant. [Art. IV,11 = § 19 IPM] Adhæc, si quæ Feuda Iuliacensia aperta esse competenti via juris euictum fuerit, ea Palatinis euacuentur. [Art. IV,12 = § 20 IPM] Præterea, vt dictus Dominus Carolus Ludouicus aliquatenus liberetur onere prospiciendi Fratribus de appen̄agio; Cæsarea Maiestas ordinabit, vt dictis suis Fratribus quadringenta Imperialium Thalerorum millia intra quadriennium, ab initio Anni venturi Millesimi sexcentesimi quadragesimi noni numerandum, expendantur, singulisq́ue Annis centena millia soluantur, vná cum annuo censu quinque de centum computatis.

[p. 238] [scan. 286]

[Art. IV,13 = § 21 IPM] Deinde tota Domus Palatina, cum omnibus & singulis qui ei quocunque modo addicti sunt aut fuerunt, præcipuè verò Ministri qui ei in hoc Conuentu, aut alias operam suam navarunt, vt & omnes Palatinatus exules, fruantur Amnestiâ generali suprà descriptâ, pari cum cæteris in eâ comprehensis jure, & hac transactione singulariter in puncto Grauaminum plenissimè. [Art. IV,14 = § 22 IPM] Vicissim dominus Carolus Ludouicus cum fratribus Cæsareæ Maiestati obedientiam & fidelitatem, sicut cæteri Electores Principesq́ue Imperij præstet, ac insuper Palatinatui superiori pro se & hæredibus suis, tum ipse, tum eius fratres, donec ex Linea Guilhelmiana hæredes legitimi & masculi superfuerint, renuncient. [Art. IV,15 = § 23 IPM] Cum autem de eiusdem Principis Viduæ Matri, sororibusq́ue præstando victalitio, & dote constituenda mentio iniiceretur, pro beneuolo Sacræ Cæsareæ Maiestatis in Domum Palatinam affectu, promissum est, dictæ Viduæ Matri pro victalitio semel pro semper viginti Thalerorum Imperialium millia, singulis autem sororibus dicti Domini e-Caroli Ludouici -e

e-e In IPO-AK: Caroli
, quando nuptum elocatæ fuerint, dena Thalerorum Imperialium millia, nomine suæ Maiestatis exsolutum iri. De reliquo verò ipsis idem

[p. 240] [scan. 288]

Princeps Carolus Ludouicus satisfacere teneatur.
[Art. IV,16 = § 24 IPM] Comites in Lainingen & Daxburg, sæpe dictus Dominus Carolus Ludouicus eiusq́ue successores in Palatinatu Inferiori nulla in re turbet, sed jure suo à multis retrò seculis obtento, & a Cæsaribus confirmato, quietè ac pacificè vti frui permittat. [Art. IV,17 = § 25 IPM] Liberam Imperij Nobilitatem per Franconiam, Sueuiam & Tractum Rheni, cum districtibus appertinentibus in suo statu immediato inuiolatè relinquat. [Art. IV,18 = § 26 IPM] Feuda etiam ab Imperatore in Baronem Gerardum de Waldenburg, dictum Schenckhern, Nicolaum Georgium Reigersperger, Cancellarium Moguntinum, & Henricum Brômbser, Baronem de Rudesheim, item ab Electore Bauariæ in Baronem Ioannem Adolphum Wolff, dictum Metternich collata, rata maneant. Teneantur tamen eiusmodi Vasalli Domino Carolo Ludouico, velut Domino directo eiusque successoribus juramentum fidelitatis præstare, atque ab eodem feudorum suorum renouationem petere.

[p. 242] [scan. 290]

[Art. IV,19 = § 27 IPM] Augustanæ Confessionis consortibus, qui in possessione templorum fuerant, intérque eos Ciuibus & Incolis Oppenheimensibus seruetur Status Ecclesiasticus Anni 1624 Cæterisq́ue id desideraturis Augustanæ Confessionis exercitium, tam publicè in templis ad statas horas, quàm priuatim in ædibus propriis, aut alienis ei rei destinatis per suos aut vicinos verbi diuini Ministros peragere liberum esto. [Art. IV,20 ← § 28 IPM] Princeps Ludouicus Philippus Comes Palatinus Rheni recuperet omnes ditiones, dignitates & jura in sacris & profanis, quæ ipsi à maioribus ex successione & diuisione ante tumultus bellicos obuenerunt. [Art. IV,21 ← § 28 IPM] Princeps Fridericus Comes Palatinus Rheni quartam partem vectigalis Wiltzbacensis, Cœnobium quoque Hornbach cum pertinentiis, & quicquid juris parens eius antehac ibidem habuit ac possedit, recipiat & respectiuè retineat. [Art. IV,22 ← § 28 IPM] Princeps Leopoldus Ludouicus Comes Palatinus Rheni restituatur penitus in Comitatum Veldentz ad Mosellam, tam in Ecclesiasticis, quam Politicis, contra

[p. 244] [scan. 292]

omnia hactenus attentata, in eum, quo anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto ipsius Parens fuit, statum.
[Art. IV,23 = § 29 IPM] Controuersia, quæ vertitur inter Episcopos respectiuè Bambergensem & Herbipolensem ac Marchiones Brandenburgicos, Culmbachi & Onoltzbachi de Castro, Oppido, Præfectura & Monasterio Kitzingen in Franconia ad Mœnum, aut amicabili compositione aut summario juris processu terminetur intra biennium, sub pœna perdendæ prætensionis imponendâ tergiuersanti, interim dictis Dominis Marchionibus restituatur nihilominus fortalitium Wiltzburg in eum statum, qui tempore traditionis descriptus fuit, ex conuentione & promisso. [Art. IV,24 ← § 31(2) IPM] Domus Würtembergica maneat quietè in recuperata possessione Dynastiarum Weinsperg / Newstadt & Meckmühle. Restituatur etiam in omnia & singula secularia atque Ecclesiastica bona & jura ante hos motus vbicunque possessa, interq́ue illa specialiter in Dynastias Blaubeuren, Achalm & Stauffen cum pertinentiis, & sub prætextu pertinentium ad eas occupatis bonis cumprimis ciuitate & territorio Gôppingensi atque pago Pflumeren, reditibus Vniuersitati Tubin-

[p. 246] [scan. 294]

gensi piè fundatis: Recipiat etiam Dynastias Heidenheim & Oberkirch, itemq́ue Ciuitates Balingen, Tutlingen, Ebingen & Rosenfeld, nec non arcem & pagum Neidlingen cum pertinentiis, tum Hohentvveil, Hohenasperg, Hohenaurach, Hohen Tubingen, Albeck, Hornberg, Schiltach cum ciuitate Schorndorff. Restitutio etiam fiat in Ecclesias Collegiatas Stuttgard, Tübingen, Hernberg, Gôppingen, Bachnang, nec non in Abbatias, Præposituras atque Monasteria Bebenhausen, Maulbron, Anhausen, Lorch, Adelberg, Denckendorff, Hirschavv, Blaubeuren, Herprechtingen, Murhard, Albersbach, Kônigsbrun, Herrenalb, Diui Georgij, Reichenbach, Pfullingen & Lichtenstern siue Marien-Cron, & similia, cum omnibus documentis ablatis, saluis tamen & reseruatis Domus Austriacæ, nec non Würtenbergicæ in supradictas Dynastias Blaubeuren, Achalm & Stauffen prætensis juribus, actionibus, exceptionibus & remediis atque beneficiis juris quibuscunque.
[Art. IV,25 ∼ § 32 IPM] Principes quoque Würtenbergici Lineæ Mompelgardensis restituantur in omnes suas ditiones in Alsatia vel vbicunq́ue sitas, & nominatim in duo feuda Burgundica Clerual & Passauant, & ab vtraque parte redintegrentur in eum stamm, jura,

[p. 248] [scan. 296]

jura, prærogatiuas, ac in specie ad eam immedietatem erga Romanum Imperium, quâ ante initium horum bellorum gauisi sunt, & quâ cæteri Imperij Principes ac Status gaudent vel gaudere debent.
[Art. IV,26 = § 33 IPM] De Causa Badensi hoc modo conuentum est; Fridericus Marchio Badensis & Hachbergensis, eiusq́ue filij, & hæredes, cum omnibus qui ijsdem quocunque modo inseruierunt, aut adhucdum inseruiunt, cuiuscunque nominis aut conditionis sint, gaudeant & fruantur supra Articulo 2 & 3 descriptâ Amnestiâ cum omnibus suis clausulis & beneficiis, eiusq́ue vigore restituantur plenissimè in eum statum in sacris & profanis, in quo ante exortos Bohemiæ motus fuit Dominus Georgius Fridericus Marchio Badensis & Hachbergensis, quoad Marchionatum inferiorem Badensem, qui vulgò sub appellatione Baden-Durlach venit, itemq́ue quoad Marchionatum Hachenbergensem, tum etiam quoad ditiones Rôttelen, Badenweiler, & Saussenberg, non obstantibus, sed annullatis quibuscunque interim in contrarium factis mutationibus. ❀

[p. 250] [scan. 298]

Deinde restituantur Marchioni Friderico Præfectura

f In IPO-AK: praefecturae
[!] Stain & Renchingen absque onere æris alieni interea temporis à Marchione Guilielmo contracti, ratione fructuum, interesse aut sumptuum per transactionem Ettlingæ Anno Domini 1629 initam, dicto Guilielmo Marchioni Badensi cessæ, cum omnibus juribus, documentis literariis, aliisq́ue pertinentiis, ita vt tota illa actio sumptuum ac fructuum perceptorum & percipiendorum, cum omni damno & interesse à tempore primæ occupationis numerando, sublata & penitus extincta sit. Annua quoque pensitatio ex Marchionatu inferiori, Marchionatui superiori pendi solita, virtute præsentium penitus sublata, annullata & annihilata sit, nec eo nomine quicquā vel de præterito vel de futuro imposterum vnquam prætendatur vel exigatur. ❀
Alternetur etiam imposterum inter vtramq́ue Lineam Badensem, Inferioris scilicet & superioris Marchionatus Badensis, præcedentia & Sessio in Comitiis & Circuli Sueuici, aliisq́ue vniversalibus vel particularibus Imperij aut quibuscunque conuentibus, pro nunc tamen eâdem præcedentia penes Marchionem Fridericum, dum superstes erit, permanente.

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[Art. IV,27 = § 34 IPM] De Baronatu HohenGerolseck conuentum est, vt si Domina Principissa Badensis prætensa sua jura in dicto Baronatu documentis authenticis sufficienter probauerit, restitutio statim post latam desuper sententiam fiat cum omni causa, omniq́ue jure, vigore documentorum competenti. Cognitio autem hæc finiatur à die publicatæ Pacis infrà biennium. Nullæ denique actiones, transactiones, vel exceptiones, generales vel speciales clausulæ, in hoc Instrumento Pacis comprehensæ (quibus omnibus per expressum & in perpetuum vigore huius derogatum sit) ab vnâ vel alterâ parte vllo vnquam tempore contra hanc specialem conuentionem allegentur vel admittantur. [Art. IV,28 ← § 35 IPM] Dux de Croy gaudeat effectu generalis Amnestiæ, neque protectio Regis Christianissimi sit ei fraudi, dignitatis, priuilegiorum, honorum, bonorum, aut vllo alio respectu: quietè quoque possideat eam Dominij Vinstingen partem, quám Maiores sui possederunt, prout nunc à Domina matre sua dotalitij nomine possidetur. Iuribus Imperii, quoad dictum Dominium Vinstingen in eo statu, quo fuerunt ante hos motus, saluis permanentibus.

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[Art. IV,29 ← § 35 IPM] Quod Controuersiam Nassavv-Siegen contra Nassavv-Siegen attinet, cum res hæc per commissionem Cæsaream Anno 1643 ad amicabilem compositionem sit remissa, reassumatur eiusmodi commissio, & tota lis vel amicabili compositione, vel juridica sententia, coram competenti judice decidatur; Comite Iohanne Mauritio de Nassavv, eiusque fratribus absque vlla turbatione pro suis quotis duntaxat in apprehensa possessione manentibus. [Art. IV,30 ← § 35 IPM] Comitibus Nassavv-Saræpontanis restituantur omnes eorum Comitatus, Dynastiæ, territoria, homines & bona Ecclesiastica & secularia, feudalia & allodialia, nominatim verò comitatus Saræpontanus & Sarvverdanus integri cum omni causa; vt & fortalitium Homburg cum tormentis bellicis, mobilibusq́ue ibi repertis; Saluis vtrinque respectiuè tàm ratione Anno 1629, septimo Iulij per sententiam adjudicatorum in reuisorio, quàm aliis, etiam de illatis damnis, competentibus juribus, actionibus, exceptionibus & beneficiis Iuris iuxta Leges Imperij determinandis, nisi partes potius ament amicâ transactione rem componi. Saluo etiam jure, quod Comitibus de Lainingen-Daxburg in dicto Comitatu Sarvverdano competere potest.

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[Art. IV,31 ← § 35 IPM] Domus Hanouica restituatur in Præfecturas Bobenhausen, Bischoffsheim am Steeg & Wilstatt. [Art. IV,32 ← § 35 IPM] Iohannes Albertus Comes Solmensis in quadrantem oppidi

In der Druckvorlage: Oppididi [!]
Butzbacensis & quatuor pagos adiacentes restituatur.
[Art. IV,33 ← § 35 IPM] Itemq́ue restituatur Domus Solms-HohenSolms in omnia bona & jura sibi Anno 1637 adempta, non obstante transactione desuper cum Domino Georgio, Landgrauio Hassiæ postea facta. [Art. IV,34 ← § 35 IPM] Comites de Isenburg gaudeant Amnestia generali suprà Articulo 2 & 3 descripta, saluis tamen juribus Domino Georgio Landgrauio Hassiæ vel cuivis tertio contra eosdem, vt & contra Comites de HohenSolms competentibus.

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[Art. IV,35 ← § 35 IPM] Rheingrauij in suas Præfecturas Troneck & Wildenburg, itemq́ue Dynastiam Môrchingen cum pertinentiis & cætera omnia jura à vicinis vsurpata, restituantur. [Art. IV,36 ← § 35 IPM] Vidua Domini Ernesti Comitis Sainensis restituatur in eam possessionem Arcis, Oppidi & Præfecturæ Hachenburg cum pertinentiis, vt & pagi Bendorff, in qua fuit ante destitutionem, saluo tamen jure cuiusuis. [Art. IV,37 ← § 35 IPM] Castrum & Comitatus Falckenstein restituatur ei, cui de jure competit. Quicquid etiam juris Comitibus de Rasburg cognominatis Lôvvenhaupt, in Præfecturam Bretzenheim, feudum ArchiEpiscopatus Coloniensis, nec non Baronatum Reipoltzkirch in districtu Huntzrück sita, competit, id eis cum omnibus juribus & appertinentiis saluum sit. [Art. IV,38 ← § 35 IPM] Restituatur etiam Domus Waldeck in possessionem vel quasi omnium jurium in Dynastia Didinghausen & pagis Nordernaw, Lichtenscheid, Defeld & NiedernSchlaidern, prout illis anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto gauisa est.

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[Art. IV,39 ← § 35 IPM] Ioachimus Ernestus Comes Ottingensis in omnia Ecclesiastica & Secularia, quæ pater ipsius Ludouicus Eberhardus ante hos motus possidebat, restituatur. [Art. IV,40 ← § 35 IPM] Item Domus Hohenloica in omnia ipsi ablata, præcipuè Dynastiam Weickersheim: itemq́ue in Cœnobium Schefftersheim absque omni exceptione, imprimis retentionis restituatur. [Art. IV,41 ← § 35 IPM] Fridericus Ludouicus comes de Lôvvenstein & Werthaim in omnes suos Comitatus & Dynastias, quæ tempore huius belli sequestratæ, confiscatæ, aliisq́ue cessæ fuerunt, in politicis, & Ecclesiasticis restituatur. [Art. IV,42 ← § 35 IPM] Ferdinandus Carolus Comes de Lôvvenstein & Werthaim in omne id, quod defunctis eius agnatis Georgio Ludouico & Ioanni Casimiro sequestratum, confiscatum, aliisq́ue cessum est, in Politicis & Ecclesiasticis restituatur, saluis tamen ijs bonis & juribus, quæ Marcæ Christianæ, filiæ dicti Georgij Ludouici de Lôvvenstein ex hæreditate paternâ & maternâ competunt, in quæ plenariè restituatur. Pariter etiam Vidua lohannis Casimiri de Lôvvenstein, in sua bona dotalitia & hypothecata, reseruato jure, si quod in supradicta competit Co-

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miti Friderico Ludouico, vel amicabili compositione vel legitimo Processu prosequendo.
[Art. IV,43 ← § 35 IPM] Domus Erbacensis imprimis Comitis Georgij Alberti hæredes in castrum Breubergicum omniaq́ue eius jura, ipsis cum Domino Comite Lôvvensteinensi communia, tam quoad præsidium, eiusdemq́ue directionem, quam cætera ciuilia jura restituantur. [Art. IV,44 ← § 35 IPM] Vidua & hæredes Comitis à Brandenstein, restituantur in omnia ex causa belli ademta bona & jura. [Art. IV,45 ← § 35 IPM] Baro Paulus Kevvenhuller cum Nepotibus ex fratre: Hæredes Cancellarij Lôfflerij: Marci Conradi à Rheilingen liberi & hæredes; Item Hieronymus à Rhei[l]ingen vnà cum vxore, nec non Marcus Antonius à Rheilingen; quisq́ue in omnia sibi per confiscationem ademta plenariè restituti sunto. [Art. IV,46 = § 36 IPM] Contractus, permutationes, transactiones, obligationes & Instrumenta debi-

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ti, vi metúve, seu Statibus, seu subditis illicitè ex[t]orta, prout in specie queruntur Spira, Weissenburgum ad Rhenum, Landauia, Reutlingen, Hailbrunna, alijq́ue, vt & redemptæ cessæq́ue actiones, abolitæ atque ita annullatæ sunto, vt vllum judicium actionémve, eo nomine intentare minimè liceat. Quod si verò debitores Instrumenta Crediti vi metúve creditoribus extorserint, ea omnia restituantur, actionibus desuper saluis.
[Art. IV,47–48 = § 37(1)–(2) IPM] Debita siue Emptionis, venditionis, annuorum redituum, siue alio nomine vocentur, si ab vnâ alteráve belligerantium parte in odium Creditorum violenter extorta sint, contra debitores veram violentiam & realem solutionem intercessisse allegantes, & se ad probandum offerentes, nulli processus executiui decernantur, nisi his exceptionibus præuia plenaria causæ cognitione decisis. [Art. IV,48 = § 37(2) IPM] Processu desuper instituto à Pacis publicatione infrà biennium finiendo sub pœna perpetui silentij contumacibus debitoribus imponenda. Processus autem hactenus eo nomine contra ipsos decreti, vnà cum transactionibus & promissionibus pro futura creditorum restitutione factis, tollantur & eneruentur: saluis

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tamen ijs pecuniarum summis, quæ flagrante bello pro aliis ad auertenda maiora eorum pericula & damna bono animo & intentione erogatæ sunt.
[Art. IV,49 = § 38 IPM] Sententiæ tempore belli de rebus merè secularibus pronunciatæ, nisi processus vitium & defectus manifestè pateat, vel in continenti demonstrari possit, non quidem omnino sint nullæ, ab effectu tamen rei judicatæ suspendantur, donec acta judicialia (si alterutra pars intra semestre ab inita Pace spatium petiuerit reuisionem) in judicio competenti modo ordinario vel extraordinario in Imperio vsitato reuideantur, & æquabili jure ponderentur, atque ita dictæ sententiæ vel confirmentur vel emendentur, vel si nulliter latæ sint, planè rescindantur. [Art. IV,50 = § 39 IPM] Si quæ etiam feuda regalia vel priuata ab anno Millesimo sexcentesimo decimo octauo non fuerant renouata, nec interim eorum nomine præstita servitia, nemini id fraudi esto, sed tempus repe-

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tendæ inuestituræ à die factæ Pacis cedere incipiat.
[Art. IV,51 = § 40 IPM] Tandem omnes & singuli tàm bellici Officiales militesq́ue, quam Consiliarij & Ministri togati, Ciuiles & Ecclesiastici, quocunque nomine aut conditione cēsentur, qui vni alterive parti, earundemve fœderatis aut adhærentibus, togâ vel sago militarunt, à summo ad infimum, ab infimo ad summum absque vllo discrimine vel exceptione, cum vxoribus, liberis, hæredibus, successoribus, seruitoribus, quoad personas & bona in eum vitæ, famæ, honoris, conscientiæ, libertatis, Iurium ac priuilegiorum statum, quo ante dictos motus gauisi sunt, aut jure gaudere potuerunt, vtrinque restituti sunto, nec eorum personis aut bonis vllum creator præiudicium, ullàve actio vel accusatio intentator, multò minus vlla pcena, damnumve quocunque prætextu irrogator. Et hæc quidem omnia quoad illos, qui Cæsareæ Maiestatis & Domus Austriacæ subditi & vasalli non sunt, plenissimum effectum habeant. [Art. IV,52 = § 41 IPM] Qui verò Subditi & Vasalli hæreditarij Imperatoris & Domus Austriacȩ sunt, eâdem gaudeant Amnestiâ, quoad personas, vitam, famam & honores, ha-

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beantq́ue securum reditum in pristinam patriam, ita tamen, vt se teneantur accommodare legibus patriis Regnorum & Prouinciarum.
[Art. IV,53 ≙ § 42 IPM] Quantum autem eorūdem bona concernit, si ea, antequam in Coronæ Sueciæ Galliæve partes transierunt, confiscatione aut alio modo amissa fuêre, etsi Plenipotentiarij Suedici diu multumq́ue institerant, vt ijs etiam illa restituerentur; tamen cum Sacræ Cæsareæ Maiestati hac in re ab aliis níhil præscribi, nec ob Cæsareanorum constantem contradictionem aliter transigi potuerit, Ordinibusq́ue Imperij eapropter bellum continuari è re Imperij non fuerit visum, porrò quoque amissa sunto, ac modernis possessoribus permanento. [Art. IV,54 ≙ § 43 IPM] Illa verò bona, quȩ ipsis post ob eam causam, quod pro Suecis aut Gallis contra Cæsarem, Domumq́ue Austriacam arma sumpsissent, erepta sunt, ijsdem qualia nunc sunt, absque refusione tamen sumptuum & fructuum perceptorum, aut damni dati restituantur.

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[Art. IV,55 = § 44 IPM] De cætero in Bohemia, aliisq́ue quibuscunque Prouinciis hæreditariis Imperatoris, Augustanæ Confessioni addictis subditis vel creditoribus, eorumve hæredibus, pro pr[i]uatis suis prætensionibus, si quas habent, & earum nomine actiones intenderint, aut prosecuti fuerint, Ius & Iustitia æqué ac Catholicis citra respectum administretur. [Art. IV,56 = § 45 IPM] A dictâ tamen Vniuersali restitutione excepta sunto, quæ restitui vel redhiberi nequeunt, mobilia & se mouentia, fructus percepti, autoritate belligerantiū partium interuersa, itemq́ue tam destructa, quàm publicæ securitatis causa in alios usus cōversa ædificia, publica & priuata, sacra & profana, nec non deposita publica vel privata, hostilitatis intuitu confiscata, legitimè vendita, spontè donata. [Art. IV,57 = § 46 IPM] Quia verò etiam Causa luliacensis successionis inter interessatos, nisi præueniatur, magnas aliquando turbas in Imperio excitare posset, ideò conuentum est, vt ea quoque Pace confectâ ordinario processu coram Cæsarea Maiestate,

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vel amicabili compositione, vel alio legitimo modo sine mora dirimatur.
Art. V [Art. V ← § 47 IPM] Cùm autem præsenti bello magnam partem Grauamina, quæ inter vtriusque Religionis Electores, Principes & Status Imperij vertebantur, causam & occasionem dederint, de ijs prout sequitur, conuentum & transactum est. [Art. V,1 ← § 47 IPM] 1. Transactio Anno 1552 Passauij inita, & hanc Anno 1555 secuta Pax Religionis, prout ea anno 1566

In der Druckvorlage hsl. verbessert aus: 1556.
Augustæ Vindelicorum, & post in diuersis Sacri Romani Imperij Comitiis Vniuersalibus confirmata fuit, in omnibus suis Capitulis, vnanimi Imperatoris, Electorum, Principum & Statuum vtriusque Religionis consensu initis &

In IPO-AK: ac
conclusis, rata habeatur, sanctéque & inviolabiliter seruetur. ❀

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Quæ verò de nonnullis in ea Articulis controuersis, hac transactione communi partium placito statuta sunt, ea pro perpetua dictæ Pacis declaratione, tam in Iudiciis, quàm alibi obseruanda habebuntur, donec per Dei gratiam de Religione ipsa conuenerit, non attentâ cuiusuis seu Ecclesiastici seu Politici, intra vel extra Imperium, quocunque tempore interpositâ contradictione vel protestatione, quæ omnes inanes & nihili, vigore horum declarantur. ❀ In reliquis omnibus autem inter vtriusque Religionis Electores, Principes, Status omnes & singulos sit æqualitas exacta, mutuaq́ue, quatenus formæ Reipublicæ, constitutionibus Imperij, & præsenti Conuentioni conformis est, ita vt quod uni parti iustum est, alteri quoque sit iustum, violentiâ omni & viâ facti, vt aliàs, ita & hic, inter vtramque partem perpetuò prohibitâ. [Art. V,2 ← § 47 IPM] 2. Terminus, à quo Restitutionis in Ecclesiasticis, & quæ intuitu eorum in Politicis mutata sunt, sit Dies prima lanuarij Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti: Fiat itaque restitutio omnium Electorum, Principum & Statuum vtriusque Religionis, comprehensâ liberâ Imperij Nobilitate, vt & commu-

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nitatibus & pagis immediatis plenariè & purè, cassatis omnibus interim in istiusmodi causis latis, publicatis & institutis sententiis, decretis, transactionibus, pactis seu dedititiis seu aliis, & executionibus, reductione ad statum dicti Anni dieiq́ue in omnibus facta.
[Art. V,3 ← § 47 IPM] Ciuitates, Augusta Vindelicorum, Dunckelspuhla, Biberacum & Ravensburgum, retineant bona, jura & Exercitium Religionis dicti anni dieiq́ue; sed ratione dignitatum Senatoriarum aliorumq́ue munerum publicorum, sit inter vtrique Religioni addictos æqualitas idemq́ue numerus. [Art. V,4 ← § 47 IPM] In specie autem quoad Ciuitatem Augustam, sint septem Senatores Consilij Secretioris ex familiis Patriciis delecti, ex his desumpti Reipublicæ Præsides duo, vulgò Stattpfleger dicti, vnus sit Catholicus, alter Augustanæ Confessionis. Ex reliquis quinque, tres Catholicæ Religioni, & duo Augustanæ Confessioni addicti. Senatores reliqui, senatus, vt vocant minoris, necnon Syndici, Assessores Iudicij vrbani, aliiq́ue Officiales omnes sint æquali numero vtriusque Religionis. Quæstores rei nummariæ sint tres, quorum duo vnius, tertius

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diversæ religionis, ita quidem, vt primo anno duo sint Catholici, vnus verò Augustanæ Confessionis altero, duo Augustanæ Confessionis & tertius Catholicus, & sic deinceps alternando singulis annis.
[Art. V,5 ← § 47 IPM] Præfecti rei tormentariæ itidem tres pariq́ue annuâ alternatione. Idem etiam circa curam collectarum, annonæ, ædilicij muneris, & si quæ alia sunt officia, quæ tribus committuntur, obtineat. Ita quidem, vt si vno anno, duo officia (veluti Quæstura & cura annonæ vel ædilicij muneris) penes duos Catholicos & vnum Augustanæ Confessionis sint, eodem anno duo alia officia (veluti Præfectura rei tormentariæ & collectarum) duobus ex Augustana confessione & vni Catholico committantur; sequenti autem anno circa hæc officia duobus Catholicis, duo Augustanæ Confessioni addicti, & vni Catholico, vnus Augustanæ Confessionis surrogetur. [Art. V,6 ← § 47 IPM] Munera, quæ vni soli committi solita sunt, pro qualitate rei vel vno vel pluribus annis inter Catholicos & Augu-

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stanæ Confessionis ciues alternentur; eo quidem modo, vt de officiis quæ tribus personis committuntur, nunc dictum.
[Art. V,7 ← § 47 IPM] Templorum tamen & Scholarum cuiq́ue parti suarum cura integra reseruetur. Ij autem Catholici, qui nunc tempore huius pacificationis in Magistratu & Officiis præter numerum supra conuentum supersunt, pristino quidē per omnia honore commodoq́ue fruantur. Veruntamen vsquedum eorum loca vel morte vel abdicatione vacauerint, vel domi se contineant, vel si Senatui quandoque interesse velint, voto tamen careant. [Art. V,8 ← § 47 IPM] Neutra verò pars suæ Religioni adhærentium potentia ad deprimendam alteram abutatur, aut maiorem numerum directè vel indirectè ad dignitates Præsidum, Senatorum, aliorumq́ue publicorum munerum aggregare præsumat, sed quidquid eius quandocunque & quomodocunque tentatum fuerit, irritum esto. Proinde non solum hæc dispositio quotannis, quando de nouorum Senatorum aliorumq́ue Officialium in demortuorum locum surrogatione agitur, publicè prælegitor, sed etiam Præsidis seu Duûmviri Secretiorum reliquorumq́ue Senatorum præfectorum, Syndicorum, Iudicum, aliorumque Officialium Catholicorum electio & nunc & posthac sit penes ipsos Catholicos, Augustanæ vero Confessioni addicto-

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rum penes eosdem, & defuncto Catholico alius Catholicus, pariterq́ue Augustanæ Confessioni addicto eidem addictus surrogetur. ❀
[Art. V,9 ← § 47 IPM] Pluralitas autem votorum in causis Religionem siue directè siue indirectè concernētibus, nequaquam attendatur, neque illa Augustanæ Confessioni addictis ciuibus eius loci magis quàm Augustanæ Confessionis Electoribus, Principibus & Statibus in Imperio Romano præiudicet. Quod si Catholici pluralitate votorum in his vel aliis quibusuis negotiis in præiudicium Augustanæ Confessioni addictorum abutantur, reseruatum his ipsis esto vigore huius Transactionis ad introducendam alternationem quinti Senatoris secretioris, aliaq́ue legitima remedia prouocare. [Art. V,10 ← § 47 IPM] De cætero Pax Religiosa, itemq́ue ordinatio Carolina de Electione Magistratuum, nec non Transactiones de Annis 1584 & 1591 (quatenus huic dispositioni directè vel per indirectū non repugnant) salvæ & inuiolatæ per omnia maneant.

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[Art. V,11 ← § 47 IPM] Deinde Dunckelspülæ, Biberaci & Rauensburgi duo sint Consules, Catholicus vnus, alter Augustanæ Confessionis, quatuor secretioris consilij æquali numero vtriusque Religionis. Eadem etiam æqualitas circa Senatum, Iudicium vrbanum, Præfecturam ærarii, vt & alia omnia officia, dignitates ac munera publica obseruetur. Quoad Præturam Iudicij verò, Syndicatum & Secretarios Senatus & Iudicij, necnon quoad alia huiusmodi officia quæ vni tantum personæ committuntur, alternatio perpetuò obseruetur; ita, vt demortuo Catholico semper Augustanæ Confessioni addictus & vice versâ succedat. Quantum ad modum Electionis & votorum pluralitatem, necnon curam Templorum ac Scholarum, itemq́ue anniuersariam prælectionem huius dispositionis attinet, idem quod de Augusta dictum est, obseruetur. [Art. V,12 ← § 47 IPM] Quod ad Ciuitatem Donavverdam attinet, si in proximè venturis Comitiis Vniuersalibus in pristinam libertatem restituenda esse iudicabitur ab Imperij Statibus, eodem gaudeat jure in Ecclesiasticis & Politicis, quo cæteræ Impe-

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rij Liberæ Ciuitates vigore huius Transactionis gaudent, saluis tamen quoad hanc Ciuitatem eorum, quorum interest, juribus.
[Art. V,13 ← § 47 IPM] Terminus autem Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti nullum præiudicium creare debet ijs, qui ex capite Amnestiæ aut aliunde restituendi veniunt. [Art. V,14 ← § 47 IPM] 3. Bona Ecclesiastica immediata quod attinet, siue sint ArchiEpiscopatus; Episcopatus, Prælaturæ, Abbatiæ, Baliuiæ, Præposituræ, Commendæ, siue liberæ fundationes seculares, aut alia, vnà cum reditibus, pensionibus aliisq́ue quocunque nomine signatis, seu in urbibus seu ruri sitis, ea seu Catholici, seu Augustanæ Confessionis Status die prima Ianuarij Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti possederint, omnia & singula nullo planè excepto, eius religionis consortes, qui dicto tempore in reali eorum possessione fuerunt, usquedum de Religionis dissidiis per Dei gratiam conuentum fuerit, tranquillè & imperturbatè possideant, neutriq́ue parti liceat alteri seu in Iudicio, seu extra, negocium facessere, multò minus turbas aut impedimentum aliquod inferre. Si verò, quod Deus prohibeat, de Religionis dissidiis amicabiliter conueniri non possit, nihilominus hæc Conuentio perpetua sit & Pax semper duratura.

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[Art. V,15 ← § 47 IPM] Si igitur Catholicus ArchiEpiscopus, Episcopus, Prælatus, aut Augustanæ Confessioni addictus in ArchiEpiscopum, Episcopum, Prælatum electus vel postulatus, solus aut vnà cum Capitularibus seu singulis, seu vniuersis, aut etiam alij Ecclesiastici Religionem imposterum mutârint, excidant illi statim suo jure; honore tamen famaq́ue illibatis, fructusq́ue & reditus citra moram & exceptionem cedant, Capituloq́ue aut cui id de iure competit, integrum sit aliam Personam Religioni ei, ad quam Beneficiū istud vigore huius Transactionis pertinet, addictam eligere aut postulare, relictis tamen ArchiEpiscopo, Episcopo, Prælato, &c. decedenti fructibus & reditibus interea perceptis & consumptis. ❀ Si ergo Status seu Catholici seu Augustanæ Confessioni addicti ArchiEpiscopatibus, Episcopatibus, Beneficiis aut Præbendis suis immediatis à die primâ Ianuarij Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti judicialiter, aut extraiudicialiter exciderint, aut quocunque modo turbati fuerint, vigore harum illicò tam

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in Ecclesiasticis quàm Politicis, omnibus nouationibus abolitis restituantur; ita quidem, vt quæcunq́ue Bona Ecclesiastica immediata die prima Ianuarij Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti Catholico Præsule regebantur, Catholicum Caput recipiant, & vicissim quæ dicto anno dieq́ue Augustanæ confessioni addicti possidebant, retineant etiam imposterum, remissis tamen, quæ vna pars contra alteram prætendere posset, perceptis interea fructibus, damnis & expensis.
[Art. V,16 ← § 47 IPM] 4. In omnibus ArchiEpiscopatibus, Episcopatibus, & reliquis Fundationibus immediatis, Iura eligendi & postulandi iuxta cuiusque loci consuetudines & statuta antiqua, illibata maneant, quatenus illa Imperii Constitutionibus, Transactioni Passauiensi, Paci Religiosæ, & imprimis huic Declarationi & Transactioni sunt conformia, & intuitu Archi-Episcopatuum & Episcopatuum Augustanæ Confessioni addictis permanentium, ea nihil in se contineant illi Confessioni aduersum, sicut etiam pariter in Episcopatibus & Ecclesiis, in quibus Catholicis & Augustanæ Confessionis Ordinibus mixta jura admittuntur, statutis antiquis nihil de nouo admisceatur, quod Catholicorum vel Augustanæ Confessioni addictorum conscientiam & cau-

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sam pro cuiusque parte lædere, eorumve jus imminuere possit. ❀
[Art. V,17 ← § 47 IPM] Postulati verò seu Electi, in Capitulationibus suis spondeant se susceptos Ecclesiasticos Principatus, Dignitates & Beneficia nequaquam hæreditario jure possessuros, aut id acturos vt hæreditaria fiant, sed libera sit vbique Capitulo, & quibus id præterea pariter cum Capitulo pro more competit, tam Electio & Postulatio, quàm sede vacante administratio & jurium Episcopalium exercitium: operaq́ue detur, ne Nobiles Patricij Gradibus Academicis insigniti, aliæq́ue personæ idoneæ, vbi id fundationibus non aduersatur, excludantur, sed vt potius in ijs conseruentur. [Art. V,18 ← § 47 IPM] 5. Vbi Sacra Cæsarea Maiestas Ius Primariarum Precum exercuit, exerceat etiam imposterum, dummodò decedente Augustanæ Confessioni addicto in eius Religionis Episcopatibus Augustanæ Confessioni addictus ad normam statutorum & obseruantiæ idoneus precibus fruatur. In mixtis verò ex vtraque Religione seu Episcopatibus, seu aliis locis immediatis Precibus Primariis præsentatus non gaudeat, nisi Beneficium vacans Religionis consors possederit.

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[Art. V,19 ← § 47 IPM] Si quid Annatarum, Iurium Pallij, Confirmationum, Mensium Papalium & huiusmodi jurium & reseruationum nomine in bonis Statuum Augustanæ Confessionis Ecclesiasticis immediatis à quocunque, quandocunque aut quomodocunque prætendatur, id validitate & executione à brachio seculari impertienda careat. [Art. V,20 ← § 47 IPM] In quorum autem Ecclesiasticorum Bonorum immediatorum Capitulis vtriusque Religionis Capitulares & Canonici vigore præfati termini certo vtrinque numero admittuntur, mensesq́ue Papales id temporis in vsu fuerunt, porrò quoque, si decedentes Capitulares & Canonici ex numero Catholicorum definito fuerint, obtineant, atque executioni, casu eueniente, mandentur, modò Papalis prouisio Capitulis immediaté è Curia Romana & tempore legitimo insinuetur. [Art. V,21 ← § 47 IPM] 6. Electi aut Postulati in ArchiEpiscopos, Episcopos aut Prælatos Augustanæ Confessioni addicti, à Sacrâ Cæsareâ

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Maiestate, postquam intra annum Electionis aut Postulationis suæ fidem fecerint, & juramenta Regalibus sueta feudis præstiterint, absque vlla exceptione inuestiantur vltraque taxæ ordinariæ summam, insuper eiusdem dimidium pro infeudatione pendant: ❀
Ijdem aut sede vacante Capitula, & quibus administratio cum ijs coniunctim competit, ad vniuersales æquè, ac particulares Deputationum, Visitationum, Reuisionum, aliosq́ue Conventus Imperiales, literis solitis euocentur, & suffragij jure fruantur, prout quisque Statuum ante Religionis dissidia eorum jurium particeps fuit. Quæ verò & quot personæ ad eiusmodi Conuentus mitti debeant, de eo præsulibus cum Capitulis & Conuentualibus statuere liberum esto. [Art. V,22 ← § 47 IPM] De Titulis Principum Ecclesiasticorum ex Augustana Confessione ita conuenit, vt absque tamen præjudicio Status & dignitatis Titulis Electorum aut Postulatorum in ArchiEpiscopum, Episcopum, Abbatem, Præpositum insigniantur. Sessionem autem in Scamno inter Ecclesiasticos & Seculares intermedio & transuerso capiant, quibus à latere assideant in Conuentu omnium trium Imperij Collegiorum Director Cancellariæ Moguntinensis, nomine Domini Archi-

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Episcopi Actorum Comitialium generali directione fungens, & post ipsum Directores Collegij Principum; Idemq́ue obseruetur in Senatu Principum collegialiter congregato. à solis istius Collegij actorum directoribus.
[Art. V,23 ← § 47 IPM] 7. Quot Capitulares aut Canonici die primâ Ianuarij Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto vspiam vel Augustanæ Confessionis vel Catholici fuerunt, totidem illic ex vtraque Religione erunt semper, nec decedentibus nisi eiusdem Religionis Consortes surrogentur. Si verò alicubi iam plures Catholici vel Augustanæ Confessionis Capitulares aut Canonici Beneficia possident, quam Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto, ij quidem supernumerarij Beneficia & Præbendas ad vitam retineant, mortuis verò, tam diu Catholicis Augustanæ Confessioni addicti, & his Catholici succedant, donec redintegratus fuerit vtriusque Religionis Capitularium & Canonicorum numerus, qui die primâ Ianuarij Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto erat. ❀ Exercitium verò religionis in mixtis Episcopatibus ita restituatur, & permaneat, vbi & quatenus id Anno 1624 palàm receptum permissumq́ue fuit; ne-

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que supradictis omnibus vel eligendo vel præsentando alitérve quicquam detrimenti creetur.
[Art. V,24 ← § 47 IPM] 8. Qui ArchiEpiscopatus, Episcopatus & aliæ fundationes atque Bona Ecclesiastica immediata vel mediata, in satisfactionem Regiæ Maiestatis, Regniq́ue Sueciæ, aut æquiualentem recompensationem, indemnitatemq́ue suorum fœderatorum, amicorum & Interessatorum concesserunt, peculiaribus suis conuentionibus infra contentis, per omnia relinquantur. In omnibus verò ijs, quæ ibi non continentur, & inter hæc quoad §. Ius Diœcesanum, etc. 16. infra positum, Constitutionibus Imperij & huic Transactioni subiecta manento. [Art. V,25 ← § 47 IPM] 9. Quæcunq́ue Monasteria, Collegia, Balliuias, Commendas, Templa, Fundationes, Scholas, Hospitalia, aliáve Bona Ecclesiastica mediata, vt & eorum reditus, juraq́ue quocunque j-nomine ea -j

j-j In IPO-AK: ea nomine
appellata fuerint, Augustanæ Confessionis Electores, Principes, Status, &c. Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto, die prima Ianuarij possede-

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runt, eadem omnia & singula siue retenta semper, siue restituta, siue vigore huius Transactionis restituenda ijdem possideant, donec controuersiæ Religionis amicabili partium compositione vniuersali definiantur; non attentis exceptionibus siue antè, siue post Transactionem Passauiensem aut Pacem Religiosam reformata & occupata, aut quod non de vel in territorio Augustanȩ Confessionis Statuum, vel exempta, vel aliis Statibus jure Suffraganeatus, Diaconatus, aliáve quauis ratione obligata fuisse dicuntur; ❀
vnicum solumq́ue huius transactionis, restitutionis obseruantiæq́ue futuræ fundamentum sit die primâ Ianuarij, Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto habita possessio, irritis prorsus exceptionibus, quæ ex introducto alicubi locorum exercitio interimistico, vel anterioribus aut secutis pactis generalibus aut specialibus transactionibus, vel litibus motis causisve decisis, vel etiam decretis, mandatis, rescriptis, paritoriis, reuersalibus, litispendentiis vel aliis quibuscunque prætextibus & rationibus desumi possent. ❀ Vbi igitur supradictorum omnium bonorum, eorundem pertinentium, fructuumve Augustanæ Confessionis Statibus aliquid quouis modo aut prætextu siue judicialiter siue extrajudicialiter á dicto tempore interuersum, aut ademp-

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tum est, omninò absque mora, & indistinctè (interq́ue illa specialiter etiam Monasteria, Fundationes atque Bona Ecclesiastica omnia & singula a Principe Würtenbergico Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto possessa) cum suis pertinentiis, reditibus & accessionibus vbicunque sitis, vnâ cum amotis documentis in priorem statum restituantur. Nec Augustanæ Confessioni addicti posthac in habita vel recuperata possessione vllo modo turbentur, sed ab omni persecutione juris & facti perpetuò tuti sint, donec controversiæ Religionis compositæ fuerint.
[Art. V,26 ← § 47 IPM] Omnia quoque Monasteria, fundationes & sodalitia mediata, quæ die primâ Ianuarij, Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto Catholici realiter possederunt, possideant & ipsi similiter, vtvt in Augustanæ Confessionis Statuum territoriis & ditionibus ea sita sint, non tamen in alios Religiosorum Ordines, quam quorum regulis primitus dicata sunt, commutentur: nisi talium Religiosorum ordo planè interciderit. Tunc enim Magistratui Catholicorum liberum esto, ex alio in Germania ante dissidia religionis exorta, vsitato ordine nouos Religiosos substituere. ❀

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In quibuscunque verò Fundationibus, Ecclesiis Collegiatis, Monasteriis, Hospitalibus eiusmodi mediatis Catholici & Augustanæ Confessioni addicti promiscuè vixerunt, viuant etiam posthac promiscuè numero prorsus eodem qui die primâ Ianuarij, Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto ibidem repertus fuit. Publicum etiam Religionis Exercitium idem maneat, quod quouis in loco dicto anno dieq́ue vsitatum fuit absque vnius vel alterius partis impedimento. ❀ In quibuscunque etiā Fundationibus mediatis Anno millesimo sexcentesimo vicesimo quarto die primâ Ianuarij Sacra Cæsarea Maiestas Primarias preces exercuit, exerceat eas & imposterum, ad modum circa bona immediata superius explicatum. Idem planè hic obseruetur de Mensibus Papalibus, quod suprà de iis §. quinto dispositum est. Conferant etiam ArchiEpiscopi, & quibus aliis id juris competit, Beneficia mensium extraordinariorum; ❀ Quod si quoque Augustanæ Confessioni addicti in eiusmodi Bonis Ecclesiasticis mediatis dicto anno dieq́ue à Catholicis realiter, plenè vel ex parte possessis jura præsentandi, visitandi, inspectionis, confirmandi, corrigendi, protectionis, aperturæ, hospitationis, seruitiorum, operarum habuerunt: Item Parochos, Præpositos ibi aluerunt, jura ista illis sarta tectaq́ue maneant. ❀

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Et si Electiones debito tempore, modóve non fiant, Præbendarum vacantium distributio & collatio in eiusdem Religionis personas, cuius decedens fuit, ex jure deuoluto ad eosdem pertineat, modò per hoc in istiusmodi Bonis Ecclesiasticis mediatis instituto Catholicæ Religionis nihil præjudicetur, & Magistratui Catholicorum Ecclesiastico sua jura ex instituto Ordinis in ipsos Religiosos competentia, salua & illibata sint. Quibus etiam si Electiones aut collationes Præbendarum vacantium debito tempore factæ non fuerint, Ius deuolutum saluum esto. Quod ad Oppignorationes Imperiales attinet, cū in Capitulatione Cæsarea dispositum reperiatur, quod Electus Romanorum Imperator, Electoribus, Principibus, cæterisq́ue Statibus immediatis Imperij, eiusmodi oppignorationes cōfirmare atque illos in eorundē

In IPO-AK: earundem
[!] tranquilla & quieta possessione defendere ac manutenere debeat, Conuentum est, hanc dispositionem; donec consensu Electorum, Principum & Statuum aliter statutum fuerit, obseruandam esse, atque propterea Ciuitati Lindavv, nec non Weissenburgo in Noricis redditâ sorte oppignorationes Imperiales ipsis ademptas, illicò & plenariè restituendas. ❀

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[Art. V,27 ← § 47 IPM] Quæ verò bona Status Imperij sibi inuicem pignoris jure ante hominis memoriam obligauerunt, in ijs reluitioni aliter locus non detur, nisi possessorum exceptiones & merita causarum sufficienter examinentur. ❀ Quod si bona eiusmodi durante hoc bello vel absque præuiâ causæ cognitione, vel non solutâ sorte ab aliquo occupata fuerint, vnà cum documentis statim plenariè prioribus possessoribus reddantur, &, si sententia reluitioni locum concedat, inq́ue rem iudicatam transierit, atque sorte numerata restitutio subsecuta fuerit, Domino quidem directo liberum esse debet, in huiusmodi terras oppignoratas ad se reuersas suæ Religionis Exercitium publicè introducere, incolæ tamen & subditi migrare, aut suam, quam sub priori possessore huiusmodi terrarum oppignoratarum amplexi fuerant, Religionem deserere non cogantur, de publico verò suæ Religionis Exercitio inter ipsos & reluentem Dominum directum transigatur. [Art. V,28 ← § 47 IPM] 10. Libera & immediata Imperij Nobilitas, omniaq́ue & singula eius membra vnà cum subditis & bonis suis feudalibus & allodialibus, nisi forte in quibusdam locis ratione bonorum & respectu

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territorij vel domicilij aliis statibus reperiantur subiecti, vigore Pacis Religiosæ & præsentis conuentionis in juribus Religionem concernentibus & beneficiis inde promanantibus, idem Ius habeant, quod supradictis Electoribus, Principibus & Statibus competit, nec in ijs sub quocunque prætextu impediantur aut turbentur, Turbati verò omnes omnino in integrum restituantur.
[Art. V,29 ← § 47 IPM] 11. Liberæ Imperij Ciuitates prout omnes atq́ue singulæ sub appellatione statuum Imperij non tantum in Pace religionis & præsenti eiusdem declaratione, sed & alias vbique indubitatè continentur, ita & ex illarum numero eæ, in quibus vnica tantum Religio Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto in vsu fuit, tam ratione juris reformandi, quàm aliorum casuum Religionem concernentium in territoriis suis & respectu subditorum non minus ac intra muros & suburbia idem cum reliquis Statibus Imperij superioribus Ius habeant, adeoq́ue de istis generaliter disposita & conuenta, de his quoque dicta & intellecta sunto, non attento quod in ijs Ciuitatibus in quibus præter Augustanæ Confessionis Exercitium nullum aliud à Magistratu & ciuibus iuxta morem & statuta cuiusq́ue loci, Anno Millesimo sexcentesi-

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mo vicesimo quarto introductum fuit, aliqui Catholicæ Religioni addicti Ciues commorentur, vel etiam in aliquibus Capitulis, Ecclesiis Collegiatis, Monasteriis & Cœnobiis ibidem sitis, immediatè vel mediatè Imperio subiectis, inq́ue eo statu, qui fuit die primâ lanuarij Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto, deinceps quoque cum Clero intra prædictum terminum non introducto & Ciuibus Catholicis pro tempore ibi existentibus, tàm actiuè, quàm passiuè omninò relinq́uendis, Catholicæ Religionis Exercitium vigeat. ❀
Ante omnia verò illæ Ciuitates Imperiales, quæ siue vni, siue vtrique Religioni addictæ (& inter has posteriores cumprimis Augusta Vindelicorum, itemq́ue Dunckelspula, Biberacum, Rauensburgum & Kauffbeura) ab Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto propter Religionem, vel Bona Ecclesiastica ante, vel post Transactionem Passauiensem, & insecutam Pacem Religiosam occupata & reformata, vel aliàs intuitu Religionis in Politicis quocunque modo, siue extra-, siue judicialiter aggrauatæ sunt, in eum statum, in quo Kalendis Ianuarij prædicti Anni Millesimi sexcentesimi vicesimi quarti tàm in Sacris, quàm in Profanis fuerunt, non minus ac reliqui Status Imperii Superiores plenissimè reponantur, inq́ue eo, absque vlteriore turbatione, perinde atque illæ, quæ tum temporis adhuc possederunt, aut interea possessionem recuperarunt, vsque ad amicabi-

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lem Religionum compositionem, conseruentur. Neutrique partium alteram de religionis suæ Exercitio, Ecclesiæ ritibus & ceremoniis deturbare fas sit; sed Ciues pacificè & comiter inuicem cohabitent, liberumq́ue Religionis suæ & bonorum vsum, vltrò citroq́ue habeant: cassatis rerum judicatarum & transactarum, litispendentiarum, aliisq́ue §.§. 2 & 9 enumeratis exceptionibus; Salvis tamen ijs, quæ Politicorum ratione de Augusta Vindelicorum, Dunckelspüla, Biberaco & Rauensburgo dicto §. 2 disposita sunt.
[Art. V,30 ← § 47 IPM] 12. Quantum deinde ad Comites, Barones, Nobiles, Vasallos, Ciuitates, Fundationes, Monasteria, Commendas, Communitates & subditos Statibus Imperij immediatis siue Ecclesiasticis siue Secularibus subiectos pertinet: Cum eiusmodi Statibus immediatis cum jure Territorij & superioritatis ex communi per totum Imperium hactenus vsitata praxi, etiam Ius reformandi Exercitium Religionis competat, ac dudum in Pace Religionis talium Statuum subditis, si à Religione Domini territorij dissentiant, beneficium emigrandi concessum, insuper maioris concordiæ inter Status conseruandæ causâ cautum fuerit, quod nemo alienos subditos ad suam Religionem pertrahere eáve causa in defensionem aut protectionem suscipere, illisve

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vila ratione patrocinari debeat, Conuentum est, hoc idem porrò quoque ab vtriusq́ue Religionis Statibus obseruari, nulliq́ue Statui immediato Ius, quod ipsi ratione territorij & superioritatis in negotio Religionis competit, impediri
[Art. V,31 ← § 47 IPM] Hoc tamen non obstante, Statuum Catholicorum Landsassij, Vasalli & Subditi cuiuscunque generis, qui siue publicum siue priuatum Augustanæ Confessionis Exercitium Anno 1624 quacunque anni parte, siue certo pacto aut priuilegio, siue longo vsu, siue sola denique obseruantia dicti anni habuerunt, retineant id etiam imposterum vna cum annexis, quatenus illa dicto anno exercuerunt, aut exercita fuisse probare poterunt. Cuiusmodi annexa habentur institutio Consistoriorum, Ministeriorum tam Scholasticorum quam Ecclesiasticorum, Ius Patronatus, aliaq́ue similia jura, nec minus maneant in possessione omnium dicto tempore in potestate eorundem constitutorū Templorum, Fundationum, Monasteriorum, Hospitaliurn, cum omnibus pertinentiis, reditibus & accessionibus: ❀ Et hæc omnia semper & vbique obseruentur eo vsque, donec de Religione Christianâ vel vniuersaliter, vel inter Status immediatos, eorumq́ue subditos

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mutuo consensu aliter erit conuentum, ne

In IPO-AK: nec
[!] quisquam à quocunque vila ratione aut via
[Art. V,32 ← § 47 IPM] Turbati aut quocunque modo destituti verò, sine vila exceptione in eum, quo Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto fuerant statum, plenariè restituantur. ❀ Idemque obseruetur ratione subditorum Catholicorum Augustanæ Confessionis Statuum, vbi dicto Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto vsum & exercitium Catholicæ Religionis publicum aut priuatum habuerunt. [Art. V,33 ← § 47 IPM] Pacta autem, Transactiones, Conuentiones aut Concessiones, quæ inter tales immediatos Imperij Status eorumq́ue status prouinciales & subditos supradictos de publico vel etiam priuato exercitio Religionis introducendo, permittendo & conseruando antehac intercesserunt, initæ & factæ sunt, eatenus ratæ & firmæ manento, quatenus obseruantiæ dicti Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti non aduersantur, nec ab ijsdem nisi mutuo consensu recedere liceat, non attentis, sed annihilatis omnibus anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti obseruantiæ, vtpote quæ instar regulæ obtineat, contrariis latis sententiis, reuersalibus, pactis, quibuscunque trans-

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actionibus. Et inter illa quæ Episcopus Hildesiensis & Duces Brunsvico-Lüneburgenses de Religione, eiusq́ue Exercitio Statuum & Subditorum Episcopatus Hildesiensis, nonnullis pactis Anno 1643 transegerunt. ❀
Excipiantur verò à dicto termino, & Catholicis reseruentur nouem Monasteria in Episcopatu Hildesiensi sita, quibus Duces Brunsvicenses certis conditionibus eodem anno cesserunt. [Art. V,34 ← § 47 IPM] Placuit porrò, vt illi Catholicorum subditi Augustanæ Confessioni addicti, vt & Catholici Augustanæ Confessionis Statuum subditi, qui Anno 1624 publicum vel etiam priuatum Religionis suæ Exercitium nullâ anni parte habuerunt, nec non, qui post Pacem publicatam deinceps futuro tempore diuersam à Territorij Domino Religionem profitebuntur & amplectentur, patienter tolerentur, & conscientiâ liberâ domi deuotioni suæ, sine inquisitione aut turbatione priuatim vacare, in vicinia verò, vbi & quoties voluerint, publico Religionis exercitio interesse, vel liberos suos exteris suæ Religionis Scholis, aut priuatis domi Præceptoribus instruendos committere non prohibeantur; sed eiusmodi Landsassii, Vasalli & Subditi in cæteris Officium suum cum debito obsequio & subiectione adimpleant, nullisq́ue turbationibus ansam præbeant. ❀

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[Art. V,35 ← § 47 IPM] Siue autem Catholici, sive Augustanæ Confessionis fuerint subditi, nullibi ob Religionem despicatui habeantur, nec à mercatorum, opificum aut tribuum communione, hæreditatibus, legatis, hospitalibus, leprosoriis, eleemosynis, aliisve juribus aut commerciis, multò minus publicis cœmiteriis, honoréve sepulturæ arceantur, aut quicquam pro exhibitione funeris à superstitibus exigatur, præter cuiusque Parochialis Ecclesia: jura pro demortuis pendi solita; sed in his & similibus pari cum conciuibus iure habeantur, æquali iustitiâ protectioneq́ue tuti. [Art. V,36 ← § 47 IPM] Quod si verò subditus, qui nec publicum, nec priuatum suæ Religionis Exercitium Anno Millesimo sexcentesimo vicesimo quarto habuit, vel etiam, qui post publicatam Pacem Religionem mutabit, sua sponte emigrare voluerit, aut à Territorii Domino jussus fuerit, liberum ei sit, aut retentis bonis, aut alienatis discedere, retenta per Ministros administrare, & quoties ratio id postulat, ad res suas inspiciendas vel persequendas lites, aut de-

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bita exigenda, liberè & sine literis commeatus adire.
[Art. V,37 ← § 47 IPM] Conuentum autem est, vt à Territoriorum Dominis illis subditis, qui neque publicum, neque priuatum Exercitium Religionis suæ dicto anno habuerunt, & tamen tempore publicatæ præsentis Pacificationis, in vnius vel alterius Religionis Statuum immediatorum ditionibus habitare deprehenduntur, quibus illi etiam annumerandi erunt, qui ob calamitates bellicas euitandas, non tamen animo transferendi domicilium, aliò emigrarunt, & factâ Pace in Patriam redire volunt, terminus non minor quinquennio; illis verò, qui post Pacem publicatam Religionem mutant, non minor triennio, nisi tempus magis laxum & spatiosum impetrare potuerint, ad emigrandum præfigatur. ❀ Neque siue voluntariè siue coactè emigrantibus, natiuitatis, ingenuitatis, manumissionis, noti opificij, honestæ vitæ testimonia denegentur, aut ijdem reuersalibus inusitatis vel decimationibus substantiæ secum exportatæ, plus æquò extensis prægrauentur, multò minus spontaneam suscipientibus emigrationem, servitutis, aut vllo alio prætextu impedimentum inferatur.

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[Art. V,38 ← § 47 IPM] 13. Silesii

In IPO-AK: Silesiae
etiam Principes Augustanæ confessioni addicti, Duces scilicet in Brieg, Lignitz, Münsterberg & Oels, itemq́ue Ciuitas Vratislauiensis, in libero suorum ante bellum obtentorum jurium & priuilegiorum, nec non Augustanæ confessionis exercitio ex gratiâ Cæsareâ & Regiâ ipsis concesso manutenebuntur. ❀
[Art. V,39 ← § 47 IPM] Quod verò ad Comites, Barones, Nobiles, eorumq́ue subditos in reliquis Silesiæ Ducatibus, qui immediatè ad Cameram Regiam spectant, tum etiam de præsenti in Austriâ inferiori degentes Comites, Barones & Nobiles attinet, quamuis Cæsareæ Maiestati Ius reformandi Exercitium Religionis non minus, quàm aliis Regibus & Principibus competat, tamen non quidem ex pacto iuxta dispositionem præcedentis versiculi: Pacta autem &c. sed ad interuentionem Regiæ Maiestatis Sueciæ, & in gratiam intercedentium Augustanæ Confessionis Statuum, permittit, vt eiusmodi Comites, Barones & Nobiles, illorumq́ue in prædictis Silesiæ Ducatibus subditi, ob professionem Augustanæ Confessionis loco aut bonis cedere aut emigrare non teneantur, nec etiam prohibeantur dictæ Confessionis Exercitium in locis vicinis extra territorium frequentare, modò in reliquis tranquillè & pacificè viuant; seq́ue tales præstent, quales erga suum Summum Principem decet.

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Si verò sua sponte emigrauerint, & bona sua immobilia vendere vel nolint, vel commodè nō possint, liber ijs aditus rerum suarum inspiciendarum & curandarum causa concessus esto. [Art. V,40 ← § 47 IPM] Præter hæc autem, quæ suprà de dictis Silesiæ Ducatibus, qui immediatè ad Cameram Regiam spectant, disposita sunt, Sacra Cæsarea Maiestas vlterius pollicetur, se illis, qui in his Ducatibus Augustanæ Confessioni addicti sunt, pro huius Confessionis Exercitio tres Ecclesias propriis eorum sumptibus extra Ciuitates Svveinitz, Iaur & Glogauiam, propè Mœnia locis ad hoc commodis, iussu suæ Maiestatis designandis, post Pacem confectam ædificandas, quamprimum id postulauerint, concessuram. [Art. V,41 ← § 47 IPM] Et cum de maiore Religionis libertate & Exercitio in supràdictis & reliquis Cæsareæ Maiestatis & Domus Austriacæ Regnis & Provinciis concedendo in præsenti Tractatu variè actum sit, nec tamen ob Cæsareanorum Plenipotentiariorum contradictiones conueniri po-

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tuerit, Regia Maiestas Sueciæ & Augustanæ Confessionis Ordines facultatem sibi reseruant, eo nomine in proximis Comitiis, aut alias apud Suam Cæsaream Maiestatem, Pace tamen semper permanente, & exclusâ omni violentiâ & hostilitate, vlterius respectiuè amicé interueniendi & demissè intercedendi.
[Art. V,42 ← § 47 IPM] 14. A solâ qualitate Feudali vel subfeudali, siue à Regno Bohemiæ, siue ab Electoribus, Principibus & Statibus Imperij, siue aliunde procedant, jus reformandi non dependet, sed Feuda ista & subfeuda necnon Vasalli, subditi, & Bona Ecclesiastica in causis Religionis, & quicquid iuris Dominus Feudi prætendat, introduxerit, aut sibi arrogarit, ex statu Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti, die primâ lanuarij perpetuò censeantur, quæ vel iudicialiter vel extraiudicialiter innouata fuerint, tollantur, & in pristinum statum restituantur. ❀

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[Art. V,43 ← § 47 IPM] Territorij jure vel ante vel post terminum Anni millesimi sexcentesimi vicesimi quarti cōtrouerso, donec super possessorio & petitorio cognoscatur & decidatur, possessori præfati Anni idem jus esto; quantum equidem ad publicum exercitium attinet. Subditi verò propter mutatam interim Religionem pendente Territorij controversiâ migrare non cogantur. ❀ In ijs locis vbi Catholici & Augustanæ Confessionis Status ex æquo Iure Superioritatis fruuntur, tam ratione publici Exercitij, quàm aliarum rerum Religionem concernentium idem status maneat qui fuit Anno dieq́ue supradictis. ❀ [Art. V,44 ← § 47 IPM] Sola Criminalis Iurisdictio, CentGericht, solumq́ue Ius gladij & retentionis, patronatus, filialitatis, neque coniunctim neque diuisim ius reformandi tribuunt. Quæ itaque hoc colore reformationes hucusque irrepserunt, pactisve intrusa sunt, cassantor, grauati restituuntor, & inposterum ab eiusmodi penitus abstinetor. [Art. V,45 ← § 47 IPM] 15. Ratione redituum cuiuscunque generis ad Bona Ecclesiastica eorumq́ue pos-

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sessores pertinentium ante omnia obseruetur id, quod in Pace Religionis §. Dagegen sollen die Staͤnde der Augspurgischen Confession &c. & §. Alsdan auch denen Staͤnden der Alten Religion / etc. dispositum inuenitur. ❀
[Art. V,46 ← § 47 IPM] Illi verò reditus, census, decimæ, pensiones, quæ vigore iam dictæ Pacis Religionis Statibus Augustanæ Confessionis ob immediatas vel mediatas fundationes Ecclesiasticas ante vel post Pacem Religiosam acquisitas è Catholicorum Prouinciis debentur, quorumq́ue in possessione vel quasi percipiendi Anno 1624 die 1. Ianuarij fuerunt, absque vlla exceptione soluantur, ❀ si alicubi etiam Augustanæ Confessionis Status quidam protectionis, aduocatiæ, aperturæ, hospitationis, operarum,

In der Druckvorlage: Si, dann hsl. ausgestrichen und durch ein Komma ersetzt.
aut alia jura in Catholicorum Ecclesiasticorum ditionibus & bonis, siue intra, siue extra territorium sitis, legitimo vsu aut concessione habuerunt, quemadmodum etiam Catholici Status, si quid eiusmodi ipsis circa Bona Ecclesiastica Augustanæ Confessionis Statibus acquisita competit, omnes ex æquo jura sua pristina retineant, ita tamen, vt ne per vsum eiusmodi jurium Bonorum Ecclesiasticorum reditus, nimium prægrauentur & exhauriantur. ❀

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[Art. V,47 ← § 47 IPM] Reditus etiam, nec non Decimæ, Canones & pensiones Augustanæ Confessionis Statibus, fundationibus iam destructis & collapsis, ex alienis territoriis debitæ, ijs exsoluantur, qui Anno 1624 die 1. Ianuarij in possessione perceptionis vel quasi fuerūt. Quæ verò ab Anno 1624 destructæ fuerunt, aut in futurum concident, earum pensiones etiam in alienis territoriis Domino destructi Monasterij seu loci, in quo id situm fuit, exsoluantur. Quæ itidem Fundationes die 1. Ianuarij Anni 1624 in possessione vel quasi juris decimandi è bonis noualibus in alieno Territorio fuerunt, sint etiam imposterum, nihil autem noui iuris quæratur. ❀ Inter cæteros Status Imperij & subditos id iuris esto, quod jus commune vel cuiusque loci consuetudo & obseruantia de Decimis ex bonis noualibus constituunt, aut per pactiones voluntarias conuentum est. [Art. V,48 ← § 47 IPM] 16. Ius Dicecesanum, & tota Iurisdictio Ecclesiastica, cum omnibus suis speciebus contra Augustanæ Confessionis Electores, Principes, Status, comprehensâ Liberâ Imperij Nobilitate, eorumq́ue subditos, tam inter Catholicos &

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Augustanæ Confessioni addictos, quam inter ipsos solos Augustanæ Confessionis Status vsq́ue ad Compositionem Christianam dissidij Religionis, suspensa esto, & intra terminos Territorij cuiusque Ius Diœcesanum & Iurisdictio Ecclesiastica se contineat: ❀
ad conseq́uendos tamen reditus, census, decimas & pensiones in ijs Augustanæ Confessionis Statuum ditionibus vbi Catholici Anno 1624 notoriè in possessione vel quasi Exercitij Iurisdictionis Ecclesiasticæ fuerunt, vtantur eâdem posthac quoque, sed non nisi in exigendis hisce pensionibus, nec procedatur ad Excommunicationem, nisi post tertiam demum denunciationem. ❀ Catholicorum Augustanæ Confessioni addicti Status Prouinciales & subditi, qui Anno millesimo sexcentesimo vicesimo quarto Ecclesiasticam Iurisdictionem agnouerunt, in ijs casibus modò dictæ iurisdictioni subsint, qui Augustanam Confessionem nullatenus concernunt, modò ipsis occasione processus nihil iniungatur Augustanæ Confessioni vel conscientiæ repugnans. ❀ Eodem etiam iure Augustanæ Confessionis Magistratuum Catholici subditi censeantur, inque hos, qui Anno 1624 publicum Religionis Catholicæ exercitium habuerunt, Ius Diœcesanum, quatenus Episcopi illud dicto Anno quietè in eos exercuerunt, saluum esto. ❀

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[Art. V,49 ← § 47 IPM] In quibus Ciuitatibus verò Imperij mixtæ Religionis exercitium in vsu est, Catholicis Episcopis contra ciues Augustanæ Confessionis nulla sit jurisdictio, at Catholici iuxta obseruantiam dicti Anni 1624 suo iure experiantur. [Art. V,50 ← § 47 IPM] 17. Vtriusque Religionis Magistratus seuerè & rigorosé prohibeat, ne quisquam publicè priuatimvé concionando, docendo, disputando, scribendo, consulendo, Transactionem Passauiensem, Pacem Religiosam, vel hanc imprimis siue Declarationem siue Transactionem vspiam impugnet, dubiam faciat, aut assertiones contrarias inde deducere conetur. Quicquid etiam contrarij hactenus vel editum, vel promulgatum, publicatumve fuerit, irritum esto. ❀ Sed si dubij quid hinc aut aliunde incidat, aut ex causis Pacem Religiosam aut hanc Transactionem tangentibus resultet, de eo in Comitiis, vel aliis Imperij Conuentibus inter vtriusque Religionis Proceres, non nisi amicabili ratione transigatur.

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[Art. V,51 ← § 47 IPM] 18. In conuentibus Deputatorum Imperij Ordinariis numerus ex vtriusque Religionis Proceribus æquetur. De Personis autem, vel Statibus Imperij adiungendis in Comitiis proximis statuatur: in horum conuentibus itemq́ue Comitiis Vniuersalibus, siue ex vno, siue duobus aut tribus Imperii Collegiis, quacunq́ue occasione, aut ad quæcunque negotia deputandi veniant, æquetur Deputatorum numerus ex vtriusque Religionis Proceribus. ❀ Vbi extraordinariis commissionibus negotia in Imperio expedienda occurrunt, si res inter Augustanæ Confessionis Status versatur, soli eidem Religioni addicti deputentur, si inter Catholicos, soli Catholici, si inter Catholicos & Augustanæ Confessionis Status, vtriusque Religionis pari numero Commissarii denominentur & ordinentur. Placuit etiam, vt Commissarii quidem res à se gestas referant, & vota subiungant, instar tamen sententiæ nihil definiant. [Art. V,52 ← § 47 IPM] 19. In Causis Religionis, omnibusq́ue aliis negotiis, vbi Status tanquam vnum Corpus considerari nequeunt, vt etiam

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Catholicis & Augustanæ Confessionis Statibus in duas partes euntibus, sola amicabilis compositio lites dirimat, non attentâ votorum pluralitate.
Quod verò ad pluralitatem votorum in materia collectarum attinet, cum res hæc in præsenti Congressu decidi non potuerit, ad proxima Comitia remissa esto. [Art. V,53 ← § 47 IPM] 20. Præterea cum ob enatas ex præsenti bello mutationes, & alias causas, de Iudicio Cameræ Imperialis ad alium Vniversis Imperij Statibus commodiorem locum transferendo, & ludicem, Præsides, Assessores, & quoscunq́ue Iustitiæ Ministros, pares numero, vtriusque Religionis præsentando, sicut etiam de reliquis ad Iudicium Camerale spectantibus quædam in medium allata fuerint, sed in præsenti Congressu ob negotij grauitatem non tam plenè expediri queant, in proximè indicendis Comitiis de his omnibus agi & conueniri, deliberationesq́ue de Reformatione Iustitiæ in Deputatorum Imperij Conuentu Francofurtensi habitæ, effectum dari, & si quæ in his desiderari videntur, suppleri & emendari debere conuentum est. ❀ Ne tamen res hæc prorsus in incerto maneat, placuit præter Iudicem & quatuor Præsides, & quidem duos horum ex Augustanâ Confessione à solâ Cæsareâ

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Maiestate constituendos, numerum Assessorum Cameralium ad quinquaginta in vniuersum adaugeri, ita vt Catholici, computatis duobus Assessoribus Imperatoris præsentationi

In der Druckvorlage hsl. korrigiert aus: praetensioni
reseruatis, viginti sex, Augustanæ Confessionis Status viginti quatuor Assessores præsentare possint & teneantur, atque ex singulis Circulis mixtæ Religionis, non tantum duos Catholicos, sed etiam binos Augustanæ Confessioni addictos assumere & eligere fas sit, cæteris ad ludicium Camerale pertinentibus, vt dictum est, ad proxima Comitia reiectis. ❀
[Art. V,54 ← § 47 IPM] Ac proinde Circuli de præsentandis maturè in locum demortuorum nouis ad Camerale Iudicium Assessoribus, secundum schema subsequens admoneantur. Catholici etiam suo tempore de Ordine præsentandi conuenient, Cæsareaq́ue Maiestas mandabit, vt non solum in isto Iudicio Camerali Causæ Ecclesiasticæ, vt & Politicæ inter Catholicos & Augustanæ Confessionis Status, vel inter hos solos vertentes, vel etiam quando Catholicis contra Catholicos Status litigantibus tertius interueniens Augustanæ Confessionis Status erit, & vicissim quando Augustanæ Confessionis Statibus contra eiusdem Confessionis Status litigantibus tertius interueniens erit Catholicus, adlectis ex

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vtraque Religione pari numero Assessoribus discutiantur & judicentur, sed idem etiam in Iudicio Aulico obseruetur, huicq́ue fini aliquot Augustanæ Confessionis Doctos & rerum Imperij peritos Viros, ex ijs Imperij Circulis, vbi vel sola Augustana Confessio, vel simul etiam Catholica viget Religio, adsciscat, eo quidē numero, vt eveniente casu paritas judicantium ex vtraque Religione Assessorum obseruari possit. Idem etiam quoad Paritatem Assessorum obseruetur, quoties Augustanæ Confessionis Status immediatus à mediato Catholico, vel immediatus Catholicus à mediato Augustanæ Confessionis Statu Iudicio conuenitur.
[Art. V,55 ← § 47 IPM] Quoad Processum Iudiciarium, Ordinatio Cameræ Imperialis etiam in Iudicio Aulico seruabitur per omnia, tum vt ne partes ibidem litigantes omni remedio suspensiuo destituantur, loco reuisionis in Camera vsitatæ licitum esto, parti grauatæ à sententiâ in Iudicio Aulico latâ, ad Cæsaream Maiestatem supplicare, vt acta judicialia denuò adhibitis aliis grauitati negocij paribus, neu-

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triq́ue partium addictis ex vtraque Religione æquali numero Consiliariis, & qui concipiendæ & ferendæ priori sententiæ non interfuerint, aut certè referentium & correferentium partes non sustinuerint, reuideantur, liberumq́ue sit Suæ Maiestati in causis maioribus, & vnde tumultus in Imperio timeri possent, insuper etiam quorundam vtriusque Religionis Electorum & Principum sententias & vota requirere.
[Art. V,56 ← § 47 IPM] Visitatio Consilij Aulici fiat ab Electore Moguntino toties, quoties opus fuerit, obseruatis ijs, quæ in proximis Comitiis de communi Statuum placito obseruanda esse videbuntur. ❀ Si quæ verò dubia circa interpretationem Constitutionum ac Recessuum Imperij publicorum occurrunt, aut in diiudicandis causis Ecclesiasticis vel Politicis inter partes suprà expressas vertentibus, ex paritate assessorum vtriusque Religionis, postquam in pleno etiam Senatu, pari tamen semper vtrinque judicantium numero examinata fuerint, contrariæ oriantur sententiæ, Catholicis quidem in vnam, Augustanæ verò Confessionis assessoribus in aliam abeuntibus; remittuntor ad Comitia Imperii Vniuersalia. Sin autem duo plurésve Catholici cum uno aut altero Augustanæ Confessionis Assessore, & vicissim vnam, reli-

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qui verò totidem numero, quamvis Religione dispares alteram amplexi fuerint sententiam, indeq́ue contrarietas oriatur, hoc casu iuxta ordinationem Cameræ lis terminabitur, vlteriori remissione ad Comitia cessante. Et hæc omnia in causis Statuum, comprehensâ immediatâ Imperii Nobilitate, siue actores illi, siue rei, siue interuenientes fuerint, obseruentur. Si verò inter mediatos vel Actor vel Reus, vel tertius interueniens fuerit Augustanæ Confessionis & paritatem judicantium ex vtriusque Religionis Assessoribus postulauerit, adhibeantur pares. Eueniente autem tunc votorum paritate, cesset remissio ad Comitia, & lis iuxta Ordinationem Cameræ terminetur. ❀
Cætera in Aulico non minus quàm in Cameræ Imperialis judicio Priuilegium primæ instantiæ, Austregarum, Iura & Priuilegia de non appellando Statibus Imperij illibata sunto, nec per mandata aut commissiones, aut auocationes, aut quouis alio modo turbantor. Denique cum etiam de abolendis Curia Imperiali Rottvvilæ, Iudiciis P[r]ouincialibus Sueuiæ, & aliis hinc inde per Im-

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perium hactenus vsitatis mentio iniecta fuerit, resq́ue hæc gravioris visa sit momenti, de his quoque vlterior deliberatio ad proxima Comitia remissa esto.
[Art. V,57 ← § 47 IPM] Assessores Augustanæ confessionis præsententur, Ab:
electore Saxonico
Brandenburgico 6
Palatino
Circulo Superioris Saxoniz 4
Inferioris Saxoniæ 4
1 alternando per hos duos Circulos.
Circuli Franconici Statibus Augustanæ Confessionis 2
Sueuici –.––.––.– 2
Superioris Rhenani –.––.––.– 2
Westphalici –.––.––.– 2
1 alternando per hos quatuor Circulos.
Et quamuis sub schemate nulla fiat mentio Statuum Imperij Augustanæ Confessionis, qui sub Circulo Bauarico comprehenduntur, nihil tamen p-ex eo -p

In der Druckvorlage hsl. korrigiert aus: exò e
ipsis præiudicetur, sed salva maneant horum jura, priuilegia, & libertates.

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Art. VI [Art. VI = § 61 IPM] Cum item Cæsarea Maiestas ad querelas nomine Ciuitatis Basileensis, & vniversæ Heluetiæ coram ipsius Plenipotentiariis ad præsentes Congressus Deputatis propositas super nonnullis processibus & mandatis Executiuis à Camera Imperiali contrà dictam Ciuitatem, aliosq́ue Heluetiorum vnitos Cantones, eorumq́ue Ciues & subditos emanatis, requisitâ Ordinum Imperij sententiâ & consilio, singulari Decreto die 14. Mensis Maij Anno proximè præterito declarauerit, prædictam Ciuitatem Basileam, cæterosq́ue Heluetiorum Cantones in possessione vel quasi plenæ libertatis & Exemptionis ab Imperio esse, ac nullatenus eiusdem Imperij dicasteriis & judiciis subiectos; placuit hoc idem publicæ huic Pacificationis Conuentioni inserere, ratumq́ue & firmum manere, atque idcirco eiusmodi Processus, vnà cum Arrestis eorum occasione quandocunque decretis prorsus cassos & irritos esse debere.

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Art. VII [Art. VII,1 ← § 47 IPM] Vnanimi quoque Cæsareæ Maiestatis omniumq́ue Ordinum Imperij consensu, placuit, vt quicquid juris aut Beneficij cum omnes aliæ Constitutiones Imperij, tum Pax Religionis, & publica hæc Transactio, in eaq́ue decisio Grauaminum cæteris

In der Druckvorlage hsl. korrigiert aus: cæterisque
Catholicis, & Augustanæ Confessioni addictis Statibus & subditis tribuunt, id etiam ijs, qui inter illos Reformati vocantur, competere debeat. Saluis tamen semper Statuum, qui Protestantes nuncupantur, inter se & cum subditis suis conuentis pactis, privilegiis, reuersalibus & dispositionibus aliis, quibus de Religione eiusq́ue exercitio, & inde dependentibus cuiusque loci Statibus & subditis hucusque prouisum est, salvâ itidem cuiusque conscientiæ libertate. ❀
Quoniam verò controuersiæ Religionis, quæ inter modò dictos Protestantes vertuntur, hactenus non fuerunt compositæ, sed vlteriori compositioni reseruatæ sunt, adeoq́ue illi duas partes constituant, ideò de jure reformandi inter vtramque ita Conuentum est, vt si aliquis Princeps, vel alius Territorij Dominus, vel alicuius Ecclesiæ Patronus post-

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hac ad alterius partis sacra transierit, aut Principatum aut Ditionem, vbi alterius partis sacra exercitio publico de præsenti vigent, seu jure successionis, seu vigore præsentis Tractatus Pacis, alióve quocunque titulo nactus fuerit, aut recuperarit, ipsi quidem Concionatores Aulicos suæ Confessionis citra subditorum onus aut præiudicium, secum atque in Residentia sua habere liceat, at fas ei non sit, vel publicum Religionis Exercitium, Leges aut Constitutiones Ecclesiasticas hactenus ibi receptas immutare, vel Templa, Scholas, Hospitalia, aut eò pertinentes reditus, pensiones, stipendia prioribus adimere, suorumque sacrorum hominibus applicare, vel juris Territorialis, Episcopalis, Patronatus, alióve quocunque prætextu subditis Ministros alterius Confessionis obtrudere, vllúmve aliud impedimentum aut præiudicium directé vel indirectè alterius sacris afferre. Et vt hæc conuentio eo firmiùs obseruetur, liceat hoc mutationis casu ipsis communitatibus præsentare, vel quæ præsentandi Ius non habent, nominare idoneos Scholarum & Ecclesiarum Ministros à publico loci Consistorio & Ministerio, si eiusdem, cum præsentantibus vel nominantibus Communitatibus sunt Religionis, vel hoc deficiente, eo loco, quem ipsæ communitates elegerint, examinandos & ordinandos, atque à Principe vel Domino postea sine recusatione confirmandos. ❀

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[Art. VII,2 ← § 47 IPM] Si verò aliqua communitas eueniente mutationis casu, Domini sui Religionem amplexa petierit suo sumptu Exercitium, cui Princeps vel Dominus addictus est, liberum esto, sine reliquorum præiudicio, ei id

In IPO-AK: illud
indulgere, à successoribus non aufferendum. At

In der Druckvorlage hsl. korrigiert aus: Ad
Consistoriales, Sacrorum Visitatores, Professores Scholarum & Academiarum, Theologiæ & Philosophiæ, non nisi eidem Religioni addicti sint, quæ hoc tempore quolibet in loco publicè recepta est. ❀
Sicut autem supradicta omnia de mutationibus futuris intelligenda sunt, ita juribus Principum Anhaltinorum, & similium quæ ipsis competunt, nullum adferant præjudicium, ❀ sed præter Religiones supra nominatas nulla alia in Sacro Imperio Romano recipiatur vel toleretur.

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Art. VIII [Art. VIII,1 = § 62 IPM] Vt autem prouisum sit, ne posthac in Statu Politico controuersiæ suboriantur, omnes & singuli Electores, Principes & Status Imperij Romani in antiquis suis iuribus, prærogatiuis, libertate, priuilegiis, libero Iuris Territorialis tam in Ecclesiasticis, quàm Politicis exercitio, ditionibus, regalibus horumq́ue omnium possessione, vigore huius Transactionis ita stabiliti firmatique sunto, vt à nullo vnquam sub quocunque prætextu de facto turbari possint vel debeant. ❀ [Art. VIII,2 = § 63 IPM] Gaudeant sine contradictione jure suffragij in omnibus deliberationibus super negotiis Imperij, præsertim vbi leges ferendæ, vel interpretandæ, bellum decernendum, tributa indicenda, delectus aut hospitationes militum instituendæ, noua munimenta intra Statuum ditiones exstruenda, nomine publico, veteráve firmanda præsidiis, nec non vbi Pax aut Fœdera facienda, aliáve eiusmodi negotia peragenda fuerint, nihil horum aut quicquam simile posthac vnquam fiat vel admittatur, nisi de Comitiali, liberoq́ue omnium Imperij Statuum suffragio & consensu; ❀

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cum primis verò Ius faciendi inter se & cum exteris fœdera, pro sua cuiusq́ue conseruatione ac securitate, singulis Statibus perpetuò liberum esto, ita tamen, ne eiusmodi fœdera sint contra Imperatorem & Imperium Pacemq́ue eius publicam, vel hanc imprimis Transactionem, fiantq́ue saluo per omnia juramento, quo quisque Imperatori & Imperio obstrictus est. [Art. VIII,3 = § 64 IPM] Habeantur autem Comitia Imperij intra sex Menses à dato Ratificatæ Pacis: postea verò, quoties id publica vtilitas aut necessitas postulauerit. In proximis verò Comitiis emendentur imprimis anteriorum Conuentuum defectus; ac tum quoque de Electione Romanorum Regum, certâ constantiq́ue Cæsareâ Capitulatione concipiendâ, de modo & ordine in declarando vno vel altero Statu in bannum Imperij, præter eum, qui alias in Constitutionibus Imperii descriptus est, tenendo, redintegrandis Circulis, renouanda matriculâ, reducendis Statibus exemptis, moderatione & remissione Imperij collectarum, reformatione Politiæ & Iustitiæ, taxæ, sportularum in ludicio Camerali, Ordinariis Deputatis ad modum & vtilitatem Reipublicæ rité formandis, legitimo munere directorum in Imperij Collegiis & simi-

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libus negotiis, quæ hic expediri nequiuerant, ex communi Statuum consensu agatur & statuatur.
[Art. VIII,4 = § 65 IPM] Tam in Vniversalibus verò, quàm particularibus Diætis, liberis Imperij Ciuitatibus non minus quàm cæteris Statibus Imperii competat votum decisiuum, iisq́ue rata & intacta maneant Regalia, vectigalia, reditus annui, libertates, priuilegia confiscandi, collectandi & inde dependentia, aliaq́ue jura ab Imperatore & Imperio legitimè impetrata, vel longo vsu ante hos motus obtenta, possessa & exercita, cum omnimodâ jurisdictione intra muros & in territorio; cassatis, annullatis & in futurum prohibitis ijs, quæ per repressalias, arresta, viarum occlusiones, & alios actus præiudiciales, siue durante bello quocunque prætextu in contrarium facta, & propriâ authoritate huc vsque attentata sunt, siue de hinc, nullo præcedente legitimo juris & executionis ordine fieri attentaríve poterunt. De cætero omnes laudabiles consuetudines & Sacri Romani Imperii Constitutiones & Leges fundamentales imposterum religiosé seruentur, sublatis omnibus, quæ bellicorum temporum iniuriâ irrepserant, confusionibus.

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[Art. VIII,5 = § 66 IPM] De indagandâ aliqua ratione & modo æquitati conueniente, qui persecutiones actionum contra debitores ob bellicas calamitates fortunis lapsos, aut nimio vsurarum cursu aggrauatos moderatè terminari, indeq́ue nascituris maioribus incommodis etiam tranquillitati publicæ noxiis obuiam iri possit, Cæsarea Maiestas curabit exquiri tam Iudicij Aulici, quàm Cameralis Vota & Consilia, quæ in futuris Comitiis proponi & in constitutionem certam redigi possint, interea tamen temporis in huiusmodi causis ad Iudicia cum summa Imperij, tum singularia Statuum delatis, circumstantiæ à partibus allegatæ benè ponderentur, ac nemo executionibus immoderatis prægrauetur, sed hæc omnia Holsatiæ constitutione saluâ & illæsâ.

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Art. IX [Art. IX,1 = § 67 IPM] Et quia publicè interest, vt factâ Pace commercia vicissim reflorescant, ideo Conuentum est, vt quæ eorum præiudicio & contra vtilitatem publicam hinc inde per Imperium belli occasione nouiter, propriâ authoritate, contra jura, priuilegia & sine consensu Imperatoris, atque Electorum Imperii inuecta sunt vectigalia & telonia, vt & abusus Bullæ Brabantinæ, indeq́ue natæ repressaliæ & arresta, cum inductis peregrinis certificationibus, exactionibus, detētionibus, itemq́ue immoderata postarum omniaq́ue alia inusitata onera & impedimenta, quibus commerciorum & nauigationis vsus deterior redditus est, penitus tollantur, & Prouinciis, Portubus, fluminibus quibuscunque sua pristina securitas, Iurisdictio & vsus, prout ante hos motus bellicos à pluribus retrò annis fuit, restituantur, & inuiolabiliter conseruentur. [Art. IX,2 = § 68 IPM] Territoriorum quæ flumina alluunt, & aliorum quorumcunque Iuribus ac Priuilegiis, ut & teloniis ab Imperatore de consensu Electorum cum aliis, tum eti-

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am Comiti Oldenburgensi in Visurgi concessis, aut vsu diuturno introductis, in pleno suo vigore manentibus & executioni mandandis, ❀
tum vt plena sit Commerciorum libertas & transitus vbique locorum terra mariq́ue tutus, adeoq́ue ea omnibus & singulis Vtriusque partis Fœderatorum Vasallis, Subditis, Clientibus & incolis, eundi, negotiandi redeundiq́ue potestas data sit, virtutéque præsentium concessa intelligatur, quæ vnicuique ante Germaniæ motus passim competebat: quos etiam Magistratus vtrinque contra iniustas oppressiones & violentias, instar propriorum subditorum, defendere ac protegere teneantur, hac conuentione; vt & jure legeq́ue cuiusq́ue loci per omnia saluis. Art. X [Art. X,1 ≠ IPM] Porrò quoniam Serenissima Regina Sueciæ postulauerat, vt sibi pro Locorum hoc bello occupatorum restitutione satisfieret, Paciq́ue publicæ in Imperio restaurandæ condignè prospiceretur: Ideo Cæsarea Maiestas de consensu Electorum, Principum & Statuum Imperij, cumprimis Interessatorum, vigoréque præsentis Transactionis concedit eidem Serenissimæ Reginæ & futuris eius hæ-

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redibus ac successoribus Regibus, regnoq́ue Sueciæ sequentes ditiones pleno jure in perpetuum & immediatum Imperij Feudum:
[Art. X,2 ≠ IPM] Primò, Totam Pomeraniam citeriorem, vulgò vorPommern dictam vnâ cum Insula Rugia ijs finibus contentas, quibus sub vltimis Pomeraniæ Ducibus descriptæ fuerant; Adhæc è Pomerania vlteriori Stetinum, Gartz, Dam, Golnau & Insulam Wollin, vnâ cum interlabente Oderâ & mari vulgò das frische Haff vocato, suisq́ue tribus ostiis Peine / Swine & Diuenow / atque adiacente vtrinque terrâ ab initio Territorij Regij vsque in mare Balthicum, eà latitudine littoris Orientalis, de qua inter Regios & Electorales Commissarios circa exactiorem limitum & cæterorum minutiorum definitionem amicabiliter conuenietur. ❀ [Art. X,3 ≠ IPM] Hunc Ducatum Pomeraniæ Rugiæq́ue Principatum, vnâ cum ditionibus locisq́ue annexis, omnibusq́ue & singulis ad ea pertinentibus Territoriis, Præfecturis, Vrbibus, Castellis, Oppidis, vicis, pagis, hominibus, feudis, fluminibus, in-

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sulis, lacubus, littoribus, portubus, stationibus, antiquis vectigalibus & reditibus, & quibuscunque aliis Ecclesiasticis ac Secularibus bonis, necnon titulis, dignitatibus, præeminentiis, immunitatibus & prærogatiuis, cæterisq́ue omnibus &

In IPO-AK: ac
singulis Ecclesiasticis & Secularibus juribus ac priuilegiis, quibus Antecessores Pomeraniæ Duces ea habuerant, incoluerant & rexerant, Regia Maiestas Regnumq́ue Sueciæ ab hoc die in perpetuum pro hæreditario feudo habeat, possideat ijsq́ue liberè vtatur & inuiolabiliter fruatur.
[Art. X,4 ≠ IPM] Quicquid etiam Iuris in collatione Prælaturarum & Præbendarum Capituli Camminensis antehac habuerant Duces Pomeraniæ citerioris, habeat imposterum Regia Maiestas Regnumq́ue Sueciæ perpetuò, cum potestate eas extinguendi, reditusq́ue mensæ Ducali, post modernorum Canonicorum & Capitularium decessum, applicandi. Quicquid autē vlterioris Pomeraniæ Ducibus competierat, competat Domino Electori Brandenburgico, vnâ cum integro Episcopatu Camminensi, eiusq́ue territoriis, juribus & dignitatibus, prout infra pluribus explicatur. Titulis & Insigniis Pomerianæ

In IPO-AK: Pomeraniæ
[!] tam Regia Domus, quàm Brandenburgica promiscuè vtantur, more inter priores

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Pomeraniæ Duces usitato: Regia quidem perpetuò; Brandenburgica verò, quàm diu vllus è Linea masculina superfuerit; Absque tamen Rugiæ Principatu, omniq́ue alia prætensione vllius juris in loca Regno Sueciæ cessa. Deficiente verò Linea masculina Domus Brandenburgicæ, omnes præter Sueciam alij Titulis & Insigniis Pomeranicis abstinebunt; atque tunc quoque vlterior Pomerania tota cum citeriori Pomerania, totoq́ue Episcopatu & integro Capitulo Camminensi, adeoq́ue omnibus Antecessorum juribus & expectantiis consolidata, ad solos Reges Regnumq́ue Sueciæ perpetuò pertinebunt; spe interim successionis & inuestiturâ simultaneâ gauisuros; Ita vt etiam Ordinibus subditisq́ue dictorum locorum pro homagij præstatione solito more caueant.
[Art. X,5 ≠ IPM] Dominus Elector Brandenburgicus, cæteriq́ue omnes interessati exsoluunt Ordines, Officiales, & subditos singulorum supradictorum locorum vinculis & Sacramentis, quibus hucusque sibi, suisq́ue Domibus obstricti fuerant, eosq́ue ad homagium & obsequia Regiæ Maiestati, Regnoq́ue Sueciæ more solito præstandum remittunt: Atque ita Sueciam in plená iustaq́ue eorum possessione

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constituunt, renunciantes omnibus in ea prætensionibus ex nunc in perpetuum: Idq́ue pro se suisq́ue posteris, peculiari Diplomate hic confirmabunt.
[Art. X,6 ≠ IPM] Secundò, Imperator de consensu totius Imperij concedit etiam Serenissimæ Reginæ, eiusq́ue hæredibus ac successoribus Regibus, Regnoq́ue Sueciæ in perpetuum & immediatum Imperij feudum, Ciuitatem Portumq́ue Wismariensem, vnâ cum fortalitio Walfisch & Præfecturis Poël, (exceptis pagis Sehedorff, Weitendorff / Brandenhusen & Wangern ad hospitale Sancti Spiritus, in Vrbe Lubeca pertinentibus) & Newen-Closter / omnibusq́ue juribus & appertinentiis, quibus ea Duces Megapolitani hucusque habuerant: ita vt dicta loca, totusq́ue portus cum terris vtriusq́ue lateris ab Vrbe in mare Balthicum liberæ dispositioni suæ Maiestatis subsit possitq́ue ea munimentis & præsidiis pro lubitu & exigentia circumstantiarum, suis tamen propriis sumptibus, firmare, ibique semper pro suis nauibus, classeq́ue tutum, securumq́ue receptum ac stationem habere, ijsq́ue de cætero vti fruiq́ue eo jure, quod ipsi in cætera sua Imperialia feuda competit: Ita tamen vt Ciuitati Wismariensi Priuilegia sua sint salua, eiusq́ue

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commercia protectione, favoreq́ue Regio omni meliori modo
[Art. X,7 ≠ IPM] Tertiò, Imperator de consensu totius Imperij concedit etiam vigore præsentis Transactionis Serenissimæ Reginæ eiusq́ue hæredibus ac successoribus Regibus, Regnoq́ue Sueciæ ArchiEpiscopatum Bremensem & Episcopatum Verdensem, cum Oppido & Præfectura Wilshausen, omniq́ue jure quod vltimis ArchiEpiscopis Bremensibus competierat in Capitulum & Diœcesin Hamburgensem (saluis tamen Domui Holsaticæ, vt & Ciuitati, Capituloq́ue Hamburgensi suis respectiuè juribus, priuilegiis, libertate, pactis & possessione statuq́ue præsenti per omnia, ita vt quatuordecim illi pagi in Præfecturis Holsaticis Trittouiensi & Reinbeccensi pro moderno annuo canone Domino Friderico Duci Holsatiæ Gottorpiensi, & illius posteris in perpetuum maneant) cum omnibus & singulis ad eos pertinentibus, vbicunq́ue sita sunt, Ecclesiasticis & Secularibus bonis & juribus quocunque nomine vocatis, terrâ mariq́ue in perpetuum & immediatum Imperij feudum: sub solitis quidem Insig-

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niis, sed Titulo Ducatus: cessante capitulorum, cæterorumq́ue Collegiorum Ecclesiasticorum eligendi & postulandi, omniq́ue alio jure, administratione & gubernatione terrarum ad hos Ducatus pertinentium.
[Art. X,8 ≠ IPM] Ciuitati verò Bremensi, eiúsque territorio & subditis præsens suus Status, libertas, Iura & Priuilegia in Ecclesiasticis & Politicis sine impetitione relinquantur. Si quæ autem ipsi cum Episcopatu seu Ducatu, aut Capitulis sint, aut imposterum enascantur controuersiæ, eæ vel componantur amicabiliter, vel jure terminentur; saluâ interim cuiq́ue parti suâ, quam obtinet, possessione. [Art. X,9 ≠ IPM] Quartò, ratione supradictarum omnium Ditionum feudorúmque, Imperator cum Imperio cooptat Serenissimam Reginam Regniq́ue Sueciæ Successores in Immediatum Imperij Statum; ita vt

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ad Imperij Comitia inter alios Imperij Status Regina quoque Regésque Sueciæ sub Titulo Ducis Bremensis, Verdensis & Pomeraniæ, vt & Rugiæ Principis, dominíque Wismariæ citari debeant; assignatâ eius

In IPO-AK: eis
sessione in Conuentibus Imperialibus in Collegio Principum Scamno seculari, loco quinto, voto quidem Bremensi hoc ipso loco & ordine: Verdensi verò & Pomerano, ordine antiquitus prioribus possessoribus competenti explicando. ❀
[Art. X,10 ≠ IPM] In Circulo autem Superioris Saxoniæ proximè ante Duces Pomeraniæ vlterioris: In Circulis Westphaliæ & inferioris Saxoniæ loco moréque receptis, ita vt inter Magdeburgensem & Bremensem Circuli inferioris Saxoniæ directorium alternetur; saluo tamen Ducum Brunsuicensium & Lüneburgensium condirectorij jure. ❀ [Art. X,11 ≠ IPM] Ad Conuentus autem Deputatorum Imperii, tam Regia Maiestas, quam Dominus Elector suos pro more solito mittant: Cum autem vtrique Pomeraniæ vnum tantum votum in ijs competat, à Regia Maiestate communicato prius

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consilio cum dicto Electore, id semper feratur.
[Art. X,12 ≠ IPM] Deinde, concedit eis in omnibus & singulis dictis feudis priuilegium de non appellando; sed hoc ita, vt summum aliquod Tribunal, seu appellationis instantiam commodo in Germania loco constituat, eiq́ue idoneas præficiat personas, quæ vnicuique Ius & lustitiam secundum Imperij Constitutiones & cuiusque loci statuta, absque vlteriori prouocatione, causarúmve auocatione administrent. E contra verò si contigerit, ipsos tanquam Duces Bremenses, Verdenses aut Pomeraniæ, vel etiam vt Principes Rugiæ aut Dominos Wismariæ, ex causa dictas ditiones concernente, ab aliquo legitimè conueniri, Cæsarea Maiestas liberum eis relinquit, vt pro sua commoditate forum eligant, vel in Aula Cæsarea, vel Camera Imperiali, vbi actionem intentatam excipere velint. Teneantur tamen intra tres Menses à die denunciatæ litis sese declarare coram quo judicio se sistere velint. [Art. X,13 ≠ IPM] Præterea concedit eidem Regiæ Maiestati Sueciæ Ius erigendi Academiam vel Vniversitatem, vbi quandoque ei commodum visum fuerit. ❀

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Ad hæc concedit eidem moderna vectigalia (vulgo Licenten vocata) ad littora, portúsque Pomeraniæ & Megapoleos, jure perpetuo; sed ad eam taxæ moderationem reducenda, ne Commercia in iis locis intercidant. [Art. X,14 ≠ IPM] Exsoluit denique Status, Magistratus, Officiales & subditos dictarum respectiuè ditionum, feudorumq́ue omnibus vinculis & sacramentis, quibus prioribus Dominis & possessoribus aut prætendentibus hucusque obstricti fuerant, eósque ad subiectionem, obedientiam & fidelitatem Regiæ Maiestati Regnóque Sueciæ ceu ab hoc die hæreditario suo Domino præstandum remittit, obligátque atque ita Sueciam in plenâ iustaq́ue eorum possessione cōstituit, verbo Imperiali promittens, se non solum modernæ Reginæ, sed & omnibus futuris Regibus, Regnòque Sueciæ ratione dictarum ditionum, bonorum juriumque concessorum, securitatem præstiturum, eósque sicut cæteros Imperij Status in eorum possessione quietâ contra quemcunque inuiolabiliter conseruaturum & manutenturum: atque hæc omnia peculiaribus inuestiturarum literis omni meliori modo confirmaturum; ❀

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[Art. X,15 ≠ IPM] Vicissim Serenissima Regina & futuri Reges, Regnumq́ue Sueciæ dicta feuda, omnia & singula à Cæsarea Maiestate & Imperio recognoscant: eóque nomine, quoties casus euenerit, inuestiturarum renouationes decenter petant, juramentum fidelitatis, eiq́ue annexa, sicut Antecessores similésque Imperii Vasalli præstando. [Art. X,16 ≠ IPM] De cætero Ordinibus & subditis dictarum ditionum, locorumq́ue, nominatim Stralsundensibus, competentem eorum libertatem, bona, jura & pr[i]uilegia, communia & peculiaria, legitimè acquisita, vel longo vsu obtenta, cum libero Euangelicæ Religionis exercitio iuxta inuariatam Augustanam Confessionem perpetim fruendo, circa homagij renouationem & præstationem more solito confirmabunt. Interq́ue eos Ciuitatibus Anseaticis eam navigationis & commerciorum libertatem tam in exteris Regnis, Rebuspublicis & Prouinciis, quàm in Imperio integram conseruabunt, quam ibi ad præsens vsque bellum habuerunt.

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Art. XI [Art. XI,1 ≠ IPM] Pro æquiualente autem recompensatione Electori Brandenburgico, Domino Friderico Wilhelmo, quod ad promouendam Pacem Vniversalem juribus suis in Pomeraniam citeriorem & Rugiam, vnâ cum Ditionibus locisq́ue suprà annexis cesserit, præstanda, eidem, eiusdemq́ue posteris & successoribus hæredibus atque agnatis masculis, cum primis Dominis marchionibus, Christiano Wilhelmo, olim Administratori ArchiEpiscopatus Magdeburgensis, item Christiano Culmbacensi & Alberto Onolstzbacensi, eorundēq́ue successoribus & hæredibus Masculis, statim ac Pax cum vtroque Regno & Statibus Imperij composita & ratificata fuerit, à Sacra Cæsareâ Maiestate de consensu Statuum Imperij & præcipuè interessatorum, tradatur Episcopatus Halberstadiensis, cum omnibus juribus, priuilegiis, Regalibus, territoriis & bonis secularibus & Ecclesiasticis quocunque nomine vocatis, nullo excepto in perpetuum & immediatum Feudum. Constituatur item Dominus Elector statim in possessione eiusdem quietâ & reali, eoq́ue nomine Sessionem & votum in Comitiis Imperij & Circulo Inferioris Saxoniæ habeat. ❀

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Religionem autem & Bona Ecclesiastica in eo statu relinquat, quemadmodum per Dominum ArchiDucem Leopoldum Guilielmum initâ cum Capitulo Cathedrali pactione ordinata fuerant; Ita tamen, vt nihilominus Episcopatus Domino Electori, totiq́ue suæ Domui & agnatis masculis suprà nominatis, cum eorum successoribus & hæredibus masculis, ordine, quo sibi invicem succedent, hæreditarius maneat, atque Capitulo nullum jus in eligendo & postulando, vel etiam regimine Episcopatus, & ijs quæ eò pertinent, reliquum sit, sed modò dictus Dominus Elector, & iuxta ordinem successorium reliqui suprà nominati, eâ potestate in hoc Episcopatu vtantur, quâ reliqui Principes Imperij in suis Territoriis vtuntur: liceatq́ue quartam partem Canonicatuum (exceptâ Præpositurâ in hanc computationem non numerandâ) decedentibus successu temporis modernis eorum possessoribus Augustanæ Confessioni addictis extinguere, eorumq́ue reditus Mensæ Episcopali incorporare. Quod si tot Canonici Augustanæ confessionis non sint, qui quartam partem totius corporis Canonicorum, dempto Præposito, conficiant, numerus suppleatur ex Catholicorum decedentium Beneficiis. [Art. XI,2 ≠ IPM] Cum etiam Comitatus Hohensteinensis pro eâ parte, quâ feudum est Epi-

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scopatus Halberstadiensis, consistens in duabus Dynastiis siue Præfecturis Lora & Klettenberg, & quibusdam oppidis, vnâ cum eò pertinentibus bonis & juribus, post vltimò defunctum Comitem huius familiæ, eidem Episcopatui applicatus, atque à Domino ArchiDuce Leopoldo Guilielmo, tanquam Episcopo Halberstadiensi hactenus possessus fuerit, hunc eundem Comitatum porrò quoq́ue penes istum Episcopatum irreuocabiliter permanere placuit, adeò vt Domino Electori tanquam hæreditario possessori iam dicti Episcopatus Halberstadiensis de memorato Comitatu disponendi libera facultas esse debeat, non obstante, nec vigorem habente vllâ contradictione, quæ à quoquam in contrarium moueri possit.
[Art. XI,3 ≠ IPM] Teneatur item Dominus Elector Comitem à Tattenbach in possessione Comitatus Rheinstein conseruare, eidemq́ue inuestituram à Domino ArchiDuce de consensu Capituli concessam, renouare. ❀ [Art. XI,4 ≠ IPM] Eidem Domino Electori pro se & successoribus suis suprà scriptis tradatur

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Episcopatus Mindanus cum omnibus juribus & appertinentiis, pari ratione vt ante memoratus Episcopatus Halberstadiensis in Feudum perpetuum à Sacrâ Cæsarea Maiestate, de cōsensu Statuum Imperij, statimq́ue post conclusam & ratificatam hanc Pacificationem, Dominus Elector pro se & successoribus suis, in possessione eiusdē quietâ & reali constituatur, eoq́ue nomine Sessionem & votum in Comitiis Imperij vniuersalibus & singularibus, vt & Circuli Westphalici obtineat. Saluis tamen Ciuitati Mindensi suis Regaliis & juribus in Sacris & profanis, cum mero & mixto imperio in criminalibus & ciuilibus, præsertim jure districtus eiusq́ue jurisdictionis exercitio concesso, & pro nunc apprehenso, aliisque vsibus, immunitatibus & priuilegiis circa pristina jura ipsis legitimè competentibus: ita tamen vt pagi & villæ, domusq́ue ad Principem, Capitulum, totumq́ue Clerum & Equestrem Ordinem pertinentes, & respectiuè in districtu & intra mœnia Ciuitatis sitæ, omninò excipiantur, & de cætero jus Principis & Capituli inuiolatum maneat. ❀
[Art. XI,5 ≠ IPM] Dicto Domino Electori & successoribus suis Episcopatus quoque Camminensis in Feudum perpetuum ab Imperatore & Imperio concedatur, eodem plane iure & modo, vt suprà de Episcopatu Halber-

[p. 408] [scan. 456]

stadiensi & Mindano dispositum est, sed cum hoc tamen discrimine, vt in Episcopatu quoque

Fehlt in IPO-AK.
Camminensi integrum sit Domino Electori Canonicatus post decessum præsentium Canonicorum extinguere, atque sic successu temporis totum Episcopatum vlteriori Pomeraniæ adiungere seu incorporare.
[Art. XI,6 ≠ IPM] Similiter concedatur Domino Electori expectantia in ArchiEpiscopatum Magdeburgensem, ita quidem, vt quandocunque eundem morte aut successione in Electoratu, vel quacunque aliâ concessione præsentis Administratoris Domini Augusti Ducis Saxoniæ vacare contigerit, totus iste ArchiEpiscopatus cum omnibus eò pertinentibus Territoriis, Regalibus & Iuribus prout suprà de Episcopatu Halberstadiensi dispositum est, Domino Electori, suisq́ue posteris & successoribus hæredibus & agnatis masculis, non obstante vlla electione aut postulatione interea temporis, siue clàm siue palàm factâ, tradatur & conferatur in Feudum perpetuum, sitq́ue ijdem

Ebenso in IPO-AK.
[!] vel ijsdem Ius authoritate propriâ vacantem apprehendendi possessionem. ❀

[p. 410] [scan. 458]

[Art. XI,7 ≠ IPM] Interea autem teneatur Capitulum vnâ cum Ordinibus & subditis dicti ArchiEpiscopatus statim conclusâ Pace prædicto Domino Electori & toti Domui Electorali pro se, atque omnibus in eâ successoribus, & hæredibus atque agnatis masculis se sacramento fidelitatis & subiectionis in euentum obstringere. [Art. XI,8 ≠ IPM] Ciuitati verò Magdeburgensi pristina sua libertas & Priuilegium Ottonis I., die 7. Iunij Anno noningentesimo

In IPO-AK: nongentesimo
[!] quadragesimo, quod etiamsi temporum iniuria deperditum, ad preces eiusdem

In der Druckvorlage hsl. korrigiert aus: equidem
humiliter porrigendas à Sacra

Fehlt in IPO-AK.
Cæsarea Maiestate renouabitur; tum etiam Priuilegium muniendi & fortificandi ab Imperatore Ferdinando II. concessum, quod cum omnimodâ jurisdictione & proprietate ad quadrantem Milliaris Germanici extendatur, sicut & reliqua illius priuilegia & jura in Ecclesiasticis & Politicis salua & inuiolata maneant, cum insertâ clausula, quod in præiudicium Ciuitatis reædificari non debeant suburbia.
[Art. XI,9 ≠ IPM] Cæterùm quod ad quatuor Dynastias seu Præfecturas Querfurth / Gůterbock / Dam & Borck attinet, cum illæ

[p. 412] [scan. 460]

iam olim Domino Electori Saxoniæ traditæ sint, in eiusdem quoque Ditione permaneant in perpetuum, cum hac tamen reseruatione, vt quæ hactenus ratione earundem ad Collectas Imperij & Circuli contributa

In der Druckvorlage ist die erste Silbe hsl. hinzugefügt.
fuit quota, à dicto Domino Electore Saxoniæ imposterum exsoluatur, eaq́ue ArchiEpiscopatui dematur, & huius rei ratione expressa fiat prouisio in Matricula Imperij & Circuli. ❀
Vt autem inde causata imminutio redituum Cameralium, & ad Mensam ArchiEpiscopalem pertinentium, aliquatenus resarciatur, iam dicto Electori Brandenburgico & successoribus suis non solùm statim post conclusam Pacem Præfectura Eglen / quæ aliàs ad Capitulum spectabat, pleno iure possidenda & fruenda tradatur, cassato processu à Comitibus de Barbij aliquot abhinc annis desuper moto; sed etiam facultas sit, obtentâ ArchiEpiscopatus possessione quartam partem Canonicatuum Cathedralium illis decedentibus extinguendi, eorumque reditus Cameræ ArchiEpiscopali applicandi. ❀ [Art. XI,10 ≠ IPM] Quæ verò debita à præsente Domino Administratore Augusto Duce Saxoniæ hactenus contracta sunt, ex reditibus ArchiEpiscopalibus, existente mo-

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dis supradictis casu vacantiæ & deuolutionis, dicti ArchiEpiscopatus ad Dominum Electorem Brandenburgicum & successores suos neutiquam dissoluantur, neque integrum sit, dicto Domino Administratori posthac nouis debitis, oppignorationibus & alienationibus sæpè dictum ArchiEpiscopatum in præiudicium Domini Electoris eiusq́ue successorum, hæredum atque

In IPO-AK: et
agnatorum masculorum quoquo modo onerare.
[Art. XI,11 ≠ IPM] In his verò Domini Electoris Archi- & Episcopatibus de cætero saluâ maneant Ordinibus & subditis competentia eorum jura & priuilegia, cumprimis inuariatæ Augustanæ Confessionis Exercitium, quale nunc ibi viget, nec minus locum habeant ea, quæ in puncto Grauaminum inter vtriusque Religionis Status & Ordines Imperij transacta & conuenta sunt, quatenus scilicet non aduersantur illi dispositioni, quæ suprà in Articulo quinto de Grauaminibus §. 8 continetur, incipiente: Qui ArchiEpiscopatus, Episcopatus & aliæ Fundationes atque Bona Ecclesiastica, &c. & finiente: subiecta manento, &c. vtpote quem æquè hic valere debere, ac si verbotenus insertus esset, & suprà dictos ArchiEpiscopatum & Episcopatus hæreditario & immutabili jure apud Dominum Electorem, atque Domum Brandenburgicam, omnésque in ea successores, hæredes & agnatos in perpetuum planè, vt de reliquis terris ipsorum hæreditariis juris est, permanere oportet. ❀

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Ratione Tituli autem Conuentum est, vt iam dictus Dominus Elector cum totâ Domo Brandenburgicâ, & in eâ omnes & singuli Marchiones Brandenburgici, Duces Magdeburgenses & Principes Halberstadienses & Mindenses appellentur & scribantur. [Art. XI,12 ≠ IPM] Regia quoque Maiestas Sueciæ restituat Domino Electori pro se & successoribus suis hæredibus atque agnatis masculis, primò reliquam Pomeraniam vlteriorem cum omnibus appertinentiis, bonis & juribus Secularibus & Ecclesiasticis, pleno iure, tam quoad Dominium vtile, quám directum; deinde Colbergam cum toto Episcopatu Camminensi, omniq́ue jure, quod vlterioris Pomeraniæ Duces hucusque habuerunt in collatione Prælaturarum & Præbendarum Capituli Camminensis, ita tamen, vt salua maneant Iura Regiæ Maiestati Sueciæ suprà concessa, atque Ordinibus & subditis in restitutis partibus Vlterioris Pomeraniæ, Episcopatuq́ue Camminensi competentem eorum libertatem, bona, jura & priuilegia, secundum tenorem literarum Reuersalium (quibus etiam Ordines & subditi dicti Epi-

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scopatus gaudere debent, ac si ijs directè datæ essent) cum libero Augustanæ Confessionis Exercitio, iuxta inuariatam Augustanam Confessionem, absque vlla perturbatione perpetim fruendo, circa homagij renouationem & præstationem omni meliori modo confirmet & conseruet.
[Art. XI,13 ≠ IPM] Tertiò, omnia loca quæ præsidiis Suedicis insessa tenentur per Marchiam Brandenburgicam. [Art. XI,14 ≠ IPM] Quartò, Omnes Commendas & Bona ad Ordinem Equestrem Diui Iohannis spectantia, quæ extra Territoria Regiæ Maiestati Regnoq́ue Sueciæ cessa continentur, vnà cum Actis & Regestis cæterisq́ue literariis documentis, Originalibus hæc loca, iuraq́ue restituenda; concernentibus communibus verò & vtramque nempé tam citeriorem, quàm vlteriorem Pomeraniam afficientibus, in authenticâ & probante formâ, quæ in Archiuo & Cartophilaciis Aulæ Stetinensis, vel alibi intra vel extra Pomeraniam reperiuntur.

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Art. XII [Art. XII,1 ≠ IPM] Pro eo verò quod Duci Megapolitano Suerinensi, Domino Adolpho Friderico, in alienatione Ciuitatis, Portusq́ue Wismariensis decedit, competant ipsi eiusque hæredibus Masculis Episcopatus Suerinensis & Ratzenburgensis jure perpetui & immediati feudi (saluo tamen Domus Saxonico-Lavvenburgicæ aliorumq́ue vicinorum, vt & dictæ Diœceseos hinc inde competenti jure) cum omnibus juribus, documentis litterariis, Archiuo, rationariis, aliisque pertinentiis & potestate extinguendi Canonicatus vtrobique post præsenti tempore residentium Canonicorum decessum, omnesq́ue reditus Mensæ Ducali applicandi, eoq́ue nomine habeat Sessionem in Conuentibus Imperij & Circuli Saxoniȩ Inferioris, cum duplici Principis Titulo & voto. ❀ Etsi verò eiusdem ex Fratre Nepos Dominus Gustauus Adolphus Dux Megapolitano-Gustrouiensis antehac designatus fuerat Administrator Ratzeburgensis, quia tamen ipsi non minus, quàm Patruo beneficium restitutionis in suos Ducatus obtigerat, æquum visum est, vt Patruo cedenti Wismariam, ipse vicissim hunc cedat Episcopatum. Conferentur autem dicto Duci Gustauo Adolpho

[p. 422] [scan. 470]

eo nomine compensationis ergo, duo Canonicatuum, juxta modernam compositionem Grauaminum ad Augustanæ Confessioni addictos pertinentium, Beneficia, vnum in Ecclesia Cathedrali Magdeburgensi, alterum in Halberstadiensi primum vacatura.
[Art. XII,2 ≠ IPM] Quod deinde ad prætensos Duos Canonicatus in Ecclesia Cathedrali Argentinensi attinet, si quid eo nomine Statibus Augustanæ Confessionis iuxta præsentem Transactionem competit, Familiæ Ducum Mecklenburgensium ex huiusmodi prouentibus duorum Canonicatuum portiones concedantur, absque tamen præiudicio Catholicorum. Quod si verò contigerit Lineam Masculinam Suerinensem deficere, superstite Gustrouianâ, tum hæc herum ipsi succedat. [Art. XII,3 ≠ IPM] Pro maiore

In IPO-AK: maiori
verò dictæ Domus Mecklenburgensis satisfactione cedant ipsi Commendæ Ordinis Equestris Diui Iohannis Hierosolymitani, Mirovv & Nemeravv in isto Ducatu sitæ, vigore dispositionis in Articulo 5 §. 9 suprà expressæ in perpetuum, donec de controuersiis Religionis in Imperio conuentum fuerit, & quidem Lineæ Suerinensi Mirovv, Lineæ verò Gustrouiensi Com-

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menda Nemeravv, sub hac conditione, ut dicti Ordinis consensum ipsi procurare, eidemq́ue, nec non Domino Electori Brandenburgico, tanquam eius patrono, quotiescunque casus evenerit, hactenus præstari solita, porrò quoque præstare teneantur. ❀
[Art. XII,4 ≠ IPM] Confirmabit etiam Cæsarea Maiestas eidem vectigalia ad Albim antehac obtenta in perpetuum: concessâ insuper immunitate à tributis Imperii futuro tempore, citra causam satisfactionis militiæ Suedicæ indicendis, donec summa ducentorum millium thalerorum Imperialium compensata fuerit. ❀ Cassetur insuper prætensum debitum Wingerschianum, vtpote ex causa belli ortum, processibus etiam & decretis desuper emanatis penitus annullatis, ita vt neque Duces Megapolitani, neque Ciuitas Hamburgensis, eo nomine imposterum unquam conueniri possint vel debeant.

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Art. XIII [Art. XIII,1 ≠ IPM] Cum Domus Ducalis Brunsuicensis & Lüneburgensis, ob Pacem publicam melius faciliusq́ue stabiliendam, cesserit Coadiutoriis in ArchiEpiscopatus Magdeburgensem & Bremensem, itémque Episcopatus Halberstadiensem & Ratzenburgensem obtentis, eâ conditione, vt inter alia etiam alternatiuâ ijsdem cum Catholicis in Episcopatum Osnabrugensem addiceretur successio, Cæsarea Maiestas præsenti Sacri Romani Imperij Statui minimè expedire iudicans, Pacem publicam propterea impediri diutiùs, consentit ac permittit, vt eiusmodi alternatiuâ successio in dicto Episcopatu Osnabrugensi deinceps inter Catholicos & Augustanæ Confessionis Episcopos, ex familia tamen Ducum Brunouicensium & Lüneburgensium, quamdiu eadem durauerit, postulandos, locum habere debeat, modis & conditionibus sequentibus. [Art. XIII,2 ≠ IPM] Primò: Quoniam Dominus Gustauus Gustaui, Comes in Wasenburg, Regni Sueciæ Senator, omni suo juri in Episcopatum Osnabrugensem, occasione præsentis belli obtento, renunciat, iuramentumq́ue à Statibus & subditis eiusdem sibi præstitum, remittit, ideò Do-

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minus Episcopus Franciscus Wilhelmus, eiusq́ue successores, sicut & Capitulum, Status & subditi dicti Episcopatus, virtute præsentium obligati sunto, ad soluendum dicto Domino Comiti, eiúsve mandatario, Hamburgi spacio quatuor annorum à die publicatæ Pacis numerandorum, octuaginta millia Thalerorum Imperialium, ita vt singulis annis vicena millia Hamburgi, ad manus dicti Comitis eiúsve mandatarii

In IPO-AK; mandatario
exsoluere & numerare teneantur, executione in non parentes, ex lege communi huius Pacificationis suas vires obtinente.
[Art. XIII,3 ≠ IPM] Secundò: Restituatur dictus Episcopatus Osnabrugensis totus & integer cum omnibus suis appertinentiis, Secularibus & Ecclesiasticis, moderno Domino Episcopo Francisco Wilhelmo pleno Iure possidendus, prout vniformis, perpetuæq́ue Capitulationis Leges communi Principis Francisci Wilhelmi, Domusq́ue Brunsvigo-Lüneburgicæ & Capitularium Episcopatus Osnabrugensis consensu iam ineundæ, sancierint. [Art. XIII,4 ≠ IPM] Tertiò: Status Religionis ac Cœtus Ecclesiastici, totiusque Cleri vtriusque Re-

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ligionis, tam in ipsa Vrbe Osnabrugensi, quàm in reliquis ad hunc Episcopatum pertinentibus ditionibus, oppidis, villis, pagis omnibusq́ue aliis locis maneat & reducatur in eum, qui fuit die I. Ianuarii Anno 1624 statum, ita tamen, vt prius fiat singularis quædam determinatio & dispositio de ijs, quæ post Annum 1624 quoad verbi Ministros & Diuinum cultum mutata deprehenduntur, etiam supra dictæ Capitulationi inserenda, caveatq́ue Dominus Episcopus per literas Reuersales Statibus & subditis suis, homagio (quatenus obseruantia ab antiquo obtinuit) ab ipsis recepto, jura ac priuilegia salua fore, & quæ prætereà futuræ Episcopatus administrationi, Statuumq́ue & subditorum securitati vtrinque necessaria videbuntur.
[Art. XIII,5 ≠ IPM] Quartò: Defuncto eodem Domino Episcopo succedat in Episcopatu Osnabrugensi, Dominus Ernestus Augustus Dux Brunsuicensis & Lüneburgensis, atque adeò vi huius Pacis publicæ sit designatus eiusdem Successor, teneatúrque Capitulum Cathedrale Osnabrugense, vt & reliqui Status & subditi statim post decessum aut resignationem moderni Episcopi eundem Dominum Ernestum Augustum in Episcopum recipere, ac dicti

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Status & subditi isti fini intra trimestre à conclusâ hac Pace computandum, ipsi solitum vt suprà præstare homagium, iuxta Conditiones in Capitulatione perpetuà cum Capitulo ineundâ, positas. ❀
[Art. XIII,6 ≠ IPM] Quod si verò Dux Ernestus Augustus post obitum moderni Episcopi non fuerit superstes, teneatur Capitulum alium ex Domini Georgij ducis Brunsuicensis &c

In IPO-AK: et
[!] Lüneburgensis posteris in Episcopum suum postulare, conditionibus tamen in recepta Capitulatione vniformi initis perpetuò obseruandis. Eo autem demortuo aut vltrò resignante, teneatur dictum Capitulum vel Electione vel Postulatione Præsulem Catholicum sibi præficere; sin verò hac in parte vel Canonicorum negligentia vel discordia intercesserit, locus sit ordinationi Iuris Canonici & consuetudini Germaniæ, saluâ tamen Capitulatione perpetuâ vt & hac transactione: & sic perpetuò admittatur alternatiua successio inter Catholicos Episcopos ex gremio Capituli Electos, vel aliundè Postulatos, atque Augustanæ Confessioni addictos, sed non alios, quàm ex familia modò nominati Ducis Georgij descendentes; & quidem si plures sint Principes è natu minoribus, eligatur vel postuletur Episcopus, nullis verò existentibus natu minoribus, sufficiatur vnus ex Principibus regenti-

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bus. Illis autem deficientibus, succedat tandem Ducis Augusti posteritas, alternatione, vti dictum, inter ipsam & Catholicos perpetuâ.
[Art. XIII,7 ≠ IPM] Quintò: Teneatur non solùm memoratus Dux Ernestus Augustus, sed etiam omnes & singuli ex familia Ducum Brunsvicensium & Lüneburgensium Augustanæ Confessioni addictorum, in hoc Episcopatu alternatim succedentium, Statum Religionis, Ccetus Ecclesiastici, totiusq́ue Cleri, tam in ipsa vrbe Osnabrugensi, quàm in reliquis ad hunc Episcopatum pertinentibus ditionibus, oppidis, villis, pagis, omnibusq́ue aliis locis conseruare ac tueri, prout superius Articulo tertio [i.e. Art. XIII,4 IPO] & perpetuâ Capitulatione dispositum est.

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[Art. XIII,8 ≠ IPM] Sextò: Ne etiam durantè Administratione & Regimine Episcopi Augustanæ Confessioni addicti, circa Censuram Ecclesiasticorum Catholicorum, itemq́ue vsum & administrationem Sacramentorum, ritu Romanæ Ecclesiæ, vt & cætera quæ sunt Ordinis, vlla difficultas aut confusio suboriatur, horum omnium dispositio, quoties alternatiua successio in talem Augustanæ Confessioni addictum deuenerit, Domino ArchiEpiscopo Coloniensi velut Metropolitano reseruata, adversus Augustanæ Confessioni verò addictos, planè sublata esto. Cætera Superioritatis & Regiminis jura in Ciuilibus & Criminalibus Augustanæ Confessionis Episcopo, iuxta Capitulationis leges, illibata permaneant. Quoties verò Catholicus Episcopus in Episcopatu Osnabrugensi rerum potitur, nihil omnino in Augustanæ Confessionis sacra arroget sibi juris aut obtineat. [Art. XIII,9 ≠ IPM] Septimò: Monasterium seu prælatura Walckenried, cuius hoc tempore Administrator est Christianus Ludouicus Dux Brunsuicensis & Lüneburgensis, vnâ cum prædio Schavven, perpetuo feudi jure Ducibus Brunsuicensibus & Lüneburgensibus, itidem à Cæsarea Maiestate & Imperio, cum omnibus per-

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tinentiis juribusq́ue conferatur, eodem prorsus, quo suprà inter Ducum Brunsuicensium & Lüneburgensium familias succedendi ordine, annullato jure aduocatiæ, aliisq́ue Episcopatus Halberstadiensis & Comitatus Hohensteinensis prætensionibus omnino sublatis.
[Art. XIII,10 ≠ IPM] Octauò: Ducibus quoque Brunouicensibus & Lüneburgensibus restituatur Monasterium Grôningense, quod antehac acquisitum Episcopatui Halberstadiensi cesserat; reseruatis etiam juribus, quæ dictis Ducibus in Castrum Westerburg competunt, nec minus infeudatio Comiti à Tattenbach à Ducibus facta, eoq́ue nomine initæ leges perinde vt iura crediti & pignoris, Ducis Christiani Ludovici Vicario Friderico Schenckio à Winterstet in Westerburg competentia, sarta tecta maneant. [Art. XIII,11 ≠ IPM] Nonò: Debitum à Friderico Vlrico Duce Brunsuicensi & Lüneburgensi cum Rege Daniæ contractum, & per hunc in Pacificatione Lubecensi Sacræ Cæsareæ Maiestati cessum, posteaq́ue Cæsareæ militiæ Præfecto Comiti Tyllio donatum quod attinet, cùm moderni Duces Brunouicenses & Lüneburgenses se ad hoc

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debitum persoluendum ob plures rationes teneri negauerint eaq́ue de re etiam per Legatos Plenipotentiarios Coronæ Sueciæ instanter actum sit, amore Pacis remissio & expunctio totius istius debiti & obligationis dictis Ducibus eorumq́ue hæredibus & Prouinciis concessa esto.
[Art. XIII,12 ≠ IPM] Decimò: Cùm Duces Brunouicenses & Lüneburgenses Cellensis Lineæ Capitulo Ratzenburgensi pro sorte 20 000 florenorum annuas Pensiones vsquedum pependerint, alternatione iam cessante cessent quoque annuæ illȩ pensiones, abolito prorsus debito, vt & alia quauis obligatione. [Art. XIII,13 ≠ IPM] Vndecimò: Ducis etiam Augusti duobus filiis natu minoribus, Antonio Vlrico & Ferdinando Alberto conferantur duæ Præbendæ in Episcopatu Strasburgensi primò vacaturæ: ea tamen conditione, vt dictus Dominus Dux Augustus renunciet prætensionibus suis, quas in vnum alterúmve Canonicatum antehac habuit vel habere poterat.

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[Art. XIII,14 ≠ IPM] Duodecimò: Vice versa ijdem Duces Postulationibus & Coadiutoriis in Archi-Episcopatus Magdeburgensem & Bremensem, itemq́ue Halberstadiensem & Ratzenburgensem plenissimè renunciant, ita vt quæ circa hosce ArchiEpiscopatus & Episcopatus superiùs in hoc Pacificationis Instrumento disposita sunt, citra ipsorum contradictionem effectum habere debeant; Capitulis vtrobique in eo statu permanentibus, quo superius Conventum est. Art. XIV [Art. XIV,1 ← § 30 IPM] De summa 12 000 Imperialium Domino Christiano Wilhelmo Marchioni Brandenburgico ex ArchiEpiscopatu Magdeburgensi quotannis soluendorum, Conventum est, vt Cœnobium & Præfectura Zinna & Loburg, dicto Domino Marchioni statim tradantur, cum omnibus pertinentiis & omnimoda Iurisdictione, solo territorij jure excepto: Atque his Præfecturis idem Marchio vtatur fruatur ad dies vitæ, absque vllâ rationum redditione, hac tamen lege, vt in Politicis & Ecclesiasticis nullum planè subditis afferatur præiudicium. ❀

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[Art. XIV,2 ← § 30 IPM] Quia porrò vt totus ArchiEpiscopatus, ita etiam iam nominatum Cœnobium & Præfecturæ, temporum iniuria valdè sunt deuastatæ: Ideò à moderno Domino Administratore, Domino Marchioni sine morâ, ex Collectis in ArchiEpiscopatu ad hoc instituendis, soluantur tria millia Thalerorum Imperialium, ab ipso Marchione vel eius hæredibus non restituenda. ❀ [Art. XIV,3 ← § 30 IPM] Præterea placuit, vt post fata Domini Marchionis, ratione & nomine non præstitorum alimentorum, descendentibus ipsius eorumq́ue hæredibus, liceat dictum Cœnobium atque Præfecturas per integrum quinquennium retinere, ijsque sine rationum redditione, cum omnibus suis pertinentiis & iuribus vti frui: Elapso verò quinquennio, prædictæ Præfecturæ, earundemq́ue Iurisdictio, reditus, & prouentus ArchiEpiscopatui, absq́ue tergiuersatione restituantur, nec superius memoratæ summæ Titulo quicquam vlterius moueatur vel petatur: ❀ Et prædicta omnia obseruentur, etiamsi propter Domini Electoris Brandeburgici æquivalentem recompensationem ArchiEpiscopatus Magdeburgensis ad Do-

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minum Electorem, eiusq́ue hæredes & successores peruenerit.
Art. XV [Art. XV,1 = § 48 IPM] Circa Causam Hasso-Cassellanam conuentum est, vt sequitur. Primò omnium Domus Hasso-Cassellana, omnesq́ue eius Principes, maxime Domina Amelia Elisabetha, Hassiæ Landgrauia, eiusq́ue Filius Dominus Wilhelmus, illorumq́ue Hæredes, Ministri, Officiales, Vasalli, subditi, milites & alij quocunque modo illis addicti, nullo prorsus excepto, non obstantibus contrariis pactis, processibus, proscriptionibus, declarationibus, sententiis, executionibus, & transactionibus, sed illis omnibus, vt & actionibus vel prætensionibus ratione damnorum & iniuriarum tam neutralium quàm belligerantium, annullatis Vniuersalis Amnestiæ suprà sancitæ, & ad initium Belli Bohemici cum plenariâ restitutione reductæ (exceptis Cæsareæ Maiestatis & Domus Austriacæ Vasallis & subditis hæreditariis, quemadmodum de ijs in §. Tandem omnes, &c. disponitur) omniumq́ue beneficiorum ex hâc & Religiosâ Pace prouenientium, pari cum cæteris Statibus jure, prout in Articu-

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lo incipiente: Vnanimi, &c. disponitur, plenariè participes sunto.
[Art. XV,2 = § 49 IPM] Secundò Domus Hasso-Cassellana, eiusq́ue Successores, Abbatiam Hirsfeldensem cum omnibus appertinentiis, Secularibus & Ecclesiasticis, siue intra, siue extra Territorium (vt Præpositura Gellingen) sitis: Saluis tamen juribus, quæ Domus Saxonica à tempore immemoriali possidet, retineant, & eo nomine Investituram à Cæsarea Maiestate toties, quoties casus euenerit, petant & fidelitatem præstent. [Art. XV,3 = § 50 IPM] Tertiò, Ius directi & vtilis Dominij in Præfecturas Schaumburg, Bückenburg, Saxenhagen & Statthagen, Episcopatui Mindano antehac assertum & adiudicatum, porrò ad Dominum Wilhelmum modernum Hassiæ Landgrauium, eiusq́ue Successores plenariè in perpetuum, citra vlteriorem dicti Episcopatus, aut alterius cuiusuis contradictionem aut turbationem pertineat; saluâ tamen transactione inter Christianum Ludouicum Ducem Brunsuico-Luneburgensem & Hassiæ Landgrauiam, Philippumq́ue Comitem de Lippe initâ: firmâ etiam manente, quæ intrà

In IPO-AK: inter
ean-

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dem Landgrauiam & dictum Comitem inita est, conuentione.
[Art. XV,4 = § 51 IPM] Conuentum præterea est, vt pro locorum hoc bello occupatorum restitutione & indemnitatis causa Dominæ Landgrauiæ Hassiæ Tutrici, eiusq́ue Filio, huiusue successoribus Hassiæ Principibus, ex ArchiEpiscopatibus Moguntinensi & Coloniensi, Episcopatibus item Paderbornensi, Monasteriensi, & Abbatia Fuldensi, Sexies Centena Millia Dalerorum Imperialium, bonitate Imperialibus constitutionibus modernis correspondentium intra spatium nouem Mensium à tempore Ratificationis Pacis computandum, Cassellis soluentium periculo & sumptibus pendantur, nec contra promissam solutionem vlla exceptio, vllusue prætextus admittatur, multò minus summa conuenta vllo arresto afficiatur. [Art. XV,5 = § 52 IPM] Vt etiam Domina Landgrauia de solutione tanto securior sit, sequentibus conditionibus retineat Neuss, Coesfeld & Nevvhauss, inq́ue ijs locis sua sibiq́ue solum obligata præsidia habeat, eâ quidem lege, vt præter Officiales & alias personas in præsidiis necessarias dictorum trium locorum præsidia coniunctim non excedant numerum mille du-

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centorum peditum, & centum equitum, Dominæ Landgrauiæ dispositioni relicto, quot cuiuis dictorum locorum peditum & equitum imponere, quémve huic vel illi præsidio præficere velit, ❀
[Art. XV,6 = § 53 IPM] præsidia autem secundum ordinationem de sustentatione Officialium & militum Hassiacis hactenus consuetam alantur, & quæ ad conseruanda fortalitia necessaria sunt, præstentur ex Archi- & Episcopatibus, in quibus dicta Arx & Ciuitates sunt sitæ, absque summæ suprà nominatæ diminutione. Integrum autem sit ipsis præsidiis contra morosos & tardantes, sed non vitra debitam summam exequi. Iura autem Superioritatis & Iurisdictio tam Ecclesiastica, quàm Saecularis, & reditus nominatarum Arcis & Ciuitatum Domino ArchiEpiscopo Coloniensi sint salua. ❀ [Art. XV,7–9 = §§ 54–55 IPM] Quamprimùm verò post ratificatam Pacem Dominæ Landgrauiæ Trecenta millia Thalerorum Imperialium fuerint exsoluta, restitutâ Neussiâ retineat Coesfeld solum & Nevvhauss, ita tamen vt præsidium Neussianum in Coesfeld & Nevvhauss non deducat, vel eius nomine quicquam vlteriùs exigat, nec præsidia in Coesfeld numerum sexcentorum peditum & quinquaginta equitum; in Nevvhauss autem centum peditum excedant. Sin autem intra terminum nouem Mensium Dominæ Landgrauiæ

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integra summa non dependatur, non tantum Coesfeld & Nevvhauss, donec plenaria subsecuta fuerit solutio, sed etiam pro residuo summæ, eiusq́ue singulis centenis, quinque annuatim Imperiales, donec residuum summæ exsolutum fuerit, pensionis nomine soluantur, & tot Præfecturarum ad supra nominatos Archi- & Episcopatus atque Abbatiam pertinentium, & Hassiæ Principatui vicinarum, quot præstandis & exsoluendis pensionibus sufficiunt, Quæstores & Receptores Dominæ Landgrauiæ Iuramento obstringantur, vt de reditibus annuas residuæ summæ pensiones soluant, non obstante Dominorum suorum prohibitione. ❀
[Art. XV,8] Quod si verò Quæstores & Receptores in soluendo moras nectant, aut reditus aliò conferant, Domina Landgrauia exequendi & ad solutionem quouis modo illos adigendi, liberam habeat potestatem; de reliquo jure Territoriali Domino proprietatis interea semper saluo. Simulac verò Domina Landgrauia totam summam cum pensionibus à tempore moræ acceperit, restituat illicò loca iam denominata, cautionis loco interim retentâ, pensiones cessent, & Quæstores atque Receptores, quorum facta fuit mentio, juramenti nexu sint liberati, ❀

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[Art. XV,9 = § 55(2) IPM] quarum autem Præfecturarum reditus pensionibus contingente morâ soluendis, sint assignandi, ante Ratificationem Pacis euentualiter conueniet, quæ Conuentio non minoris sit roboris, quam ipsum Pacis Instrumentum. ❀ [Art. XV,10–11 = § 56(1)–(2) IPM] Præter loca autem securitatis causa, vt memoratum, Dominæ Landgraviæ relinquenda, & post solutionem demum restituenda; restituat

In IPO-AK: restituet
illa nihilominus ratificatione Pacis subsecutâ omnes Prouincias & Episcopatus nec non, illorum Vrbes, Præfecturas, oppida, fortalitia, propugnacula, & omnia denique bona immobilia, nec non jura inter hæc bella ab ipsa occupata, ita tamen, vt tam in præfatis tribus locis cautionis nomine retinendis, quàm reliquis omnibus, restituendis, non solùm Annonam & omnia ad bellicum apparatum spectantia, quæ inferri vel fieri curauit, per subditos euehenda, Dominæ Landgraviæ & supradictis successoribus, [Art. XV,11 = § 56(2) IPM] quæ verò ab ipsâ non illata, sed in locis occupatis tempore occupationis reperta sunt, & adhuc extant, ibi permaneant, sed vt etiam fortificationes & valla durante occupatione extructa, eatenus destruantur, ne tamen Vrbes, oppida, Arces & castra cuiusuis inuasionibus & deprædationibus pateant.

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[Art. XV,12 ≙ § 57 IPM] Et quamuis Domina Landgrauia præterquam ab Archi- & Episcopatibus Moguntinensi, Coloniensi, Paderbornensi, Monasteriensi & Abbatia Fuldensi, à nemine restitutionis & indemnitatis loco aliquid poposcerit, & sibi eo nomine à quoquam alio quicquam solui omninò noluerit, pro rerum tamen & circumstantiarum æquitate placuit toti Conuentui, vt salvâ manente dispositione §. prȩcedentis inchoantis: Conuentum præterea est, &c. etiam cæteri Status, cuiuscunque generis, cis & vltrà Rhenum, qui 1. Martij huius Anni Hassiacis contributionem dependerunt, secundum proportionem contributionis exsolutæ toto hoc tempore obseruatam, ad conficiendam summam superiùs positam, & militum præsidiariorum sustentationem ratam suam suprà nominatis Archi- & Episcopatibus atque Abbatiæ conferant, & damnum, si quod soluentes ob vnius vel alterius moram perpessi fuerint, morosi resarciant, nec executionem contra tergiuersantes instituendam, Cæsareæ Maiestatis, aut Regiæ Maiestatis Sueciæ, vel etiam Hassiæ Landgrauiæ Officiales aut milites impediant, neque etiam fas sit Hassiacis quenquam in prȩiudicium huius declarationis eximere; ij verò, qui suam quotam ritè persoluerint, ab omni eatenus onere liberi erunt.

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[Art. XV,13 = § 58 IPM] Quod Controuersias inter domos

In IPO-AK: domus
Hassiacas, Cassellanam & Darmstadinam, super Successione Marpurgensi agitatas, attinet, quandoquidem eæ Cassellis die 14. Mensis Aprilis proximè elapsi, consensu partium vnanimi accedente, penitus sunt compositæ; Placuit Transactionem istam cum suis annexis & recessibus, sicut ea Cassellis inita, & à partibus subsignata, Conuentuiq́ue huic insinuata fuit, vigore Instrumenti huius, eiusdem planè esse roboris, ac si verbis totidem hisce tabulis inserta cōprehenderetur, nec à partibus transigentibus, nec aliis quibusuis sub prætextu, siue pacti, siue juramenti, siue alio quocunque vllo vnquam tempore conuelli posse, quin imò ab omnibus, etiamsi aliquis ex Interessatis eam fortè confirmare detrectet, exactissimé obseruari debere.

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[Art. XV,14 = § 59 IPM] Sicut etiam Transactio inter defunctum Dominum Wilhelmum Hassiæ Landgrauium, & Dominos Christianum & Wolradum, Comites Waldecciæ, die undecimo

In IPO-AK: undecima
[!] Aprilis, Anno 1635 facta, & à Domino Georgio Hassiæ Landgrauio die 14. Aprilis, Anno 1648 ratificata non minus vigore huius Pacificationis, perpetuum & plenissimum robur obtinebit, omnesq́ue Hassiæ Principes pariter ac Comites Waldecciæ obligabit.
[Art. XV,15 = § 60 IPM] Firmum quoque maneat & inuiolabiliter custodiatur Ius primogenituræ in qualibet domo Hassiæ-Cassellana & Darmstadina introductum, & à Cæsareâ Maiestate confirmatum. Art. XVI [Art. XVI,1 = § 98(1) IPM] Simulatq́ue verò Instrumentum Pacis à Dominis Plenipotentiariis & Legatis subscriptum & signatum fuerit, cesset omnis hostilitas, & quæ suprà Conuenta sunt, vtrinque è vestigio executioni mandentur.

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[Art. XVI,2 = § 100 IPM] Imprimis quidem Imperator ipse per Vniversum Imperium edicta promulget, & seriò mandet ijs, qui hisce pactis & hac Pacificatione ad aliquid restituendum vel præstandum obligantur, vt sine tergiuersatione & noxa intra tempus conclusæ & ratificandæ Pacis præstent & exequantur Transacta, iniungendo tam Directoribus Außschreibenden Fůrsten / quàm Præfectis Militiæ Circularis CråyßObristen / vt ad requisitionem, restituendorum iuxta ordinem Executionis & hæc Pacta, restitutionem cuiusque promoueant & perficiant. ❀ Inseratur etiam Edictis clausula, vt quia Circuli Directores die außschreibende Fůrsten / aut præfectus Militiæ Circularis, CrayßObristen / in Causa vel restitutione propriâ minus idonei executioni esse censentur, hoc in casu, itemq́ue si Directores vel Præfectum k-militiæ circularis -k

k-k In IPO-AK: circularis militiae
repudiare commissionem contingat, vicini Circuli Directores, aut Præfecti militiæ Circularis eodem executionis munere etiam in alios Circulos ad restituendorum requisitionem fungi debeant.

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[Art. XVI,3 = § 101(1) IPM] Quod si etiam restituendorum aliquis Cæsareanos Commissarios ad alicuius restitutionis, præstationis vel executionis actum necessarios censuerit, quod ipsorum optioni relinquitur, etiam illi sine mora dentur. ❀ [Art. XVI,4 = § 101(2) IPM] Quo casu vt rerum Transactarum effectus tanto minus impediatur, tam restituentibus quàm restituendis liceat statim conclusâ & subscriptâ Pacificatione binos aut trinos vtrinque nominare Commissarios, è quibus Cæsarea Maiestas vnum à restituendo, alterum à restituente nominatum, pares tamen numero ex vtraq́ue Religione eligat, quibus iniungatur, vt omnia, quæ vigore huius Transactionis oportet, absque mora exequantur. Sin autem restituentes Commissarios nominare neglexerint, Cæsarea Maiestas ex ijs, quos restituendus

In der Druckvorlage hsl. verbessert aus: restituendos
nominauerit, vnum deliget, aliumq́ue pro suo arbitrio, observatâ tamen utrobiq́ue diuersæ Religioni addictorum paritate adiunget, quibus commissionē Executionis demandabit, non obstantibus exceptionibus in contrarium factis. Ipsi deinde restituendi mox à conclusione Pacis de transactorum tenore notum faciant interessatis aliquid restituturis.

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[Art. XVI,5 = § 102 IPM] Omnes denique & singuli, siue Status siue communitates, siue priuati, siue Clerici, siue Seculares, qui vigore huius Transactionis, eiusdem

In IPO-AK: eiusdemque
Regularum generalium, vel specialis, expressæque alicuius dispositionis ad restituendum, cedendum, dandum, faciendum, aut aliud quid præstandum obstricti sunt, teneantur statim post promulgata Cæsarea Edicta & factam restituendi notificationem, sine omni tergiuersatione vel oppositione clausulæ saluatoriæ, siue generalis, siue specialis alicuius suprà in Amnestia positæ, aut quacunque aliâ exceptione, itemq́ue sine noxâ aliquâ, omnia ad quæ obligantur, restituere, cedere, dare, facere, & præstare, ❀
[Art. XVI,6 = § 103 IPM] nec Directorum & Præfectorum Circularis militiæ, aut Commissariorū executioni quisquam siue Status, siue miles, præsertim præsidiarius, siue quilibet alius sese opponat, sed potius executoribus assistant, liberumq́ue sit dictis executoribus contra eos, qui executionem quouis modo impedire conantur, suis, vel etiam restituendorum viribus vti.

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[Art. XVI,7 = § 104 IPM] Deinde omnes & singuli vtriusque partis captiui sine discrimine sagi vel togæ, eo modo, quo inter Exercituum Duces cum Cæsareæ Maiestatis approbatione conuentum est, vel adhuc conuenietur, liberi dimittantur. [Art. XVI,8 ≠ IPM] Denique pro militiæ Suedicæ exauctoratione omnes & singuli Electores, Principes & reliqui Status, comprehensa liberâ & immediatâ Imperij Nobilitate (saluâ tamen requisitione hactenus in talibus casibus usitatâ, libertateq́ue & exemptione in futurum saluis) septem sequentium Circulorum Imperij Electoralis Rhenani, Superioris Saxonici, Franconici, Sueuici, Superioris Rhenani, Westphalici & Inferioris Saxonici, teneantur in medium conferre quinque myriades Imperialium Thalerorum in monetâ per Imperium Romanum vsitatâ, idq́ue tribus terminis: primo termino (Statibus in Circulo Electorali, vt & Superiori Rhenano Francofurtum ad Mœnum, Superioris Saxoniæ

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Lipsiam siue Brunsvvigam, Franconiæ Norimbergam, Sueuiæ Vlmam, Westphaliæ Bremam vel Monasterium, & Inferioris Saxoniæ Hamburgum, suam cuiusque quotam conferentibus) octodecim centena millia Imperialium Thalerorum in numeratâ pecuniâ (pro cuius summæ faciliori solutione impetranda liceat illos subditos, qui ex Amnestiâ veniunt restituendi, non moderno ipsorum Possessori, sed vero Domino, cui ex Amnestia restituendi sunt, statim à conclusa Pace, etiam ante factam restitutionem, secundum ipsorum quotam & proportionem collectare, nec in exigendis illis collectis moderni Possessores vllum creent impedimentum) & duodecies centena millia per assignationes ad certos Status, super quorum solutione tolerabilibus conditionibus faciendâ, à quolibet Statu inter conclusam & ratificandam Pacem, cum Officiali militari sibi assignato ex æquo & bono conueniendum. ❀
[Art. XVI,9 ≠ IPM] Quâ conuentione, vt & ratihabitionum commutatione factâ, dictorum Octodecim Centenorum Millium Thalerorum solutio, militiæ exauctoratio, & locorum euacuatio, statim pari passu peragantur, nec ob vllam aliam causam

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differantur: cessantibus statim à conclusâ Pace Contributionibus & omnis generis exactionibus: salvâ tamen præsidiariorum militum, cæterarumq́ue copiarum sustentatione, ad tolerabilem modum conuenienda: salua itidem ijs Statibus, qui suam portionem soluerunt, vel cum assignatis Officialibus, quoad solutionem suarum portionum amicabiliter conuenerunt, à suis constatibus, ob horum soluendi moram sibi illatorum damnorum repetitione.
Reliquarum duarum Myriadum priorem quidem sub finem proximi anni à facta exauctoratione computandi, alteram verò in fine anni proximè insequentis, vtramque Thaleris Imperialibus, eorúmve in alia per Imperium vsitatâ monetá, valore ad suprà dicta loca Regiæ Maiestatis Sueciæ ad id cum potestate Deputatis Ministris dicti septem Circulorum Status bonâ fide sunt exsoluturi. Sicuti autem dicti septem Circuli soli militiæ Suedicæ sine prætensione alterius assignati intelligantur, ita singuli eorum Electores, Principes & Status eam tantum portionem, quæ juxta matriculam & cuiusque loci obseruantiam, & extraditam hic designationem vnicuique præstanda incumbit, pendere debebunt: ❀

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[Art. XVI,10 ≠ IPM] Nec vllus Status vel à solutione immunis sit, vel maiori numero der RömerMonat prægrauetur, vel pro alio suo constatu, aliisq́ue belligerantium militibus plus soluere teneatur, multò minùs repressaliis vel arrestis eo nomine prægrauetur: neque etiam vllus Status in modo suos collectandi, vel à milite aut constatu, vel vllo alio, sub quocunque prætextu de facto impediatur. ❀ [Art. XVI,11 ≠ IPM] Quod ad Circulum Austriacum & Bauaricum attinet, cum ille (præter factam in hoc Pacificationis Conuentu à Statibus Imperij promissionem, se in proximis Imperij Comitiis Suæ Cæsareæ Maiestati pro hactenus toleratis belli sumptibus subsidium è Collectis Imperij præstandum decreturos) soluendis exercitui immediato Cæsareano stipendiis, hic verò pro Bauarico milite sepositus sit, solutionis Conuentio & exactio in Circulo Austriaco penes Sacram Cæsaream Maiestatem esto. In Circulo autem Bauarico obseruetur idem collectandi, & soluendi modus, qui in reliquis Circulis, executio tamen, vt & in cæteris

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septem Circulis, fiat secundum Constitutiones Imperij.
[Art. XVI,12 ≠ IPM] Vt autem Regia Maiestas Sueciæ eò securior, certiorq́ue sit de infallibili singulorum terminorum præstatione, singuli septem dictorum Circulorum Electores, Principes & Status, vigore huius conuentionis se ad suam quisque quotam, condicto tempore, locoq́ue bonâ fide soluendum sponte, idq́ue sub hypotheca omnium suorum bonorum, obligant: ita quidem, vt si mora vllius interuenerit, omnes Imperij Ordines, potissimum verò cuiusq́ue Circuli Directores Ducesq́ue, vi Articuli Assecurationis Pacis, teneantur promissa ceu rem judicatam exequi, absq́ue vllo vlteriori juris processu vel exceptione. [Art. XVI,13 ≙ § 105 IPM] Restitutione ex Capite Amnestiæ & Grauaminum factâ, liberatis captiuis, ratihabitionibus commutatis & præstitis ijs, quæ de primo solutionis termino suprà Conuenta sunt, omnia vtriusque partis militaria præsidia, siue Imperatoris eiusq́ue sociorum & Fœderatorum, siue Reginæ, Regnique Sueciæ & Landgrauiæ Hassiæ eorumq́ue Fœderatorum

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& adhærentium, alióve quocunque nomine imposita fuerint, ex Ciuitatibus Imperij ac omnibus aliis locis restituendis, sine exceptionibus, morâ, damno & noxâ, pari passu educantur.
[Art. XVI,14(1) ≙ § 106(1) IPM, XVI,14(2) ≙ § 107 IPM] Loca ipsa, Ciuitates, Vrbes, Oppida, Arces, Castella, Fortalitia, tam quæ per Regnum Bohemiæ, aliasq́ue terras Imperatoris, Domusq́ue Austriacæ hæreditarias, quàm cæteros Imperij Circulos à partibus belligerantibus

In IPO-AK: belligerantium
suprà dictis occupata & retenta, vel per Armistitij vnius vel alterius partis, vel quemcunque alium modum concessa sunt, prioribus & legitimis suis possessoribus & Dominis siue mediati, siue immediati Imperij Status sint, tàm Ecclesiasticis, quàm Secularibus, comprehensa liberâ Imperij Nobilitate, absque morâ restituantur, liberæq́ue eorum dispositioni, siue de jure & consuetudine, siue vigore præsentis Transactionis competenti permittantur, non obstantibus vllis donationibus, infeudationibus, concessionibus (nisi vltrò & spontaneâ Status alicuius voluntate alicui factæ sint vel fuerint) obligationibus pro redimendis captiuis aut auertendis deuastationibus, incendiisq́ue datis, aut aliis

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quibuscunq́ue Titulis, in priorum legitimorum Dominorum, possessorúmve præjudicium acquisitis. Cessantibus etiam pactis & fœderibus, aut quibuscunque aliis exceptionibus prædictæ restitutioni aduersantibus, quæ omnia pro nullis haberi debent. Saluis tamen ijs quæ & quatenus in præcedentibus Articulis circa Reginæ, Regniq́ue Sueciæ, vt & quorundam Electorum & Principum Imperii Romani satisfactionem, vel æquiualentem recompensationem, siue aliter speciatim excepta & disposita sunt. ❀
[Art. XVI,14(2)] Atque hæc restitutio locorum occupatorum tam à Cæsarea Maiestate quàm à Regia Maiestate Sueciæ, & vtriusq́ue sociis, Fœderatis & adhærentibus fiat reciprocè & bona fide. [Art. XVI,15 = § 108(1) IPM] Restituantur etiam archiua & Documenta Literaria, aliaq́ue mobilia, vt & tormenta bellica, quæ in dictis locis tempore occupationis reperta sunt, & adhuc ibi salua reperiuntur. Quæ verò post occupationem aliundè eo inuecta sunt, siue in præliis capta, siue ad vsum & custodiam eo per occupantes illata fuerunt, vnà cū annexis, vt & bellico apparatu ijsdem quoque secum exportare & auehere liceat.

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[Art. XVI,16 = § 108(2) IPM] Teneantur subditi cuiusque loci, decedentibus præsidiis & militibus, currus, equos, & naves, cum necessariò victu, pro omnibus necessariis auehendis ad loca in Imperio destinata, absque pretio subministrare: quos currus, equos & naves restituere debent Præfecti Præsidiorum, militumq́ue hoc modo discedentium, sine dolo & fraude, liberent etiam Statuum subditi se inuicem ab hoc onere vecturæ de vno Territorio in aliud, donec ad loca in Imperio destinata peruenerint: nec præsidiorum, aut aliis militiæ Præfectis aut officialibus liceat subditos, eorumq́ue currus, equos, naues & similia eorum vsibus commodata, omnia vel singula, extra Dominorum suorum, multò minùs Imperij fines secum trahere, eóque nomine obsidibus cauere teneantur. [Art. XVI,17 = § 109(1) IPM] Reddita verò siue maritima & limitanea, siue mediterranea fuerint dicta loca, ab vlterioribus omnibus duranti-

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bus hisce bellorum motibus introductis præsidiis, perpetuò posthac libera sunto, & Dominorum suorum (saluo de cætero cuiusq́ue jure) liberæ dispositioni relinquantur.
[Art. XVI,18 = § 109(2) IPM] Nulli autem Ciuitati vel nunc vel in futurum ullo

In IPO-AK: ulli
præjudicio damnóve cedat, quod ab alterutra parte belligerantium occupata & insessa

In der Druckvorlage hsl. verbessert aus: incessa
fuerat: sed omnes & singulæ cum omnibus & singulis Ciuibus & Incolis, tam Vniversalis Amnestiȩ, quàm cæteris huius Pacificationis beneficiis gaudeant: ijsq́ue de cætero omnia sua jura & priuilegia in Sacris & Prophanis, quæ ante hos motus habuerunt, sarta tectaq́ue maneant. Saluis tamen juribus superioritatis, cum inde dependentibus pro singulis quarumcunque Dominis.
[Art. XVI,19 = § 110 IPM] Denique omnium belligerantium in Imperio partium copiæ & exercitus dimittantur & exauctorentur, eo tantum numero in suos cuiusque proprios Status traducto, quem quæq́ue pars pro sua securitate judicauerit necessarium. [Art. XVI,20 ∼ § 99 IPM] Tam exauctoratio verò militiæ, quàm restitutio locorum ad præfixum tempus eo ordine modoq́ue fiant, de quibus inter Generales Exercituum Duces conueniet;

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Obseruatis tamen quoad rem ipsam ijs, quæ in Puncto Satisfactionis militiæ conuenta sunt.
Art. XVII [Art. XVII,1 ≙ § 111 IPM] Pacem hoc modo conclusam promittunt Cæsarei & Regij, Ordinumque Imperij Legati & Plenipotentiarij, respectiuè ab Imperatore & Regina Sueciæ, Sacriq́ue Imperij Romani Electoribus, Principibus & Statibus, ad formam hic mutuò placitam ratihabitum iri, seseq́ue infallibiliter prȩstituros, vt solennia Ratihabitionum Instrumenta intra spatium octo septimanarum à die subscriptionis computandarum hic Osnabrugis præsententur, & reciprocè riteq́ue commutentur. [Art. XVII,2 = § 112 IPM] Pro maiori etiam horum omnium & singulorum pactorum firmitudine & securitate, sit hæc Transactio Perpetua lex, & Pragmatica Imperii sanctio, imposterum æquè ac aliæ Leges & Constitutiones fundamentales Imperij, nominatim proximo Imperij Recessui ipsiq́ue Capitulationi Cæsareæ inserenda, obligans nō minus absentes, quàm præsentes,

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Ecclesiasticos æquè ac Politicos, siue Status Imperij sint, siue non, eaq́ue

In IPO-AK: eoque
tam Cæsareis, Procerumque Consiliariis & Officialibus, quàm Tribunalium omnium Iudicibus & Assessoribus tanquam Regula, quàm perpetuò sequantur præscripta.
[Art. XVII,3 = § 113 IPM] Contra hanc Transactionem, vllumve eius Articulum aut Clausulam, nulla Iura Canonica vel Ciuilia, communia vel specialia Conciliorum

In IPO-AK: consiliorum
Decreta, priuilegia, indulta, edicta, commissiones, inhibitiones, mandata, decreta, rescripta, litispendentiæ, quocunque tempore latæ sententiæ, res judicatæ, Capitulationes Cæsareæ & aliæ, Religiosorum ordinum Regulæ, aut exemptiones, siue præteriti siue futuri temporis Protestationes, contradictiones, appellationes, inuestituræ, transactiones, juramenta, renunciationes, Pacta seu dedi[ti]tia seu alia, multò minùs Edictum Anni 1629 vel Transactio Pragensis cum suis appendicibus, aut Concordata cum Pontificibus, aut Interimistica anno

In IPO-AK: anni
1548 vlláve alia Statuta siue Politica siue Ecclesiastica decreta, dispensationes, absolutiones, vel vllæ aliæ quocunque nomine aut prætextu excogitari poterint, exceptiones vnquam allegentur, audiantur aut admittantur, nec vspiam contra hanc Transactionem in petitorio aut posses-

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sorio, seu inhibitorij seu alij Processus vel commissiones vnquam decernantur.
[Art. XVII,4 = § 114 IPM] Qui verò huic Transactioni, vel Paci Publicæ, consilio vel ope contrauenerit, vel executioni aut restitutioni repugnauerit, vel etiam legitimo modo suprà conuento, & sine excessu factâ restitutione, sine legitimâ causæ cognitione, & ordinariâ juris executione restitutum de nouo grauare tentauerit, siue Clericus siue Laicus fuerit, Pcenam fractæ Pacis ipso jure & facto incurrat, contraq́ue eum juxta Constitutiones Imperij restitutio & præstatio, cum pleno effectu decernatur & demandetur. [Art. XVII,5 = § 115 IPM] Pax verò conclusa nihilominus in suo robore permaneat, teneanturq́ue omnes huius Transactionis Consortes vniuersas & singulas huius Pacis leges contra quemcunque, sine Religionis distinctione, tueri & protegere, & si quid eorum á quocunque violari contigerit, læsus lædentem, imprimis quidē à via facti dehortetur, causâ ipsâ vel amicabi-

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li cōpositione

In IPO-AK: compositioni
[!] vel iuris disceptationi submissâ.
[Art. XVII,6 = § 116(1) IPM] Veruntamen si neutro horum modorum intra spatium trium Annorum terminetur controuersia, teneantur omnes & singuli huius Transactionis Consortes, junctis cum parte læsâ consiliis, viribusq́ue arma sumere ad repellendam iniuriam à passo moniti, quod nec amicitiæ nec iuris via locū inuenerit; saluâ tamen de cætero vniuscuiusque jurisdictione, iustitiæq́ue, iuxta cuiusq́ue Principis aut Status leges & constitutiones competenti administratione. ❀ [Art. XVII,7 = § 116(2) IPM] Et nulli omninò Statuum Imperij liceat jus suum vi vel armis persequi; sed si quid controuersiæ, siue iam exortum sit, siue posthac inciderit, vnusquisque jure experiatur, secus faciens reus sit fractæ Pacis. Quæ verò Iudicis sententia definita fuerint, sine discrimine Statuum executioni mandentur, prout Imperij leges de exequendis sententiis constituunt.

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[Art. XVII,8 = § 117 IPM] Vt etiam Pax Publica tantò melius conseruari possit, redintegrentur Circuli, & statim ac vndecunque turbarum vel motuum aliqua initia apparent, observentur ea, quæ in Constitutionibus Imperij de Pacis publicæ executione & conseruatione disposita sunt. [Art. XVII,9 = § 118 IPM] Quoties autem milites quauis occasione, aut quocunque tempore, per aliorum territoria aut fines aliquis ducere velit, transitus huiusmodi instituatur eius, ad quem transeuntes milites pertinent, sumptu, atque adeò sine maleficio, damno & noxa eorum, quorum per territoria ducuntur: ac denique omninò obseruentur, quæ de conseruatione Pacis publicæ Imperii Constitutiones decernunt & ordinant. [Art. XVII,10 ∼ § 119 IPM] Hac Pacificatione comprehendantur â

In IPO-AK: ex korrigiert aus a
parte Serenissimi Imperatoris omnes Suæ Maiestatis Fœderati & Adhærentes, imprimis Rex Catholicus, Domus Austriaca, Sacri Imperij Romani Electores, Principes, interq́ue eos etiam Dux Sabaudiæ, cæterique Status, comprehensa liberâ & immediatâ Imperij Nobilitate, & Ciuitates Anseaticæ, Item Rex Angliæ, Rex & Regna Daniæ Norvvegiæq́ue cum annexis Prouinciis, vt & Ducatu Schlesvvicensi, Rex Poloniæ, Dux Lo-

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tharingiæ, omnesq́ue Principes & Respublicæ Italiæ, Ordinesq́ue Fœderati Belgij & Heluetiæ Rhetiæq́ue, Princeps etiam Transyluaniæ.
[Art. XVII,11 ∼ § 119 IPM] Ex parte verò Serenissimæ Reginæ Regniq́ue Sueciæ omnes eius Fœderati & Adhærentes, imprimis Rex Christianissimus, tum Electores, Principes, Status, liberâ & immediatâ Imperij Nobilitate comprehensa, & Ciuitates Anseaticæ, item Rex Angliæ, Rex & Regna Daniæ Norvvegiæq́ue cum annexis Prouinciis, vt & Ducatu Schlesvvicensi, Rex Poloniæ, Rex & Regnum Lusitaniæ, Magnus Dux Muschouiæ, Respublica Veneta, Fœderatum Belgium, Heluetij Rhetiq́ue & Princeps Transyluaniæ.

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[Art. XVII,12 ≙ § 120 IPM] In quorum omnium & singulorum fidem maiusq́ue robur tam Cæsarei quam Regii Legati, nomine verò omnium Electorum, Principum ac Statuum Imperij ad hunc actum specialiter ab ipso (vigore conclusi die decima tertia Octobris anni infra mentionati, facti, & ipso die subscriptionis sub Sigillo Cancellariæ Moguntinæ, Legationi Suedicæ extraditi) Deputati, nimirum Electoralis Moguntinus Dominus Nicolaus Georgius de Reigersberg Eques, Cancellarius: Electoralis Bauaricus Dominus Ioannes Adolphus Krebs Consiliarius Intimus: Electoralis Saxonicus Dominus Ioannes Leuber Consiliarius: Electoralis Brandenburgicus Dominus Ioannes Comes in Sain & Wittgenstein, Dominus in Homburg & Vallendar, Consiliarius Intimus: Nomine Domus Austriacæ Dominus Georgius Vlricus Comes à Wolckenstein Consiliarius Cæsareo-Aulicus: Dominus Cornelius Gobelius Episcopi Bambergensis Consiliarius: Dominus Sebastianus Wilhelmus Meel, Episcopi Herbipolensis Consiliarius intimus: Dominus Ioannes Ernestus Ducis Bauariæ Consiliarius Aulicus: Dominus Wolffgangus Conradus à Thumbshirn Consiliarius Aulicus Saxonico-Altenburgensis & Coburgensis: Dominus Augustus Carpzouius Consiliarius Saxonico-Altenburgensis & Coburgensis: Dominus Ioannes Frombhold Domus Brandenburgicæ Culenbacensis & Onolzbacensis Consiliarius Intimus: Dominus Henricus Langenbeck Iuris-Con-

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sultus Domus Brunsvvico-Lüneburgicæ Lineæ Cellensis Consiliarius Intimus: Dominus Iacobus Lampadius IurisConsultus Lineæ Calenbergensis Consiliarius Intimus & ProCancellarius: Nomine Comitum Scamni Wetterauiensis Dominus Matthæus Wesembecius Iuris-Consultus & Consiliarius: Nomine vtriusque Scamni Ciuitatensis

Fehlt in IPO-AK.
Dominus Marcus Otto Argentoratensis: Dominus Iohannes Iacobus Wolff Ratisbonensis: Dominus Dauid Gloxinus Lubecensis, & Dominus lodocus Christophorus Kress à Kressenstein, Norimbergensis Reipublicæ respectiuè Syndici, Senatores, Consiliarij & Aduocati, Præsens Pacis Instrumentū Manibus Sigillisq́ue propriis muniuerunt & firmârunt, dictiq́ue Ordinum Deputati Principalium suorum Ratificationes Formulâ conuentá termino suprà constituto, sese extradituros polliciti sunt. Reliquis Statuum Plenipotentiariis liberum relinquendo, velint an nolint Nomina sua subsignare, suorumq́ue Principalium Ratihabitiones accersere. Sed hoc pacto atque lege, vt subscriptione iam nominatorum Deputatorum reliqui Status omnes & singuli, qui subscriptione & ratihabitione supersedent, tam firmiter ad obseruantiam & manutenentiam eorum, quæ in hoc Pacificationis Instrumento continentur, obligati sint, ac si ab ipsis subscriptio fuerit facta & exhibita ratificatio: nec vlla à Directorio Imperij Romani contra subscriptionem à memoratis Deputatis factam, recipiatur aut valeat vel Protestatio vel Contradictio. ❀

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Acta sunt hæc Osnabrugis Westphalorum Die decima / vigesima Quarta Mensis Octobris, Anno Christi Millesimo Sexcentesimo Quadragesimo Octauo.

Heyll, Fischer

Jm Namen der Hochheyligen vnzertheilten Dreyfaltigkeit / Amen. Präambel Zv wissen sey allen vnnd jedermaͤnniglich / welchen daran gelegen ist / oder in einige Weiß seyn mag: Demnach die im Heiligen

Am Rande: Deß Heil. Roͤm. Reichs Zustand
Roͤm. Reich von vielen Jahren hero entstandene Vnruhe / vnnd jnnerliche Kriege so weit eingerissen / daß sie nicht allein gantz Teutschland / sondern auch etliche angraͤntzende Koͤnigreiche / insonderheit aber Schweden vnnd Franckreich dermassen eingeflochten / daß dannenhero ein Langwuͤriger vnnd hefftiger Krieg erwachsen. Vnnd zwar fuͤrs Erste zwischen dem Allerdurchlaͤuchtigsten

Am Rande: Der Roͤm. Kays. Mayt.
vnd Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnd Herrn / Herrn Ferdinando dem Zweyten dieses Nahmens erwoͤhlten Roͤmischen Kayser / zu allen Zeiten Mehrer deß Reichs / in Germanien / Hungarn / Boͤhmen / Dalmatien / Croatien / Sclavonien / etc. Koͤnige / Ertzhertzogen zu Oesterreich / Hertzogen zu Burgund / Braband / Steyer / Kaͤrndten / Crayn / Marggraffen in Maͤhren / Hertzogen zu Luͤtzelburg / Ober⸗ vnnd Nider⸗Schlesien / Wuͤrtenberg vnnd Teck / Fuͤrsten in Schwaben / Graffen zu Habspurg / zu Tyrol / ⌦Pfird⌫ / Kyburg / Goͤrtz / Landtgraffen in Elsaß / Marggraffen deß Heyl. Roͤm. Reichs, c-von Burgau -c

c-c Ergänzt nach Klötzer.
/ in Ober⸗ vnd Nieder⸗Laußnitz / Herrn der Windischen Marck / d-von Portenau und Salins -d

d-d Ergänzt nach Klötzer.
etc. Christmildester Gedaͤchtnuß / vnd dero Bundtsverwandten vnnd Angehoͤrigen an einem: Vnd dem auch Durchlaͤuchtigsten

Am Rande: Koͤn. May. in Schweden
vnnd Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnnd Herrn / Herrn Gustav Adolphen / der Schweden / Gothen vnnd Wenden / Koͤnig / Großfuͤrsten in Finlandt / Hertzogen in Ehesten / Carelen / Herrn zu Jngermanlandt / Christmiltesten Andenckens / vnnd dem Koͤnigreiche Schweden / auch dessen Bundtsgenossen vnd Zugethanen / am andern Theil: Wie auch / nach dero Absterben / zwischen dem Allerdurchlaͤuchtigsten vnnd Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnnd Herrn / Herrn Ferdinanden dieses Namens dem Dritten / Erwoͤhlten Roͤmischen Kayser / zu allen Zeiten Mehrer deß Reichs / in Germanien / Hungarn / Boͤhmen / Dalmatien / Croatien Sclavonien / etc. Koͤnige / Ertzhertzogen zu Oesterreich / Hertzog zu Burgundt / Brabandt / Steyer / Caͤrndten / Crayn / Marggraffen in Maͤhren / Hertzog zu Luͤtzelburg / Ober⸗ vnd NiderSchlesien / Wuͤrtenberg vnnd Teck / Fuͤrsten in Schwaben / Graffen zu Habspurg / Tyrol / ⌦Pfirdt⌫ / Kyburg vnd Goͤrtz / Landgraffen in Elsaß / Marggraffen deß Heyl. Roͤm. Reichs zu Burgaw / in Ober⸗ vnnd Nider⸗Laußnitz / Herrn der Windischen Marck / f-von Portenau und Salins -f

f-f Ergänzt nach Klötzer.
etc. sampt dero Bundtsgenossen / vnd Angehoͤrigen / Eines: Vnnd der Durchlaͤuchtigsten vnnd Großmaͤchtigsten Fuͤrstin vnnd Frawen / Frawen Christinen, der Schweden / Gothen vnnd Wenden Koͤnigin / Großfuͤrstin in Finnlandt / Hertzogin in Ehesten vnd Carelen / Herrin in Jngermanlandt / dem Koͤnigreiche Schweden / vnnd Jhrer Bunds: vnd Anverwandten / andern Theils: Dahero ein grosse Vergiessung ChristenBluts mit vieler Provincien vnnd Laͤnder Eroͤdung erfolgt ist / daß endlich vermittels Goͤttl. Gnaden es dahin gelangt / daß von einem allgemeinen Frieden Gedancken

Am Rande: Friedens⸗Gedancken.
geschoͤpfft / vnnd zu dem Ende / (mit Beliebung beyder Partheyen / zu Hamburg / am 25. Newes / oder 15. Altes Decembris, Jm Jahr h-1641 der 11. Newes / oder der 1. Altes Iulij, im Jahr -h

h-h Ergänzt nach Heyll- IPMud.
1643 wegen der Gevollmaͤchtigten Zusammenkunfft zu Oßnabruͤck / vnd Muͤnster / in Westphalen / ein Tag angesetzt vnd ernennt worden).
Als nun zu bestimpter Zeit vnnd Orth die beyderseiths ernandte

Am Rande: Kays. vnd Koͤn. Gevollmaͤchtigte.
Herrn bevollmaͤchtigte Abgesandte / als an Seyten der Roͤm. Kays. Mayest. die Hoch⸗ vnd Wohlgeborne Herrn / Herr Maximilian, Graffe von Trautmanßdorff / vnnd Weinßpurg / Freyherr zu Gleichenberg / Newstatt am Cocher / Negaw / Burgaw / vnd Totzenbach / Herr zu Teinitz / Ritter deß Guͤlden Fluͤß / Roͤm. Kayserl. Mayest. geheimbter Rath / Caͤmmerer vnd GroßHoffmeister / wie auch Herr Iohann Maximilian, Graff von Lamberg / etc. Freyherr in Ortteneck / vnnd Ottenstein / Herrn in Stockeron vnd Ammerang Burggraff in Steyer / Roͤm. Kays. Mayest. Cammerer / wie auch Herr Iohann à Crane, bey-der Rechten Licentiat, vnd Comes Palatinus, Kayserliche Reichs⸗Hoff⸗Raͤthe: Vff Seythen Jhro Koͤnigl. Mayestaͤtt in Schweden / die Hoch⸗ vnnd Wohlgeborne Herrn / Herr Johann Oxenstirna AxelSohn / Graff Moriæ Australis, Freyherr zu Kymitho vnd Nynaͤaͤs / Herr in Fyholm / Alhult / Hoͤrningsholm / Suͤdorboͤ vnd Lidoͤoͤ / deß Koͤnigsreichs Schweden Senator vnd CantzleyRath / vnd Iohann Adler Salvius, Herr in Adlersberg / Harßefeld / Willdenbruͤck vnnd Tuͤllingen / Koͤnigl. Mayest. in Schweden geheimbter Rath / ReichsSenator vnd Hoff⸗Cantzler erschienen seyn / haben sie / nach anruffung Goͤttliches Beystands / die Vollmachts⸗Brieff / (welche zu Endt dieses Jnstruments / von Wort zu Wort eingefuͤhret werden) beederseiths Außgewechselt / vnd in Anwesenheit / Consens, vnd ordentlicher Einwilligung / deß Heyl. Roͤm. Reichs Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden / zu Goͤttlichen Namens Ehre vnnd Vffnahmb der werthen Christenheit / sich vntereinander vff nachfolgende Friedens vnd Vereinigungs⸗Puncten vereinbart vnd verglichen.
[Artikel] I. [Art. I] Am Rande: Ein Christlich allgemeine Freundschafft. Daß eine Christliche / allgemeine / jmmerwaͤhrende / wahre / vnd vffrichtige Freundtschafft zwischen der Roͤmischen Kayserl. Mayestaͤtt / dem Hauß Oesterreich / vnd allen deroselben Bundts⸗ vnd Angewandten / auch jeden deren Erben vnd Nachfolger / Jnsonderheit der Koͤnigl. Mayst. zu Hispanien / Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden deß Heyl. Roͤmischen Reichs eines Theils: Vnd der Koͤn. Mayst. vnd Reiche Schweden / auch aller dero Bunds⸗Angehoͤrigen / vnd jeden deren Erben vnd Nachfolger / insonderheit der Koͤnigl. May. in Franckreich / vnd respective Chur: Fuͤrsten vnd Staͤnden deß Heyligen Roͤmischen Reichs / anders Theils vffgerichtet / auch einmuͤthig vnd mit Eyffer erhalten werden solle / daß jeder Theil deß andern Nutzen / Ehre vnnd Frommen befuͤrdern / vnd allerseits das gantze Roͤm. Reich mit dem Reiche Schweden / vnd ingleichem das Reich Schweden mit dem Heyligen Roͤmischen Reich vertrewliche Nachbarschafft pflegen / vnd geruhliche sichere Frieds: vnd Freundschaffts⸗Bezeigungen herfuͤr bluͤhen moͤgen. [Artikel] II. [Art. II] Am Rande: Vffhebung aller Feindschafft. Es solle alles dessen beyderseiths / was von Anfang dieses Kriegs⸗Empoͤrungen / es seye an Orthen vnd vff was Weise wie es wolle / eines vnd andern Theils Feindlich fuͤrgangen / gaͤntzlich vnd zu ewigen Zeiten nimmer gedacht werden. Also / daß weder deren / oder einiger andern Vrsach oder Vorwandt halben / einem oder andern Theils ichtwas feindlichs / widerwaͤrtigs oder ver-hinderlichs so wol betreffende die Personen / als Statt / Guͤter vnd Versicherung / entweder durch sich selbstē / oder durch andere / heimblich oder offentlich / vff was Weiß oder Weg / vnterm Schein Rechtens / oder Gewalts / im Heyl. Roͤmischen Reich / oder ausserhalb jrrgentswo / (ohnerachtet anderer vorher vffgerichteten entgegen lauffenden Vertraͤgen) zufuͤgen / oder daß es von jemandts anders geschehe / gestatten / sondern alle vnd jede / allerseits so wohl ausser / als jnner Kriegs / mit Worten / Schrifften vnd Wercken / vorgangene Iniurien, Gewaltthaten / Feindseligkeiten / Schaͤden / Vnkosten / ausser einiger Personen / vnd der Sachen Respect, Todt vnnd ab seyn / dergestalt / daß alles / was ein Theil gegen den andern suchen moͤchte / hierunter mit ewiger Vergessenheit begraben seyn solle. [Artikel] III. [Art. III,1] Am Rande: Allgemeine restitutio. Nebenst dieser allgemeinen vnnd durchgehenden Amnestia, als dem Fundament / sollen alle vnd jede deß Heyligen Roͤmischen Reichs Chur: Fuͤrsten / Staͤnde / (die ohnmittelbahre deß Heyl. Roͤmis. Reichs Ritterschafft mit inbegriffen) vnnd deren Lehenleuthe / Vnderthanen / Buͤrger vnd Jnnwohner / welchen bey Veranlassung der Boͤhmischen oder Teutschen Vnruhe / oder daher entstandenen Buͤndnussen / von einem oder andern Theil / einig Nachtheil oder Schaden / es seye vff was Weiß vnd Schein es wolle / zugezogen worden / so wol Land: vnd Lehenguͤter / wie auch Affterlehen vnd Eygenthuͤmbliche / als Ehre / Freyheit / Recht vnd Gerechtigkeit betreffent / gantz vnd zumal in Geistlichen vnd Weltlichen Sachen / in dem jenigen Standt beyderseits restituirt vnnd wider eingesetzt seyn / darinn sie sich vorhin befunden / oder von Rechts wegen befinden moͤgen: vnbehindert deren entzwischen entstandenen / vnd entgegen lauffenden Veraͤnderungen. [Art. III,2] Am Rande: Erlaͤuterung. Gleich wie aber alle vnd jede Widereinsetzung / mit Vorbehalt allen jhren Rechten / zu verstehen sind / so wohl das Eygenthumb / als die Nutz oder Niessung betreffend / so wider abzutretten seyn / es seyen Geistlich oder Weltliche Guͤter / sie gehoͤren dem Besitzer / oder dem Entsetzten / oder jemand anderst zu / auch ohne Nachtheil der am Kayserlichen Hofe / Reichs ohnmittelbaren oder mittelbaren Gerichten / oder Cammer: oder andern schwebenden litispendentien, Also soll diese allgemeine Exception, oder andere absonderliche nachfolgende heylsame allgemeine oder folgende special-Clausul die Restitution keines wegs behindern: sondern sollen alle solche zustehende Recht / Gerechtigkeiten / Handlungen / Exceptionen vnd Processen, nach erlangter Restitution vor gehoͤrigem Richter alsdann gefuͤhret vnd eroͤrtert werden. Viel wenigers soll dieser Vorbehalt der allgemeinen vnbeschraͤnckten Amnesti oder Außsoͤhnung ichtwas Nachtheil gebaͤhren: oder biß auff die Aachtserklaͤrungen / Confiscirungen / vnnd dergleichen Veraͤnderungen gezogen werden: oder denen in diesem Vergleich getroffenen Puncten ichtwas benehmen. Dann was / oder wie viel Rechts in denen biß dahero strittigen Geistlichen Guͤthern / entweders die wider eingesetzte / oder die wider eingesetzt werden sollen / zukomme / solches soll darunden vnter dem Puncten von Vergleichung der Geistlichen Gravaminum erklaͤret werden. [Artikel] IV. [Art. IV,1] Ob nun zwar auß dieser vorgehenden gemeinen Regul leichtlich zu vrtheilen / welche vnd was gestalt sie theils zu restituiren seyen. So ist jedoch vff etlicher Anhalten / von wichtigen Sachen / als folgt / fuͤr gut angesehen worden / deren in specie Meldung zu thun. Jedoch dergestalt / daß die jenige / so etwan dißfalls nicht benambset / vnd außgelassen wuͤrden / darumb nicht vbergangen / noch fuͤr außgeschlossen zu halten seyen. [Art. IV,2] Am Rande: Pfaͤltzische Sach Vor allen aber ist die Pfaͤltzische Sach bey diesem Tag zu Muͤnster vnd Oßnabruͤck / auch der hieruͤber so lang gewaͤhrter Streit folgender gestalt eroͤrtert worden. [Art. IV,3] Am Rande: Chur.Bayern. Vnd zwar fuͤrs erste / betreffende das Hauß Bayern / soll die Churfuͤrstliche Dignitaͤt / welche hiebevor Chur⸗Pfaltz gefuͤhret / mit allen Regalien / Hochheiten / Wuͤrden / Vorsitz / Wapen

Ergänzt nach Heyll- IPMud.
Recht vnnd Gerechtigkeiten / so viel dieser Dignitaͤt angehoͤrig / nichts außgenom̄en / wie auch die gantze Ober⸗Pfaltz / sampt der Graffschafft Cham / mit allen derselben Zugehoͤrungen / Regalien vnd Gerechtigkeiten / wie biß dahero also auch ins kuͤnfftig verbleiben bey Herrn Maximiliano, Pfaltzgraffen bey Rhein / Hertzogen in Bayern / vnnd dessen Erben Willhelmischen Lini / so lang auß deroselben Mannstamm jemand vorhanden seyn wird.
[Art. IV,4] Dahingegen wird der Herr Churfuͤrst in Bayern fuͤr sich / seine Erben vnnd Nachkommen sich gaͤntzlich verzeyhen der 13 Millionen / vnd allem Anspruch an Ober⸗Oesterreich / auch so bald nach publicirtem Frieden / alle dessentwegen erhaltene Instrumenta der Roͤmischen Kayserliche Mayestaͤtt / vmb solche zu cassiren vnd vffzuheben / außhaͤndigen. [Art. IV,5] Am Rande: Chur⸗Pfaltz. So viel das Hauß Pfaltz betrifft / so thut die Kayserl. Mayestaͤtt / sampt dem Roͤmischen Reich / gemeiner Beruhigung halben zulassen / daß in Krafft dieses Vergleichs / die Achte Churstelle stattfinde / welcher Herr Carolus Ludovicus Pfalßgraffe bey Rhein / dessen Erben vnnd Angewandte / der gantzen Rudolphischen Lini / nach der Successions-Ordnung / so in der guͤldenen Bull begriffen / hinfuͤhro geniesse / Jedoch soll nichts / ausser der Mit⸗Belehnung / Jhme Herrn Carolo Ludovico, oder dessen Nachfolgern zukommen an deme allem / was mit der Chur⸗Dignitaͤt dem Herrn Chur⸗Fuͤrsten in Baͤyern vnd der gantzen Wilhelmischen Lini zugeeygnet worden. [Art. IV,6] Fuͤrs ander / Soll die gantze Vnter⸗Pfaltz sampt allen Geistlichen vnd Weltlichen Guͤtern / Rechten vnnd Zugehoͤrungen / welche vor der Boͤhmischen Vnruhe die Herren Churfuͤrsten vnnd Pfaltzgraffen bey Rhein in Besitz gehabt / sampt allen Documenten, Brieffen / Registern / vnd sonsten dazu gehoͤrigen Acten / demselben vollkoͤmblich eingeraumbt / hingegen alles / so diesem entgegen / auß Kaͤyserlicher Authoritaͤt cassirt vnd abgethan werden. Damit also weder der Koͤnig in Hispanien / noch iemands anderst / so etwas davon hat / dieser Einraͤumunge sich einigerley Weise widersetze. [Art. IV,7] Jndem aber etliche Aempter in der Bergstrassen / von Alters her an Herrn Chur⸗Fuͤrsten zu Maͤyntz gehoͤrig / im Jahr 1463 fuͤr ein gewisse Summa Geldts Chur⸗Pfaltz / mit dem Vorbehalt der immer bevorstehenden Widereinloͤsung / verpfaͤndet worden. So ist verglichen / daß diese Aempter bey dem jetzigen Herrn Chur⸗Fuͤrsten zu Maͤyntz / vnnd dessen im Ertzbischthumb Maͤyntz Nachfolgern verbleiben sollen. Wann der freywillig angebottene Pfandtschilling / von Jhme innerhalb deß in bestaͤttigten Frieden k-zu der execution -k

k-k Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
bestimpten Termins / mit paar Geld abgelegt / vnd dem uͤbrigen / so in bemeltem Pfandt⸗Brieffe versehen / gnug gethan werde.
[Art. IV,8] Dem Herrn Chur⸗Fuͤrsten zu Trier / als Bischoffen zu Speyer / wie auch dem Herrn Bischoffen zu Wormbs solle frey stehen / diejenige Rechten vnnd Anspruͤche / so sie an etliche in der Vnder⸗Pfaltz gelegene Geistliche Guͤter fuͤhren / vor ordentlichem Richter außzufuͤhren: Es were dann Sach / daß sich hieruͤber beyderseits Fuͤrsten guͤtlich verglichen. [Art. IV,9] Am Rande: Wann sich die Achte Chur⸗Stell wider enden solle. Falls sich aber zutruͤge / daß die Wilhelmische Mannliche Lini außstuͤrbe / vnnd die Pfaͤltzische uͤberbliebe / alßdann soll nicht allein die Ober⸗Pfaltz / sondern auch die Chur⸗Dignitaͤt / welche die Hertzogen in Baͤyern gehabt / an die noch lebende Pfaltzgraffen / so entzwischen mit belehnet seyn / heimbfallen / vnd die Achte Chur⸗Stelle gaͤntzlich erloͤschen. Also aber soll die Ober⸗Pfaltz / auff diesen begebenden Fall an die noch lebende Pfaltzgraffen gelangen / daß dennoch denen eygenthumblichen Erben deß Herrn Churfuͤrsten in Bayern jhrige Anspruͤche / vnnd Beneficia, so jhnen von Rechtswegen gebuͤhren / vorbehalten seyen. [Art. IV,10] Am Rande: Specialia das Chur⸗Hauß Pfaltz betreffend. Es sollen auch die Erb⸗ vnd Stammsvertraͤge zwischen dem Hause Pfaltz⸗Heydelberg / vnd Pfaltz⸗Newburg / so von vorigen Kaͤysern / betreffende die Succession in der Chur / bekraͤfftiget / wie auch der gantzen Rudolphischen Lini Befuͤgnussen vnd Rechte / so weit sie dieser Satzunge nicht entgegen / in jhren Kraͤfften verbleiben. [Art. IV,11] Zu dem / so einige Guͤlchische Lehen offen stuͤnden / vnnd solches durch ordentlichen Weg Rechtens beweißlich / sollen solche denen Pfaͤltzischen heimbfallen. [Art. IV,12] Vber dieses / damit Herr Carl Ludwig / etlicher massen / wegen Vnderhalt seiner Herrn Bruͤder befreyet wuͤrde / will die Roͤm. Kaͤys. May. ordnen / daß denselben jetztgedachten Herrn Bruͤdern 400 000 Reichsthaler / innerhalb vier Jahren / vom Anfang deß kuͤnfftigen 1649. Jahrs anzurechnen / gereicht / vnnd jedes Jahrs 100 000 Reichsthaler / sampt den Interessen fuͤnff vom Hundert / erlegt wuͤrden. [Art. IV,13] Am Rande: Amnestia. Darnach soll das gantze Hauß Pfaltz / sampt allen vnnd jeden / so jhnen in einige Weg zugethan gewesen / oder noch seynd / insonderheit die Diener / welche bey gegenwaͤrtigem Convent, oder sonsten / bedienet gewesen / wie auch alle auß der Pfaltz exulirende / in der allgemeinen / oben beschriebenen Amnestia, vnd tractation, gleich andern / bevorab vnd sonderlich / in puncto Gravaminum, vollkomblich begriffen seyn. [Art. IV,14] Am Rande: Obligatio. Da hingegen soll Herr Carl Ludwig / sampt seinen Herrn Bruͤdern / der Roͤm. Kaͤyserl. Mayest. gleich andern Chur⸗ vnnd Fuͤrsten deß Roͤm. Reichs / gehorsamb vnd getrew seyn / vnd inmittelst fuͤr sich / vnnd seine Erben / so wol selbst / als seine Herrn Bruͤder / so lang von der Wilhelmischen Lini rechtmaͤssige Manns⸗Erben vbrig seyn werden / auff die Ober⸗Pfaltz verzeyhen. [Art. IV,15] Als aber von dessen Frawen Mutter / Wittiben / auch Fraͤwlein Schwestern / Vnderhalt / vnnd Heyrathgifft Verordnunge / Meldung geschehen / ist von der Roͤm. Kaͤyserl. May. auß sonderbaren gegen dem Hauß Pfaltz tragender affection, versprochen / daß gedachter Frawen Wittiben / fuͤr Vnderhalt eines vor alles 20 000 Reichsthaler / denen Fraͤwlein Schwestern aber Herrn Carln Ludwig / einer jeden / da sie zur Ehe schreiten / im Namen vnd von wegen Roͤm. Kaͤys. Mayest. 10 000 Reichstha-ler vergnuͤgt werden sollen. Jm vbrigen soll Herr Carl Ludwig jhnen Satisfaction erstatten. [Art. IV,16] Die Herrn Graffen zu Leyningen vnd Daxburg / soll mehrermelter Herr Carl Ludwig / vnd dessen Nachfolger in der Vnder⸗Pfaltz / keinerley Weise beunruhigen / sondern bey dero von etlichen hundert Jahren hergebrachten / vnd von Roͤmischen Kaͤysern bestaͤttigten Recht / geruhig vnd friedlich verbleiben lassen. [Art. IV,17] Am Rande: Freye Reichs⸗Ritterschafft. Die freye Reichs⸗Ritterschafft in Francken / Schwaben / vnd am Rheinstrom / mit jhren Zugehoͤrungen / vnd vnmittelbarem Stande / soll er nicht beleydigen. [Art. IV,18] Es sollen auch die Lehenschafften / so die Roͤm. Kaͤys. Mayest. dem Baron Gerhard von Waldenburg / genandt Schenckherrn / Niclauß Georg Reigersperger / Maͤyntzischem Cantzler / vnd Henrich Broͤmbser / Baron von Ruͤdeßheimb / wie auch so der Herr Churfuͤrste in Bayern dem Baron Johann Adolph Wolffen / genant Metternich / vbergeben / denenselben verbleiben. Hingegen sollen jetztgedachte Lehenleuthe Herrn Carl Ludwigen / als eygentlichem Lehenherrn / vnd dessen Nachfolgern / das Juramentum fidelitatis erstatten / vnd bey Jhme die Ernewerunge der Lehen suchen. [Art. IV,19] Am Rande: Augsp. Confessions Verwandte in der Chur⸗Pfaltz. Der Augspurgischen ConfessionsVerwandte / welche Kirchen eingehabt / vnd vnder selbigen Buͤrger vnd Jnnwohner zu Oppenheim / sollen in den Standt gesetzt werden / als sie im Jahr 1624 gewesen. Den vbrigen Augspurgischen Confessions⸗Verwandten / so dieses suchen wuͤrden / soll hiemit zugelassen seyn / sowol oͤffentlich in Kirchen / zu gewisser Stundt / als privatim innwendig eygenen / oder andern darzu bestimpten Haͤusern / entweders durch jhrige / oder benachbarte / Prediger / jhriges Exercitium zu uͤben. [Art. IV,20] Herr Ludwig Philips / Pfaltzgraffe bey Rhein / soll alle seine Landschafften / Dignitaͤt vnd Gerechtigkeiten / sowol in Geistlichen als Weltlichen Sachen / so jhnen von seinen Vorfahren / entweders auß der Succession, oder Theilung / fuͤr dieser Kriegsempoͤrunge / zugestanden / wider bekommen. [Art. IV,21] Herr Friderich / Pfaltzgraff bey Rhein / soll den vierdten Theil deß Wiltzbacher Zolls / vnd das Closter Hornbach / sampt Zugehoͤr / auch alles was sein Herr Vatter hiebevor daselbsten possidirt, wider erlangen / vnd respectivè behalten. [Art. IV,22] Herr Leopold Ludwig Pfaltzgraffe bey Rhein / soll in der Graffschafft / Veldentz / an der Mosel / so wol Geistlichen als Weltlichen / entgegen vnd wider alles das jenige / so bißhero veruͤbet / in den jenigen Stand / darinn sein Herr Vatter Anno 1624 gewesen / restituirt werden. [Art. IV,23] Am Rande: Strittigkeit zwischen Bamberg / Wurtzburg vnd Brandenburg. Die Strittigkeit / so sich enthaͤlt zwischen dem Herren Bischoffen respectivè Bamberg / vnd Wuͤrtzburg / vnnd dem Herrn Marggraffen von Brandenburg zu Culmbach vnd Onoltzbach / betreffende die Burgk Statt / Ampt vnnd Closter / Kitzingen in Francken am Maͤyn / soll entweders vermittelst guͤtlichen Vertrags / oder Rechtlichen summarischen Proceß / innerhalb zweyer Jahres⸗Fristen außgefuͤhret werden. Bey Straffe der prætension Verlusts: so dem vffziehenden Theil auffzulegen. Jnmittelst aber soll dem Herrn Marggraffen die Vestung Wiltzburg in den Standt / darinn sie zur Zeit der Vbergab gewesen / nach Veranlassung dessen Vergleichs / vnnd Zusage / gesetzet werden. [Art. IV,24] Am Rande: Wuͤrtenbergische Restitution. Das Hauß Wuͤrtenberg soll verbleiben geruͤhiglich bey erlangter possession der Herrschafften Weinßperg / Newstatt / vnnd Meckmuͤhle. Soll auch ferners in alle vnd jede Weltliche / vnnd Geistliche Guͤter / vnnd Gerechtigkeiten / welche dasselbe ein vnnd andern Orts vor diesem Kriegswesen in Besitz gehabt / vnnd in specie beyder Herrschafften Blawbeuern / Achalm / vnd Stauffen / sampt Zugehoͤrungen / vnd underm prætext darzu gehoͤrigen eingenommen Guͤter / insonderheit bey der Statt vnd Gebieth Goͤppingen / vnnd Flecken Pflumeren / der Vniversitaͤt Tuͤbingen / Christloͤblich vermachten Einkuͤnfften l-restituirt werden -l

l-l Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
. Es soll auch widerumb einnehmen die Herrschafften Heidenheimb vnnd Oberkirch die Staͤtte / Balingen / Tutlingen / Elbingen vnnd Rosenfeld / wie auch das Schloß vnd Dorff Neidlingen / mit seiner Zugehoͤrung / ingleichem Hohentwiel / Hohenasperg / Hohenaurach / Hohen⸗Tuͤbingen / Albeck / Hornberg / Schiltach / mit der Statt Schorndorff. Man soll es auch restituiren in die Collegiat-Stiffter Stutgard / Tuͤbingen / Hernberg / Goͤppingen / Bachnang / wie auch in die Abteyen / Probsteyen vnd Cloͤster / Bebenhausen / Maulbrunn / Anhausen / Lorch / Adelberg / Denckendorff / Hirschaw / Blawbeuren / Herprechtingen / Murhard / Alberßbach / Koͤnigsbrunn / Herrenalb / S. Georg / Reichenbach / Pfullingen vnd Liechtenstern / oder Marien⸗Cron / vnd dergleichen / sampt allen entwandten Documenten, Jedoch mit Vorbehalt allen vnnd jeden deß Hauses Oesterreich / vnnd Wuͤrtenberg / an obgedachten Herrschafften Blawbeuren / Achalm vnnd Stauffen / gefuͤhrten Rechten / Handlungen / Exceptionen vnd Beneficien.
[Art. IV,25] Die Herren Wuͤrtenbergische Fuͤrsten der Mompelgarder Lini sollen wider eingesetzt werden in alle jhrige im Elsaß / oder sonsten gelegene Landschafften / vnd benamentlich in die zwey Burgundische Lehenguͤter ⌑Lervant⌑ vnd Parsavant / vnd sollen beyderseits in den Stand gelangen / Gerechtigkeiten / Vorzug / vnnd insonderheit vnmittelbare Bewandtnuß / betreffende das Roͤmische Reich / in welchem sie fuͤrm Eingang der gegenwaͤrtigen Kriegen sich befunden / auch deren sie / gleich andern deß Heil. Roͤmischen Reichs Fuͤrsten vnnd Staͤnden / genossen. ❀ [Art. IV,26] Am Rande: Wie es in der Vnder⸗ vnd OberMarggraffschafft Baden gehalten werden solle. Wegen der Badischen Sache ist es folgender Gestalt verglichen: ❀ Nemblich Herr Friderich / Marggraff zu Baden / vnd Hochberg / dessen Soͤhne vnnd Erben / sampt allen denen / so jhnen einigerley Weise bedienet gewesen / oder annoch bedienet sind / sie seyen was Namens oder Standts sie wollen / sollen sich erfrewen vnd geniessen / der am 2. vnnd 3. Articul obbeschriebenen Amnestia, mit allen denen Clausuln vnd Gutthaten. Sollen auch / krafft deroselben / vollkoͤmblich restituirt werden / so wol in Geistlichen als Weltlichen Sachen / in den Stande / darinn fuͤr der entstandenen Boͤhmischen Vnruhe / Herr Georg Friderich / Marggraff zu Baden vnd Hochberg / betreffend die Vnter-Marggraffschafft Baden / so sonsten vnterm Namen Baden Durlach verstanden wird / wie auch belangendt die Marggraffschafft Hochberg / ingleichem die Landschafften Roͤttelen / Badenweiler vnnd Sausenberg / sich befunden / ohnerachtet deren biß dahero entgegen lauffenden / jedoch cassirt: vnd auffgehobenen Veraͤnderungen / sampt vnnd sonders. ❀ Hierneben sollen Herrn Marggraff Friderichen / ausser Schuldenlast / so immittelst zu den Zeiten Herrn Marggraff Wilhelms gemacht / die Empter Stain vnd Renchingen / sampt allen darzu / Herrn Wilhelmen / Marggraffen zu Baden vbergebenen gehoͤrigen Gerechtigkeiten / Schrifftlichen Vrkunden / vnd andern Zugehoͤrungen / eingeraumbt: wegen aber der Einkunfften / Pensionen vnnd Vnkosten / vermoͤg deß zu Etlingen im Jahr 1629 getroffenen Vergleichs / verfahren werden, m-dergestalt / daß die wegen Schaͤden / Vnkosten vnd Interesse, wie auch der / von zeit an der ersten occupation anzuraitten / erhobener Nutzung / geschwebte Forderung gantz vnd zumal auffgehebt vnd erloschen sein sollen -m

m-m Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
. Es soll auch die jaͤhrliche Pension / so auß der VnderMarggraffschafft der OberMarggraffschafft pflegt abgestattet zu werden / krafft dieses / gaͤntzlich abgethan / cassirt vnd nichtig seyn. Dergestalt / daß dessentwegen niemands / so wol wegen deß verflossenen / als kuͤnfftigen / begehrt oder gefordert werden moͤge. ❀
Es soll auch kuͤnfftig zwischen beyden Badischen Linien / mit der præcedentz vnnd Vorsitz bey des Schwaͤbischen Craͤyses / auch andern so wol allgemeinen / als particular deß Heil. Roͤmischen Reichs Conventen vnd Tagsatzungen / abgewechselt werden. Jedoch daß dieser Vorsitz Herrn Marggraff Friderichen Zeit Lebens verbleibe. [Art. IV,27] Am Rande: Geroltseck. Wegen der Herrschafft Hohen Geroltseck ists verglichen / daß / im Fall die Fraw Marggraͤffin zu Baden jhre Recht / belangend besagte Herrschafft / mit beglaubten Vrkunden genugsamb beweisen wuͤrde / die Einraͤumunge / nach hieruͤber ergangenem Vrtheil / ergehen soll / sampt aller Zugehoͤr vnnd Gerechtigkeit / nach Außweisung der Vrkunden. Diese Sache aber soll nach publicirtem Frieden / innerhalb zweyen Jahren außgefuͤhrt werden. Welcher Gestalt dann nicht sollen statt finden / oder gelten / einige Handlungen / Vergleiche / allgemeine oder absonderliche Clausulen / so in gegenwertigem Friedens⸗Jnstrument begriffen: vnd von einer oder andern Parthey jemals wider diesen absonderlichen Vergleich angezogen werden moͤchten. Massen solche außtruͤcklich / jetzt vnd kuͤnfftig / Krafft dieses / vnguͤltig erkandt sind. [Art. IV,28] Am Rande: Hertzog von Croy. Der Herr Hertzog von Croy soll der allgemeinen Amnestia wuͤrcklich geniessen. Jhme auch weder an Ehr / Privilegien / Wuͤrdigkeit / Guͤter / oder sonsten nachtheilig fallen / weiln er sich vnter Protection der Cron Franckreich gegeben. Er soll auch geruhiglich besitzen den Theil der Herrschafft Vinstingen / welche seine Vorfahren inngehabt haben: gleich wie jetzo seine Fraw Mutter solche / wegen jhrer Morgengabe / besitzet: benebenst deß Heil. Roͤm. Reichs Gesetzen / betreffendt besagte Herrschafft Vinstingen / in vorigem Standt / als sie vor dieser Kriegsvnruhe gewesen / verbleibend. [Art. IV,29] Am Rande: Nassaw⸗Siegen / contra Nassaw⸗Siegen. Anlangend die Strittigkeiten zwischen Nassaw⸗Siegen / contra Nassaw⸗Siegen / weiln diese Sache / vermoͤg Kaͤyserlicher Commission, im Jahr 1643 zur guͤtlichen Vergleichung verwiesen worden / soll solche Commission vffs newe fuͤrgenommen / vnd entweders durch guͤtlichen Vergleich oder Rechtspruche / fuͤrm ordentlichen Richter entscheiden werden: benebenst aber Herr Graff Johann Moritz von Nassaw / sampt seinen Gebruͤdern / ohn einige Betruͤbunge / in dero / nach Außweisung eines jedem Antheil / eingenommenen Possession, verbleiben. [Art. IV,30] Am Rande: Nassaw⸗Sarbruͤcken. Den Herrn Graffen zu Nassaw⸗Sarbruͤcken sollen eingeraumet werden alle jhre Graff⸗ vnd Herrschafften / Gebiethe / Leute

Ergänzt nach BUSCHMANN.
, Geistliche vnd Weltliche Lehen: vnnd eygenthumbliche Guͤter / benamentlich die gantze Graffschafften Sarbruͤck vnd Sarwerth / sampt allem Anspruche: ingleichem die Vestung Homburg / mit Geschuͤtz vnnd Mobilien / so daselbst befindlich. Jmmittelst sollen beyderseits respectivè in jhrer Wuͤrdigkeit verbleiben / so wol was im Jahr 1629 am 7. Julij / durch Vrtheil in Revisions Gerichten zuerkandt / als sonsten wegen zugefuͤgten Schaden / zustehenden Recht vnnd Gerechtigkeiten / Handlungen / exceptionen vnnd Rechtlichen Gutthaten vorhanden. Welche nach deß Heil. Roͤmischen Reichs Gesetzen zu schlichten sind. Es were dann Sache / daß die Partheyen sich lieber wolten guͤtlich vergleichen. Hierbey soll auch den Herrn Graffen von Leiningen⸗Daxburg jhr Recht vnnd Gerechtigkeit / so sie an besagter Graffschafft Sarwerthen gehaben moͤgen / offen stehen / vnd verbleiben.
[Art. IV,31] Am Rande: Hanaw. Die Herrn Graffen zu Hanaw werden eingesetzt in die Aempter Bobenhausen / Bischoffsheimb am Steg / vnd Willstatt. [Art. IV,32] Am Rande: Solms. Herrn Johann Albrechten Graffen zu Solms werde eingeraumet der vierdte Theil der Statt Butsbach / sampt vier angrentzenden Dorffschafften. [Art. IV,33] Jngleichem werde das Hauß Solms / Hohensolms eingesetzt in alle Guͤter vnd Gerechtigkeiten / so jhme im Jahr 1637 entzogen worden: ohnerachtet deß Vertrags / so dessentwegen mit Herrn Georgen / Landtgraffen zu Hessen / nachgehends getroffen. [Art. IV,34] Am Rande: Jsenburg. Die Herrn Graffen zu Jsenburg sollen faͤhig seyn der allgemeinen Amnestia, vermoͤg beschriebenes 2. vnd 3. Articuls: immittelst Herrn Georgen Landtgraffen zu Hessen / oder einem andern / an seinem Recht gegen selbige / oder auch die Graffen zu Hohensolms nichts benommen. [Art. IV,35] Am Rande: Rheingraffen. Die Herrn Rheingraffen werden restituirt in jhre Aempter Throneck vnd Wildenburg / als auch die Herrschafft Morchingen / sampt Zugehoͤrungen / vnd sonsten alle andere / von Nachbarn im Brauch gehabte Gerechtigkeiten. [Art. IV,36] Am Rande: Sayn. Die Fraw Wittib / Herrn Ernsten / Graffen zu Sayn / soll wider eingesetzt werden in die jenige Possession deß Schlosses Staͤttlins / vnd Ampts Hachenburg / sampt Zugehoͤr / als auch deß Fleckens Bendorff / darinn sie fuͤr diesem / ehe sie entsetzt worden / gestanden: jedoch jedermaͤnniglich sein Recht vorbehalten. [Art. IV,37] Am Rande: Falckenstein. Das Schloß vnnd Graffschafft Falckenstein / werde dem jenigen wider eingeraumbt / dem es von Rechtswegen gebuͤhrt. So viel auch Rechts den Herrn Graffen von Raßburg / genandt

Am Rande: Raßburg.
Loͤwenhaupt / an das Ampt Bretzenheimb / Chur⸗Coͤllnisches Lehen / als auch die Herrschafft Reipoltzkirchen vff dem Hundsruͤck / gebuͤhret / soll jhme mit aller Gerechtigkeit vnd Zugehoͤr verbleiben.
[Art. IV,38] Am Rande: Waldeck. Das Hauß Waldeck soll auch wider kommen zum Besitze aller rechtlichen Anspruͤchen in der Herrschafft Didinghausen / vnnd den Dorffschafften Nidernaw / Lichtenscheid / Defeld vnd Niderschlaidern: wie sie solcher im Jahr 1624 genossen. [Art. IV,39] Am Rande: Oetingen. Herr Joachim Ernst / Graff zu Oettingen / werde restituirt in alle Geistliche vnd Weltliche / von seinem Vatter Herrn Ludwig Eberharden / vor diesen Kriegsempoͤrungen im Besitz gehabte Guͤter. [Art. IV,40] Am Rande: Hohenlohe. Jngleichem das Hauß Hohenlohe werde restituirt in alles / so jhm entzogen / bevorab die Herrschafften Weickersheimb / als auch das Closter Scheffersheimb / ohne einige Außrede / bevorab Exceptione retentionis. [Art. IV,41] Am Rande: Loͤwenstein / Wertheimb. Herr Friderich Ludwig / Graffe zu Loͤwenstein vnnd Wertheimb / solle wider eingesetzt werden in alle seine Graf: vnd Herrschafften / welche seither waͤrenden Kriegs sequestrirt, confiscirt, oder andern cedirt vnd vbergeben worden / so wol in Geistlichen als Weltlichen Sachen. [Art. IV,42] Herr Ferdinand Carl Graff zu Loͤwenstein vnd Wertheim / solle alles dasjenige wider erlangen / was ⌑seinem Vattern⌑ Graf Georg Ludwigen vnnd Graf Johann Casimir sequestrirt, confiscirt, oder andern zugeeignet worden / es seye Welt: oder Geistlich / jedoch mit Vorbehalt deren Guͤter vnnd Gerechtigkeiten / welche ⌑Mariæ⌑ Christinæ / besagtes Herrn Georg Ludwigen von Loͤwenstein Tochter / wegen Vaͤtter: vnnd Muͤtterlichen Erbs / zustaͤndig / in welche Sie vollkoͤmblich soll wider eingesetzt werden. Ebenmaͤssig soll auch die Fraw Wittib Herrn Johann Casimirs von Loͤwenstein / in jhre so wol Heyraths: als verhypothecirte Guͤter restituirt werden: mit Vorbehalt dessen Rechtens / so Herrn Graffen Friderich Ludwigen gebuͤhrt / welches zu guͤtlichem Vertrag oder ordentlichem Rechts Proceß verwiesen wird. [Art. IV,43] Am Rande: Erbach. Das Hauß Erbach / insonderheit Herrn Graffen Georg Albrechten Erben / werden restituirt in das Schloß Breuberg / vnnd alle dessen mit Herrn Graffen von Loͤwenstein gemeine habende Rechte / so wol was die Besatzung / als dessen Vffsicht / auch sonsten andere ⌑Kaͤyserliche⌑ Rechte / betrifft. [Art. IV,44] Am Rande: Brandenstein. Die Fraw Wittib vnd Erben deß Herrn Graffen von Brandenstein / sollen wider eingesetzt werden in alle jhre auß Veranlassung deß Kriegs entzogene Guͤter vnd Rechte. [Art. IV,45] Am Rande: Kevenhuͤller. Der Baron Herr Paul Kevenhuͤller sampt seines Bruders Kindern / Cantzlar Loͤfflers Erben / Marx Conraden von Rhelingen Kinder vnnd Erben / ingleichen Hieronymus von Rhelingen sambt seiner Haußfrawen / wie auch Marx Anthoni von Rhelingen / sollen ins gesambt in alle durch Confiscation entzogene Guͤter / voͤllig restituirt seyn. [Art. IV,46] Am Rande: Erbreste obligationes vnbindig. Alle die Contract, permutationes, transactiones, obligationes, vnnd Schuldt-beweißthumben / welche mit Gewalt / auß Forcht / entweders den Staͤnden oder Vnderthanen außgeprest worden / massen insonderheit klagen die Staͤtte / Speyer / Weissenburg am Rhein / Landaw / Reutlingen / Heylbrunn / vnd andere / als auch erkauffte vnd cedirte Handlungen / sollen gaͤntzlich todt vnnd nichtig seyn / dergestalt / daß dessentwegen keine Handlung oder Proceß gestattet werde. Da aber die Debitores die Vhrkunden jhrer Schuldt den Creditorn abgezwungen hetten / solche allesambt sollen restituirt werden / mit Vorbehalt der dessentwegen vorhandenen RechtsProcessen. [Art. IV,47–48] Am Rande: Die Proceß in zwey Jahr zu enden. ⌑Schulden / so entweders von Kauff / Verkauff / jaͤhrlicher Renten / oder sonsten jhren Namen haben / fals sie von einem oder andern kriegenden Theil / auß Haß gegen die Creditores gewaltthaͤtig erprest / vnnd gegen die Debitores, das Gewalt geuͤbet / oder wuͤrckliche Bezahlung fuͤrgangen / anzeigen / vnnd sich zum Beweißthumb anerbieten / sollen dennoch keiner Erkantnuß der ExecutionsProcessen faͤhig seyn.⌑ Es weren dann diese Exceptiones nach vorhergehender Eroͤrterung der Sachen entschieden. [Art. IV,48] Die Processen / so derentwegen angefangen / sollen nach publication deß Friedens / vnter zwey Jahren geendigt werden: bey Straff deß ewigen Stillschweigens: welche den widerspennigen Debitoribus auffzulegen. ¶ Diejenigen Processen aber / so seithero dergestalt gegen sie erlaubt / sampt den Vertraͤgen vnnd Verheissungen / so wegen der Creditorn kuͤnfftiger Restitution fuͤrgangen / sollen vffgehoben / vnd krafftloß seyn: mit Vorbehalt jedoch deren Geltsummen / welche zeit lauffenden Kriegs fuͤr andere / vmb abzuwenden groͤssere Gefahr vnnd Schaden / gutwillig vnd wolmeinend sind verschossen. [Art. IV,49] Am Rande: Vrtheil. Die Vrtheil / welche Zeit wehrendes Kriegs in pur Weltlichen Sachen gesprochen / fals kein Error oder klaͤrlicher Mangel am Tage / oder so baldt zu erweisen / sollen nicht gaͤntzlich auffgehoben / sonsten aber wegen wuͤrcklicher Execution in der gevrtheilten Sache suspendirt seyn / biß die Gerichtliche Handlungen (da einer oder ander Theil / innerhalb einer halben Jahresfrist / nach getroffenem Frieden die Revision suchen wird) fuͤr ordentlichem Richter auff gewoͤhnliche Weise / oder extra ordinem auff Weise so im Heil. Roͤmischen Reiche uͤblich / revidirt, vnd gleichlich erwogen wuͤrden. Vnd dergestalt sollen obbemeldte Vrtheil entweders bestettigt oder verbessert / oder da Nulliteten mit vnter lieffen / gaͤntzlich auffgehoben werden. [Art. IV,50] Am Rande: Lehen. Da auch einige hohe oder privatLehen vom Jahr 1618 nicht ernewert worden / noch auch derentwegen Dienstleistungen geschehen / soll dasselbe niemand nachtheilig fallen / sondern soll die Zeit der erforderten Investitur, vom Tage an deß beschlossenen Friedens seinen Anfang gewinnen. [Art. IV,51] Am Rande: Restitutio generalis. Endlich sollen alle vnd jede KriegsOfficirer / Soldaten / vnd sonsten Raͤthe / Diener / Geist: vnd Weltliche / wessen Namens oder Standes sie auch seyn moͤchten / welche einem oder andern Theil / oder derselben Bundsgenossen / oder sonst Angehoͤrigen / in Kriegs: oder Civil-Sachen gedienet / vom Hoͤchsten biß zum Nidrigsten / vom Nidrigsten biß zum Hoͤchsten / ohne einigen Vnterschied vnnd Außnamb / sampt Weibern / Kindern / Erben / Nachfolgern / Dienern / betreffende so wol deren Person / als Guͤter / in den jenigen Stande / an Leben / Ehr / Gewissen / Freyheit / Recht vnnd Gerechtigkeit / in welchem sie sich vor diesen Kriegslaͤufften befunden / oder von Rechtswegen befinden moͤgen / beyderseits restituirt seyn. Soll auch weder deren Person oder Guͤtern / einiges Nachtheil zugezogen / noch einige Action oder Klage angestellt / viel wenigers einige Straffe oder Schade / vnter was Schein solches auch seyn moͤchte. Vnd dieses alles / so weit es der Roͤm. Kays. May. vnd deß Hauses Oesterreichs Vnderthanen vnnd Vasallen nicht betrifft / solle sein voͤllige Krafft vnd Wuͤrckung haben. [Art. IV,52] Am Rande: Extensio. Die aber der Roͤm. Kays. May. vnd Hauses Oesterreich Vnderthanen vnnd Erb-Vasallen sind / sollen der Amnestia, so wol an Person / als Leben / Dignitaͤt vnnd Ehre geniessen / moͤgen auch in jhr voriges Vatterlandt wider einkommen: jedoch daß sie sich derselben Koͤnigreichen vnd Provincien Gesetzen gemeß bezeigen. [Art. IV,53] Am Rande: Limitatio. So viel aber derselben Guͤter betrifft / so dieselben ehe vnnd bevor sie auff Seiten der Cron Schweden oder Franckreich getretten / durch Confiscation oder andere Wege verlohren / haben zwar die Herrn Schwedische Gesandte lang vnd viel sich dahin bemuͤhet / daß jhnen solche moͤchten wider eingeraumet werden / Jedoch / in dem die Roͤm. Kays. Mayest. in dieser Sachen von andern sich nicht haben wollen Ziel vnnd Maß fuͤrschreiben lassen / vnnd ein mehrers nicht erhalten werden koͤnnen / deß Heil. Reichs Staͤnde auch nicht rathsamb ermessen / daß auff der Kayserlichen beharrlichen Widersetzung vmb deß willen der Krieg laͤnger zu continuiren seye / so sollen solche (Guͤter) als verlohren geschaͤtzt / vnd den jetzigen Besitzern verbleiben. [Art. IV,54] Diejenige Guͤter hingegen / welche jhnen nachgehends / eben dessent willen / daß sie fuͤr Schweden vnnd Franckreich / gegen Kayserliche May. vnd das Hauß Oesterreich / die Waffen gefuͤhrt / entzogen worden / sollen denselben

Emendiert nach Ritzsch- IPOud; in der Druckvorlage: derselben
/ wie sie jetzo zu befinden / jedoch ausser Erstattung Kosten / vnd genossenen Einkunfften / oder zugefuͤgten Schadens / außgeantwortet werden.
[Art. IV,55] Sonsten im Koͤnigreich Boͤhmen / vnd allen andern Kayserlichen Erblaͤndern / soll der Augspurgischen Confession Verwandten Vnderthanen / oder Creditorn, vnd deren Erben / fuͤr jhre privat-Forderungen / so sie der einige haͤtten / vnd derentwegen Rechtliche Klage anstellen / oder verfolgen thaͤten / Recht vnnd Gerechtigkeit / so wol / als denen Catholischen / ohne respect administrirt werden. [Art. IV,56] Am Rande: Was nicht wider zu ersetzen. Von der gedachten allgemeinen Restitution vnnd Widergifft aber / werden außgenommen diejenige / so sich nicht wider erstatten lassen / als Mobilien, vnd sonsten bewegliche Dinge / genossene Renten vnd Abnutzungen / so durch kriegende Theil / Macht vnnd Gewalt entkommen / wie auch die nidergerissene / vnnd vmb gemeiner Sicherheit willen in andere Gebraͤuche versetzte / offentliche vnd privat, Geistliche vnd Weltliche Gebaͤwe / wie nicht wenigers gemeine / vnd privata, feindlich confiscirte, ordentlich verkauffte / vnd von selbsten verschenckte / Deposita. [Art. IV,57] Am Rande: Guͤlchische Succession Sach. Sintemaln aber auch die Guͤlchische SuccessionsSache q-vnter denen Interessirten -q

q-q Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
/ da man nicht vorbawen solte / im Heil. Roͤmischen Reiche schwere Mißhelligkeiten vervrsachen doͤrffte: Hierumb ist verglichen / daß selbige / nach getroffenem Frieden / durch ordentlichen RechtsProceß / fuͤr der Roͤm. Kays. May. oder guͤtliche Vergleichung / oder sonsten ordentliche Wege / vngesaͤumet geschlichtet werde.
[Artikel] V. Am Rande: Der Krieg mehrentheils auß widerwertiger Religion entstanden. Nach dem aber zu gegenwertigem Kriege / mehrentheils die Gravamina, welche sich zwischen beyderley Religion Chur⸗ Fuͤrsten / vnnd Staͤnden deß Heil. Roͤmischen Reichs enthalten / Vrsach vnd Anlaß gegeben: So ist derentwillen / als folgt / verglichen / vnnd transigirt worden. [Art. V,1] Am Rande: Bestettigung deß Passawischen Vertrags vnd Religion-Friedens. 1. Der Vertrag / so im Jahr 1552 zu Passaw gemacht /vnnd darauff im Jahr 1555 gefolgte ReligionsFrieden / gestalt solche im Jahr 1566 zu Augspurg / vnnd nachgehends auff vnterschiedlichen allgemeinen Reichstaͤgen bestettigt worden / sollen in allen jhren / mit der Roͤm. Kayserl. Mayest. Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden / beyderseits Religion einhellig verwilligt: gemacht / vnnd geschlossenen Articuln / bestaͤndig verbleiben / auch vffrichtig / vnd vnveraͤndert gehalten werden. ❀ Was aber vber etlichen / darinn erhaltenen strittiger Puncten / bey diesem Vergleiche mit allgemeiner der Partheyen Beliebung geschlichtet / solches soll hinfuͤhro als eine immergeltende deß besagten Friedens Erleuterunge / so wol Gerichtlich / als sonsten / gelten / vnnd observirt werden / biß daß man / durch Gottes Gnade / sich in der Religion vergleiche: ohnerachtet eines oder andern / inner⸗ oder ausserhalb Reichs / Geistlichen oder Weltlichen / zu was Zeit es geschehen moͤge / eingestrewter Contradiction, oder protestation, welche alle / krafft dieses / vnguͤltig vnnd nichtig erkandt werden. ❀ Jn allem andern aber / zwischen beyder Religion Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden / allen vnnd jeden / solle eine richtige / durchgehende / reciprocirende Gleichheit / ⌑so viel die Form der Republic, die Gesaͤtze deß Heil. Roͤmischen Reichs / vnnd gegenwaͤrtigen Convent betrifft⌑ / also / vnnd dergestalt gehalten werden / daß / was einem Theil recht vnd billig ist / dem andern ebenmaͤssig recht seye: vnd hinfuͤro alle Gewaltthaten / wie sonsten / also auch dißfals zwischen beyden Theilen / zu allen Zeiten verbotten bleiben. [Art. V,2] Am Rande: Von welcher Zeit an die Restitution geschehen solle. 2. Die Zeit / von welcher anzurechnen / die Restitution, oder Widereinnehmung in Geistlichen / geschehen soll / vnnd welche ab deren Veranlassung in Weltlichen Sachen veraͤndert worden / solle seyn der 1. Januarii deß Jahres 1624. Soll derhalben Restitution geschehen allen Chur⸗ Fuͤrsten / vnnd Staͤnden bey-der Religion / die freye Reichs⸗Ritterschafft / als auch Gemeinden vnnd ImmediatDorffschafften / pur vnd voͤllig / mit eingeschlossen: nebenst Vffheb⸗ vnd Cassirunge aller in solchen Sachen ergangenen / publicirten / vnnd gefaͤllten Vrtheiln / Decreten, Vertraͤgen / Bedingungen / vnnd Executionen: dergestalt / daß die Reduction, oder das Absehen / nach besagten Tag obbemeldtes Jahrs gerichtet werde. [Art. V,3] Die Statt Augspurg / Duͤnckelspiel / Biberach / vnnd Ravenßburg / sollen behalten jhre Guͤter / Gerechtigkeiten / vnnd Vbunge der Religion / so am besagtem Jahr vnd Tage im Schwang gangen. Aber wegen der Rathsstellen / vnnd oͤffentlichen Aemptern / seye vnter beyderley Religions⸗Verwandten Gleichheit / vnd ebenmaͤssige Zahl. [Art. V,4] Am Rande: Augspurg in specie betreffend. Jnsonderheit aber / belangendt die Statt Augspurg / seyen deß geheimbden Raths sieben Personen / welche zu erwoͤhlen auß denen Patriciis. Auß dessen werden genommen zween gemeiner Statt Præsidenten, genannt Statt⸗Pfleger / deren einer der Catholischen Religion / der ander der Augspurgischen Confession, zugethan. Von denen Fuͤnff uͤbrigen sollen drey Catholischen / zween Augspurgischer Confession seyn / die uͤbrige Raths⸗Personen deß kleinern Raths / als auch Syndici, vnnd Beysitzer deß Stattgerichts / auch alle andere Officianten / sollen von beyden Religionen an der Zahl gleich seyn. Der Renth⸗ oder Seckelmester seyen drey. Vnter welchen zwey einer / der dritte aber einer andern Religion zugethan seye / dergestalt / daß im ersten Jahr zwey seyen Catholischer / einer aber der Augspurgischen Confession, im andern zwey der Augspurgischer Confession, vnd der dritte Catholischer Religion: Vnd solle also hinfuͤro alle Jahr abgewechselt werden. [Art. V,5] Am Rande: Dessen Zeughauß. Der Zeughauß Vffseher seyen ebenmaͤssig drey / vnnd Jaͤhrlichs gleiche Abwechselungen. Vnnd dieser Gebrauch soll auch bey den Stewer / Proviant / Bauw⸗ vnd andern Aemptern / so von dreyen verwaltet werden / uͤblich seyn: dergestalt / falß in einem Jahr zwey Aempter (als das Rentmeister⸗ Proviant⸗ oder Bauw⸗Ampt) bey zwey Catholischen / vnd einem Augspurgischer Confession-Verwandten seyn / eben selbigen Jahrs zwey andere Aempter (als Vffseher deß Zeughauses / vnnd der Stewer) zweyen auß der Augspurgischen Confession, vnnd einem Catholischen / vffgetragen werden sollen: Kuͤnfftigen Jahrs aber / bey diesen Aemptern an statt zweyer Catholischen / zween der Augspurgischer Confession-Zugethane / vnd eines Catholischen ein Augspurgischer Confessions-Verwandter erwoͤhlet werden. [Art. V,6] Am Rande: Aempter. Die Aempter so einem allein pflegen vertrawt zu werden / sollen nach Erforderung der Sache / entweders ein / oder mehr Jahr vnter den Catholischen vnd Augspurgischer Confessions-Buͤrgern vmbgewechselt werden: Ebener massen / wie von den Aemptern / so 3 Personen vertrawt werden / jetzo Meldung geschehen. ❀ [Art. V,7] Jeder Kirchen vnnd Schulen aber / solle sein eygene Auffsicht gelassen werden. Diejenige Catholischen aber / welche jetzo bey gegenwaͤrtiger Friedenshandlung im Rath vnnd Aemptern / vber die obverglichene Zahl seyn / sollen zwar bey aller vorigen Dignitaͤt vnnd Vortheil / so lang sie leben / oder jhre Stelle nicht auffkuͤnden / verbleiben / allein nicht zu Rath gehen / oder da sie zu Zeiten bey Rath erscheinen wolten / deren Stimm nichts gelten. [Art. V,8] Kein Theil aber soll sich seiner Religions angehoͤrigen Gewalt / vmb den andern Theil zu vnterdrucken / mißbrauchen / oder eine groͤssere Zahl gerads oder vngerads Wegs / zu der Stattpfleger / Rathsmannen vnnd anderer oͤffentlichen Aempter / Dignitaͤt / zu erheben suchen: Da es auch / wann vnd wie offt es versucht wuͤrde / soll solches nichtig seyn. ¶ Derohalben nicht allein diese Verordnung alle Jahr / wann von newen Rathsmannen vnnd anderer Bedienten / in der Abgelebten Platz⸗Ersetzung gehandelt wird / oͤffentlich soll verlesen werden. Sondern auch der Statt⸗Pfleger deß innern vnnd uͤbrigen Raths Amptleuthen / Syndicorum, Richter vnnd anderer Catholischen Bedienten / Wahl / beydes jetzt / beyd kuͤnfftigs / stehe bey den Catholischen / der Augspurgischen Confessions-Verwandten aber bey jhnen selbsten. Also / daß nach Absterben eines Catholischen / ein anderer Catholischer / gleichfalls nach Abgang eines Augspurgischen Confession-Zugethanen / ein

Emendiert nach Heyll- IPOmd, in der Druckvorlage: in
gleichmaͤssiger Folge. ❀
[Art. V,9] Die groͤssere Zahl der Stimmen / in Sachen die Religion directè oder indirectè betreffendt / soll keines Wegs guͤltig seyn. Noch der Augspurgischen Confession zugethanen Buͤrgern dessen Orths / mehr / als den Augspurgischen Confessions-Verwandten / Chur⸗ Fuͤrsten vnnd Staͤnden / deß Heyligen Roͤmischen Reichs nachtheilig seyn. Daferrn nun die Catholischen mit der mehrern Zahl der Stimmen in diesen oder andern Dingen zum Nachtheil der Augspurgischen Confessions-Verwandten sich mißbrauchten / so soll jhnen hiermit vorbehalten seyn / Krafft dieses Vertrags / vmb auff die Abwechselung eines fuͤnfften geheimbten Rathmanns / oder andere billige Mittel zu appelliren. [Art. V,10] Am Rande: Deß Magistrats Wahl. Jm uͤbrigen verbleibt der Religions⸗Frieden / vnnd die Verordnung Kaͤysers Caroli deß ⌑Vierdten⌑ / wegen Wahl deß Magistrats / wie auch die Vertraͤge von Jahren 1584 vnd 1591 (woferrn sie dieser Ordnung directè oder indirectè, nicht zuwider lauffen) in jhren Kraͤfften allerdings vnverletzt. [Art. V,11] Am Rande: Duͤnckelspiel / Biberach / Ravenspurg. Vnd demnach zu Duͤnckelspiel Biberach vnd Ravenspurg / zwey Buͤrgermeister / einer der Catholischen / der ander der Augspurgischen Confession s-und vier Innere Ratsherren in gleicher Zahl von beiden Bekenntnissen bestellt -s

s-s Ergänzt nach Buschmann.
seyn. So solle ebenmaͤssige Gleichheit mit den Rathsmannen / Buͤrgerlichen Richtern / Schatzmeistern / wie auch allen andern oͤffentlichen Aemptern / Dignitaͤten vnd Verwaltungen / gehalten werden: Belangendt den Gerichts⸗Schultheissen / Syndicat / vnnd deß Raths vnnd Gerichts⸗Secretarien / wie auch andere dergleichen Aempter / welche einer Person allein auffgetragen werden / solle immerdar die Veraͤnderung wechsels weiß gehalten werden. Also / daß auff Abgang eines Catholischen alleweil ein Augspurgischer Confessions⸗Verwandter / vnnd hingegen auff Abgang eines Augspurger Confession⸗Zugethanen ein Catholischer im Ampt folge: Was die Manier der Wahl / vnnd mehrere Stimmen / als auch die Vffsichte [der] Kirchen vnnd Schulen / wie nichs wenigers die Jaͤhrliche Ablesung dieser Verordnung betrifft / soll es ebener massen / als mit Augspurg gehalten werden.
[Art. V,12] Am Rande: Thonawerth. Die Statt Thonawerth betreffendt / daferrn in naͤchstkuͤnfftigem allgemeinen Reichs⸗Tage / selbige in vorige Freyheiten wider zu setzen / von deß Heyligen Roͤmischen Reichs Staͤnden solte gut befunden werden / so soll sie gleiches Rechts in Geistlichen vnd Weltlichen / sich bedienen / welches ander deß Heyl. Roͤm. Reichs Staͤnde / Krafft gegenwaͤrtiges Vertrags / geniessen / jedoch ohne Nachtheil deren Rechten / welche bey dieser Statt interessiert seyn. [Art. V,13] Der Termin deß Jahrs Anno 1624 soll denen kein Nachtheil gebaͤhren / welche in Krafft der Amnestiæ oder sonsten restituirt werden sollen. [Art. V,14] Am Rande: Ohnmittelbare Geistliche Guͤter. 3. Anlangend die ohnmittelbare Geistliche Guͤter / sie seyen gleich Ertz⸗Bischthumb / Bischthumb / Prælaturen, Abteyen / Baleyen / Probsteyen / Commenthureyen / oder befreyte Weltliche Stifftungen / vnnd sonsten / sollen sampt den Einkuͤnfften / Pensionen vnnd andern / was Namen sie auch haben moͤgen / in Staͤtten oder vff dem Land / welche die Catholische / oder Augspurgischer Confessions⸗Verwandte Staͤnd den 1. Januarij Anno 1624 in Possess gehabt / alle vnnd jede / nichts außgenommen / derjenigen Religion⸗Verwandten / welche zu besagter Zeit in derselben wuͤrcklichen Possession gewesen / biß daß vber dem Religionsstreit / durch Goͤttlichen Beystandt ein Vergleichung getroffen werde / ruhiglich vnd vnmolestirt verbleiben. Vnd soll keinem Theil zugelassen seyn / dem andern / entweder in⸗ oder ausserhalb Gerichts / Vngelegenheit zu verursachen / viel wenigers einige Vnruhe vnnd Verhinderung zu causiren. Solte aber (da Gott fuͤr behuͤte) wegen deß Religionstreits / einige guͤtliche Composition nicht zu gewarten seyn / soll nichts desto minder gegenwaͤrtige Vergleichung immerwaͤhrend / vnd dieser Friede allezeit bestaͤndig bleiben. [Art. V,15] Am Rande: Wie es zu halten / wann ein Ertz⸗Bisch. etc. die Religion aͤndert. Da nun ein Catholischer Ertz⸗Bischoff / Bischoff / Prælat / oder Augspurgischer Confessions-Verwandter zum Ertz⸗Bischoff / Bischoffen / Prælaten / erwoͤhlet oder postulirt, allein oder sampt den Capitularen / entweders absonderlich / oder saͤmptlich: oder auch ander Geistlichen hinfuͤhro die Religion aͤnderten: dieselben sollen alßbaldt jhres Rechts / jedoch jhrer Ehr vnd Leumuth vnverletzt / entsetzt seyn: benebenst Einkunffte vnd Renthen / ohngesaͤumet / vnnd ausser Einrede erstatten. Vnd soll dem Capitul / oder dem / so solches von Rechts⸗wegen zustehet / bevorstehen / ein andere Person / der Religion / welcher das Beneficium, in Krafft dieser Transaction, gebuͤhrt / anlangend / zu erwoͤhlen vnnd zu postuliren: jedoch mit Vberlassung dem abziehenden Ertz⸗Bischoff / Bischoff / Prælaten / etc. der bißhero genossenen vnd verzehrten Einkuͤnfften vnnd Renthen. ❀ Da nun einige Catholische / oder Augspurgischer Confession-Zugethane Staͤnde von dero Ertzbischthum̄ / Bischthumben / Beneficien vnd Præbenden, so vnmittelbar / vom 1. Januar. an deß Jahrs 1624 in⸗ oder ausser Gerichts / entsetzt / oder auff einigerley Weise vertrieben worden / so sollen sie / Krafft die-ses / alßbalden / so wol in Geistlichen als Weltlichen / mit Abschaffung aller Newerung wider eingesetzt werden / jedoch solcher Gestalt / daß alle ohnmittelbare Geistliche Guͤter / so am 1. Januarij im Jahr 1624 von einem Catholischen Prælaten regiert worden / wiederumb ein Catholisches Haupt uͤberkommen / vnnd hingegen so an besagtem Jahr / vnnd Tage / Augspurgischer Confessions-Verwandte ein Haupt gehabt / auch solches forthin behalten: Jedoch mit Erlassung der jenigen immittelst genossenen Fruͤchten / Schaden vnnd Vnkosten / so ein Theil gegen den andern prætendiren moͤchte. [Art. V,16] Am Rande: Die Wahl-Gerechtigkeit. 4. Jn allen Ertzbischthumben / Bischthumben vnd andern ohnmittelbaren Stifftungen / soll die Wahl⸗gerechtigkeit vnd postulation, nach eines jeden Orths Gewonheit vnd altem Herkommen / vnverruckt bleiben: So weit selbige deß Heyl. Roͤmischen Reichs Satzungen / dem Passawischen Vertrag / Religions⸗Frieden / vnnd insonderheit dieser Erklaͤrung vnd Transaction aͤhnlich sind. Vnd in Ansehen der Ertz⸗Bischthumben / vnnd Bischthumben, [so] der Augspurgischen Confession zugethan verbleiben

In der Druckvorlage: verbleibt
/ ⌑vnd⌑ derselben nichts widriges begreiffen

In der Druckvorlage: begreifft
/ nicht weniger in Bischthumb vnd Kirchen / in welchen Catholische vnnd Augspurgischer Confessions-Staͤnden gleiches Recht uͤblich / soll den alten Gesetzen nichts newes ein-gemischt werden / welches der Catholischen oder Augspurgischen Confessions-Verwandten Conscientz vnnd Sache in einige weg schwaͤchen / oder derselben Recht mindern koͤndte. ❀
[Art. V,17] Die postulirte vnd erwoͤhlte aber / bey dero Capitulation sollen angeloben / daß sie die angenommene Geistliche Fuͤrstenthumben / Dignitaͤten vnnd Beneficien, keines wegs erblich wollen besitzen / oder dahin trachten / daß sie erblich seyen. Sondern es verbleibt dem Capitul / vnd denen / so es nebenst dem Capitul nach Gewohnheit gebuͤhrt / so wohl die Wahl vnnd Postulation, als bey vacirender Stelle / die Verwaltung vnd Bischoͤfflicher Rechten uͤbunge. Werde auch Fleiß angewendt / damit nicht die Edelleute / Patricii, Graduirte vnd andere duͤchtige Personen / da es der Stifftung nicht entgegenlaufft / außgeschlossen / sondern vielmehr in denselben erhalten wuͤrden. [Art. V,18] Am Rande: Ius primari[ar]um precum. 5. Jn welchem Ort die Roͤmische Kayserl. Mayestaͤt das Ius primari[ar]um precum in Herkommen gehabt / soll es auch ins kuͤnfftig bleiben: Wofern allein bey Abgang eines Augspurgischen Confessions-Verwandten / in derselben Religion Bischthumben Augspurgischer Confession, auch deren Lehr vnnd Observantz ein Tauglicher / die preces genuͤsse. Jn Bischthumben aber beyderley Religion / oder andern ohnmittelbaren Orten / soll der Præsentatus die preces primarias nicht geniessen / es ⌑thaͤte dann das vacirende Beneficium, ein Religions⸗Verwandter besitzen⌑. [Art. V,19] Am Rande: De annatis, pallii iuribus. Was von den Annaten, Pallii iuribus, Confirmationen, Mensium Papalium, vnnd dergleichen Gerechtigkeiten vnd Vorbehalt / in denen der Augspurgischen Confessions-Verwandten Staͤnden ohnmittelbahren geistlichen Guͤtern von irrgends einem / wann / vnd vff was weiß es woͤlle / prætendirt werden moͤchte / solches soll keinen wegs bey weltlicher Obrigkeit gesucht werden. [Art. V,20] Am Rande: Menses papales. Jn welcher ohnmittelbaren geistlichen Guͤter Capituln beyderseits Religions-Capitularn vnnd Canonischen / Krafft deß besagten Termins in gewisser Anzahl angenommen werden / vnnd der Zeit die Menses Papales uͤblich sind / so sollen sie auch ferrners / da etliche Capitularen vnd Canonischen / auß der bestimpten Zahl der Catholischen / abgangen / also uͤblich bleiben / vnd zur Execution vff begebenden Fall gezogen werden: Jm Fall die Paͤbstliche Provision, den Capituln ohnmittelbar vom Roͤmischen Hoffe vnd zu rechter Zeit insinuiret wird. [Art. V,21] Am Rande: Der erwehlten Bischoffen confirmation. 6. Welche von der Augspurgischen Confessions⸗Verwandten zu Ertz⸗Bischoffen / Bischoffen oder Prælaten erwoͤhlet oder postulirt werden / sollen von der Roͤmischen Kayserl. Mayst. nach dem sie jnnerhalb Jahrs dero Wahl oder postulation beglaubten Schein einbringen / auch die bey solchen Regal⸗Lehen gewoͤhnliche Pflichte leysten / vnd ausser einiger Einrede investirt werden / vnnd vber die Summ deß gewoͤhnlichen Taxs / ferrners noch dessen Helfft fuͤr die Belehnung reichen. ❀ Eben dieselben / oder / bey vacirender Stelle / die Capitul / vnd die jenige / welchen die Verwaltung mit denselben zugleich gebuͤhrt / sollen sowohl vff allgemeine / als absonderliche Deputations / Visitations / Revisions vnd andere Reichs⸗Convent / dem Gebrauch nach / Schrifftlich beruffen werden / vnd jhre Stimme fuͤhren / allermassen ein jeglicher Standt vor dem Religions⸗Streit derselben Gerechtigkeit faͤhig gewesen. Waserley aber / vnnd wie viel Personen zu dergleichen Convent muͤsten gesand werden / solches wird bey den Prælaten / Capitul vnd Conventualen stehen. [Art. V,22] Am Rande: Titul der Geistlichen Fuͤrsten. Wegen Titulirung der Geistlichen Fuͤrsten Augspurgischer Confession / ists dahin verglichen / daß sie / jedoch ohne Nachtheil Stands vnd Dignitaͤt / den Titul der Erwoͤlten / vnd Postulirten / zum Ertz⸗Bischoff / Bischoff / Apt / vnd Probst / fuͤhren moͤgen. Sollen aber die Session vff der mitlern vnd entgegen stehenden Banck zwischen den Geistlichen vnd Weltlichen einnehmen / Welchen an der Seythen / da deß Heyl. Roͤm. Reichs alle drey Collegia zusam-men kommen / sitzen sollen der Director der Maͤyntzischen Cantzley / in Namen deß Herrn Ertz⸗Bischoffs / als welcher der Reichs⸗Tags Acten General Direction fuͤhrt / vnnd nach demselben die Directores deß Fuͤrstlichen Collegii. Vnd eben dieses soll im Raht der Fuͤrsten / so sie Collegialiter versamblet / von desselben Collegii, vnd dero Acten, Directoribus, allein observirt werden. [Art. V,23] Am Rande: Der Capitularen Gleichheit. 7. Wie viel Capitulares oder Canonici, am 1 Januarij Anno 1624 jrrgendswo entweders Augspurgischer Confession oder Catholischer Religion gewest / so viel sollen daselbst allezeit von beyden Religionen verbleiben: Auch den Absterbenden kein andere / als derselben Religion Zugethane / nachgesetzt vnd surrogirt werden. Da aber an einem Orth dieser Zeit mehr Catholischer Religion / oder Augspurgischer Confessions Capitularn / oder Canonici, Beneficia in possess haͤtten / dann Anno 1624 so sollen zwar diese als Supernumerarii, die Beneficia vnd Præbenden / Zeit Lebens behalten / Nach dero Abgang aber so lang den Catholischen die Augspurgischer Confessions⸗Verwandte / vnd diesen die Catholischen / succediren / biß so lang die Anzahl beyder Religion⸗Capitularn / vnd Canonischen / wider ersetzt seye / als sie am 1. Januarij Anno 1624 gewesen. ❀ Die Vbung der Religion aber in den vermischten Bischthumben soll dergestalt restituirt werden / vnnd verbleiben / wie vnd welcher gestalt solches im Jahr 1624 offentlich im Brauch vnnd zulaͤssig gewesen / vnd solle obigem allem weder mit der Wahl [o]der Vorstellung / oder sonsten nichts hinderlichs vorgehen. [Art. V,24] Am Rande: Der Stifftungen aͤnderung. 8. Welche Ertz⸗Bischthumb / Bischthumb oder andere Stifftungen vnd geistl. Guͤter / mittel oder ohnmittelbar / zur satisfaction der Koͤnigl. Mayst. vnd Reiche Schweden / oder zu gleicher Recompens vnd Schadloßhaltung dero Bundsgenossen / Freunden vnnd Interessirten, kommen / sollen bey deren sonderbaren / drunden bemeldten Vergleichungen allerdings verbleiben. Jn allen denen aber / so daselbst nicht begriffen / vnd vnter diesen / belangende §. lus Diœcesanum 16. infrà positum, sollen sie deß Heyl. Roͤm. Reichs Satzungen / vnd gegenwaͤrtigem Vertrag vnterworffen seyn. [Art. V,25] Am Rande: Der Augspurg Confessions Verwandten fundament dieser transaction, restitution, vnd kuͤnfftiger observants ist die possessio den 1. Jan. An. 1624. 9. Alle Cloͤster / Collegia, Balleyen / Commenthureyen / Kirchen / Stifftungen / Schulen / Hospitalien / vnd andere mittelbare geistliche Guͤter / wie auch deren gefaͤlle

Emendiert nach Heyll- IPOmd, in der Druckvorlage: gefaͤlt
vnd Recht / wie sie Namen haben moͤgen / welche die Augspurgische Confessions⸗Verwandte Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤndt den 1. Jan. Anno 1624 im Besitz gehabt haben / die-selbe allesampt sollen sie hinfuͤro / solche seyen gleich bißhero in dero Handen verblieben / oder wider restituirt worden / oder in Krafft dieser transactiō noch zu restituiren / im Besitz behalten / biß die Religions⸗Strittigkeit durch beeder Theil guͤtliche

Emendiert nach Heyll- IPOmdgt;; in der Druckvorlage: geistliche
vnd gemeine Vergleichung beygelegt sein werde / ohngeacht deß Vorwandts / sie seyen vor: oder nach dem Passawischen Vertrag vnd Religion⸗Frieden reformirt vnd eingenommen worden / wie auch daß sie nicht Jn: oder von der Augspurgischen Confessions-Verwandten Staͤndt Landts⸗Obrigkeit seyen / oder andern Staͤnden jure suffraganeatus, diaconatus, oder in andere weg verbunden angegeben werden /❀
dann daß einige fundament dieser transaction, restitution, vnnd kuͤnfftiger observantz ist die den 1. Januarij Anno deß 1624. Jahrs gehabte possessio, allerdings ohngeacht auch deß Vorwandts etlicher Orthen eingefuͤhrten interimsexercitii, auch vor: vnnd nachgehend / gemein / oder sonderbahren Vertraͤgen / entstandener Strittigkeit / oder entschiedener Sachen / oder erlangter Decreten, Mandaten, Rescripten, paritoriis, reversalibus, litispendentiis, oder andern Scheins / wie solcher vorgebracht werden moͤchte / ❀ dann da von obgedachten Guͤthern allen / auch deren Zugehoͤrungen vnd Nutzungen den Augspurgischen Confessions⸗Verwandten ichtwas / vff einige Weiß oder Weg Jn: oder ausserhalb Gericht / von besagter Zeit an / entwendet oder entzogen worden / daß solle ohne Verzug vnnd Vnderschiedt (vnd neben solchem in specie alle die Cloͤster / Stifftungen / vnnd Geistliche Guͤther / so der Hertzog zu Wuͤrttenberg / in Anno 1624 in possess gehabt) mit jhren Zugehoͤrungen / Renthen vnd Verbesserung / wo sie auch gelegen / neben abhanden gebrachten Documenten wider in den vorigen Standt gesetzt werden. Es sollen auch die Augspurgische Confessions⸗Verwandte in erhaltener vnd wider erlangter possession ins kuͤnfftig vff keine Weiß weiter nicht betruͤbt werden / sondern vor aller Thaͤttligkeit / oder Rechtlicher Verfolgung zu ewigen Tagen / biß daß die Religions⸗Strittigkeit vffgehoben werden moͤchte / sicher seyn. [Art. V,26] Hingegen sollen auch die Catholische alle Cloͤster / Stifftungen / vnd mittelbare Collegia, welche sie am 1. Januarij / Anno 1624 wuͤrcklich in Besitz gehabt / ingleichem possidiren / ob sie schon in der Augspurgischen Confessions⸗Zugethanen Staͤnden Gebiethe vnd Landtschafften

Am Rande: Jngleichem auch der Catholischen.
gelegen. Allein in andere Religions⸗Orden / ausser denen deren Reguln sie anfaͤnglichs zugeordnet / nicht veraͤndert werden. Es were dann ein solcher Orden gaͤntzlich erloschen. Dann vff solchen Fall soll dem Catholischen Magistrat frey stehen / auß einem andern in Teutschlandt fuͤr dem Religions⸗Streit gewesenen / uͤblichen Orden / newe Religiosen zubestellen / ❀
in wasserley Stifften aber / Collegiat-Kirchen / Cloͤstern / Hospitalien / so mittelbar / Catholische vnnd Augspurgischer Confession zusammengelebt / daselbst sollen sie auch forthin ins gesampt / in gleicher Zahl / welche am 1. Januarij / Anno 1624 daselbst gewesen / leben. Das oͤffentliche Religions Exercitium soll auch bestaͤndig verbleiben / welches an einem jeden Orth an obbemeldtem Tage vnd Jahr im Brauch gewesen / ohne ein oder andern Parthey hinderung. ❀ Jn was fuͤr mittelbaren Stifften auch Anno 1624 am 1. Januarij / die Roͤm. Kayserl. May. primarias preces exercirt, daselbsten soll sie auch solche forthin exercirn / vff Maß vnd Weiß / als droben bey den ohnmittelbaren Guͤthern anerwehnt. Eben dieses soll allhie auch von den Mensibus Papalibus beobachtet werden / massen droben von diesen bey dem 5. Articul verordnet worden. Es sollen auch die Ertzbischoffen / vnd welchen sonsten ein solches Ius gebuͤhret / die Beneficia Mensium extraordinariorum erstatten. ❀ Da auch die Augspurgische Confessions⸗Verwandte in dergleichen mittelbaren Geistlichen Guͤtern / so am besagten Tage vnd Jahr von Catholischen wuͤrcklich / voͤllig / oder eines theils possidirt worden / die Iura præsentandi, Visitandi, Inspectionis, Confirmandi, Corrigendi, protectionis, Aperturæ, Hospitationis, Servitiorum, operarumque; gehabt: oder Pfarrherrn vnd Vorsteher / daselbsten gehalten: diese Gerechtigkeiten sollen jhnen vnverruckt bestaͤndig verbleiben. ❀ Vnd da die Wahl vff gewisse Zeit vnd Weise nicht geschiehet / soll der erledigten

Emendiert nach Heyll- IPOmd, in der Druckvorlage: erlegten
Præbenden Gifft vnd Außtheilung / in derselben Religion Personen / welcher der Abgestorbene zugethan gewesene auß zugewachsenem Rechten / conferirt werden. Nur allein / daß in dergleichen mittelbaren Geistlichen Guͤtern der Catholischen Religion kein Nachtheil begegne: vnnd dem Catholischen Geistlichen Magistrat jhre Rechte / krafft der Jnsatzung deß Ordens / so sie an die ⌑Religion⌑ haben / in Kraͤfften verbleiben moͤgen. Eben denselben / fals die Wahl vnd Collatur, der entledigten Præbenden / zu gebuͤhrender Zeit nicht ersetzt wuͤrden / soll es an jhrem Rechten nichts benehmen. ❀
So viel die Pfandtschafften im

Am Rande: Pfandschafften.
Heil. Roͤmischen Reiche betrifft / nach dem in der Kayserlichen Capitulation versehen / daß ein Erwoͤhlter Roͤmischer Kayser denen ohnmittelbaren Chur⸗Fuͤrsten / vnnd Staͤnden deß Heil. Roͤm. Reichs / dergleichen Pfandtschafften confirmiren, vnnd sie bey solcher sichern vnd geruhlichen Possession manuteniren solle. So ist verglichen / daß diese Verordnung / biß daß mit Einwilligung Chur⸗ Fuͤrsten / vnnd Staͤnden / ein ander Schluß erfolge / so lang genehm gehalten werde. Vnd dannenher der Statt Lindaw / vnnd Weissenburg / im ⌑Nuͤrnbergischen⌑ / bey wider Erstattung ⌑vorigen Stands⌑ / jhrige Reichs Pfandtschafften wider einzuraumen seyen. ❀
[Art. V,27] Was aber fuͤr Guͤter die Staͤnde deß Heil. Roͤmischen Reichs einander / vermoͤg Pfandts Rechts / vor Menschen Gedencken / versetzt haben / in denselben soll die Widerloͤsung anderer gestalt nicht statt finden / es seyen dann der Possessorn Exceptiones, vnd Merita causarum, genugsamb erwogen. ❀ Da nun solche Guͤther bey jetzigem waͤrendem Kriege / etwan ohne vorgehende Erkuͤndigung der Sachen / oder ohne Zahlung oder Erledigung / von jemandt eingenommen worden weren / so sollen sie / sampt denen Vrkunden / alsbald den vorigen Besitzern voͤllig eingeraumbt werden / vnd so das Vrtheil die Widerabloͤsung verstattet / vnnd darinn zu Recht gesprochen / auch bey Erlegung deß Gelts die restitution erfolgt / so soll dem ordentlichen Herrn bevor stehen / in diese verpfaͤndete / an jhn wider kommende Landtschafften seiner Religion Exercitium oͤffentlich einzufuͤhren / die Jnwohner jedoch vnnd Vnderthanen sollen nicht gehalten seyn abzuziehen / oder jhre Religion / so sie vnterm vorigen Besitzer derselben verpfaͤndeten Landen gehabt / zuverlassen. Vom oͤffentlichen aber dero Religions Exercitio soll zwischen jhnen / vnd dem ordentlichen ablegendem Herrn transigirt werden. [Art. V,28] Am Rande: Freye Reichs⸗Ritterschafft. 10. Die freye vnd ohnmittelbare Reichs-Ritterschafft / auch alle vnd jede derselben Glieder / sampt Vnderthanen / vnd jhren Lehen: vnd eygenthumblichen Guͤtern / daferrn nicht etwan et-licher Orthen / vermoͤg der Guͤther / oder respect der Bottmaͤssigkeit / oder Wohnung / andern Staͤnden sie subject erfunden wuͤrden / krafft deß Religion-Friedens vnnd gegenwertigen Vergleichs in den Rechten die Religion betreffent / vnd dannenhero kommenden Beneficien, sollen gleiches Recht haben / welches obgedachten Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden gebuͤhrt / noch

Emendiert nach Heyll- IPOmd, in der Druckvorlage: vnd
in derselbigen vnter einigem Schein verhindert oder betruͤbet werden. Die aber betruͤbt worden / sollen allesampt allerdings in vorige Possession restituirt werden.
[Art. V,29] Am Rande: Freye Reichs-Staͤtt. 11. Die freye ReichsStaͤtt betreffent / gleich wie sie sambt vnd sonders / vnter dem Namen der Staͤndt deß Reichs nicht allein in dem ReligionFrieden / vnd gegenwaͤrtiger dessen Erklaͤrung / sondern auch sonsten allenthalben ohnzweyffentlich begriffen / Also sollen auch auß selbigen diejenige / bey welchen in Anno 1624 allein eine Religion in uͤbung gewesen / in jhrem Gebiet / gegen dero Vnderthanen nicht weniger / als in jhren Mawren vnd Vor⸗Staͤtt / so wol in Befuͤgnuß zu reformiren / als andern ReligionsFaͤllen / mit den hoͤhern ReichsStaͤnden gleiches Recht haben / der gestalt / was von solchen verordnet vnd verglichen ist / auch von diesen gesagt vnnd verstanden werden solle / vneracht / daß in solchen Staͤtten / in welchen von der Obrigkeit vnnd Buͤrgern / jedes Orths Gewonheit vnnd Gesetzen nach / allein das Augspurgische Confessions Exercitium im Jahr 1624 gewest ist / etliche Catholischer Religion Verwandte Buͤrger daselbst sich vffhielten / oder auch in etlichen Capituln / Collegiat Kirchen / vnd daselbst gelegnen Muͤnstern vnd Kloͤstern / so dem Heil. Roͤmischen Reiche mittel⸗ oder ohnmittelbar vnterworffen / vnnd in dem Standt / darinn sie am 1. Januarij Anno 1624 gewesen / auch forthin mit den Geistlichen / so jnnerhalb besagter Zeit nicht eingefuͤhrt worden / auch der Catholischen dessen Orths sich der Zeit befindenden Buͤrger / so wohl activè, als passivè zugedulden / der Catholischen Religion Exercitium uͤblich were. ❀ Fuͤr allen Dingen aber sollen die Reichs Staͤtte / welche einer / oder beyderley Religion zugethan / (vnter welchen letztern fuͤrnemblich Augspurg / Jtem Dinckelspuͤl / Biberach / Ravenspurg / vnd Kauffbeur) vom Jahr 1624 wegen der Religion oder Geistlichen Guͤter / vor oder nach dem Passawischen Vertrag / vnd folgendem ReligionsFrieden occupirt, vnd reformirt / oder sonsten in Ansehung der Religion / in politischen Sachen / in⸗ oder ausserhalb Rechtens / einigerley Weise beschwert worden seyn / in den Standt / in welchem sie am 1. Januarij vorbesagtes 1624. Jahrs / so wohl in Geistlichen als Weltlichen Dingen / gestanden / nicht wenigers als die vbrigen hoͤhere ReichsStaͤndt voͤlligster Dingen restituirt werden. Vnd bey diesem / ohne ferrnere Beunruhigung / so wohl als jene / welche sie der Zeit noch in Besitz gehabt / oder im-mittelst die possession wider erhalten / biß zu guͤtlichem ReligionsVergleiche / verbleiben. Vnd soll keinem Theyl zugelassen seyn / den andern von seiner Religions Vbung / Kirchengebraͤuche / vnd Ceremonien zu vertreiben: Sondern sollen die Buͤrger bey einander friedlich vnd schiedlich wohnen / vnnd dero freyen Religions: vnd jhrer guter Gebraͤuch beyderseits uͤben / mit Vffhebung dessen / so daruͤber geurtheilt vnd verglichen Rechthaͤngigen Sachen / deren im 2. vnd 9. Articul erwehnten Exceptionen, Jedoch soll gelten / vnd in salvo bleiben das jenige / was in Sachen von Augspurg / Dinckelspuͤl / Biberach vnd Ravenspurg vorher am 2. Articul disponirt worden. [Art. V,30] Am Rande: Graffen / Freyherrn / Ritter. 12. So viel die Graffen / Freyherrn / Ritter / Lehenleute / Staͤtt / Stifftungen / Cloͤster / Commenthureyen / Gemeinden vnd Vnderthanen / so den ohnmittelbahren Geist: oder Weltlichen Reichs⸗Staͤnden vntergeben seyn / belangt. Demnach solchen ohnmittelbahren Staͤnden neben der

In der Druckvorlage: den
Landts: vnnd hohen Obrigkeit / dem gemeinen herkommen nach / durch das gantze Roͤmische Reich / auch das Recht / die Religion zu reformiren / zustehet / vnd deren Vnderthanen / wann sie nicht jhrer Herrn Religion seyn wollen / der Abzug vor laͤngsten vergoͤnnet. Vnd vber diß / zu mehrer Erhaltung vnter den Staͤnden Eintraͤchtigkeit / versehen worden / daß keiner deß andern Vnderthanen zu seiner Religion ziehen / vnnd der Vrsach halben in seinen Schutz oder protection nehmen / vnd jhnen einigerley Weiß beystehen solle / etc. So ist verglichen / daß eben dieses ferrners auch von beyderley Religion Staͤnden beobachtet / vnd einem ohnmittelbahren Stande sein Recht / welches jhme wegen Landts⸗ vnd Oberbottmaͤssigkeit in Religions Sachen gebuͤhrt / nicht verhindert werden soll. ❀
[Art. V,31] Ohnerachtet aber dessen sollen der Catholischen Staͤndte Landtsassen / Lehenleuthe vnnd Vnderthanen / wessen Standts sie seynd / welche entweders das oͤffentliche oder privat Exercitium der Augspurgischen Confession Anno 1624 zu welcher Jahrszeit es auch gewesen / entweders vermoͤg gewissen Vertrags / oder Privilegij / oder langem Herkom̄en / oder auß blosser observantz dessen Jahrs gehabt / solches auch hinfuͤro / sampt seinem Anhang / im Gebrauch behalten / wie es gedachten Jahrs geuͤbet oder / daß sie es exercirt haͤtten / beweisen koͤnnen: Allermassen diesem anhaͤngig die Verordnung der Consistorjen / deß Kirchen vnd Schulen Ministerii, jus Patronatus, vnd andere dergleichen Rechte / vnd sollen nichts wenigers in Besitz bleiben aller zu besagter Zeit ingehabten bestellten Kirchen / Stifftungen / Cloͤstern / Hospitalien / sampt allen Zugehoͤrungen / Einkuͤnfften / vnnd Zusaͤtzen. ❀ Vnd diese Dinge ins gesampt sollen allezeit vnd allenthalben beobachtet werden / so lang / biß wegen der Christlichen Religion entweder durchgehends / oder vnter den ohnmittelbaren Staͤnden / vnnd deren Vnderthanen / mit einhelligem Consens, ein anders verglichen / daß keiner von dem andern einigerley Weiß oder Wege turbirt werde / ❀ [Art. V,32] die aber / so einiger Weiß turbirt, oder entsetzt worden / sollen ohne einige Außflucht in denjenigen Standt / darinn sie Anno 1624 gewesen / voͤllig restituirt werden. ❀ Vnnd eben diß soll auch gehalten werden wegen der Catholischen Vnderthanen / so vnter den Augspurgischen Confessions⸗Verwandten Staͤnden gesessen / wo sie in besagtem 1624. Jahr der Catholischen Religion das oͤffentliche oder privat Exercitium uͤblich gehabt. [Art. V,33] Am Rande: Wie die Vertraͤg anzusehen. Die vorgangene Vertraͤg: Vergleich: vnd Bewilligungen / so vnter solchen vnmittelbaren ReichsStaͤnden / auch jhren LandtStaͤnden vnd Vnderthanen / vber deß oͤffentlichen oder privat⸗Religions⸗Exercitij Einfuͤhrung / permission vnd conservation, hiebevorn beschehen / vnd getroffen worden seyn / sollen so weit genehm vnd bestaͤndig gehalten werden / als sie der Observantz deß 1624. Jahrs nicht entgegen lauffen / noch von solchem anders / als mit beyderseits Einwilligung abgetretten werden / ohnerachtet / sondern mit vffhebung aller deren deß 1624. Jahrs Observantz, als welche gleich einer Regul c-zu halten / -c

c-c Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
entgegen lauffenden Gefaͤllten

In der Druckvorlage: Gefaͤllen
vrthei-len / Reversalien, Pacten / oder einigerley Vertraͤg. Vnd vnter diesen die / so der Bischoff zu Hildesheimb / vnd die Hertzogen zu Braunschweig vnd Luͤneburg / vber die Religion / vnd dessen Exercitio, der Staͤnden vnd Vnderthanen deß Bisthumbs Hildesheimb / vnterschiedlich mal Anno 1643 sich verglichen haben. ❀
Es sollen aber von bemeltem Termin außgenommen / vnd den Catholischen fuͤrbehalten werden / die 9 Cloͤster im Stifft Hildesheimb / welcher sich die Hertzogen zu Braunschweig im selbigen Jahr vff gewisse Maß begeben haben. [Art. V,34] Am Rande: Freyes Gewissen der Vnderthanen beyder Religion. Es ist auch beliebet worden / daß diejenige der Catholischen Vnderthanen / so der Augspurgischen Confession zugethan / wie auch die Catholische der Augspurgischen ConfessionsVerwandte Vnderthanen / so Anno 1624 das offentlich oder privat-Exercitium jhrer Religion zu keiner Zeit deß Jahrs gehabt / Jngleichem auch / welche nach publication deß Friedens / fuͤrders kuͤnfftiger Zeit ein andere Religion / als deß Landtsherrn / fuͤhren vnd uͤben / sollen gedultet werden / vnd mit freyem Gewissen in jhren Haͤusern / ausser Inquisition oder turbirung / privatim jhrer devotion abwarten. Jn der Nachbarschafft aber / so offt vnd weß Orts es jhnen beliebig / dem oͤffentlichen Religions⸗Exercitio bey wohnen / oder jhre Kinder jhrer Religion zugethanen frembden Schulen / oder zu Hauß privatis Præceptoribus in die Vnderweisung ohne Verhinderung dargeben moͤgen. Sondern vielmehr dergleichen Landtsassen / Vasallen vnd Vnderthanen sollen im vbrigen jhr Ampt / mit gebuͤhrender subjection vnd Gehorsamb verrichten / vnd zu keinen Verwirrungen vrsach geben. ❀ [Art. V,35] Es seyen aber gleich Catholischer oder Augspurgischer Confession die Vnderthanen / sollen sie nirgends wegen der Religion veracht: auch nicht auß der Kauffleuthen / Handwerckern oder Zuͤnfften Gemeinschafft / Erbschafften / Legaten / Hospitalien / Sondersiechen / Allmosen / auch andern Gerechtigkeiten oder Handlungen / viel wenigers oͤffentlichen Kirchhoͤffen vnd ehrlichen Begraͤbnussen / außgeschlossen / oder dergestalt ichtwas fuͤr Begraͤbnußkosten an die noch Lebende / ausser was derselben Pfarrkirchen Gerechtigkeit in dergleichen Faͤllen mit sich bringt / gefordert werden: Sondern in diesen vnd dergleichen / sollen sie mit denen Nebenbuͤrgern einigerley Recht / Schutz vnd Gleichheit geniessen. [Art. V,36] Da aber ein Vnderthan / so weder oͤffentlich noch privat seiner Religion Exercitium Anno 1624 gehabt / oder auch / so nach publicirtem Frieden die Religion endern wird / von selbsten abziehen wolte / oder von dem Landtsherrn solches zuthun befelcht were / dem soll frey stehen / entweder bey behaltenen oder vereusserten Guͤtern abzuziehen / das Behaltene durch die Diener zu verwalten / vn̄ so offt es die Sache erfordert / sein Gut zu besichtigen / Rechtfertigungen zu vollfuͤhren / oder Schulden einzutreiben / frey vnd ohne Geleitsbrieffe / sich dahin zu verfuͤgen. [Art. V,37] Es ist aber verglichen / daß von den Landtsherrn denjenigen Vnderthanen / so weder offentlichs / weder privat / jhrer Religions Exercitium besagtes Jahrs gehabt / vnd demnach zur Zeit gegenwertiges Friedens publication in eines oder deß andern ohnmittelbaren ReligionsStaͤnden Landen wohnhafft / welchen auch die zuzurechnen sind / so wegen vermeydung Kriegsbedrangnuß / anders wohin / nicht aber der Meynung gaͤntzlich abzuziehen / sich begeben haben / vnd nach gemachtem Frieden widerumb anheimb zu kehren vorhabens / nicht geringer als vnter fuͤnff Jahren / denen aber / so nach publicirtem Frieden die Religion enderten / nicht vnter drey Jahren / es sey dann / daß sie ein geraumere vnd laͤngere Zeit erlangen moͤchten / der Termin angesetzt werden soll / ❀ vnd dergestalt entweders von selbsten / oder auß zwang Abziehenden / soll keines wegs jhrer Geburt / Herkommens / Entledigung / Handtwercks vnd ehrlichen Wandels Zeugnuß verwaigert / oder dieselben mit vngewoͤhnlichen Reversen hochgespantem Abzug deß zehenden Pfennigs / vber die Gebuͤhr belegt / viel wenigers denen / so von selbsten abziehen / einige Dienstbarkeit / oder vnter andern Schein Verhinderungen zugezogen werden. [Art. V,38] Am Rande: Schlesische Fuͤrsten vnd Staͤtt Augspurgischer Confession. 13. Die Schlesische Fuͤrsten Augspurgischer Confession / als die Hertzogen zu Brieg / Lignitz / Muͤnsterberg vnd Oelß / ingleichem die Statt Breßlaw / sollen bey freyen jhrer vor dem Krieg gehabten Recht vnd Gerechtigkeiten / als auch deß Exercitij Augspurgischer Confession / auß Kayserl. vnd Koͤnigl. Begnadigung gehandhabt werden. [Art. V,39] Was aber die Graffen / Herrn / Edelleuthe / vnd jhre Vnderthanen / in den vbrigen Schlesischen Fuͤrstenthumen / welche ohnmittelbar zu der Koͤniglichen Camer gehoͤrig / dann auch die jetziger zeit in vnter⸗Oesterreich befindliche Graffen / Herren / vnd Ritterstandts / betrifft / ob zwar der Roͤm. Kays. Majestet das Recht / das ReligionsExercitium zu reformiren nicht weniger / als andern Koͤnigen vnd Fuͤrsten / zustehet / jedoch / nicht zwar nach der Vergleichung deß vorgehenden Articuls / ⌑noch vorgangenem Vertrag / etc.⌑ sondern vff interposition der Koͤnigl. May. in Schweden / vnd den Augspurgischen Confessionsverwandten Staͤnden zu Lieb / lassen sie zu / daß selbige Graffen / Herren vnd Edlen / auch deroselben in benandten Schlesischen Fuͤrstenthumen Vnderthanen / wegen Profession der Augspurg. Confession / von Orthen vnd Guͤtern nit duͤrffen außweichen / noch auch vmb jhrigs Exercitium in nechst angrentzenden Orthen / ausser Gebiets / zu besuchen / behindert werden sollen. Woferrn sie nur im vbrigen sich still vnd friedlich / vnd dergestalt / als sichs gegen jhre hoͤchste Obrigkeit gebuͤhrt / verhalten. Da sie aber von selbsten abziehen theten / vnd jhre ligende Guͤter entweders nit verkauffen wolten / oder nicht verleyhen moͤchten / so soll jhnen ein freyer Zugang / vmb jhre Guͤter zu besichtigen vnd zu verwalten / zugelassen seyn. [Art. V,40] Am Rande: Erlaubnuß Kirchen zu bawen. Vber dieses aber / was vorhin von besagten Schlesischen Fuͤrstenthumen / so ohnmittelbar zu der Koͤniglichen Cammer gehoͤrig / verordnet / versprechen die Roͤm. Kays. Mayestet ferrners / daß Sie denen / so in solchen Fuͤrstenthumen der Augspurg. Confession zugethan sind / zu Behuff dieser Confessions uͤbunge / drey Kirchen vff jhren eigenen Kosten / ausser den Staͤtten Schweinitz / Jaur / vnd Gloggaw / bey der Stattmawer an darzu bequemen von Jhrer Kayserl. Mayst. Befehl designirten Orthen / nach getroffenem Frieden vffzubawen / so bald sie solches begehren werden / erlauben wollen. [Art. V,41] Vnnd als von mehrer ReligionsFreyheit vnd Vbung / in obgedachten vnd vbrigen der Roͤm. Keyserl. Mayestet vnd Hauses Oesterreichs Koͤnigreichen vnd Landen zuzulassen / bey gegenwertigem Tractaten viel gehandelt worden. Vnd wegen der Herrn Kayserlichen Ge-vollmaͤchtigten Widersprechungen man nicht eins werden moͤgen: So behalten die Koͤnigliche Mayestet in Schweden / vnd Augspurgischer Confessionsverwandte Staͤnde sich bevor / vmb dessentwegen vff nechtskuͤnfftigen Reichstage / oder sonsten bey der Roͤm. Kayserl. Mayestaͤt / jedoch mit vorbehalt / des

Emendiert nach Ritzsch- IPOud, in der Druckvorlage: daß
nichts desto minders fortgehenden Friedens / vnd Außschliessung aller Gewalt vnd Feindthaͤtligkeit / ferrners respectivè gütlich vnd demuͤtig zu intercediren.
[Art. V,42] Am Rande: Lehens vnd Affterlehēs qualitet. 14. Von der blossen Lehens oder Affterlehens qualitet, sie kommen vom Koͤnigreich Boͤhmen / oder Chur: Fuͤrsten / vnnd Staͤnden deß Heil. Roͤmischen Reichs / oder anderst woher / entstehet die Gerechtigkeit zu Reformiren nicht / sondern ⌑da⌑ diese Lehen vnd Affterlehen / als auch Vasallen / Vnderthanen vnd geistliche Guͤter / in Religions⸗Sachen / vnd was der Lehensherr prætendirt, eingefuͤhret / oder sich angemast / sollen

In der Druckvorlage: solle
nach dem Zustandt deß 1624. Jahrs / vnd 1. Januarij / bestaͤndig ermessen / g-was aber -g

g-g Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
in: oder ausserhalb Gerichts darwider gehandlet worden vffgehoben / vnd in vorigen Standt gesetzt werden.
[Art. V,43] Am Rande: So die Lands-Obrigkeit strittig. So die LandtsObrigkeit vor: oder nach dem Termin deß 1624. Jahrs strittig ist / solle der Besitzer besagtes Jahrs gleiches Recht / so viel das offentliche Exercitium belangt / haben / biß daß vber das possessorium vnd petitorium erkant vnd decidirt seyn wird. Die Vnderthanen aber sollen wegen immittelst veraͤnderter Religion / so lang die Strittigkeit waͤret / abzuziehen nicht gezwungen werden. Jn

Am Rande: Wann die Herrschafft beeder Religion.
denen Orthen / wo die Catholische vnd Augspurgischer Confessionsverwandte Staͤnde gleichmaͤssige hohe LandtObrigkeit fuͤhren / soll es so wol wegen deß oͤffentlichen Exercitij / als anderer die Religion betreffenden Sachen / in dem Stande bleiben / in welchem es an besagtem Jahr vnd Tage gewesen.
[Art. V,44] Das blosse Hoch: Halß: vnd Leuthgericht / wie auch das jus gladii, retentionis, [patronatus] & filialitatis, geben weder ins gesambt noch absonderlich das reformation Rechte. Was nun derhalben vnter solchem Schein bißhero fuͤr Reformationes eingerissen / oder durch Vertraͤge eingedrungen / sollen vffgehoben / die Beschwerten restituirt, vnd hinfuͤro von dergleichen gaͤntzlich vnterlassen werden. [Art. V,45] Am Rande: Rennt / Zehend / Zinß. 15. Wegen der Renten allerley Art / so zu den geistlichen Guͤtern vnd jhren Be-sitzern gehoͤrig / soll fuͤr allen dingen das jenige beobachtet werden / was im Religionsfrieden §. Dagegen sollen die Staͤnde der Augspurgischen Confession / etc. §. Alsdann auch denen Staͤnden der alten Religion / etc. verordnet befunden wird. [Art. V,46] Die Renthen / Gefaͤlle / Zehenden vnd Pensionen aber / welche vermoͤg jetztbesagtes Religion⸗Friedens / Augspurgischer Confessions-Staͤnden / wegen vnmittel: oder mittelbarer Geistlichen / auch nach dem Religion⸗Frieden erlangten Stifftungen auß der Catholischen Gebiet gebuͤhren / vnd in welcher possession vel quasi Genuß sie Anno 1624 am 1. Januarij gestanden / sollen ausser einiger Einrede entricht werden. ❀ Da auch jrgendwo Augspurgischer Confession-Staͤnde das jus protectionis, advocatiȩ, aperturæ, hospitationis, operarum, oder andere gerechtsame i-in der -i

i-i Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
Catholischen geistlichen Gebiethen auch ausser: oder jnner Lands gelegenen Guͤtern / durch rechtmaͤssigen Gebrauch vnd Zulassung gehabt. Gleicher gestalt auch die Catholische Staͤnde / so jhnen dergleichen etwas in den geistlichen Guͤtern der Augspurgischen Confessions-Staͤnde gebührt / sollen sie nicht weniger jhr voriges Recht behalten. Also doch / damit nicht durch uͤbunge solcher Rechten / der Geistlichen Guͤter Einkuͤnfften zu viel beschweret vnnd erschoͤpfft werden.
[Art. V,47] Die Renthen vnd Zehenden / Zinse vnd Pensionen / so den Augspurgischer Confessions-Staͤnden / nach vffgehobenen vnd destruirten Stifftungen auß andern Gebiethen gebuͤhren / sollen denen entricht werden / welche im Jahr 1624 am 1. Januarij in Besitzung der Einkuͤnfften vel quasi gewesen. Welche aber seither deß 1624. Jahrs destruirt sind / oder forthin abgehen / derselben Pensionen sollen auch in andern Gebiethen dem Landherrn deß abgegangenen Closters oder Orts / an welchem solches gelegen / bezahlt werden. Welche Stifftungen auch am 1. Januarij / Anno 1624 in possessione vel quasi deß Zehend Rechtens j-ex bonis novalibus -j

j-j Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
vff einem andern Gebieth gestanden / sollen auch ins kuͤnfftig verbleiben / vnd kein newes Recht gesucht werden. ❀
Vnter andern deß Heyl. Roͤm. Reichs Staͤnden vnd Vnderthanen / soll das jenige Recht bleiben / welches das gemeine Landrecht / oder jeglichs Orths Gewonheit vnd Observantz vom Zehenden mit sich bringt / oder durch gutwillige Vertraͤge verglichen ist. [Art. V,48] Am Rande: Geistliche Iurisdictiō solle suspendirt seyn / vnd in jedes Landts Obrigkeit bleiben. 16. Es solle auch das Ius Diœcesanum vnnd alle Geistliche Iurisdiction mit aller jhrer Art / wider die Augspurgische Confessions-Verwandte Chur: Fuͤrsten vnd Staͤnde / auch mit eingeschlossene freye Reichs⸗Ritterschafft vnnd der-selben Vnderthanen / so wohl zwischen Catholischen vnd Augspurgischer Confessions-Zugethanen / als vnter diesen Staͤnden allein / biß zu deß Religionstreits Christi. Vergleich suspendirt seyn / vnd in den Schrancken eines jeden Lands⸗Obrigkeit das Ius Diœcesanum vnd Geistliche Iurisdiction verbleiben / ❀ zu Erlangung aber der Renthen / Zinsen / Zehenden vnd Pensionen / in denen der Augspurgischen Confessions-Staͤnden Gebiethen / wo die Catholische Anno 1624 wissentlich in possession vel quasi deß Exercitii der Geistlichen Iurisdiction gewesen / sollen derselben auch nachgehends geniessen / aber nicht / als nur in Eintreibung dieser Pensionen: Vnd solle nicht mit der Excommunication verfahren werden / biß nach beschehener dritter Verkuͤndigung / ❀ welche Augspurgischer Confessions-Verwandte Landstaͤnd vnd Vnderthanen / Anno 1624 die Geistliche Iurisdiction der Catholischen erkandt / sollen in solchen Faͤllen besagter Iurisdiction vnterworffen seyn / so viel die Augspurgische Confession nicht betrifft / wann allein auß Anlaß deß Processes den Augspurgischen Confessions-Verwandten / oder deren Gewissen nichts Wideriges zugezogen wird. ❀ Gleiches Recht sollen auch haben der Augspurgischen Confessions-Obrigkeiten uͤber diese Catholische Vnderthanen / welche Anno 1624 das offentliche Exercitium Catholischer Religion gehabt haben: Das Ius Diœcesanum, so weit es die Bischoͤffe in besagtem Jahr gegen dieselben geruhiglich exercirt, solle also verbleiben. ❀ [Art. V,49] Jn welchen Staͤtten aber deß Roͤmischen Reichs beyderseits Religion in Vbung ist / sollen die Catholische Bischoͤff gegen die Augspurgischen Confessions-Verwandte Buͤrger keine Iurisdiction haben. Die Catholische aber sollen nach der Observantz deß besagten 1624. Jahrs sich jhres Rechts bedienen. [Art. V,50] Am Rande: Die Obrigkeit soll ernstlich verbiethen / hierwider nit zu disputiren noch zu lehren. 17. Die Obrigkeit beyder Religion soll ernstlich vnd mit der Schaͤrffe verbiethen / daß niemands / offentlich oder heimblich in Predigen / Lehren / Disputiren / Schrifften oder Rathschlaͤgen den Passawischen Vertrag / Religions⸗Frieden / vnnd jnsonderheit gegenwaͤrtige Declaration oder Transaction, jrgendswo bestreite / in zweiffel ziehe / oder widrige Saͤtze vnd Behauptungen darauß zu erzwingen sich vnterstehe / Was auch bißhero widrigs außgangen oder an Tag kommen / solle von vnwuͤrden seyn. ❀ Da aber etwas Zweiffelhaffts einfiele / oder auß den Religions⸗Frieden oder dieser Transaction entstuͤnde: soll solches auff Reichs⸗Taͤgen oder andern Reichs⸗Conventen / zwischen beyderseiths Religions⸗Staͤnden anderst nicht / dann guͤtlich verglichen werden. [Art. V,51] Am Rande: Auf Reichs Conventen sollē die deputati beeder Religiō gleich seyn. 18. Vff den ordentlichen Reichs-Deputations-Conventen soll die Zahl auß beyder Religion⸗Haͤuptern gleich seyn. Von den Personen aber / oder Reichs⸗Staͤnden welche zu adiungiren / solle vff naͤchstem Reichs⸗Tage geschlossen werden. Jn solchen Conventen oder allgemeinen Reichs⸗Taͤgen da auß einem / zweyen oder dreyen Reichs-Collegiis auß waserley Vrsachen es sey / oder zu was Sachen sie auch zu deputiren stuͤnden / soll die Zahl der Deputirten von beyderley Religions vornembsten Staͤnden

Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
gleich seyn.
Wann

Am Rande: Limita.
in extraordinari Commissionen Sachen im Heyl. Roͤmischen Reiche zu verrichten fuͤrfallen / so dann die Sache vnter den Augspurger Confessions-Staͤnden versirt, sollen allein derselben Religions⸗Verwandten deputirt werden / so vnter Catholischen / allein Catholische / so vnter Catholischen vnnd Augspurgischer Confessions-Staͤnden / beyder Religion in gleicher Zahl Commissarij ernennt vnd ordinirt werden. Es ist auch beliebet / daß zwar die Commissarij die Sachen / so sie gefuͤhrt / referiren, vnd jhre Meynung darbey anzeigen / aber nichts schliessen noch entscheiden sollen.
[Art. V,52] Am Rande: Jn Religions-Sachen die ⌑Guͤter⌑ zu beobachten. 19. Jn Religions⸗sachen / auch allē andern Haͤndeln / da die Staͤnde als ein Corpus nit moͤgen considerirt werden / sondern Catholische vnd Augsp. Confessions-Verwandte in zwey Theil sich scheiden / solle allein die guͤtliche Vergleichung statt findē / vnd vff die mehrere Stimmen nit gesehen werden. ❀ So viel die mehrere Stimmen in materia collectandi betrift / nach dem dieselbe bey gegenwaͤrtiger Versamblung nit geschlichtet werden moͤgen / sollen sie biß auff nechsten Reichstag verschoben seyn. [Art. V,53] Am Rande: Cammergericht. 20. Vber dieses / als wegen entstandener in gegenwaͤrtigem Kriege Veraͤnderungen vnd andern Vrsachen / von dem Reichs⸗Cammergerichte an einem saͤmptlichen Reichsstaͤnden bequemen Ort zu versetzen / vnd Richter / Præsidenten / Assessores, vnd saͤmptliche der Iustici Bediente / in gleicher Anzahl beyderley Religion zu præsentirē / wie auch sonsten von andern zu dem Cammergericht gehoͤrigen Sachen / etwas fuͤrbracht worden / allein bey dieser Versamblunge / wegē der Sachē Wichtigkeit / nit so voͤllig abgehandelt werdē moͤgen: So ist verglichen wordē / daz vff dem naͤchst instehendē Reichstage von diesem allem zu handeln / vn̄ sich beynebē zu vergleichē stehe / wie die zu Franckfurt bey juͤngst gehaltenem Deputation⸗Convent vorgangne Deliberationes werckstellig gemacht / vnd waß in solchem noch abgehē moͤchte / ersetzt werdē solle. ❀ Damit aber diese Sache nit gaͤntzlich vngewiß bleibe / ist beliebet wordē / vber den Richter / vnd vier Prȩsidentē / vnd zwar darunter zween der Augsp. Cōf. so allein von der Roͤmis. Kaͤyserl. Mayst. zu bestellen / daß die Zahl der Cammer⸗Assessorn in allem vff fuͤnfftzig erstreckt werden solle. Also / daß die Catholischen mit eingerechnet / zweyer von Kaͤyserlicher Mayst. zu præsentiren vorbehaltenen Assessorn, 26 der Augspurgischen Confession-Verwandten Staͤnden / 24 Assessores præsentiren koͤnnen vnd sollen. Vnd auß jedem Craͤyß beyder Religion / nicht allein zween Catholische / sondern auch zwey der Augspurgischen Confession-Zugethane / zu erwoͤhlen vnd zu nehmen billig sey: mit Verweisung der andern zum Cammergerichte gehoͤrigen Sachen / wie gesagt / vff den naͤchst kommenden Reichs-Tage / ❀ [Art. V,54] derowegen sollen die Craͤyse an statt der verstorbenen Assessorn bey dem Cammergerichte andere / nach beygefuͤgter Anleytung zu prȩsentiren erinnert seyn. Die Catholischen sollen auch zu rechter Zeit sich vergleichen wegen der Prȩsentations⸗Ordnung. So wird die Roͤm. Kaͤys. Mayst. befehlen / daß nicht allein bey solchem Cammergerichte / so wohl Geistliche als auch die Weltliche Sachen zwischen den Catholischen vnd Augspurgischer Confessions-Verwandten Staͤnden / oder allein ⌑vnter den Streitenden⌑ / oder auch wann Catholische wider Catholische streiten / der tertius interveniens ein Augspurgischer Confession-Verwandter ist / vnnd hinwiderumb wann zwischen streiten-den der Augspurgischen Confession zugethanen Staͤnden der tertius interveniens ein Catholischer seyn würde / solle die Sach mit Zuziehung beyderseits Assessorn in gleicher Anzahl eroͤrtert vnd entscheyden werden. Sondern eben dieses solle auch am Kaͤys. Reichs⸗Hoffrath beobacht werden. Vnd zu diesem Ende etliche der Augspurgischen Confessions-Verwandte gelehrte vnnd der Reichssachen erfahrne Maͤnner auß denen Reichs-Craͤysen / darinn entweders die Augspurgische Confessions-Verwandte allein / oder zugleich die Catholische Religion im schwang gehet / ernennt vnnd angenommen werden / damit also an gleicher Anzahl vff begebenden Fall die Gleichheit der Richter von beyder Religion-Assessorn in acht genommen werden moͤge. Eben diese Gleichheit der Assessorn ist auch zu observiren, so offt ein Augspurgischer Confessions ohnmittelbarer Stand von einem Catholischen / mittelbaren / oder ein ohnmittelbarer Catholischer von einem mittelbaren Augspurgischer Confessions-Stande fuͤr Gerichte besprochen wird. [Art. V,55] Am Rande: Gerichtliche proceß. Den Gerichtlichen Proceß belangend / soll die Cammergerichts⸗Ordnung auch am Hoffgericht allerdings gehaltē werden / theils / damit nicht den Partheyen daselbsten das Remedium suspensivum benommen werde / an statt der bey der Cammer uͤblichen Revision solle dem gravirten Theil von dem im Hoffgerichte gefaͤlltē Vrtheil erlaubt seyn / an die Kaͤyserliche Majestaͤt zu suppli-ciren / ⌑oder⌑ die Gerichtliche Acta nachmals mit Zuziehung anderer der beschwerten Sachen gleichen / vn̄ keiner Parthey zugethanen in gleicher Anzahl beyderley ReligionsRaͤthen: vnd welche bey Faͤllung deß ersten Vrtheils nit gewesen / oder doch deß Referenten oder Correferenten Stell nicht vertreten / zu revidiren. m-Es solle auch Ihro Majestaͤt bevorstehen in wichtigen sachen / und von welchen im Heyl. Roͤmischen Reich ein Uffstandt zu befahren / etlicher beyder Religion Chur: und Fuͤrsten Gutachten und Meynungen zu vernehmen. -m

m-m ergänzt nach Heyll- IPOmd.
[Art. V,56] Am Rande: Visitirung deß Hoffgerichts. Die Visitirung deß Hoffgerichts solle von Chur⸗Maͤyntz so offt es noͤtig / fuͤrgenommē werden / mit Beobachtung dessen / was bey naͤchsten Reichs⸗Tage / mit der Staͤnden gemeinem Belieben fuͤr gut befunden seyn wird. ❀ Was aber uͤber den Verstand der Reichs⸗Constitutionen vnd Abschied fuͤr Zweiffel vorfallen oder in Erkaͤn̄tnuß uͤber Geist: vnd Weltliche Sachē so zwischen obbesagten Theilen schweben / auß Gleichheit beyder Religions⸗Assessorn, nach dem selbige in vollem Rath jedoch von beyderseiths gleicher Anzahl Richter erwogen worden sind / vngleiche Meynungen fielen / also daß die Catholische vff eine Seythen / die Augspurgische Confessions⸗Verwandte vff die ander schluͤgen / so solle solches vff einen allgemeinen Reichs⸗Tage verwiesen werden. Falls aber zwey oder mehr Catholische mit einem oder andern Augs-purgischer Confessions⸗Verwandten Assessorn, eine / vnd hingegen die uͤbrige in gleicher Anzahl / ob schon nit einer Religion / ein andere Meynung schoͤpffen wuͤrden: vnd dannenhero Zweyspalt entstuͤnde / vff diesen Fall solle die Sache der Cammergerichts⸗ Ordnung nach entledigt werden / vnd ferrnere Verweisung vff einen Reichs⸗Tage verbleiben. Vnd dieses alles solle in Sachen der Staͤnden / die ohnmittelbare freye Ritterschafft mit eingeschlossen / sie seyen Actores oder Rei, oder Intervenienten / beobachtet werden. Da aber vnter den mittelbaren Staͤnden entweders der Klaͤger oder der Beklagte / oder ein dritter Intervenient der Augspurgischen Confessions-Zugethan ist / vnd gleiche Zahl der Richter auß beyderseiths Religions-Assessorn erfordern wird / sollē solche gleiche auch gesetzt werden. Da aber die Meynung deren gleich fallen solte / so solle die Verweisung vff einen Reichs⸗Tage gefallen seyn / vnnd der Streit der Cammer⸗Gerichts⸗Ordnung nach entschieden werden. Jm

Am Rande: Privilegiū primæ instantiæ, &c.
uͤbrigen solle so wohl am Kaͤyserl. Hoff: als Cammergericht / das privilegium primæ instantiæ, Austregarū die Iura vnd Privilegia de non appellando, den Reichs⸗Staͤnden vnbenommen / oder vnversehret verbleiben / auch nicht durch Mandata, oder Commissiones, oder Avocationes, oder vff einige andere Weise beunruͤhiget werden. ❀
Endlich

Am Rande: Rothweylisch Hoffgericht.
/ nach dem auch von Abschaffung deß Kaͤys. Hoffgerichts zu Rothweyl / Landgerichten in Schwaben / vnd andern / so bißhero im Roͤmis. Reich in Vbung / Anregung geschehen: vnd dieses eine Sache von groͤsserer Wichtigkeit ist. So solle deren ferrnere Erwegung vff nechtstkommenden Reichs⸗Tag verschoben seyn.
[Art. V,57] Die Assessores der Augspurgischen Confession, sollen præsentirt werden / Von
Sachsen
Chur- Brandenburg 6
Pfaltz
Vom Ober⸗Saͤchsischen Crayß 4
Vnder⸗Saͤchsischen 4
[Einer] Wechselsweiß unter disen beyden Craysen
Deß Fraͤnckischen Craͤyses Staͤnden.
Augspurgischer Confession 2
Schwaͤbischen 2
Ober⸗Rheinischen 2
Westphaͤlischen 2
[Einer] Wechselweiß unter diesen vier Craysen.
Vnd ob zwar vnter dieser Verordnung keiner Staͤnd deß Reichs Augspurgischer Confession Meldung geschicht / welche so vnter dem Baͤyerischen Craͤyß begriffen / so solle jedoch dieses denselben kein Nachtheil bringen. Sondern deren Rechte / Privilegia vnd Freyheiten in jhren Wuͤrden verbleiben. [Artikel] VI. [Art. VI] Am Rande: Basel vnd die Eydgnoßschafft wird von dem Reich fuͤr exempt gehalten. Nach dem auch die Roͤm. Kaͤyserl. Mayst. vff eingebrachte Klage in Namen der Statt Basel vnd gantzen Eydgenoßschafft / fuͤr denen zu gegenwaͤrtiger Zusammenkunfft deputirten Gevollmaͤchtigten / wegen etlicher processen / vnd Executions-Mandaten, so von der Kaͤyserlichen Cammer gegen ermeldte Statt vnnd andere der Eydgenoßschafft verbundene Staͤnde / wie auch derselben Buͤrger vnd Vnderthanen abgefast / nach eingezogenem Rath vnd Meynung der ReichsStaͤnde vermittels eines / am 14. Maij naͤchst verwichenen Jahrs ergangenen special-Decrets die Erklaͤrung gethan / daß besagte Statt Basel / vnd uͤbrige Eydgenossene Cantonen / in possessione vel quasi vollkommener Freyheit vnd Exemption vom Reiche / vnd keines wegs dessen Gerichten / oder Richtern vnterworffen seyen: So ist beliebet worden / daß solches diesem oͤffentlichen Friedens⸗Vergleiche einzuverleiben / steiff vnd fest zu halten / vnd dergleichen process neben denen daher ruͤhrenden vnd decretirten arresten / gaͤntzlich cassirt vnd vffgehoben seyn sollen. [Artikel] VII. [Art. VII,1] Am Rande: Was Rechtens die Catholische vnd Augsp. Confessions⸗Verwandte haben / daß solle auch den Reformirtē zustehen. Es ist auch von der Roͤmischen Kaͤyserl. Mayst. vnd saͤmptlichen Reichs⸗Staͤnden einmuͤtiglich placidirt worden / daß alles / was Rechtens oder Wolthaten / so wohl alle Reichs-Constitutiones, als Religions⸗Friede / dieser gemeine Vertrag / vnd in solchem die Hinlegung der Gravaminum, allen Catholischen / vnd Augspurgischer Confessions⸗Verwandten Staͤnden vnd Vnderthanen / zueygnen / solches auch denjenigen / welche die Reformirte genennet werden / zustehen solle: Jedoch allezeit mit Vorbehalt der Staͤnden / so man Protestirende nennet / so wohln vnter sich / als mit jhren Vnderthanen getroffenen Vergleichs / habenden Privilegien / Reversen / vnd andere / in welchem von der Religion vnd deren Exercitio, auch dannenhero entstehenden Zufaͤllen / eines vnd andern Orths Land⸗Staͤnden vnd Vnderthanen / bißhero Vorsehung geschehen ist / wie auch eines jeden Gewissens Freyheit. ❀ Sintemahln aber die Religions⸗Strittigkeiten / welche vnter besagten Protestirenden im Schwang gehen / biß dahero nicht verglichen / sondern vff ferrnere Vergleichung vorbehalten worden. Dannenhero sie in zwey Theil tretten. Derhalben ist de jure reformandi zwischen beyden dieser Vergleich geschehen / daß wann ein Fuͤrst / oder Lands-herr / oder eines Stiffts Patron, ins kuͤnfftig zu deß andern Theils Religion tretten / oder ein Fuͤrstenthumb / oder Landschafft / da deß andern Theils Religions-Exercitium gegenwaͤrtig getriebē wird / entweders jure Successionis, oder Krafft gegenwaͤrtiger Friedens⸗Handlung / oder einem andern Titul / uͤberkommen oder wieder erlangen wuͤrden / daß sie zwar selbsten jhrer Confession Hoff⸗Prediger / ausser der Vnderthanen Beschwerung vnd Nachtheil / bey sich / oder in jhrer Residentz gehaben moͤgen. ¶ Aber hingegen nicht zugelassen seye / das oͤffentliche Religions-Exercitium, Gesaͤtze vnd der Orten uͤbliche Christliche Verordnungen zu aͤndern / oder die Kirchen / vnd Hospitalia / oder dahin gehoͤrige Reditus, Pensionen / oder Stipendia den vorigen zu entziehen / vnd den jhrigen Religions⸗Verwandten zuzuwenden. Oder vnter dem Fuͤrwandt Iuris territorialis, Episcopalis, patronatus, oder einē andern prætext, denen Vnderthanen einer andern Religions⸗Diener auffzudringen / oder einige andere Verhinderung / oder Nachtheil / directè oder indirectè eines andern Religion zuzufuͤgen. Vnd damit dieser Vergleich desto fester gehalten werde / so soll zugelassen seyn / in gegenwaͤrtigem aͤnderungs⸗Fall denen gemeinden zu præsentiren / oder die das Ius prȩsentandi nicht haben / namhafft zu machen / qualificirte Schul⸗ vnd Kirchendiener von deß Orts oͤffentlichem Consistorio vnd Ministerio, so sie mit den præsentirenden Gemeinden einerley Religion sind / oder in Ermanglunge dieses / an dem Ort / an welchem die Gemeindē erwoͤhlen werden / zu exa-miniren / zu ordiniren / vnd hernach vō dem Fuͤrsten oder Landsherrn / ohne Verweigerung zu bestaͤttigen. [Art. VII,2] Da aber eine Gemeinde / vff dem begebenden aͤnderungs⸗Fall / seines Herrn Religion annehmen / vnd begehren würde / vff seinen Kosten das Exercitium, welchem der Fuͤrst / oder Herr zugethan / zu halten / so solle jhr solches frey vnd bevor stehen / jedoch ohne der uͤbrigen Nachtheil / vnd solches Nachsehen solle Jhr von den Successorn nicht wieder benommen werden. Aber die Consistoriales, Kirchen-Visitatores, Professores, in Schulen / vnd Vniversitaͤten / in der Theology, vnd Philosophy, sollen einerley Religion zugethan seyn / welche dieser Zeit an jedem Orth oͤffentlich im Schwang gehet. ❀ Gleich wie aber obanerwaͤhntes alles von kuͤnfftigen aͤnderungen zu verstehen ist / als soll es der Fuͤrsten von Anhalt / vnd dergleichen Gerechtigkeiten / welche jhnen zustaͤndig / nicht nachtheilig fallen. ❀ Es

Am Rande: Vber bemelte drey Religion solle keine im Reich geduldet werden.
soll aber / ausser obbenandten Religionen / kein fernere im Heil. Roͤmis. Reiche angenommen / oder geduldet werden / [Artikel] VIII.
[Art. VIII,1] Am Rande: Vorsehung daß ferrnere Spaltung verbleiben moͤge. Damit aber Vorsehung geschehe / daß hinfuͤhro im Politischem Stand keine Spaltungen entstehen / so sollen alle vnd jede Chur⸗ Fuͤrstē vnd Staͤnde deß Reichs / bey jhren vhralten Gerechtigkeiten / Vorzuͤgē / Freyheit / Privilegien / hoher LandtsObrigkeit / so wol in Geistlich: als Weltlichem Exercitio / Herrschafften / Regalien / vnd dieser aller Possession, krafft gegenwertiger Transaction, dergestalt bestettigt vnd bekraͤfftigt seyn / daß sie von niemands / vnter was Schein es auch jmmer seyn moͤge / de facto davon turbirt werden koͤnnen / noch sollen. [Art. VIII,2] Am Rande: Alle hohe ReichsSachen sollen mit bewilligung der ReichsStaͤnde geschehen. Sie sollen ohne Einrede / sich deß Juris suffragii in allen deß Roͤmischen Reichs Sachen / fuͤrfallenden Berathschlagungen / fuͤrnemblich da Gesetze zu machen oder außzulegen / Kriege zu decretiren, Tribut anzukuͤnden / Soldaten zu werben vnd verpflegen / newe Vestungen in der Staͤnde Herrschafften / im Namen deß Reichs / vffzurichten / auch die Alten mit Besatzungen zu versehen / wie auch / wo Friede oder Buͤndnusse zu machen / vnd was dergleichen Sachen mehr zuverrichten seynd / q-bedienen / -q

q-q Ergänzt nach Ritzsch- IPOud.
vnd solle dieses / oder dergleichen hinfuͤhro weiter nicht geschehen / oder jemaln zugelassen werden / es seye dann von saͤmptlichen Staͤnden vff einem freyen Reichstage bewilligt. ❀
Jnsonderheit aber das Jus vnter sich selbsten / oder mit Außlaͤndischen Buͤndnusse zu machen / zu eines jedern Conservation vnd Sicherheit aber / soll allen Staͤnden solches jederzeit frey seyn. Jedoch dergestalt daß solche Buͤndnussen nicht wider die Roͤmische Kayserl. Mayst. das Reich / vnd dessen Landtfrieden / oder auch insonderheit gegenwaͤrtige Transaction, einlauffe: Sondern denjenigen Pflichten / damit ein jeder der Roͤm. Kays. Mayestet vnd dem Reiche obligirt ist / gemeß sey. [Art. VIII,3] Am Rande: Jnnerhalb 6 Monat / nach ratificirtem Frieden / ein Reichstag. Es solle auch jnnerhalb sechs Monaten / nach ratificirtem Frieden / ein Reichstag / vnnd hernach so offt es die gemeine Notturfft vnnd Wolfahrt erfordern wird / gehalten werden. Jn nechstkuͤnfftigem Reichstage sollen der vorigen Conventen Maͤngel verbessert / Auch alßdann von Wahl der Roͤmischen Koͤnige / einer gewissen vnd bestaͤndigen Verfassung Kayserlichen Capitulation, von Maß vnd Ordnung / wie ein oder anderer Standt in deß Reichs Acht zu declariren, vber vorigen / welcher bereits in den ReichsConstitutionen beschrieben ist / zu halten / zu Ergaͤntzung der Craͤysen / Ernewerung der Matricul, Herbeybringung der exempten Staͤnden / moderation vnnd Erlassung der ReichsCollecten, reformation deß Policey; vnd justici Wesens / von Tax / vnd sportuln deß Cammerge-richts / der ordentlichen deputirten, wie sie zum besten dem gemeinen Zustandt eygentlich zu formiren, rechtem Ampt der Directorn bey den Reichs Collegijs, vnd dergleichen Geschaͤfften / welche dieses Orths nicht moͤgen expedirt werden / vermoͤg der Staͤnden gemeinen Bewilligunge / gehandelt vnd geschlossen werden. [Art. VIII,4] Am Rande: Freye Reichs⸗Staͤtt sollen jhr votum decisivum haben. Es sollen auch so woln vff allgemeinen / als particular Conventen / die freye ReichsStaͤtt / nicht wenigers dann andere ReichsStaͤnd jhr votum decisivum haben / denselben jhre Regalia / Zoͤlle / jaͤhrliche Einkuͤnfften / Freyheiten / Confiscations vnd Collecten Privilegia, vn̄ was dem anhaͤngig / auch andere von der Kayserl. Mayestet vnnd dem Reiche ordentlich erlangte / oder durch langwirigen Gebrauch fuͤr disem Kriegswesen gehabte possidirte oder geuͤbte Gerechtigkeiten / mit aller jurisdiction, jnner der Statt vnd vffm Lande verbleiben / mit cassirung / abstellung / vnd ins kuͤnfftig Verbietung deßjenigen / was durch Repressalien / Arresten / Weegversperrung / vnd andere nachtheilige Actus, es seye bey waͤrendem Kriege vnter waserley Schein solches in contrarium fuͤrgangen / oder eigenthaͤtigen Gewalts veruͤbt / oder ins kuͤnfftig / auß keiner rechtmessigen Weise geschehen vnd veruͤbet werden moͤgen. Jm vbrigen sollen alle loͤbliche Gebraͤuche / vnd deß Heil. Roͤm. Reichs Ordnunge / vnd fundamentalSatzung hinfuͤhro feyerlich beobachtet / vnd hingegen alle bey diesen Kriegszeiten eingeschlichene Confusion abgeschafft werden. [Art. VIII,5] Am Rande: Wie die Schuldtleuth jhren glaubigern begegnen sollen. Vff was fuͤr billigmessige Mittel vnnd Wege den Glaubigern wider jhre Schuldtleuthe / so bey diesen Kriegszeiten von jhrer Nahrung kommen / oder durch grosse vffschwellung der Zinß allzusehr gravirt worden seyn / bescheidentlich begegnet / vnd dannenhero besorgenden groͤsserm / auch der gemeinen Ruhe schaͤdlichem Vngemach vorzukommen seyn moͤchte / wollen die Roͤm. Kays. May. so wol dero Hof-Raths / als Cammergerichts Meynung vnd Bedencken / welche vff kuͤnfftigem Reichstage proponirt, vnd vff eine gewisse Satzung gerichtet werden moͤge / erfordern vnd einnehmen lassen / vnter dessen aber sollen in dergleichen Sachen / was bey Gericht vorkommen / ⌑daran deß Reichs Wolfahrt / wie auch der Staͤnden particularAnligen stehet⌑ / die von den Partheyen eingefuͤhrte Vmbstaͤnde fleissig erwogen / vnd niemands mit vnzeitiger Execution beschweret werden: jedoch vorbehaltlich der Holsteinischen Verordnung / welche in jhrem vigor verbleibet. [Artikel] IX. [Art. IX,1] Am Rande: Wie der Kauffhandel wider auffzurichten. Vnd demnach dem gemeinen Wesen daran gelegen ist / daß nach gemachtem Frieden der Kauffhandel widerumb blühen moͤge / So ist verglichen / daß was demselben zu Nachtheil / vnd wider gemeinen Nutzen hin vnd wider im Roͤmischen Reiche / durch vervrsachen deß Kriegs newlich auß eigenem Gewalt / wider die Rechte / vnd Privilegia ohne der Roͤm. Kays. Mayst. vnd Reichs Churfuͤrsten

Ergänzt nach Heyll-IPMUD.
Verwilligung fuͤr Zoͤll vnd Mauten eingefuͤhrt worden / wie auch der Mißbrauch der Brabantischen Bull / vnd dahero entstandenen Repressalien vnd Arresten / sampt eingefuͤhrten frembden Ankuͤndigungen / exactiones vorenthaltungen

Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud; in der Druckvorlage: vorenthaltenen
/ wie auch der vnmaͤßlichen Posten / auch sonsten andere vngewoͤhnliche Beschwerden vnd Verhinderungen / von welchen die Handlungen vnd Schiffarten geschwaͤcht worden / gaͤntzlich vffgehoben / vnd jeden Provincien Haffen vnd Stroͤmen jhre alte Sicherheit / Bottmessigkeit vnd Gebraͤuche / wie sie vor diesen Kriegen von vielen Jahren hero gewesen / wider gegeben / vnd vnverbrechlich erhalten werden.
[Art. IX,2] ⌑Die Landschafften / welche jhre Stroͤm vnd Gerechtigkeit / Privilegia / auch Maut von der Kays. Mayst. mit der Herrn Churfuͤrsten Bewilligung / so wol andern / als auch den Herrn Graffen zu Oldenburg / vff der Weser haben / oder vor langen Jahren eingefuͤhret / sollen in jhrem voͤlligen Lauff bleiben / vnd zur Execution gebracht werden⌑ / ❀ damit also allenthalben der Kauffhandel voͤllige Freyheit / vnd der Paß zu Wasser vnd Landt sicher / vnd dergestalt allen vnd jeden beyder Theylen Bundtsgenossen / Lehenleuthen / Vnderthanen / Schutzverwandten vn̄ Jnwohnern / zu reysen / zu handlen / hin vnd her zu ziehen / gegeben / vn̄ krafft dieses / vergoͤnnet seye: massen dann fuͤr diesen Teutschen Kriegsempoͤrungen ins gemein gewesen ist / vnd sollen jedes Orths Obrigkeit solche wider vnbilligen Gewalt vnd Zwang / als eygene Vnderthanen / zu beschuͤtzen vnd zu beschirmen gehalten seyn / vnd diese Vergleichung auch jedes Orths Recht vnd Gesaͤtz bey seiner Wuͤrde verbleiben. [Artikel] X. [Art. X,1] Am Rande: Der Cron Schweden satisfaction. Ferrners / dieweil die Durchlaͤuchtigste Koͤnigin in Schweden begehrt hat / daß Jhr / gegen der in diesem Kriege eroberte Plaͤtz Abtrettung ein Genuͤgen geschehen / vnd zu Widerbringung deß gemeinē Friedens / gebuͤhrlich begegnet werde. So haben die Roͤm. Kays. Mayestet / mit Einwilligung der Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden deß Reichs / insonderheit deren / so dabey vor-nemblich interessirt sind / krafft dieser Transaction, besagter Koͤnigl. May. in Schweden / vnd kuͤnfftigen jhren Erben vnd Nachfolgern / Koͤnigen / vnd dem Reiche Schweden nachfolgende Landtschafften / mit allen jhren Rechten / zu einem jmmerwehrenden vnd ohnmittelbarem ReichsLehen vbergeben. [Art. X,2] Am Rande: Vor Pommern / vnd die Jnsul Ruͤgen. Fuͤrs Erste / das gantze VorPommern / sampt der Jnsul Ruͤgen / mit dero Bezirck / wie solches die letzte Hertzogen in Pommern gehabt. Nechst diesem / von

Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
HinderPommern / Stettin / Gartz / Dam / Golnaw / vnd die Jnsul Wollin / sampt darein lauffenden Oderstrom / vnd Meer / ins gemein der frische Haff genandt / benebenst seinen dreyen Außfluͤssen / Pein / Schwin / vnd Dievenaw / sampt auch beyderseits angraͤntzendem Landt / von anfang deß Koͤniglichen Gebiets / biß an das Balthische Meer / vnter der breite deß Orientalischen Gestats / oder Vfers / von welcher zwischen den Koͤniglichen / vnnd Churfuͤrstlichen Commissarien / betreffent die Vnterscheidung der Graͤntzen / vnd anderer geringerer Sachen / in der guͤte Vergleichung vorgehen solle.
[Art. X,3] Dieses Hertzogthumb Pommern / vnd Fuͤrstenthumb Ruͤgen / benebenst deren Landschafften / vnd angehoͤrigen Orthen / auch allen vnd jeden darzu gehoͤrigen Gebieten / Aemptern / Staͤtten / Castelen / Staͤttlein / Flecken / Doͤrffern / Vnderthanen / Lehen / Wassern / Jnsuln Seen / Vfferen / Haffen / Schifflaͤnden / alten Zoͤllen vnd Renten / vnnd allen andern Geistlichen vnd Weltlichen Guͤtern / wie auch titulatur, Digniteten / Vorzuͤgen / Freyheiten / vnd Vorzuͤge / sampt allen vnd jeden Geist⸗ vnd Weltlichen Rechten / vnd Privilegien / welche die alte Pommerische Hertzogen gehabt / bewohnet / vnd regiert / soll die Koͤnigliche Mayst. vnd Reiche Schweden von diesem Tage an zu ewigen Zeiten fuͤr ein ErbLehen haben / besitzen / vnd dessen frey gebrauchen / vnd vnverletzlich geniessen. [Art. X,4] Was auch die Hertzogen in VorPommern fuͤr gerechtsame bey Conferirung der Prælaturen / vnd Præbenden deß Capituls zu Cammin hiebevor gehabt / die solle ins kuͤnfftig die Koͤnigl. Mayst. vnd Reiche Schweden zu ewigen Tagen haben / mit der Macht / dieselben abzuschaffen / vnd die Einkuͤnffte nach der jetzigen Capitularn Abgang / der Fuͤrstlichen Taffel zuzueignen. Was aber dem Hertzogen in HinderPommern zugestanden / solches solle dem Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg / benebens dem gantzen Bisthumb zu Cammin / auch dessen Landschafften / Gerechtigkeiten vnd Wuͤrden / wie hierunder mit mehrerm zu sehen / zustehen. Deß Tituls / vnd Pommerischen Wappens sollen sich so wol das Koͤnigl. Schwedische / als Churfuͤrstliche Bran-denburgische Hauß / ohne vnterschied gebrauchen / wie solches vnter den vorigen Hertzogen in Pom̄ern uͤblich gewesen. Vnd das Koͤnigliche zwar zu ewigen Tagen / das Chur⸗Brandenburgische aber / so lang vō deroselben Mannslinien jemandt vbrig seyn wird: jedoch außgeschlossen das Fuͤrstenthumb Ruͤgen / wie auch aller prȩtension einiges Rechtens in die der Cron Schweden vbergebene Oerther. Nach Abgang aber der Mannslinien deß Hauses Brandenburg / sollen alle / außgenommen Schweden / andere sich der Pommerischen Titulatur vnd Wappen enthalten. Vnd alßdann soll auch gantz HinderPommern / mit VorPommern / dem gantzen Bisthumb vnd saͤmptlichen Capitul zu Cammin / vnd dergestalt mit allen der Antecessorn Gerechtigkeiten / vnd Anwartschafften vereinigt / allein den Koͤnigen vnd Reiche Schweden zu ewigen Tagen zustehen / vnter dessen aber der Anwartschafft Hoffnung vnd Mitbelehnung sich erfrewen: Also / daß auch den Staͤnden vnd Vnderthanen besagter Oerther der Pflichtleistunge halber dem alten Herkommen nach Sicherheit geleist werden solle. [Art. X,5] Der Herr Churfürst zu Brandenburg / vnd alle andere darbey Interessenten sprechen ledig vnd loß die Staͤnde / Diener / vnd Vnderthanen / aller vorigen Pflicht / mit welchen sie biß dato ihnen vnd jhren Haͤusern verhafft gewesen. Vnd thun solche mit Pflicht vnd Gehorsamb der Koͤnigl. May. vnd Reiche Schweden / als uͤblich / anweisen: Hiemit Schweden in voͤllige vnd rechtmessi-ge Possession derselben einsetzen / mit Vffgebung aller dahin sich erstreckenden prætensionen / nun vnd zu ewigen Tagen. Vnd wollen auch dieses fuͤr sich / vnd jhre Nachkommen / krafft eines sonderbaren Jnstruments / bekraͤfftigen. [Art. X,6] Fuͤrs Ander / thut die Roͤm. Kayserl. Mayestet / mit deß Reichs Bewilligung / auch der Durchleuchtigsten Koͤnigin in Schweden / vnnd dero Koͤniglichen Erben vnd Reiche Schweden / zu einem immerwehrendem ohnmittelbaren ReichsLehen vbergeben die Statt vnd Haffen zu Wißmar

Am Rande: Die Statt vnd Haffen Wißmar zu Reichslehē.
/ sampt der Vestung Wallfisch / vnd Aemptern Poel (außgenommen die Doͤrffer Schedorff / Weitendorff / Brandenhusen / vnd Wangeren / so zum Hospital deß heiligen Geistes in der Statt Luͤbeck gehoͤrig /) vnd New Closter / auch allen Rechten / An⸗ vnd Zugehoͤrenden / welches die Hertzogen zu Meckelburg bißhero gehabt. Also daß benannte Oerther / vnnd der gantze Haffen / sampt beyderseits von der Statt biß ins Balthische Meer reichenden Landtschafft Jhro

Emendiert nach Heyll- IPOmd; in der Druckvorlage: Ihre
Mayestet freyen disposition vnterworffen. Vnd moͤge auch dieselben mit Vestungen vnd Besatzungen jhres Gefallens / nach Erforderung der Vmbstaͤnden / jedoch auff jhren eigenen Kosten / versehen / vnd allda zu allen Zeiten fuͤr dero Schiffe vnd SeeArmada / ein sicheren Vffenthalt vnnd Standt haben / auch ins kuͤnfftig dergestalt wie andere Kayserlichen vnd Reichs Lehen niessen vnd gebrauchen / gleichwol mit Vorbehalt / daß der Statt Wißmar jhre Privilegia in salvo verbleiben / vnd derselben Handlungen vnter Koͤniglichen Schutz vnd Gnad vffs beste befuͤrdert werden moͤchten.
[Art. X,7] Am Rande: Ertzbisthūb Bremē / vnd Stifft Verden. Fuͤr das Dritte / vbergibt die Roͤm. Kays. Mayestet / mit Bewilligung deß gantzen Roͤmischen Reichs / in krafft gegenwaͤrtiger Transaction, der Durchlaͤuchtigsten Koͤnigin / dero Erben vnd Nachfahren Koͤnigen / vnd Reiche Schweden / das Ertzbisthumb Bremen / vnd Bisthumb Verden / mit dem Staͤttlin vnd Ampt Wilßhausen / auch aller Gerechtigkeit / so den letztern Ertzbischoffen zu Bremen zugestanden / an das Capitul / vnd dessen Diœcesin zu Hamburg (mit Vorbehaltung dem Hauß Hollstein / wie auch der Statt vnd Capitul zu Hamburg / mit jhren respectivè Rechten / Privilegien / Freyheit / Vertraͤgen Besitzungen / vnd gegenwaͤrtigem Zustandt in allem / dergestalt / daß die 14 Dorffschafften in dē Hollsteinischen Aemptern zu Trittow / vnd Rheinbeck / Herrn Friderichen Hertzog zu Hollstein in Gottorff / vnnd dessen Nachkommen / hinfuͤro allezeit / fuͤr Entrichtung deß jetzigen Jaͤhrlichē Canonis verbleiben) / sampt allen vnd jeden darzu gehoͤri-gen / sie ligen wo sie woͤllen / Geist⸗ vnd Weltlichen Guͤtern vnd Rechten / wie die zu Land vnd Wasser Namen haben moͤgen / zu einem jmmerwehrenden / vnd ohnmittelbaren ReichsLehen / zwar mit gewoͤhnlichen Wappen / aber Fuͤhrung deß Fuͤrstlichen Tituls / vnd solle der Capitularn vnd Geistlichen Collegien Wahl vnd postulation, oder einiges Rechts an der Verwaltung vnd Regierung der zu diesen Hertzogthumben gehoͤrigen Landtschafften / keine Hinderung thun. [Art. X,8] Der Statt Bremen / auch deren Gebieth vnd Vnderthanen / soll gegenwaͤrtiger jhr Standt / Freyheiten / Gerechtigkeit vnd Privilegia in Geist: vnd Weltlichen Sachen ohne ⌑Behinderung⌑ verbleiben. Da aber zwischen derselben vnd dem Bisthumb / oder Hertzogthumb / oder den Capituln / Strittigkeit weren / oder hernach entstuͤnden / dieselben sollen entweders guͤtlich verglichen / oder zu recht außgefuͤhrt werden / vnter dessen aber jede Parthey in dem Besitz / darinn sie jetzo stehet / verbleiben. [Art. X,9] Am Rande: Die Koͤnigin vnd Crō Schwedē ein ohnmittelbarer Standt deß Reichs in beruͤhrtē Landt: vnd Lehen. Zum Vierdten / so nehmen die Roͤm. Kayserl. Mayestet vnd daß Heil. / Reich die Durchleuchtigste Koͤnigin

Emendiert nach Ritzsch- IPOud; in der Druckvorlage: Koͤnige
vnd dero Reichs Schweden Nachfolgere / zu aller obgedachten Landen vnd Le-hen / einem vnmittelbaren Standt deß Reichs auff vnd an / der gestalt / daß zu den Reichstagen / vnter andern Reichsstaͤnden / auch hoͤchstbemeldte Koͤnigin vnd Koͤnig in Schweden / vnterm Titul eines Hertzogen zu Bremen / Verden vnd Pommern / wie auch Fuͤrstin zu Ruͤgen / vnd Herrn zu Wißmar / solle beruffen / in Reichsversamblungen / vnnd Fuͤrsten⸗Raht Weltlichen ⌑Pomps⌑ / die fuͤnffte Stell / die Bremische Stimm aber in seinem Orth vnd Ordnung / nicht weniger wegen Verden vnd Pommern in der Ordnung / wie es dero Possessores von Alters hergebracht / ablegen moͤge. ❀
[Art. X,10] Jn dem OberSaͤchsischen Crayß aber nechsten vor den Hertzogen in Nider-Pommern / in dem Westphalischen vnd NiderSaͤchsischen Craysen an gewoͤhnlicher Stell / Also daß zwischen dem Ertzbischoffen zu Magdeburg vnd Bremen / deß NiderSaͤchsischen Crayses Directorium wechselsweise bestehe: jedoch mit vorbehalt deß ⌑Contradiction⌑ Rechtens der Hertzogen zu Braunschweig vnd Luͤneburg. ❀ [Art. X,11] Zu deß Reichs Deputations Conuenten aber solle so wol die Koͤnigl. May. als der Herr Churfuͤrst / die jhrigen dem Herkommen nach absenden. Nach dem aber Vor: vnd HinderPommern vff denselben nur eine Stimm gebuͤrt / soll selbiges von der Koͤnigl. May. doch mit vorgehendem Raht deß Herrn Churfuͤrsten / allzeit abgelegt werden. [Art. X,12] Vnd vbergeben neben diesem in allen vnd jeden solchen besagten Lehen das Privilegium de non appellando, jedoch mit dem Beding / daß Sie ein gewisses hohes Tribunal oder Appellationis instantiam an einem in Teutschlandt bequemen Orth bestelle / vnd dasselbe mit qualificirten Personen versehe / welche einem jeden Recht vnd Gerechtigkeit / den Reichs Constitutionen, vnd jedes Orths Satzungen nach / ausser weiterer Appellation oder Abforderung der Sachen / administriren sollen. Jm Gegentheil aber so sichs begebe / daß dieselbe / als Hertzogen zu Bremen / Verden vnd Pomern / wie auch als Fuͤrsten zu Ruͤgen / oder Herrn zu Wißmar / in Sachen so selbige Landschafften betreffen / von jemand mit Recht besprochen wuͤrde / so thut die Roͤm. Kaͤyserl. May. Jhro frey stellen / daß sie nach jhrer Commoditet entweder das Forum am Kayserlichen Hofe oder bey der Reichs Cammer erwoͤhlen moͤge / allwo sie die intentirte Action abhandlen woll / jedoch schuldig seyn solle jnner drey Monatsfrist / von dem Tage an denunciatȩ litis, sich zu erklaͤren / fuͤr welchem Richter sie erscheinen wolte. [Art. X,13] Vber dieses wird hoͤchstermelter Koͤnigl. Mayestet in Schweden vbergeben die Gerechtigkeit vmb eine Academi oder Vniversitet vffzurichten / wann vnd wo es deroselben anstehen moͤchte. ❀ Vnd zu deme die jetzige Zoͤlle (so man ins gemein Licenten nennt:) an den Vffern vnnd Haffen in Pommern vnd Meckelnburg / zu einem jmmerwehrenden Rechte: Jedoch im Tax also zu moderiren, damit deren Orthen der Kauffhandel nicht in Abgang gerathe. [Art. X,14] Endlich so erlesset die Roͤm. Kays. Mayest. die Staͤnde / Obrigkeiten / Diener vnd Vnderthanen respectivè besagter Landtschafften vnd Lehen / aller Pflichten vnd Vhrgichten / mit welchem sie den vorigen Herrn vnd Besitzern oder Prætendenten biß dahero obligirt gewesen. Vnd thun selbige hiemit von diesem Tag an der Ko ͤn. Mayestet vnnd Reiche Schweden / jhrem Erbherrn vndergeben / vnnd zu Gehorsamb vnd Trew anweisen vnd verbinden / vnd dergestalt die Cron Schweden in voͤllige vnd rechtmessige Possession einsetzen: krafft Kayserlicher Zusage versprechend / daß sie nicht allein der jetzigen Koͤnigin / sondern auch allen kuͤnfftigen Koͤnigen vnd Reiche Schweden wegen gedachter Laͤnder / Güter vnd vbergebener Gerechtigkeiten / Versicherung leisten: vnd sie gleich andern Reichsstaͤnden in deroselben ruhigen Possession gegen jedermaͤnniglichs vnverletzlich erhalten / vnd schuͤtzen / vn̄ solches vermittelst absonderlichen BelehnungsBrieffen / vffs beste bestettigen wollen. [Art. X,15] Am Rande: Koͤn. May. vnd die Crō Schweden sollen obgedachtes fuͤr Kayserl. vn̄ ReichsLehē erkennen. Da hingegen solle die Durchlaͤuchtigste Koͤnigin / vnd künfftige Koͤnige / vnd Cron Schweden / gedachte Lehen alle vnd jede fuͤr der Kayserlichen Mayst. vnd dem Heil. Roͤmischen Reich erkennen / vnd solcher wegen / so offt sich der Fall begibt / der Belehnung halben Ernewerung gebuͤhrlich suchen / das Iuramentum fidelitatis, vnd was deme anhaͤngig / gleich dero Vorfahren vnd andere ReichsLehenleuth abstatten. [Art. X,16] Die wollen auch den Staͤnden vnd Vnderthanen / ermelter Laͤnder vnd Oerther / insonderheit der Stralsundern / jhre Freyheit / Güter / Rechte vnd Privilegien / ins gemein vnd absonderlich / so sie ordētlich erlangt vnd in langem Gebrauch erhalten haben / sampt dem freyen ReligionsExercitio / vermoͤge der vnveraͤnderten Augspurg. Confess. jederzeit zu uͤben vn̄ zu geniessen / naͤchst Ernewerung vnd Leistung der Pflichten bestettigen: vnd vnter diesen denen AnseeStaͤtten die jenige Schiff: vnd HandlungsGerechtigkeit / so wol in außlaͤndischen Koͤnigreichen / Republicen vnd Provincien / als im Roͤm. Reiche ebenmaͤssig handhaben / wie sie selbige biß vff gegenwaͤrtigen Kriege gehabt haben. [Artikel] XI. [Art. XI,1] Am Rande: Was dem Chur⸗ vnd Furstl. Hauß Brādenb. dero abgetrettenen Rechtē halb zu einer recompens gegeben. Zu einer ersetzlichen vnd gleichmaͤssigen Compensation aber / solle Jhre Churfuͤrstl. Durchl. zu Brandenburg Herrn Friderich Wilhelmen / dieweil derselbe zu Befoͤrderung deß allgemeinen Friedens / von seinen Gerechtigkeiten an VorPommern vnnd Ruͤgen / sampt obgedachten Landschafften vnd angehoͤrigen Orten abgestanden / vnd dessen Erben / Nachkommen / Successorn vnd Anverwandten Mannsstamm / insonderheit Herrn Marggraffen Christian Wilhelm / fuͤr diesem deß Ertzstifft Magdeburg Administratorn, Jtem Herrn Christian zu Culmbach / vnd Herrn Albrechten zu Anspach / auch derselben Maͤnnlichen Successorn vnd Erben / so bald der Fried mit beyden Cronen vnd deß Heyl. Roͤmischen Reichs Staͤnden gestifftet vnd bestaͤttigt worden / von der Roͤm. Kaͤyserl. Mayst. mit Einwilligung der Reichs / sonderlich interessirten Staͤnden / uͤbergeben werden das Bischthumb Halberstatt mit allen Gerechtigkeiten / Privilegien / Regalien / hohen Obrigkeiten / Weltlichen vnd Geistlichen Guͤtern / wie sie Nahmen haben moͤgen / nichts außgenommen / zu einem ewigwaͤhrenden vnd ohnmittelbaren Lehen. Es soll auch der Herr Churfuͤrst alßbalden in desselben sichere / ruͤhige vnd wuͤrckliche possession gesetzt werden. Vnd solcher gestalt die Session vnd Stimme auff den Reichs⸗Taͤgen vnnd bey dem Nieder-Saͤchsischen Crayß haben. ❀ Die Religion aber vnd Geistliche Guͤter sollen in dem Stande verbleiben wie es mit Herrn Ertzhertzog Leopold Wilhelmen vnnd dem Capitul verglichen worden. Jedoch also / daß nichts desto wenigers daß Bischthum̄ dem Herrn Churfuͤrsten vnd seinem gantzen Hause vnd Maͤnnlichen Erben / in der Ordnung / wie sie einander folgen / erblich verbleibe / vnd das Capitul kein Wahl / oder Postulation-Recht / noch ein Stifftsregierung in dem jenigen / so darzu gehoͤrig / uͤbrig bleibe. Sondern jetztbesagter Herr Chur⸗Fuͤrst / vnd nach der Successions-Ordnung / die andern Obbemeldte / der Macht in diesem Bischthumb sich gebrauchen / welche andere deß Roͤm. Reichs Fuͤrsten in jhren Gebiethen geniessen. Vnd solle befugt seyn den vierdten Theil der Canonicaten (außgenommē die Probstey / welche vnter solche Zahl nicht gehoͤrig) nach Abgang mit der Zeit jetzigen Possessorn, so der Augspurgischen Confession Zugethan / vffzuheben / vnd derselben Einkuͤnffte der Bischoͤfflichen Taffel einzuverleiben. Daferrn so viel der Augspurgischen Confessions⸗Canonici nicht weren / welche x-den vierten Theil deß gantzen Corporis Canonicorum, den Probst -x

x-x Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
außgenommen / machen thaͤten / solle die Zahl auß der abgehenden Catholischen Beneficiis ersetzt werden.
[Art. XI,2] Am Rande: Graffschafft Hohenstein. Sintemahln auch die Graffschafft Hohenstein / so weit sie ein Lehen deß Bischthumbs Halberstatt ist / bestehend in zweyen Herrschafften oder Aemptern / Lor vnd Klettenberg / vnd etliche Staͤtten sampt darzu gehoͤrigen Guͤtern vnd Gerechtigkeiten / nach Absterben deß letzten Graffen solches Geschlechts / demselben Bisthumb einverleibt / vnd vom Herrn Ertzhertzog Leopold Wilhelmen / als Bischoffen zu Halberstatt / bißhero possidirt worden. So ist beliebt / daß eben diese Graffschafft auch hinfuͤhro vnwiderrufflich bey demselben Stifft verbleiben solle / Also / daß dem Herrn Churfuͤrsten / als Erblichen jetztbesagtes Halberstadisches Stiffts Jnnhabern mit ermelter Graffschafft frey zu disponiren erlaubt seyn solle / ohnerachtet einiger Contradiction so von jemand eingewendet werden moͤchte. [Art. XI,3] Am Rande: Tattenbach. Es soll auch der Herr Churfuͤrst den Graffen von Tattenbach in Besitzung der Graffschafft Rheinstein erhalten / vnd selbigem die Belehnung so jhm vom Herrn Ertzhertzogen mit Bewilligung deß Capituls geschehen / ernewern. ❀ [Art. XI,4] Am Rande: Stifft Minden. Eben diesem Herrn Churfuͤrsten solle auch fuͤr sich vnd seine obbenandte Er-ben das Bischthumb Minden mit allen seinen Gerechtigkeiten vnd Zugehoͤrungen / wie vom Stifft Halberstatt gemeldet worden / zu einem ewigwaͤhrendem Lehen von der Roͤmis. Keyserl. Mayst. mit der Reichs⸗Staͤnden Bewilligung / so balden nach geschlossenem vnd bestettigtem Frieden / der Herr Churfuͤrste fuͤr sich vnd seine Successorn, in dessen wuͤrckliche vnd ruhige Besitzung also eingesetzt werden / daß er derentwegen vff allgemeinen vnd sonderbahren Reichstagen / wie auch im Westphaͤlischen Crayse seine Session vnd Stimme habe / Jedoch ohnbekrengt der Statt Minden Regalien vnd Rechte / so wohl in geistlichen als weltlichen Sachen / auch hoher vnd nider Obrigkeit in peinlichen / insonderheit deß Gebieths gerechtsame vnd dessen befugte Vbung / vnd Buͤrgerlichen Sachen / auch andern Gebraͤuchen / Freyheiten vnd Privilegien so Jhr vermoͤg alter Rechten gebuͤhren. Gleichwol dergestalt / daß die Dorffschafften / Hoͤfe vnd Haͤuser / so dem Fuͤrsten / Capitul / vnd saͤmptl. Geistl. vnd Ritter / Orden gehoͤrig / vnd respectivè im Gebieth oder jnnwendig der Statt gelegen / gaͤntzlich außgenom̄en / vnd im uͤbrigen daz Ius Principis & Capituli, vnversehrt erhalten werde. ❀ [Art. XI,5] Gedachtem H. Churf. vnd dessen Successorn, soll auch das Bischthumb Cammin zu einem ewigwaͤhrendem Lehen von der Roͤm. Kays. Mayst. vnd Heyl. Reiche vberlassen seyn / eben mit sol-chem Recht vnd Maaß / als hieoben von denen Stifftern Halberstatt vnd Minden verordnet worden / jedoch mit diesem Vnterschied / daß im Stifft Cammin dem Herrn Churfuͤrsten frey stehe / die Canonicat / nach Abgang der jetzigen Geistl. erloͤschen zu lassen / vn̄ also fortan mit der Zeit das gantze Stifft dem Landt zu Hinder⸗Pommern zuzueygnen vnnd einzuverleiben. [Art. XI,6] Am Rande: Anwartschafft deß Ertzstiffts Magdeburg. Gleicherweise wird dem Herrn Churfuͤrsten bewilligt die Anwartschafft deß Ertzstiffts Magdeburg / vnd zwar dergestalt / daß / zu welcher Zeit derselbe / entweders durch den Todt / oder Succession in der Chur / oder durch einige andere Weiß dieses Administrators Herrn Augusti, Hertzogens zu Sachsen vaciren wuͤrde / alßdann das gantze Ertzstifft / sampt allen darzu gehoͤrigen Landen / Regalien vnd Gerechtigkeiten / wie oben von dem Bischthumb Halberstatt ist verordnet worden / dem Herrn Churfuͤrsten vnd dessen Nachkommen / Successorn, Erben vnd Man̄sstammens Anverwandten / ohnbehindert einiger Wahl oder postulation, so immittelst heimlich oder oͤffentlich fuͤrgehen moͤchte / vberliffert / vnd zu einem ewigwaͤhrenden Lehen eingeraͤumbt werden: Er solle auch Macht haben die vacirende possession eygener Authoritaͤt einzunehmen. [Art. XI,7] Vnter dessen aber soll das Capitul sampt besagtes Ertzstiffts⸗Staͤnden vnd Vnderthanen / gleich nach geschlossenem Frieden / vorbesagtem Herrn Churfuͤrsten vnd dem gantzen Churfuͤrstlichen Hause fuͤr sich / vnd alle in demselben Successorn, Erben vnd Maͤnnlichs Stams⸗Angewandten / in eventum Pflicht vnd Huldigung leysten. [Art. XI,8] Am Rande: Magdeburg soll jhr alte Freyheit behalten. Der Statt Magdeburg aber soll jhr alte Freyheit vnd das Privilegium deß Keysers Ottonis, vom 7. Junij Anno 940 ob gleich solches durch die boͤse Zeit verlohren were / vff derselben aller vnderthaͤnigstes Ansuchen / von der Roͤm. Keys. Mayst. ernewert / wie auch / worinn sie der Bevestigung halb von Keyserl. May. Ferdinando II. privilegirt, vnd sich mit aller Iurisdiction vnd Proprietät vff ein viertheil Teutscher Meil erstreckt / benebenst allen jhren Privilegien vnnd Rechte in geistlichen als weltlichen Sachen / in Sicherheit vnd vnverletzt bleiben / mit der außtruͤcklichen Clausul / daß zum Nachtheil der Statt die Vorstaͤtte nicht wider moͤgen auffgebawet werden. [Art. XI,9] Am Rande: Querfurth / Guͤterbock / Damm / Borck. Ferrners so viel die vier Herrschafften oder Aempter / Querfurth / Guͤterbock / Damm / vnd Borck be-trifft / nach dem selbige fuͤr laͤngst dem Herrn Churfuͤrsten zu Sachsen vbergeben sind / so sollen sie auch in dessen jmmerwehrender Possession verbleiben / jedoch mit diesem Vorbehalt / daß diejenige Quota, so bißhero wegen derselben zu dem Reichs: vnd Crayß⸗Collecten contribuirt worden / von besagtem Herrn Churfuͤrsten künfftigs gereicht / vnd dem Ertzstifft abgezogen / Auch davon in der Reichs: vnnd Crayß⸗Matricul außtruͤckliche provision gemacht werde. ❀ Damit aber daher der Cammer⸗Renthen vnd der Bischofflichen TaffelGuͤter Verschmählerung

Emendiert nach Ritzsch- IPOud, in der Druckvorlage: Vereinigunge
in etwas ersetzt wuͤrde / so solle vorbemeltem Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg vnd dessen Nachfolgern / nicht

Am Rande: Eglen.
allein so bald nach beschlossenem Frieden das Ampt Eglen / welchs sonsten zum Capitul gehoͤrig / voͤllig zu possidirn vnd zu geniessen eingeraumbt werden / mit Vffhebung dessen von den Graffen von Barby von etlichen Jahren daruͤber gefuͤhrten Proceß. Sondern es solle auch erlaubt seyn / nach deß Ertzstiffts erlangter possession, den vierdten Theil der Canonicatuum Cathedralium, nach Abgang derselben / abzuthun / vnd deren Renthen der Ertz⸗Bischoͤfflichen Cammer einzuverleiben. ❀
[Art. XI,10] Was aber fuͤr Schulden von gegenwaͤrtigem Herrn Administratorn Augusto, Hertzogen zu Sachsen bißhero gemacht worden / sollen dieselbe auß deß Ertz-stiffts Renthen / vff den begebenden Fall der Vacantz / vnd besagtes Ertzstiffts devolution an den H. Churf. zu Brand. vnnd dessen Successorn keines wegs entricht werdē. Es soll auch gedachtē H. Administr. nit erlaubt seyn / besagtes Ertzstifft mit newen Schulden / Verpfaͤndungen vnd Veraͤusserungen zu Nachtheil deß Herrn Churf. vnd dessen Successorn, Erben vnd Maͤnnliches Stamms⸗Angewandten / einiger weise ferner zu beschweren. [Art. XI,11] Jn diesen deß Herrn Churfuͤrsten Ertz: vnd Stifftern aber sollen im uͤbrigen den Staͤnden vnd Vnderthanen jhre zustehende Gerechtigkeiten vnd Privilegien / bevorab das exercitium der vngeaͤnderten Augspurgischen Confession, massen sie jetzo daselbsten in Vbung verbleiben. Nicht wenigers soll auch das jenige statt finden / was in BeschwerungsPuncten zwischen beyderley ReligionsVerwandten⸗Staͤnden deß Reichs verglichen worden / so weit solches nicht zuwider laufft der jenigen Verordnung so droben am 5. Articul von den Gravaminibus §. 8 enthalten / welcher also anfangt: welche Ertzbischthumben / Bischthumben vnd andere Fundationes vnd Geistliche Guͤter / etc. vnnd sich endigt: sollen subject bleiben. Als welcher allhie ebenmessig gelten solle / als ob er von Worten zu Wortē eingefuͤhrt worden / vn̄ obbesagtes Ertz⸗Bischthumb vnd Bischthumber / erblich vnd vnveraͤnderlich dem Herrn Churfuͤrsten vnnd Hauß Brandenburg / auch allen jhren Successorn, Erben vnd Anverwandten / zu ewigen Tagen gaͤntzlich mit solchem Recht / als in jhren erblichen Laͤndern / verbleiben soll. ❀ Wegen deß

Am Rande: Chur⸗ vnd Fuͤrstl. Hauses Brādenb. Titul vermehrt.
Tituls ist verglichen worden / daß jetztgedachter Herr Churfuͤrst sampt dem gantzen Hauß Brandenburg / vnnd in demselben alle vnnd jede Marggraffen zu Brandenburg / Hertzogen zu Magdeburg / vnd Fuͤrsten zu Halberstatt vnd Minden genennet / vnd schrifftlich titulirt würden.
[Art. XI,12] Am Rande: Was Koͤn. Mayst. in Schweden wider abtretten solle. Es solle auch die Koͤnigliche Majestaͤt in Schweden dem Herrn Churfuͤrsten fuͤr sich / deren Successorn, Erben vnnd Mannsstamms Anverwandten vollkoͤmblich wider geben: Fuͤrs erste das uͤbrige Hinder⸗Pommern mit allen Zugehoͤrungen / Guͤtern / Geist: vnnd Weltlichen Rechten / so wohl das Eygenthumb als die Nutzniessung betreffend / So dann Collberg / mit dem gantzen Bischthumb Cammin vnd aller Gerechtigkeit / welche die Hertzogen in Hinder⸗Pommern bißhero bey der Collatur / [der] Prælaturn vnnd Præbenden deß Camminischen Capituls gehabt haben / jedoch solcher gestalt / daß der Koͤniglichen Majestaͤt in Schweden vorhin uͤbergebene Gerechtigkeiten in Kraͤfften verbleiben: Auch den Staͤnden / vnd Vnderthanen in den restituirten Hinder⸗Pommerischen Landen jhre Freyheit / Guͤter / Rechte vnnd Privilegien / vermoͤg deß schrifftlichen Revers, (welches auch die Staͤnde vnd Vnderthanen besagtes Bischthumbs sich also zu erfrewen haben / gleich ob were solcher jhnen eygentlich ertheilt worden) sampt dem freyen Augspurgischen Confessions-Exercitio, nach der vngeenderten Augspurgischen Confession, ohne einigen Eintrag / zu aller Zeit / ⌑ohne ferrnerer Pflichtleystung oder Ernewerung⌑ zu uͤben auffs beste confirmirt vnnd conservirt seyn. [Art. XI,13] Drittens / alle Oerther / welche in der Marck⸗Brandenburg mit Schwedischer Besatzung versehen. [Art. XI,14] Vierdtens / alle Commenthureyen vnd Guͤter so zu St. Johan̄s Ritter⸗Orden gehoͤrig / welche ausser der Koͤniglichen Mayst. vnd Cron Schweden uͤbergebenen Laͤndern gelegen / zusampt den Acten, vnd Documenten, wie auch andern schrifftlichen Originalien diese Ort

In der Druckvorlage: Art
vnd Gerechtigkeiten [betreffend] / so zu restituiren seyn / die gemeine vnd beyde Vor⸗ vnd Hinder⸗Pommern aber betreffende Vrkunden / in Authentischer vnd beglaubter Form / welche im Stettiner Archiv vnd Registratur, oder sonsten in: oder ausserhalb Pommern / befindlich.
[Artikel] XII. [Art. XII,1] Am Rande: Der Hertzogen zu Meckelnburg anderwertliche compensation, das Bischthumb Schwerin vnd Ratzenburg. Fuͤr das jenige aber / so dem Hertzog von Meckelnburg zu Schwerin / Herr Adolph Friderichen / in Veraͤnderung der Statt vnd Hafens Wißmar abgehet / soll jhme vnd seinē Maͤnnlichen Leibs⸗Erben zukommen das Bischthumb Schwerin vnd Ratzenburg / als ein jmmerwaͤhrendes ohnmittelbares Lehen / (jedoch vorbehaͤltlich deß Hauses Saxen⸗Lawenburg vnd anderer Benachbarten / wie auch besagter Diœces ⌑der⌑ zustaͤndigen Rechten) sampt allen Gerechtigkeiten / schrifftlichen Vrkunden / Archiv, Registern vnd andern Zugehoͤrungen / mit der Freyheit an beyden Orten / nach Abgang der jetziger Zeit residirenden Canonischen / die Canonicaten abzutilgen / vnd alle Renthen der Fuͤrstlichen Tafel zu appliciren. Vnd solle auch bey den Reichs⸗ vnd des Nider⸗Saͤchsischen Crayses Conventen seine Session, auch zweyfachen Fuͤrstlichen Titul vnd Stimme haben / ❀ vnd ob zwar dessen Bruders Sohn / Herr Gustav Adolph / Hertzog zu Meckelnburg in Güstraw / hiebevor Administrator zu Ratzenburg designirt worden. Dieweil jedoch jhme nicht weniger als seines Vatters Bruder c-der Rechtsvorteil einer Wiedereinsetzung in seine Herzogtümer zugestanden wurde, so hat man es für recht und billig erachtet, daß zugunsten seines Oheims, der -c

c-c Ergänzt in Anlehnung an BUSCHMANN.
von Wißmar abstehet / er hingegen dieses Bischthumbs sich begeben thue. Es solle aber besagtem Herrn Gustav Adolphen zu einer Widerlage zwey Canonicat ⌑nach gegenwaͤrtiger Vergleichung der Augspurgischen Confessions-Verwandten Gravaminum⌑, eines im Magdeburgischen / das ander im Halberstaͤttischen Stifft / so mit naͤchstem vaciren moͤchten / conferirt vnd gegeben werden.
[Art. XII,2] Am Rande: Canonicat zu Straßburg. So viel die zwey angesprochene Canonicaten deß Thumbs zu Straßburg belangt / da ichtwas den Augspurgischen Confessions-Verwandten Staͤndē / vermoͤg gegenwaͤrtiger Transaction gebuͤhret / solle das Hauß Meckelnburg vff die Renthen zweyer Canonicaten Antheil angewiesen werden / jedoch ohn der Catholischen Nachtheil / da aber die Schwerinische Manns⸗Lini solte abgehen / vnd die Guͤstrowische bleiben / als dann soll diese jener succediren. [Art. XII,3] Am Rande: Ritter⸗Orden St. Johann. Zu mehrer Begnügung aber deß Hauses Meckelnburg / solle selbigem die Commenthureyen deß Hierosolymitanischen RitterOrdens zu St. Johann / Mirow vnd Nemerow / so in selbigem Hertzogthumb gelegen / vermoͤg der Verordnung / so am 5. Articul / §. 9 fuͤrher exprimirt, zu ewigen Tagen vbergeben werden / biß daß wegen deß Religionstreits im H. Roͤmis. Reiche eine Vergleichung vffgerichtet seyn wird / vnd zwar der Schweriner Lini Mirow / der Guͤstrowischen Lini aber Nemerow: mit diesem Beding / daß sie besagten Ordens⸗Bewilligūg selbst zu wegen bringen / vnd derselben / wie auch dem Herrn Churf. zu Brandenburg / als deren Patron / so offt sich der Fall begeben wird / was

In der Druckvorlage: vnd
bißhero gelayst worden / auch forthin laysten sollen. ❀
[Art. XII,4] Es wird auch die Roͤ. Keys. May. selbigem die hiebevorn erhaltene Zoͤlle an der Elbe zu ewigen Tagen bestaͤttigen / mit Erlassung der kuͤnfftigen Reichs⸗Contributiō ausser deß Schwedischen Kriegsvolcks Begnuͤgung / biß die Summ 200 000 Reichsthaler verglichen seyn wird. ❀ Es soll uͤber das die gesuchte Wingerschianische Forderunge / als welche auß Veranlassung deß Kriegs entstanden / auch die daruͤber gefuͤhrte Processen vnd ergangener Decreten allerdings vffgehoben seyn: Also / daß weder die Hertzogen zu Meckelnburg / weder die Statt Hamburg / derentwegen hinfuͤhro weiter nicht besprochen werden koͤnnen noch sollen. [Artikel] XIII. [Art. XIII,1] Am Rande: Braunschw. vnd Luͤneburg tretten ab. Nach dem das Fuͤrstliche Hauß Braunschweig / Luͤnenburg / vmb den gemeinen Frieden desto besser vnd leichter zu bestaͤttigen / von denen Coadiutoriis, im Ertzstifft Magdeburg vnd Bremen / wie auch im Stifft Halberstatt / vnd Ratzenburg / mit dem Beding abgetretten ist / daß vnter andern demselben die Abwechselung vnnd Succession mit den Catholischen im Stifft Oßnabruͤck zugeeygnet werde: Hierumb so haben die Roͤm. Kaͤyserl. Mayst. deß Heyl. Roͤm. Reichs gegenwaͤrtigen Zustand gar nicht dienlich ermessen / daß derentwegen der allgemeine Frieden laͤnger vffzuhalten seye / vnd daher bewilligt vnd zugelassen / daß dergleichen Abwechselunge in besagtem Bischthumb Oßnabruͤck hinfuͤhro zwischen Catholischer vnd Augspurgischer Confessions-Bischoffen jedoch auß dem Fuͤrstlichen Hause der Hertzogen zu Braunschweig Luͤneburg / so lang dasselbe seyn wird / zu erwoͤhlen statt haben solle / vff Maaß vnd Weise wie folget: [Art. XIII,2] Am Rande: Gustavus Gustavi renuncirt dem Stifft Oßnabruͤck / gegen 80 000 Reichsthaler. Fürs Erste / Demnach Herr Gustavus Gustavi, Graffe in Wasseburg / deß Koͤnigreichs Schweden Senator, allen seinem an das Stifft Oßnabruͤck / auß gegenwaͤrtigen Kriegs gehabtem Anspruch renunciret. Auch die Staͤnde vnd Vnderthanen jhrer Jhme gelaystete Pflicht erlaͤsset / So ist Herr Bischoffe Frantz Wilhelm / vnd dessen Nachfolger / wie auch das Capitul / Staͤnde vnd Vnderthanen besagtes Bischthumbs / Krafft dieses / verbunden / besagtem Herrn Graffen / vnd dessen Befelchshabern zu Hamburg / jnnerhalb vier Jahren / vom Tage deß publicirten Friedens zu bezahlen 80 000 Reichsthaler: also daß Jaͤhrlichs 20 000 zu Hamburg besagtem Graffen / oder dessen Befehlhabern erlegt vnnd entricht / oder vff den Saͤumungs⸗Faͤlle / Krafft dieser allgemeinen Pacification, die Execution vorgenommen werden solle. [Art. XIII,3] Am Rande: Herr Frantz Wilhelm Bischoffen zu Osnabruck wird restituirt. Fuͤr das andere / solle besagtes Bischthumb Oßnabruͤck / gantz vnd zumahl / mit allen seinen Angehoͤrungen / in Welt⸗ vnd Geistlichen / dem jetzigen Herrn Bischoffen Francisco Wilhelmo, mit allen Rechten wider zu besitzen restituirt werden. Massen die einmuͤhtige / vnd jmmerwaͤhrende ⌑getroffene⌑ Vergleichung Herrn Bischoffen Francisci Wilhelmi, vn̄ deß Hauses Braunschweig / Luͤneburg / auch Stiffts Oßnabruͤck Capitularen / mit sich bringt. [Art. XIII,4] Am Rande: Solle in de Stand gesetzt werden wie selbiges Anno 1624 gewesen ist. Drittens / der Zustand der Religion / vnd Geistlichen / wie auch der gantzen Clerisey beyder Religionen / so wohl in der Statt Oßnabruͤck selbst / als uͤbrigen zu diesem Stifft gehoͤrigem Gebieth / Staͤtten / Hoͤffē / Doͤrffern / vnd allen andern Orten / soll seyn vnd gesetzt werden / vff den Fuß / wie er am 1. Januarij / Anno 1624 gewesen. Jedoch also / daß zuvor ein gewisse Bestimmung vnnd Verordnung in dem jenigen geschehe / was nach dem Jahr 1624 an den Dienern am Wort Gottes / auch Goͤttlichen Dienst geaͤndert befunden wird / welches obbesagter Capitulation einzuverleiben stehet. Vnd soll der Herr Bischoff / vermittelst eines schrifftlichen Reverss, seine Staͤnde / vnnd Vnderthanen in Erforderung der Pflichten / versichern / benebenst daß er ihre Gerechtsame / vnd Privilegia e-wie es von Alters herkommen / vngekrenckt lassen wolle -e

e-e Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
, wie auch was ferrners der kuͤnfftigē Administration deß Stiffts / dessen Staͤnden vnd Vnderthanen zu beyderseits Sicherheit wird nothwendig erachtet werden.
[Art. XIII,5] Am Rande: Dessen Successor soll seyn / Herr Ernst Augustus Hertzog zu Braunschw. vnd Luͤneburg. Zum Vierdten / nach toͤdtlichem Hintritt deß Herrn Bischoffs / soll im Bischthumb Oßnabruͤck succediren Herr Ernst Augustus / Hertzog zu Braunschweig vnd Luͤnenburg: Welcher in Krafft dieser oͤffentlichen Friedenshandlung / desselben benandter successor, vnd das ThumbCapitul zu Oßnabruͤck / wie auch andere Staͤnde vnd Vnderthanen / verbunden seyn solle / alsobalden nach Abgang oder Vffkuͤndung deß jetzigen Bischoffs / gedachtē Herrn Ernst Augustum zu einem Bischoff anzunehmen / vnd bemeldte Staͤnd zu dem Ende / jnnerhalb dreyer Monat / von Zeit deß geschlossenen Friedens anzurechnen / Jhme die gewoͤhnliche Pflichte f-wie oben

f-f Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
abzustatten / vff die Bedinge / wie die stetswaͤhrende ⌑getroffene⌑ Vergleichung mit den Staͤnden solchem Maß gibt. ❀
[Art. XIII,6] Da aber Hertzog Ernestus Augustus, nach Abgang deß jetzigen Bischoffs / nicht mehr im Leben seyn wuͤrde / so soll das Capitul einen andern auß Herrn Georgen Hertzogs zu Braunschweig / Luͤnenburg Nachkommen zu jhrem Bischoffe erfordern / gleicher Weiß mit dem Beding / wie die einmuͤtig angenommene vnnd jmmerwehrende Vergleichung erfordert. Wann aber selbiger entweders mit Todt abgangen sey / oder von selbsten solches vffsagē würde / so solle besagtes Capitul entweders durch Wahl / oder Postulation, ein Catholischen Bischoff jhnen fuͤrsetzen. Da aber dieses theils der Canonicorum entweders Vnfleiß / oder Zwyspalt darzwischen kaͤme / so soll es bey der Satzung deß geistlichen Rechtens vnd Teutschlands Gewohnheit verbleiben / jedoch vorbehaltlich der immerwehrenden Capitulation, wie auch dieser Transaction, vnd dergestalt der immerdar alternativa successione vnter dē Catholischen Bischoffen / so auß deß Capituls Mittel erwoͤhlet / oder anderstwoher erfordert worden / vnd der Augspurgischen Con-fess. Zugethane / aber keine andere / als die auß dem Hauß jetztbesagtes Hertzog Georgens entsprossen. Vnd zwar so der Fuͤrsten mehr als einer fuͤrhanden / solle auß den Juͤngern ein Bischoff erwoͤhlt vnd postulirt werden. So aber kein Juͤngerer fuͤrhanden / solle einer auß den regierenden Fuͤrsten erkohren werden. Da aber diese auch ermanglen / solle alßdann endlich Hertzogs Augusti posteritet succediren, mit der zwischen jhr vnd den Catholischen jmmerwehrenden alternation, oder Abwechslunge. [Art. XIII,7] Am Rande: Die Hertzogen von Braunschweig / Luͤneburg sollē die Religiō verthedigen. Zum Fuͤnfften / solle nicht allein ermelter Hertzog Ernestus Augustus / sondern auch alle auß dem Hauß der Hertzogen zu Braunschweig / Luͤnenburg / der Augspurgischen Confession Zugethane / so in diesem Bisthumb wechselsweise succediren, den Zustandt der Religion / der Geistlichen / vnd saͤmptlichen Clerisey / so wol in der Statt Oßnabruͤck / als in den vbrigen / zu diesem Bisthumb gehoͤrigen Gebiet / Staͤtten / Hoͤffen / Dorffschafften / vnd allen andern Orthen erhalten vnd verthedigen / Allermassen droben beym dritten Articul / vnd der jmmerwehrenden Capitulation versehen ist. [Art. XIII,8] Am Rande: Den Catholischen solle auch kein eintrag geschehen. Sechstens / damit auch bey wehrender Administration vnd Regierung eines Augspurg. Confession Zugethanen Bischoffs / in der Catholischen geistlichen Censur, wie auch im Gebrauch vnd Vbung der Sacramenten / nach der Roͤmischen Kirchen Gewonheit / wie auch andere dem Orden angehoͤrigen Sachen / nicht einige Vngelegenheit vnd Confusion einfiele / So solle vber solches die dispositio, so offt die Vmbwechslung vff einen Augspurgischen ConfessionsVerwandten fallen wird / dem Herrn Ertzbischoffen zu Coͤlln / als Metropolitano, vorbehalten / gegen der Augspurgischen Confession-Zugethane aber gaͤntzlich vffgehoben seyn. Die vbrige hohe Obrigkeit vnd Regierung in Civil vnd peinlichen Sachen / sollen dem Herrn Bischoff Augspurgischer Confession / vermoͤg der CapitulationsOrdnung / vnversehrt verbleiben. So offt auch ein Catholischer Bischoff in dem Stifft Oßnabruͤck regiert / solle er sich gegen der Augspurgischen Confessions Kirchengebraͤuche vnd Religion im geringsten nichts anmassen / oder annehmen. [Art. XIII,9] Am Rande: Prælatur Walckenried. Zum Siebenden / das Closter oder Prȩlatur Walckenriedt / welches dieser Zeit Herr Christian Ludwig / Hertzog zu Braunschweig / Luͤnenburg / Administrator ist / sampt dem Gut⸗Schawen / soll von der Roͤm. Kays. May. vnd dem Reich / den Hertzogen zu Braunschweig / Luͤneburg / als ein jmmer-wehrendes Lehen / benebenst allen Angehoͤrungen vnd Gerechtigkeiten / gegeben werden / eben mit der Ordnung / wie oben von der Hertzogen zu Braunschweig / Lüneburg / vnd dero familien Succession, Anregung geschehen: nebens gaͤntzlicher vffhebung deß Iuris Advocatiæ, vnd andern deß Stiffts Halberstatt vnd Graffschafft Hohnstein / Anspruͤch. [Art. XIII,10] Am Rande: Closter Gruͤningen. Fuͤrs Achte / soll auch dem Hertzogen zu Braunschweig vnd Luͤneburg wider gegeben werden das Closter Gruͤningen / welches hiebevor an das Stifft Halberstatt kommen / mit Vorbehalt auch deren Rechten / so obbemelten Hertzogen an das Schloß Westerburg zustehen / wie nicht wenigers die Belehnung / so von den Hertzogen dem Graffen von Tettenbach geschehen / dannenher die getroffene Vergleich / als auch

In der Druckvorlage: ein
Schuldt⸗ vnd PfandtRecht deß Hertzog Christian Ludwigs Vicario Friderich Schencken von Winterstatt / an Westerburg hafftend / richtig verbleiben sollen.
[Art. XIII,11] Am Rande: Thillische Schuldforderung wird erlassen. Zum Neundten / die Schuldt / damit Herr Friderich Vlrichen / Hertzog zu Braunschweig vnd Lüneburg / der Koͤn. May. in Dennemarck verhafft / vnnd von diesem bey der Friedenshandlung zu Luͤbeck / der Roͤm. Kays. Mayestet vbergeben / vnd hernacher dem Kays. Kriegs-Generaln Graf-fen von Thilly verehrt worden / betreffend / nach dem die jetzige Hertzogen zu Braunschweig vnd Luͤneburg / auß vielen bewegenden Vrsachen / sich zu solcher Schuldt nicht gehalten zu seyn erachtet / auch hieruͤber durch der Cron Schweden Gevollmaͤchtigte Gesandte instaͤndige Abwendung vorgangen / so solle auß Lieb zum Frieden / diese gantze Schuldt / auch deren Schein hiemit vffgehebt / vnd besagten Hertzogen / deren Erben vnd Provincien erlassen seyn. [Art. XIII,12] Am Rande: Die Guͤldt bey dem Capitul zu Ratzenburg erloͤscht. Fuͤrs Zehende / demnach die Hertzogen von Braunschweig vnnd Luͤneburg / Zellischer Lini / dem Capitul zu Ratzenburg h-bißhero von -h

h-h Emendiert nach Cosmerovius- IPOud; in der Druckvorlage: biß von hero
20 000 Guͤlden Jaͤhrliche Zinß entrichtet. So solle bey Vffhoͤrung der Abwechselung / auch solche Jaͤhrliche Zinß ein Ende haben / vnd die Schuldt / wie auch aller Schein hierüber erloschen seyn.
[Art. XIII,13] Am Rande: Præbenden des Stiffts Straßburg. Fuͤrs Eylffte / deß Herrn Hertzogs Augusti beyden juͤngern Soͤhnen Anthonio Vlrico / vnd Ferdinando Alberto / sollen zwey Præbenden im Bisthumb Straßburg / so bald selbige ledig / gegeben werden / jedoch mit diesem Beding / daß besagter Herr Augustus [sich] seines Anspruchs / welchen er an ein oder andern Canonicat hiebevor gehabt oder noch haben moͤge / begeben solle. [Art. XIII,14] Am Rande: Anderwertlicher Verzicht. Fuͤrs Zwoͤlffte / hingegen so sollen hochermelte Hertzogen denen Postulationibus vnd Coadjutoriis, an das Ertzstifft Magdeburg vnd Bremen / als auch Stiffter Halberstatt / vnd Ratzenburg / vollkoͤmblich sich verzeyhen / also daß / was solcher Ertzstiffte vnd Stiffter halber hieoben in gegenwaͤrtigem Friedens Instrument verordnet worden / ausser jhrer Widerspruch kraͤfftig seyn / vnnd die Capitul ein vnd andern Orths in dem Stand / wie droben verglichen / bleiben sollen. [Artikel] XIV. [Art. XIV,1] Am Rande: Herrn Marggraff Christian Wilhelm geschicht satisfaction. Wegen der Summ der 12 000 Reichsthaler / so Herrn Christian Wilhelmen / Marggraffen zu Brandenburg / auß dem Ertzstifft Magdeburg Jaͤhrlichs zuerlegen / ist abgeredt worden / daß das Closter vnnd Ampt Zina / vnd Loburg / besagtem Herrn Marggraffen so bald eingeraumbt werden sollen / sampt allen Zugehoͤrungen / vnd aller Gerechtigkeit / ausser deß Ius territorii. Vnd dieser Aempter mag derselbe Herr Marggraffe zeit Lebens gebrauchen vnnd geniessen / vnnd ist hieruͤber einige Rechnung zu thun vnverbunden / jedoch mit diesem Beding / daß so wohl in Welt: als Geistlichen Sachen den Vnderthanen kein Nachtheil zugezogen werde. ❀ [Art. XIV,2] Vnd demnach / wie das gantze Ertzstifft / also auch vorbesagtes Closter vnd Aempter durch die boͤse Laͤufften

Emendiert nach Heyll- IPOmd; in der Druckvorlage: Laͤuffen
sehr verwuͤstet sind. Hierumb soll dem Herrn Marggraffen j-vom itzigē -j

j-j Ergänzt nach Ritzsch- IPOud.
Administratorn, ohnverzuͤglich von deß Ertzstiffts Anlag / so deßwegen geschehen solle / 3000 Reichsthaler erlegt werden: so weder der Herr Marggraffe noch Seinige Erben / wider zu bezahlen schuldig seyn sollen. ❀
[Art. XIV,3] Vber das ist beliebet / daß nach Abgang deß Herrn Marggraffen / von wegen vnd im Namen de[s] nicht erfolgten Vnderhalts

Emendiert nach Cosmerovius- IPOud, in der Druckvorlage: Widerhaltung
/ seinen Erben vnd Nachkommen erlaubt seyn solle / besagtes Closter vnd Aempter vff fuͤnff Jahr zu behalten / vnd mit allen jhren Zugehoͤrungen vnd Gerechtigkeiten / ohne davon Antwort oder Rechenschafft zu geben / zu nutzen vnd zu niessen. Nach verfliessung aber der fuͤnff Jahren / sollen ermelte Aempter / vnd derselben Gerechtsame / Gefaͤlle vnd Renten / dem Ertzstifft ohne Verwaigerung wider abgetretten / vnnd von obgedachter Summ ferrners nichts geandet oder gesucht werden. ❀
Vnd darbey solle es auch verbleiben / ob gleich das Ertzstifft Magdenburg zu einer gleichmessigen Ersetzung an den Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg / dessen Erben vnd Nachfolger / gelangen wird. [Artikel] XV. [Art. XV,1] Am Rande: Hessen Casselische sach ist verglichen. Betreffent die Hessen Casselische Sache / ist verglichen worden / wie folgt: Fuͤr allen Dingen solle daß Fuͤrstliche Hauß Hessen Cassel / vnnd alle dessen Fuͤrsten / fuͤrnemblich Fraw Emylia Elisabetha / Landtgraͤffin zu Hessen / vnd dero Sohn / Herr Wilhelm / wie auch jhre Erben / Diener / Bediente / Lehenleuthe / Vnderthanen / Soldaten / vnd alle andere Angehoͤrige / keiner außgeschlossen / ohnerachtet denen entgegenstehenden Vertraͤgen / Processen / Aacht: vnd anderen Erklaͤrungen / Vrtheilen / Executionen vnd Transactionen, welches alles / wie auch die Anspruͤch vnd Anmassungen wegen Schadens vnd Schmach / so wol in neutral, als Feindtsstandt / hiemit gaͤntzlich vffgehoben / der allgemeinen obbeschlossenen / vnd vff den Anfang deß Boͤhmischen Kriegs / neben

Am Rande: Amnestia.
voͤlliger Restitution ⌑der⌑ widerbrachter Amnestia, (außgenommen der Roͤm. Kayserl. Mayestet / vnd Hauses Oesterreich Vasallen vnnd Erblichen Vnderthanen / massen von solchen im §. Tandem om-nes, &c. disponirt) auch aller auß diesem / vnd dem ReligionFrieden herkommenden Wolthaten / gleichmessiges mit andern Staͤnden Rechts / (massen in dem Articul / so also anfangt: Vnanimi, &c. / verordnet) vollkommentlich geniessen / vnd theilhafftig seyn.
[Art. XV,2] Am Rande: Abtey Hirschfeldt. Fuͤrs Ander / solle das Hauß Hessen Cassel / vnd dessen Nachfolger / die Abtey zu Hirschfeldt mit allen jhre Zugehoͤrungen / Welt⸗ vnd Geistlichen / in: oder ausserhalb Landts (als die Probstey Gellingen) gelegenen / (jedoch vorbehaltlich der Rechten / so das Hauß Sachsen von vndencklichen Jahren possidirt) behalten. Vnd deßwegen bey der Roͤm. Kays. May. so offt sich der Fall begibt / die Belehnung suchen / vnd die Pflicht leisten. [Art. XV,3] Am Rande: Schaumburg / Buͤckenburg / Saxenhagen / Statthagen. Drittens / soll das Eygenthumb vnd Nutzbarkeit vff die Aempter Schaumburg / Buͤckenburg / Saxenhagen / vnd Statthagen / so hiebevorn dem Bisthumb Minden zugesprochen vnd zugestanden ist / nunmehr Herrn Wilhelmen / jetzigen Landtgraffen zu Hessen / vnd dessen Nachfolgern / zu ewigen Tagen voͤllig / ohn fernere besagtes Bisthumbs / oder sonsten jemands Einrede oder Hinderung zustehen: jedoch vorbehaltlich der zwischen Herrn Christian Ludwigen / Hertzog zu Braunschweig vnd Luͤnenburg / vnd Landtgraͤffin zu Hessen / auch Philipsen / Graffen zu Lipp / getroffenen Vergleichs / vnd solle benebenst bestaͤndig verbleiben / was zwischen gedachter Landgraͤffin / vnd vorermeltem Graffen fuͤrgangen: ⌦so weit solches der Roͤm. Kayserl. May. vnd Heil. Roͤmischen Reiche ohne Nachthei⌫. [Art. XV,4] Ferrner ist verglichen worden / daß fuͤr die Widerabtrettung in diesem Kriege eingenommener Orthen / vnd Schadloßhaltung / der Fraw Landgraͤffin zu Hessen / als Vormuͤnderin dero Sohn / vnd dessen Successorn, Fuͤrsten in Hessen / auß denen Ertzstifftern Maͤyntz vnd Coͤlln / wie auch Stifftern Paderborn / Muͤnster / vnd Abtey Fulda / 600 000 Reichsthaler / in guter jetziger guͤltiger Wehrung / jnnerhalb

Am Rande: 600 000 Reichsthaler.
neun Monaten / von dem Tage deß bestettigten Friedens anzurechnen / zu Cassel / vff der Zahlenden Kosten vnd Gefahr / erlegt werden sollen. Vnnd solle gegen so thane verheissene Zahlung keine Außflucht oder prætext statt finden / viel wenigers die verglichene Summ mit Arrest beschlagen werden. ❀
[Art. XV,5] Am Rande: Assecuratio. Damit auch die Fraw Landtgraͤffin wegen dieser Zahlung desto sicherer sey / solle sie mit folgenden Beding einbehalten Neuß / Coßfeldt / vnd Newhauß / vnd in solchen Plaͤtzen jhr allein zustaͤndige Besatzungen behalten: daß / vber die Officirer / vnd andere in Besatzungen nothwendige Personen besagter dreyer Plaͤtzen die Anzahl nicht vber 1200 zu Fuß / vnd 100 zu Roß / sich belauffen solle / der Fraw Landtgraͤffin belieben aber heimgestellet / was selbige einem vnnd andern Orth fuͤr Fußknechte vnd Reuter einlegen / oder an Officirern fuͤrsetzen woͤlle. ❀ [Art. XV,6] Die Besatzungen aber sollen nach der gewoͤhnlichen Hessischen Verpflegungs Ordinantz / an Officirern vnnd Knechten vnterhalten werden. Vnd was zu Vnterhaltung der Vestungen erfordert wird / solches soll auß denen Ertz⸗ vnd Stifftern / darinn solches Schloß vnd Staͤtte gelegen / ausser der obgedachten Summ verringerunge erstattet werden. Es solle aber zugelassen seyn / den Besatzungen gegen die Saumhafftige vnd Widerspennige / jedoch nicht vber die gebuͤhr zu exequiren. Die hohe Obrigkeit vnd Landes Gerechtigkeit in Geist: vnd Weltlichen / auch Renten vnd Gefaͤlle besagtes Schlosses vnd Staͤtten / verbleibt dem Herrn ErtzBischoffen zu Coͤlln bevor / vnd richtig. ❀ [Art. XV,7–9] So bald aber / nach bestettigtem Frieden / der Frawen Landtgraͤffin 300 000 Reichsthaler werden erlegt seyn / solle sie Neuß wider abtretten / vnd allein Coßfeld vnd Newhauß behalten: Jedoch solcher gestalt / daß die Neußische Besatzung vff Coßfeldt vnnd Newhauß nicht ab⸗ vnd eingefuͤhrt: oder derentwegen ichtwas ferrners erfordert / noch die Besatzung zu Coßfeld vber die Zahl von 600 zu Fuß / vnnd 50 zu Roß / zu Newhauß aber 100 zu Fuß erstreckt werden solle. Falls aber jnnerhalb deß 9 Monatlichen Termins der Fraw Landtgraͤffin die gantze Summ nicht erlegt wuͤrde / so solle nicht allein Coßfeldt vnnd Newhauß / biß so lang die voͤllige Zahlung geschehen / sondern auch fuͤr den Abgang der Summa / vnd jedes 100 Jaͤhrlichs fuͤnff Reichsthaler / biß auch der Nachstandt bezahlet

Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
fuͤr Pension entricht seyn wird / inbehalten werden. Es sollen auch so viel Aempter / so zu obbenanten Ertzstifften vnd Abtey gehoͤrig / vnd dem Fuͤrstenthumb Hessen nahe gelegen / so viel zu erlegung der Pensionen genugsamb seyn / Rentmeister vnd Einnehmer der Frawen Landgraͤffin mit Eydspflichten sich obligiren, daß sie von dem Einkommen ⌑vnnd⌑ restirender Summ die Jaͤhrliche Zinß entrichten / vnd sich jhrer Oberherrn verbieten nicht hindern lassen wollen. ❀
[Art. XV,8] Da nun solche Rentmeister vnd Vffheber mit der Zahlung saumhafft seyn / oder die Renten anderstwohin verwenden wuͤrden / so solle die Fraw Landtgraͤffin freye Macht haben zu exequiren, vnd sich vff Maß vnd Weise / als sichs thun lest / zur Zahlung anzustrengen: Sonsten aber der LandtsObrigkeit vnd dem EygenthumbsHerrn stets

Ergänzt nach Klötzer.
ohne nachtheil. ¶ So bald aber die Fraw Landgraͤffin die gantze Summ / sampt den Zinsen / von Zeit deß Verzugs erlangt haben wird / solle sie vnverlaͤngt die besagte Oerther wider abtretten / welche sie biß dahin zu jhrer Sicherheit inngehabt / die Zinß ein Ende haben / die Rentmeister vnnd Vffheber / wel-cher droben gedacht / der Pflichten wider erlassen werden / ❀
[Art. XV,9] welcher Aempter Gefaͤlle aber zu Bezahlung vff den Saͤumungsfall der Pensionen anzuweisen seyn / solches soll fuͤr der Friedensbestettigung in dem fall verglichen werden / welches nicht weniger / als deß Friedens Jnstrument krafft haben solle. ❀ [Art. XV,10–11] Ausser der Orthen aber / so / wie gedacht / der Frawen Landtgraͤffin zu jhrer Sicherheit zu vberlassen / vnd nach beschehener Zahlung wider abzutretten sind / solle sie nichts desto wenigers nach erfolgter Friedensbekraͤfftigung wider einraumen alle Provincien vnd Stiffter / wie auch derselben Staͤtte / Aempter / Staͤttlein / Vestungen / Bollwercke / oder Schantzen / vnd alle ligende Guͤter / auch die in Zeiten dieses Kriegs erlangte Recht / jedoch also / daß so wol in den dreyen ⌑absonderlichen⌑ zur Sicherheit gelassenen Plaͤtzen / als allem andern / so wol wider abzutretten / nicht allein die Proviant / sondern auch alles zum Kriegszeug

Emendiert nach Cosmerovius-IPMUD, in der Druckvorlage: Kriegszug
gehoͤriges / so sie eingebracht / oder einbringen lassen / besagter Fraw Landtgraͤffin vnd dero Successorn, durch jhre Vnderthanen abzuführen bevorstehe / [Art. XV,11] was aber von jhr nicht eingebracht / sondern zur zeit der Eroberung in den erlangten Oerthern sich befunden / vnd annoch bey handen / solle daselbstē verbleiben. Es mag auch die Bevestigung vnd Waͤlle / so bey wehrender Einnahm gebawet worden / wider nider gerissen werden / gleichwol also / daß die Staͤtte / Schloͤsser vnd Castell dadurch nicht jedermans Einfall vnnd Beraubung offen stehen. ❀
[Art. XV,12] Vnd ob zwar die Fraw Landgraͤffin von niemandsen / ausserhalb denen Ertz: vnd Stifftern Maintz / Coͤlln / Paderborn / Muͤnster / vnd Abtey Fulda / der Widerabtrettung vnnd Schadloßhaltung halb ⌑von niemand⌑ ichtwas gefordert / auch derentwegen von niemands ichtwas wider gut gemacht haben wollen. Nichts desto weniger so hat die gantze Versamblung der Sachen Vmbstaͤnden nach fuͤr billig ermessen / daß ohne Abbruch der Verordnung in vorgehendem §. also anfangend / ferrner ist verglichen worden / etc. auch die vbrige Staͤnde / welche diß⸗ vnd jenseits Rheins / am 1. Martij dieses Jahrs den Hessischen Contribution erlegt / nach solcher die gantze Zeit vber gehaltenen proportion, zu ergaͤntzung der obgesetzten Summ / vnd der Besatzung Vnterhalt / jhren Antheil obbesagten Ertz: vnd Bisthumben / auch der Abtey / zu schiessen / vnd den Schaden / welchen die Zahlende wegen eines vnnd andern Verzugs erlitten / die Saumselige wider gut machen / die Roͤm. Kayserl. oder Koͤnigl. Schwedische Mayestet / noch auch der Hessischen Frawen Landtgraͤffin Officirer vnd Soldaten die execution nicht verhindern sollen. Es solle auch den Hessischen nicht erlaubt seyn / dieser Declaration zum Nachtheil / jemand zu eximiren, welche aber jhre quotam ordentlich entrichtet / sollen so ferrn aller Beschwerung frey seyn. [Art. XV,13] Am Rande: Die Strittigkeit zwischen Cassel vnd Darmstatt. Was die Strittigkeiten zwischen den Fuͤrstlichen Haͤusern / Cassel vnd Darmstatt / vber der Marpurgischen Succession betrifft: Demnach dieselben ⌦vff vermittlung Herrn Ernsten / Hertzogen zu Sachsen / Guͤlich / Cleve vnd Berg⌫ / zu Cassel am 14. nechst entwichenen Monats Aprilis / mit beyder Theylen einwilligung verglichen seyn. So ist beliebet worden / daß solche Transaction, ⌦so ferrn sie der Roͤm. Kays. May. vnd dem Roͤmischen Reiche nichts præjudicirt⌫, sampt allem jhrem Anhang vnd Recessen, wie selbige zu Cassel getroffen / vnd von den Partheyen vnterschrieben / auch bey gemeiner Friedenshandlungen eingebracht worden / krafft dieses Jnstruments / eben von solchen Wuͤrden vnd Wuͤrckung seye / als ob sie von Wort zu Wort in diesen Brieffe mit eingeruckt worden were / die auch weder von den verglichnen Partheyen / noch jemands anders / vnter einigem Schein eines Vertrags / oder Eyds / oder vff einige andere keiner Zeit vmbgestossen: Sondern vielmehr von allen / ob schon einer auß den Interessirten etwan selbige zu bestettigen sich waigerte / vffs genawest gehalten werden solle. [Art. XV,14] Am Rande: Hessen vnd Waldeck. Ebener massen solle auch die zwischen Herrn Wilhelmen Landtgraffen zu Hessen / vnd Herrn Christian / vnd Volraden Graffen zu Waldeck / am 11. Aprilis Anno 1635 beschehene / vnd von Herrn Georgen Landtgraffen zu Hessen am 14. Aprilis Anno 1648 confirmirte Transaction, nichts wenigers in krafft dieser Pacification, zu ewigen Tagen bey vollkomnen Wuͤrden verbleiben / vnd alle / so wol Landtgraffen zu Hessen / als Graffen zu Waldeck / verbunden halten. [Art. XV,15] Es solle auch das Ius primogenituræ, so in einem jeden Hessen⸗Casselischen / vnd Darmstattischen Hause introducirt, auch von Roͤm. Kayserl. May. bestettigt worden / vest vnd vnverbruͤchlich seyn / vnd erhalten werden. [Artikel] XVI. [Art. XVI,1] Am Rande: Wann alle Feindseligkeit vffhoͤren solle. So bald aber das Instrumentum Pacis von den Herrn Gevollmaͤchtigten vnd Abgesandten vnterschrieben vnd sigillirt seyn wird / soll alle Feindtseligkeit vffhoͤren. Vnd diejenige Dinge / so oben verglichen worden / alßbald

Ergänzt nach Heyll-IPMUD.
zur Execution eingebracht werden.
[Art. XVI,2] Am Rande: Kays. May. Edict. Jnsonderheit solle die Roͤm. Kayserl. Mayestet selbst / durch das gantze Roͤmische Reich Edicta lassen außgehen / vnd allen ernstlich befehlen / welche nach diesem Vertrag vnd Pacification etwas zu restituiren vnd zu vollziehen / daß sie ohne Einrede vnd Schaden / in der Zeit deß beschlossenen vnd bestettigten Friedens / die verglichene Dinge / vollzoͤgen vnd exequirten, Mit Befehl / so woln an die außschreibende Fuͤrsten / als Crayß⸗Obristen / daß sie vff Erforderung der jenigen / die wider einzusetzen seyn / vermoͤg der Executions-Ordnung / vnd dieses Vertrags / eines jedern Restitution befoͤrderen vnnd vollziehen sollen. ❀ Es soll auch den Edictis diese Clausul einverleibt werden / Daß / daferrn die außschreibende Fuͤrsten oder Crayß⸗Obersten / hierinn / oder seiner eygenen Restitution, die Execution nicht wohl vnd fuͤglich wurden vollziehen koͤnnen / in welchem Fall / wie auch / so die außschreibende Fuͤrsten oder Craͤyß⸗Obersten die Commission verweigern solten / alsdann deß Benachbarten Crayses außschreibenden Fuͤrsten oder Crayß⸗Oberstē / eben solche Verrichtung auch in andern Craysen / ⌑vmb die gebuͤhrende Restitution zu verfuͤgen⌑ / vffgetragen seyn solte. [Art. XVI,3] Am Rande: Kays. Commissarij. Da auch einer / so wider eingesetzt werden solle / Kayserliche Commissarien zu seiner Restitution oder Vollziehung wuͤrde vonnoͤten haben / welches demselben frey stehet / so sollen solche vnverzuͤglich verordnet werden: ❀ [Art. XVI,4] Jn welchem Fall / damit der verglichenen Sachen Wuͤrckung desto weniger verhindert werde / so soll denen / so wider geben sollen / vnd die wider eingesetzt werden muͤssen / erlaubt seyn / gleich nach beschlossenem vnd vnterschriebenē Frieden / zwey oder drey / beyderseits Commissarien zu ernennen / auß welchen die Roͤmis. Kayserl. Mayst. einen von deme der wider eingesetzt werden / den

Emendiert nach Ritzsch- IPOud, in der Druckvorlage: dem
andern vō deme der wider abtretten solle / benahmet / jedoch in gleicher Anzahl / auß beyderlei Religion zu erwoͤhlen / vnd solchen anzubefehlen hat / daß sie alles / was in Krafft dieser Transaction seyn muß / ohnverhinderlich exequiren sollen / da aber die, [so] wider abzutretten haben / Commissarien zu ernennen vnterlassen wuͤrden / wird die Roͤm. Kays. Mayst. auß den jenigen / welche der Entsetzte benahmbset einen erwoͤhlen / vnd einen andern nach Belieben (jedoch in beyderseyts ReligionsVerwandten gleicher Anzahl) zu ordnen / vnd solchen die Executions-Commission anbefehlen: ohngeachtet der vom Gegentheil eingewand-ten Einred. Die jenige so wider einzusetzen seyn / sollen bald nach dem Friedenschluß / den Jnnhalt dessen / denen zu wissen thun / welche selbiges betrift / vnd die wider etwas abzutrettē habē.
[Art. XVI,5] Am Rande: Der Sachē befoͤrderung. Endlich sollen alle vnd jede / so wohl Staͤnde als Gemeinden / oder sonderbare / Geistliche oder Weltliche / welche vermoͤg dieses Vergleichs / vnd derselben gemeinen Reguln / sonderbahrer oder außgetruckter Verordnung wider ichtwas abzutretten sich zu begeben / zu geben / zu thun / oder etwas zu leysten / verbunden sind / so bald nach eroͤffneten Kayserlichen Edicten / vnd beschehener wider Abtrettungs⸗Wissenschafft / ohne einige Verweigerunge / oder Entgegensetzung clausulæ salvatoriæ, ins gemein / oder sonderbar / wie oben in der Amnestia befindtlich / oder anderer Außflucht / wie auch ohne einigen Schaden / alles diß / worzu sie verbunden seyn / wider abtretten / weichen / geben / thun vnnd laysten. [Art. XVI,6] Am Rande: Niemand soll sich der restitution widersetzen. Es soll auch keiner der außschreibenden Fuͤrsten / oder Craͤyß⸗Obersten / oder der Commissarien Vollziehung / er sey gleich ein Stand./ oder Soldat / fuͤrnemblich in Besatzungen / oder jemands anderst sich widersetzen / sondern vielmehr den Executoribus gegen diejenigen / welche die Execution vff einige Weiß zu verhindern vermeinen / Beystand laysten / auch jenen erlaubt vnnd frey seyn / entweders sich jhrer eygenen / oder der einsetzenden Macht zu gebrauchen. [Art. XVI,7] Am Rande: Gefangne sollen loß gelassen werden. Naͤchst diesem sollen alle vnd jede ⌦welche wider einzusetzen seyn⌫ / beyderseits Gefangene / ohne Vnterscheid / ⌑sie haben ein feind: oder friedliches Gemuͤth gefuͤhret⌑ / vff die Weise / wie zwischen der Armeen Generals⸗Personen / mit der Roͤmischen Kaͤyserl. Mayst. Bewilligung Vergleichung geschehen / oder noch geschehen wird / vff freyen Fuß gestellet werden. [Art. XVI,8] Am Rande: Zu contentirung der Schwedischen Soldatesca sollē die sieben Crayß tribuiren. Endlich / wegen Abdanckung der Schwedischen Soldatesca / sollen alle vnd iede Chur: Fuͤrsten vnd uͤbrige Staͤnde / die freye vnd ohnmittelbare Reichs⸗Ritterschafft mit eingeschlossen / (jedoch vorbehaͤltlich derjenigen bißhero in dergleichen Faͤllen uͤblichen Erforderungen / Libertaͤt vnd kuͤnfftigen exemption) der 7 nachfolgenden deß Roͤmischen Reichs Craysen / als deß Churfuͤrstlichen Rheinischen / Ober⸗Saͤchsischen / Fraͤnckischen / Schwaͤbischen / Ober⸗Rheinischen / Westphaͤlischen / vnnd Nider⸗Saͤchsischen / her: vnd beytragen fuͤnff

Am Rande: Fuͤnff Million Reichsthaler / vff drey ziel.
Million Reichsthaler / gaͤng vnnd giebiger Reichszahlung / vnnd solches auff drey Zielen bey dem ersten Termin (da dann die Staͤnde deß Chur⸗Rheinischen vnnd Ober⸗Rheinischen Crayses / zu Franckfurt am Maͤyn / deß Ober⸗Saͤchsischen zu Leiptzig / oder Braunschweig / deß Fraͤnckischen zu Nuͤrnberg / deß Schwaͤbischen zu Vlm / deß Westphaͤlischen zu Bremen / oder Muͤnster / deß Nieder⸗Saͤchsischen zu Hamburg / ein jeder sein quotam zu conferiren)

Am Rande: Jn dē erstē 1 800 000. Reichsthaler.
sollen erlegt werden 1 800 000 Reichsthaler an paarem Gelt (zu welcher Summen fuͤrderlichster Erlegunge zu gelangen. ¶ So moͤgen die jenige / welche vermoͤg der Amnestia, zu restituiren sind / vnd nicht der jetzige derselben Besitzer / sondern der rechte Herr seine Vnderthanen / welchem sie / vermoͤg der Amnestia, zu restituiren sind / so bald nach beschlossenem Frieden / auch ehe die Restitution fuͤrgangen / vermoͤg deren Quotæ, vnd proportion, colligiren / vnd sollen / bey Eintreibung solcher Collecten, die jetzige Jnnhabere kein Verhinderung vervrsachen) vnd 1 200 000 durch Anweisunge an gewisse Staͤnde / vber welcher Zahlung auff leidtliche Weise zu verfuͤgen / von einem jeglichen Stand zwischen dem geschlossenen vnd ratificirten Frieden / mit Anweisung eines Kriegs⸗Officiers / vff guͤtliche vnd billige Wege sich zu vergleichen.
[Art. XVI,9] Nach welcher geschehenen Vergleichung / wie auch der Ratificationen Außwechselunge / soll zugleich der 1 800 000 Reichsthaler / Außzahlung der Soldaten Abdanckung / vnd der Orten Erledigung / alsbald werckstellig ge-macht: vnd keiner andern Vrsachen halben vffgeschoben werden. ¶ Da dann so balden / nach geschlossenem Frieden / die Contributionen

Am Rande: Contribution vnd Trangsahlen sollen auffhoͤren.
vnnd allerhand Trangsahl allerdings vffhoren sollen: Jedoch vorbehaͤltlich der in Besatzungen ligenden Soldaten vnd anderer Voͤlcker Vnderhaltung: So vff ein leidlichs zu vergleichen / auch mit vorbehalt der Staͤnden / welche jhr Antheil erlegt / oder mit den angewisenen Officirern derenthalben sich guͤtlich verglichen haben / vnd von deroselben Mitstaͤnden / wegen Schadens / so von verzogener Zahlung zu gewachsen / wider fordern moͤgen.
Die uͤbrige zwo Million / vnd zwar die erste sollen vnd wollen

Am Rande: Wan die andere 2 Million zu entrichten.
besagte sieben Crayß⸗Staͤnd zu Außgang deß naͤchsten Jahrs / nach beschehener Abdanckung anzurechnen / die andere aber zu End deß naͤchstfolgenden Jahrs / beydes an Reichsthalern / oder anderer im Roͤmischen Reiche gewoͤhnlicher Muͤntz vnd Werth / an obbenandte Oerther der Koͤn. Mayst. in Schweden Gevollmaͤchtigten deputirten Ministris, bey Trew vnd Glauben entrichten. ¶ Gleich wie aber bemeldte sieben Crayse allein der Schwedischen

Am Rande: Nach der Reichs⸗Matricul.
Kriegsvoͤlckern / ausser eines andern Anmassung / angewiesen seyn / Also sollen jede derselben Chur: Fuͤrsten vnd Staͤnde / den jenigen Antheil / welcher vermoͤg der Reichs⸗Matricul / vnd jedes Orths Herkommen / auch außgeliefferte Verzeichnuß einem jeglichen gebuͤhret / zu entrichten verbunden seyn.
[Art. XVI,10] Am Rande: Kein Stād solle wegen deß andern beschwert werden. Es soll auch kein Stand von dessen Entrichtung frey seyn / noch mit mehrer Roͤmer Monat beschwert / noch fuͤr einen andern seinen Mittstand / oder eines andern kriegenden Theil Voͤlcker ein mehrers erlegen / viel wenigers mit Repressalien oder Arresten bedrangt werden. Jngleichem solle auch kein Stand die seinige mit Beystewer zu solchem Ende zu belegen / von Soldaten / oder einem Mittstandt / noch jemand anders vff einige Weise / vnter was Schein es auch seyn moͤchte / de facto verhindert werden. [Art. XVI,11] Am Rande: Der Oesterreichische vn̄ Bayerische Crayß wird zu dero Kriegsheer außgesetzt. Betreffend den Oesterreichischen vnd Baͤyerischen Crayß / nach dem jener (uͤber die in gegenwaͤrtigem Pacifications-Convent von deß Roͤmischen Reichs⸗Staͤnden gethane Verheissung / daß sie vff nechstē Reichs⸗Tage der Roͤm. Kayserl. Mayst. fuͤr die bißhero gefuͤhrte Kriegeskosten auß deß Reichs⸗Anlagen eine Beystewer thun wolten) zu Abzahlung deß ohnmittelbaren Kayserlichen Kriegsheers / dieser aber fuͤr die Bayerische Voͤlcker außgesetzt werden / so solle x-der vergleich wegen der Zahlung / vnd -x

x-x Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
die Eintreibung im Oesterreichischen Crayß bey der Roͤmis. Kayserl. Mayst. stehen: Jm Bayerischen Crayß aber die jenige Weiß zur Anlag vnnd Außzahlung wie in den uͤbrigen Craysen uͤblich / beobachtet: Die Execution jedoch / wie in andern sieben Craysen / den Reichs-Constitutionen nach fuͤrgenommen werden.
[Art. XVI,12] Am Rande: Assecuratio. Damit aber die Koͤnigl. Mayst. in Schweden / in dem bestimpten Termin vnfehlbarer Zahlung desto sicherer seye / so thun besagter sieben Crayß⸗Chur: Fuͤrsten vnd Staͤnde / Krafft dieses Vergleichs / vnd jeder zu seinem gebuͤhrendem Antheil / vff bestimpte Zeit vnd Orth / bey Trew vnnd Glauben freywilliglich / auch bey Verpfaͤndung aller jhrer Guͤter / sich hierzu verbinden / Also gar / daß so von einem Saͤumnuß fuͤrfiele / alle Staͤnde deß Reichs / bevorab aber eines jeden Crayses außschreibende Fürsten vnnd Obristen / Krafft deß Articuls von Friedens⸗Versicherung / gehalten seyen / das Versprochene / als ein abgeurtheilte Sache / ohne einigen ferrnern Rechts⸗Proceß oder Außflucht zu vollziehen. [Art. XVI,13] Am Rande: Wann alle Kriegsbesatzungen abgefuͤhret werden sollen. Wann in Krafft der Amnestia vnd Gravaminum die Restitutio beschehen / die Gefangene entledigt / die Bekraͤfftigung außgewechßlet / vnd das jenige geleyst seyn wird / was vber dem ersten Zahlungs⸗Termin droben verglichen ist / sollen alle beyderseits Kriegsbesatzungen / sie seyen y-im Namen -y

y-y Ergänzt nach Klötzer.
der Roͤmis. Kayserl. Mayst. deren Bunds: vnd Huͤlffsgenossen / oder Koͤnigl. Mayst. vnd Cron Schweden / wie auch der Fraw Landgraͤffin zu Hessen / benebenst der Bundsverwandten vnnd Zugethanen / oder jemandt anderst / eingelegt worden

Emendiert nach Ritzsch- IPOud; in der Druckvorlage: werden
/ auß deß Roͤmischen Reichs Staͤtten / vnd allen andern Orthen so zu restituiren sind / ohne Außred / Verzug / Schaden vnd Nachtheil / zugleich abgefuͤhret werden.
[Art. XVI,14(1)–(2)] Am Rande: Das vom kriegenden Theil eingenommene solle allerseits restituirt werden. Die Oerter selbsten / Staͤtte / Flecken / Schloͤsser / Vestungen / so wohl durchs Koͤnigreich Boͤhmen / als andere der Roͤm. Kaͤyserlichen Mayest. vnnd Hauses Oesterreich / Erblaͤnder / wie auch vbrige Reichs⸗Crayse / so von obgemeldten kriegenden Theilen eingenommen vnnd enthalten / oder durch eines oder andern Theils Stillstandt der Waffen / oder auff

Ergänzt nach Cosmerovius-IPMUD.
einige andere Weiß zugelassen worden / sollen jhren vorigen vnnd rechten Besitzern vnd Herrn / sie seyen gleich deß Reichs mittelbare oder ohnmittelbare Staͤnde / so wohl Geistlich als Weltlich / die freye Reichs⸗Ritterschafft mit eingeschlossen / ohn Verzug wider geben / vnnd deroselben freyē Verordnung / so sie entweders von Recht oder Gewonheit / oder Krafft gegenwaͤrtigen Vertrags / fuͤhren / vberlassen werden: ohnerachtet einiger Schenckung / Belehnungen / Vbergaben (sie seyen dann von selbsten vnd auß freyem eines Standts⸗Belieben besche-hen / vnnd fuͤrgangen.) Verschreibung wegen Erledigung der Gefangenen / oder zu Abwendung der Verwuͤstungen / entstehenden Brands / oder wie solches sonsten Namen haben mag / so zum Nachtheil der vorigen wahren Herrn vnd Besitzer erlangt. Es sollen auch keine Vertraͤg / Buͤndnussen oder einige andere Außflucht so vorbesagter Restitution entgegen lauffen

Am Rande: Kein Außflucht statt finden.
/ statt finden / sondern insgesampt fuͤr nichtig gehalten werden / jedoch ohne Abgang dessen / was / vnd so weit vorgehenden Articuln wegen Jhr. Koͤnigl. Mayest. vnd Cron Schweden / auch etlicher Chur⸗ vnd Fuͤrsten deß Reichs satisfaction oder gleichmaͤssige compensation, oder sonsten sonderbar ist außgenommen vnd verordnet worden / ❀
[Art. XVI,14(2)] vnd diese Widerabtrettung der eingenommenen Oerther solle / so wol auff Seythen der Roͤm. Kaͤys. M. als Koͤn. M. in Schweden / vnd beyderseits Bundsverwandten vnd Angehoͤrigen getrewlich vnd zugleich beschehen. [Art. XVI,15] Am Rande: Archiv vnd Geschuͤtz. Es sollen auch die Archiv Brieffliche Vrkunden / andere Mobilien vnd Geschuͤtze / welche an besagten Orthen zur Zeit der occupation, befunden / vnd biß dato erhalten worden / wider geben werden / was aber nach der Eroberung anders woher darein gebracht / es seye in der Schlacht erobert / oder zum Gebrauch / oder zur Verwahrung durch die Jnnhabere dahin gebracht worden / solches mag man sampt der Zubehoͤrung vnd Kriegsbereitschafften hinwiderumb außfuͤhren / vnd zu sich ziehen. [Art. XVI,16] Am Rande: Die Vnderthanen sollen zum Abzug helffen. Eines jeglichen Orths Vnderthanen sollen zu dem Abzug der Besatzungen vnd Soldaten gehalten seyn / Wagen / Pferd vnd Schiffe / sampt noͤtigem Proviant vnd Vorschub c-für alle notwendigen Dinge -c

c-c Ergänzt nach Klötzer.
ohne Entgelt zu verschaffen / damit selbige an die im Reich bestimpte Oerther kommen moͤgen. Welche Wagen / Pferd vnnd Schiffe / die auß der Besatzung abziehende Commendanten / ohne Gefaͤhrd vnnd List / wider sicherlich zuruͤck folgen lassen / vnd verschaffen sollen. ¶ Der

Am Rande: Die Vnderthanen sollen einander abloͤsen.
Staͤnden Vnderthanen sollen auch einander bey diesem Last vnnd Abfuhr / von einem Gebieth in das ander / biß sie an das im Reiche bestimpte Orth gelangen / abloͤsen. Da dann keinem Commendanten oder Officirer der Besatzungen oder Soldaten erlaubt ist / die Vnderthanen deren Wagen / Pferd / Schiffe / vnnd dergleichen jhnen zum besten Hergeliehenes eines vnd anders ausser jhrer Herrn Gebieth / vielweniger deß Roͤm. Reichs Graͤntzen / mit sich zu schleppen. Derentwegen sie dann mit Hinderlassung Gaysel / Sicherheit laysten sollen.
[Art. XVI,17] Die wider Abgetrettene / so wohl der See⸗ Graͤntz⸗ als Mittellaͤndische genandte Oerther sollen von allen ferrne-ren / bey jetzigen Krieges⸗Empoͤrungen eingefuͤhrten Besatzungen hinfuͤhro zu allen Zeiten befreyet: vnnd jhrer Herrn (mit Vorbehalt jedes Rechten) freyer Verordnung vberlassen seyn. [Art. XVI,18] Es soll auch keiner Statt jetzt oder ins kuͤnfftig zu einigem Nachtheil vnnd Schaden gereichen / daß sie von einem oder andern kriegenden Theil ist erobert vnnd besetzt worden. Sondern es sollen alle vnd jede sampt jhren Buͤrgern vnd Einwohnern so wohl der allgemeinen Amnestia, als andern dieses Friedens Wolthaten sich zu erfrewen haben. Vnd im vbrigen alle jhre Gerechtigkeiten vnd Freyheiten in Geist⸗ vnd Weltlichen Dingen / so sie fuͤr diesem Kriegswesen gehabt haben / bestandig verbleiben: jedoch vorbehaͤltlich der hohen Obrigkeit sampt allem deme so jedem Herrn zustaͤndig. [Art. XVI,19] Am Rande: Abdanckung der Voͤlcker. Endlich sollen aller im Reiche kriegender Theilen Voͤlcker abgedanckt vnnd erlassen werden: jedoch mag jeder Standt / so viel zu seiner Sicherheit noͤthig / Voͤlcker behalten. [Art. XVI,20] Es solle aber so wohln der Soldatesca Abdanckung / als der Oerter Widereinraͤumung / zu bestimpter Zeit / mit solcher Ordnung vnd Weise geschehen / wie sich die Kriegs⸗Generaln vergleichen werden: jedoch mit Beobachtung dessen / was Hauptsachlich bey dem Articul von Befriedigung der Kriegs⸗Voͤlcker ist verglichen worden. [Artikel XVII.] [Art. XVII,1] Am Rande: Versprechung der Bestaͤttigung / Jnnerhalb acht Wochen. Wann nun der Fried dergestalt beschlossen seyn wird / So geloben die Kaͤyserliche⸗ vnnd Koͤnigliche / auch deß Heyl. Roͤmischen Reichs Staͤnde / Herrn Abgesandte vnd Gevollmaͤchtigte / daß solcher respectivè von der Kaͤyserl. May. vnd Koͤnigl. May. in Schweden / wie auch deß Roͤmischen Reichs Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden / auff solche beliebende Weiß solle bestaͤttigt werden / vnd Sie vngezweiffelt daran seyn wollen / daß die Hauptbekraͤfftigte Friedens⸗Vrkunden innerhalb 8 Wochen von dem Tage der Vnterschreibung anzurechnen / allhie zu Oßnabruͤck wechselsweise ordentlich auß⸗ vnd eingeantwortet werden sollen. [Art. XVII,2] Am Rande: Diese Vergleichung solle ein ewiges Gesetz seyn. Zu mehrer dieser aller vnd jeden Vereinigungen Gewiß⸗ vnd Sicherheit / sollen gegenwaͤrtige Vergleichung ein ewiges Gesetze / vnd Pragmatica Imperii sanctio seyn / welche kuͤnfftig so wol als andere Gesetze / vnd Constitutiones fundamentales deß Reichs verbindtlich seyn / auch dem naͤchsten Reichs⸗Abschied / vnnd der Kaͤys. Capitulation selbst einverleibt werden / nicht weniger den Abwesenden / als gegenwaͤrtigen / so wol Geistlichen als Weltlichen / sie seyen Staͤnde deß Reichs oder nicht: vnd dannenhero so wohln von den Kaͤyserlichen / vnd der Staͤnden Raͤthen vnd Officirern / als allen Gerichten / Richtern vnd Beysitzern / fuͤr eine immerwehrende Richtschnur gegeben seyn solle. [Art. XVII,3] Am Rande: Darwider einiger Vorwandt kein statt finde. Wider diese Vergleichung oder einigen derselben Theil oder Schluß sollen keine Geistliche noch Weltliche Recht / weder gemeine noch sonderbare Conciliorum decreta, privilegia, indulta

Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
, edicta, commissiones, inhibitiones, mandata, decreta, rescripta, litispendentiæ, noch einige zu was Zeiten hiebevor ergangene Bescheid / abgevrtheilte Sach / Kaͤyserliche vnd andere Capitulationen, der Ordensleuth Regul / oder Befreyung / weder voriger noch kuͤnfftiger Zeit Protestationen, contradictionen, appellationen, investituren, transactionen, juramenten, renunciationen, pacta dedititia, oder anders / viel wenigers das Edict deß Jahrs 1629 oder der Pragische Vertrag / mit seinem Anhang / weder die Paͤbstliche Concordata, noch das Interim im Jahr 1548 oder einiges andere Welt⸗ oder Geistlichs Statutum, Decreta, dispensationes, absolutiones, oder einige ander Außflucht vnter was Namen oder Schein selbige seyn moͤchte / jemals angezogen / gehoͤret oder zugelas-sen / noch irgendswo in petitorio, oder possessorio, statt finden / Auch weder Verbott-Processen, oder Commissionen, erkandt werden.
[Art. XVII,4] Am Rande: Welcher solcher zu wider mit Rath oder That handlet / solle ipso iure & facto in die Straff deß Friedbruchs gefallen seyn. Derjenige aber / welcher dieser Vergleichung oder gemeinem Frieden mit Rath oder That entgegen handeln / oder deren Verordnung / vnd Widerabtrettung sich widersetzen / oder auch den andern / so das seinige auff obangeregte Rechtliche Weiß / vnnd ohne excess wider erlangt hat / ausser Rechtlicher Erkaͤntnusse der Sachen / vnnd ordentliche Vollziehung auffs newe zu beschweren sich vnterstehen wuͤrde / er sey Geist⸗ oder Weltlich / der soll in die Straffe deß Friedbruchs ipso iure & facto gefallen seyn. Auch wider denselben / den Reichssatzungen nach / die Widerabtrettung vnd Vollziehung / mit voͤlligen Kraͤfften beschlossen vnd anbefohlen werden. [Art. XVII,5] Am Rande: Es solle der beschlossene Fried bey Kraͤfften bleiben. Der beschlossene Fried aber solle nichts desto wenigers in seinen Kraͤfften verbleiben / vnd alle dieser Vergleichung zugethane / alle vnnd jede dieses Friedens⸗Gesetze / wider maͤnniglich / ohn Vnterscheid der Religion / schuͤtzen vnd verthaͤdigen / Auch da ichtwas von einem uͤberschritten wuͤrde / so solle der Belaydigte den Belaydiger zu vorderst von der That abmahnen / vnd die Sache entweders guͤtlichem Vergleiche / oder Rechtlicher Entschaydung vntergeben. [Art. XVII,6] Am Rande: Wie es in Strittigkeit hieruͤber gehalten werden solle. Da aber die Strittigkeit auff keine dieser Weise / inner 3 Jahrs⸗Zeit / zu End kaͤme / so sollen alle vnd jede dieser Vergleichung Zugethane / mit der belaydigten Parthey Rath vnd Macht / auff deren Anruffen die Waffen ergreiffen / den Vnfug zu hindertreiben / weiln weder guͤt⸗ noch rechtliche Wege statt finden wollen / Jedoch ohne Nachtheil eines jeden Jurisdiction vnnd Administration

Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
der Gerechtigkeit / nach jedes Fuͤrsten vnnd Standts Gesetz vnnd Ordnungen. ❀
[Art. XVII,7] Es solle auch kein Standt deß Reichs im wenigsten Macht haben sein Recht mit Gewalt vnd vermittelst Waffen zu suchen. Sondern da die Strittigkeit entweder bereits entstanden / oder hinfuͤhro entstehen moͤchte / solle ein jeder sich deß Rechtens bedienen / im widrigen deß Friedbruchs schuldig seyn. Was aber vermittelst Richterlicher Erkaͤndtnuß seine Endschafft erreicht / das solle ohne Vnterscheid der Staͤnden also vollzogen werden / wie es die Reichs⸗Gesaͤtz g-von Execution der Vrtheil -g

g-g Ergänzt nach Cosmerovius- IPOud.
verordnen.
[Art. XVII,8] Am Rande: Die Craͤyß wider zu ergaͤntzen. Damit auch der gemeine Frieden desto besser erhalten werde / so sollen die Craͤyse wieder ergaͤntzt / vnnd so bald eine Vnruhe sich vermercken liesse / dasjenige beobachtet werden / was hieruͤber in den Reichs⸗Constitutionen von deß gemeinen Friedens execution vnnd conservation verordnet ist. [Art. XVII,9] Am Rande: Durchzug der Voͤlcker. So offt aber einer Kriegs⸗Voͤlcker / auß was Vrsachen / oder Zeit es seyn moͤchte / durch frembde Herrschafft oder Gebieth fuͤhren wolte / so soll solcher Durchzug auff deß Durchfuͤhrenden Vnkosten geschehen / vnd ohne Schaden oder Verletzung deren / durch welcher Gebiethe sie gefuͤhret werden. Vnd letztlich / solle in alle Wege beobachtet werden / was deß gemeinen Friedens Erhaltung halber die Reichs Constitutiones beschliessen vnd ordnen. [Art. XVII,10] Am Rande: Wer in diesem Frieden begriffen. Vnd sollen in gegenwaͤrtigem Friedenschlusse begriffen seyn / von Seitten deß Allerdurchleuchtigsten Kaͤysers / alle dero Mayestaͤt Bundsverwandte vnd Zugethane / insonderheit der Catholische Koͤnig / das Hauß Oesterreich / deß Heil. Roͤmischen Reichs Churfuͤrsten / Fuͤrsten / vnd vnter denen auch der Hertzog in Saphoyen / vnnd die andern Staͤnde / die freye ohnmittelbare Reichs-Ritterschafft / vnd AnseeStaͤtte / mit eingeschlossen: der Koͤnig in Engellandt / wie auch der Koͤnig vnd Cron Dennemarck / Norwegen / sampt angehoͤrigen Provincien: wie auch das Hertzogthumb Schleßwig / der Koͤnig in Polen / der Hertzog in Lothringen / vnd alle Fuͤrsten vnd Republicen durch Jtalien / die vereinigte Niderlanden / auch Eydgenossische Schweitzer vnd Buͤndtner / der Fuͤrst in Siebenbuͤrgen. [Art. XVII,11] An Seitten der Durchlaͤuchtigsten Koͤnigin vnnd Cron Schweden alle dero Bundsverwandte vnnd Angehoͤrige / insonderheit der AllerChristlichste Koͤnig in Franckreich / wie auch Chur⸗Fuͤrsten / vnd Staͤnde / die Freye Reichs-Ritterschafften / vnnd AnseeStaͤtte mit eingeschlossen: Wie auch der Koͤnig in Engellandt / Koͤnig vnnd Cronen Dennemarck vnnd Norwegen / sampt angehoͤrigen Provincien / das Hertzogthumb Schleßwig: der Koͤnig in Polen / Koͤnig vnd Cron Portugall / der Großfuͤrst in der Moscaw / die Herrschafft Venedig / das vereinigte Niderlandt / die Schweitzer / Buͤndtner / der Fuͤrst in Siebenbuͤrgen. Es folgt die kaiserliche Protokollnotiz betreffend Portugal; vgl. S. 143f (Stück f). [Art. XVII,12] Zu dessen allen vnd jedes mehrer Bekraͤfftigung vnnd Bestaͤrckung / haben so wol die Kaͤyserl. als Koͤnigliche Abgesandte im Namen aller Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnde deß Reichs / zu diesem Actu, (vermoͤge deß den ⌑13./23.⌑ Octobr. hernach benennten Jahrs am Tage der Vnderschreibung der Schwedischen Gesandtschafft vnter dem ChurMayntzischen Secret außgeliefferten Schlusses) Deputirte, nemblich ¶ Wegen ChurMayntz Herr Nicolaus Georg von Reigersperg / Ritter / Cantzler. Wegen ChurBayern / Herr Johann Adolph Krebs / Geheimer Rath

Der kursächsische Gesandte Leuber wird hier nicht genannt.
. Wegen ChurBrandenburg / Herr Johann Graff zu Sain vnd Witgenstein / Herr zu Homburg vnnd ⌑Volandaw⌑ / Geheimer Rath. Wegen deß Hauß Oesterreichs / Herr Georg Vlrich / Graff von Wolckenstein / Kays. Reichs Hoffrath / Herr Cornelius Goͤbelin / Bambergischer Rath / Herr Sebastian Wilhelm Meel / Wuͤrtzburgischer Geheimer Rath / Herr Johann Ernst / Bayrischer Hoffrath / Herr Wolffgang Conradt von Tumbshirn / Saͤchsischer Altenburgischer vnnd Coburgischer Hoffrath / Herr Augustus Carpzovius / Sachsen Altenburgischer vnnd Coburgischer Rath / Herr Johann Fromholdt / Brandenburgischer / Colmbachischer vnnd Onoltzbachischer Geheimer Rath / Herr Heinrich Langenbeck / JC. ⌑Brandenburgischer⌑ / Luͤneburgischer / Cellischer Geheimer Rath / Herr Jacob Lampadius / JC. Calenbergischer Geheimer Rath / vnd proCancellarius. Wegen der Wetterawischen Graffen Herr Mattheus Wesenbecius / JC. vnd Rath. Wegen beyder StaͤttBanck / Herr Marcus Otto von Straßburg / Herr Johann Jacob Wolff von Regenspurg / Herr David Gloxinius von Luͤbeck / vnnd Herr Jodocus Christophorus Kreß von Kressenstein / von Nuͤrnberg / respectivè Syndici deß Raths / Rathgebern vnd Advocaten. Haben gegenwaͤrtiges Friedensinstrument mit eygnen Haͤnden vnnd Pitschafft bekraͤfftigt vnd bestaͤtigt / vnd jhrer Herrn Principaln Ratificationes, auff abgeredt vnd verglichene Weiß / vnd obgesetzten Termin / außzuhaͤndigen versprochen. ¶ Den vbrigen Staͤndt Plenipotentiarien ist es frey anheimb gestellt worden / ob Sie sich vnderschreiben / auch jhrer Herrn Principaln Ratihabitiones einbringen wollen / oder nicht / jedoch mit diesem außtruͤcklichen Beding / daß mit vnterschreibung jetztgedachter Deputirten die vbrigen Staͤnd alle / vnd jeder absonderlich / so dieses nicht vnterschrieben vnnd ratihabirt hat / eben so kraͤfftig / zu Observirung vnd manutenentz deß jenigen / was in diesem Friedens Instrument begriffen ist / verbunden seyn / als wann es gleichermassen von jhnen subscribirt vnd ratihabirt worden were. Es soll auch von dem Reichs Directorio, gegen vnd wider solche / von gedachten Deputirten beschehene Vnterschrifft / eintzige protestatio oder contradictio nicht angenommen werden / noch guͤltig seyn.
Dieses ist also verabhandelt worden zu Oßnabruͤck in Westphalen / den 24./ 14. Tag deß Monats Octobris / im Jahr Christi Eintausendt Sechshundert Achtvndviertzigsten.

[p. 215] [scan. 263]

Cosmerovius

Jm Namen der Hochheiligen vnzertheilten Dreyfaltigkeit / Amen. Präambel Zv wissen sey allen vnd jeden / welchen daran gelegen ist / oder in einige weiß seyn mag: Demnach die im Heyligen Roͤmischen Reich von vielen Jahren hero entstandene Vnruhe / vnd jnnerliche Kriege soweit eingerissen / daß sie nicht allein gantz Deutschlandt / sondern auch etliche angraͤntzende Koͤnigreiche / insonderheit aber Schweden vnd Franckreich dermassen eingeflochten / daß dannenhero ein langwiriger vnd hefftiger Krieg erwachsen. Vnd zwar anfaͤnglich / zwischen dem Allerdurchleuchtigsten vnd Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnnd Herrn / Herrn Ferdinando dem Andern dises Namens / Erwoͤhlten Roͤmischen Kayser / zu allen Zeiten Mehrern deß Reichs / in Germanien / Hungarn / Boͤhmen / Dalmatien / Croatien / Sclavonien / etc. Koͤnige / Ertzhertzogen zu Oesterreich / Hertzogen zu Burgundt / Brabandt / Steyer / Kaͤrndten / Crayn / Marggraffen in Maͤhren / Hertzogen zu Luͤtzelburg / Ober- vnd NiderSchlesien / Wuͤrtenberg vnd Teck / Fuͤrsten in Schwaben / Graffen zu Habspurg / Tyrol / ⌦Pfirdt⌫ / Kyburg / Goͤrtz / Landgraffen in Elsaß / Marggraffen deß H. Roͤm: Reichs zu Burgau / in Ober: vnd NiderLaußnitz / Herrn der Windischen Marck / a-zu Portenau vnd Salinß -a

a-a Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
etc. Christmildester Gedaͤcht-

[p. 217] [scan. 265]

nuß / vnd de Christmildester Gedaͤchtnuß / vnd dero Bundsverwandten vnd Angehorigen / an einem: Vnd dem auch Durchleuchtigsten vnd Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnnd Herrn / Herrn Gustaph Adolphen / der Schweden / Gothen vnd Wenden Koͤnig / Großfuͤrsten in Finlandt / Hertzogen in Ehesten / Carelen / Herrn zu Jngermanland / Christmiltesten Andenckens / vnd dem Koͤnigreiche Schweden / auch dessen Bundtsgenossen vnd Zugethanen / am andern Theil: Wie auch / nach dero Absterben / zwischen dem Allerdurchleuchtigsten vnd Großmaͤchtigsten Fuͤrsten vnd Herrn / Herrn Ferdinanden dises Namens dem Dritten / Erwoͤhlten Roͤmischen Kayser / zu allen Zeiten Mehrern deß Reichs / in Germanien / Hungarn / Boͤhmen / Dalmatien / Croatien / Sclavonien / etc. Koͤnige / Ertzhertzogen zu Oesterreich / Hertzogen zu Burgundt / Brabandt / Steyer / Kaͤrndten / Crayn / Marggraffen in Maͤhren / Hertzogen zu Luͤtzelburg / Ober- vnnd NiderSchlesien / Wuͤrtenberg / vnd Teck / Fuͤrsten in Schwaben / Graffen zu Habspurg / Tyrol / ⌦Pfirdt⌫ / Kyburg / vnd Goͤrtz / Landgraffen in Elsaß / Marggraffen deß Heyl: Roͤm: Reichs zu Burgaw / in Ober- vnd NiderLaußnitz / Herrn der Windischen Marck / b-zu Portenaw vnnd Salins -b

b-b Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
etc. sampt dero Bundtsgenossen / vnnd Angehoͤrigen / Eines: Vnd der Durchleuchtigsten vnd Großmaͤchtigsten Fuͤrstin vnd Frawen / Frawen Christina, der Schweden / Gothen vnnd Wenden Koͤnigin /

[p. 219] [scan. 267]

Großfuͤrstin in Finlandt / Hertzogin in Ehesten / vnd Carelen / Frawen in Jngermanlandt / dem Koͤnigreiche Schweden / vnd Jhrer Bundts: vnd Anverwandten / andern Theils: ¶ Dahero ein grosse Vergiessung Christenbluts / mit vieler Provincien vnd Laͤnder Eroͤdung / erfolgt ist / daß endlich / vermittels Goͤttlicher Gnaden / es dahin gelangt / daß von einem allgemeinen Frieden Gedancken geschoͤpfft / vnd zu dem Ende / (mit Beliebung beyder Partheyen / zu Hamburg / am 25. Newes / oder 15. Altes Decembris, im Jahr 1641 der 11. Newes / oder der 1. Altes Julij, im Jahr 1643 wegen der Gevollmaͤchtigten Zusammenkunfft zu Oßnabruͤck / vnnd Muͤnster / in Westphalen / ein Tag angesetzt vnd ernennt worden.) ❀
Als nun zu bestimpter Zeit vnd Orth erschienen die ordentlich beyderseits ernandte Herrn Gevollmaͤchtigte Abgesandten / als an Seiten der Roͤm: Kays: May: die Hoch⸗ vnd Wolgeborne Herrn / Herr Maximilian, Graffe von Trautmanßdorff / vnd Weinßburg / Freyherr zu Gleichenberg / Newstatt am Cocher / Negaw / Burgaw / vnd Totzenbach / Herr zu Teinitz / Ritter deß Guͤlden Fluͤß / Roͤm: Kays: May: Geheimber Rath / Cammerer / vnd GroßHoffmeister; wie auch Herr Iohann Maximilian, Graff von Lamberg / etc. Freyherr in Ortteneck / vnd Ottenstein / Herr in Stockeren vnnd Ammerang / Burggraff in Steyer / Roͤm: Kays: May: Cammerer / wie auch Herr

[p. 221] [scan. 269]

Iohann von Crane, beyder Rechten Licentiat, vnd Comes Palatinus, Kayserliche Reichs HoffRaͤthe: Vff Seiten Jhrer Koͤnigl: May: in Schweden / die Hoch⸗ vnd Wolgeborne Herrn / Herr Johann Oxenstirna Axelsohn / Graff Moriæ Australis, Freyherr zu Kymitho vnd Ninaas Herr in Fyholm / Alhuet / Hoͤrningsholm / ⌑Buderbo⌑ vnd Lidoo / deß Koͤnigreichs Schweden Senator vnd CantzleyRath: vnd Iohann Adler Salvius, Herr in Adlersberg / Harsenfeld / Wildenbrug vnd Tuͤllingen / Koͤnigl: Mayest: in Schweden geheimber Rath / Reichs Senator vnd Cantzler / haben sie / nach anruffung Goͤttliches Beystands / benebenst gegen einander allerseits Außantwortung jhrer Vollmachtsbrieff

Der Hinweis auf den Abdruck der Vollmachten fehlt hier; diese sind in der Ausgabe nicht enthalten.
in Anwesenheit / mit Consens, vnd ordentlicher Einwilligung deß Heyl: Roͤm: Reichs Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden / zu Goͤttlichen Namens Ehre / vnd Auffnahmb der werthen Christenheit / sich vntereinander / auff nachfolgende Friedens⸗ vnd Vereinigungs⸗Puncten vereinbart / vnd verglichen:
Der I. Articul. [Art. I] Es soll seyn ein Christlicher / allgemeiner / jmmerwehrender Fried wahre vnd auffrichtige Freundschafft zwi-

[p. 223] [scan. 271]

schen der Roͤm: Kays: Mayestaͤt / dem Hauß Oesterreich / vnd allen deroselben Bunds: vnd Anverwandten / auch jeden deren Erben vnd Nachfolger / jnsonderheit der Koͤnigl. Mayest. zu Hispanien / Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden deß Heyligen Roͤmischen Reichs / eines Theils: Vnd der Koͤnigl. Mayest. vnd Reiche Schweden / auch allen dero BundsVerwandt: vnd Angehörigen / vnd jeden deren Erben / vnd Nachfolgern / vornem̄lich der Koͤnigl. May: in Franckreich / vnd respectivè Chur⸗ Fürsten / vnd Staͤnden deß Heyligen Roͤmischen Reichs / anderes Theils / vnd also einmuͤtig vnd mit eyffer erhalten werden / daß jeder Theil deß andern Nutzen / Ehre vnd Frommen befoͤrdere / vnd allerseits deß gantzen Roͤmischen Reichs mit dem Reiche Schweden / vnd ingleichem deß Reichs Schweden mit dem Heyligen Roͤmischen Reiche / vertrewliche Nachbarschafft / vnd geruhliche sichere Frieds: vnd Freundschaffts Bezeigungen herfuͤr bluͤhen moͤgen.
Der II. Articul. [Art. II] 1. Es solle alles dessen beyderseits / was vom anfang dieser Kriegsempoͤrungen / es seye an Orthen vnd auff was weise wie es wolle / eines vnd andern Theils feindlich fuͤrgangen / gaͤntzlich / vnd zu ewigen Zeiten nimmer gedacht werden / also / daß weder deren / oder einiger andern Vrsach oder Vorwandt halben / einem oder andern Theil ichtwas feindlichs / widerwertigs oder verhin-

[p. 225] [scan. 273]

derlichs / sowol betreffende die Personen / als Standt / Güter / vnd Versicherung / entweder durch sich selbsten / oder durch andere / heimlich oder offentlich / gerades oder vngerades wegs / vnterm schein deß Rechten / oder mit Gewalt / im Heyligen Roͤmischen Reiche / oder ausserhalb jrgentswo / (ohnerachtet anderer vorher auffgerichteten entgegen lauffenden Vertraͤgen) zufuͤge / oder daß es von jemands anders geschehe / gestatten / sondern alle vnd jede / allerseits so wol ausser / als jnner Kriegs / mit Worten / Schrifften / vnd Wercken vorgangene Injurien, Gewaltthaten / Feindseligkeiten / Schaͤden / Vnkosten / ausser einiger Persohnen / vnd der Sachen Respect, todt vnd ab seyn / dergestalt / daß alles / was ein Theil gegen dem andern suchen moͤchte / hierunder mit ewiger Vergessenheit begraben seyn solle.
Der III. Articul. [Art. III,1] 1. Nebenst diser allgemeinen vnd durchgehenden Amnestia, als dem Fundament / sollen alle vnd jede deß Heyl: Roͤmischen Reichs Chur⸗ Fuͤrsten / vnnd Staͤnde / (die ohnmittelbare Reichs Ritterschafft mit inbegriffen) vnd deren Lehenleuthe / Vnderthanen / Buͤrger vnd Jnnwohner / welchen bey Veranlassung der Boͤhmischen oder Deutschen Vnruhe / oder daher entstandenen Buͤndnussen / von einem oder andern Theil / einig Nachtheil oder Schaden / es seye auff was weiß vnd schein es wolle / zugezogen worden / sowol Landt:

[p. 227] [scan. 275]

vnd LehenGuͤtter / wie auch AffterLehen vnd Eygenthümbliche / als Ehre / Freyheit / Recht vnd Gerechtigkeit betreffendt / gantz vnd zumal in Geistlichen vnd Weltlichen Sachen / in dem jenigen Standt beyderseits restituirt vnd wider eingesetzt seyn / darinn sie sich vorhin befunden / oder von Rechts wegen befinden moͤgen: vngehindert deren entzwischen entstandenen / vnd entgegen lauffenden Veraͤnderungen.
[Art. III,2] 2. Gleich wie aber alle vnd jede Widereinsetzung / mit Vorbehalt allen jhren Rechten / zuverstehen sind / sowol das Eygenthumb / als die Nutz oder Niessung betreffent / so wider abzutretten seyn / es seyen Geistliche oder Weltliche Guͤtter / sie gehoͤren dem Besitzer oder dem Entsetzten / oder jemandt anderst zu / auch ohne Nachtheil der am Kayserlichen Hofe / Reichs Cammer: mittelbaren oder ohnmittelbaren Gerichten / oder andern schwebenden litis pendentien: Also soll dise allgemeine Exception, oder andere absonderliche nachfolgende heylsame allgemeine oder folgende special-Clausul die Restitution keines wegs verhindern / sondern sollen alle solche competirende Rechte / Gerechtigkeiten / Handlungen / Exceptiones, vnd Gerichtshaͤndel / nach erlangter Restitution vor gehoͤrigem Richter alßdann gefuͤhret vnd eroͤrtert werden; Viel weniger soll diser Vorbehalt der allgemeinen vnd vnbeschraͤnckten Amnestie oder Außsoͤhnung ichtwas Nachtheil gebaͤhren / oder biß auff die Aachtserklaͤrungen / Confiscirungen / vnnd dergleichen Veraͤnderungen gezogen werden / oder denen in disem

[p. 229] [scan. 277]

Vergleich getroffenen Puncten ichtwas benehmen. Dann was / oder wie viel Rechts in denen biß dahero strittigen Geistlichen Güttern / entweders die wider eingesetzte / oder die wider eingesetzt werden sollen / zukomme / solches soll darunden vnter dem Punct von Vergleichung der Geistlichen Gravaminum erklaͤrt werden.
Der IV. Articul. [Art. IV,1] 1. Ob nun zwar auß diser vorgehenden generalRegul leichtlich zu vrtheilen / welche Persohnen zu restituiren seyen / vnd welcher gestalt die restitution geschehen soll; So ist jedoch auff etlicher anhalten / fūr gut angesehen worden / von etlichen wichtigen Sachen / als folgt / absonderlich meldung zu thun: Jedoch der gestalt / daß die jenige / so etwan dißfals nicht benennet / vnd außgelassen wuͤrden / darumb nicht uͤbergangen / noch für außgeschlossen zu halten seyn. [Art. IV,2] 2. Vor allen andern aber ist die Pfaͤltzische Sach bey disem Tag zu Muͤnster vnd Oßnabruͤck / auch der hierüber so lang gewehrter Streit folgender gestalt eroͤrtert worden.

[p. 231] [scan. 279]

[Art. IV,3] 3. Vnd zwar fuͤrs erste / betreffendt das Hauß Bayern / soll die Churfuͤrstliche Dignitaͤt / welche hiebevor Chur Pfaltz gefuͤhrt / mit allen Regalien / Hochheiten / Wuͤrden / Vorsitz / Waapen

Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
Recht vnd Gerechtigkeiten / so viel diser Dignitaͤt angehoͤrig / nichts außgenom̄en / wie auch die gantze OberPfaltz / sampt der Graffschafft Cham / mit allen derselben Zugehoͤrungen / Regalien vnd Gerechtigkeiten / gleich wie bißhero also auch ins kuͤnfftig verbleiben bey dem Herrn Maximiliano / Pfaltzgraffen bey Rhein / Hertzogen in Bayern / vnd dessen Erben Wilhelmischer Lini / so lang auß deroselben Mannstamm jemand vorhanden seyn wird.
[Art. IV,4] 4. Hingegen wird der Herr Churfürst in Bayern fuͤr sich / seine Erben vnd Nachkommen sich gaͤntzlich verzeyhen der dreyzehen Millionen / vnd allem Anspruch an OberOesterreich / auch so bald nach publicirtem Frieden alle dessentwegen erhaltene Instrumenta der Römischen Kayserlichen Mayestaͤt / vmb solche zu cassiren vnd auffzuheben / außhaͤndigen. [Art. IV,5] 5. So viel das Hauß Pfaltz betrifft / so thut die Kaͤyserliche Mayestaͤt / sampt dem Roͤmischen Reich / gemeiner Beruhigung halben / verwilligen / daß in Krafft dises Vergleichs / die Achte Chur-Stelle statt finde / welcher Herr Carolus Ludovicus PfaltzGrafe bey Rhein / dessen Erben vnd Angewandte / der gant-

[p. 233] [scan. 281]

zen Rudolphischen Lini / nach der Successions⸗Ordnung / so in der guͤldenen Bull begriffen / hinfuͤro geniesse / Jedoch soll nichts / ausser der MitBelehnung / Jhme Her:n Carolo Ludovico, oder dessen Nachfolgern zukomen an deme allem / was mit der Churfuͤrstl. Dignitaͤt dem Herrn Churfuͤrsten in Bayern vnd der gantzen Wilhelmischen Lini zugeeygnet worden.
[Art. IV,6] 6. Fuͤrs ander / soll die gantze Vnter-Pfaltz sambt allen Geistlichen vnd Weltlichen Guͤttern / Rechten vnd Zugehoͤrungen / welche vor der Boͤhmischen Vnruhe die Herren Churfuͤrsten vnd Pfaltzgraffen bey Rhein in Besitz gehabt / sambt allen Documenten / Brieffen / Registern / vnd sonsten dazu gehoͤrigen Acten / demselben vollkoͤmblich eingeraumbt / hingegen alles / so disem entgegen / auß Kayserlicher Authoritet cassirt vnd abgethan werden. Damit also weder der Koͤnig in Hispanien / noch jemands anderst / so etwas davon hat / diser Einraumung sich einigerley weiß widersetze. [Art. IV,7] 7. Jn dem aber etliche Aempter in der Bergstrassen / von Alters her an Herrn Churfuͤrsten von Mayntz gehoͤrig / im Jahr 1463 fuͤr ein gewisse Summa Geldts / ChurPfaltz / mit dem Vorbehalt der jmmer bevorstehenden Widereinloͤsung / verpfaͤndet worden. So ist verglichen / daß dise Aempter bey dem jetzigen Herrn Churfuͤrsten zu

[p. 235] [scan. 283]

zu Mayntz / vnd dessen im Ertzbischthumb Mayntz Nachfolgern verbleiben sollen. Wann der freywillig angebottene Pfandtschilling / von jhme jnnerhalb deß in bestaͤttigtem Frieden e-zu der execution -e

e-e Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
bestimbten Termins / mit paar Geldt abgelegt / vnd dem vbrigen / so in bemeltem Pfandtbrieffe versehen / genug gethan werde.
[Art. IV,8] 8. Dem Churfuͤrsten zu Trier / alß Bischoffen zu Speyer / wie auch dem Bischoffen zu Wormbs solle frey stehen / die jenige Rechten vnd Anspruͤche / so sie an etliche in der VnterPfaltz gelegene Geistliche Guͤtter fuͤhren / vor ordentlichem Richter außzufuͤhren: Es waͤre dann sach / daß sich hieruͤber beyderseiths Fuͤrsten guͤtlich verglichen. [Art. IV,9] 9. Falls sich aber zutruͤge / daß die Wilhelmische Mannliche Lini außstuͤrbe / vnd die Pfaͤltzische verbliebe / alßdann soll nicht allein die OberPfaltz / sondern auch die ChurDignitet / welche die Hertzogen in Bayern gehabt / an die noch lebende Pfaltzgraffen / so entzwischen mit belehnet seyn / heimbfallen / vnd die Achte Churstelle gaͤntzlich erloͤschen. Also aber soll die Ober-Pfaltz / auff disen begebenden Fall an die

[p. 237] [scan. 285]

noch lebende Pfaltzgraffen gelangen / daß dennoch denen aigenthumblichen Erben deß Churfuͤrsten in Bayern jhrige Anspruͤche / vnd Beneficia, so jhnen von Rechtswegen gebuͤhren / vorbehalten seyen.
[Art. IV,10] 10. Es sollen auch die Erb: vnd Stam̄svertraͤge zwischen dem Hauß Pfaltz Heydelberg / vnd Pfaltz Newburg / so von vorigen Kaysern / betreffendt die Succession in der Chur / bekraͤfftiget: wie auch der gantzen Rudolphischen Lini Befuͤgnussen vnd Rechte / im fall sie diser Satzung nicht entgegen / in jhren Kraͤfften verbleiben. [Art. IV,11] 11. Zu dem / so einige Guͤlchische Lehen offen stunden / vnd solches durch ordentlichen Weeg Rechtens beweißlich / sollen solche denen Pfaͤltzischen heimbfallen. [Art. IV,12] 12. Vber dises / damit Herr Carl Ludwig / etlicher massen / wegen Vnterhalt seiner Herren Bruͤder / befreyet wuͤrde / wollen Jhre Kays: May: ordnen / daß denselben jetztgedachten seinen Bruͤdern 400 000 Reichsthaler / jnnerhalb vier Jahren / vom anfang deß kuͤnfftigen 1649. Jahrs anzurechnen / gereicht / vnd jedes Jahrs 100 000 Reichsthaler sambt den Jnteressen fuͤnff vom Hundert / erlegt wuͤrden.

[p. 239] [scan. 287]

[Art. IV,13] 13. Darnach soll das gantze Hauß Pfaltz / sambt allē vnd jedē / so demselbē in einige Weeg zugethan gewesen / oder noch seyndt / jnsonderheit die Diener / welche bey gegenwertigem Convent / oder sonsten / bedienet gewesen / wie auch alle auß der Pfaltz exulirende / in der allgemainen / oben beschriebenen Amnestia / vnd Tractation / gleich andern / bevorab vnd sonderlich / in puncto Gravaminum, vollkomblich begriffen seyn. [Art. IV,14] 14. Da hingegen soll Herr Carl Ludwig / sambt seinen Bruͤdern / der Roͤm: Kays: May: gleich andern Chur⸗ vnd Fuͤrsten deß Roͤm: Reichs / gehorsamb vnd getrew seyn / vnd jmmittelst fuͤr sich / vnd seine Erben / so wol selbst / alß seine Bruͤder / so lang von der Wilhelmischen Lini rechtmaͤssige MannsErben uͤbrig seyn werden / auff die OberPfaltz verzeyhen. [Art. IV,15] 15. Alß aber von dessen verwittibten Mutter vnd Schwestern Vnderhalt / vnd Heyrathgifft Verordnung / meldung geschehen / ist von der Roͤmischen Kayserlichen Mayestaͤt / auß sonderbahren gegen dem Hauß Pfaltz tragender Affection / versprochen / daß gedachter verwittibten Mutter fuͤr jhr Vnderhalt eines vor alles 20 000 Reichsthaler / denen Schwestern aber Herrn Carln Ludwigs / einer jeden / da sie zur Ehe schreiten / im Namen vnd von wegen Jhrer Mayestaͤt 10 000 Reichsthaler entrichtet

[p. 241] [scan. 289]

werden sollen. Jm uͤbrigen soll Herr Carl Ludwig jhnen Satisfaction erstatten.
[Art. IV,16] 16. Die Graffen zu Leyningen vnd Daxburg / soll mehrermelter Herr Carl Ludwig / vnd dessen Nachfolger in der VnterPfaltz / keinerley weise beunruhigen / sondern bey dero von etlichen hundert Jahren hergebrachten / vnd von Roͤmischen Kaysern bestaͤttigten Recht geruhig vnd friedlich verbleiben lassen. [Art. IV,17] 17. Die freye ReichsRitterschafft in Francken / Schwaben / vnd am Rheinstrom / mit jhren Zugehoͤrungen / vnd vnmittelbarem Stande / soll Er nicht beleidigen. [Art. IV,18] 18. Es sollen auch die Lehenschafften / so die Kays: Mayest: dem Baron Gerhard von Waldenburg / genandt Schenckherrn / Niclaus Georg Reigersperger / Mayntzischen Cantzlern / Henrich Broͤmbser Baron von Ruͤdeßheimb: wie auch so der Churfuͤrst in Bayern dem Baron Johann Adolph Wolffen / genandt Metternich / uͤbergeben / denenselben verbleiben. Hingegen sollen jetztgedachte Lehenleuth Herrn Carl Ludwigen / alß aigentlichen Lehenherrn / vnd dessen Nachfolgern / das Iuramentum fidelitatis erstatten / vnd bey jhme die Ernewerung der Lehen suchen.

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[Art. IV,19] 19. Denen Augspurgischen ConfessionsVerwandten / so Kirchen jnnen gehabt / vnd vnder denselben denen Burgern vnd Jnwohnern zu Oppenheimb / soll in ReligionsSachen der Standt deß 1624. Jahrs gehalten; so wol auch denen uͤbrigen / welche es verlangten / die uͤbung der Augspurgischen Confession so wol offentlich in denen Kirchen zu bestimpten Stunden / als heimblich in jhren aignen oder andern hierzu verordneten Haͤusern durch jhre aigne oder benachbahrte Diener deß Worts Gottes zu halten / frey stehen. [Art. IV,20] 20. Herr Ludwig Philipps Pfaltzgraff bey Rhein / soll alle seine Landschafften / Dignitet / vnd Gerechtigkeiten / so wol in Geistlichen alß Weltlichen Sachen / so jhnen von seinen Vorfahren / entweders auß der Succession, oder Theylung / vor diser Kriegsempoͤrung / zugestandē / wider bekom̄en. [Art. IV,21] 21. Herr Friderich Pfaltzgraff bey Rhein / soll den vierdten Theyl deß Wiltzbacher Zolls vnd das Kloster Hornbach / sampt Zugehoͤr / auch alles was sein Herr Vatter hiebevor daselbsten possidirt, wider erlangen / vnd respectivè behalten. [Art. IV,22] 22. Herr Leopold Ludwig Pfaltzgraff bey Rhein / soll in der Graffschafft Veldentz an der Mosell / so wol Geistlichen / als Weltlichen / entgegen vnd wi-

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der alles das jenige / so bißhero veruͤbet / in den jenigen Stand / darinn sein Herr Vatter Anno 1624 gewesen / restituiret werden.
[Art. IV,23] 23. Die Strittigkeit / so sich enthaͤlt zwischen dem Bischoffen respectivè Bamberg / vnd Wuͤrtzburg / vnd dem Marggraffen von Brandenburg zu Culmbach / vnd Onoltzbach / betreffendt die Burgk / Statt / Ambt vnd Closter Kitzingen in Francken am Mayn / soll entweders vermittelst guͤtlichen Vertrags / oder Rechtlichen Summarischen Proceß / jnnerhalb zweyer JahresFristen außgefuͤhret werden. Bey Straff der prætension Verlusts: so dem auffziegenden Theyl auffzulegen. Jnmittelst aber soll denen Herren Marggraffen die Vestung Wuͤltzburg in den Standt / darinn sie zu der Zeit der Vbergab gewesen / nach Veranlassung dessen Vergleichs / vnd Zusage / gesetzt werden. [Art. IV,24] 24. Das Hauß Wuͤrtenberg soll verbleiben geruhiglich bey erlangter possession der Herrschafften Weinsperg / Newstatt / vnd Meckmuͤhle. Soll auch ferners in alle vnd jede Weltliche vnd Geistliche Guͤtter / vnd Gerechtigkeiten / welche dasselbe ein vnd andern Orths vor disem Kriegswesen in Besitz gehabt / vnd in specie in die Herrschafftē Blawbeyern / Achalm / vnd Stauffen / sambt Zugehoͤrungen / vnd vnterm prætext dahin gehoͤrigen einge-

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nommene Guͤtter / jnsonderheit die Statt vnd Gebieth Goͤppingen / vnd Flecken Pflumeren / der Universitaͤt Tuͤbingen / Christloͤblich vermachte Einkommen / restituirt werden. Es soll auch widerumb einnemmen die Herrschafften Heidenheimb vnd Oberkirch / die Staͤtte Balingen / Tutlingen / Elbingen / vnd Rosenfeldt / wie auch Schloß vnd Dorff Neidlingen / mit seiner Zugehoͤrung / ingleichem Hohentwyl / Hohenasperg / Hohenaurach / HohenTuͤbingen / Albeck / Hornberg / Schiltach / mit der Statt Schorndorff. Man soll es auch restituiren in die CollegiatStiffter Stutgard / Tuͤbingen / Hernberg / Goͤppingen / Bachnang / wie auch in die Apteyen / Probsteyen / vnd Clöster / Bebenhausen / Maulbrunn / Anhausen / Lorch / Adelberg / Denckendorff / Hirschaw / Blaubeuren / Herprechtingen / Murhard / Alberßbach / Koͤnigsbrun / Herrenalb / St. Georg / Reichenbach / Pfullingen / vnd Lichtenstern / oder MarienCron / vnd dergleichen / sambt allen entwandten Documenten, jedoch mit Vorbehalt allen vnd jeden deß Hauses Oesterreich / vnd Wuͤrtenberg / an obgedachten Herrschafften Blaubeuren / Achalm / vnd Stauffen / gefuͤhrten Rechten / Handlungen / Exceptionen vnd Beneficien.
[Art. IV,25] 25. Die Fuͤrsten zue Wuͤrtenberg der Mompelgarder Lini sollen wider eingesetzt werden in alle jhrige im Elsaß / oder sonsten gelegene Landtschafften / vnd benahmentlich in die zwey Burgundische Lehenguͤtter Clerval / vnd Passa-

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vant / vnd sollen beyderseits in den Stand gelangen / Gerechtigkeiten / Vorzug / vnd jnsonderheit vnmittelbare Bewandtnuß betreffend das Roͤmische Reich / in welchem sie / fuͤrm Eingang der gegenwertigen Kriegen sich befunden / auch deren sie / gleich andern deß Heyl. Roͤmischen Reichs Fuͤrsten / vnd Staͤnden / genossen.
[Art. IV,26] 26. Wegen der Badischen Sache ist es folgender gestalt verglichen: ❀ Nemblich / Marggraff Friderich zu Baden vnd Hochberg / dessen Soͤhne vnd Erben / sambt allen denen / so jhnen einigerley weise bedienet gewesen / oder annoch bedienet sind / sie seyen was Namen oder Standts sie wollen / sollen sich erfrewen vnd geniessen / der am 2. vnd 3. Articul obbeschriebenen Amnestia / mit allen denen Clausuln vnnd Gutthaten. Sollen auch / Krafft deroselben / vollkomblich restituirt werden / so wol in Geistlichen alß Weltlichen Sachen / in den Stande / darinn / fuͤr der entstandenen Boͤhmischen Vnruhe / Marggraff Georg Friderich zu Baden vnd Hochberg / betreffendt die VnterMarggraffschafft Baden / so sonsten vnterm Namen Baden Durlach verstanden wird / wie auch belangend die Marggraffschafft Hochberg / ingleichem die Landschafften Roͤttelen / Badenweyler vnd Sausenberg sich befunden: ohnerachtet deren biß dahero entgegen lauffenden / jedoch cassirt: vnd auffgehobenen Veraͤnderungen / sambt vnd sonders. ❀

[p. 251] [scan. 299]

Hierneben sollen Marggraff Friderichen ausser Schuldenlast so jmmittels zu den zeiten Marggraff Wilhelms gemacht / die Aempter Stain vnd Renchingen / sambt allen darzu Marggraffen Wilhelmen zu Baden vbergebenen gehoͤrigen Gerechtigkeiten / Schrifftlichen Vrkunden / vnd andern Zugehoͤrungen / eingeraumbt: wegen aber der Einkunfften / Pensionen / vnd Vnkosten / vermoͤg deß zu Etlingen im Jahr 1629 getroffenen Vergleichs / verfahren werden. f-Dergestalt / daß die wegen Schaͤden / Vnkosten vnd Interesse, wie auch der / von zeit an der ersten occupation anzuraitten / erhobener Nutzung / geschwebte Forderung gantz vnd zumal auffgehebt vnd erloschen sein sollen. -f

f-f Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
Es soll auch die Jaͤhrliche Pension / so auß der VnterMarggraffschafft der OberMarggraffschafft pflegt abgestattet zu werden / krafft dises / gaͤntzlich abgethan / cassirt vnd nichtig seyn. Der gestalt / daß dessentwegen niemands / so wol wegen deß Verflossenen alß Kuͤnfftigen / begehrt oder gefordert werden moͤge. ❀
Es soll auch künfftig zwischen beyden Badischen Linien / mit der Præcedentz vnd Vorsitz bey deß Schwaͤbischen Crayses / auch andern so wol allgemainen / alß Particular deß Heyl. Roͤmischen Reichs Conventen vnd Tagsatzungen / abgewechselt werden. Jedoch daß diser Vorsitz Marggraffen Friderichen Lebenszeit / verbleibe. ❀

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[Art. IV,27] Wegen der Herrschafft Hohen Gerolseck ist es verglichen / daß / im fall die Marggraͤffin zu Baden jhre Recht / belangend besagte Herrschafft / mit beglaubten Vrkunden / genugsamb beweisen wuͤrde / die Einraͤumung / nach hieruͤber ergangenem Vrtheyl / ergehen soll / sambt aller Zugehoͤr / vnd Gerechtigkeit / nach Außweisung der Vrkunden. Dise Sach aber soll nach publicirtem Frieden / jnnerhalb zweyen Jahren außgefuͤhrt werden. Welcher gestalt dann nit sollen statt finden / oder gelten / einige Handlungen / Vergleiche / allgemaine oder absonderliche Clausulen so in gegenwertigem FriedensJnstrument begriffen: vnd von einer oder andern Parthey jemals wider disen absonderlichen Vergleiche angezogen werden moͤchten. Massen solche außtruͤcklich / jetzt vnd kuͤnfftig / Krafft dises / vngiltig erkandt sind. [Art. IV,28] 27. Der Hertzog von Croy soll der allgemainen Amnestia wuͤrcklich geniessen. Jhme auch weder an Ehr / Privilegien / Wuͤrdigkeit / Guͤtern / oder sonsten nachtheilig fallen / weilen er sich vnter Protection der Cron Franckreich gegeben. Er soll auch geruhiglich besitzen den Theil der Herrschafft Vinstingen / welche seine Vorfahren jnngehabt haben: gleich wie jetzo seine Fraw Mutter solche / wegen jhrer Morgengabe / besitzet: benebenst deß H. Roͤmischen Reichs Gesaͤtzen / betreffend besagte Herrschafft Vinstingen / in vorigem Standt / alß sie vor diser KriegsVnruhe gewesen / verbleibend.

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[Art. IV,29] 28. Anlangend die Strittigkeiten zwischen Nassaw⸗Siegen / contra Nassaw⸗Siegen / weiln dise Sach / vermoͤg Kayserl: Commission, im Jahr 1643 zur guͤtlichen Vergleichung verwiesen worden / soll solche Commission auffs new fuͤrgenommen / vnd entweders durch guͤtlichen Vergleich oder Rechtspruche / vor einem ordentlichen Richter entschieden werden: benebenst aber Graff Johann Moritz von Nassaw / sambt seinen Gebruͤdern / ohn einige Betruͤbung / in dero / nach Außweisung eines jedem Antheil / eingenommenen Possession verbleiben. [Art. IV,30] 29. Den Graffen zu Nassaw⸗Sarbruͤcken sollen eingeraumet werden alle jhre Graff: vnd Herrschafften / Gebiete / Leute

Ergänzt nach Buschmann.
, Geistliche vnd Weltliche Lehen: vnd aigenthumbliche Guͤtter / benahmentlich die gantze Graffschafften Sarbruͤck vnd Sarwerth / sambt allem Anspruche: ingleichem die Vestung Homburg / mit Geschuͤtz vnd Mobilien so daselbst befindtlich. Jnmittelst sollen beyderseits respectivè in jhrer Wuͤrdigkeit verbleiben / so wol was im Jahr 1629 am 7. Julij / durch Vrtheyl in RevisionsGerichten / zuerkandt / alß sonsten wegen zugefuͤgten Schaden / zustehenden Recht vnd Gerechtigkeiten / Handlungen / Exceptionen vnd Rechtlichen Gutthaten vor handen. Welche nach deß Heyl. Roͤmischen Reichs Gesaͤtzen zu

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zu schlichten seynd. Es waͤre dann sach / daß die Partheyen sich lieber wolten guͤtlich vergleichen. Hiebey soll auch dem Graffen von Lainingen-Daxburg jhr Recht vnd Gerechtigkeit / so sie an besagter Graffschafft Sarwerthen haben moͤgen / offen stehen vnd verbleiben.
[Art. IV,31] 30. Das Hauß zu Hanaw werde eingesetzt in die Aempter Bobenhausen / Bischoffsh〈e〉imb am Steg / vnd Willstatt. [Art. IV,32] 31. Graffen Johann Albrechten zu Solms werde eingeraumet der vierdte theyl der Statt Butzbach / sambt vier angraͤntzenden Dorffschafften. [Art. IV,33] 32. Jngleichem werde das Hauß Solms / HohenSolms eingesetzt in alle Guͤtter vnd Gerechtigkeiten so jhme im Jahr 1637 entzogen worden: ohnerachtet deß Vertrags / so dessentwegen mit Herrn Georgen / Landgraffen zu Hessen / nachgehends getroffen. [Art. IV,34] 33. Die Graffen zu Jsenburg / sollen faͤhig seyn der allgemainen Amnestia / vermoͤg beschriebenes 2. vnd 3. Articuls jmmittelst Herrn Georgen Landgraffen zu Hessen / oder einem andern / an seinem Recht / gegen selbige oder auch die Graffen zu Hohen Solms / nichts benommen.

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[Art. IV,35] 34. Die Rheingraffen werden restituirt in jhre Aempter Throneck vnd Wildenburg / alß auch die Herrschafft Morchingen / sambt Zugehoͤrungen / vnd sonsten alle andere / von Nachbarn im Brauch gehabte Gerechtigkeiten. [Art. IV,36] 35. Die Wittib deß Graffen Ernsten zu Sayn / soll wider eingesetzt werden in die jenige Possession deß Schlosses Staͤttlins / vnd Ambts Hachenburg / sambt Zugehoͤr alß auch deß Fleckens Bendorff / darinn sie vor disem / ehe sie entsetzt worden / gestanden: jedoch jedermaͤnniglich sein Recht vorbehalten. [Art. IV,37] 36. Das Schloß vnd Graffschafft Falckenstein / werde dem jenigen wider eingeraumbt / dem es von Rechtswegen gebuͤhrt. So vil auch Rechts den Graffen von Ra〈ß〉burg / genandt Loͤwenhaubt / an das Ambt Bretzenheimb / ChurCoͤllnisches Lehen / alß auch die Herrschafft Reipoltzkirchen auff dem Hundsruck / gebuͤhret / soll jhme mit aller Gerechtigkeit vnd Zugehoͤr verbleiben. [Art. IV,38] 37. Das Hauß Waldeck soll auch wider kommen zum Besitz aller Rechtlichen Anspruͤchen in der Herrschafft Didinghausen / vnd den Dorffschafften Nidernaw Lichtenscheid / Defeld vnd Niderschlaidern: wie sie solcher im Jahr 1624 genossen.

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[Art. IV,39] 38. Graff Joachim Ernst zu Oettingen / werde restituirt in alle Geistliche vnd Weltliche / von seinem Vatter Herrn Ludwig Eberharden / vor disen Kriegs-Empoͤrungen in Besitz gehabte Guͤtter. [Art. IV,40] 39. Jngleichem das Hauß Hohenlohe werde restituirt in alles so jhm entzogen / bevor die Herrschafft Weickersheimb / alß auch das Closter Scheffersheimb ohne einige Außrede / bevorab exceptione retentionis. [Art. IV,41] 40. Graff Friderich Ludwig zu Loͤwenstein vnd Woͤrtheimb / solle wider eingesetzt werden in alle seine Graff: vnd Herrschafften welche seither wehrenden Krieg sequestrirt, confiscirt, oder andern cedirt vnd vbergeben worden / so wol in Geistlichen alß Weltlichen Sachen. [Art. IV,42] 41. Graff Ferdinand Carl zu Loͤwenstein vnd Woͤrtheimb / solle alles das jenige wider erlangen was ⌑seinem Vattern⌑ Graff Georg Ludwigen vnd Graff Johann Casimir sequestrirt, confiscirt oder andern zugeaignet worden / es seye Welt: oder Geistlich / jedoch mit vorbehalt deren Guͤtter vnd Gerechtigkeiten / welche ⌑Mariæ⌑ Christinæ besagtes Georg Ludwigen von Loͤwenstein Tochter / wegen Vaͤtter: vnd MuͤtterlichenErbs / zustaͤndig / in welche Sie vollkoͤmblich soll wider eingesetzt werden. Ebenmaͤssig soll auch die Fraw Wit-

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tib Johann Casimirs von Löwenstein / in jhre so wol Heyraths: alß verhypothecirte Guͤtter restituirt werden: mit Vorbehalt dessen Rechtens so Graffen Friderich Ludwigen gebuͤhrt / welches zu guͤtlichem Vertrag oder ordentlichem RechtsProcess verwiesen wird.
[Art. IV,43] 42. Das Hauß Erbach / jnsonderheit Graffen Georg Albrechten Erben / werden restituirt in das Schloß Breuberg / vnd alle dessen mit Graffen von Löwenstein gemeinhabende Rechte / so wol was die Besatzung / alß dessen Auffsicht / auch sonsten andere ⌑Kayserliche⌑ Rechte / betrifft. [Art. IV,44] 43. Die Wittib vnd Erben deß Graffen von Brandenstein / sollen wider eingesetzt werden in alle jhre auß Veranlassung deß Kriegs entzogene Guͤter vnd Rechte. [Art. IV,45] 44. Freyherr Paul Kevenhiller sampt seines Bruders Kindern / Cantzler Loͤfflers Erben / Marx Conraden von Rhelingen Kinder vnd Erben / ingleichen Hieronymus von Rhelingen sambt seiner Haußfrawen / wie auch Marx Anthoni von Rhelingen / sollen ins gesampt in alle durch Confiscation entzogene Guͤtter voͤllig restituirt seyn. [Art. IV,46] 45. Alle die Contraͤct / permutationes, transactiones, obligationes, vnd Schuld-

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beweißthumben / welche mit Gewalt / auß Forcht / entweders den Staͤnden oder Vnderthanen außgepreßt worden / massen insonderheit klagen die Staͤtte Speyer / Weissenburg am Rhein / Landaw / Reutlingen / Heylbrunn / vnd andere / als auch erkauffte vnd cedirte Handlungen / sollen gaͤntzlich todt vnd nichtig seyn / der gestalt / daß dessentwegen keine Handlung oder Proceß gestattet werde. Da aber die Debitores die Vrkunden jhrer Schuld den Creditorn abgezwungen hetten / solche allsampt sollen restituirt werden / mit Vorbehalt der dessentwegen vorhandenen RechtsProcessen.
[Art. IV,47–48] 46. Wegen

Ergänzt nach Cosmerovius- IPMud.
Schulden / so entweders von Kauff⸗Verkauff Jaͤhrlicher Renten oder sonsten jhren Nahmen haben / falß sie von einem oder andern kriegenden thail / auß Haß gegen die Creditores gewalthaͤtig erpreßt / sollen wider die Debitores, da sie vorschuͤtzen / daß jhnen warhafftig mit Vergewaltigung zuegesetzt worden / vnd darauff die wuͤrckliche Zahlung erfolgt / keine Executions Processen erken̄t werden. Es seyen dann diese Exceptiones nach vorhergehender vollkommener Eroͤrterung der Sachen entschieden. [Art. IV,48] Die Processen / so derentwegen angefangen / sollen nach publication deß Friedens / vnder zwey Jahren geendet werden: bey Straff deß ewigen Stillschweigens / welche den widerspennigen Debi-

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toribus auffzulegen. Die jenige Processen aber / so seithero der gestalt gegen sie erkennt / sampt den Vertraͤgen vnd Verheissungen / so wegen der Creditorn kuͤnfftiger Restitution fuͤrgangen / sollen auffgehoben vnd krafftloß seyn: mit Vorbehalt jedoch deren Geltsummen / welche zeit lauffenden Kriegs fuͤr andere / zu Verhuͤtung groͤsserer Gefahr vnd Schaden / gutwillig vnd wohlmeynend sindt vorgeschossen.
[Art. IV,49] 47. Die Vrtheil / welche zeit wehrendes Kriegs in pur weltlichen sachen gesprochen / falls nicht der Mangel oder Vnvollkom̄enheit deß Proceß klar am tag / oder nicht alsobald zu erweisen / sollen zwar nit gaͤntzlich auffgehoben: jedoch der wuͤrckung einer abgeurtheilten Sach suspendirt seyn / biß die Gerichtliche Handlungen (da ein oder ander Theil / jnnerhalb einer halbē Jahrs frist / nach getroffenem Friden die Revision suchen wurd) vor ordentlichem Richter auff gewoͤhnliche weise / oder extra ordinem auff weise so im Heyl. Römischen Reich uͤblich / revidirt vnd gleichlich erwogen: vnd alßdann so gefaͤllte Vrtheil entweder bestaͤttigt oder verbessert / oder da Nullitaͤten mit vnterlieffen / gäntzlich auffgehoben werden. [Art. IV,50] 48. Da auch einige hohe oder PrivatLehen vom Jahr 1618 nit ernewert worden / noch auch derentwegen Dienstleistungen geschehen / soll dasselbe niemand nachtheilig fallen / Sondern die

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Zeit der erforderten Investitur / vom Tage an deß beschlossenen Friedens jhren Anfang gewinnen.
[Art. IV,51] 49. v. 1. Endtlich sollen alle vnd jede KriegsOfficirer / Soldaten vnd sonsten Raͤthe / Diener / Geist: vnd Weltliche / wessen Namens oder Stands sie auch seyn möchten / welche einem oder andern Theil / oder derselben Bundsgenossen / oder sonst Angehoͤrigen / in Kriegs: oder Civilsachen / gedienet / vom Hoͤchsten biß zum Nidrigsten / vom Nidrigsten biß zum Hoͤchsten / ohne einigen Vnderschied vnd Außnamb / sampt Weibern / Kindern / Erben / Nachfolgern / Dienern / betreffende so wol deren Person / als Guͤter / in den jenigen Stande / an Leben / Ehr / Gewissen / Freyheit / Recht vnd Gerechtigkeit / in welchem sie sich vor diesen Kriegslaͤufften befunden / oder von Rechtswegen befinden moͤgen / beyderseyts restituirt seyn: auch weder deren Person oder Guͤtern / einiges Nachtheil zugezogen / noch einige Action oder Klage angestellt / vil wenigers einige Straff oder Schade / vnder was schein solches auch seyn moͤchte / zugefuͤgt werden: Vnd dieses alles / so weit es der Roͤm. Kays. Mayestaͤt vnd deß Hauses Oesterreichs Vnderthanen vnd Vasallen nicht betrifft / seine voͤllige Krafft vnnd Wuͤrckung haben. [Art. IV,52] v. 2. Die aber der Roͤm: Kayserlicher Mayest: vnd Hauses Oesterreich Vnderthanen vnd ErbVasallen sind / sollen der Amnestia so wohl an Person /

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als Leben / Dignitaͤt vnd Ehre geniessen / mögen auch in jhr voriges Vatterlandt wider einkommen: jedoch daß sie sich derselben Koͤnigreichen vnd Provincien / Gesaͤtzen gemaͤß bezeigen. ❀
[Art. IV,53] v. 3. So viel aber derselben Guͤtter betrifft / da solche ehe vnd bevor sie auff Seiten der Cron Schweden oder Franckreich getretten / durch Confiscation oder andere weeg verlohren: haben zwar die Herren Schwedische Gesandte lang vnd viel sich dahin bemuͤhet / daß jhnen solche moͤchten wider eingeraumet werden / Jedoch / nachdem der Roͤm: Kayserl: Mayest: in dieser Sachen von andern sich kein Ziel noch Maß fuͤrgeschrieben; vnnd wegen bestaͤndigen widersprechens der Kayserischen ein mehrers nicht erhalten: auch deß Heyligen Reichs Staͤnde nicht rathsamb ermessen / daß vmb deßwillen der Krieg laͤnger zu continuiren seye / so sollen solche (Güter) als verlohren seyn / vnnd den jetzigen Besitzern verbleiben. ❀ [Art. IV,54] v. 4. Die jenigen Guͤtter hingegen / welche jhnen nachgehends eben vmb dessent willen / daß sie fuͤr Schweden vnd Franckreich / gegen Kayserl: Mayest: vnd das Hauß Oesterreich / die Waffen gefuͤhrt / entzogen worden / sollen denselben / wie sie jetzo zu befinden / jedoch ausser Erstattung Kosten / vnd genossenen Einkunfften / oder zugefügten Schadens / außgeantwortet werden. ❀

[p. 273] [scan. 321]

[Art. IV,55] v. 5. Sonsten im Königreiche Boͤhmen vnnd allen andern Kayserlichen Erblaͤndern / soll der Augspurgischen Confession Verwandten / Vnderthanen / oder Creditorn, vnd dern Erben / wegen jhrer privat Forderungen / so sie der einige hetten / vnd derentwegen Rechtliche Klage anstellen / oder verfolgen theten / Recht vnd Gerechtigkeit / so wol als denen Catholischen ohne respect administrirt werden. [Art. IV,56] 50. Von der gedachten allgemainen Restitution aber / werden außgenommen die jenige / so sich nicht wider erstatten lassen / alß Mobilien vnd sonsten bewegende Dinge / eingenommener Nutz / was vnder der Kriegenden Theile Gebott vnd Nahmen entwendet; wie auch nidergerissene vnnd vmb gemainer Sicherheit willen zu anderem Gebrauch verwandlete Gebaͤwe / gemain vnd privat, Geistlich vnd Weltlich; wie nicht weniger gemainer / oder privat Feindtschafft halber / confiscirt, ordentlich verkaufft / aignen willens verschenckte Deposita. [Art. IV,57] 51. Sintemaln aber auch die Guͤlchische SuccessionsSach i-vnter denen Interessirten -i

i-i Ergänzt nach Heyll- IPOmd.
/ da man nicht vorbawen solte / im Heyl. Roͤmischen Reiche schwaͤre Mißhaͤlligkeiten verursachen doͤrffte: Hierumb ist verglichen / daß

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selbige / nach getroffenem Frieden / durch ordentlichen RechtsProceß vor der Röm: Kays: May: oder durch guͤtliche Vergleichung / oder sonsten ordentliche Wege / vngesaͤumet geschlichtet werde.
Der V. Articul. Nach dem aber zu gegenwertigem Krieg / mehrentheils die Gravamina, welche sich zwischen beyderley Religion Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden / deß H. Roͤm: Reichs / enthalten / Vrsach / vnd Anlaß / gegeben: So ist derentwillen / als folgt / verglichen vnd transigirt worden. [Art. V,1] §. 1. v. 1. Der Vertrag / so im Jahr 1552 zu Passaw gemacht / vnd der darauff im Jahr 1555 gefolgte Religions Friden / gestalt solche im Jahr 1566 zu Augspurg / vnd nachgehends auff vnderschiedlichen allgemainen Reichs-Taͤgen bestaͤttigt worden; sollen in allen jhren / mit der Röm. Kayserl. May. Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden / beyderseits Religion einhellig verwilligt: gemacht / vnd geschlossenen Artickuln / bestaͤndig verbleiben / auch auffrichtig / vnd vnveraͤndert gehalten werden. ❀

[p. 277] [scan. 325]

Was aber vber etlichen / darin enthaltenen / strittigen Puncten / bey diesem Vergleiche mit allgemainer der Partheyen Beliebungen geschlichtet / solches soll hinfuͤhro als eine jmmergeltende Erlaͤuterunge deß besagten Friedens so wohl Gerichtlich / als sonsten gelten / vnd observirt werden. Biß daß man / durch Gottes Gnade / sich in der Religion vergleiche: ohngeachtet eines oder andern jnner⸗ oder ausserhalb Reichs / Geistlichen oder Weltlichen / zu was Zeit es geseyen moͤge / eingestrewter Contradiction, oder protestation: welche alle / Krafft dieses / vnguͤltig vnd nichtig erkandt werden. ❀ 2. Jn allen andern aber zwischen beyder Religion Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnden / allen vnd jeden / solle eine richtige durchgehende / reciprocirende Gleichheit / ⌑so viel die Form der Republic die Gesaͤtze deß Heyl. Roͤmischen Reichs / vnd gegenwaͤrtigen Convent betrifft⌑ / Also vnd der gestalt gehalten werden / daß was einem Theil recht vnd billich ist / dem andern ebenmaͤssig recht seye: vnd hinfuͤro alle Gewalthaten wie sonsten / also auch dißfalß zwischen beyden Theilen / zu allen Zeiten verbotten bleiben. [Art. V,2] §. 2. v. 1. Der Termin oder Tag / von welchem anzurechnen / die Restitution in Geistlichen Sachen / vnd was wegen derselben in politicis veraͤndert / geschehen soll / solle seyn der 1. Januarius deß 1624. Jahrs. Geschehe derowegen die Restitution aller Chur⸗ Fuͤrsten / vnd Staͤnde beyder Religionen, (die freye

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Reichs Ritterschafft / wie auch die vnmittelbare Gemainde vnd Dorffschafften / mit eingeschlossen) pur vnd vollkombentlich: auffgehebt aller vnder dessen in solchen Sachen ergang⸗ publicirt⸗ vnd

In der Druckvorlage folgt irrtümlich ein zweites Mal: vnd
gefaͤllten Vrtheile / Decreten / Vertrage / Vbergabs oder andern Bedingungen / der gestalt / daß alles auff den Stand besagtes Jahrs vnd Tags reducirt werde. ❀
[Art. V,3] 2. Die Statt Augspurg / Duͤnckelspiel / Biberach / vnd Ravensburg / sollen behalten jhre Guͤtter / Gerechtigkeiten / vnd Vbungen der Religion, so am besagtem Jahr vnd Tage im Schwang gangen. Aber wegen der Rathsstellen / vnnd gemainen Aemptern / soll vnter beyderley Religions Verwandten gleiche maaß vnnd Zahl seyn. ❀ [Art. V,4] 3. Jnsonderheit aber / belangendt die Statt Augspurg / sollen deß Gehaimben Raths seyn sieben auß den Patricijs erwöhlte Persohnen: Auß disen / zween gemainer Statt Præsidenten / genandt StattPfleger / deren einer der Catholischen Religion, der ander der Augspurgischen Confession zugethan genommen werden: Von denen Fuͤnff vbrigen sollen drey Catholischen / zween Augspurgischer Confession: die vbrige RathsPersohnen deß kleinern Raths / als auch Syndici, vnd Beysitzer deß Stattgerichts / auch alle andere Offician-

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ten / von beyden Religionen an der Zahl gleich seyn. 4. Der Renth: oder Seckelmeister sollen seyn drey. Vnter welchen zwey einer / der dritte aber einer andern Religion zugethan; der gestalt / daß im ersten Jahr zwey der Catholischen / einer aber der Augspurgischen Confession; im andern zwey der Augspurgischen Confession, vnd der dritte Catholischer Religion sey: vnd solle also hinfuͤhro alle Jahr abgewechselt werden. ❀
[Art. V,5] 5. Der Zeugmaister seyn ebenmaͤssig drey / vnd Jaͤhrlichs gleiche Abwechselungen. Vnd diser Gebrauch soll auch bey den Stewer / Proviant / Baw: vnd andern aͤmptern / so von dreyen verwaltet werdē / uͤblich seyn: der gestalt / falß in einem Jahr zwey Aempter (als das Rentmeister: Proviant: oder BawAmpt) bey zwey Catholischen / vnd einem Augspurgischer Confession Verwandten waͤren / eben selbigen Jahrs zwey andere Aempter (als Auffseher deß Zeughauses / vnd der Stewer) zweyen auß der Augspurgischen Confession, vnd einem Catholischen / auffgetragen werden sollen: nechstkuͤnfftigen Jahrs aber / bey diesen Aemptern an statt zweyer Catholischen / zween der Augspurg. Confession Zugethane; vnd einem Catholischen; ein Augspurgischer Confessions Verwandter surrogirt werden. ❀ [Art. V,6] Die Aempter so einem allein pflegen vertrawt zu werden / sollen nach Erforderung der Sache / entweders ein / oder

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mehr Jahr vnter den Catholischen vnd Augspurgischer Confessions Buͤrgern vmbgewechselt werden / ebener massen / wie von den Aemptern / so 3 Personen vertrawt werden / jetzo Meldung geschehen: ❀
[Art. V,7] 6. Jeder Kirchen vnd Schulen aber / sollen sein eygene Auffsicht gelassen werden. Die jenige Catholischen aber / welche jetzo bey gegenwaͤrtiger Friedenshandlung im Rath / vnd Aemptern / vber die obverglichene Zahl seyn / sollen zwar bey aller vorigen Dignitaͤt vnd Vortheil / so lang sie leben / oder jhre Stelle nicht auffkuͤnden / verbleiben / allein nicht zu Rath gehen / oder da sie zu zeiten bey Rath erscheinen wolten / deren Stimm nichts gelten. ❀ [Art. V,8] 7. Kein Theil aber soll sich seiner Religions angehörigen Macht / den andern Theil zu vnterdrucken / mißbrauchen / oder eine groͤssere Zahl gerads oder vngerads wegs / zu der Stattpfleger / Rathsmannen vnd anderer oͤffentlichen Aempter Dignitaͤt zu erheben suchen: sondern solches alles wann vnd wie offt es versucht wuͤrde / nichtig seyn. Derohalben nit allein diese Verordnung alle Jahr / wann von Ansetzung der newen Rathsmannen vnd anderer Bedienten / an der Abgelebten Platz gehandelt wird / oͤffentlich verlesen werden; Sondern auch die Wahl der Stattpfleger deß jnnern vnd uͤbrigen Raths Amptleuten / Syndicorū, Richter vnd anderer Catholischen Bedienten / beydes jetzt / vnd kuͤnfftigs bey den Catho-

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lischen: der Augspurgischen Confessions Verwandtē aber bey jhnen selbsten stehen soll; Also / daß nach Absterben eines Catholischen / ein ander Catholischer; gleichfals nach Abgang eines Augspurgischen Confession Zugethanen / ein gleichmaͤssiger folge. ❀
[Art. V,9] 8. Die groͤssere Zahl der Stimmen / in Sachen die Religion directè oder indirectè betreffend / soll keines wegs guͤltig seyn / noch der Augspurgischen Confession zugethanen Buͤrgern dessen Orts / mehr / als den Augspurgischen Confessions Verwandten Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden / deß H. Roͤm. Reichs nachtheilig seyn. Dafern nun die Catholischen mit der mehrern Zahl der Stimmen in diesen oder andern Dingen zum Nachtheil der Augspurgischen ConfessionsVerwandten sich mißbrauchten: So soll diesen hiemit vorbehalten seyn / Krafft dieses Vertrags / auff die Abwechselung deß fuͤnfften geheimbten Rathmanns vnd andere rechtmaͤssige Mittel / zu provociren. ❀ [Art. V,10] 9. Jm vbrigen verbleibt der Religions-Frieden / vnnd die Verordnung Kaysers Caroli deß ⌑Vierdten⌑ / wegen Wahl deß Magistrats / wie auch die Vertraͤge von Jahren 1584 vnd 1591 (woferrn sie diser Ordnung directè oder indirectè / nicht zuwider lauffen) in jhren Kraͤfften allerdings vnverletzt.

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[Art. V,11] 10. Vnd demnach zu Duͤnckelspiel / Biberach / vnd Ravenspurg / zwey Buͤrgermeister / einer der Catholischen / der ander der Augspurg. Confession k-und vier Innere Ratsherren in gleicher Zahl von beiden Bekenntnissen bestellt -k

k-k Ergänzt nach Buschmann.
seyn: So solle ebenmaͤssige Gleichheit mit den Rathsmannen / Bürgerlichen Richtern / Schatzmeistern / wie auch allen andern gemainen Aemptern / Dignitaͤten vnd Verwaltungen / gehalten werden. Belangend den Gerichts Schultheisen / Syndicat / vnd deß Raths vnd Gerichts Secretarien / wie auch andere dergleichen Aempter / welche einer Person allein auffgetragen werden: solle jmmerdar die Veraͤnderung wechselweiß gehalten werden. Also / daß auff Abgang eines Catholischen alle weil ein Augspurgischer Confessions-Verwandter / vnd hingegen auff Abgang eines Augspurg: Confession Zugethanen / ein Catholischer im Ampt folge: Was die Manier der Wahl / vnd mehrer Stirnen / als auch die Auffsichte der Kirchen vnd Schulen / wie nit wenigers die Jaͤhrliche Ablesung dieser Verordnung betrifft / soll es ebner massen / als mit Augspurg gehalten werden. ❀
[Art. V,12] 11. Die Statt Thonawörth betreffendt / dafern in naͤchstkuͤnfftigem allgemeinen Reichstage / selbige in vorige Freyheiten wider zu setzen / von deß Heyligen Roͤmischen Reichs Staͤnden solte gut befunden werden: so soll sie gleiches rechts

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in Geist: vnd Weltlichen / sich bedienen / welches andere deß Heyl. Roͤm. Reichs Staͤnde / Krafft gegenwaͤrtiges Vertrags / geniessen: jedoch ohne Nachtheil deren Rechten / welche bey dieser Statt interessirt seyn. ❀
[Art. V,13] 12. Der Termin deß Jahrs 1624 soll denen kein Nachtheil gebaͤhren / welche in Krafft der Amnestiæ oder sonsten restituirt werden sollen. [Art. V,14] §. 3. v. 1. Anlangend die vnmittelbare geistliche Guͤter / sie seyn gleich Ertzbischthumb / Bischthumb / Prælaturen / Abteyen / Baleyen / Probsteyē / Commenthureyen / oder befreyte weltliche Stifftungen / oder anders / sollen sampt den Einkunfften / Pensionen vnd andern was Namen sie auch haben moͤgen / in Staͤtten oder auff dem Land / welche die Catholische / oder Augspurgischer Confessionsverwandte Staͤndt den 1. Januarij Anno 1624 in Possess gehabt / alle vnd jede nichts außgenommen / der jenigen Religion Verwandten / welche zu besagter Zeit in derselben wuͤrcklichen Possession gewesen / biß daß vber dem Religionsstreit / durch Goͤttlichen Beystandt ein Vergleichung getroffen werde / ruhiglich vnd vnmolestirt verbleiben. Vnd soll keinem Theil zugelassen seyn / dem andern / entweder in⸗ oder ausserhalb Gerichts / Vngelegenheit zuverursachen; vielwenigers einige Vnruhe vnd Verhinderung zu causiren. Solte aber (da Gott fuͤr behuͤte) wegen deß Re-

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ligionsstreits / einige guͤtliche Composition nit zugewarten seyn: soll nichts desto minder gegenwaͤrtige Vergleichung jmmerwehrend / vnd dieser Friede allezeit bestaͤndig bleiben. ❀
[Art. V,15] 2. Da nun ein Catholischer Ertzbischoff / Bischoff / Prælat / oder Augspurgischer Confessions Verwandter zum Ertzbischoff / Bischoffen / Prælaten erwoͤhlet oder postulirt, allein / oder sampt den Capitularen / entweders absonderlich / oder saͤmptlich: oder auch andere Geistlichen hinfuͤro / die Religion aͤnderten: dieselben sollen alsbaldt jhres Rechts, (jedoch jhrer Ehr vnd Leumuth vnverletzt) entsetzt seyn: benebenst Einkuͤnffte vnd Renthen / ohngesaumet / vnd ausser Einrede abtretten. Vnd soll dem Capitul / oder dem / so solches von Rechts⸗wegen zustehet / bevorstehen / ein andere Person / der Religion / welcher das Beneficium, in Krafft dieser Transaction, gebuͤhrt / zugethan / zuerwoͤhlen vnd zu postuliren: jedoch mit Vberlassung dem abziehenden Ertzbischoff / Bischoff / Prælaten / etc. der bißhero genossenen vnd verzehrten Einkuͤnfften vnd Renthen. ❀ 3. Da nun einige Catholische / oder Augspurgischer Confession zugethane Staͤnde von dero Ertzbischthumb / Bischthumben / Beneficien vnd Præbenden / so vnmittelbahr / vom 1. Januarij an deß Jahrs 1624 in: oder ausser Gerichts / entsetzt / oder auff einigerley weise vertrieben worden / sie

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sollen / Krafft dieses / alsbalden / so wol in Geistlichen als Weltlichen / mit Abschaffung aller Newerung wider eingesetzt werden: jedoch solcher gestalt / daß alle vnmittelbare Geistliche Guͤter / so am 1. Januar. im Jahr 1624 von einem Catholischen Prælaten regiert worden / widerumb ein Catholisches Haubt vberkommen: vnd hingegen so an besagtem Jahr / vnd Tage / Augsp. ConfessionsVerwandte innen gehabt / auch solches forthin behalten: jedoch mit nachsehung der jenigen immittelst genossenen Fruͤchten / Schaden vnd Vnkosten / so ein Theil gegen den andern prætendiren moͤchte.
[Art. V,16] §. 4. v. 1. Jn allen Ertzbischthumben / Bischthumben / vnd andern vnmittelbahren Stifftungen / soll die Wahlgerechtigkeit vnd postulation, nach eines jeden Orts Gewonheit vnd altem Herkommen / vnverruckt bleiben: so weit selbige deß Reichs Satzungen / dem Passawischen Vertrage / Religionsfrieden / vnd insonderheit dieser Erklaͤrung vnd Transaction gleichfoͤrmig seynd: vnd so vil die Ertzbisch: vnd Bischthumben / welche den Augspurgischer Confession Verwandten verbleiben betrifft: nichts in sich begreiffen / daß derselben Confession zuwider laufft: nicht weniger in Bischthumben vnd Kirchen / in welchen Catholische vnd Augspurgischer Confessions Staͤnde gleiches Recht hergebracht / soll den alten Gesaͤtzen

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nichts newes eingemischt werden / welches der Catholischen oder Augspurgischen Confessions Verwandten Conscienz vnd Sache in einige weeg schwaͤchen oder derselben Recht mindern koͤndte.
[Art. V,17] 2. Die postulirte vnd Erwöhlte aber / sollen bey dero Capitulation angeloben / daß sie die angenommene Geistliche Fuͤrstenthumben / Dignitaͤten vnd Beneficien, keines wegs erblich wollen besitzen / oder dahin trachten / daß sie erblich seyen. Sondern es soll dem Capitul / vnd welchē nebē dem Capitul nach Gewonheit / solches gebuͤhrt / sowol die Wahl / vnd Postulation, als bey vacirender Stelle die Verwaltung vnnd uͤbunge Bischoͤfflicher Rechten / frey verbleiben / auch Fleiß angewendt werden / damit nit die Edelleutte / Patricij, Graduirte vnd andere duͤchtige Persohnen / da es der Stifftung nit entgegen laufft / außgeschlossen / sondern vilmehr in denselben erhalten werden. [Art. V,18] §. 5. v. 1. An welchem Orth die Roͤm: Kaͤy. May: das Ius primariarum precum exercirt, sollen dieselbe solches auch ins kuͤnfftig exerciren; allein daß auff erfolgtē Abgang eines Augspurg. ConfessionVerwandtē / in derselbē Religion Bischthumben / ein Augspurg. Confession verwandter so darzu nach anweisung jhrer statuten vnd der observantz tauglich / die preces genuͤsse. Jn Bischtumben aber beyderley Religion / oder andern vnmittelbaren Orten / soll der Præsentatus die preces primarias nit

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geniessen / es hette dan̄ das vacirende Beneficium, ein Religionsverwandter besessen.
[Art. V,19] 2. Da von wegen der Annaten / jurium Pallij, Confirmationen, Mensium Papaliū, vnd dergleichen Gerechtigkeiten vnd Vorbehalt / in denen der Augspurg. Confessionsverwandten Staͤnden vnmittelbaren Geistlichen Guͤttern / von jrgends einem / wann / vnd auff was weiß es wolle / ichtwas prætendirt werden moͤchte / solches soll von vnwerth seyn / vnd darauff ainige Execution von der Weltlicher Obrigkeit nicht erthailt werden. [Art. V,20] 3. Da aber in vnmittelbahrer Geistlicher Guͤter Capituln / beyder Religion Capitularn / vnd Canonichen / Krafft deß besagten Termins in gewisser Anzahl angenommen werden / vnd der zeit die Menses Papales uͤblich gewesen / so sollen sie auch ferrners / da etliche Capitularn vnd Canonichen auß der bestimpten Zahl der Catholischen / abgangen / also uͤblich bleiben / vnd zur Execution auff begebenden Fall gezogen werden: Daferrn die Baͤpstliche Provision / dem Capitul vnmittelbar vom Roͤmischen Hoffe vnd zu rechter Zeit insinuiret wirdt. [Art. V,21] §. 6. v. 1. Welche von der Augspurgischen Confessionsverwandtē zu Ertzbischoffen / Bischoffen oder Prælaten

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erwoͤhlet oder postulirt werden / sollen von der Röm. Kaͤyserlichen Majestaͤt / nachdem sie jnnerhalb Jahrs dero Wahl oder postulation beglaubten Schein eingebracht / auch die bey solchen Regal⸗Lehen gewoͤhnliche Pflicht geleistet / ausser einiger Einrede investirt werden / vnd vber die Sum deß gewoͤhnlichen Taxs / noch ferrners dessen Helfft fuͤr die Belehnung reichen. ❀
Eben dieselben / oder / bey vacirendem Stuel / die Capitul / vnd die jenige / welchen die Verwaltung mit denselben zugleich gebuͤhrt / sollen so wohl auff allgemeine / als absonderliche Deputations / Visitations / Revisions / vnd andere ReichsConvent / durch gewoͤhnliche Schreiben beruffen werden / vnd jhre Stimme fuͤhren / allermassen ein jeglicher Standt vor dem Religionsstreit derselben Gerechtigkeit faͤhig gewesen. Waserley aber / vnd wie vil Persohnen zu dergleichen Convent zuschicken / solches wirdt bey den Prælaten / Capitul / vnd Conventualen stehen. [Art. V,22] 2. Wegen Titulirung der Geistlichen Fuͤrsten Augspurg. Confession / ists dahin verglichen / daß sie / jedoch ohne nachtheil Stands vnd Dignitaͤt / mit dem Titul der Erwoͤhlten / vnd Postulirten / zum Ertzbischoff / Bischoff / Abbt vnd Probst / benahmbset werden: Sollen aber die Session auff der mitten vber zwerch zwischen den Geistlichen vnnd Weltlichen Banck nehmen / Welchen an der Seitten / da deß Heyl. Roͤmischen Reichs alle drey Collegia zusamen

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kommen / sitzen sollen der Director der Maͤyntzischen Cantzley / in Namen deß Herrn Ertzbischoffs / als welcher der Reichstags Acten General Direction fuͤhrt; vnd nach demselben die Directores deß Fuͤrstlichen Collegij: Vnd eben dieses soll im Rath der Fuͤrsten / so sie Collegialiter versamblet / von desselben Collegij, vnd dero Acten Directoribus, allein observirt werden.
[Art. V,23] §. 7. v. 1. Wievil Capitulares oder Canonici, am 1. Januarij Anno 1624 jrgendswo entweders Augspurgischer Confession oder Catholischer Religion gewest / so vil sollen daselbst allzeit von beyden Religionen verbleiben: auch den Absterbenden keine andere / als derselben Religion Zugethane nachgesetzt vnd surrogirt werden. Da aber an einem Ort dieser Zeit mehr Catholischer Religion / oder Augspurgischer Confessions Capitularn / oder Canonici beneficia in possess hetten / dann Anno 1624: so sollen zwar dise als Supernumerarij, die Beneficia vnd Præbenden / Zeit Lebens behalten / Nach dero Abgang aber so lang den Catholischen die Augspurgischer Confessions⸗Verwandte; vnd diesen die Catholischen / succediren / biß die Anzahl beyder Religion⸗Capitularn vnnd Canonichen wider ersetzt seye / wie sie am 1. Januarij Anno 1624 gewesen: ❀ die Vbung der Religion aber in den vermischten Bischthumben soll der gestalt restituirt werden / vnd verbleiben / wie vnd welcher gestalt solches im Jahr 1624

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offentlich im brauch vnd zulaͤssig gewesen / vnd solle obigem allem weder mit der Wahl oder Præsentation oder sonsten nichts hinderlichs vorgehen.
[Art. V,24] §. 8. v. 1. Welche Ertzbischthumb / Bischthumb / oder andere Stifftungen vnd Geistliche Guͤtter / mittel oder ohnmittelbar / zur satisfaction der Koͤniglichen Majestaͤt vnd Reich Schweden / oder zu gleichgeltender Recompens vnd Schadloßhaltung dero Bundsgenossen / Freunden vnd Jnteressirten / geschlagen werden: sollen bey deren sonderbaren / drunden bemeldten Vergleichungen allerdings verbleiben; Jn allem dem aber / so daselbst nit begriffen / vnd vnter disen / was den vnden gesetzten §. Jus Diœcesanum 16. betrifft / deß Heyl. Roͤmischen Reichs Satzungen / vnd gegenwaͤrtigem Vertrag vnterworffen seyn. [Art. V,25] §. 9. v. 1. Wie viel Kloͤster / Collegia, Balleyen / Commenthureyen / Kirchen / Stifftungen / Schulen / Hospitalen vnd andere mittelbare geistliche Guͤter / vnd auch deren Gefaͤlle vnd Rechte / wie sie Namen haben moͤchten / die Augspurgischer Confession zugethane Chur: Fuͤrsten vnd Staͤnde / Anno 1624 am 1. Januarij / in Besitz gehabt: dieselben

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alle vnd jede sollen sie jm̄er hinfuͤro / sie seyen bißhero entweder in jhren Haͤnden blieben / oder restituirt worden / oder Krafft dieser Transaction / noch zu restituiren / besitzen / biß die Religionsstrittigkeiten durch beyder Theile guͤtliche vnd allgemeine Composition eroͤrtert werden: ohnerachtet deren Einstrewungen / ob sie entweder vor: oder nach dem Passawischen Vertrag vnd Religionsfrieden reformirt vnd eingenommen / oder daß sie nicht von oder inn der Augspurgischen Confessions Verwandter Staͤnden Gebiethe zu seyn; oder andern Staͤnden jure Suffraganeatus, Diaconatus, oder auff andere Manier verhafftet gewesen zu seyn / besagt werden. ❀
Das aintzige / vnd allainige Fundament dieser Transaction, Restitution, vnd kuͤnfftiger observantz, soll seyn die am 1. Januarij Anno 1624 gehabte Possession: vnd darwider alle Exceptionen / welche auß dem etlicher Orthen eingefuͤhrten interimß Exercitio, oder vor: oder nachgehenden allgemeinen auch special Vertraͤgen / oder entstandenē Strittigkeiten / oder auch decidirten Sachen / oder auch Decreten / Mandatē / Rescripten / Paritorijs, Reversalibus, Litispendentijs, oder allen andern prætexten / vnd Gruͤnden / genommen werden moͤgen: vnkraͤfftig seyn. ❀ Wo nun an allen oberwehntē Guͤttern / vnd derselben Zugehoͤrungen oder Nutzungen / den Augspurgischen Confessions Verwandten Staͤnden ichtwas / auff einige weise / oder prætext, in: oder ausser Gerichte von besagter Zeit ent-

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frembdet / oder entzogen worden: dasselbe soll gaͤntzlich ohn Verzug / vnd ohne Vnderschied (vnd vnter denselben in specie auch die Cloͤster / Stifftungen / vnd alle vnd jede Geistliche Guͤtter / so der Fuͤrst zu Wuͤrttenberg / Anno 1624 im Besitz gehabt) mit jhren Zugehoͤrungen / Renthen / vnd Zuekombsten / wo sie nun gelegen / benebens denen abhanden gebrachten Documenten / wider in vorigen Standt gesetzt werden. Vnd sollen die Augspurgischer Confessions Verwandte forthin bey der behaltenen / oder wider erlangten Possession keines wegs betruͤbet werden / sondern von aller Verfolgung Iuris, et Facti, jm̄erdar sicher sein: Biß daß die Religions-Strittigkeiten auffgehoben werden moͤchten.
[Art. V,26] 2. Auch alle Clöster / Stifftungen / vnd mittelbahre Sodalitia, welche am 1. Januarij Anno 1624 die Catholischen wuͤrcklich in Besitz gehabt / sollen sie in gleichem possidiren / ob sie schon in der Augspurgischen Confessions zugethanen Staͤnden Gebiethe vnd Landtschafften gelegen. Sollen aber in andere Geistliche Orden / ausser denen / deren Reguln sie anfaͤnglichs zugeordnet / nicht veraͤndert werden: Es were dann ein solcher Orden gaͤntzlich erloschen. Dan̄ auff solchen Fall soll dem Catholischen Magistrat frey stehē / auß einem andern in Teutschland vor dem ReligionsStreitt gewesenen uͤblichē Orden / newe Religiosen zubestellen. ❀

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3. Da aber in dergleichen mittelbahren Stifftern / CollegiatKirchen / Cloͤstern / Hospitalen Catholische vnd Augsp. Confession Verwandte beysam̄en gelebt: daselbst sollen sie auch forthin ins gesampt / in gleicher Zahl / welche am 1. Januarij / An̄o 1624 daselbst gewesen / leben; Das oͤffentliche Religions Exercitium soll auch bestaͤndig verbleiben / welches an einem jeden Ort an obbemeltem Tage vnd Jahr / im Brauche gewesen: ohn ein oder anderer Parthey Hinderung. ❀ Jn was fuͤr mittelbahren Stifften auch Anno 1624 am 1. Januarij / die Roͤm. Kays. May. primarias preces exercirt, daselbstē sollē sie auch solche forthin exerciren / auff Maß / vnd Weise / als drobē bey den ohnmittelbarn Guͤttern anerwehnet. Eben dises soll allhie auch von den Mensibus Papalibus beobachtet werden / massen droben von diesen bey dem 5. Articul*

Am Rande: *§.
verordnet worden. Es sollen auch die Ertzbischoffen / vnd welchen sonsten ein solches Ius gebuͤhret / die Beneficia Mensium extraordinariorum verleyhen. ❀
Da auch die Augspurgische ConfessionsVerwandte in dergleichen mittelbarn Geistlichen Guͤtern / so am besagten Tage vnd Jahr / von Catholischen wuͤrcklich / voͤllig / oder eines theils possidirt worden / die Iura præsentandi, Visitandi, Inspectionis, Confirmandi, Corrigendi, protectionis, Aperturæ, Hospitationis, Servitiorum, operarumque, gehabt: oder Pfarrhern / vnd Vorsteher / daselbsten gehalten: diese Gerechtigkeiten sollen jhnen vnverruckt bestaͤndig verbleiben. ❀

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Vnd da die Wahl auff gewisse Zeit vnd Weise nicht geschihet / soll der erledigten Præbenden Außtheilung vnd Vergebung auff derselben ReligionPersonen / welcher der Abgestorbene zugethan gewesen / auß zugewachsenē Rechtē / conferirt werden. Nur allein / daß in dergleichē mittelbaren geistlichē Guͤttern denen Satzungē der Catholischē Religion kein Nachtheil begegne / vnd dem Catholischen Geistlichē Magistrat jhre Rechte / krafft Jnsatzung deß Ordens so sie uͤber die Religiosen haben / vorbehalten vnd vngeschwaͤcht verbleiben. Eben denselben / falß die Wahl / vnd Collatur, der entledigten Præbenden / zu gebuͤhrender Zeit nit ersetzt wuͤrden / soll es an jhrem Rechten nichts benehmen. 4. So vil die Pfandtschafften im H. Roͤm: Reich betrifft / nach dem in der Kayserlichē Capitulation versehē / daß ein Erwoͤhlter Roͤmischer Kayser denen ohnmittelbaren Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤndē / deß H. Roͤm. Reichs / dergleichen Pfandtschafften confirmiren / vnd sie bey derselben sichern / vnd geruhlichen / Possession Mainteniren solle: So ist verglichen / daß diese Verordnung / biß daß mit Einwilligung Chur⸗Fuͤrsten vnnd Staͤnden / ein ander Schluß erfolge / gehalten werde. Vnnd dannenher der Statt Lindaw / vnd Weissenburg / im ⌑Nuͤrnbergischen⌑ / bey widererstattung ⌑voriges Stands⌑ / jhre ReichsPfandschafften wider einzuraumen seyen.

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[Art. V,27] 5. Was aber fuͤr Guͤtter die Staͤnd deß H. Roͤm. Reichs / einander / vermoͤg PfandtsRecht / vor Menschen Gedencken versetzt haben: in denselben soll die Widerlösung anderer gestalt nicht statt finden / es seyen dann der Possessorn Exceptiones, vnd Merita causarum, genugsamb erwogē. ❀ Da nun dergleichen Guͤtter bey jetzigem wehrenden Krieg / etwan ohne vorgehende Erkuͤndigung der Sachen / oder ohne Zahlung / von jemand eingenommen worden weren: so sollen sie sampt denen Vrkunden / alßbald den vorigen Besitzern voͤllig eingeraumbt werden: vnd so das Vrtheil der Widerabloͤsung statt gaͤbe / vnd die Vrtheil zu kraͤfften einer abgeurtheiltē Sach erwachsen / vnd darauff nach erstattetem Pfandschilling die Restitution erfolgt: so soll zwar dem ordentlichē Herrn bevor stehen / in dise verpfaͤndete / an jhn widerkom̄ende Landtschafften seiner Religions Exercitium oͤffentlich einzufuͤhren; die Jnwohner aber vnd Vnderthanen sollen nicht gehalten seyn / abzuziehen / oder jhre Religion / so sie vnterm vorigen besitzer derselben verpfaͤndeten Landen gehabt / zu verlassen. Vom oͤffentlichen dero ReligionsExercitio aber soll zwischen jhnen / vnd dem ordentlich ablegenden Herrn transigirt werden. [Art. V,28] §. 10. v. 1. Die freye vnd vnmittelbare ReichsRitterschafft / auch alle vnd jede derselbē Glieder / sambt Vnderthanen / vnd jhren Lehen⸗ vnd eygenthumblichen Guͤtern (dafern sie nit etli-

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cher Ortē etwan wegen der Guͤtter / oder auch der Landsfuͤrstl: Obrigkeit / oder Anhaimbschafft halber / andern Staͤnden selber subiect erfunden wurden) sollen krafft deß ReligionFridens vnd gegenwaͤrtigen Vergleichs in den Rechten die Religion betreffendt / vnd dannenherokommenden Beneficien gleiches Recht haben / als obgedachten Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden gebuͤrt: noch in demselbigen vnter einigem Schein verhindert oder betruͤbet werden. Die aber der gestalt betruͤbet worden / sollen allsampt allerdings in vorige Possession restituirt werden.
[Art. V,29] §. 11. v. 1. Die freye ReichsStaͤtte / gleich wie sie sampt vnd sonders vnter dem Titul der Staͤnde deß Reichs / nit allein im ReligionsFrieden / vnd gegenwaͤrtiger desselbē Erklaͤrung / sondern auch sonsten / vngezweiffelt begriffen seyn: also vnd auß derselben Zahl sollen die jenige / bey welchen einerley Religion allein im Jahr 1624 im Schwang gewesen / so wohl belangendt die Gerechtigkeit zu Reformirn / alß anderer die Religion betreffender Faͤllen in jhren hohen Gebieten / vnd wegen jhrer Vnterthanē nicht wenigers alß in der Statt vnd VorStaͤtten / ebenmaͤssiges Recht mit den andern deß Reichs hoͤhern Staͤnden haben. Dergestalt / daß / was von solchen ins gemein verglichen vnd verordnet / auch von disen soll gesagt vnd verstanden werden: Ohnerachtet / daß in denselben Staͤtten (in welchen / ausser deß Augspurgischer

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Confessions Exercitij / kein anders vom Magistrat vnd Buͤrgerschafft / vermoͤg der Gewonheit vnd Satzungen / eines jeden Orts / im Jahr 1624 eingefuͤhrt worden) etliche Catholischer Religion Verwandte Bürger daselbst sich auffhielten: oder auch in etlichen Capituln / Collegiat⸗Kirchen / vnd daselbst gelegnen Muͤnstern vnd Cloͤstern (so dem Heyl. Roͤm. Reiche mittel⸗ oder ohnmittelbar vnderworffen / vnd in dem Stand / darin sie am 1. Januarij Anno 1624 gestanden / auch forthin mit den Geistlichen / so jnnerhalb besagter Zeit nicht eingefuͤhrt worden / auch der Catholischen dessen Orts sich der Zeit befindenden Burger / so wol activè alß passivè zugedulden) der Catholischen Religion Exercitium vblich were. ❀
Vor allen dingē aber sollen die Reichs-Staͤtte / sie seyen entweders einer / oder beyderley Religion zugethan / (vnder welchen letztern fuͤrnemblich Augspurg / item Dinckelspihl / Biberach / Ravenspurg / vnd Kauffbeur) welche vom Jahr 1624 wegen der Religion / oder vor: oder nach dem Passawischen Vertrag / vnd Religions Frieden / occupirten / vnd reformirten / Geistlichen Guͤtter / oder sonsten / der Religion halber / in Politischen Sachen / in⸗ oder ausserhalb Rechtens / einigerley Weise beschweret worden; in den Stand / in welchem sie am 1. Januarij vorbesagtes 1624. Jahrs / so wol in Geist: als Weltlichen dingen / gestanden / nit wenigers als die vbrigen hoͤhere ReichsStaͤnde voͤlligster Dingen restituirt werden: Vnd bey disem / ohne ferrnere Beunruhigung / so wohl als jene / welche sie der Zeit noch in Besitz gehabt / oder im-

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mittelst die Possession wider erhalten / biß zu guͤttlichem Religions Vergleiche / verbleiben. Vnd soll keinem Theyl zugelassen seyn / den andern von seiner ReligionsVbung / Kirchen gebraͤuche / vnd Ceremonien zuvertreiben. Sondern es sollen die Buͤrger bey einander friedlich vnd schiedlich wohnen / vnnd jhrer Religion vnd Guͤtter Gebrauch beyderseits gehaben: auffgehebt aller exceptionen rerum judicatarum, transactarum, litispendentiarum vnd anderer so in denen 2. vnd 9. §§. erzehlet. Jedoch soll gelten vnd in Salvo verbleiben das jenige / was in Weltlichen Sachen von Augspurg / Dinckelspuͤl / Biberach / vnd Ravenspurg / oben am 2. §. disponirt worden.
[Art. V,30] §. 12. v. 1. Was deme nach die Graffen / Freyherrn / Ritter / Lehenleute / Staͤtte / Stifftungen / Cloͤster / Commenthureyen / Gemeinden vnd Vnderthanen / so den ohnmittelbahren Geist⸗ oder Weltlichen Reichsstaͤnden vnderworffen / belangt. Jn dem solchen ohnmittelbahren Staͤnden sambt der Gerechtigkeit der Landt⸗ vnd Oberbottmaͤssigkeit / vermoͤg der bißhero im gantzen H. Roͤm. Reiche vblichen praxi / auch das Recht / das Religions Exercitium zu Reformirn geburt / vnd vorlaͤngst im Religion Frieden solcher Staͤnden Vnderthanen / da sie von deß Landtsherrn Religion Abschew tragen / das Mittel deß Abzugs vergoͤnt. Vber das / zu Erhaltung mehrer Eintraͤchtigkeit vnder den Staͤnden / versehen / daß keiner deß ander Vnder-

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thanen zu seiner Religion ziehen / vnd der Vrsach halben in seinen Schutz oder Protection nehmen / vnd jhnen in einigerley Weiß beystehen solle etc. So ist verglichen / daß eben dises ferners auch von beyderley Religions Staͤnden / beobachtet / vnd keinem ohnmittelbahren Stande sein Recht / welches jhme wegen Landts⸗ vnd Oberbottmaͤssigkeit in Religions Sachen gebuͤrt / verhindert werden soll. ❀
[Art. V,31] 2. Ohnerachtet aber dessen / sollen der Catholischen Staͤnde Landtsassen / Lehenleute / vnnd Vnderthanen / wessen Standts sie seynd / welche entweders das offentliche oder Privat Exercitium der Augspurgischen Confession Anno 1624 zu welcher Jahrszeit es auch gewesen / entweders vermoͤg gewissen Vertrags / oder Privilegij / oder langen herkommens / oder auß blosser observantz dessen Jahrs gehabt / solches auch hinfuͤhro / sambt seinem Anhang / im gebrauch behalten / wie es gedachten Jahrs geuͤbet / oder / daß sie es exercirt hettē / beweisen koͤn̄en: Vnder dergleichē Anhang werden verstanden die Verordnung der Consistorien / deß Kirchen⸗ vnd Schulē Ministerij / Ius Patronatus, vnd andere dergleichen Rechte / vnd sollen nicht wenigers in Besitz bleiben aller zu besagter Zeit ingehabten bestelten Kirchen / Stifftungen / Cloͤstern / Hospitalen / sambt allen Zugehoͤrungen / Einkuͤnfften / vnd Mehrungen. ❀ Vnd diß alles soll allzeit vnd allenthalben beobachtet werden / so lang / biß wegen der Christlichen Religion entweder durchgehends / oder vnder den ohnmit-

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telbahren Staͤnden / vnd deren Vnderthanen / mit einhelligem Consens / ein anders verglichen / also daß keiner von dem andern einigerley weiß oder Wege turbirt werde / ❀
[Art. V,32] die aber so einiger Weiß turbirt / oder entsetzt worden / sollen ohn einige Außflucht inn den jenigen Stand / darinn sie Anno 1624 gewesen / voͤllig restituirt werden. ❀ Vnd eben dises soll gehalten werden / wegen der Catholischen Vnderthanen / so vnder den Augspurgischen Confessions Verwandten Staͤnden gesessen / wo sie in besagtem 1624. Jahr / der Catholischen Religion das oͤffentliche oder Privat Exercitium uͤblich gehabt. ❀ [Art. V,33] 3. Die jenigen Vertraͤge / Vergleich: vnd Bewilligungen aber so vnder solchen vnmittelbaren Reichsstaͤnden / vnd jhren Landstaͤnden vnd Vnderthanen / uber deß oͤffentlichen oder Privat⸗Religions Exercitij Einfuͤhrung / permission vnd conservation, hiebevorn fuͤrgangen vnd getroffen wordē seyn: sollen so weit fuͤr genehm vnd bestaͤndig gehalten werden / als sie der Observantz deß 1624. Jahrs nit entgegen lauffen / noch von solchem anders / als mit beyderseits Einwilligung abgetretten werden: vngeachtet / sondern vernichtiget all der jenigen Vrtheil / Reversalien / Beding / allerley Vertraͤge so der Oberservantz deß 1624. Jahrs (als welche fuͤr ein Regul zuhalten)

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zu wider gefället oder ergangen: Vnd vnder disen die / so der Bischoff zu Hildesheimb / vnd die Hertzogen zu Braunschweig vnd Luͤneburg / vber der Religion vnd dero Exercitio / der Staͤnden vnd Vnderthanen deß Bischtumbs Hildesheim̄ vnderschiedlichmal An. 1643 vertragen haben. ❀
Es sollen aber von bemeltem Termin außgenom̄en vnd den Catholischen fuͤrbehalten werden / die 9 Kloͤster im Stifft Hildesheimb / welcher sich die Hertzogen zu Braunschweig im selbigen Jahr auff gewisse maaß begeben haben. [Art. V,34] 4. Es ist auch beliebet worden / daß die jenige Vnderthanen der Catholischen / so der Augspurgischen Confession zugethan: wie auch die Catholischen der Augspurgischen Confessions verwandte Vnderthanen / so Anno 1624 das offentlich oder Privat Exercitium jhrer Religion zu keiner Zeit deß Jahrs gehabt: in gleichem auch / welche nach Publication deß Friedens / fuͤrters kuͤnfftiger Zeit ein andere Religion / alß deß Landsherrn / fuͤhren vnd uͤben werden / sollen geduldet seyn / vnd derselben jhrer Andacht mit freyem Gewissen in jhren Haͤusern / ausser Jnquisition oder Turbirung / Privatim abzuwarten: Jn der Nachbarschafft aber / so offt vnd weß Orts es jhnen beliebig / dem oͤffentlichen Religions Exercitio beyzuwohnen / oder jhre Kinder jhrer Religion zugethanen frembden Schulen oder zu Hauß privat Præceptorn zur Vnderweisung zu gebē vnverbottē seyn. Es sol-

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len aber dergleichen Landsassen / Vasallen vnd Vnderthanen im vbrigen jhre Schuldigkeit / mit gebuͤhrender subjection vnnd Gehorsamb verrichten / vnd zu keinen Verwirrungen Vrsach geben. ❀
[Art. V,35] Es seyen aber die Vnderthanen gleich Catholischer oder Augspurgischer Confession / so sollen sie nirgendts wegen der Religion veracht: auch nicht auß der Kauffleuthen / Handtwerckern oder Zunfften Gemainschafft / Erbschafften / Legaten / Hospitallen / Sondersiechen / Allmosen / auch andern Gerechtigkeiten oder Handlungen / vil wenigers oͤffentlichen Kirchhoͤffen vnd ehrlichen Begraͤbnussen / außgeschlossen / oder der gestalt ichtwas fuͤr Begraͤbnußkosten an die noch Lebende / ausser was derselben PfarrKirchen Gerechtigkeit in dergleichen Faͤllen mit sich bringt / gefordert werden. Sondern in disen vnd dergleichen mit denen Nebenbuͤrgern einerley Recht / Schutz vnd Gleichheit geniessen. ❀ [Art. V,36] 5. Da aber ein Vnderthan / so weder das offentlich noch privat Exercitium seiner Religion Anno 1624 gehabt / oder auch / so nach publicirtem Frieden die Religion aͤndern wirdt / von selbsten abziehen wolte / oder jhme von dem Landsherrn solches zu thun geschafft waͤre / dem soll frey stehen / entweder bey behaltenen oder veraͤusserten Guͤttern abzuziehen / das Behaltene durch Diener zu verwalten / vnd so offt es Sach erfordert /

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sein Gut zubesichtigen / Rechtfertigungen zu vollfuͤhren / oder Schulden einzutreiben / frey vnd ohne Geleitsbrieffe sich dahin zuverfuͤgen.
[Art. V,37] 6. Es ist aber verglichen / daß von den Landsherren den jenigen Vnderthanen / so weder offentlichs / weder Privat Exercitium jhrer Religion besagtes Jahrs gehabt / vnd gleichwol zur Zeit gegenwertiges Friedens Publication in einer oder der andern Religion vnmittelbaren Staͤnden Landen wonhafft: welchen auch die zuzurechnen sind / so wegen Vermeidung Kriegsbedrangnuß / anders wohin / nicht aber der mainung gaͤntzlich abzuziehen / sich begeben haben / vnd nach gemachtem Frieden widerumb anheimbzukehren vorhabens / nicht geringer alß vnter fuͤnff Jahren: denen aber / so nach publicirtem Frieden die Religion aͤnderten / nicht vnter drey Jahren / es sey dann daß sie ein geraumere vnd laͤngere Zeit erlangen moͤchten / der Termin angesetzt werden soll: ❀ vnd soll denen entweders von selbsten / oder auß Zwang Abziehenden / keines weegs jhrer Geburt / Herkomens / Entledigung erlerneten Handtwercks: vnd ehrlichē Wandels Zeugnuß verweigert / oder dieselben mit vngewöhnlichen Reversen / hochgespantem Abzug deß zehenden Pfennigs / vber die Gebuͤhr belegt / vil wenigers denen / so von selbsten abziehen / einige Dienstbarkeit oder vnter anderm Schein verhinderung zugezogen werden.

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[Art. V,38] §. 13. v. 1. Die Schlesische Fuͤrsten Augspurgischer Confession / als die Hertzogen zu Brieg / Lignitz / Muͤnsterberg vnd Oelß: in gleichem die Statt Breßlaw / sollen auch bey jhrer vor dem Krieg gehabten Recht vnd Gerechtigkeiten / wie auch der Augspurgischer Confession / auß Kayserl: vnnd Koͤniglicher Begnaͤdigung jhnen erthailten Exercitio gehandhabt werden. ❀ [Art. V,39] Was aber die Graffen / Herrn / Edelleute / vnd jhre Vnterthanen / in den vbrigen Schlesischen Fuͤrstenthumben / welche ohnmittelbar zu der Koͤniglichen Cammer gehoͤrig: dann auch die jetziger Zeit in Vnter-Oesterreich befindliche Graffen / Herren / vnd Ritterstandts / betrifft: ob zwar der Roͤm: Kayserl: Mayestaͤt das Recht das Religions Exercitium zu reformiren nicht weniger als andern Koͤnigen vnd Fuͤrsten zustehet: jedoch / nit zwar auß ainigem Beding oder Vertrag; nach Anordnung deß vorgehenden Versiculs (Pacta autem etc.) sondern auff interposition der Koͤniglichen Mayestaͤt in Schweden; wie auch den Augspurgischen Confessionsverwandten Staͤnden zu Lieb / lassen sie zu / daß selbige Graffen / Herren vnd Edlen: auch deroselben in benandten Schlesischen Fuͤrstenthumben / Vnterthanen / wegen Profession der Augspurgischen Confession / von Hauß vnd Guͤttern nit duͤrffen außweichen / noch auch jhr Exercitium in naͤchst angraͤnt-

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zenden Orthen / ausser Gebiets / zu besuchen / behindert werden sollen. Woferrn sie nur im vbrigen sich still vnd friedlich / vnd dergestalt / alß sichs gegen jhre höchste Obrigkeit gebuͤhrt / verhalten. Da sie aber von selbsten abziehen thaͤten / vnd jhre ligende Guͤtter entweders nicht wolten / oder nicht koͤnten verkauffen: so soll jhnen ein freyer Zugang jhre Guͤtter zu besichtigen vnd zu verwalten / zugelassen seyn.
[Art. V,40] 2. Vber dises aber / was vorhin von besagten Schlesischen Fuͤrstenthumben / so vnmittelbahr zu der Koͤniglichen Cammer gehoͤrig / verordnet / versprechen die Roͤmische Kayserliche Majestaͤt ferrners / daß Sie denen / so in solchen Fuͤrstenthumben der

Ergänzt nach Heyll- IPOud.
Augspurgischen Confession zugethan sind / zu Behuff diser ConfessionsVbung drey Kirchen / auff jhren aigenē Kosten / ausserhalb der Staͤtten Schweinitz / Jaur / vnd Gloggaw / bey der Stattmawer / an darzu bequemen von Jhrer Kayserlichen Majestaͤt Befelch designirten Orthen / nach getroffenem Frieden auffzubawen / so baldt sie solches begehren werden / erlauben wollen.
[Art. V,41] 3. Vnd alß von mehrer Religionsfreyheit vnd Vbung / in obgedachten vnd vbrigen / der Roͤm: Kayserl: Majestaͤt vnd Hauses Oesterreichs Koͤnigreichen vnd Landen / zuzulassen / bey gegenwertigen Tractaten vil gehandelt worden. Vnd wegen der Herren Kayserli-

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chen Gevollmaͤchtigten Widersprechungen man nicht eins werden moͤgen: So behalten die Koͤnigliche Majestaͤt in Schweden vnd Augspurgischer ConfessionsVerwandte Staͤnde sich bevor / vmb dessentwegen auff naͤchstkuͤnfftigen Reichstage / oder sonsten bey dero Römischen Kayserlichen Mayestaͤt / jedoch verwarth allzeit deß Friedens / vnd außgeschlossen aller Gewalt: vnnd Feindthaͤtlichkeit / ferrners respectivè guͤtlich vnnd demuͤtig zu intercediren.
[Art. V,42] §. 14. Von der Lehens oder AffterlehensQualitaͤt / sie kommen entweders vom Koͤnigreich Boͤhmen / oder Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnden deß Heyligen Roͤmischen Reichs / oder anderst woher / kombt die Gerechtigkeit zu reformiren nicht her / sondern dise Lehen vnd Affterlehen / so wol auch die Vasallen / Vnderthanen vnd Geistliche Guͤtter / sollen in ReligionsSachen (was auch der Lehensherr prætendir / eingefuͤhret / oder sich angemasset) nach dem Stand deß 1624. Jahrs / vnd 1. Januarij / jmmerdar geachtet: was aber so in: oder ausserhalb Gerichts darwider gehandlet worden / auffgehoben / vnd in vorigen Standt gesetzt werden. ❀

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[Art. V,43] So die LandtsObrigkeit vor: oder nach dem Termin deß 1624. Jahrs strittig ist / solle der Besitzer besagtes Jahrs gleiches Recht / so vil das offentliche Exercitium belangt / haben / biß daß vber das possessoriū vnd petitorium erkandt vnd decidirt seyn wirdt. Die Vnderthanen aber sollen wegen jmmittelst veraͤnderter Religion / so lang die Strittigkeit wehret / abzuziehen nicht gezwungen werden. ❀ Jn denen Orthen / wo die Catholischen vnd Augspurgischer Confessionsverwandte Staͤnde gleichmaͤssige hohe Bottmaͤssigkeit fuͤhren / soll es so wol wegen deß oͤffentlichen Exercitij / alß anderer die Religion betreffenden Sachen in dem Standt bleiben / in welchem es an besagtem Jahr vnd Tag gewesen. ❀ [Art. V,44] Das blose Hoch: Hals: vnd Centgericht / wie auch das jus gladij, retentionis, [patronatus] et filialitatis, geben weder ins gesambt noch absonderlich das Reformation⸗Rechte. Was nun derhalben vnter solchem Schein bißhero fuͤr Reformationes eingerissen / oder durch Vertraͤge eingedrungen / sollen auffgehoben / die Beschwerten restituirt / vnd hinfuͤro nichts dergleichen veruͤbet werden. [Art. V,45] §. 15. v. 1. Wegen allerley Art der Renthen / so zu den Geistlichen Guͤttern vnd

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jhren Besitzern gehoͤrig / soll vor allen dingen das jenige beobachtet werden / was im Religionsfrieden §. Dagegen sollen die Staͤnde der Augspurgischen Confession / etc. Vnd §. Alßdann auch denen Staͤnden der alten Religion / etc. verordnet befunden wird.
[Art. V,46] 2. Die Renthen / Gefaͤlle / Zehenden vnd Pensionen aber / welche vermoͤg jetztbesagtes Religionfriedens / Augspurgischer ConfessionsStaͤnden / wegen vnmittel: oder mittelbarer Geistlichen / auch nach dem Religionfrieden erlangten Stifftungen auß der Catholischen Gebiet gebuͤhren / vnnd in welcher possession vel quasi sie Anno 1624 am 1. Januarij / gestanden / sollen ausser einiger Einrede entricht werden. ❀ Da auch jrgendwo Augspurgischer Confession Staͤnde das jus protectionis, advocatiæ, aperturæ, hospitationis, operarum, oder andere gerechtsame in der Catholischen Geistlichen Gebieten auch ausser: oder jnner Lands gelegenen Guͤttern / durch rechtmaͤssigen Gebrauch vnd Zulassung gehabt: Gleicher gestalt auch die Catholische Staͤnde / so jhnen dergleichen etwas in den Geistlichen Guͤttern der Augspurg: ConfessionsStaͤnde gebuͤhrt / all dieselbē / einer wie der ander / sollē jhr voriges Recht behalte. Doch also / damit nit durch Vbung solcher Rechten / der Geistlichen Guͤtter Einkuͤnfften zu viel beschweret vnd erschoͤpfft werden.

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[Art. V,47] 3. Auch die Renthen vnd Zehenden / Zinse vnd Pensionē / so den Augspurgischer Confessions Staͤnden / von bereits destruirten oder zerfallenen Stifftungen auß andern Gebieten gebuͤhren /

In der Druckvorlage folgt: zerstoͤret
sollen denen entricht werden / welche im Jahr 1624 am 1. Jan. in Besitzung der Einkünfften vel quasi gewesen. Welche aber seither deß 1624. Jahrs zerstoͤret

Das Wort: zerstoͤret (s. vorige Anm.) gehört hierhin.
sind / oder forthin abgehen / derselben Pensionen sollen auch in andern Gebieten dem Landherrn deß abgangenen Closters oder Orths / an welchem solches gelegen / bezahlt werden. 4. Welche Stifftungen auch am 1. Jan. Anno 1624 in possessione vel quasi deß Zehend Rechtens ex bonis novalibus auff einem andern Gebiet gestanden / sollen auch ins kuͤnfftig dabey verbleiben / vnd kein newes Recht gesucht werden. ❀
5. Vnter denen uͤbrigen deß Heyl. Roͤm: Reichs Staͤnden vnd Vnderthanen / soll fuͤr recht gehalten werden / was das gemaine Landrecht / oder jeglichs Orths Gewonheit vnd Observantz vom Zehenden mit sich bringt / oder durch gutwillige Vertraͤge verglichen ist. [Art. V,48] §. 16. Es solle auch das Ius Diœcesanum vnd alle Geistliche Iurisdiction mit aller jhrer Art / wider die Augspurgische Confessionsverwandte Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnde (die freye Reichs Ritterschafft mit eingeschlossen) vnd dersel-

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ben Vnderthanen / so wol zwischen Catholischen vnd Augspurgischer ConfessionsZugethanen / alß vnter disen Staͤnden allein / biß zu deß Religionstreitts Christlichem Vergleich suspendirt seyn / vnd in den Schrancken eines jeden Lands Fuͤrstl: Obrigkeit das Ius Diœcesanum vnd Geistliche Iurisdiction verbleiben: ❀
zu Erlangung aber der Renthen / Zinsen / Zehenden vnd Pensionen / in der Augspurgischen ConfessionsStaͤnden Gebieten / wo die Catholische An̄o 1624 wissentlich in possession vel quasi deß Exercitij der Geistlichen Iurisdiction gewesen / sollen sie derselben auch nachgehends geniessen / jedoch weiter nicht / als zu Eintreibung diser Pensionen: Vnd solle nicht mit der excommunication verfahren werden / biß nach beschehener dritter verkuͤndigung: ❀ Die denen Catholischē zugehoͤrige der Augspurgischen Confessionsverwandte LandStaͤnd vnd Vnderthanen / welche Anno 1624 die Geistliche Iurisdiction der Catholischen erkandt / sollen in solchen faͤllen besagter Iurisdiction vnterworffen seyn / welche die Augspurg. Confession keines weegs betreffen: wann allein auß Anlaß deß Processes den Augspurg. ConfessionsVerwandtē oder deren Gewissen nichts widriges zugezogen wird. ❀ Vnd eben nach diesem Recht sollen auch die Catholische Vnderthanen vnder der Augsp. Confessionsverwandte Obrigkeiten geachtet werdē: vnd vber dise / welche An̄o 1624 das offentliche Exercitium Catholischer Religion gehabt / solle das Ius Diœcesanū, so weit es die

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Bischöff in besagtem Jahr geruhiglich exercirt / denselben also verbleiben. ❀
[Art. V,49] Jn welchen Staͤtten aber deß Römischen Reichs beyderseiths Religion in Vbung ist / sollen die Catholische Bischoͤff gegen die Augspurgische Confessionsverwandte Burger keine Jurisdiction haben. Die Catholische aber sollen nach der Observantz deß besagten 1624. Jahrs sich jhres Rechts bedienen. [Art. V,50] §. 17. Die Obrigkeit beyder Religion soll ernstlich vnd mit der Schaͤrffe verbieten / daß niemands / offentlich oder heimblich in Predigen / Lehren / Disputiren / Schrifften oder Rathschlaͤgen / den Passawischen Vertrag / Religionsfrieden / oder auch jnsonderheit gegenwertige Declaration oder Transaction, jrgendswo anfechte / in zweiffel ziehe / oder widrige Saͤtze darauß zuerzwingen sich vnterstehe: was auch bißhero widrigs entweders außgangen oder an Tag kommen / solle von vnwuͤrden seyn. ❀ Da aber etwas zweiffelhaffts hin vnd her einfiele / oder auß dem Religionfrieden oder diser Transaction entstuͤnde: solle solches auff Reichstaͤgen oder andern Reichs⸗Conventen / zwischen beyderseiths ReligionsStaͤnden anderst nicht / dann guͤtlich verglichen werden.

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[Art. V,51] §. 18. Auff den ordentlichen Reichs⸗Deputations Conventen soll die Zahl auß beyder ReligionHaͤuptern gleich seyn. Von den Persohnen oder ReichsStaͤnden aber / welche zu adjungiren, solle auff naͤchstem Reichstage geschlossen werden. Jn solchen Conventen / wie auch bey allgemainen Reichstagen / da auß einem / zweyen oder dreyen ReichsCollegijs, auß waserley Vrsachen es sey / oder zu was Sachen sie auch zu deputiren / soll die Zahl der Deputirten von beyderley Religions Staͤnden gleich seyn. ❀ Wann in extraordinari Commissionen / Sachen im Heyl. Roͤmischen Reiche zuverrichten fuͤrfallen / vnd die Sach vnter den Augspurg. ConfessionsStaͤnden versirt, sollen allein derselben Religions⸗Verwandten deputirt werden; so vnter Catholischen; allein Catholische: so vnter Catholischen vnd Augspurg. ConfessionsStaͤnden; beyder Religion in gleicher Zahl Commissarij ernennt vnd ordinirt werden. Es ist auch beliebet daß zwar die Commissarij die Sachen / so sie gefuͤhrt / referiren vnd jhre mainung darbey anzeigen / aber nichts schliessen noch entscheiden sollen. [Art. V,52] §. 19. Jn ReligionsSachen / auch allen andern Haͤndeln / da die Staͤnde alß ein gesambtes Corpus nit moͤgen conside-

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rirt werdē / sondern Catholische vnd Augspurgischer ConfessionsVerwandte in zwey Theyl sich scheidē: solle allein die guͤtliche Vergleichung statt finden / vnd auff die mehrere Stimmen nicht gesehen werden. ❀
So vil die mehrere Stimmen in materia collectandi betrifft / nach dem dieselbe bey gegenwertiger Versamblung nit geschlichtet werden mögen / sollen sie biß auff naͤchsten Reichstag verschoben seyn. [Art. V,53] §. 20. v. 1. Vber dieses / dieweil wegen der in gegenwertigem Kriege entstandener Veraͤnderungē vnd anderer Vrsachē / von dem ReichsCam̄ergerichte an einem saͤmptlichen Reichsstaͤnden bequemē Orth zu transferiren / vnd Richter / Præsidenten / Assessores, vnd saͤmbtliche der Justici Bediente / in gleicher Anzahl beyderley Religion zu præsentiren / wie auch sonsten von andern zu dem Cam̄ergericht gehoͤrigen Sachen / etwas fuͤrbracht worden: vnd aber bey diser Versamblung / wegen der Sachē Wichtigkeit / nit so voͤllig abgehandelt werden moͤgen: ist verglichen worden / daß auff dem naͤchst instehenden Reichstage von disem allem zu handeln; vnd sich beyneben zu vergleichen stehe / wie die zu Franckfurt bey juͤngst gehaltenem DeputationsConvent vorgangene Deliberationes werckstellig gemacht / vnd was in solchem noch abgienge / zu ersetzen. ❀ Damit aber diese Sache nicht gaͤntzlich auff einem vngewissen bleibe / ist beliebet worden / vber den Richter / vnd vier Præsidenten (vnd zwar dar-

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under zween der Augspurgischē Confession / so allein von der Roͤm: Kay: May: zu bestellen) daß die Zahl der Cammer⸗Assessorn in allem auff fuͤnfftzig erstreckt werden solle. Also / daß die Catholischen (mit eingerechnet / zweyer von Kayserlicher Mayestaͤt zu præsentiren vorbehaltenen Assessorn) 26 Der Augspurgischen Confession verwandten Staͤnde / 24 Assessores præsentiren koͤnnen vnd sollen. Vnd auß jedem Crayß beyder Religion nicht allein zween Catholische / sondern auch zween der Augspurgischen Confession Zugethane / zu erwaͤhlen vnd zu nehmen frey seye: mit Verweissung der andern zum Cammergerichte gehoͤrigen Sachen / wie gesagt / auff den naͤchstkommenden Reichstage: ❀
[Art. V,54] Derowegen sollen die Crayse an statt der verstorbenen Assessorn bey dem Cammergerichte andere / nach beygefügtem Auffsatz

In der Druckvorlage: Außsatz
zu præsentiren erinnert seyn. Die Catholischen sollen auch zu rechter zeit sich vergleichen wegen der PræsentationsOrdnung. So wird die Roͤm: Kay: May: befehlen / daß nit allein bey solchem Cam̄ergericht / so wol Geistliche als auch Weltliche Sachen so zwischen den Catholis: vnd Augspurgischer Confessions verwandten Staͤndē / oder vnter diesen allein schwebeten / oder auch wann Catholische wider Catholische streiten / vnd der tertius interveniens ein Augspurgischer Confessions Verwandter ist; vnd hinwiderumb / wann der Streit zwischen

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der Augspurg: Confession zugethanen Staͤndē waͤre / vnd der tertius interveniens ein Catholischer seyn wuͤrde / mit zuziehung beyderseits Assessorn in gleicher Anzahl eroͤrtert vnd entscheiden werden; Sondern eben dises solle auch am Kays: Hoffgericht beobacht werden. Vnd zu disem Ende etliche der Augspurg: Confessions verwandte gelehrte vnd der Reichssachen erfahrne Maͤnner auß denen ReichsCraysen / darin entweders die Augspurg: Confessions Verwandte allein / oder zugleich die Catholische Religion im schwang gehet / in solcher Anzahl ernennt vnd angenommen werden / damit auff begebenden Fall die gleichheit der Richter von beyder Religion⸗Assessorn observirt werden moͤge. Eben dise Gleichheit der Assessorn ist auch zu observiren / so offt ein Augspurgischer Confessions ohnmittelbarer Stand von einem Catholischen mittelbaren; oder ein ohnmittelbarer Catholischer von einem mittelbaren Augspurg: Confessions⸗Stande fuͤr Gerichte besprochen wird. ❀
[Art. V,55] 2. Den Gerichtlichen Proceß belangend / soll die CammergerichtsOrdnung auch am Hofgericht allerdings gehalten werden: Vnd damit den Partheyen daselbsten das Remedium suspensivū nit benom̄en werde / so soll an statt der bey der Camer uͤblichē Revision dem gravirtē Theil erlaubt seyn / von dem im Hofgerichte gefaͤllten Vrtheil an die Kays: May: zu suppliciren /

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daß die Gerichtliche Acta nachmals mit zuziehung anderer / der beschwerten Sachen gleichen / vnd keiner Parthey zugethanē in gleicher Anzahl beyderley ReligionsRaͤthē / vnd welche bey faͤllung deß erstē Vrtheils nit gewesen / oder doch deß Referenten oder Correferenten Stell nit vertrettē / moͤgē revidirt werdē. Es solle auch Jhrer May: bevorstehen in wichtigen Sachen / vnd von welchen im Heyl: Roͤm: Reich ein Auffstandt zu befahren / etliche beyder Religion Chur: vnd Fuͤrsten mit jhrem Gutachten vnd Meynungē zuvernehmen. ❀
[Art. V,56] 3. Die Visitirung deß Hoffgerichts solle von Chur Mayntz so offt es noͤtig / fuͤrgenom̄en werdē / mit Beobachtung dessen / was bey naͤchstem Reichstage mit der Staͤnden gemeinem Belieben zu beobachten fuͤr gut wird angesehen werden. ❀ Da aber vber den Verstandt der Reichs-Constitutionen vnd Abschied Zweiffel vorfallen / oder in Erkandtnuß vber Geist: vnd Weltliche Sachen so zwischen obbesagten Theilen schweben / auß Gleichheit beyder Religions⸗Assessorn, nachdem selbige in vollem Rath jedoch vō beyderseits gleicher Anzahl Richter erwogen worden / vngleiche Meynungen entstuͤnden: also daß die Catholische auff eine Seiten / die Augspurgische Confessionsverwandte auff die ander schluͤgē: so solle solches auff einen allgemeinen Reichstage verwiesen werden. Falls aber zwey oder mehr Catholische mit einem oder andern Augspurgischer

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Confessions verwandten Assessorn, eine / vnd hingegen die vbrige in gleicher Anzahl / ob schon nit einer Religion / ein andere Meynung fassen wuͤrden: vnd dannenhero zweyspalt entstuͤnde: auff disen Fall solle die Sache der Cammergerichts Ordnung nach erledigt werden / vnd ferrnere verweisung auff einen Reichstag keine statt haben. Vnd dises alles solle in Sachen der Staͤndē (die ohnmittelbahre freye Ritterschafft mit eingeschlossen) sie seyen Actores oder Rei, oder Intervenienten / beobachtet werden. Da aber vnder den mittelbaren Staͤnden entweders der Klaͤger oder der Beklagter oder ein dritter Jntervenient der Augspurgischē Confession zugethan ist / vnd gleiche Zahl der Richter auß beyderseits Religions Assessorn begeren wirdt: sollen solche gleiche auch gesetzt werden. Da aber die Meynung deren gleich fallen solte / so solle die Verweisung auff einen Reichstag gefallen seyn / vnd der Streitt der Kammer Ordnung nach entschieden werden. ❀
Jm vbrigen solle so wohl am Kayserl. Hoff: als Cam̄ergericht / das Privilegium primæ instantiæ, Austregarum, Iura vnd Privilegia de nō appellando, den ReichsStaͤnden vnberuͤrt verbleiben: auch nicht durch Mandata, oder Com̄issiones, oder Avocationes, oder auff einige andere weise bevnruͤwiget werden. ❀ 4. Endtlich / nach dem auch von Abschaffung deß Kaͤyserlichē Hoffgerichts zu Rottweyl / Landgerichten in Schwa-

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ben / vnd andern / so bißhero im Roͤm. Reich gebraucht wordē / Anregung geschehē: vnd dises eine Sachē von groͤsserer Wichtigkeit ist. So solle deren ferrnere Erwegung auff negstkommenden Reichstag verschoben seyn.
[Art. V,57] Die Assessores der Augspurgischen Confession / sollen Præsentirt werden / von
Sachsen
Chur Brandenburg 6
Pfaltz
Vom Ober Saͤchsischen Creyß 4
Vnder Saͤchsischen 4
[Einer] Wechsels weiß vnter disen beyden Creysen.
Deß Fraͤnckischen Creyses Staͤnden
Augspurgischer Confession 2
Schwaͤbischen 2
Ober Rheinischen 2
Westphaͤlischen 2
[Einer] Wechsels weiß vnter disen vier Creysen.
Vnd ob zwar vnder disem auffsatz der jenigen Staͤnd deß Reichs Augspurgischer Confession so vnder dem Bayrischen Creyß begriffen keine Meldung geschicht: so solle jedoch dieses denselben kein Nachtheil bringen. Sondern deren Rechte / Privilegia vnnd Freyheiten inn jhren Wuͤrden verbleiben.

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Der VI. Articul. [Art. VI] §. 1. Nach dem auch die Roͤm. Kaͤyserl. May. auff die in Namen der Statt Basell / vnd der gemainen Eydgenoßschafft in Schweitz / vor denen zu gegenwaͤrtiger Zusammenkunfft Deputirten Gevollmaͤchtigten / wegen etlicher Processen / vnd Executions Mandaten / so von der Kaͤyserlichen Cammer gegen ermeldte Statt vnd andere der Eydgenoßschafft verbundene Staͤnde / wie auch derselben Buͤrger / vnnd Vnderthanen / abgefast / angebrachte beschwerdten / nach eingezogenem Raht vnd Mainung der Reichs⸗Staͤnde / vermittelst eines am 14. Maij naͤchstverwichenen Jahrs ergangenen special Decrets / die Erklaͤrung gethan / daß besagte Statt Basell / vnd vbrige Eydgenossene Cantonē / in possessione vel quasi einer vollkommener Freyheit vnd Exemption vom Reiche / vnd keines wegs demselben / dessen Gerichten / oder Richtern / vnderworffen seyen: So ist beliebet worden / daß solches diesem oͤffentlichen Fridens Vergleiche einzuverleiben / steiff vnd fest zuhalten / vnd dergleichen process neben denen daher ruͤhrenden vnd Decretirten Arresten / gaͤntzlich Cassirt vnd auffgehoben sein sollen.

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Der VII. Articul. [Art. VII,1] §. 1. Es ist auch von der Roͤm. Kayserl. May. vnnd sambtlichen Reichs Staͤnden einmuͤtiglich placidirt worden / daß alles / was Rechtens oder Wolthaten / so wol alle Reichs Constitutiones als ReligionsFriede / diser gemaine Vertrag / vnd in solchem die Hinlegung der Gravaminum, allen Catholischen / vnd Augspurgischer Confessions Verwandtē Staͤnden vnd Vnderthanen zuaignen: solches auch den jenigen / welche die Refomirte genennet werden / zustehen solle: Jedoch allzeit mit Vorbehalt der Staͤnden / so man Protestirende nennet / sowohln vnter sich / als mit jhren Vnderthanen getroffener Vergleiche / habenden Privilegien / Reversen / vnd anderer wegen der Religion vnd dero uͤbung vnd was demselben anhaͤngig / eines vnd andern orts Staͤnden vnd Vnterthanē beschehenē vorsehung: wie auch eines jeden Gewissens Freyheit. ❀ Sintemaln aber die Religions Strittigkeiten / welche vnder besagten Protestirenden im schwang gehen / biß dahero nicht verglichen / sondern auff ferrnere Vergleichung vorbehalten worden. Dannenhero sie in zwey Theil tretten: Derhalben ist de jure reformandi zwischen beydē diser vergleich geschehē: daß / wan̄ ein Fuͤrst / oder Lands-

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herr / oder eines Stiffts Patron / ins kuͤnfftig zu deß andern theils Religion trettē / oder ein Fuͤrstenthumb / oder Landtschaff[t] / da deß andern theils Religions Exercitium gegenwaͤrtig getriben wird / entweders jure Successionis, oder Krafft gegenwaͤrtiger FridensHandlung / oder einiges andern Tituls vberkommen oder wider erlangen wuͤrde: daß sie zwar selbsten jhrer Confession HoffPrediger / ausser der Vnderthanen Beschwerung vnd Nachtheil / bey sich / oder in jhrer Residentz gehaben moͤgen. Jedoch jhnen nicht zugelassen seye / das oͤffentliche Religions Exercitium, Gesaͤtze vnnd der Orten vbliche Christliche Verordnungen zu aͤndern / oder die Kirchen / vnd Hospitalia / oder dahin gehörige Reditus, Pensionen / oder Stipendia den vorigen zu entziehen / vnd jhren ReligionsVerwandtē zuzuwenden: Oder vnder dem fuͤrwandt deß Juris territorialis, Episcopalis, patronatus, oder einem andern prætext, denen Vnderthanen einer andern Religions Diener auffzudringen / oder einige andere Verhinderung / oder Nachtheil / directè oder indirectè eines andern Religion zuzufuͤgen. Vnd damit diser Vergleich desto vester gehalten werde: so soll zugelassen sein / auff disen aͤnderungs Fall denen Gemeinden zu præsentiren: oder die das Ius præsentandi nicht haben / nambhafft zumachen / qualificirte Schul⸗ vnd Kirchendiener / von deß Orts oͤffentlichem Consistorio vnd Ministerio / so sie mit den præsentirenden / oder denominirenden Gemeinden einerley Religion sind / oder in Ermanglung dieses / an dem Ort / so die Gemeinden erwoͤhlen

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werden / zu Examinirn / zu Ordiniren / vnd hernach von dem Fuͤrsten / oder Landtsherrn / ohne Verweigerung zubestaͤttigen.
[Art. VII,2] §. 2. Da aber eine Gemeinde / auff den begebenden aͤnderungsFall / seines Herrn Religion annehmen / vnd begehren würde / auff jhrem Kosten das Exercitium / deme der Fuͤrst oder Herr zugethan / zu halten: so solle frey stehen / derselbē solches zu erlaubē: jedoch ohne der vbrigē Nachtheil: vnd solche Erlaubnuß solle jhnen von den Successorn nit wider benom̄en werdē: Aber die Consistoriales, Kirchen Visitatores, Professores, in Schulen / vnd Vniversitaͤten / in der Theology / vnd Philosophy / sollen einerley Religion zugethan sein / welche diser Zeit an jedem Ort oͤffentlich im Schwang gehet. ❀ Gleich wie aber obanerwehntes alles von kuͤnfftigen Enderungen zuverstehen ist: also soll es den Fuͤrstē von Anhalt / vnd dergleichē / an Gerechtigkeitē / welche jhnen zustaͤndig / nicht nachtheilig fallen. ❀ Es soll aber / ausser obbenandten Religionen / kein ferrnere im H. Roͤm. Reiche angenommen / oder geduldet werden.

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Der VIII. Articul. [Art. VIII,1] §. 1. Damit man aber Vorsehung habe / daß hinfuͤro im Politischen Standt keine Strittigkeiten entstehen: so sollen alle vnnd jede Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnde deß Reichs / bey jhren vhralten Gerechtigkeiten / Vorzuͤgē / Freyheit / Privilegiē / freyem Exercitio jhrer hohen LandsObrigkeit so wol in Geistlich: als Weltlichē Sachē / Herrschafftē / Regalien / vnd diser aller Possession / Krafft gegenwaͤrtiger Transaction / dergestalt bestaͤttigt vnd bekraͤfftiget seyn / daß sie von niemandts / vnter was Schein es auch jm̄er seyn moͤge / de facto daran turbirt werden koͤnnen / noch sollen. [Art. VIII,2] §. 2. Sie sollen / ohne Einrede / sich erfrewen

Ergänzt nach Cosmerovius IPMUD.
deß Juris suffragij in allen / deß Roͤm. Reichs Sachen / fuͤrfallenden Berahtschlagungen / fuͤrnemblich da Gesaͤtze zu machen oder außzulegen / kriege zu decretiren / tribut anzulegen / Soldaten zu werben vnd zuverpflegen / newe Vestungen in der Staͤnde Herrschafften im Namen deß Reichs zu erbawen / oder die Alten mit Besatzungen zu versehen: wie auch / wo Fride oder Buͤndtnusse zu machen / vnd was dergleichen Sachen mehr zu verrichten seynd: vnd solle dieses oder dergleichen hinfuͤro weiter nicht geschehen / oder jemahlen anderst zugelassen werden / als auff einem freyen ReichsTag mit der ge-

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sambten Staͤndt einstim̄en vnd bewilligung: ❀
Jnsonderheit aber das Jus vnder sich selbsten / vnd mit Außlaͤndischen Buͤndtnussen zu machen / zu eines jeden Conservation vnnd Sicherheit / soll allen Staͤnden jederzeit frey seyn. Jedoch dergestalt / daß solche Buͤndtnussen nicht wider die Römische Kayserl: Mayest: das Reich / vnd dessen Landfrieden / oder auch jnsonderheit gegenwaͤrtige Transaction, einlauffen. Sondern den jenigen Pflichten / damit ein jeder der Roͤmischen Kayserl: Mayest: vnd dem Reiche obligirt ist / gemaͤß seyn. ❀ [Art. VIII,3] Es solle auch jnnerhalb sechs Monathen / nach ratificirtem Frieden / ein Reichstag / vnd hernach so offt es die gemaine Notturfft vnd Wolfahrt erfordern wirdt / gehalten werden. Auff dem naͤchstkuͤnfftigem Reichstag aber / sollen der vorigen Conventen Maͤngel verbessert: auch alßdann von Wahl der Roͤmischen Koͤnige: einer gewissen vnd bestaͤndigen Verfassung Kayserlicher Capitulation: von Maß vnd Ordnung so zu halten / da ein oder anderer Standt in deß Reichs Aacht zu declariren, vber vorige so bereits in den ReichsConstitutionen beschrieben ist: von Ergaͤntzung der Creysen: Ernewerung der Matricul: Herbeybringung der exempten Staͤnden: moderation vnd Erlassung der ReichsCollecten: reformation deß Policey vnd IusticiWesens: von Tax der sportuln deß Cammergerichts:

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von denen Ordinari Deputirten / wie dieselben dem gemainen Wesen zum besten vnd nach dessen Art zubestellen: von dem rechten Ambt der Directorn bey den ReichsCollegijs, vnd sonsten Geschaͤfften / welche dises Orths nicht mögen expedirt werden / mit der Staͤnden gemainer Bewilligung / gehandelt vnd geschlossen werden.
[Art. VIII,4] §. 3. Es sollen auch so woln auff allgemainen / alß particular Conventen, die freyen ReichsStaͤtte / nicht weniger dann andere ReichsStaͤnde eines voti decisivi befuegt seyn: denselben jhre Regalia, Zoͤlle / Jaͤhrliche Einkuͤnfften / Freyheiten: Privilegia confiscandi vnd collectandi, vnd was dem anhaͤngig / auch andere von der Kayserl: Mayest: vnd dem Reich ordentlich erlangte / oder durch langwuͤrigen Gebrauch vor disem Kriegswesen besessen⸗ vnd geuͤbte Gerechtigkeiten / sambt gaͤntzlicher Iurisdiction, jnner der Statt vnd auff dem Lande verbleiben

Ergänzt nach Heyll- IPOud.
/ mit Cassirung / Abstellung / vnd ins kuͤnfftig Verbietung deß jenigen / was durch Repressalien, Arresten / Versperrung der Weege / vnd andere nachtheylige Actus, es seye bey wehrendem Kriege vnter wasserley Schein solches in contrarium fuͤrgangen / oder aigenthaͤtigen Gewalts veruͤbet / oder ins kuͤnfftig ohne vorhergehenden ordentlichen Proceß der Execution vnd Rechtens geschehen vnd veruͤbet werden moͤchten. Jm uͤbrigen sollen alle loͤbliche Gebraͤuche vnd deß Heyligen Roͤm: Reichs Ordnung

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vnd fundamentalSatzung hinfuͤhro steiff gehalten / vnd hingegen alle bey disen Kriegszeiten eingeschlichene Confusionen abgeschafft werden.
[Art. VIII,5] §. 4. Auff was fuͤr billigmaͤssige Mittel vnd Wege / den Glaͤubigern wider die Schuldiger / so bey diesen Kriegszeitten von jhren mitteln kommen / oder durch grosse auffschwellung der Zinß allzusehr gravirt worden seyn / bescheidentlich begegnet / vnd dannenhero besorgendem groͤsserm / auch der gemeinen Ruhe schaͤdlichem Vngemach vorzukom̄en seyn moͤchte: wollen die Roͤm. Kays. May. so wohl dero Hoffrahts / als Cammergerichts Meynung vnd Bedencken / welche auff kuͤnfftigem Reichstag proponirt, vnd auff ein gewisse Satzung gerichtet werden moͤge / erfordern vnd einnemmen lassen: vnder dessen aber sollen in dergleichē Sachen / was so wol bey denen hoͤchsten Reichs Tribunalien / als denen Particular Gerichten der Staͤnde vorkombt / die von den Partheyen angezogene Vmbstaͤnde fleissig erwogen / vnd niemandts mit vnzeitiger Execution beschweret werden: jedoch vorbehaͤltlich der Holsteinischen Verordnung / welche in jhrem vigor verbleibet.

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Der IX. Articul. [Art. IX,1] §. 1. Vnd demnach dem gemeinen Wesen daran gelegen ist / daß nach gemachtem Friden der Kauffhandel allerseits wider zu vorigem Flor kome / So ist verglichē / daß was demselben zu Nachtheil / vnd wider gemeinē Nutzen hin vnd wider im Roͤmischen Reiche / durch Verursachen deß Kriegs / newlich auß eygenē Gewalt / wider die Rechten vnd Privilegia / ohne der Roͤm: Kays. May. vnnd Reichs Churfuͤrs ten

Ergänzt nach Heyll-IPMUD.
verwilligung fuͤr Zoͤll vnd Mauten eingefuͤhrt worden: wie auch der Mißbrauch der Brabandischen Bull vnd dannenhero entstandene Represalien, vnnd Arresten / sambt eingefuͤrten frembden certificationen, exactionen / vorenthaltungen: wie auch die vnmaͤßliche Postē auch sonsten andere vngewoͤhnliche Beschwerdtē / vnd Verhinderungen / von welchen die Handlungen vnd Schiffarten geschwaͤcht wordē / gaͤntzlich auffgehoben: vnd jeden Provincien / Haaffen / vnd Stroͤmen jhre alte Sicherheit / Bottmessigkeit / vnd Gebraͤuche / wie sie vor diesen Kriegen von vielen Jahren hero gewesen / wider gegeben / vnd vnverbrechlich erhalten werden. ❀
[Art. IX,2] Vnd sollē denē Landschafftē / wo die Stroͤme durch vnd anfliessen: wie auch allen andern / jhre Gerechtigkeit / Privilegia: auch Maut von der Kayserl.

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May. / mit der Herrn Churfuͤrsten Bewilligung / so wol andern als auch dem Herrn Graffen zu Oldenburg auff der Weser erthailt / oder von langen Jahren eingefuͤhret / in jhrem voͤlligen Lauff bleiben / vnd zur Execution gebracht werdē: ❀ damit also allenthalben der Kauffhandel völlige Freyheit habe / vnd der Paß zu Wasser vnd Landt sicher / vnd der gestalt allen vnd jeden beyder Theilen Bundsgenossen / Lehenleuten / Vnterthanen / Schutzverwandten vnd Jnwohnern / zu reysen / zu handlen / hin vnd wider zuziehen offen vnd frey stehe / vnd Krafft dieses / vergoͤnnet seye: massen vor diesen Teutschen KriegsEmpoͤrungen ins gemein gewesen ist: vnd sollen jedes Orts Obrigkeit dieselben wider vnbilligen Gewalt / vnnd Zwang / als aigene Vnderthanen / zu beschuͤtzē vnd zu beschirmē / gehalten seyn: vnd dise Vergleichung / auch jedes Orts Recht vnd Gesatz bey seiner Wuͤrde verbleiben. Der X. Articul. [Art. X,1] §. 1. Ferrners dieweil die Durchleuchtigste Koͤnigin in Schweden begehrt hat / daß Jhr / gegen Abtrettung der in disem Krieg eroberten Plaͤtz / ein genuͤgen: vnnd zu Widerbringung deß gemeinen Fridens bewegliche Vorsehung geschehe: So thuen die Roͤmische Kayserliche Mayestaͤt / mit Einwilligung der Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnde deß Reichs / insonderheit deren / so dabey vornemb-

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lich interessiert sindt / Krafft dieser Transaction / besagter Koͤnigl. May. in Schweden / vnnd kuͤnfftigen jhren Erben vnnd Nachfolgern / Koͤnigen / vnd dem Reich Schweden nachfolgende Landtschafften / mit allen jhren Rechten / zu einem jmmerwehrenden / vnd ohnmittelbaren ReichsLehen verleihen.
[Art. X,2] §. 2. Fuͤrs Erste / das gantze VorPommern / sambt der Jnsul Ruͤgen / mit dero Bezirck / wie solche vnder denen letzten Hertzogen in Pommern beschrieben worden. Naͤchst diesem von HinderPommern: Stettin / Gartz / Dam / Golnaw / vnnd die Jnsul Wollin / sambt darein lauffenden Oderstrohm / vnd Meer / ins gemein das frische Haaff genandt / benebenst seinen dreyen Außfluͤssen / Pein / Schwin / vnd Dievenaw / sambt auch beyderseits angraͤntzendem Landt / von Anfang deß Koͤniglichen Gebiehts biß an das Balthische Meer / in solcher breite deß Orientalischen Gestads / oder Vfers / wie zwischen den Königlichen / vnd Churfuͤrstlichen Commissarien / bey genawerer Vnderscheidung der Graͤntzen / vnd anderer geringeren Sachen / in der Guͤte verglichen werden solle. [Art. X,3] §. 3. Dieses Hertzogthumb Pommern / vnd Fuͤrstenthumb Ruͤgen benebenst jhren Landschafften / vnd angehoͤrigen Orten / auch allen vnd jeden dazu gehoͤrigen hohen Gebiethen / Aemptern / Staͤtten / Castellen / Staͤttlin /

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Flecken / Dörffern / Vnderthanen / Lehen / Wassern / Jnsuln / Seen / Vfferen / Haaffen / Schifflaͤnden / alten Zoͤllen vnd Renthen / vnnd allen andern Geist⸗ vnd Weltlichen Guͤtern / wie auch Titulatur / Dignitaͤten / Hochheiten / Freyheiten / vnd Vorzuͤge / sambt allen vnd jeden Geist⸗ vnd Weltlichen Rechten / vnd Privilegien / welche die Vorfahrere Hertzogen zu Pommern gehabt / bewohnet / vnd regiert / soll die Koͤnigl. May. vnnd Reich Schweden von disem Tag an zu ewigen Zeiten fuͤr ein Erb⸗Lehen haben / besitzen / vnd dessen frey gebrauchen / vnd vnverletzlich geniessen.
[Art. X,4] §. 4. Was auch die Hertzogen in Vor-Pommern fuͤr gerechtsame bey Conferirung der Prælaturen / vnd Præbenden deß Capituls zu Cammin hiebevor gehabt: die solle ins kuͤnfftig die Koͤnigl. May. vnd Reich Schweden zu ewigen Tagen haben / mit Macht / dieselben abzuschaffen / vnd die Einkuͤnffte / nach der jetzigen Capitularn Abgang / der Fuͤrstlichen Taffel zuzuaignen. Was aber denn Hertzogen in HinderPom̄ern zugestanden / solches solle dem Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg / benebens dem gantzen Bischthumb zu Cammin / auch dessen Landschafften / Gerechtigkeiten / vnd Wuͤrden / wie hierunder mit mehrerm zu sehen / zustehen. §. 5. Deß Tituls vnd Pommerischen Waapens sollen sich / so wol das Koͤnigliche Schwedische; alß Churfuͤrstliche

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Brandenburgische Hauß / ohne Vnterschied gebrauchen / wie solches vnder den vorigen Hertzogen in Pommern uͤblich gewesen: Vnd das Koͤnigliche zwar zu ewigen Tagen; das Chur⸗Brandenburgische aber / so lang von derselben Mannslinien jemandt vbrig seyn wird: jedoch außgeschlossen das Fuͤrstenthumb Ruͤgen: wie auch alle Prætension einiges Rechtens in die der Cron Schweden vbergebene Oerter. Nach abgang aber der Mannslinien deß Hauses Brandenburg / sollen alle andere (außgenom̄en Schweden) sich der Pommerischen Titulatur vnd Waapen enthalten. Vnnd alßdann soll auch gantz HinderPommern / mit VorPommern / vnd dem gantzen Bischthumb vnd sambtlichen Capitul zu Cammin / vnd also mit allen der Antecessorn Gerechtigkeiten / vnd Anwardtschafften vereinigt allein den Koͤnigen vnd Reich Schweden / zu ewigen Tagen zustehen: so vnder dessen der Anwartschafft auff die Succession vnd Mitbelehnung sich erfrewen: Also / daß auch den Staͤnden vnd Vnderthanen besagter oͤrter der Pflichtlaistung halber / dem alten Herkommen / nach Sicherheit gelaist werde.
[Art. X,5] §. 6. Der Herr Churfuͤrst zu Brandenburg / vnd alle andere dabey Jnteressirte sprechen ledig vnd loß die Staͤnde / Diener / vnd Vnderthane aller vorigen Pflicht / mit welchen sie biß dato jhnen vnd jhren Haͤusern verhafft gewesen. Vnd thun dieselben mit Pflicht vnd Gehorsamb der Koͤnigl. May. vnd Reich Schweden / alß uͤblich / anweisen: vnd thun also Schweden in die voͤllige vnd

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rechtmaͤssige Possession derselben einsetzē / mit auffgebung aller dahin sich erstreckenden prætensionen / nun vnd zu ewigen Tagen. Vnd wollen auch dieses fuͤr sich / vnd jhre Nachkommen / krafft eines sonderbahren Jnstruments bekraͤfftigen.
[Art. X,6] §. 7. Fuͤrs Ander / thut auch die Roͤm: Kayserl: May: mit deß Reichs Bewilligung / der Durchleuchtigsten Koͤnigin in Schweden / vnd dero Koͤniglichen Erben vnd Reich Schweden zu einem jmmerwehrenden ohnmittelbahren ReichsLehen verleyhen die Statt vnd Haaffen zu Wißmar / sampt der Vestung Wallfisch / vnd Aemptern Poel (außgenommen die Doͤrffer Schedorff / Weitendorff / Brandenhusen / vnd Wangern / so zum Hospital deß Heyl: Geistes in der Statt Luͤbeck gehoͤrig /) vnd Newen Closter / auch allen Rechten / An⸗ vnd Zugehoͤrungen / so die Hertzogen zu Meckelburg bißhero gehabt. Also daß benante Oerter / vnd der gantze Haafen / sampt beyderseits von der Statt biß ins Balthische Meer reichenden Landtschafft Jhrer Mayestaͤt freyen disposition vnterworffen: auch dieselben mit Vestungen vnd Besatzungen jhres Gefallens / nach Erforderung der Vmbstaͤnden / jedoch auff jhren eygenen Kosten / versehen / vnd allda zu allen Zeiten fuͤr dero Schiffe vnd SeeArma-

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da / ein sichern Auffenthalt vnd Stand haben: auch ins kuͤnfftig dergestalt / wie andere Kayserliche vnd Reichs Lehen / niessen vnd gebrauchen: gleichwol mit Vorbehalt / daß der Statt Wißmar jhre Privilegia in salvo verbleiben / vnnd derselben Handlung vnter Koͤniglichem Schutz vnd Gnad auffs beste befuͤrdert werden.
[Art. X,7] §. 8. Fuͤr das Dritte / verleyhet die Roͤmische Kayserliche May: mit Bewilligung deß gantzen Roͤmischen Reichs / in Krafft gegenwaͤrtiger Transaction, der Durchleuchtigsten Koͤnigin / dero Erben vnd Nachfahrn Koͤnigen / vnd Reich Schweden / das Ertzbischthumb Bremen / vnd Bischthumb Verden / mit dem Staͤttlin vnd Ampt Wilßhausen / auch aller Gerechtigkeit / so den letztern Ertzbischoffen zu Bremen an das Capitul / vnd Diœcesin zu Hamburg zugestanden / (jedoch mit Vorbehaltung dem hauß Hollstein / wie auch der Statt / vnd Capitul zu Hamburg / jhrer respectivè Rechten / Privilegien / Freyheit / Vertraͤgen / Besitzungen / vnd gegewaͤrtigen Stands / in allem: dergestalt / daß die 14 Dorffschafften in den Hollsteinischē Aemptern zu Trittow / vnd Rheinbeck / Herrn Friderichen Hertzog zu Hollstein Gottorff / vnd dessen Nachkommen / hinfuͤro allezeit / fuͤr Entrichtung deß jetzigen Jaͤhrlichen Canonis verbleiben)

Das Wort: verbleiben) ist in der Druckvorlage zwei Zeilen später ausgedruckt (s. folgende Anm.).
sampt allen vnd jeden darzu gehoͤrigen / sie ligen wo sie

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woͤllen / Geist⸗ vnd Weltlichen Guͤttern vnd Rechten / wie die zu Land vnd Wasser Namen haben moͤgen

In der Druckvorlage folgt: verbleiben)
zu einem jmmerwehrenden / vnd vnmittelbaren ReichsLehen / zwar vnder denen gewoͤhnlichen Waapen / aber vnder dem Titul eines Hertzogthumbs: vnd soll die Wahl / vnd postulation der Capituln, vnnd anderer Geistlichen Collegien / benebenst aller Verwaltung vnd Regierung der zu disen Hertzogthumben gehoͤrigen Landschafften auffhoͤren.
[Art. X,8] §. 9. Der Statt Bremen aber / dessen hohen Gebieth / vnd Vnterthanen / soll gegenwaͤrtiger jhr Stand / Freyheiten / Gerechtigkeit / vnd Privilegia in Geist⸗ vnd Weltlichen Sachen ohne ⌑Behinderung⌑ / verbleiben. Da aber zwischen derselben vnd dem Bischthumb oder Hertzogthumb / oder den Capituln Strittigkeiten weren / oder hernach entstuͤnden: dieselben sollen entweder guͤtlich verglichen / oder zu recht ausgefuͤhrt werden: vnter dessen aber jede Parthey in dem Besitz darinn sie jetzo stehet / verbleiben. [Art. X,9] §. 10. Zum vierten / So nehme die Roͤm: Kays: May: vnd das H. Roͤm: Reich / die Durchleuchtigste Koͤnigin vnd dero Reichs Schwedē Nachfolgere / wegē aller obgedachten Landen vnd

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Lehen / zu einem vnmittelbarē Stand deß Reichs auff⸗ vnd an: der gestalt / daß zu den Reichstaͤgen / vnter andern Reichsstaͤnden / auch die Koͤnigin vnd Koͤnige in Schweden / vnderm Titul eines Hertzogen zu Bremen / Verden vnd Pommern / wie auch Fuͤrsten zu Ruͤgen / vnd Herrn zu Wißmar sollen beruffen werden: vnd ist denenselben auff denen Reichsversamblungen zu jhrer Session in dem FuͤrstenRath auff der Weltlichen Banck der Ordnung nach die fuͤnffte Stelle angewiesen / jhre Stirnen / die Bremische zwar / eben an jetztbesagter Stelle vnd Ort: die Verdische vnd Pom̄erische aber / an Ort vnd der Ordnung nach / wie von alters herkom̄en / abzulegen. ❀
[Art. X,10] Jn dem OberSaͤchsischen Creyß aber / nechsten vor den Hertzogen in Hinder-Pommern; Jn den Westphalischen vnd Nider⸗Saͤchsischen Creysen an gewoͤhnlicher Stell: Also daß zwischen dem Ertzbischoffen zu Magdeburg vnd Bremen / deß NiderSaͤchsischen Creyses Directorium wechselsweise bestehe: jedoch mit vorbehalt deß Condirection-Rechtens der Hertzogē zu Braunschweig vnd Luͤneburg. ❀ [Art. X,11] Zu deß Reichs DeputationsConventen aber solle sowol die Koͤnigl: Mayt: alß der Herr Churfuͤrst / die jhrigen dem Herkommen nach absenden. Nach dem aber beyden Pommern auff denselben nur eine Stimm gebuͤhrt: soll sel-

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bige von der Koͤniglichen Mayestaͤt / doch mit vorgehendem Rath deß Herrn Churfuͤrsten / allzeit abgelegt werden.
[Art. X,12] §. 11. Ferner erthailen sie denselben in allen vnd jeden besagten Lehen das Privilegium de non appellando, jedoch mit dem Beding / daß Sie ein gewisses hohes Tribunal, oder Appellations Instantiam an einem in Teutschland bequemen Ort bestellen / vnd dasselbe mit qualificirten Personen versehen / welche einem jeden Recht vnd Gerechtigkeit / den Reichs-Constitutionen / vnd jedes Orts Satzungen nach / ausser weiterer Appellation oder Abforderung der Sachen / administriren sollen. §. 12. Hingegen aber so sichs begebe / daß dieselben / alß Hertzogen zu Bremen / Verden vnd Pommern / wie auch als Fuͤrsten zu Ruͤgen / oder Herrn zu Wißmar / in Sachen so selbige Landschafften betreffen / von jemand mit Recht besprochen wuͤrden / so thut die Roͤm: Kayserl: Mayt. jhnen frey stellen / daß sie nach jhrer Commoditaͤt entweder das Forum am Kayserlichen Hofe / oder bey der ReichsCammer / allwo sie der intentirten Action abwarten wollen / erwaͤhlen / jedoch schuldig seyn sollen inner drey Monatsfrist / von dem Tage an denunciatæ litis, sich zu erklaͤren / fuͤr welchem Richter sie erscheinen wollen. [Art. X,13] §. 13. Vber dises wird hoͤchstermelter Koͤnigl. Mayestaͤt in Schweden Freyheit gegeben eine Academy oder Vniversitaͤt auffzurichten / wann vnd wo es deroselben anstehen moͤchte. ❀

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Zu deme werden derselben die jetzige Zoͤlle (so man ins gemein Licenten nennt[)]: an den Vffern vnd Hafen in Pom̄ern vnd Meckelnburg auff ewig verbleiben: Jedoch im Tax also zu moderiren / damit deren Orten der Kauffhandel nicht in Abgang gerathe. [Art. X,14] §. 14. Endlich so erlaͤsset die Roͤm. Kays: Mayt: die Staͤnde / Obrigkeiten / Diener vnd Vnterthanen respectivè besagter Landschafften vnd Lehen / aller Pflichten vnd Vhrgichten / mit welchen sie den vorigen Herrn vnd Besitzern oder Prætendenten / biß dahero obligirt gewesen. Vnd thun selbige der Koͤniglichen Mayestaͤt vnd Reich Schweden / alß von diesem Tag an / jhrem Erbherrn vndergeben / vnd zu Gehorsamb vnd Trew anweisen vnd verbinden / vnd also die Cron Schweden in voͤllige vnd rechtmaͤssige Possession einsetzen: Krafft Kayserlichen Worts versprechende / daß sie nit allein der jetzigen Koͤnigin / sondern auch allen kuͤnfftigen Koͤnigen vnd Reich Schweden wegen gedachter verliehenen Laͤnder / Guͤtter vnd Gerechtigkeiten / Sicherheit leisten: vnd sie gleich andern Reichsstaͤnden in deroselben ruhigen Possession gegen jedermaͤnniglich vnverletzlich erhalten / vnd schuͤtzen / vnd solches vermittelst absonderlichen Belehnungs⸗Brieffen / auffs beste bestaͤttigen wolle.

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[Art. X,15] §. 15. Dahingegen solle die Durchleuchtigste Koͤnigin / vnd kuͤnfftige Koͤnige / vnd Cron Schweden / gedachte Lehen alle vnd jede von der Kayserl. Mayt. vnd dem Heyl. Roͤm. Reich erkennen: vnd wegen derselben so offt sich der Fall begibt / die Vernewerung der Lehen gebuͤhrlich suchen / das Iuramentum fidelitatis, vnd was deme anhaͤngig / gleich dero Vorfahren vnd andere Reichs Lehenleut / abstatten. [Art. X,16] §. 16. Die wollen auch den Staͤnden vnd Vnterthanen / ermeldter Laͤnder vnd Oerter / insonderheit den Stralsundern jhre Freyheit / Guͤtter / Rechte vnd Privilegien / ins gemein vnd absonderlich / so sie ordentlich erlangt / vnd mit langem Gebrauch erhaltē haben / sampt dem freyen ReligionsExercitio, der vnveraͤnderten Augspurgischen Confession nach / jederzeit zu uͤben vnd zu geniessen / bey Ernewerung vnd Leistung der Huldigung / bestaͤttigen: vnd vnter diesen / denen AnseeStaͤtten die jenige Schiff: vnd Handlungsgerechtigkeit / so wol in außlaͤndischen Koͤnigreichen / Republiquen vnd Provincien / als im Roͤmischen Reiche ebenmaͤssig handhaben / wie sie selbige biß auff gegenwaͤrtigen Krieg gehabt haben.

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Der XI. Articul. [Art. XI,1] §. 1. Dem Herrn Fridrichen Churfuͤrsten zu Brandenburg aber solle zu einer ersetzlichen vnd gleichmaͤssigen Compensation (in ansehung derselbe zu Befoͤrderung deß allgemeinen Friedens / von seinen Gerechtigkeiten an VorPommern vnd Ruͤgen / sampt obgedachten Landschafften vnd angehoͤrigen Orten abgestanden) Jhme vnd seinen Erben / Nachkommen / Successorn vnd Anverwandten Mannsstamm / insonderheit Herrn Christian Wilhelm / vor diesem deß Ertzstiffts Magdeburg Administratorn, Jtem Herrn Christian zu Culmbach / vnd Herrn Albrechten zu Anspach / allen Marggraffen / auch derselben Maͤnnlichen Successorn vnd Erben / so bald der Fried mit beyden Cronen vnd deß Heyl: Roͤmischen Reichs Staͤnden gestifftet vnd bestaͤttigt worden / von der Roͤm. Kayserl. Mayt. mit Einwilligung der ReichsStaͤnde / sonderlich der interessirten / das Bischthumb Halberstatt / mit allen Gerechtigkeiten / Privilegien / Regalien / hohen Obrigkeiten / Weltlichen vnd Geistlichen Guͤttern / wie sie Namen haben moͤgen / nichts außgenommen / zu einem ewigwaͤhrenden vnd ohnmittelbahren Lehen uͤbergeben: auch der Herr Churfuͤrst alßbalden in desselben sichere / ruhige vnd wuͤrckliche possession gesetzt werden: vnd wegen desselben die Session vnd Stimme auff den Reichstaͤgen vnd bey dem NiderSaͤchsischen Creyß haben.

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Die Religion aber vnd Geistliche Guͤtter sollen in dem Standt verbleiben / wie es durch Herrn Ertzhertzog Leopold Wilhelmen / vermittelst eines mit dem ThumbCapitul auffgerichteten Vertrags / verordnet worden. Jedoch also / daß nichts desto weniger das Bischthumb dem Herrn Churfuͤrsten vnd seinem gantzen Hause vnd Maͤn̄lichen Erben / in der Ordnung / wie sie einander folgen / erblich verbleibe: vnd dem Capitul kein Recht zur Wahl / oder Postulation, noch zu deß Stiffts Regierung / vnd was darzu gehoͤrig / uͤbrig bleibe. Sondern jetztbesagter Herr Churfuͤrst / vnd nach der Successions-Ordnung / die andern Obbemelte / der Macht in diesem Bischthumb sich gebrauchen / derer andere deß Roͤmischen Reichs Fuͤrsten in jhren Gebiethen sich gebrauchen thun: Mit dieser befugnuß / daß er den vierten Theil der Canonicaten (außgenom̄en die Probstey / welche vnter solche Zahl nicht gehoͤrig) nach Abgang mit der Zeit der jetzigen Possessorn, so der Augspurgischen Confession zugethan / auffhebē / vnd derselben Einkuͤnffte der Bischoͤfflichē Tafel einverleibē moͤge. §. 2. Dafern der Augspurgischen ConfessionsCanonici nicht so viel weren / welche den vierten Theil deß gantzen Corporis Canonicorum, (den Probst außgenommen) machen theten / solle diese Zahl auß der abgehenden Catholischen beneficijs ersetzt werden. [Art. XI,2] §. 3. Sintemaln auch die Graffschafft Hohenstein / so weit alß sie ein Lehen

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deß Bischthumbs Halberstatt ist / bestehend in zweyen Herrschafften oder Aemptern / Lor vnd Klettenberg / vnd etlichen Staͤtten sampt darzu gehoͤrigen Guͤttern vnd Gerechtigkeiten / nach Absterben deß letzten Grafen solches Geschlechts / demselben Bischthumb einverleibt / vnd vom Herrn Ertzhertzog Leopold Wilhelmen / alß Bischoffen zu Halberstatt / bißhero possidirt worden. So ist beliebt / daß eben dise Graffschafft auch hinfuͤro vnwiderrufflich bey denselben Stifft verbleiben solle / Also / daß dem Herrn Churfuͤrsten / als Erblichem jetztbesagtes Halberstattischen Stiffts Jnnhabern mit ermelter Graffschafft frey zu disponiren erlaubt seyn solle / ohnerachtet einiger Contradiction so von jemand eingewendet werden moͤchte.
[Art. XI,3] §. 4. Es soll auch der Herr Churfuͤrst den Graffen von Tattenbach bey dem Besitz der Graffschafft Rheinstein erhalten / vnd selbigem die Belehnung so jhm vom Herrn Ertzhertzogen mit Bewilligung deß Capituls geschehen / ernewern. ❀ [Art. XI,4] Eben disem Herrn Churfuͤrsten solle auch fuͤr sich vnd seine obbenand-

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te Erben das Bischthumb Minden mit allen seinen Gerechtigkeiten vnd Zugehoͤrungen / wie vom Stifft Halberstatt gemeldet worden / von der Roͤm: Kayserlichen Mayestaͤt mit einwilligung der ReichsStaͤnde zu einem ewigen Lehen verliehen: vnnd alsobalden nach Beschließ⸗ vnd Bestaͤttigung dises Friedens / der Herr Churfuͤrst fuͤr sich vnd seine Successorn in dessen wuͤrckliche vnd ruhige Besitzung eingesetzt werden / vnd Er derentwegen auff allgemainen vnd sonderbahren Reichstagen / wie auch im Westphalischen Creyse seine Session vnd Stimme haben: Jedoch vnbekraͤnckt der Statt Minden Regalien vnd Rechte / so wol in Geistlichen alß Weltlichen Sachen / auch hoher vnd nider Obrigkeit / in Criminal vnd CivilSachen / sonderlich deß Iuris districtus vnd dessen erlangter vnd jetzt ergriffener Vbung: auch ander Gebraͤuche / Freyheiten vnd Privilegien / so Jhr / vermoͤg alter

In der Druckvorlage: aller
Rechten / gebuͤhren: Gleichwol der gestalt / daß die Dorffschafften / Hoͤffe vnd Haͤuser / so dem Fuͤrsten / Capitul / vnd saͤmptlichen Geistlichen vnd RitterStandt gehoͤrig / vnd respectivè im Gebiet oder jnnerhalb der Statt gelegen / gaͤntzlich außgenommen / vnd im vbrigen das Ius Principis & Capituli vngeschmaͤlert erhalten werde. ❀
[Art. XI,5] Gedachtem Herrn Churfuͤrsten vnd dessen Successorn / soll auch das Bischthumb Cammin zu einem ewigwehrendem Lehen von der Roͤmischen Kayserlichen Mayestaͤt vnd Heyligen Reich

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verliehen werden / eben mit solchem Recht vnd Maaß / alß hieoben von denen Stifftern Halberstatt vnd Minden verordnet worden: jedoch mit disem Vnterschied / daß im Stifft Cammin dem Herrn Churfuͤrsten frey stehe die Canonicat / nach Abgang der jetzigen Geistlichen / erloͤschen zulassen / vnd also fortan mit der Zeit das gantze Stifft dem Land zu HinderPommern zuzuaignen vnd einzuverleiben.
[Art. XI,6] §. 5. Gleicher weise wirdt dem Herrn Churfuͤrsten bewilligt die Anwartschafft deß ErtzStiffts Magdeburg / vnd zwar der gestalt / daß / zu welcher Zeit derselbe / entweders durch Todt / oder Succession in der Chur / oder durch einige andere Concession deß jetzigen Administrators Herrn Augusti / Hertzogens zu Sachsen vaciren wuͤrde: alßdann das gantze ErtzStifft / sambt allen darzu gehoͤrigen Landen / Regalien vnd Gerechtigkeiten / wie oben von dem Bischthumb Halberstatt ist verordnet worden / dem Herrn Churfuͤrsten vnd dessen Nachkommen / Successorn / Erben vnd MannsStammens Anverwandten (vnbehindert einiger Wahl oder Postulation / so jmmittelst heimblich oder offentlich fuͤrgehen moͤchte) / eingeraumet vnd zu einem ewigwehrenden Lehen verliehen werden: Er solle auch Macht haben die vacirende Possession aigner Authoritaͤt zu ergreiffen.

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[Art. XI,7] §. 6. Vnter dessen aber soll das Capitul / sambt besagtes ErtzStiffts Staͤnden vnd Vnderthanen / gleich nach geschlossenem Frieden / vorbesagtem Herrn Churfuͤrsten vnd dem gantzen Churfuͤrstlichen Hause fuͤr sich / vnd alle in demselben Successorn / Erben vnd Maͤnnlichs Stamms Angewandten / in eventum Pflicht vnd Huldigung leisten. [Art. XI,8] §. 7. Der Statt Magdeburg aber soll jhr alte Freyheit vnd das Privilegium deß Kaysers Ottonis I. vom 7. Junij Anno 940 ob gleich solches durch vnstatten der Zeit verlohren waͤre / auff derselben allervnderthaͤnigstes Ansuchen / von der Roͤm: Kayserl: Mayest: ernewert / wie auch worinn sie der Bevestigung halb von Kayserlicher Mayest: Ferdinando II. privilegirt, mit aller Iurisdiction vnd Proprietet auff ein viertheil Teutscher Meil erstreckt: wie nicht weniger jhre vbrige Privilegien vnd Rechte in Geistlichen vnd Weltlichen Sachen / gantz vnverletzt verbleiben / mit diser eingeruckten außtruͤcklichen Clausul / daß zum Nachtheil der Statt die Vorstaͤtte nicht wider sollen auffgebawet werden. [Art. XI,9] §. 8. Jm vbrigen / so vil die vier Herrschafften oder Aempter / Ouerfurt / Guͤterbock / Dam / vnd Borck betrifft /

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nach dem selbige vor laͤngst dem Herrn Churfuͤrsten zu Sachsen vbergeben worden / so sollen sie auch in dessen jmmerwehrender Possession verbleiben / jedoch mit disem Vorbehalt / daß die jenige Quota so bißhero wegen derselben zu denen Reichs: vnd Creyß⸗Collecten Contribuirt worden / von besagtem Herrn Churfuͤrsten kuͤnfftigs gereicht / vnd dem ErtzStifft abgezogen / auch davon in der Reichs: vnd Creyß⸗Matricul außtruͤckliche Provision gemacht werde. ❀
Damit aber die daher verursachte Schmaͤlerung der CammerRenthen vnd der Bischofflichen TaffelGuͤtter in etwas ersetzt werde: so solle vorbemeltem Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg vnd dessen Nachfolgern / nicht allein so baldt nach beschlossenem Frieden / das Ambt Eglen / welches sonsten zum Capitul gehoͤrig / voͤllig zu possidiren vnd zu geniessen eingeraumbt werden / mit Auffhebung dessen von den Graffen von Barby vor etlichen Jahren daruͤber erregten Proceß: Sondern es solle auch erlaubt seyn / nach erlangter Possession deß ErtzStiffts / den vierdten Theyl der Canonicatuum Cathedralium, nach Abgang derselben / abzuthun / vnd deren Renthen der ErtzBischoͤfflichen Cammer einzuverleiben. ❀ [Art. XI,10] Was aber fuͤr Schulden von gegenwaͤrtigem Herrn Administratorn Augusto / Hertzogen zu Sachsen bißhero gemacht worden / die sollen auff begebenden Fall

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der Vacantz / vnd besagtes ErtzStiffts devolution an den Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg vnd dessen Successorn / keines weegs auß deß Ertz-Stiffts Renthen entricht werden. Es soll auch gedachtem Herrn Administratorn nicht erlaubt seyn / besagtes ErtzStifft mit newen Schulden / Verpfaͤndungen vnd Veraͤusserungen zu Nachtheil deß Herrn Churfuͤrsten vnd dessen Successorn / Erben vnd Maͤnnliches Stamms Angewandten / einiger weise ferrner zu beschweren.
[Art. XI,11] §. 9. Jn disen deß Herrn ChurFuͤrsten Ertz: vnd Stifftern aber sollen im vbrigen den Staͤnden vnd Vnderthanen jhre zustehende Gerechtigkeiten vnd Privilegien / bevorab das Exercitium der vngeaͤnderten Augspurgischen Confession / massen sie jetzo daselbsten in Vbung / verbleiben. Nicht weniger soll auch das jenige statt haben / was in puncto gravaminum zwischen beyderley Religions verwandten Staͤnden deß Reichs verglichen worden / so weit solches der jenigen Verordnung / so droben im 5. Articul von den Gravaminibus §. 8 enthalten / welcher also anfaͤngt (welche ErtzBischthumben / Bischthumben vnd andere Fundationes vnd Geistliche Guͤtter / etc.) vnd sich endigt: (sollen subject bleiben.) nicht zuwider laufft: Sintemal derselbe allhie nit anderst alß ob er von Worten zu Worten eingefuͤhrt worden / gelten: vnd obbesagtes ErtzBischthumb vnd Bischthumber / erblich vnd vnveraͤnderlich dem Herrn ChurFuͤrsten vnd Hauß Bran-

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denburg / auch allen jhren Successorn / Erben vnd Anverwandten / zu ewigen Tagen gaͤntzlich mit solchem Recht / alß in jhren erblichen Laͤndern / verbleiben soll. ❀
Wegen deß Tituls aber ist verglichen worden / daß jetzgedachter Herr Churfuͤrst sampt dem gantzen Hauß Brandenburg / vnd in demselben alle vnd jeden Marggraffen zu Brandenburg / Hertzogen zu Magdeburg vnd Fuͤrsten zu Halberstatt vnd Minden genennet / vnd Schrifftlich tituliret werden. [Art. XI,12] §. 10. v. 1. Es solle auch die Koͤnigliche Mayestaͤt in Schweden dem Herrn ChurFürsten fuͤr sich / jhren Successorn, Erben vnd MannsstammsAnverwandten vollkoͤmblich widergeben: Fuͤrs erste das uͤbrige Hinder Pommern mit allen Zugehoͤrungen / Guͤttern / vnd Rechten / Geist: vnd Weltlichen / so wol das Eygenthumb alß die Nutzniessung betreffendt / v. 2. So dann Colberg / mit dem gantzen Bischthumb Cammin vnd aller Gerechtigkeit / welche die Hertzogen in HinderPommern bißhero bey der Collatur / [der] Prælaturn vnnd Præbenden deß Camminischen Capituls gehabt haben (jedoch solcher gestalt / daß der Koͤniglichen Mayestaͤt in Schweden die vorhin erthailte Gerechtigkeiten vnberuͤhrt verbleiben:) Auch den Staͤnden vnd Vnterthanen in den restituirten HinderPommerischen Lan-

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den jhre Freyheit / Guͤtter / Rechte vnd Privilegien / vermoͤg deß Schrifftlichen Reverß (dessen auch die Staͤnde vnd Vnterthanen besagtes Bischthumbs sich also zu erfrewen / alß ob derselbe jhnen eygentlich ertheilet worden) sambt dem freyen Augspurgischen Confessions⸗Exercitio, nach der vngeaͤnderten Augspurgischen Confession / ohne einigen Eintrag w-zu aller Zeit zu uͤben -w

w-w Ergänzt nach Heyll- IPOud.
/ bey der vernewer⸗ vnd laistung der Huldigung in bester Formb confirmiren vnd conserviren.
[Art. XI,13] 3. Drittens / Alle Oerther / welche in der Marck Brandenburg mit Schwedischer Besatzung versehen: [Art. XI,14] 4. Vierdtens / Alle Commenthureyen vnd Guͤtter / so zu St. Johanns⸗RitterOrden gehoͤrig / welche ausser der Königl. Mtt. vnd Cron Schweden vbergebenem Hohen Gebiet gelegen / zusambt den Acten vnd Registratur / vnd andern Schrifftlichen Documenten / vnd zwar so viel derer die jenigen Orth vnd Gerechtigkeiten / welche zu restituiren / betrifft / in Originali; Die gemeine vnd beyde Vor vnd HinderPommern aber betreffende Vrkunden / in Authentischer vnd beglaubter Form / welche im Stettiner Archiff vnnd Registratur / oder sonsten in: oder ausserhalb Pommern / befindtlich.

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Der XII. Articul. [Art. XII,1] §. 1. Fuͤr das jenige aber / so dem Hertzogen von Meckelnburg zu Swerin / Herrn Adolff Friderichen / mit der vereusserung der Statt vnnd Havens Wißmar abgehet: soll jhme vnd seinen Maͤnnlichen LeibsErben zukommen das Bischthumb Swerin vnd Ratzenburg / alß ein jmmerwehrendes ohnmittelbares Lehen / (jedoch vorbehaͤltlich deß Hauses Saxen Lawenburg vnd anderer Benachbarten / wie auch besagter Diœces zustaͤndigen Rechten) sambt allen Gerechtigkeiten / Schrifftlichen Vrkunden / Archiff / Registern vnd andern Zugehoͤrungen: Auch Freyheit an beyden Orthen / nach Abgang der / jetziger Zeit / residirenden Canonichen / die Canonicaten abzudilgen / vnd alle Renthen der Fuͤrstlichen Tafel zu appliciren. Vnd solle auch bey den Reichs vnd deß NiderSaͤchsischen Creyses Conventen seine Session, auch zweyfachen Fuͤrstlichen Titul vnd Stimme haben: ❀ vnd ob zwar dessen Bruders Sohn / Herr Gustav Adolff / Hertzog zu Meckelnburg in Guͤstraw / hiebevor Administrator zu Ratzenburg designirt worden: Dieweil jedoch Er nicht weniger als seines Vatters Bruder die restitution seiner Hertzogthuͤmer erhalten: hat man vor billich erkennet / weil seines Vatters Bruder von Wißmar abstehet / er auch hingegen dises Bischthumbs sich bege-

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ben thue: Es solle aber besagtem Herrn Gustav Adolphen zu einer Widerlage zwey derjenigen Canonicat so nach gegenwaͤrtiger Vergleichung der Gravaminum, deren Augspurg: Confessions Verwanthen gebuͤhren; eines im Stifft Magdeburg / daß ander im Stifft Halberstatt / so mit nechstem vaciren moͤchten / conferirt vnd gegeben werden.
[Art. XII,2] §. 2. So viel die zwey angesprochene Canonicaten deß Thumbs zu Straßburg belangt / da ichtwas den Augspurgischen Confessionsverwandten Staͤnden / vermoͤg gegenwaͤrtiger Transactiō, davon gebuͤhret / sollen dem Hauß Mechlenburg auß solchen renthen die portiones zweyer Canonicaten / jedoch ohne præjuditz der Catholischen / angewiesen seyn: da aber die Swerinische Mannßlini solte abgehen / vnd die Guͤstrowische bleiben; alßdann soll diese jener succediren. [Art. XII,3] §. 3. Zu mehrer begnuͤgung aber deß Hauses Meckelnburg / sollen demselben die Commentureyen deß Ordens St. Johannis Hierosolymitani Mirow vnd Nemerow / so in selbigem Hertzogthumb gelegen / vermög der Verordnung / so am 5. Articul / §. 9 fuͤrher exprimirt, zu ewigen Tagen biß der Zwispalt wegen der Religion im H. Roͤm: Reich beygelegt / abgetretten werden: vnd zwar

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der Sweriner Lini Mirow; der Guͤstrowischen Lini aber Nemerow: mit diesem Beding / daß sie besagtes Ordens Bewilligung selbst zu wegen bringen / vnd demselben / wie auch dem Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg / als dessen Patron / so offt sich der Fall begeben wird / was bißhero geleist worden / auch forthin leisten. ❀
[Art. XII,4] Es wird auch die Röm: Kay: May: selbigem die hiebevorn erhaltene Zoͤlle an der Elbe zu ewigen Tagen bestettigen: mit Erlassung der ReichsContribution / so ins kuͤnfftig (jedoch außgenohmen / was zur contentirung der Schwedischen Voͤlcker gehoͤrt) angelegt werden moͤchten / so lang / biß die Summ 200 000 Reichsthaler ersetzt seyn wird. ❀ Es soll vber das die gesuchte Wingerschische Forderung / als welche auß Veranlassung deß Kriegs entstanden / auch die daruͤber gefuͤhrte Processen vnd ergangene Decreten allerdings auffgehoben seyn: Also / daß weder die Hertzogen zu Meckelnburg / weder die Statt Hamburg / derentwegen hinfuͤro weiter nicht besprochen werden koͤnnen noch sollen.

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Der XIII. Articul. [Art. XIII,1] §. 1. Nach dem das Fuͤrstliche Hauß Braunschweig vnd Luͤnenburg / umb den gemeinen Frieden desto besser vnd leichter zu bestaͤttigen / von denen Coadjutorijs, im Ertzstifft Magdenburg vnnd Bremen; wie auch im Stifft Halberstatt / vnd Ratzenburg / mit dem Beding abgetretten / daß vnter andern demselben die Abwechselung vnd Succession mit den Catholischen im Stifft Oßnabruck zugeeygnet werde: So haben die Roͤm. Kays. Mtt. in erwegung / daß deß Heyl. Röm. Reichs gegenwaͤrtigem Zustandt gar nicht dienlich / derentwegen den allgemeinen Frieden laͤnger auffzuhalten; bewilligt vnd zugelassen / daß dergleichen Abwechselung in besagtem Bischthumb Oßnabruͤck hinfuͤro zwischen Catholischer vnnd Augspurgischer Confessions Bischoffen (jedoch auß dem Fuͤrstlichen Hause der Hertzogen zu Braunschweig vnd Luͤneburg / so lang dasselbe seyn wirdt / zu Postulirn) statt haben solle / auff Maß vnd Weise wie volget: [Art. XIII,2] §. 2. Fuͤrs Erste / weil Herr Gustavus Gustavi Grave in Wasserburg / deß Koͤnigreichs Schweden Senator / x-auf all -x

x-x In der Druckvorlage: anfall
sein an das Stifft Oßnabruͤck / auß gegenwaͤrtigen Kriegs veranlassung / gehabtes Recht renuncijrt: Auch die Staͤnde vnd Vnderthanen jh-

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rer Jhme geleisteten Pflicht erlasset: So ist Herr Bischoff Frantz Wilhelm / vnd dessen Nachfolger / wie auch das Capitul / Staͤnde vnd Vnderthanen besagtes Bischthumbs / Krafft dieses verbunden / besagtem Herrn Graffen / oder dessen Gewalttragern zu Hamburg / jnnerhalb vier Jahren / vom Tage deß publicirten Friedens zubezahlen 80 000 Reichsthaler; also das Jaͤhrlichs 20 000 zu Hamburg zuhanden besagtes Graffen / oder dessen Gewaldtragers erlegt vnnd entricht / oder auff den y-Saͤummungs falle -y

y-y In der Druckvorlage: Saͤmmungs falle
Krafft dieser allgemeinen Pacification, die Execution vorgenommen werden solle.
[Art. XIII,3] §. 3. Fuͤr daß andere / solle besagtes Bischthumb Oßnabruͤck / gantz vnd zumahl / mit allen seinen Angehoͤrungen / in Welt⸗ vnd Geistlichem / dem jetzigen Herrn Bischoffen Francisco Wilhelmo / mit allen Rechten wider zu besitzen restituirt werden. Massen die Satzungen einer gleichfoͤrmigen ewigen Capitulation, so mit gemainem consens deß Bischoffen Francisci Wilhelmi / vnd deß Hauses Braunschweig⸗Luͤneburg / wie auch der Thumb⸗Capitularen deß Bistumbs Oßnabruͤck auffzurichten / verordnen werden. [Art. XIII,4] §. 4. Drittens / der Standt der Religion / vnd Geistlichen / wie auch der gantzen

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Clerisey beyder Religionen / so wohl in der Statt Oßnabruͤck selbst / als vbrigen zu diesem Stifft gehoͤrigem Gebieth / Staͤtten / Hoͤffen / Dörffern / vnnd allen andern Orthen / soll seyn vnd gesetzt werden / auff den Fueß / wie er am 1. Januarij / Anno 1624 gewesen: Jedoch also / daß zuvor ein absonderliche determination vnd Verordnung in dem / was nach dem Jahr 1624 an den Dienern am Wort Gottes / auch Goͤttlichen Dienst geaͤndert befunden wird / geschehe: so obbesagter Capitulation gleichfalls einzuverleiben: Vnd der Bischoff / vermittelst eines schrifflichen Reverß / seine Staͤnde / vnd Vnderthanen bey einnehmung der Huldigung / (im fall es also von alters

In der Druckvorlage: alles
herkomben) versehe / daß jhnen jhre Gerechtsambe vnd Privilegia vnbekraͤnckt verbleiben sollen: wie auch was sonsten zu der kuͤnfftigen Administration deß Stiffts / vnd zur Sicherheit der Staͤnden vnnd Vnderthanen / fuͤr beyderseits wird nothwendig erachtet werden.
[Art. XIII,5] §. 5. Zum Vierdten / nach toͤdtlichem Hintrit deß Herrn Bischoffen soll im Bischthumb Oßnabruck succediren Herr Ernst Augustus / Hertzog zu Brunschwig vnd Luͤnenburg. Welcher in Krafft dieser oͤffentlicher Fridenshandlung soll seyn desselben benandter Successor; wie auch das ThumbCapitel zu Oßnabruͤck / vnd andere Staͤnde vnd Vnderthanen verbunden; alsobalden nach Abgang oder Auffkuͤndigung deß jet-

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zigen Bischoffs gedachten Herrn Ernst Augustum zu einem Bischoff anzunehmen: vnd bemelte Staͤnd zu solchem Ende jnnerhalb dreyer Monath / von Zeit deß geschlossenen Fridens an zurechnen / Jhme die gewoͤhnliche Huldigung / wie oben / zu laisten: auff die Bedinge / wie in der ewigen Capitulation so mit den Staͤnden auffzurichten / gesetzt. ❀
[Art. XIII,6] Da aber Hertzog Ernestus Augustus, nach Abgang deß jetzigen Bischoffs / nicht mehr im Leben seyn wuͤrde: so solle das Capitul einē andern auß Herrn Georgen Hertzogs zu Brunschweig vn̄ Luͤnēburg Nachkom̄en zu jhrem Bischoffe postuliren: jedoch mit dem beding / wie in der angenom̄enen gleichfoͤrmigen Capitulation begriffen / so vnverbrechlich zu halten. Wan̄ aber selbiger entweders mit Todt abgangen / oder von selbsten solchs auffsagen würde: so solle besagtes Capitul entweders durch Wahl / oder Postulation, ein Catholischen Bischoffe jhnen fuͤrsetzen. Da aber dises theils der Canonicorum entweders Vnfleiß / oder Zwyspalt dazwischen kaͤme: so solle es bey der Satzung der geistlichen Rechten vnd üblicher observantz in TeutschLandt verbleiben / jedoch vnverruckt der jmmerwehrenden Capitulation, wie auch diser Transaction: vnd soll solchem nach forthan jmmerzu die vmbwechßlung der Succession zwischen den Catholischen Bischoffen / so auß deß Capituls Mittel erwoͤhlet / oder anderst woher er-

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fordert worden / vnd der Augspurgischen Confession Zugethane aber keine andere / alß die auß dem Hauß jetztbesagtes Hertzog Georgens entsprossen / statt haben: Vnd zwar so der Fuͤrsten mehr alß einer vorhanden / solle auß den Juͤngern ein Bischoff erwöhlt oder postulirt werden. So aber kein Juͤngerer fuͤrhanden / solle einer auß den regierenden Fuͤrsten erkohren werden. Da aber dise auch ermangelten / solle alßdann endtlich Hertzogs Augusti posteritet succediren / mit der zwischen jhr vnd den Catholischen jmmerwehrenden alternation, oder Abwechßlung.
[Art. XIII,7] §. 6. Zum Fuͤnfften / solle nicht allein ermelter Hertzog Ernestus Augustus / sondern auch alle auß dem Hauß der Hertzogen zu Braunschwig⸗ vn̄ Luͤnenburg / der Augspurgische Confession Zugethane / so in diesem Bischthumb wechselsweise succediren / den Standt der Religion / der Geistlichen / vnd saͤmptlichen Clerisey / so wol in der Statt Oßnabruͤck / als in den vbrigen / zu diesem Bischthumb gehoͤrigen Gebieth / Staͤtten / Hoͤffen / Dorffschafften vnd allen andern Orthen erhalten vnd verthedigen / Allermassen droben beym dritten Articul §. 4 / vnd der immerwerenden

In der Druckvorlage: nimmerwerenden
Capitulation versehen ist.

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[Art. XIII,8] §. 7. Sechstens / damit auch bey wehrender Administration vnd Regierung eines Augspurgischer Confession Zugethanen Bischoffs / wegen der Censur der Catholisch Geistlichen: auch im Gebrauch vnnd Vbung der Sacramenten / nach der Roͤmischen Kirchen Gewonheit / wie auch anderer dem Orden angehörigen Sachen / nicht einige Vngelegenheit vnd Confusion entstehe: So solle vber solches die dispositio, so offt die Vmbwechßlung auff einen Augspurgischen ConfessionsVerwandten fallen wird / dem Herrn Ertzbischoffen zu Coͤlln / alß Metropolitano vorbehalten; Gegen der Augspurgischen ConfessionsZugethane aber gaͤntzlich auffgehoben seyn. Die vbrige hohe Obrigkeit vnnd Regierung in Civil vnd peynlichen Sachen / sollen dem Herrn Bischoff Augspurgischer Confession / vermoͤg der CapitulationsOrdnung / vnberüert verbleiben. So offt auch ein Catholischer Bischoffe in dem Stifft Oßnabruͤck regiert / solle er sich in der Augspurgischen Confessions KirchenSachen im geringsten nichts anmassen oder haben. [Art. XIII,9] §. 8. Zum Siebenden / das Closter oder Prælatur Walckenriedt (dessen dieser Zeit Herr Christian Ludwig / Hertzog zu Brunschweig vnd Luͤnenburg / Administrator ist) sampt dem guth Schawen / soll von der Roͤmischen Kay: May: vnd dem Reich / den Hertzogē zu Braunschwig vnd Luͤnenburg / als ein

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jmmerwehrendes Lehen / benebenst allen Angehoͤrungen vnd Gerechtigkeiten / gegeben werden / eben mit der Ordnung / wie oben von der Hertzogen zu Brunschweig vnd Luͤnenburg / vnd dero familien Succession, Anregung geschehen: nebens gaͤntzlicher Auffhebung deß Iuris Advocatiæ, vnd andern deß Stiffts Halberstatt / vnd Graffschafft Hohnstein Anspruͤch.
[Art. XIII,10] §. 9. Fuͤrs Achte / soll auch denen Hertzogen zu Braunschweig / vnd Luͤnenburg wider gegeben werden das Closter Gruͤningen / welches hiebevor an das Stifft Halberstatt kommen: mit vorbehalt auch deren Rechten / so obbemelten Hertzogen an das Schloß Westerburg zustehen: wie nicht wenigers die Belehnung / so von den Hertzogen dem Graffen von Tettenbach geschehen / mit sambt dem daruͤber getroffenen Vergleich: So wohl auch Schuldt vnd PfandRecht deß Hertzog Christian Ludwigs Vicario Friderich Schencken von Winterstatt / an Westerburg hafftend / richtig verbleiben. [Art. XIII,11] §. 10. Zum Neundten / die Schuldt / damit Herr Friderich Vlriche / Hertzog zu Brunschweig vnd Luͤnenburg / der Koͤniglichen Mayest: in Dennenmarck verhafft; vnd von diesem bey der FriedensHandlung zu Luͤbeck / der Roͤm: Kay: May: vbergeben; vnd hernacher dem Kayserlichen Kriegs⸗Gene-

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raln Graffen von Thilly verehrt worden / betreffendt: Nach dem die jetzige Hertzogen zu Brunschweig / vnd Luͤnenburg / auß vielen Vrsachen / sich zu solcher Schuld nicht gehalten zu seyn erachtet: Auch hieruͤber durch der Cron Schweden gevollmaͤchtigte Gesandte einstaͤndig gehandlet worden: So solle auß Lieb zum Friden der Nachlaß vnnd vertilgung dieser gantzen Schuldt / auch deren Schein / hiemit besagten Hertzogen / deren Erben / vnd Provincien bewilligt seyn.
[Art. XIII,12] §. 11. Fuͤrs Zehende / demnach die Hertzogen von Brunschweig vnd Luͤnenburg Zellischer Lini / dem Capitul zu Ratzenburg bißhero von 20 000 Guͤlden Jaͤhrliche Zinß entrichtet: vnd die Abwechßlung nunmehr auffhoͤrt: So solle auch solche Jaͤhrliche Zinß ein Ende haben / vnd die Schuld / wie auch aller Schein hieruͤber erloschen seyn. [Art. XIII,13] §. 12. Fuͤrs Eylffte / deß Herrn Hertzogs Augusti beyden juͤngern Soͤhnen Anthonio Vlrico / vnd Ferdinando Alberto / sollen zwey Præbenden im Bischthumb Straßburg / so baldt selbige ledig / gegeben werden / jedoch mit diesem Beding / das besagter Herr Augustus Hertzog sich seines Anspruchs / welchen er an ein oder andern Canonicat hiebevor gehabt / oder noch haben moͤge / begeben sollen.

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[Art. XIII,14] §. 13. Fuͤrs Zwoͤlffte / Hingegen so thuen hochermeldte Hertzogen denen Postulationibus vnnd Coadjutorijs zum Ertzstifft Magdenburg / vnd Bremen / wie auch zu den Stifftern Halberstatt / vnd Ratzenburg / vollkoͤmlich renunciirn, Also / daß / was solcher Ertzstiffte / vnd Stiffter halber hieoben in gegenwaͤrtigem Fridens Instrument verordnet wordē / ausser ainigen jhren Widerspruch kraͤfftig seyn / vnnd die Capitul ein vnnd andern Orts / in dem Stand wie droben verglichen / bleiben sollen. Der XIV. Articul. [Art. XIV,1] §. 1. Wegen der Summ der 12 000 Reichsthaler / so Herrn Christian Wilhelmen Marggraffen zu Brandenburg / auß dem Ertzstifft Magdenburg Jaͤhrlichs zuerlegen / ist abgeredt wordē / daß das Closter vnd Ampt Zina / vnnd Loburg / besagtem Herrn Marggraffen alsobaldt / sambt allen Zugehoͤrungen / vnd aller Gerechtigkeit / ausser deß juris territorij eingeraumet werden sollen. Vnd diese Aempter mag derselbe Herr Marggraffe Zeit Lebens gebrauchen / vnd geniessen / vnd ist hieruͤber einige Rechnung zu thun vnverbunden: jedoch mit diesem Beding / daß so wohl in Welt: als Geistlichen Sachen den Vnderthanen kein Nachtheil zugezogen werde. ❀

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[Art. XIV,2] Vnnd demnach wie das gantze Ertzstifft / also auch vorbesagtes Closter / vnd Aempter / durch die böse Laͤufften sehr verwuͤstet seind. Hierumb soll dem Herrn Margraffen von dem jetzigen Administratorn / ohnverzüglich von deß Ertzstiffts Anlag / so deßwegen außzuschreiben / 3000 Reichsthaler erlegt werden; so weder der Herr Marggraffe noch sein Erben / wider zubezahlen schuldig seyn sollen. ❀ [Art. XIV,3] Vber das ist beliebet / daß nach Abgang deß Herrn Marggraffen / von wegen vnnd [im Namen] deß nicht erfolgten Vnderhalts / seinen Erben vnd Nachkommen erlaubt seyn solle / besagtes Closter / vnnd Aempter auff fuͤnff Jahr lang zu behalten / vnd mit allen jhren Zugehoͤrungen / vnd Gerechtigkeiten / ohne davon Antwort oder Rechenschafft zu geben / zu nutzen vnnd zu niessen: Nach Verfliessung aber der fuͤnff Jahren / sollen ermeldte Aempter / vnd derselben Gerechtsame / Gefaͤlle vnd Renthen / dem Ertzstifft ohne Verwaigerung wieder abgetretten / vnd von obgedachter Sum̄ wegen ferners nichts geruͤert oder gesucht werden. ❀ Vnd dabey soll es auch verbleiben / ob gleich das Ertzstifft Magdenburg zu einer gleichmaͤssigen Ersetzung an den Herrn Churfuͤrsten zu Brandenburg /

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dessen Erben / vnd Nachfolger kommen wirdt.
Der XV. Articul. [Art. XV,1] Betreffendt die Hessen Casselische Sache / ist verglichen worden / wie folgt: §. 1. Vor allen Dingen solle das Fuͤrstliche Hauß Hessen Cassel / vnnd alle dessen Fuͤrsten / fuͤrnemblich Fraw Aemylia Elisabetha / Landtgraͤffin zu Hessen / vnd dero Sohn / Herr Wilhelm / wie auch jhre Erben / Diener / Bediente / Lehenleute / Vnderthanen / Soldaten vnd alle andere Angehoͤrige / keiner außgeschlossen / (vngehindert der entgegenstehenden Vertraͤgen / Processen / Aacht: vnd andern Erklaͤrungen / Vrtheilen / Executionen vnd Transactionen / welches alles / wie auch die Anspruͤch vnnd Anmassungen wegen Schadens vnnd Schmachs / so wol der Neutralisten als kriegender thail / hiemit gaͤntzlich auffgehoben:) der allgemeinen obbeschlossenen / vnd auff den Anfang deß Boͤhmischen Kriegs / neben voͤlliger Restitution, reducirten Amnestia, (außgenom̄en der Roͤm: Kays: Mayt: vnd Hauses Oesterreich Vasallen vnd Erblichen Vnderthanen / massen von solchen im §. Tandem omnes &c. disponirt) auch

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aller auß diesem / vnd dem ReligionFrieden herkommenden Wolthaten / gleich andern Staͤnden / (gestalt in dem Articul / so also anfangt: Unanimi &c. verordnet) vollkommentlich geniessen vnd theylhafft seyn.
[Art. XV,2] §. 2. Fuͤrs ander / solle das Hauß HessenCassel / vnd dessen Nachfolger / die Abbtey zu Hirschfeldt mit allen Zugehoͤrungen / Welt⸗ vnd Geistlichen / in: oder ausserhalb Lands (alß die Probstey Gellingen) gelegenen / (jedoch vorbehaͤltlich der Rechten / so das Hauß Sachsen von vndencklichen Jahren possidirt) behalten. Vnd deßwegen bey Jhr Roͤm. Kayserl: Mayest: so offt sich der fall begibt / die Belehnung suchen / vnd die Pflicht leisten. [Art. XV,3] §. 3. Drittens / soll das Aigenthumb vnnd Nutzbarkeit der Aempter Schaumburg / Buͤckenburg / Saxenhagen / vnd Statthagen / so hiebevorn dem Bischthumb Minden zugemessen vnd zugesprochen ist / Nunmehr Herrn Wilhelmen / jetzigem Landgraffen zu Hessen / vnd dessen Nachfolgern / zu ewigen Tagen / voͤllig / ohn fernere besagtes Bischthumbs / oder sonsten jemands Einrede / oder Hinderung zustehen: jedoch vorbehaͤltlich der zwischen Herrn Christian Ludwigen Hertzog zu Braunschweig vnd Luͤnenburg / vnd Landgraͤffin zu Hessen / auch Philipsen /

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Graffen zur Lipp / getroffenen Vergleichs: vnd solle benebenst bestaͤndig verbleiben / was zwischen gedachter Landgraͤffin / vnd vorgemeltem Graffen fuͤrgangen.
[Art. XV,4] §. 4. Ferrner ist verglichen worden / daß fuͤr die Widerabtrettung der in disem Kriege eingenommenen Orthen; auch Schadloßhaltung der Fraw Lantgraͤffin zu Hessen alß Vormuͤnderin; dero Sohns / vnd dessen Successorn / Fuͤrsten in Hessen / auß denen ErtzStifftern Mayntz / vnd Coͤlln / wie auch Stifftern Paderborn / Muͤnster / vnd Abbtey Fulda / 600 000 Reichsthaler / in jetziger guter denen ReichsConstitutionen gemaͤssen Wehrung jnnerhalb Neun Monathen / von dem Tage deß bestaͤttigten Friedens anzurechnen / zu Cassel / auff der Zahlenden Kosten vnd Gefahr erlegt werden sollen. Vnd solle gegen so thane verheissene Zahlung kein Außflucht / oder praetext statt finden / vil weniger die verglichene Summ mit Arrest beschlagen werden. [Art. XV,5] §. 5. Damit auch die Fraw Landtgraͤffin wegen diser Zahlung / desto sicherer sey / solle sie mit folgendem Beding einhalten Neuß / Coßfeld / vnd Newhauß / vnd in solchen Plaͤtzen jhr allein zustaͤndige Besatzungen behalten: daß / vber die Officirer / vnd andere in Besatzungen nothwendige Persohnen besagter dreyer Plaͤtzen / die An-

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zahl nicht vber 1200 zu Fueß vnd 100 zu Roß sich belauffen solle / der Fraw Landgraͤffin Belieben aber heimbgestellet / was selbige einem vnd andern Orth fuͤr Fueßknechte vnd Reuther einlegen / oder an Officirern fuͤrsetzen woͤlle.
[Art. XV,6] §. 6. Die Besatzungen aber sollen nach der gewoͤhnlichen Hessischen VerpflegungsOrdinantz / auff Officirer vnd Knechte / vnterhalten werden: vnd was zu Vnterhaltung der Vestungen erfordert wirdt / solches soll auß denen Ertz⸗ vnd Stifftern / darinn selbiges Schloß vnd Staͤtte gelegen / ausser der obgedachten Summ Verringerung erstattet werden. Es solle aber zugelassen seyn den Besatzungen gegen die Saͤumhafftige vnd Widerspaͤnnige / jedoch nicht vber die gebuͤhrende Summa / zu exequiren. Die hohe Obrigkeit vnd Landes Gerechtigkeit in Geist⸗ vnd Weltlichen: auch Renthen vnd Gefaͤlle besagtes Schlosses / vnd Staͤtten / verbleiben dem Herrn ErtzBischoffen zu Coͤlln bevor. [Art. XV,7–9] §. 7. So bald aber / nach bestaͤttigtem Frieden / der Frawen Landgraͤffin 300 000 Reichsthaler werden erlegt seyn / solle sie Neuß wider abtretten / vnd allein Coßfeld vnd Newhauß behalten: Jedoch solcher gestalt / daß die Neusische Besatzung auff Coßfeld vnd Newhauß nicht ab⸗ vnd eingefuͤhrt: oder derentwegen jchtwas ferners erfordert: noch die Besatzung zu Coßfeld vber die Zahl der 600 zu Fueß / vnd 50 zu Roß; zu Newhauß aber 100 zu Fueß erstreckt werden solle. Falls aber / jnnerhalb deß 9

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Monathlichen Termins / der Fraw Landgraͤffin die gantze Summ nicht erlegt wuͤrde; so solle nicht allein Coßfeldt vnd Newhauß / so lang biß die voͤllige Zahlung geschehen / jnnen behalten werden; sondern auch fuͤr den Abgang der Summa vnd jedes 100 Jaͤhrlichs fuͤnff Reichsthaler / biß der Nachstand bezahlet / fuͤr Pension entrichtet werden. Es sollen auch so viler zu obbenanten Ertz⸗Stifftern / vnd Abttey gehoͤriger / vnd dem Fuͤrstenthumb Hessen nahe gelegener Aembter / alß vil zu Erlegung der Pensionen genugsamb seyn / Renthmaister vnd Einnemmer / der Frawen Landtgraͤffin mit AydsPflichten sich obligiren / daß sie auß dem Einkommen die Jaͤhrliche Zinß der restirenden b-Sum̄a entrichten / -b

b-b Ergänzt nach Cosmerovius-IPMUD.
vnnd sich jhrer Oberherren Verbieten daran nicht hindern lassen wollen. ❀
[Art. XV,8] Da nun solche Renthmaister / vnd Auffheber / mit der Zahlung saͤumhafft seyn / oder die Renthen anderstwohin verwendet wuͤrden: so solle die Fraw Landgraͤffin freye Macht haben / zu exequiren, vnd sich auff Maaß vnd Weise / alß sichs thun laͤst / zahlhafft zumachen: Sonsten aber an der Lands-Obrigkeit dem Aigenthumbs Herren stets

Ergänzt nach Klötzer.
ohne Nachtheil. So bald aber die Fraw Landtgraͤffin die gantze Summ / sambt den Zinsen / von Zeit deß Verzugs / erlangt haben wird / solle sie vnverlaͤngt die besagte Oerther / welche sie biß dahin zu jhrer Sicherheit jnngehabt / restituiren: die Zinß ein Endt haben / die Rentmaister vnnd Auffheber / welcher

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droben gedacht / der Pflichten wider erlassen werden / ❀
[Art. XV,9] welcher Aempter Gefaͤlle aber zur Bezahlung / auff den Saͤumungsfall der Pensionen / anzuweisen seyen: solches soll vor der FriedensBestaͤttigung eventualiter verglichen werden: So nicht weniger Krafft / alß deß Fridens Jnstrument haben solle. [Art. XV,10–11] Ausser der Orthen aber / so wie gedacht / der Frawen Landgraͤffin zu jhrer Sicherheit zu vberlassen / vnd nach beschehener Zahlung wider abzutretten sind / solle sie nichts desto wenigers / nach erfolgter Friedensbekraͤfftigung / wider einraumen alle Provincien vnd Stiffter / wie auch derselben Staͤtte / Aempter / Staͤttlein / Vestungen / Schantzen / vnd alle ligende Guͤtter / auch die in Zeiten dises Kriegs angemaste Recht: Jedoch also / daß so wol in den dreyen ⌑absonderlichen⌑ zur Sicherheit gelassenen Plaͤtzen / alß allem andern / so wider abzutretten / nicht allein die Proviant / vnd alles was zum Kriegszeug

Emendiert nach Cosmerovius-IPMUD, in der Druckvorlage: Kriegszug
gehoͤrig / so sie eingebracht oder einbringen lassen / durch jhre Vnderthanen abzufuͤhren ⌑der Fraw Landtgraͤffin vnd jhren Successorn⌑; [Art. XV,11] was aber von jhr nicht eingebracht / oder zur Zeit der Eroberung / in den eroberten Oerthern sich befunden / vnd annoch beyhanden / daselbsten verbleiben: sondern / daß auch die Befestigung vnd Waͤlle / so bey wehrender Occupation gebawt worden / so weit wider nidergerissen werden / daß

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die Staͤtte / Schloͤsser oder Castell / dadurch nicht jedermanns Einfall vnd Beraubung offen stehen.
[Art. XV,12] §. 8. Vnd ob zwar die Fraw Landtgraͤffin von niemanden andern alß denen Ertz⸗ vnd Stifftern Mayntz / Coͤlln / Paderborn / Muͤnster / vnd Abbtey Fulda der Widerabtrettung vnd Schadloßhaltung halb ichtwas gefordert / auch derentwegen von niemandts ichtwas wider gut gemacht haben wollen: Nichts desto weniger so hat die gantze Versamblung der Sachen Vmbstaͤnden nach fuͤr billich ermessen / daß ohne Abbruch der Verordnung in vorhergehendem §.* also anfangend: (Ferrner ist verglichen worden / etc.) auch die vbrige Staͤnde / welche diß / vnd jenseiths Rheins am 1. Martij dises Jahrs den Hessischen Contribution erlegt / nach der die gantze Zeit vber gehaltenen proportion, zu Ergaͤntzung der obgesetzten Sum̄ / vnd Vnderhalt der Besatzungen / jhren Antheil obbesagten Ertz⸗ vnd Bischthumben / auch der Abbtey / zu tragen: vnd die saumigen den Schaden / welchen die Zahlende wegen eines vnd andern Verzugs / erlidten wider gut machen: Auch weder der Roͤmischē Kayserlichē oder Koͤniglichē Schwedischē Mayestaͤt / noch auch der Frawen Landgraͤffin zu Hessen Officirer vnd Soldaten / die execution verhindern sollen. Es solle auch den Hessischen nicht erlaubt seyn / diser Declaration zum Nachtheil / jemand zu eximiren, welche aber jhre quotam or-

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dentlich entrichtet / sollen so ferrn aller Beschwerung frey seyn.
[Art. XV,13] §. 9. Was die Strittigkeiten zwischen den Haͤusern Hessen⸗Cassel vnd Darmbstatt / vber der Marpurgischen Succession betrifft: Demnach dieselbe zu Cassel am 14. naͤchst entwichenen Monaths Aprilis / mit beyder Theylen Einwilligung gaͤntzlich verglichen: So ist beliebet worden / daß solche Transaction, sambt allem jhrem Anhang vnd Recessen / wie selbige zu Cassel getroffen / vnd von den Partheyen vnderschrieben worden e-vnd disem Convent insinuirt -e

e-e Ergänzt nach Cosmerovius-IPMUD.
/ Krafft dises Friedens / eben von solchen Wuͤrden vnd Wuͤrckung seye / alß ob sie von Wort zu Wort in disen Brieffe mit eingeruckt worden waͤre: Die auch weder von den verglichenen Partheyen / noch jemands anders / vnter einigem Schein eines Vertrags / oder Eyds / oder einigem anderen keiner Zeit vmbgestossen; Sondern vilmehr von allen ob schon einer auß den Jnteressirten etwan selbige zu bestaͤttigē sich waigerte / auffs genawest gehalten werdē solle.

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[Art. XV,14] §. 10. Ebener massen solle auch die zwischen Herrn Wilhelmen Landgraffen zu Hessen / vnd Herren Christian vnd Volraden Graffen zu Waldeck / am 11. Aprilis Anno 1635 beschehene / vnd von Herrn Georgen Landgraffen zu Hessen am 14. Aprilis Anno 1648 confirmirte Transaction, nicht weniger in Krafft diser Pacification, zu ewigen Tagen bey vollkommenen Wuͤrden verbleiben / vnd alle so wol Landgraffen zu Hessen / alß Graffen zu Waldeck verbunden halten. [Art. XV,15] §. 11. Es solle auch das Ius primogenituræ, so in einem jeden Hessen⸗Casselischen / vnd Darmstattischen Hauß introducirt, auch von Roͤmisch: Kayserl: Mayestaͤt bestaͤttigt worden / fest vnd vnverbruͤchlich seyn / vnd erhalten werden. Der XVI. Articul. [Art. XVI,1] §. 1. So bald aber das Instrumentum Pacis von den Herrn Gevollmaͤchtigten vnd Abgesandten vnterschrieben / vnd besieglet seyn wirdt: sol alle Feindtseeligkeit auffhoͤren / Vnd was oben verglichen / stracks zur Execution gebracht werden.

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[Art. XVI,2] §. 2. Vor allem zwar / solle die Roͤm: Kayserl: Mayest: selbst durch das gantze Roͤmische Reich Edicta lassen außgehen / vnd denen / welche nach disem Vertrag vnd pacification etwas zu restituiren vnd zu laisten schuldig seyn / ernstlich befehlen / daß sie ohne Einrede vnd Schaden / jnnerhalb der von beschlossenem Frieden biß zu Einbringung der Ratification bestimbter Zeit / dem was verglichen / nachkommen: mit disem weitern angehenckten Befelch so woln an die Außschreibende Fuͤrsten / alß Creyß⸗Obristen / daß sie auff ansuchen der jenigen / denen etwas zu restituiren / nach Anweisung der Executions Ordnung / vnd dises Vertrags / eines jedem Restitution befoͤrdern vnd vollziehē. ❀ Wie dan̄ den Edictis auch dise Clausul einverleibt werden solle: Weilē die Außschreibende Fuͤrsten oder auch die Creyß⸗Obriste in jhrer aignen Sach vn̄ Restitution die Execution zu fuͤhrē / fuͤr vnfaͤhig gehalten werden: daß auff solchen fall; so wol auch wann sich zutruge / daß dieselben sich diser Commission zu vnterfangen verwaigerten: deß naͤchst angelegenen Creyses Außschreibende Fuͤrsten / oder CreyßObristen / auff anlangen der jenigen so zu restituiren / auch in andern Creysen dise ExecutionsCommission vollziehen sollen.

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[Art. XVI,3] §. 3. Da auch einer auß den jenigen / denen etwas zu restituiren / zur ainigen Restitutions / Laistungs / oder executions actu, sich Kayserl: Commissarien zugebrauchen fuͤr nothwendig befinde (welches denselben zu jhrer Willkuhr gestellt wirde) so sollen solche vnverzuͤglich verordnet werden: ❀ [Art. XVI,4] in welchem fall / damit der Effect der verglichenē Sachen desto weniger verhindert werde: so soll so wol denen restituentibus alß restituendis erlaubt seyn / gleich nach beschlossenem vnd vnterschriebenem Frieden / zwey oder drey / beyderseiths Commissarien zu ernennen / auß welchen die Roͤm: Kayserl: Mayest: einen von dem restituendo, den andern von dem restituenten benahmet / jedoch in gleicher Anzahl / auß beyderley Religion / zuerwoͤhlen / vnd solchen anzubefehlen haben solle / all das jenige / was in Krafft diser Transaction seyn muß / vnverhindert zu exequieren: Da aber die Restituenten / Commissarien zu ernennen vnterlassen wuͤrden / wirdt die Roͤm: Kayserl: Mayest: auß den jenigen / welche der Restituendus benahmset / einen erwoͤhlen / vnd einen andern nach Belieben / (jedoch von beyderseiths ReligionsVerwandtē in gleicher Anzahl) zuordnen / vnd denselben die ExecutionsCommission anbefehlen, vngeachtet der vom Gegentheyl eingewandten Einred. Vnd sollen darnach die restituendi alsobaldt nach geschlossenem

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Frieden / von deme was vertragen / denen Jnteressirten / so ichtwas zu restituiren / zu wissen thuen.
[Art. XVI,5] §. 4. Endtlich sollen alle vnd jede / es seyen Staͤnde Gemainden / oder sonderbahre / Geistliche oder Weltliche / welche Vermoͤg dises Vergleichs / vnd derselben gemainer Reguln oder sonderbahrer vnd außgetruckter Verordnung ichtwas wider zu restituiren / abzutretten / zu geben / zu thuen / oder etwas sonderbar zu leisten / verbunden sind / so bald nach publicirten Kayserl: Edicten vnd Verkuͤndigung deß restituendi ohne Außflucht oder Vorschuͤtzung einiges general oder special in der Amnestia begriffenen Vorbehalts / Verwahrung / oder einiger anderer Exception / wie auch ohne einigen Schaden / alles das / worzu sie verbunden seyn / wider restituiren / abtretten / geben thuen vnd laisten. [Art. XVI,6] §. 5. Es soll sich auch der Execution der außschreibenden Fuͤrsten / oder CreyßObersten / oder Commissarien / n〈i〉mand / er sey gleich ein Stand / oder Soldat / fuͤrnemblich in Besatzungen / oder jemands anderst / widersetzen: sondern vil mehr den Executoribus gegen die jenigen / welche die Execution auff einige weiß zu verhindern vermeynen / Beystandt laisten: auch bemelten

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Executorn erlaubt vnd frey seyn / entweders sich jhrer aigenen Macht / oder derer / so restituirt werden sollen / zu gebrauchen.
[Art. XVI,7] §. 6. Alßdann sollen alle vnd jede beyderseits Gefangene / ohn vnderscheid / sie haben zu Feld oder zu Hauß / mit Rath oder That gedienet / auff die weise / wie zwischen der Armeen Generals Personen / mit der Roͤm: Kays: Mayt: Bewilligung verglichen / oder noch zu vergleichen / auff freyen Fuß gestellet werden. [Art. XVI,8] §. 7. Endlich zur Abdanckung der Schwedischen Soldatesca / sollen alle vnd jede Chur: Fuͤrsten vnd vbrige Staͤnde (die freye vnd ohnmittelbare ReichsRitterschafft mit eingeschlossen / jedoch vorbehaͤltlich der bißhero in dergleichen Faͤllen vblichen Ersuechung / Libertaͤt vnd kuͤnfftiger Exemption) der 7 nachfolgenden deß Roͤmischen Reichs Creyse; als deß Churfuͤrstlichen Rheinischen / OberSaͤchsischen / Fraͤnckischen / Schwaͤbischen / Ober-Rheinischen / Westphaͤlischen / vnd NiderSaͤchsischen / her: vnd beytragen fuͤnff Million Reichsthaler / gaͤng vnd giebiger Reichswehrung: vnd solches auff drey Zielen: bey dem ersten Ziel (da dann die Staͤnde deß ChurRheinischen

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vnd OberRheinischen Creyses / zu Franckfurt am Mayn; deß OberSaͤchsischen / zu Leipzig / oder Braunschweig; deß Fraͤnckischen zu Nuͤrnberg; deß Schwaͤbischen zu Vlm; deß Westphaͤlischen / zu Bremen / oder Muͤnster; deß NiderSaͤchsischen / zu Hamburg; ein jeder sein Quotam zue conferiren) 1 800 000 Reichsthaler an parem Gelt (zu welcher Summa fuͤrderlichster zusammenbringung / erlaubt seyn solle / daß die jenigen Vnderthanen / so in krafft der Amnistia zu restituiren, nicht von dem jetzigen Possessorn, sondern von jhrem rechten Herrn / deme sie restituirt werden sollen / alsobaldt nach geschlossenem Frieden / vnd noch vor beschehener Restitution, der Proportion vnnd jhrer quota nach moͤgen angelegt werden: vnd sollen die jetzige Possessores die Einbringung der Anlagen keines wegs hindern) Vnd 1 200 00[0] mit anweisungen auff gewisse Staͤnde: Damit man nun mit solcher Zahlung desto leichter gefolge: hat ein jeder Stand wehrender zeit zwischen dem Beschluß vnd ratification deß Friedens mit dem jhme angewiesenen KriegsOfficirer vmb leydliche conditiones zu tractirn / vnd billichen dingen nach sich guͤtlich zu vergleichen.
[Art. XVI,9] Wann diese Vergleichung / vnd dan die Außwechßlung der Friedens ratificationen geschehen: soll die Zahlung der 1 800 000 Reichsthaler / die Abdanckung der Voͤlcker vnd die Raumung der Oerter zugleich vollzogen: auch aini-

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ger Vrsachen halber nicht verschoben werden. Da dann so balden / nach geschlossenem Frieden / die Contributionen vnd allerhand Trangsahl allerdings auffhoͤren sollen: Jedoch vorbehaͤltlich der in Besatzungen ligenden Soldaten vnd anderer Voͤlcker Vnterhaltung; So auff ein leidlichs zu vergleichen: mit dieser weiteren Verwahrung / daß die jenigen Staͤnde / welche jhren Antheil bezahlt / oder aber mit jhren angewiesenen Officierern wegen entrichtung jhrer Antheil guͤtlich abkommen / sich an jhren Mittstanden der durch derselben Saumnuß im zahlen erlittenen Schaͤden erholen moͤgen. ❀
Die uͤbrige zwo Millionen / vnd zwar die erste / sollen vnd wollē besagte Staͤnd der

Das Wort: der ist an die falsche Stelle gesetzt, s. die folgende Anm.
siebē Creyß
Das Wort: der ist an die falsche Stelle gesetzt, s. die folgende Anm.
zu Außgang deß naͤchstē Jahrs / nach beschehener Abdanckung zu rechnen: die andere aber zu end deß nechstfolgenden Jahrs / beydes an Reichsthalern / oder anderer im Roͤmischen Reiche gewoͤhnlicher Muͤntz vnd Werth / an obbenentē Oertern der Koͤnigl. Mayt. in Schweden gevollmaͤchtigten deputirten Ministris, bey Trew vnd Glauben entrichten. Gleich wie aber zu verstehen / daß bemelte sieben Creyse allein den Schwedischen Kriegsvoͤlckern / ausser eines andern Anmassung / angewiesen seyn: Also sollen jede derselben Chur⸗Fuͤrsten vnd Staͤnde / den jenigen Antheil / welcher vermoͤg der ReichsMatricul / vnd jedes Orts Herkommen / auch

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alhie außgeliefferter Verzeichnuß einem jeglichen obligt / zu entrichten verbunden seyn.
[Art. XVI,10] §. 8. Es soll auch kein Standt von der Zahlung frey seyn / noch mit mehrer RoͤmerMonat beschwert / noch fuͤr einen andern seinen Mittstandt / oder eines andern kriegenden Theils Voͤlcker ein mehrers erlegen / vielweniger mit Repressalien / oder Arresten destwegen bedrangt werden. Jngleichem solle auch kein Standt an der weise oder anstalt die seinigen zu belegen / von Soldaten / oder einem Mittstandt / noch jemandt anders / vnter was Schein es auch seyn moͤchte / de facto verhindert werden. ❀ [Art. XVI,11] Betreffend den Oesterreichischen vnd Bayerischen Creyß / nach dem jener (vber die in gegenwaͤrtigem PacificationsConvent von deß Roͤmischen Reichs Staͤnden gethane Verheissung / daß sie auff nechstem Reichstage der Roͤm: Kayser: Mtt. fuͤr die bißhero gefuͤhrte Kriegskosten auß deß Reichs Anlagen eine Beystewer bewilligen wolten) zu abzahlung deß ohnmittelbaren Kayserlichen Kriegsheers: Dieser aber fuͤr die Bayerische Völcker außgesetzt worden: so solle im Oesterreichischen Creyß der vergleich wegen der Zahlung / vnd die Anlag bey der Roͤm. Kayserl. Mtt. stehen: Jm Bayerischen Creyß aber die je-

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nige weiß zur Anlag vnd Außzahlung wie in den uͤbrigen Creysen uͤblich / gehalten: Die Execution jedoch / wie in andern sieben Creysen / den ReichsConstitutionen nach fuͤrgenommen werden.
[Art. XVI,12] §. 9. Damit aber die Koͤnigl. Mtt. in Schweden / der vnfehlbarn Zahlung zu jedē Termin desto gewiß: vnd sicherer seye: So thun jede der besagter sieben Creyß Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnde / Krafft dises Vergleichs / daß sie / ein jeder seine quotam zu der bestimbten Zeit vnnd Orth redlich bezahlen wollen / freywillig vnd zwar bey verpfendung all jhrer Guͤtter / verbuͤndlich machen: Also gar / daß / so von einem Saumbnuß fuͤrfiele / alle deß Reichs / bevorab aber eines jeden Creyses Außschreibende Fuͤrsten vnnd Obersten / Krafft deß Articuls von FriedensVersicherung / gehalten seyen / die Zusage / alß ein abgeurtheilte Sache / ohne einigen ferrnern RechtsProcess oder Außflucht zu vollziehen. [Art. XVI,13] §. 10. Wann in Krafft der Amnestia vnd Gravaminum die Restitutio beschehen / die Gefangene entledigt / die ratificationes außgewechßlet / vnd das jenige geleist seyn wirdt / was uͤber dem ersten ZahlungsTermin droben verglichen ist: sollen alle beyderseiths Kriegsbesatzungen / sie seyen h-im Namen -h

h-h Ergänzt nach Klötzer.
der Roͤm. Kays. Mtt. deren Bundts⸗ vnd

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Hülffsgenossen / oder Königl. Mtt. vnd Cron Schweden / wie auch der Fraw Landtgraͤffin zu Hessen / benebenst derselben Bundtsverwandten vnd Zugethanen / oder vnder einigem andern Nahmen eingelegt worden / auß deß Roͤmischen Reichs Staͤtten / vnd allen andern Orthen so zu restituiren seyndt / ohne Außred / Verzug / Schaden vnd Nachtheil / zugleich abgefuͤhret werden.
[Art. XVI,14(1)–(2)] §. 11. Die Oerther selbsten / Staͤtte / Maͤrckte / Flecken / Schloͤsser / Vestungen / so wol durchs Koͤnigreich Böhmen / alß andere der Roͤm: Kays: Mtt. vnd Hauses Osterreich / Erblaͤnder / wie auch uͤbrige ReichsCreyse / so von obgemeldten kriegenden Theilen eingenommen vnnd enthalten / oder durch eines oder andern Theils Stillstandt der Waffen / oder auff

Ergänzt nach Cosmerovius-IPMUD.
einige andere weiß vberlassen: sollen jhren vorigen vnd rechten Besitzern vnnd Herrn / sie seyen gleich deß Reichs mittelbare oder ohnmittelbare Staͤnde / so wol geistlich alß weltlich / (die freye ReichsRitterschafft mit eingeschlossen) ohn verzug restituirt, vnnd deroselben freyen Verordnung / so sie entweders von Recht oder Gewohnheit / oder Krafft gegenwertigen Vertrags / fuͤhren / gelassen werden: vngehindert Schanckung / Belehnung / (sie seyen dann von selbsten vnd auß freyem eines Standts Belieben beschehen / vnd fuͤrgangen.)

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Verschreibung / Bewilligung / zu

Ergänzt nach Cosmerovius-IPMUD.
Erledigung der Gefangenen / oder zu abwendung der Verwuͤstungen / Brandts / oder wie solches sonsten Namen haben mag / so jemandt zum nachtheil der vorigen wahren Herrn vnd Besitzer erlangt. Es sollen auch keine Vertraͤg / Buͤndnussen / oder einige andere Außflucht so vorbesagter Restitution entgegen lauffen / statt haben; sondern alle zugleich fuͤr nichtig gehalten werden: jedoch vorbehalten / was / vnd wie vil in vorgehenden Articuln wegen Jhr Koͤnigl. Mtt. vnd Cron Schweden / auch etlicher Chur⸗ vnd Fürsten deß Reichs satisfaction oder gleichmaͤssigen compensation, oder sonsten sonderbar außgenommen vnd verordnet worden: ❀
[Art. XVI,14(2)] vnd diese Widerabtrettung der eingenommenen Oerther solle so wol auff seithen der Roͤm: Kayserl: Mtt: alß Königl. Mtt. in Schweden / vnd beyderseiths Bundtsverwandten vnd angehoͤrigen gegen einander vnd getreulich beschehen. [Art. XVI,15] §. 12. Es sollen auch die Archiv / Brieffliche Vrkunden / vnd andere Mobilien / wie auch Geschuͤtze / welche an besagten Orthen zur Zeit der occupation, gefunden / vnd annoch allda erhalten / restituiret werden / was aber nach der Eroberung anders woher darein gebracht / es seye in der Schlacht erobert / oder zum Gebrauch / oder zur Verwahrung durch die occupanten dahin geschafft worden / solches sambt der

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Zubehoͤrung vnd Kriegsbereitschafften mag man hinwiederumb außfuͤhren / vnd zu sich ziehen.
[Art. XVI,16] §. 13. Eines jeglichen Orths Vnterthanen sollen gehalten seyn zu dem Abzug der Besatzungen vnd Soldaten / Wagen / Pferdt / vnd Schiffe / sambt noͤthigem Proviant zu abfuͤhrung all jhrer Notthurfft ohne Entgelt zu verschaffen / damit selbige an die im Reich bestimbte Oerther kommen mögen. Welche Wagen / Pferdt vnd Schiffe / die Commendanten der abziehenden Besatzung vnd Voͤlcker ohne geferd vnd list wider restituiren sollen. Der Staͤnden Vnterthanen sollen auch einander bey disem Last vnd Abfuhr / von einem Gebiet in das ander / biß sie an das im Reiche bestimbte Orth gelangen / abloͤsen. Da dann keinem Commendanten vber die Besatzung / oder anderen KriegsObristen oder Befelchshaberen erlaubt seyn solle / die Vnterthanen / deren Wagen / Pferdt / Schiffe / vnd was dergleichen jhnen zum besten hergeliehen / gantz oder theils ausser jhrer Herrn Gebiet / vielweniger ausser deß Roͤm. Reichs Graͤntzen / mit sich zu schleppen: Derentwegen sie dann mit hinderlassung Geysel / Sicherheit leisten sollen. [Art. XVI,17] §. 14. Die obbesagten wider abgetrettene / es seyen See⸗ Graͤntz⸗ oder Mittellaͤndische Oerther / sollen von allen

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ferrnern bey jetzigen Kriegsempoͤrungen eingeführten Besatzungen hinfuͤro zu allen Zeiten befreyet / vnd jhrer Herrn (mit vorbehalt jedes Rechten) freyer Verordnung vberlassen seyn.
[Art. XVI,18] §. 15. Es soll auch keiner Statt jetzt oder ins kuͤnfftig zu einigem Nachtheil oder Schaden gereichen / daß sie von einem oder andern kriegenden theil ist erobert vnd besetzt worden. Sondern es sollen alle vnd jede sambt jhren Burgern vnd Einwohnern so wol der allgemeinen Amnestia, alß anderer Wolthaten dises Frids sich zu erfrewen haben. Vnnd im übrigen jhnen alle jhre Gerechtigkeiten vnd Freyheiten in geist: vnd weltlichen Dingen / so sie vor diesem Kriegswesen gehabt / verwahrt verbleiben: jedoch vorbehaͤltlich der hohen Obrigkeit samt allem deme so jedem derselben Herren zustaͤndig. [Art. XVI,19] §. 16. Endtlich sollen aller im Reich kriegender Theile Voͤlcker vnd Heer abgedanckt vnd erlassen werden: nach deme ein jeder Theil / so viel er zu seiner Sicherheit fuͤr noͤthig erachtet / auff sein aignes Gebiett abgefuͤhret. [Art. XVI,20] §. 17. Es solle aber so wohin die abdanckung der Voͤlcker alß restitution der Oerther zu bestimbter Zeit / mit solcher Ordnung vnd Weise geschehen /

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wie sich die KriegsGeneraln vergleichen werden: jedoch mit Beobachtung dessen / was hauptsachlich bey dem Articul von Befridigung der Kriegsvoͤlcker ist verglichen worden.
Der XVII. Articul. [Art. XVII,1] §. 1. Wann nun der Fried dergestalt beschlossen seyn wird: So geloben die Kayserlich⸗ vnd Koͤniglichen / auch deß H. Röm: Reichs Staͤnde Herrn Abgesandte vnnd Gevollmaͤchtigte / daß solcher respectivè von der Kay: May: vnd Koͤn: May: in Schweden / wie auch deß Roͤm: Reichs Chur: Fuͤrsten / vnd Staͤndten / in der allhie mit einander beliebten Form solle ratificirt werden / vnnd sie es vnfehlbar dahin richten wollen / daß die HaubtVrkundten solcher ratificationen jnnerhalb acht Wochen von dem Tag der Vnterschreibung anzurechnen / allhie zu Oßnabruͤck / præsentirt vnd ordentlich gegeneinander auß⸗ vnd eingeantwortet werden sollen. [Art. XVII,2] §. 2. Vnd zu mehrer deß allen vnd jeden was also vertragen bestaͤndig⸗ vnd sicherheit / solle gegenwertiger Vertrag ein ewiges Gesatz vnd Pragmatica Imperij sanctio seyn / vnd ins kuͤnfftig nit weniger als andere Fundamental ReichsSatzungen vnd Capitulationes dem naͤchst bevorstehenden ReichsAbschied / wie auch der Kays: Capitulation selbsten mit

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Nahmen einverleibt werden; vnd nicht weniger die Abwesenden als Anwesenden / Geist⸗ vnd Weltlichen / sie seyen ReichsStaͤnde oder nicht / verbinden: Auch so wohin den Kayserlichen / vnd der Staͤnden Raͤthen vnd Officirern / als aller Gerichten / Richtern / vnnd Beysitzern / fuͤr eine immerwehrende Richtschnur vorgeschrieben seyn.
[Art. XVII,3] §. 3. Wider diesen Vertrag oder ainigen disen Articul oder Clausul sollen keine Geistliche noch Weltlichen Recht / weder gemeine noch sonderbahre Conciliorum decreta, privilegia indulta, edicta, commissiones, inhibitiones, mandata, decreta, rescripta, litispendentiæ, noch einige zu was Zeiten hiebevor gefaͤllte Sententz / abgevrtheilte Sach / Kayserliche vnd andere Capitulationen / Regul der Geistlichen Orden / oder Befreyung / weder voriger noch kuͤnfftiger Zeit ⌑Protectionen⌑, contradictionen, appellationen, investituren, transactionen, juramenten, renunciationen, Vbergab⸗ oder andere Vertraͤge / vielweniger das Edict deß Jahrs / 1629 oder der Pragische Fried / mit seinem Anhang / weder die Baͤpstliche ⌑Concordiata⌑, noch das Interim vom Jahr 1548 oder einiges ander Welt⸗ oder Geistlichs Statutum, Decreta, dispensationes, absolutiones, oder einige andere Außflucht vnter was Nahmen oder Schein selbige seyn moͤchte / jemahls angezogen / gehoͤret

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oder zugelassen / noch jrgendswo wider disen Vertrag in petitorio oder possessorio, weder Verbott noch andere Proceß / oder Commissionen / erkandt werden.
[Art. XVII,4] §. 4. Der jenige aber / welcher diesem Vertrag oder gemeinem Frieden mit Rath oder That entgegen handeln / oder der Execution oder Restitution sich widersetzen / oder auch den jenigen / welcher einmahl ordentlich nach der oben verglichenen weiß vnd ohne Vbermaß restituirt, von newem ohne vorhergehende der Sachen Erkandtnuß vnd ordentliche Gerichtliche Execution zu beschwaͤren sich vnderstuͤnde / er sey Geist: oder Weltlich: der soll in die Straffe deß Friedbruchs ipso jure & facto gefallen seyn. Auch wider denselben / den Reichssatzungen nach / die restitutio vnd Gnugthuung mit völligem Effect erkennt vnd verordnet werden. [Art. XVII,5] §. 5. Der beschlossene Fried aber solle nichts desto weniger in seinen Kraͤfften verbleiben: auch alle dieses Vergleichs mitgenossene verbunden sein / alle vnd jede dises Fridens Gesaͤtze / wider maͤnniglich / ohn Vnderschied der Religion / zu schuͤtzen vnd zu handthaben: vnd da auch dessen ichtwas von einem vberschrittē wuͤrde: so solle der Be-

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laidigte den Belaidiger zuvorderst von der That abmahnen / vnd die Sache entweders guͤtlichem Vergleiche / oder Rechtlicher Entscheidung / vndergeben.
[Art. XVII,6] §. 6. Da aber die Strittigkeit auff keine dieser weise / inner 3 JahrsZeit / zu end kaͤme: so sollen alle vnnd jede dieses Vergleichs mitgenossene / mit verainigtem raht vnd macht / mit der belaidigten Parthey / auff derselben erinnerung / daß weder die guͤete noch wege rechtes stadt gefunden / die Waffen ergreiffen / den Vnfug zu hindertreiben: Jedoch im vbrigen ohne Nachtheil eines jeden Jurisdiction vnnd Administration der Justitz, nach jedes Fuͤrsten vnd Stands Gesaͤtz vnnd Ordnungen. ❀ [Art. XVII,7] Es solle auch kein Standt deß Reichs im wenigsten Macht haben sein Recht mit Gewalt vnd vermittelst der Waffen zu suchen; Sondern da die Strittigkeit entweder bereits entstanden / oder hinfuͤhro erstuͤnde: solle ein jeder sich deß wegs Rechtens halten; im widrigen deß Fridbruchs schuldig seyn. Was aber vermittelst Richterlicher Erkaͤndtnuß seine Endtschafft erreicht / das solle ohne Vnderscheid der Staͤnden also vollzogen werden / wie es die Reichs-Gesaͤtz von Execution der Vrtheil mit sich bringen.

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[Art. XVII,8] §. 7. Damit auch der gemeine Frieden desto besser erhalten werde / so sollen die Creyse wieder ergaͤntzt / vnnd so baldt eine Vnruhe sich vermercken liesse / das jenige beobachtet werden / was hieruͤber in den ReichsConstitutionē von deß gemeinē Friedens execution vnd conservation verordnet ist. [Art. XVII,9] §. 8. So offt aber einer KriegsVoͤlcker / auß was fuͤr veranlassung oder zu was zeit es seyn moͤchte / durch frembde Herrschafft oder Gebieth fuͤhren wolte: so soll solcher Durchzug auff deß Durchfuͤhrenden Vnkosten geschehē / vnd ohne Schaden oder Verletzung deren / durch welcher Gebiethe sie gefuͤhret werden. Vnnd letzlich solle in allweeg gehalten werden / was wegen handthabung deß gemeinen Friedens die ReichConstitutiones setzen vnd ordnen. [Art. XVII,10] §. 9. Vnd sollen in gegemwaͤrtigem Friedenschluß begriffen seyn / an seiten deß Allerdurchl. Kaysers / alle Jhrer May. Bundsverwandte vnd Zugethane insonderheit der Cathol. Koͤnig / das Hauß Oesterreich / deß H. Roͤm: Reichs⸗Chur: Fuͤrsten vnd vnder denselben auch der Hertzog von Savoya / vnd andere Staͤndte (die Freye vnd Vnmittelbahre ReichsRitterschafft mit begriffen) vnd HanseeStaͤdte. Jtem der Koͤnig in Engellandt / Koͤnig vnd ⌑Staͤtte⌑ Denne-

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marckt vnd Nortwegen / mit sambt denen angehoͤrigen Provintzen / wie auch das Hertzogthumb Schleßwig: der Koͤnig in Poln: der Hertzog zu Lothringen / vnnd alle Fuͤrsten vnnd Republiquen durch Jtalien: die Staaden der verainigten NiderLanden; die Schweitz⸗ vnd Grawbindner / wie auch der Fuͤrst in Sibenbuͤrgen.
[Art. XVII,11] §. 10. An seitten aber der Durchleuchtigsten Koͤnigin vnnd Cron Schweden / alle dero BundtsVerwandte vnd Angehörige / insonderheit der AllerChristlichste Koͤnig in Franckreich / wie auch Chur⸗ Fuͤrsten / Staͤnde / die Freye ohnmittelbahre ReichsRitterschafften / vnnd AnseeStaͤtt mit eingeschlossen: Wie auch der Koͤnig in Engellandt / Koͤnig vnnd Cronen Dennemarckt / vnd Norwegen / sambt angehoͤrigen Provincien / das Hertzogthumb Schleßwig: der Koͤnig in Polen / Koͤnig vnd Cron Portugall / der Großfuͤrst in der Moscaw / die Herrschafft Venedig / das vereinigte Niderlandt / die Schweitzer / Buͤndtner / vnd Fuͤrst in Siebenbuͤrgen.

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[Art. XVII,12] Zu dessen allen vnd jeden Vrkundt vnd mehrer Bekraͤfftigung / haben so wol die Kayserl. als Koͤnigl. Gesandten: Jn Namen aber aller Chur⸗ Fuͤrsten vnd Staͤnde deß Reichs / die von demselben (in krafft deß am 13. ⌑vorbesagtē⌑ Monats Octobris gemachten: vnd am Tag der Vnderschreibung vnder dem Sigil der Maͤyntzischen Cantzley / der Schwedischen Gesandtschafft außgeantworteten Schlusses) hierzu Deputierten: als nemblich / der Chur⸗Maintzische / Herr Niclaß Georg von Raigersperg / Ritter / Cantzler: Chur⸗Bayrische / Herr Johann Adolph Krebs / Gehaimer Raht:

Der kursächsische Gesandte Leuber wird hier nicht genannt.
Chur Brandenburgische / Herr Johan Graff in Sain vnd Witgenstein / Herr zu Homburg vnnd Vallendar / geheimer Raht: deß Hauses Oesterreich / Herr Georg Vlrich Graff von Wolckenstein / Kayserl. Hoffraht: Herr Cornelius Goͤbelius / Raht deß Bischoffen von Bamberg: Herr Sebastian Wilhelm Meel / gehaimber Raht deß Bischoffen von Wuͤrtzburg: Herr Johan. Ernst / ChurBayrischer Hoffraht: Herr Wolffgang Conrad von Thumbshirn / Sachsen⸗Altenburgisch⸗ vnd Koburgischer Hoffrath: Herr Augustus Carpzovius / Sachsen⸗Altenburgisch⸗ vnd Koburgischer Rath. Herr Joan. Fromholdt deß Hauses von Brandenburg / zu Kulmbach vnd Onoltzbach Gehaimber Raht: Herr Heinrich Langerberck / I.C. deß Hauses Braunschweig vnd Luͤneburg Cellischer Lini geheimer Raht: Herr Iacobus Lampadius J.C.tus, Kalenbergischer Lini geheimber Raht vnd

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ViceCantzler: im Namen der Graffen Wetterauischer Banck / Herr Mattheus Wesenbecius / J.C.tus vnnd Rath: im Namen beyder Baͤncke

Am Rande: der ReichsStätte
/ Herr Marcus Otto der Statt Straßburg: Herr Joan Jacob Wolff der Statt Regenspurg: Herr David Gloxinus der Statt Luͤbeck: vnd Herr Jodocus Christophorus Kreß von Kressenstein / der Statt Nuͤrnberg respectivè Syndici, Rahtsherrn / Raͤthe vnd Advocaten / gegenwertiges Instrument deß Friedens mit aigenen Haͤnden vnd Jnsigeln bevestiget vnnd bekraͤfftiget: auch haben obgemeldte Reichs Deputirte versprochen / die Ratificationes Jhrer principalen zu obbestimbter Zeit in verabredeter formul außzuantwortē: denē vbrigē gevollmaͤchtigtē der Reichsstaͤnde freystellendt ob sie jhre Namen vnderschreiben vnd jhren Principaln Ratihabitiones vnd gutheissen beybringen wollen oder nicht? doch mit diesem beding / daß durch vnderschreibung der jetzt genenneten Deputirten / die vbrige Staͤnde alle vnd jede / welche sich nicht vnderschreiben vnd keine Ratihabition einlifern / zur observantz vnnd Handhabung alles dessen was in diesem Friedenslnstrument begriffen / eben so starck verbunden sein sollen / als wann die vnderschreibung von Jhnen vollzogen / vnnd die Ratification außgeantwortet worden were: vnd soll auch einige Protestation oder Contradiction / wider die von den erwoͤh[n]ten Deputirten vollzogene Vnderschrifft von dem ReichsDirectorio nit angenommen werden / oder einige Krafft haben. ❀

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Geschehen zu Oßnabrug in Westphalen / den Vierzehenden / Vier vnd Zwaintzigsten Tag deß Monaths Octobris, Anno Christi ein tausendt sechs hundert acht vnd viertzig.

Bureau d’Adresse

Au nom de la Sacrée-Sainte & Individuë Trinité, Amen. Präambel Scachent tous & chacun de ceux qui y ont ou peuvēt avoir quelque intérest. Les différans & mouvemens civils avenus en l’Empire depuis plusieurs années, s’estans accreus à tel point qu’ils n’avoyent pas seulemēt envelopé toute l’Alemagne, mais encor quelques Royaumes voisins, principalement la Süéde & la France, & qu’il en est survenu vne forte guerre & de durée: premiérement entre le Sérénissime & Tres-puissant Prince Ferdinand II, esleu Empéreur des Romains tousjours Auguste: Roy de la Germanie, Hongrie, Bohéme, Dalmatie, Croatie, Sclavonie &c: Archiduc d’Austriche: Duc de Bourgoigne, Brabant, Stirie, Carinthie, Carniole: Marquis de Moravie: Duc de Luxembourg, de la haute & basse Silésie, de Wurtemberg & Teche: Prince de Suéve: Comte d’Abspurg, du Tyrol, de Kyburg & de Goritie: Landgrave d’Alsace: Marquis du Sacré Empire Romain, de Burgovie & de la haute & basse Lusace: Seigneur de la Marche Sclavone, du Port Naon & des Salines, d’heureuse mémoire, avec ses Alliez & adhérans d’vne part: Et le Sérénissime & Tres-puissant Prince Gustave Adolphe Roy des Süédois, Gotz & Vandales: grand Prince de Finlande: Duc d’Esthonie & Carelie: Seigneur d’Ingrie, aussi d’heureuse mémoire, & le Royau-me de Süéde & de ses Alliez & adhérans, d’autre part: Et apres leurs décez, entre le Sérénissime & Tres-puissant Prince Ferdinand III, esleu Empéreur des Romains &c. comme dessus, d’vne part: Et la Sérénissime & Tres-puissante Princesse Christine Reyne de Süéde &c. aussi comme dessus, d’autre part: d’où se seroit ensuivie vne grande effusion de sang Chrestiē avec la désolation de plusieurs Provinces. Enfin par la bonté Divine, l’vn & l’autre parti a pensé à vne paix vniverselle, & à cette fin, le 25 Décembre stile nouveau ⌑1640⌑, ils arrestérent à Hambourg que leurs Plénipotentiaires s’assembleroyent pour ce sujet, l’vnziéme de Iuillet 1643 à Osnabruk & à Munster en Westphalie. De fait, comparans pour l’Empéreur, le tres-illustre & tres-excellent Seigneur Maximilian Comte de Trautmandorf & Veinsperg: Baron de Gleichenberg, Neustad, Negau, Burgau, & Totzenbach: Seigneur de Teimitz: Chevalier de la Toison d’Or: Conseiller au Conseil Secret: Camerier de sa Majesté Impériale & grand Prevost de sa Cour: Le sieur Iean Maximilian Comte de Lamberg, &c, aussi Camerier de sa Majesté Impériale, & le sieur Iean de Crane licētié és droits, Comte Palatin, Conseillers de la Cour de l’Empéreur & ses Plénipotentiaires: Et de la part de la Reine de Süéde, Tres-illustre & Tres-excellent Seigneur Iean Oxensterne Axelij, Comte de la Morie Australe: Libre Ba-ron en Kymitho: Seigneur de Fyholm, Horningsholm & Tulegan: Sénateur du Royaume de Süéde & Conseiller de la Chancellerie: & le sieur Iean Adler Salvius, Seigneur d’Adlersberg & Tullingen, aussi Sénateur du mesme Royaume, Conseiller & Chancelier de la Cour, Plenipotentiaires de sa Majesté Süédoise. Apres l’invocation du secours divin & la cōmunication respectivement faite de leurs pleins pouvoirs, en presence, & du consentement des Electeurs, Princes & Estats du sainct Empire, pour la gloire de Dieu & le salut de la Chrestienté, ont consenti à ces lois de paix & d’amitié mutüelle. ❀ [Art.] I. [Art. I] Qu’il y ait vne paix Chrestienne, vniverselle & perpétüelle, vraye & s’incére [!] amitié entre la Sacrée Majesté Cesarée, la Maison d’Austriche & tous leurs alliez & adhérans, les héritiers & successeurs d’vn chacun, & prémierement le Roy Catholique, les Electeurs, Princes & Estats de l’Empire, d’vne part: Et la Sacrée Royale Majesté & le Royaume de Süéde & tous ses alliez & adhérans, & les héritiers & successeurs d’vn chacun: & en prémier lieu le Roy Tres-Chrestien, & respectiuement les Electeurs, Princes & Estats de l’Empire d’autre: Et qu’elle soit si serieusemēt & sincérement gardée & cultivée, que chacun des partis avance de tous costez le profit, hōneur & commodité, l’vn de l’autre, & que l’Empire Romain comme la Süéde employent tous leurs soings pour faire refleurir & donner nouvelle vigueur à leur mutüelle amitié, bon & seur voisinage. ❀ [Art.] II. [Art. II] Qu’il y ait de part & d’autre vne perpétüelle oubliance & Amnestie de tout ce qui a esté dit, escrit ou fait hostilement, depuis le commencement des guérres: & qu’en aucun lieu, ou sous quelque prétexte que ce soit, il ne se puisse exercer ou faire exercer, ni souffrir mesme estre exercée, aucune inimitié & apporter aucune fascherie ou empeschemēt contre leurs personnes, leurs biens, conditions, honneurs & seurté, par soy ou par autruy, ouvertement ou en cachette, directement ou indirectement, sous prétexte de justice ou par voye de fait, dans l’Empire ou ailleurs, nonobstant tous accords précédens faits au contraire: mais que toutes les pertes & dommages soufferts tant devant la guerre que durant icelle, soyent ensevelis sous vn silence & oubli perpétüel. ❀ [Art.] III. [Art. III,1] Suivant le fondement de cette Amnestie vniverselle & non limitée, tous & chacun des Electeurs, Princes & Estats du S. Empire (y comprise mesme la Noblesse relevant immédiatement de l’Empire) & leurs vassaux, sujets, citez & habitans d’icelles, ausquels il a esté fait de part ou d’autre quelque préjudice ou dommage en leurs personnes, biens féodaux, sousféodaux ou allodiaux, dignitez, honneurs, immunitez, droits ou priviléges, à cause des mouvemens de la Bohéme ou de l’Alemagne, ou des alliances contractées, soyent à pur & à plein restitüez en l’estat sacré ou profane auquel ils estoyent ou devoyent estre, & duquel ils joüissoyent ou devoyent joüir: tout ce qui a esté fait au contraire demeurant cassé & annullé: ❀ [Art. III,2] Et comme toutes & chacune de ces restitutions se doivent entendre devoir estre faites, sans préjudice du droit d’vn chacun, aux biens tant séculiers qu’Ecclésiastiques, qui se trouveront compéter au restitüé, au restituant, ou mesmes à vn tiers, ni des litispendances en la Chambre Impériale ou Cours subalternes: Ainsi ces clauses ni aucunes autres subséquentes spéciales, ne pourront empescher la restitution: mais les droits susdits, actions, exceptions & litispendances ne seront examinés ni jugés qu’apres la restitution faite: Tant s’en faut que cette reserve puisse nuire ni aporter aucun préjudice à l’Amnestie vniverselle, & sans bornes, & s’estendre jusques aux prescriptions, confiscations, ou autres aliénations & compositions de griefs. Car on verra ci-dessous dans l’article de l’accommodement des griefs Ecclésiastiques, quel droit ceux qui sont restitüez ou qui le doivent estre, auront sur les biens d’Eglise qui sont demeurez jusques à ce jour en contestation. [Art.] IIII. [Art. IV,1] Et combien qu’il soit aisé de juger par ce qui a esté dit, qui sont ceux qui doivent estre restitüez, & cōment: Toutesfois, à l’instance de quelques-vns, on a trouvé à propos de faire icy mention expresse de quelques chefs plus importans, à la charge neantmoins que l’on ne puisse prétendre que ceux dont il ne sera point icy fait de mention expresse, en soyent par là exclus. [Art. IV,2] La cause Palatine ayant esté la premiére agitée, elle a esté ainsi vüidée. ❀ [Art. IV,3] Que la dignité Electorale laquelle les Electeurs Palatins avoyēt ci-dévant avec toutes les regales, offices, prérogatives, marques d’honneur & droits quelconques concérnans cette dignité sans autre exception, cōme tout le haut Palatinat avec la Cōté de Cham & toutes leurs appartenances, régales & droicts, comme ils ont esté jusques à présent demeurent à l’avenir par deve〈r〉s Maximilian, Comte Palatin du Rhin, Duc de Baviére, ses enfans, & toute la ligne des Guillaumes tant qu’il s’en trouvera de masles en vie. ❀ [Art. IV,4] Comme aussi l’Electeur de Baviére renoncera entiérement pour soy, ses héritiers & successeurs aux treize millions & à toute prétention sur la haute Austriche: & aussi tost apres la paix publiée, tous les titres qui en ont esté obtenus seront remis és mains de l’Empéreur pour estre cassez & annullez. ❀ [Art. IV,5] Mais l’Empéreur & l’Empire consentent qu’en vertu de ce présent traité, il soit establi vn huitiéme Eléctorat duquel joüirōt Charles Ludovic Comte Palatin du Rhin, & ses héritiers & parens de toute la ligne Rudolphienne, selon l’ordre de succéder exprimé dans la Bulle d’or: Toutefois il n’apartiendra rien audit Charles Ludovic ni à ses successeurs des choses qui sont attribuées avec la dignité Electorale à l’Elécteur de Baviére & à toute la ligne des Guillaumes, hors l’investiture simultanée. ❀ [Art. IV,6] Ils consentent aussi que tout le bas Palatinat avec tous & chacun leurs biens Ecclésiastiques & séculiers, droits & apartenances, dont les Electeurs & Princes Palatins ont joüi avant les mouvemens de Bohéme, luy soyent entiérement restituez avec tous leurs titres & enseignemens, registres, livres de raison & autres actes concernans ce que dessus: cassant tout ce qui a esté fait au contraire par l’authorité Impériale: De sorte que le Roy d’Espagne ni aucun autre qui en tiendra quelque chose ne s’opposent aucunement à cette restitution. [Art. IV,7–19] Et pource qu’il seroit ennuyeux de vous répéter les mesmes choses que vous avez desja leuës dans le sommaire des Articles de la paix générale entre l’Empire & la France, qui fut imprimé en ce Bureau le 17 de ce mois, Les Prefectures, dites Stradæ Montanæ, seront dégagées par l’Archévesque de Mayence, selon qu’il est porté par l’article treiziéme du-dit imprimé [§ 15 IPM], & les droits de l’Elécteur de Tréves, comme Evesque de Spire, & encor de celui de Worms sur quelques biens Ecclésiastiques du bas Palatinat, réservez pour les demander en Iustice, s’ils ne s’en accordent à l’amiable. Tous les autres Articles dudit imprimé jusques au 18 compris [§ 27 IPM], sont conformes à ceux de cet Instrument de paix: & partant ne seront point aussi répétez en ce lieu; Voicy les trois paragraphes qui sont seulement cottez en l’article 19 [§ 28 IPM].❀ [Art. IV,8] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,9] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,10] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,11] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,12] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,13] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,14] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,15] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,16] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,17] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,18] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,19] s. [Art. IV,7–19]. [Art. IV,20] 1. Le Prince Ludovic Philippes Comte Palatin du Rhin, recouvrera toutes les seigneuries, dignitez & droicts aux choses sacrées & profanes qui luy estoient escheuës par la succession de ses ancestres & ses partages faits avant les tumultes de la guerre. [Art. IV,21] 2, Le Prince Frideric Comte Palatin du Rhin recevra la quatriéme partie de la taille de Wiltzbac, ensemble le Monastére de Hornbac avec ses appartenances, & tout le droict que son pére a ci-devant eu. [Art. IV,22] 3, Le Prince Leopold Ludovic Comte Palatin du Rhin sera entiérement restitué dans le Comté de Weldentz sur la Moselle, au mesme estat auquel son pére a esté l’an 1624 tant aux choses Ecclésiastiques que Politiques, contre tout ce qui esté jusques à présent attenté à son préjudice. [Art. IV,23] fehlt. [Art. IV,24] La Maison de Wurtemberg ne soit point troublée au récouvrement de la possession de ses Seigneuries de Weinsperg, Newstat & Meckmuhle. Qu’elle soit aussi restituée en tous & chacun les biens & droits séculiers & Ecclésiastiques qu’elle possédoit avant ces mouvemens en quelque lieu que ce fust: spécialement dans les Seigneuries de Blaubeuren, Achalm & Stauffen avec leurs appartenances & biens occupez sous prétexte qu’ils estoyent desdites appartenances; principalement la ville & Territoire de Goppingen, le bourg Pflumeren & les revenus des legs faits à l’Vniversité de Tubingen. Elle recouvrera aussi les Seigneuries de Heidenheim & Oberkirch, les Citez de Ballingen, Tullingen, Ebingen & Rosenfeld & le Chasteau & bourg de Neidlingen avec leurs appartenances, Hohenwiel aussi, Hohenasperg, Hohenavrach, Hohen-Tubingen, Albeck, Hornberg, Schiltach avec la ville de Schorndorf. On réstituera aussi aux Eglises Collégiales de Stutgard, Tubingen, Hernberg, Goppingen, Bahcnang, & aux Abbayes, Prévostez & Monastéres de Bebenhausen, Maulbron, Anhausen, Lorch, Adelberg, Denckendorf, Hirschaw, Blaubéuren, Herprechtingen, Murhard, Albersbach, Konigsbrun, Herrenalb, de S. Gregoire, Reuschembach, Pfulingen, Lichktenstent ou Margen-Cron & semblables, avec tous les enseignemen[s] qui en ont esté ostez: sans préjudice toutefois des prétentions, droicts, actions, exceptions, remédes & bénéfices des droicts quelconques de la Maison d’Austriche & de celles de Wurtemberg sur les susdites Seigneuries de Blaubeuren, Achalm & Stauffen. [Art. IV,25] La restitution des Princes de Wurtemberg de la ligne de Montbelliard est ici conforme à l’article 23 du premier imprimé: sinon qu’il y est ajousté en particulier qu’ils joüiront du privilége ou de la prérogative de relever immédiatement de l’Empire, comme ils faisoyent avant le commancement de ces guerres, & comme en joüissent les autres Princes & Estats dudit Empire. [Art. IV,26–27] La cause de Baden est aussi en substance entiérement conforme à l’article 24 de l’imprimé [§§ 33–34 IPM]: ❀ [Art. IV,27] s. [Art. IV,26–27]. [Art. IV,28] S’ensuivent les paragraphes qui sont seulement marquez par leur commancement dans l’article 25 [§ 35 IPM]. Le Duc de Croy joüira de l’effet de l’Amnestie générale, & la protection du Roy Tres-Chrestien ne lui pourra nuire en ses dignitez, priviléges, honneurs, biens ou autres choses: il possédera aussi paisiblemēt cette partie de la Seigneurie de Vinstingen, que ses prédécesseurs ont possédée, comme la Dame sa mére en joüit à présent par dot: les droits de l’Empire demeurans en leur force comme auparavant. [Art. IV,29] Quant à ce qui regarde les débats d’entre les Maisons de Nassau Siégen, la chose ayant esté par commission de l’Empéreur remise à vne amiable composition, on reprendra la mesme commission, & elle sera entiérement décidée par cette voye amiable, ou par sentence renduë par juge compétant: le Comte Iean Maurice de Naussau & ses fréres demeurans en la paisible possession de ce qui leur apartient. [Art. IV,30] On restituëra aux Comtes de Nassau Sarpont, toutes leurs Comtez, Seigneuries, territoires, ⌑honneurs⌑ & biens Ecclésiastiques & séculiers, féodaux & allodiaux: nommément les Comtez de Sarpont & Sarwerde avec tous leurs droits, comme le fort de Homburg, avec tous les canons & meubles qui s’y sont trouvez, sauf les droits des parties respectivement résultans des choses jugées en l’an 1629, actions, exceptions & bénéfices de droit, qui seront réglez selon les droits de l’Empire: si les parties ne s’accommodent à l’amiable, & le droit qui peut apartenir aux Comtes de Lainingen d’Axburg, dans ledit Comté de Sarwerde. [Art. IV,31] La Maison de Hanau sera restitüée dans les Préfectures de Bobenhausen, Bischotsheim am Stéeg & Wilstatt. [Art. IV,32] Iean Albert Comte de Solms, sera mis en la quatriéme partie de la ville de Butzbac, & les quatre villages adjacens. [Art. IV,33] La Maison de Solms-Hohensolms sera pareillement remise en tous les biens & droits qui lui ont esté ostez en 1637, nonobstant la transaction qui a esté faite depuis sur ce sujet, avec Georges Landgrave de Hesse. [Art. IV,34] Les Comtes d’Isenburg joüiront de l’Amnestie Générale ci-dessus, sans toutefois préjudicier aux droits appartenans contr’eux & contre les Comtes de Hohensolens à George Landgrave de Hesse ou à quelqu’autre tiers. [Art. IV,35] On remettra les Rheingraves en leurs Préfectures de Troneck & Wildenburg, comme aussi en la Seignevrie de Morchingen avec ses dépendances & tous & chacun leurs autres droits vsurpez par les voisins. [Art. IV,36] La vefve du sieur Ernest Comte de Sain sera restablie en la possession de la forteresse, ville & Préfecture de Hachenburg avec leurs appartenances, comme aussi des villages de Bendorff, ainsi qu[’]elle estoit auparavant, sauf le droit d’vn chacun. [Art. IV,37] Le Chasteau & Cōté de Falckenstein seront restitüez à qui ils appartiennent: pareillement tout ce qui est de droit aux Comtes de Rasburg surnommez de L’owenhaupt, en la préfecture de Bretzenheim, au Fief de l’Archévesché de Cologne & en la Baronnie de Reipoltzkirch sitüez dans le destroit d’Huntzruck leur sera conservé avec tous leurs droits & appartenances. [Art. IV,38] On restitüera aussi la Maison de Waldeck en la possession de tous ses droits en la Seigneurie de Didinghausen & des villages de Niedernau, Lichtenscheid, Defeld, & Niedern Schlaidern, selon qu’elle en a joüi en 1624. ❀ [Art. IV,39] Ioachim Ernest Comte d’Ottingen sera restitüé en tous les biens Ecclesiastiques & séculiers que Ludovic Eberhard son pére possédoit avant ces mouvemens. [Art. IV,40] Semblablement la Maison d’Hohenloo sera remise en tout ce qui luy a esté osté, principalement en la Seigneurie de Weickersheim & Convent de Scheffersheim, sans aucune exception, sur tout de retention. [Art. IV,41] Fridéric Ludovic Comte de Lowenstein & Werthaim sera restitué en toutes ses Comtez & Seigneuries qui ont esté mises en séquestre, confisquées & cedées à d’autres durant cette guerre, tant dans les choses politiques, qu’Ecclésiastiques. [Art. IV,42] Ferdinand Charles Comte de Lowestein & Werthaim, sera pleinement remis en tout ce qui avoit esté séquestré, confisqué & cedé aux défunts George Ludovic & Iean Casimir parens dudit Comte de Lowestin, tant dans les droits Ecclésiastiques, que Politiques sauf les biēs & droits paternels & maternels qui appartiennēt à Marc Christiane fille dudit George Ludovic de Lowenstein. Pareillement la vefue de Iean Casimir de Lowestein sera remise en ses biens dotaux & hypotheques, réservé le droit du Comte Fridéric Ludovic, si aucun lui appartient, soit par amiable composition ou par autre procédure légitime. [Art. IV,43] La Maison d’Erbac, sur tout les héritiers du Comte George Albert, seront restituez dans le chasteau de Breuberg & tous les droits d’icelui, qui leur sont communs avec le Comte de Lowestein, tant à l’égard du commandement & direction de cette place que des autres droits civils. [Art. IV,44] La vefve & les héritiers du Comte de Brandenstein seront restablis dans tous les biens & droits qui leur ont esté ostez à cause de la guerre. [Art. IV,45] Le Baron Paul Kewenhuller avec les neveux du costé du frére, les héritiers du Chancelier Loffléri, les enfans & héritiers de Marc Conrad dé Rhelingen avec sa femme, & Marc Antoine de Rhelingen, seront plainement remis en tout ce qui leur a estè osté par confiscation. [Art. IV,46–57 mit Hinweis auf Art. V und VII] Tout ce qui concerne l’anéantissement des contrats & autres titres obligatoires contenus aux trois Paragraphes suivans, est compris dans l’article 26 du mesme imprimé: comme ceux qui suivent jusques aux 33, contiennent en substance jusques aux griefs entre les Electeurs, Princes & Estats de l’vne & l’autre religion: desquels n’ayant esté parlé qu’en général dans le traité d’entre l’Empire & la France: Voici comme ils sont particularisez en cettui-ci

Veraltete Form von celui-ci.
.
[Art. IV,47–48] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,49] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,50] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,51] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,52] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,53] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,54] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,55] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,56] s. [Art. IV,46–57]. [Art. IV,57] s. [Art. IV,46–57]. [Art.] V. [Art. V,1] La transaction faite en l’an 1552 à Passau, & la paix de Religion qui la suivie l’an 1555, comme celle d’Ausbourg de l’an 1566, & depuis confirmée en diverses Diétes vniverselles du S. Empire, soit invio[la]blement & saintement gardée en tous ses chefs, conclus du commun consentement de l’Empéreur, des Electeurs, Princes & Estats de l’vne & l’autre Religion: ❀ Et ce qui a esté arresté par cette transaction touchant quelques articles, de l’accord commun des parties, sera observé comme vne Déclaration perpétüelle de ladite paix, tant en jugement qu’ailleurs, jusques à ce que par la grace de Dieu il soit convenu d’vne seule Religion: sans oüir la contradiction ou protestation d’aucun Ecclésiastique du dedans ou dehors de l’Empire, en quelque temps qu’elle soit faite. ❀ Au reste, il sera gardé entre les Electeurs de l’vne & l’autre Religion, Princes & tous & chacun les Estats vne exacte & mutüelle égalité selon qu’elle convient à la République, aux Constitutions de l’Empire & à la présente convention: en sorte, que ce qui sera juste à l’vn le soit aussi à l’autre: toute violence & voye de fait demeurant pour jamais interdite à l’vne & à l’autre des parties. [Art. V,2] Le terme duquel se commancera à suputer la restitution des choses Ecclésiastiques, & qui ont esté changées à leur égard dans les Politiques, sera le premier jour de Ianvier de l’an 1624: & la restitution soit ainsi faite de tous les Electeurs, Princes & Estats de l’vne & l’autre Religion purement & pleine-ment, y comprenant la libre Noblesse de l’Empire, comme les Cōmunautez & bourgs immédiats: toutes publications, sentences, decrets, transactions & autres actes demeurans cassez, & toutes choses estans reduites à l’estat du jour & an susdit. [Art. V,3] Les villes d’Ausbourg, Dunckelspiel, Biberac, & ⌑Ratisbonne⌑ retiendront leurs biens, droicts & exércice de Religion dudit an & jour: mais pour raison des dignitez Senatoriales & autres charges publiques, il y aura égalité & mesme nombre entre ceux de l’vne & de l’autre Religion. [Art. V,4] Il y aura spécialement dans la ville d’Ausbourg sept Sénateurs du Conseil secret, choisis des familles nobles: deux desquels seront pris pour Présidens de la République, dont l’vn sera Catholique & l’autre de la confession d’Ausbourg ou Protestant: II y en aura trois des cinq restans qui seront Catholiques, & deux de la Confession d’Augsbourg. Les autres Sénateurs du petit Senat, comme on l’appelle, les Syndics, Assesseurs de ville & autres Officiers seront en nombre égal de l’vne & l’autre Religion. Il y aura trois Trésoriers, dont deux seront de mesme religion, & le troisiéme d’autre: de telle sorte que la premiére année, il y en ait deux Catholiques & vn de la Confession d’Ausbourg, & la suivante deux de ladite Confession & le troisiéme Catholique, & ainsi altérnativement d’année en année. [Art. V,5] Il y aura aussi 3 Lieutenans d’Artillerie avec la mesme alternation, qui aura pareillement lieu pour les collectes, l’Intendance des vivres, les charges de Voyer & autres qui s’exercent par trois personnes: ❀ [Art. V,6] Et celles qui s’exercent ⌑par deux personnes⌑ ou par vne seule seront aussi alternatives pour vne ou plusieurs années entre les Catholiques & ceux de ladite Confession d’Ausbourg. [Art. V,7] Toutesfois, le soin de ses Temples & Escoles sera reservé entier à chacune partie: & les Catholiques qui au temps de cette paix sont dās la Magistrature & les Offices en plus grand nombre que ci-dessus, joüiront par tout de leur premier honneur & commodité: Mais jusques à ce que leur charge vaque par mort, demission ou autremét, ils demeureront en leurs maisons, ou s’ils se veulent trouver en leur Corps, ils n’y auront plus de voix. [Art. V,8] Aucune des parties n’abusera du pouvoir des adhérans à sa religion pour rüiner l’autre, ou n’aura la présumption de promouvoir directemēt ou indirectement vn plus grand nombre aux dignitez des Présidens, Sénateurs & autres Offices publics, & en quelque cas, quelque tēps & quelque façon que ce soit qu’elle l’essaye, le tout demeurera nul. L’élection des Iuges, Sénateurs, Présidens, Syndics & autres Officiers Catholiques, se fera à présent & ci-apres par les Catholiques, & celle des Officiers de la Confession d’Ausbourg par ceux qui en seront: & vn Catholique sera subrogé au Catholique défunt, comme vn de la Confession d’Ausbourg à vn autre de la mesme créance. ❀ [Art. V,9] La pluralité des voix ne pourra rien à l’encontre en ce fait là, soit directement ou indirectement, & elle ne pourra préjudicier aux citoyens du lieu & de la Confession d’Ausbourg non plus qu’aux Electeurs, Princes & Estats d’icelle dās l’Empire Romain. Que si les Catholiques abusent de la pluralité des voix en cette occurrence ou toute autre, il sera réservé par cette transaction à ceux de ladite Confession d’Ausbourg, le droit d’introduire l’alternative d’vn cinquiéme Sénateur secret & se servir d’autres légitimes remédes. [Art. V,10] Au reste, la paix de religion comme aussi l’ordination de Charles Quint, touchant l’élection des Magistrats & les transactions des annnées [!] 1584 & 1591, en tant qu’elles ne sont point contraires directement ou indirectemēt à cette disposition, demeureront entiéres & inviolables en tous leurs points. [Art. V,11] Il y aura à Dunckelspiel, Bibérac & ⌑Ratisbonne⌑, deux Consuls, l’vn Catholique & l’autre de la Confession d’Ausbourg, & quatre Conseillers du Conseil privé, en nombre égal de l’vne & l’autre religion. Aussi la mesme égalité s’observera en toutes les autres charges, & l’alternation de Réligion en celles qui sont vniques: comme ce qui regarde le soing des Temples & Colléges sera commis à ceux de chacune Religion. [Art. V,12] Si la ville de Donawerd est jugée en la prochaine Diéte vniverselle, devoir estre restituée en sa premiére liberté, elle vsera du mesme droit és matiéres Ecclesiastiques & Politiques, duquel joüissent en vertu de cette transaction, les villes libres de l’Empire, sauf les droits des interessez. [Art. V,13] Ceux qui doivent estre restituez par l’Article de l’Amnestie ou autrement, ne recevront aucun préjudice par le terme ci-dessus de l’an 1624. [Art. V,14] Tous ceux de quelqu’vne des deux Religions susdites, qui joüissoyent de quelque bénéfice que ce soit au prémier jour de Ianvier de l’an 1624, y rentreront & en joüiront paisiblement jusques à ce que les deux Religions soyent d’accord & à perpétuité, s’il ne plaisoit pas à Dieu qu’elles se pûssent accorder: ❀ [Art. V,15] Desorte que si vn Archevesque ou autre Prélat, soit Catholique, soit de la Confession d’Ausbourg venoit à changer sa religion, ceux de la Religion qu’il aura laissée, en pourront mettre vn autre en sa place de la Religion à laquelle ce Bénéfice se trouvera affecté par le traité présent: Toutesfois sans restitution de fruits perçeus & consumez par celui qui sortira dudit bénéfice. [Art. V,16] Les droicts d’élire & demander les Archéveschez & autres bénéfices, selon la coutume de chacun lieu & les anciens Statuts, demeureront en leur entier, en tant qu’ils ne seront point contraires aux Cōstitutions de l’Empire, à la transaction de Passaw, à la paix de Réligion, & principalement à ce qui est déclaré en ce traicté, & qu’ils ne contiennēt rien qui gesne les consciences & soit contraire à la créance tant des Catholiques que de ceux de la confession d’Ausbourg. ❀ [Art. V,17] Mais ceux qui seront esleus ou demandez pour posséder lesdits Bénéfices, promettront qu’ils ne les posséderont point par droict héréditaire ni ne tascherōt point à les rendre successifs en leurs familles: mais que l’élection en demeurera tousjours libre au Chapitre & à ceux qui ont droict d’y pourvoir: & sur tous les Nobles lettrez & gradüez y seront promeus tant qu’il se pourra. [Art. V,18] Que l’Empéreur exerce à l’avenir le droit de primauté aux priéres publiques, où il l’a ci-devant exercé, moyēnant que ce soit sans le préjudice du droit des Evesques de la Confession d’Ausbourg. [Art. V,19] ⌑Ce sera au bras séculier à valider & faire exécuter⌑ les droits Pontificaux prétendus par qui, en quelque temps & en quelque façon que ce soit, sur les biens des Estats de ladite Confession d’Ausbourg. [Art. V,20] Les provisions du Pape dans les mois qui lui seront escheus aux lieux où ils seront en vsage, obtenus sans préjudice de ce que dessus, auront leur eff[e]ct, moyennant qu’elles soyent insinüées dans le temps légitime. [Art. V,21] Ceux de la Confession d’Ausbourg qui seront éleus ou demandez aux Archéveschez & autres Prélatures, apres qu’ils auront justifié dans l’an de leur élection ou demande, presté le serment & rendu la foy & hommage, seront investis par l’Empéreur sans aucune exception, & outre la taxe ordinaire, payeront encor la moitié d’icelle pour l’inféodation, ❀ & seront ou leurs Chapitres, en cas de leurs déceds, apellez par les Lettres ordinaires aux Députations générales & particuliéres, visites, révisions & autres assamblées Impériales, où ils auront leur voix délibérative, comme chacun des Estats l’avoit avant le discord survenu au fait de la Religion: demeurant en la liberté des Prélats & de leurs Chapitres, d’ordonner quelles personnes & quel nombre sera député. [Art. V,22] Ceux de la Confession d’Ausbourg sans préjudice de leurs estats & dignitez, porteront les titres d’Esleus & demādez pour Archevesques, Evesques, Abbez & Préposez: Leur séance sera sur vn banc placé entre les Ecclésiastiques & séculiers. A leurs costez sera assis dans l’assamblée de tous les trois Colloques de l’Empire, le Directeur de la Chancellerie de Mayence au nom de son Archévesque faisant la charge de la direction générale des actes des Diétes, & apres lui le Directeur du Collége des Princes: & le mesme s’observera dans le Sénat des Princes Collégialement assamblez par les seuls Directeurs de ce Collége. [Art. V,23] Autant de capitulans ou Chanoines qu’il y avoit le premier jour de Ianvier 1624, en quelque lieu que ce fust, ou des Catholiques ou de la Confession d’Ausbourg: autant s’en trouvera t’il là tousjours de l’vne & de l’autre Religion: & quand ils mourront on ne leur en pourra subroger d’autres que de mesme Religion. Que s’il s’en trouve plus d’vne ou d’autre Religion qu’il n’y en avoit audit premier Ianvier 1624, les supernumeraires joüiront bien de leurs Bénéfices & Prébendes leur vie durant: mais ceux de l’autre Religion leur succéderōt apres leur mort, jusques à ce que le mesme nombre soit complet qui estoit au premier jour de ladite année: & il ne sera pas permis d’en choisir ni présenter d’autres. [Art. V,24] Les fondations qui ont esté laissées pour la satisfaction de la Reyne & du Royaume de Süéde & de ses Confédérez, leur seront entiérement laissées. [Art. V,25] Tous les Monastéres, Colléges, Bailliages, Commanderies, Temples, Fondations, Escoles, Hospitaux, & autres biens Ecclésiastiques mediats, leurs révenus & droits quelque nom qu’ils ayent, qui estoyent possédez par ceux de la Confession d’Ausbourg audit premier jour de l’an 1624 leur appartiendront, soit qu’ils les ayent tousjours retenus, ou qu’ils leur ayent esté restitüez ou qu’ils le doivent estre en vertu des présentes jusques audit accord des deux Réligions, sans s’amuser à aucunes excéptions, soit avant, soit depuis ladite transaction de Passaw, ou paix de Réligion: ❀ devant suffire à chacun pour tout titre, qu’il possédoit la chose dont est question ledit premier Ianvier 1624: ❀ Particuliérement le Prince de Wurtemberg soit restabli en tout ce qu’il possédoit [i]ndifféremment au jour & an susdit, & que tous ses titres emportez lui soyent rendus: Que ceux de ladite Confession d’Ausbourg ne puissent estre aucunement troublez à l’avenir: mais soyent préservez de toute persécution de droict & de fait jusques au susdit accord des Religions. [Art. V,26] La mesme restitution sera aussi entenduë devoir estre faite aux Catholiques, de tous les Monastéres, Fondations & Confrairies médiates qu’ils possédoyent réellement le jour & an susdit, encor qu’ils soyent sitüez sur les terres & au pouvoir de ceux de la Confession d’Ausbourg: sans pouvoir toutesfois estre changez en d’autres Ordres de Religieux que ceux desquels ils avoient pris la régle, si ledit Ordre n’estoit entiérement aboli ou cessé: auquel cas il sera permis au Magistrat Catholique de choisir quelque Ordre de Religieux de ceux qui estoyent establis en Alemagne devant les différans esmeus pour la Religion, & y substitüer de nouveaux Religieux: ❀ comme aussi tant ceux de l’vne que de l’autre Religion qui vivoyēt ensemble dans lesdits lieux, y vivrōt encor meslez, comme autres-fois, & les vns avec les autres en mesme nombre qu’ils estoyent lors. ¶ On pratiquera le mesme nombre, proportion & vsage pour l’excercice public de l’vne & de l’autre desdites religions: Car en quelque lieu qu’il fust libre en ce temps là & sans l’empeschement de l’vn ou l’autre des partis, il y aura lieu à présent, comme à lors, ❀ & Sa Majesté Impériale joüira de la Primauté des priéres aux mesmes lieux où elles s’éxerçoyent aux jour & an susdits: & en vn mot tous les autres droits Ecclésiastiques de l’vne & de l’autre religion seront réglés sur ce pied là. ❀ La Convention faite par l’Empéreur de maintenir les Electeurs, Princes & Estats de l’Empire immédiatement dans la confirmation & joüissance paisible des engagemens à eux faits, sera aussi entretenuë tant que du consentemēt desdits Princes, Electeurs & Estats il en ait esté autrement ordonné: & partant, les engagemens Impériaux qui ont esté ostez aux villes de Lindaw & de Weisembourg, leur seront promptement & entiérement restitüez: ❀ [Art. V,27] Mais quant aux biens des Estats de l’Empire qu’ils se sont engagez les vns les autres de longue main, il n’y aura point de rachapt sans grande connoissance de cause. ❀ Que si tels biens durant cette guerre ou sans aucune précédente connoissance de cause, ou sans payement du sort principal, ont esté occupez par quelqu’vn, avec leurs titres & enseignemens, qu’ils soyent entiérement & promptement rendus aux premiers possesseurs: & si par sentence il y a lieu de rachapt, & qu’ayāt payé le prix de l’engagement, la restitution s’en soit ensuivie, il sera libre au Seigneur direct d’introduire l’exercice public de sa Religion dans ses terres ainsi engagées, & par lui retirées: mais il sera permis aux habitans & sujets d’en sortir, ou de faire profession de la mesme Religion qu’ils avoyent embrassée sous le premier possesseur desdites terres engagées: ne devans point estre contraints à quitter leur Religion, mais bien de transiger de l’exercice public d’icelle avec le Seigneur direct qui l’a retirée. [Art. V,28] La Noblesse libre & qui releve immédiatement de l’Empire, avec tous & chacun ses Membres & leurs sujets & biens féodaux & allodiaux (si d’avanture à cause de leurs biens & territoires ou domi-cile, ils ne se trouvent sujets à d’autres Estats) en vertu de la paix de Religion, & du présent Traité auront mesme droit de Religion & le mesme bénéfice qui en procéde, que les susdits Electeurs, Princes & Estats sans y pouvoir estre troublez, & l’estans, seront restitüez. [Art. V,29] Les citez libres de l’Empire qui sont toutes ici & ailleurs comprises sous le nom de ses Estats, joüiront tant au dedans qu’au dehors de leurs murailles & fauxbourgs, de la mesme liberté de Religion & de réforme de leurs droits, que le reste des plus hauts Estats dudit Empire. ¶ Que si dans quelques villes où il n’y a point à présent & n’y avoit point audit an 1624 d’autre exercice de Religion que de celle de la Confession d’Ausbourg, quelques Catholiques se trouvent demeurans, on leur l’aissera [!] celui de leur Religion libre. S’il y a pareillement quelques villes Impériales faisant profession de l’vne ou de l’autre Religion (comme entre autres, Ausbourg, Dunckelspiel, Biberac, ⌑Ratisbonne⌑ & Kauffbeura) qui ayent receu quelque changement en la religion, ou quelque grief à cause d’icelle depuis ladite année 1624, elles seront pareillement restitüées en l’estat auquel elles estoyent lors: & qu’il ne soit permis à aucune des parties de se troubler l’vne l’autre, nulle part, ni en quelque façon que ce soit sur le fait des coutumes & cérémonies de l’Eglise: mais que tous les habitans vivent ensemble tranquilement, & se laissent la liberté de leur Religion comme de leurs biens: tout ce qui est au contraire demeurant cassé: sauf ce qui a esté disposé ci-dessus touchant lesdites villes d’Ausbourg, de Dunckelspiel, Biberac & ⌑Ratisbonne⌑. [Art. V,30] Estant vne pratique jusques à présent observée dans l’Empire, que les Seigneurs d’vn Territoire ont droit d’y reformer l’exercice de la Réligion: & y ayant long temps que par la paix de ladite Réligion, il a esté permis aux sujets d’vn Seigneur de sortir de ses Estats s’ils sont d’autre Réligion que lui, & qu’il ait esté donné ordre, pour garder la concorde entre les Estats, que pas vn n’attireroit les sujets d’autrui à sa créance & ne les défendroit ou protégeroit en aucune façon, la mesme chose est convenüe dévoir estre observée entre les Estats de l’vne & l’autre Réligion, & qu’il ne falloit pas empescher le droit qui appartient à aucun Estat au fait de la Réligion, à caucause [!] de son territoire & supériorité. ❀ [Art. V,31–32] Néantmoins, tous les vassaux & sujets des Catholiques qui auront eu l’exercice public ou particulier de la Confessiō d’Ausbourg en quelque partie que ce soit de ladite année 1624, ou quelques annexes & dépendances d’icelle, en auront la possession jusques audit accord des Réligions ou autre mutüel consentement desdits Estats: [V,32] & y estans troublez seront rétablis. Le mesme s’observera aussi pour les sujets Catholiques qui demeurent dans les Estats de la Confession d’Ausbourg, qui auront eu l’exercice public ou privé de ladite Réligion Catholique. [Art. V,32] s. [Art. V,31–32]. [Art. V,33] Les transactiōs faites entre les Estats touchant l’exercice public ou particulier de Réligiō, ne seront valables, sinon entant qu’elles s’accorderont à ce qui s’observoit en ladite année 1624; & on ne s’arrestera point à ce que l’Evesque d’Hildesheim & les Ducs de Brunswic-Lunebourg ont accordé l’an 1643: ❀ On en exceptera toutesfois les neuf Monasteres de cet Evesché d’Hildesheim, que les Ducs de Brunswic ont cédez à certaines conditions: lesquels demeureront aux Catholiques. [Art. V,34] Lesdits Catholiques demeurās dans les Estats Protestās qui n’auront point de droit par ce qui a esté dit, d’y avoir l’exercice public de leur Religion, y seront soufferts patiemment & laissez faire leurs devotions chez eux, sans inquisition ni trouble, & ne seront empeschez de vaquer à leurs exercices publics dans le voisinage, d’avoir chez eux des précepteurs de leur Religion, pour l’instruction de leurs enfans, ou les envoyer aux Escoles de mesme créance, en rendant les devoirs de bons & paisibles citoyens & sujets: ❀ [Art. V,35] Et nul, soit Catholique soit Protestant ne sera à mespris aux marchands, ouvriers ou autres, privé de suc[c]ession, lais testamentaires, hospitaux & cimetiéres publics & moins de l’honneur de la sépulture: & qu’on n’exige autre chose que le droit ordinaire des Curez pour leurs enterremens, mais qu’ils soyent en tous égaux & également protégez. [Art. V,36] Celuy qui n’aura point eu d’exercice public ni particulier de sa Réligion l’an 1624, ou qui changera de Réligion apres la paix faite, & qui voudra se retirer du lieu de sa demeure de son bon gré, ou sera contraint par son Seigneur d’en sortir, pourra vendre ses biens, ou les retenant, les faire regir par autruy, & allant les visiter, ou solliciter ses procés quand il sera de besoin, n’aura que faire de passeport. [Art. V,37] Ceux aussi qui n’ayans point eu lors l’exercice susdit demeureront en quelque Estat de l’vne ou de l’autre Réligion, ou qui s’y seront retirés pour la calamité des guerres, ou voudrōt retourner en leur païs apres la paix faite, n’auront pas moins de cinq ans pour s’y retirer: & ceux qui auront changé de Réligion apres la paix faite, moins de trois ans pour en sortir, ❀ & on ne leur refusera point les certificats de leur naissance, honeste vie & mœurs: tant s’en faut qu’on les puisse taxer à perdre vne partie de leur bien. [Art. V,38] Les Princes protestans de la Silézie, à sçavoir les Ducs de Brieg, Lignitz, Munsterberg & Oels & ⌑les villes⌑ de Breslaw, sont par la grace de l’Empéreur maintenus en leurs droits d’auparavant la guerre, & liberté de Religion: ❀ [Art. V,39] comme aussi par l’intercession de la Reine de Süéde & des Estats de la Confession d’Ausbourg, Sa Majesté Impériale accorde aux Comtes, Barons & Nobles des mesmes Duchez de Silézie & à leurs sujets protestans de n’estre point contraints d’en sortir y vivant paisiblement, & rendant la submission & service qu’ils doivent à leur Prince Souverain, ❀ [Art. V,40] qui leur promet aussi trois Temples, hors, mais proche des murs de Sweinits, Iaur & Glogau qu’ils bastiront à leurs despens: ❀ [Art. V,41] jusques à ce que la Reine de Süéde & ceux de la Confession d’Ausbourg ayent tasché d’obtenir pour eux par leur intercession amiable vne plus grande liberté. [Art. V,42] fehlt. [Art. V,43] Durant la controverse qui arrivera entre ceux qui pretendront avoir eu l’exercice de l’vne ou de l’autre desdites Réligions ⌑ou de leurs annéxes, comme sont les Consistoires & Colléges⌑, les particuliers ne seront point contrains de sortir du lieu qui sera en question: [Art. V,44] fehlt. [Art. V,45] fehlt. [Art. V,46] Cependant les cens, rentes, dixmes, pensions, & autres charges qui ont esté adjugées à l’vne & à l’autre Religion seront acquités: ❀ prenant garde toutesfois à n’épuiser par trop les biens de l’Eglise. [Art. V,47] fehlt. [Art. V,48] Les différans pour le droit de Diocéze & Iurisdiction Ecclésiastique, tant entre les Catholiques & les Protestans, qu’entre les Protestans les vns contre les autres, demeureront suspendus jusques à l’accord des deux Religions. [Art. V,49] fehlt. [Art. V,50] Le Magistrat de chacune Religion, reprimera sévérement ceux qui en preschant, disputant ou escrivant, impugneront & rendront douteuses les conventions précédentes & celle-ci: ❀ mais s’il y a quelque chose qui mérite interprétation, il sera renvoyé à la Diéte Impériale. [Art. V,51] Dans les Assamblées ordinaires des Députez de l’Empire, le nombre des Seigneurs, d’vne & d’autre Religion sera égal & dans la prochaine Diéte on réglera les personnes & les Estats de l’Empire qu’il y faudra ajoûter avec leurs autres circonstances. [Art. V,52] Les différans meus entre les Catholiques & les Protestans, & tous autres, où les Estats ne peuvent pas estre considérez cōme vn Corps seul, mais se trouvent partagez par leurs divers sentimens, seront vüidez par composition amiable, sans s’arrester à la pluralité des voix: ❀ Et quand vne autre affaire ne se pourra pas terminer par cette pluralité de voix, on la renvoyera à la prochaine Diéte. [Art. V,53] D’ailleurs, quelques propositions ayans esté faites pour les changemens causez par cette guerre, de transférer la Iurisdiction de la Chambre Impériale en vn autre lieu plus commode aux Estats généraux de l’Empire, & présenter vn Iuge, des Présidens, Assesseurs & tous autres Ministres de Iustice en pareil nombre de l’vne & de l’autre Religion, & touchāt les autres circonstances qui regardent cette Iurisdictiō de ladite Chābre, lesquelles ne peuvent estre entiérement ici résoluës pour la conséquence de l’affaire, il est arresté qu’on en traitera & conviendra dans les prochaines Diétes: comme aussi de la réformation de la Iustice dans celle des Députez de l’Empire à Francfort. ❀ Néantmoins, afin que la chose ne demeure pas incertaine, on a trouvé bon, outre le Iuge & les quatre Présidens, deux desquels de la Confession d’Aus-bourg doivent estre establis par sa seule Majesté Impériale, d’accroistre le nombre des Assesseurs de ladite Chambre jusques à cinquante: de telle sorte que deux estans réservez à la présentation de l’Empéreur, il y en ait 26 Catholiques & 24 de la Confession d’Ausbourg: Qu’il soit aussi permis de choisir en chacun Cercle de différente Religion, deux Catholiques & deux Protestans: ❀ [Art. V,54] & quand il y aura procez entre des Catholiques, le tiers choisi pour les accorder sera Protestant: comme aux procez d’entre les Protestans, le tiers sera Catholique. [Art. V,55] Au lieu de révision des procez, il sera desormais permis à la partie grevée de se pourvoir contre le jugement rendu à la Cour & en appeller à la personne de Sa Majesté Impériale, ou faire juger derechef le procez par d’autres Iuges de l’vne & de l’autre Religion. [Art. V,56] La visite du Conseil de la Cour se fera par l’Electeur de Mayence: ❀ Et s’il se trouve quelque doute en l’interprétation des Constitutions publiques de l’Empire ou au jugement des causes Ecclésiastiques ou Politiques entre les parties de diverse Religion, ou contrariété d’Arrests, les Catholiques opinans au contraire des Protestans, en ce cas l’affaire sera renvoyée à la Diéte générale. ❀ Mais sur la demande qui a esté faite d’abolir les jugemens de la Cour Impériale de Rotweüil, comme aussi de suprimer toutes les autres Iurisdictions Provinciales de la Süéve & autres lieux de l’Empire, cette affaire pour son importance a aussi esté remise à la prochaine Diéte. [Art. V,57] Voici le nombre des Assesseurs Protestans, & par qui ils doivent estre présentez: à sçavoir, six par l’Electeur de Saxe, & par celui de Brandebourg & le Palatin chacun autant: par le Cercle de la haute Saxe, quatre, & pareil nombre par celui de la basse: Par les Estats Protestans du Cercle de Franconie, deux, & par celui de Süéve, du haut Rhain & de la Westphalie, chacun autant: ❀ [Art. V,58] Sauf les priviléges & libertez des Estats de l’Empire, comme Protestans compris sous le Cercle de Baviére, ausquels l’obmission qui en est faite en cet endroit ne fera point de tort

Es folgt eine allgemeine Bemerkung. Der zweite Teil des Abrege, der die Artikel VI bis XVII des IPO umfaßt, beginnt ebenfalls mit allgemeinen Ausführungen (Texte unten Nr. 3a).
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[Art.] VI. Cet article qui décharge la ville de Basle & tous les Cantons des Suisses de la Iurisdiction de l’Empire, est conforme à ce qui en est employé au 37 article du traité de la paix dudit Empire avec la France [§§ 58–61 IPM], imprimé en ce Bureau le 17 du passé, & partant ne sera point ici répeté. ❀ [Art.] VII. [Art. VII,1] Du consentement vnanime de l’Empéreur & de tous les Ordres de l’Empire, le mesme droit & bénéfice avec les autres Constitutions Impériales, la paix de Religion, cette présente Transaction & la décision des griefs y contenuë, qui peuvent apartenir aux autres Catholiques & aux Estats & sujets de la Confession d’Ausbourg, conviennent aussi à ceux qui sont appellez entr’eux Réformez: sauf toutefois les convētions faites par les Estats, appellez Protestans entr’eux & avec leurs sujets, & les priviléges & autres dispositions touchant la Religion & exercice d’icelle, ausquelles cōme aux Estats & sujets de chacun lieu, il a esté jusques à présent pourveu: la liberté de conscience demeurant aussi en son entier. ❀ Mais puisque les différans de la Religion qui sont entre lesdits Protestans n’ont point encor esté accordez: mais ont esté remis à vn plus ample traité, & qu’ils font deux partis, on est convenu que si quelque Prince ou autre Seigneur du territoire ou Patron de quelque Eglise passe ci apres en la Religion d’vn autre parti, ou en vne Principauté ou Seigneu-rie où se fasse exercice public d’vne autre Religion, ou par droit de succession, ou en verdu [!] du présent Traité de Paix, ou pour quelque autre titre que ce soit, il lui sera bien permis d’avoir avec soy des Prédicateurs de sa Cour & de sa mesme Cōfession, sans qu’ils soyēt en charge ni portent préjudice aux subjets: mais il ne lui sera pas loisible de chāger l’exercice public de la Religion, les loix & Constitutiōs Ecclésiastiques jusques alors receuës, non plus qu’oster aux précédans leurs Temples, Escholes, Hospitaux, leurs pensions, gages ou revenus & autres dépendances, ni les apliquer aux Ministres de sa Religion, ou oster aux subjets le droit Episcopal de Patronage ou de territoire, & sous aucun prétexte que ce soit les obliger à recevoir des Ministres d’autre Confession, ou aporter aucun empeschement & préjudice directement ou indirectement à ceux d’autre créance. Et pour rendre cette convention plus ferme, qu’il soit permis, en cas de ce changement, aux Communautez de présenter ou nommer aux Consistoires, si elles n’ont pas le droit de présenter, des Ministres capables de servir aux Escholes & aux Eglises du lieu, s’ils sont de mesme Religion que les Communautez qui les présenteront: au defaut de quoi ceux qu’elles auront esleus doivent estre examinez, ordonnez & ensuite confirmez, sans récusation, par le Prince ou Seigneur du lieu. [Art. VII,2] Mais si quelque Communauté en cas de changement, ayant embrassé la Religion de son Seigneur demande à entretenir à ses dépens l’exercice auquel le Prince ou le Seigneur s’est attaché, il sera libre, sans préjudice des autres, de le lui accorder, & ce droit ne pourra estre osté par ses successeurs: Mais le Consistoire, ceux qui visiteront les Eglises, les Professeurs des Escholes & des Académies de Théologie & Philosophie, ne seront point d’autre religion que de celle qui est aujourd’hui publiquement receuë en chaque lieu: ❀ Et comme tout ce qui s’est dit ci-dessus se doit entendre des changemens à venir, il n’apportera aucun préjudice aux droits des Princes d’Anhalt & autres semblables: ❀ Mais on ne recevra ou souffrira dans le sacré Empire Romain autre Religion que celles ci-dessus nommées. ❀ [Art.] VIII. [Art. VIII,1–5] Tous les articles suivans du mesme imprimé d’entre l’Empire & la France jusques au 43 compris [§§ 62–66 IPM]〈,〉 touchant la conservation des priviléges & droits des Electeurs, Princes, Estats & villes de l’Empire, dans les Diétes & Cercles &c. soulagement des débiteurs ❀ [Art. VIII,2] s. [Art. VIII,1–5]. [Art. VIII,3] s. [Art. VIII,1–5]. [Art. VIII,4] s. [Art. VIII,1–5]. [Art. VIII,5] s. [Art. VIII,1–5]. [Art. IX] [Art. IX,1–2] & l’establissement du cōmerce dont le IX article est composé, sont pareils à ceux du présent instrument de Paix: c’est pourquoy ils ne seront point ici employez derechef. ❀ [Art. IX,2] s. [Art. IX,1–2]. [Art.] X. [Art. X,1] La Sérénissime Reine de Süéde ayant demandé d’estre satisfaite sur la restitution des lieux occupez en cette guerre: Pour le bien de [la] Paix, l’Empéreur du commun consentement des Electeurs, Princes & Estats de l’Empire, notamment des intéressez & en vertu de la présente transaction, a accordé à Sa M. Suédoise, à ses héritiers & successeurs Roys, Reines & au Royaume de Süéde, les Seigneuries suivantes avec plein droit, pour tousjours, & comme fief immédiat de l’Empire. [Art. X,2] 1, Toute la Poméranie citérieure, dite vulgairement Vorpommern avec l’Isle de Rugie, contenuës dans les mesmes limites qu’elles avoyent sous les derniers Ducs de Poméranie, & encor de la Poméranie vltérieure, Stetin, Gartz, Dam, Golnau & l’Isle de Wollin, avec l’Oder qui coule entre-deux, & la mer appellée communément Das-Frische-Haff, & ses trois emboucheures, sçavoir Pfin, Swine & Dievenaw, & les terres adjacentes de part & d’autre depuis le commancement du territoire Royal jusques à la mer Balthique en toute l’étenduë du rivage qui regarde l’Orient: duquel sera amiablement convenu entre les Cōmissaires Royaux & Electoraux touchant la description plus exacte des limites de chacun d’eux & autres moindres droits. [Art. X,3] La Reine & le Royaume de Süéde entreront de ce jour en possession du Duché de Poméranie & de la Principauté de la Rugie, avec toutes les Seigneuries, lieux y annexez & tous & chacun les territoires, Préfectures, villes, chasteaux, bourgs, & villages, hōmes, fiefs, fleuves, isles, lacs, rivages, ports, golfes & lieux propres à se tenir à l’anchre, anciens peages, & tous autres pareils droits, revenus & biens Ecclésiastiques & séculiers en dépendans, titres, dignitez, preéminences, immunitez, prérogatives & tous autres priviléges que les précédens Ducs de Poméranie avoyent en leur possession, dont Sadite M. Süédoise & le Royaume de Süéde joüiront desormais librement & inviolablement comme en fief héréditaire. [Art. X,4] Tous les droits que les Ducs de la Poméranie citérieure ont ci-devant eus en la collation des Prélatures & Prébendes du Chapitre de Camin appartiendront ci-apres à perpétüité à Sa Majesté Süédoise & au Royaume de Süéde, avec puissance de les esteindre, & d’apliquer leurs revenus à la table Ducale apres le decez des Chanoines & autres du Chapitre: & tout ce qui apartenoit aux Ducs de la Poméranie vltérieure apartiendra à l’Electeur de Brandebourg, avec l’Evesché entier de Camin & ses territoires, droits & dignitez, comme il sera dit plus amplement ci-apres. La Maison Royale de Süéde & celle de Brandebourg joüiront sans différance des titres & marques de dignité de la Poméranie en la maniére vsitée entre ses précédens Ducs: mais la Royale, à jamais: & celle de Brandebourg, tant qu’il y aura des masles en sa ligne, sans y comprendre la Principauté de Rugie, ni aucune autre prétention de droit sur les lieux cédez au Royaume de Süéde. Mais la ligne masculine de la Maison de Brandebourg venant à manquer, tous les autres, hors la Süéde, se déporteront des titres & marques de la Poméranie: Aussi lors tous les territoires de la Poméranie vltérieure avec la citérieure, & l’Evesché & Chapitre entier de Camin avec tous les droits & prétentions de leurs précedens Seigneurs, seront réünis & appartiendront aux seuls Rois & Royaume de Süéde à perpétüité: qui joüiront cependant souz l’espérance de cette succession, de son investiture simultanee: de sorte qu’ils recevront des Ordres & sujets desdits lieux l’hommage accoustumé. [Art. X,5] L’Electeur de Brandebourg & tous les autres interessez deschargent les Ordres, Officiers & sujets de tous les lieux susdits, des sermens par lesquels jusques à ce jour ils leur estoyent attachez, & les remettent à rendre l’hommage & obeïssance accoustumez à la Reyne & au Royaume de Suéde, qu’ils establissent tellemēt en la pleine & juste possession d’iceux, qu’ils renoncent, & les leurs, à toutes les prétentions qu’ils y. pourroyent avoir, & les y confirmeront pour eux & les leurs par des Patentes particuliéres. [Art. X,6] 2, L’Empéreur du consentement de tout l’Empire, concéde aussi à la Sérénissime Reine, & à ses héritiers & successeurs, & au Royaume de Suéde pour tousjours, & comme fief immédiat de l’Empire, la cité & le port de Wismar, ensemble la forteresse de Walfisch, & les Préfectures de Poël, excepté les bourgs de Schédorff, Weittendorff, Brandenhusen, & Wangern, appartenans aux Hospitaux du S. Esprit de la ville de Lubec & Newencloster, avec tous les droicts & appartenances qu’y ont possédé jusques à ce jour, les Ducs de Mecklebourg: En telle sorte que les susdits lieux, tous les ports avec les terres d’vn & d’autre costé depuis la ville jusques en la mer Balthique demeurent en la libre disposition de Sadite Majesté, & qu’elle les puisse fortifier & y mettre garnisons selon que les circonstances le requerront, à ses despens toutesfois, & y avoir entiere seurté pour l’abord de ses vaisseaux & de sa flotte, & au reste en faire, joüir & disposer comme de ses autres fiefs Impériaux: sauf les priviléges de la ville de Wismar, & à la charge que son commerce sera amelioré par cette protection & faveur Royale. [Art. X,7] 3, Sa Majesté Impériale avec le mesme consantement de tout l’Empire, a accordé à Sadite Majesté Süédoise & à ses successeurs Rois, l’Archévesché de Bréme & l’Evesché de Verden avec la ville & la Préfecture de Wilshusen & tous les droits qu’avoyent les derniers Archévesques de Bréme dans le Chapitre & Diocése d’Hambourg, sauf toutesfois à la Maison d’Holsace & à la ville & Chapitre d’Hambourg respectivement leurs droits, priviléges, accords, & possession en laquelle ils sont à présent: de telle sorte que les 14 villages qu’ils ont dans les Préfectures d’Holsace, de Trittomieus & Reinbec, selon le Canon moderne annüel, demeureront pour tousjours à Fridéric Duc d’Holsace de Gottorp & à ses descendans, avec tous & chacun les drois & biens, tant Ecclésiastiques que séculiers à eux appartenans, sous quelque nom & en quelque lieu qu’ils soyent situez sur terre & sur mer, souz les mesmes armoiries, & comme fief immédiat de l’Empire, mais sous le titre de Duché: cessans tous les droits des Chapitres, Colléges & Eglises d’élire & postuler, & leur administration & gouvernement des terres appàrtenant à ces Duchez. [Art. X,8] Mais on laissera la cité de Bréme, son territoire & ses sujets dans son présent estat, liberté, droits & priviléges dans les choses Ecclésiastiques & Politiques sans aucun ⌑empeschement⌑: Et s’il y a ou arrive ci-apres quelque différant entr’elle, l’Evesché ou Duché & le Chapitre, il sera accommodé amiablement ou par le droit, sauf cependant à chacune partie la possession où elle est. [Art. X,9] 4, A raison de toutes les susdites Seigneuries & fiefs, l’Empéreur & l’Empire colloquent la Sérénissime Reine & les successeurs au Royaume de Süéde en l’Estat immédiat de l’Empire: tellement que la Reine & les Roys de Süéde sous le titre de Ducs de Bréme, de Verden & Poméranie, comme aussi de Princes de la Rugie & de Seigneurs de Wismar, doivent estre apellez, entre les autres Estats de l’Empire, aux Diétes d’icelui, leur donnant séance dans les Assamblées Impériales au Collége des Princes, sur le banc des Laïques au cinquiéme lieu, où l’Evesché de Bréme aura sa voix, & l’Evesché de Verden & Poméranie, la leur en l’ordre qui appartenoit anciennement aux premiers possesseurs: ❀ [Art. X,10] Mais dans le Cercle de la haute Saxe, ils seront immédiatement devant les Ducs de la Poméranie vlterieure: dans les Cercles de la Westphalie & de la basse Saxe, au lieu & selon la coutume receuë: la direction alternative appartenant a ceux de Magdebourg & Bréme du Cercle de la basse Saxe, sauf aux Ducs de Brunsvic & de Lunebourg, leur droit dirrectoire avec les autres: ❀ [Art. X,11] & aux assamblées des Députez de l’Empire tant Sa Royale Majesté que l’Electeur envoyeront les leurs suivant la coustume: & comme l’vne & l’autre Poméranie n’y ont qu’vne voix, elle y sera tousjours portée de la part de S. R. M. en ayant auparavant communiqué avec ledit Electeur. [Art. X,12] Il concéde aussi à tous & chacun lesdits fiefs le privilége de ne point apeller, mais de faire en sorte qu’il constituë quelque Chambre Souveraine en lieu commode dans l’Alemagne, & qu’il y cōmette des persōnes capables d’administrer la justice selon les Constitutions de l’Empire & les Statuts de chacun lieu, sans autre apel ni évocation. Mais s’il arrive qu’ils soyent comme Ducs de Bréme, de Verden ou de Poméranie, ou bien comme Princes de la Rugie ou Seigneurs de Wismar, ataquez par quelqu’vn pour raison desdites Seigneuries, Sa Majesté Césarée leur laisse libre de choisir la jurisdiction pour eux la plus commode, ou en la Cour Césarèe ou en la Chambre Impériale, où ils voudront attirer l’action intantée: estans neantmoins tenus de déclarer dans trois mois du jour de l’exploit pardevant quel Iuge ils désireront procéder. [Art. X,13] De plus, Sa Majesté Impériale accorde à la Reine de Süéde le droit d’ériger vne Academie ou Vniversité en tel lieu & tel temps qu’elle voudra & ❀ à perpétüité les nouvelles impositions, qu’on apelle licentes, qui se reçoivent aux rivages & ports de la Poméranie & de Mechlebourg, pourveu que ce soit avec telle modératiō de taxe qu’ils ne puissent rüiner le cōmerce en ces lieux là. [Art. X,14] Enfin, il dispense les Estats, Magistrats, Officiers & sujets desdites Seigneuries & fiefs respectivement, des sermens & de la servitude à laquelle ils estoyent obligez aux premiers Seigneurs possesseurs ou prétendans jusques à ce jour, & les remet à la sujetion, obeïssance & fidélité de Sa Majesté Royale & du Royaume de Süéde, comme aussi il les oblige de ce jour à obeïr à leur Seigneur héréditaire: remettant ainsi la Süéde en vne plaine & juste possession d’iceux, engageant sa parole Impériale de donner non seulement à ladite Reine à présent régnante, mais aussi à tous les Rois & Reines à venir & au Royaume de Süéde, asseurance pour raison desdites Seigneuries, biens & droits concédez, & de les maintenir & conserver inviolablemēt à jamais, cōme tous les autres, en la paisible joüissance d’iceux envers & contre tous, & de confirmer tout ce que dessus par Lettres patentes & investitures spéciales en la meilleure fo[r]me qu’il se pourra. [Art. X,15] Réciproquement, la Sérénissime Reine, les Rois futurs & le Royaume de Süéde reconnoistront tenir tous & chacun lesdits fiefs de Sa Majesté Césarée & de l’Empire, & toutes les fois que le cas y escherra, leur demanderont deuëment la renovation des investitures, prestans le serment de fidélité, & satisfaisans aux droits & annexes comme les prédécesseurs & semblables vassaux de l’Empire. [Art. X,16] Au reste, ils confirmeront aux Ordres & sujets desdites Seigneuries & lieux nommémēt à ceux de Stralzund, leur liberté compétente, biens, droits & priviléges communs & particuliers légitimement acquis ou obtenus par vn long vsage avec la libre & perpétüelle joüissance de l’exercice de la Religion Evangelique selon la premiére & originelle Confession d’Ausbourg: & dans la renovation & prestation d’hommage selon la coustume: Comme aussi ils conserveront aux villes Anseatiques cette liberté de la navigation & du cōmerce qu’elles ont euë jusques à la présente guerre tant dans les Royaumes estrangers, Républiques & Provinces que dans l’Empire. [Art.] XI. [Art. XI,1] Pour recompenser l’Electeur de Brandebourg Frideric Wilhelme de ce que pour avancer la paix vniverselle il a cédé ses droits sur la Poméranie citérieure & la Rugie & aux Seigneuries & lieux ci-dessus, Sa M. Impériale du consentement des Estats de l’Empire, & principalement des interessez, remettra à lui & à ses descendans & successeurs, sur tout aux Marquis Christian Wilhaim autrefois Administrateur de l’Archévesché de Magdebourg, Christian de Culmbac & Albert Onoltzbac & à leurs successeurs & héritiers masles, aussi tost que la paix sera concluë & ratifiée entre l’vn & l’autre Royaume & les Estats dudit Empire, l’Evesché d’Halberstad, avec tous ses droits, priviléges, régales, territoires & biens séculiers & Ecclésiastiques quels qu’ils soyent à perpétüité & comme fief immédiat. Ledit Electeur sera aussi establi en la joüissance réelle & paisible d’icelui, & en cette qualité aura sa séance & sa voix dans les Diétes de l’Empire & ⌑aux Cercles⌑ de la basse Saxe:❀ laissant neantmoins la Religion & les biens d’Eglise en l’estat qu’ils avoyent esté ordonnez par l’Archiduc Léopold Guillaume, suivant la convention faite avec le Chapitre Cathédral: en telle sorte toutefois, que l’Evesché demeure héréditaire à l’Electeur & à toute sa Maison & parens masles susnommez dans l’ordre qu’ils succédent réciproquement les vns aux autres: & qu’il n’y ait ni ne demeure au Chapitre aucun droit d’élire ou postuler, mesme à cause du gouvernement de l’Evesché ou autres choses qui lui appartenoyent: mais que des à présent ledit Electeur & les autres susnommez, selon l’ordre de succéder, joüissent en cet Evesché de la puissance dont vsent les autres Princes dans leur territoire. Et qu’il lui soit loisible d’esteindre la quatriéme partie des Canonicats, excepté la Préfecture, en la personne des modernes possesseurs qui seront de la Confession d’Ausbourg, à mesure qu’ils mourront, & d’en incorporer les revenus à la table Episcopale: Que s’il n’y a pas assez de Chanoines de la Confession d’Ausbourg qui se montent à la 4 partie du Chapitre, à la réserve du Préfet, ce nombre sera suppleé par les bénéfices des Catholiques qui décéderont. [Art. XI,2] Dautant aussi que le Comté d’Hohenstein pour la part qui releve en fief de l’Evesché d’Halberstad consistant en deux Seigneuries ou Prefectures, Lora & Klettenberg & quelques villes avec les biens & droits en dependans, a esté appliqué audit Evesché apres la mort du Comte, dernier decedé, & a esté jusques aujourd’huy possedé par l’Archiduc Leopold Guillaume, comme Evesque d’Halberstad, c-il a esté arresté -c

c-c So korrekt der Druck aus Lyon für lat. placuit ; in der Druckvorlage und den anderen benutzten Pariser Drucken fälschlich Präsens: il est arresté.
que ledit Comté demeureroit

So korrekt der Druck aus Lyon; in der Druckvorlage und den anderen benutzten Pariser Drucken fälschlich: demeurer (der concordance des temps gemäß müßte es dort heißen: demeurera).
irrevocablement vni à cet Evesché, & la faculté d’en disposer à l’Electeur, comme possesseur héréditaire dudit Evesché d’Halberstad nonobstant toute chose au contraire.
[Art. XI,3] Ledit Electeur sera tenu de conserver le Comte de Tattenbach en la possession du Comté de Rhenistein, & dans l’investiture qui luy a esté accordée par l’Archiduc du consentement du Chapitre: ❀ [Art. XI,4] Et l’Empéreur du consentement des Estats de l’Empire, remettra incontinant apres la paix concluë en la posessiō reelle & paisible du mesme Electeur pour lui & ses successeurs ci-dessus dits, l’Evesché de Minden avec tous droits & appartenances en fief perpétuel: & en cette considération ledit Electeur aura seance & voix dans les Diétes vniverselles & particuliéres de l’Empire, & du Cercle de la Westphalie. Sauf toutesfois à la ville de Minden, ses régales & droits dans les choses sacrées & prophanes, & la connoissance simple & mixte des actions civiles & criminelles qu’elle a principalement par droict de destroit, & par l’exercice qui lui a esté accordé de cette Iurisdiction, & comme il est maintenant pratiqué avec tous les autres vsages, immunitez & privileges qui luy appartiennent legitimement selon ses anciens droits. En sorte toutesfois que les villages & métairies appartenans aux Prince, Chapitre, & à tout le Clergé & la Noblesse, respectivement sitüez dans le destroict & murs de la Cité, en soyent du tout exceptez, & qu’au reste le droit du Prince & du Chapitre demeure inviolable. ❀ [Art. XI,5] L’Empéreur & l’Empire concéderont aussi en fief perpétüel audit Electeur & à ses successeurs, l’Evesché de Camin en la mesme façon, & autre tel droit que celui d’Halberstad & Minden, avec cette différence neantmoins qu’en l’Evesché de Camin, il sera du tout en son pouvoir d’esteindre les Canonicats apres le décez des Chanoines d’à présent, & ainsi par succession de temps vnir & incorporer tout l’Evesché à la Pomeranie vltérieure. [Art. XI,6] On accordera pareillement à cet Electeur l’expectative en l’Archévesché de Magdebourg: tellement que venant à vaquer par mort ou succession en l’Electorat ou toute autre concession du présent Administrateur Auguste Duc de Saxe, il lui sera & à ses successeurs, héritiers & parens masles entiérement conféré & avec toutes ses dépendances, comme l’Evesché d’Halberstad, & en fief perpétüel: le droit leur demeurant d’apréhender la possession vacante de leur propre authorité, nonobstant toute élection ou postulation faite pendant ce temps là, ouvertement ou clandestinement. [Art. XI,7] Cependant, le Chapitre, les Ordres & sujets dudit Archévesché seront tenus incontinant apres la paix concluë, de prester audit Electeur & à toute la Maison Electorale pour elle & ses successeurs, héritiers & parens masles à leur avenement, le serment de fidélité & de sujetion. [Art. XI,8] Sa Majesté Impériale renouvellera l’ancienne liberté de la ville de Magdebourg á l’instante & humble priére qu’elle lui en présentera, ensemble le privilége à elle accordé par Otton premier en l’an neuf cent quarante, encor qu’il ayt esté perdu par l’injure des temps: & pareillement celui de se munir & fortifier qui lui a esté concédé par l’Empéreur Ferdinand II, lequel avec toute jurisdiction & droit s’estend à vn quart de lieuë d’Alemagne: tous ses autres droits & priviléges Ecclésiastiques & Politiques demeurans en leur entier, avec la clause que les fauxbourgs ne doivent point estre restablis au préjudice de la ville. [Art. XI,9] Quant à ce qui touche les 4 Seigneuries ou Préfectures de Querfurt, Guterbock, Dam & Borck, comme elles ont autrefois esté remises à l’Electeur de Saxe, elles demeureront à tousjours en sa puissance, avec cette réserve qu’il satisfera ci-apres à la contribution faite jusques à présent pour raison d’icelles aux Collectes de l’Empire & du Cercle, & ⌑qu’elle demeurera à l’Archévesché⌑: en estant fait vne expresse provision dans la matricule desdits Empire & Cercle. ❀ Mais afin que la diminution par là causée des revenus de la Chambre appartenans à la table Archiépiscopale soit en quelque façon reparée, on remettra non seulement audit Electeur & à ses successeurs, incontinant apres la paix concluë, la préfecture d’Eglen qui apartenoit ci-devant au Chapitre, pour la posséder & en joüir en plain droit: la procédure faite sur ce sujet par les Cōtes de Barbi, depuis quelques années demeurant annullée: Mais aussi l’Archévesché aura la faculté d’esteindre apres le decez des possesseurs la quatriéme partie des Canonicats Cathédraux, & d’en appliquer les revenus à la Chambre Archiépiscopale: ❀ [Art. XI,10] Et pour les debtes que le présent Administrateur Auguste Duc de Saxe a jusques à ce jour contractées, elles ne seront point payées des revenus de l’Archévesché, le cas avenant en la maniére susdite de vacance & de dévolution d’icelui à l’Electeur de Brandebourg & à ses successeurs: & cet Administrateur ne pourra ci-apres charger ledit Archevesché en aucune façon de nouvelles debtes, engagemens & aliénations au préjudice dudit Electeur & de ses successeurs, héritiers & parens masles. [Art. XI,11] Au reste, les droits & priviléges appartenans aux Ordres & sujets dans les Archéveschez & Eveschez de l’Electeur leur demeureront en leur entier, avec l’exercice de la Confession d’Ausbourg, tel qu’à présent: comme aussi les conventions & transactions passées entre les Estats & Ordres des deux Religiōs, entant qu’elles ne sont point contraires à la disposition contenuë en l’article des griefs, au paragraphe, qui commance: Qui Archiepiscopatus, Episcopatus & aliæ fundationes: & dans nostre impression par ceux-ci, Les fondations, &c. n’auront pas moins lieu: Et les susdits Archévesché & Evesché doivent demeurer par droit héréditaire & immuable à l’Electeur, à la Maison de Brandebourg & à tous ses successeurs, héritiers & parens pour tousjours, comme leurs autres terres. ❀ Il a pareillement esté convenu pour ce qui regarde le titre, que ledit Electeur avec toute la Maison de Brandebourg & tous & chacun les Marquis, Ducs de Magdebourg & Princes d’Halberstad & Minden retiendront les noms & qualitez susdites. [Art. XI,12] Sa M. S. restitüera semblablement à l’Electeur de Brandebourg, pour soy, ses héritiers & parens masles. 1, le reste de la Poméranie vlterieure avec toutes ses appartenances, biens & droits séculiers & Ecclésiastiques en plein droit: puis Colberg avec tout l’Evesché de Camin & le droit qu’ont eu jusques ici les Ducs de lad. Poméranie vlterieure en la colla[t]ion des Prélatures & Prebenbes [!] du Chapitre de Camin, sans préjudice des droits ci-dessus accordez à Sa M. Süédoise & aux Ordres & sujets des lieux restitüés dans ladite Poméranie vlterieure & l’Evesché de Camin: qui joüiront à perpétuité, & sans aucun trouble de la liberté, biens, droits & priviléges d’iceux selon la teneur des Lettres de retrocession (dont les Ordres & sujets dudit Evesché, comme si elles leur avoyent esté directement données) & du libre exercice de la confession d’Ausbourg, non altérée, sans aucun trouble au renouvellement d’hommage. ❀ [Art. XI,13] 3, Toutes les places qui sont tenuës sous garnison Süédoise, dans le Brandebourg. [Art. XI,14] 4, Toutes les Cōmandes & biens qui regardēt l’Ordre de chevalerie de S. Iean, lesquels sont hors le territoire cédé à la Reyne & au Royaume de Süéde, ensemble les originaux des actes, registres & de toutes les autres Lettres & enseignemens concernans les lieux & droits restituables: Mais ceux qui seront communs tant pour l’vltérieure que citérieure Poméranie, seront gardez en forme authentique dans les Archives de Stetin où ailleurs. [Art.] XII. [Art. XII,1] Pour recompense aussi de ce que quitte le Duc de Mecklenbourg Suérin Adolphe Frideric en l’alienation de la ville & du port de Wismar, l’Evesché de Suerin & de Ratzenburg lui appartiendront & à ses héritiers masles par droit de fief perpétüel & immediat (sauf à la Maison de Saxe-Lavenbourg & aux autres voisins & Diocéses susdits leur droict competent) avec tous droicts, enseignemens, Archives, Registres & autres dépendances, & le pouvoir d’esteindre tous les Canonicats apres le décez des Chanoines qui y sont à présent résidens, & d’appliquer, comme il a esté dit, leurs revenus à la table Ducale: en laquelle qualité il aura séance dans les assamblées de l’Empire & du Cercle de la Saxe inférieure avec titre double de Prince & de droict de suffrage: ❀ Et encorre que son Néveu Gustave Adolphe, Duc de Mecklenbourg-Gustrau ait esté auparavant dèsigné Administrateur de Ratzeburg: toutesfois parce que le bénéfice de restitution en ses Duchez ne lui est pas moins avenu qu’à son Oncle: Il a semblé juste que sondit Oncle cedant Wismar, il lui cedast reciproquement cet Evesché: Mais on conférera audit Duc Gustave Adolphe, pour recompense, deux Bénéfices de Canonicats des premiers vacquans, selon la moderne composition des griefs appartenans à ceux de la Confession d’Ausbourg: sçavoir vn dans l’Eglise Cathedrale de Magdebourg, & l’autre dans celle d’Halberstad. [Art. XII,2] Quant aux deux prétendus Canonicats en l’Eglise Cathédrale de Strasbourg, si quelque chose appartient sous cette considération aux Estats de la Confession d’Ausbourg, suivant la présente transaction, vne partie des revenus de ces Canonicats sera concedée à la famille des Ducs de Mecklenbourg, sans préjudice toutesfois des Catholiques. Que s’il arrive aussi que la ligne masculine de Süérin vienne à finir: celle de Gustrau la survivāt succédera derechef à celle-là. [Art. XII,3] Mais pour plus grande satisfaction de la Maison de Mecklenbourg, les Commanderies de l’Ordre de Chevalerie de Sainct Iean de Hierusalem ⌑de la ligne⌑ de Mirow & Nemerow, situées en ce Duché, lui seront laissées jusques à l’accord des Religions dans l’Empire: à sçavoir à la ligne de Süérin, la Commanderie de Mirow & à la ligne de Gustrau celle de Nemerow: à condition qu’ils procureront le consentement dudit Ordre, & qu’ils lui rendront & à l’Electeur de Brandebourg, comme patron d’icelui, les devoirs accoustumez toutes & quantcsfois [!] que le cas y escherra. ❀ [Art. XII,4] S. M. Césarée lui confirmera pareillement pour tousjours l’impost ci-devant obtenu sur l’Elbe, lui accordant en outre pour l’avenir, l’exemption des tributs de l’Empire, qui s’ordonneront hors ce qui regarde la satisfaction de la Milice Süédoise, jusques à ce que la somme des deux cent mille richedales ait esté compensée. ❀ Au parsus, la déte prétenduë de Wingersheen sera cassée comme faite à cause de la guerre: les procédures & décrets émanez à cette fin estans du tout annullez, en sorte que ni les Ducs ni la cité de Hambourg ne pourront jamais estre actionnez pour ce sujet. ❀ [Art.] XIII. [Art. XIII,1] La Maison Ducale de Brunswic & de Lunebourg ayant aussi pour mieux & plus facilement establir la paix publique, renoncé aux Coadjutoreries obtenuës dans les Archéveschez de Magdebourg & de Bréme, & les Eveschez d’Halberstad & de Rutzembourg, à condition qu’entre les autres prérogatives qu’elles ont alternativemēt avec les Catholiques en l’Evesché d’Osnabruk, la succession leur fust adjugée: Sa Majesté Impériale consent & permet que cette succession alternative dans ledit Evesché d’Osnabruk ait lieu ci-apres en〈tre〉 les Catholiques & les Evesques de la Confession d’Ausbourg, qui doivent estre choisis de la famille des Ducs de Brunswic & Lunebourg, tandis qu’elle durera ainsi qu’il s[’]ensuit. [Art. XIII,2] 1, Parce que Gustave fils de Gustave, Comte de Wasabourg, Sénateur du Royaume de Süéde renōce à tout son droit sur l’Evesché d’Osnabruk, obtenu à cause de la présente guerre, & remet le sermēt qui lui a esté presté par les Estats & sujets d’icelui, l’Evesque Frāçois Wil-helme & ses successeurs & le Chapitre, les Estats & sujets dudit Evesché sont obligez en vertu de ce traité de payer audit Comte ou à son Mandataire à Hambourg pendant l’espace de quatre ans, à compter du jour de la paix, quatrevingt mille richedales, sçavoir vingt mille par chacun an à Hambourg, à faute de quoi sera procédé par voye d’exécution contre les desobéïssans selon la loy commune de cette paix. [Art. XIII,3] 2, On restituëra tout l’Evesché d’Osnabruk avec ses appartenances séculiéres & Ecclésiastiques au nouvel Evesque François Wilhelme qui le possédera en plein droit, comme les perpétuelles loix de la capitulation, par le commun consentement du Prince François Wilhelme & de la Maison de Brunswic-Lunebourg & des Chapitres de l’Evesché d’Osnabrug, l’ont ordonné. [Art. XIII,4] 3, Les Estats de la Religion & les Assamblées Ecclésiastiques & de tout le Clergé de l’vne & l’autre religion tant en cette ville d’Osnabrug que dans les autres seigneuries, bourgs & lieux dépendans dudit Evesché demeureront & serōt reduits au mesme point auquel ils estoyēt le premier Ianvier de l’an 1624, estāt faite au préalable vne particuliére détermination & disposition des choses qui se trouvent avoir esté chāgées apres l’an 1624, à l’égard des Ministres & du culte divin: laquelle disposition sera insérée en ladite capitulation. L’Evesque aura soin aussi apres avoir receu l’hommage de ses sujets, comme il s’est anciennement pratiqué, de les maintenir dans leurs droits & priviléges, & que tout ce qui sera nécessaire pour leur seurté, celle des Estats & l’administration de l’Evesché, soit conservé. [Art. XIII,5] 4, Arrivant le decez de l’Evesque Ernest, Auguste Duc de Brunswic & Lunebourg lui succédera en l’Evesché d’Osnabrug, estant par le présent traité désigné son successeur: & le Chapitre Cathédral d’Osnabrug cōme les autres Estats & sujets seront tenus incontinant apres le decez ou la résignation de l’Evesque présent, de le recevoir en l’Evesché & dans 3 mois du jour de la paix concluë, lui prester l’hommage accoustumé sui-vant les conditions exprimées en la Capitulation perpétüelle qui se doit faire avec le Chapitre. [Art. XIII,6] Mais si le Duc Ernest Auguste ne survit à l’Evesque moderne, le Chapitre sera obligé de choisir pour son Evesque vn autre des successeurs du Prince George Duc de Brunswic & de Lunebourg, toutefois aux cōditions insérées en la Capitulation receuë & vniforme, qui se doivent observer à tousjours: Et icelui estant décédé ou résignant volontairement, il sera tenu par élection ou postulation de prendre en sa place vn Prélat Catholique: Mais s’il y a en cette partie négligence des Chanoines ou différend entr’eux, la constitution du droit Canon & la coustume de l’Alemagne aura lieu, sauf toutesfois la capitulation perpétuelle, & cette transaction qui sera perpétuellement admise & la succession alternative entre les Evesques Catholiques choisis dans le Chapitre ou demandez d’autre part, & ceux de la Confession d’Ausbourg, mais point d’autres, que les des〈cend〉ans de la famille du Duc George. Que s’il y a plusieurs Princes des cadets de cette famille, on en choisira ou demandera vn pour estre Evesque, & à leur defaut sera pris l’vn des Princes Régens, ausquels finalement succédera la postérité du Duc Auguste; l’alternation perpétüelle demeurant comme dit est entr’elle & les Catholiques. [Art. XIII,7] 5, Non seulement ledit Duc Ernest Auguste, mais tous & chacun de ceux de la famille des Ducs de Brunswic & de Lunebourg, sujets de la Confession d’Ausbourg, succédans alternativement en cet Evesché, seront tenus de conserver & garder l’estat de la Réligion comme il a esté dit ci-dessus. [Art. XIII,8] 6, Pour empescher qu’il ne naisse aucune difficulté ou confusion pendāt l’administration & gouvernement de l’Evesque de la Confession d’Ausbourg, touchant la censure des Catholiques Ecclésiastiques ou l’vsage & administration des Sacremēs selon la coustume de l’Eglise Romaine, & tout ce qui regarde leurs Ordres, la disposition de ces choses (toutes les fois que l’alternative succession aviendra à quelqu’vn de la Confession d’Ausbourg) sera réservée à l’Archévesque de Cologne comme Métropolitain, mais la connoissance contre ceux de la Confession d’Ausbourg lui sera entiérement ostée: les autres droits de supériorité & gouvernement dans les choses civiles & criminelles demeurans à l’Evesque de ladite Confession selon les loix de la capitulation: mais toutesfois & quantes qu’vn Catholique Evesque de l’Evesché d’Osnabrug en joüira, il ne pourra s’attribüer aucun droit sur ce qui regardera le Service Divin de la mesme Confession. [Art. XIII,9] 7, Le Monastére ou Prélature de Walchenried, dont Christian Ludovic Duc de Brunswic & de Lunebourg est à présent Administrateur: & la terre de Schauven, seront conférez aussi par Sa Majesté Impériale & l’Empire, par droit de fief perpétüel aux Ducs de Brunswic & de Lunebourg, avec tous leurs droits & apartenances, dans le mesme ordre de succéder qu’entre les familles des Ducs de Brunswic & de Lunebourg: le droit d’appel & autres prétentions de l’Evesché d’Halberstad & Comté d’Hohnstein demeurans du tout annullez. [Art. XIII,10] 8, On restitüera semblablement aux mesmes Ducs, le Monastére de Groningen qu’ils avoyent ci-devant cédé à l’Evesché d’Halberstad, réservé le droit qui leur appartient sur le chasteau de Westerbourg: Et l’inféodation par eux faite au Comte de Tettembach, (& sous ce nom les loix faites & droits d’emprunt & d’engagement appartenans à Fridéric Schenckio de Winterstet Lieutenant du Duc Christian Ludovic, sur le Wersterburg) demeureront sans altération. [Art. XIII,11] 9, Pour la debte contractée par Fridéric Vlric Duc de Brunswic & de Lunebourg avec Sa Majesté Danoise, & par elle cèdée à l’Empéreur en la paix de Lubec, & ensuite donnée au Comte de Tilli Général de la Milice Impériale: comme les nouveaux Ducs de Brunswic & de Lunebourg ont nié pour plusieurs rai-sons d’estre tenus d’y satisfaire, & que ce différand a esté puissamment disputé par les Plénipotentiaires de la Couronne de Süéde, pour l’amour de la paix, on remet entiérement cette debte ausdits Ducs & à leurs héritiers & provinces. [Art. XIII,12] 10, Dautant que les Ducs de Brunswvic & Lunebourg de la ligne de Cellen, ont payé jusques à ce jour au Chapitre de Ratzenbourg, la rente du sort principal de vingt mille florins, l’alternation cessant, lesdites pensions annüelles cesseront aussi, la debte demeurant entiérement [!] abolie & toute autre obligation d’icelle. [Art. XIII,13] 11, On conférera aux deux cadets du Duc Auguste, à sçavoir à Anthoine Vlric & Ferdinand Albert les deux premiéres Prébendes qui vaqueront en l’Evesché de Strasbourg, à la charge que ledit Duc Auguste renoncera aux prétentions qu’il a ci-devant euës ou pouvoit avoir sur l’vn ou l’autre Canonicat. [Art. XIII,14] 12, Réciproquement lesdits Ducs renonceront plainement à leurs prétentions & Coadjutoreries des Archéveschez de Magdebourg & de Breme, comme aussi d’Halberstad & Ratzenbourg: les Chapitres demeurans de costé & d’autre en l’estat qu’il a ci-dessus esté convenu. [Art.] XIV. [Art. XIV,1] Touchant les 12 000 richedales que l’Archévesque de Magdebourg doit payer par chacun an à Christian Wilhelme Marquis de Brandebourg, il a esté accordé que le Convent & la Préfecture de Zina & Lobourg seront à l’instant remises à ce Marquis avec toutes leurs appartenances & entiére jurisdiction (le seul droit de territoire excepté) pour en joüir sa vie durant sans rendre compte des fruits, pourveu qu’il ne préjudicie en rien aux sujets dans les choses Politiques ou Ecclésiastiques. ❀ [Art. XIV,2] Et parce que cet Archēvesché [!], le Convent & les Préfectures ci-dessus ont esté fort rüinées par l’injure des guerres, l’Administrateur moderne payera sans délay des Collectes de l’Archévesché, qu’on ordonnera à cet effet, trois mille richedales, à la restitution desquelles lui ni ses héritiers ne seront point tenus. [Art. XIV,3] En outre, on a trouvé bon qu’apres la mort du Marquis, il soit loisible à ses descendans & héritiers pour les alimens qui n’ont point esté fournis de retenir lesdits Convent & Préfectures, & d’en joüir avec toutes leurs dépendances sans en rendre aucun compte pendant cinq ans: apres lequel temps le tout sera restitué sans aucune difficulté, ni que les susdites sommes puissent estre repetées sous aucun titre: ce qui s’observera, encor que pour recompence équivalente de l’Electeur de Brandebourg, l’Archévesché de Magdebourg lui soit escheu & à ses héritiers & successeurs. [Art.] XV. [Art. XV,1–15] Les articles qui suivent touchant la Maison de Hesse-Cassel & les siens, sont les mesmes que les 34, 35, 36, & 37 [§§ 48–60 IPM], contenus en l’imprimé ci-dessus datté, du traité de paix d’entre l’Empire & la France, fait en ce Bureau. C’est pourquoi ils ne seront point ici repetez. [Art. XV,2] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,3] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,4] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,5] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,6] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,7–9] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,10–11] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,12] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,13] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,14] s. [Art. XV,1–15]. [Art. XV,15] s. [Art. XV,1–15]. [Art.] XVI. [Art. XVI,1] Si tost que cet instrument de paix aura esté souscrit & signé des Plénipotentiaires & Ambassadeurs, toutes hostilitez seront cessées, & les conventions ci-dessus, mises à exécution: ❀ [Art. XVI,2–7] Ce qui suit pour la publication que l’Empéreur doit faire faire touchant les restitutions, & la délivrance des prisonniers est contenu aux articles 68, 69, 70, & 71 [§§ 100–104 IPM], du susdit traité de paix d’entre l’Empire & la France. [Art. XVI,3] s. [Art. XVI,2–7]. [Art. XVI,4] s. [Art. XVI,2–7]. [Art. XVI,5] s. [Art. XVI,2–7]. [Art. XVI,6] s. [Art. XVI,2–7]. [Art. XVI,7] s. [Art. XVI,2–7]. [Art. XVI,8] En fin, pour le licenciement de la Milice Süédoise; Tous & chacun les Electeurs, Princes & autres Estats, compris la libre & immédiate Noblesse de l’Empire (sauf toutesfois la requisition jusques à present en tel cas accoustumée, & la liberté & exemption pour l’avenir) des sept Cercles suivans, sçavoir de l’Empire, de l’Electorat du Rhin, de la Saxe supérieure, de la Franconie, de la Suéve supérieure du Rhin, & de la Westphalie & basse Saxe seront tenus de payer cinq millions en monnoye vsitée en l’Empire Romain, & ce en trois termes. Sçavoir au premier; Pour les Estats du Cercle Electoral & de celui du haut Rhin, Francfort sur le Main: pour celui de la haute Saxe, Leipzic ou Brunswic: pour celui de la Franconie, Nuremberg: pour celui de la Süéve, Vlm: pour celui de la Westphalie, Bréme ou Munster; & pour celui de la basse Saxe, Hambourg (chacun Estat allant à contribution pour sa cotte-part) payeront dix-huict cent mille richedales en argent comptant: de laquelle somme pour rendre le payement plus facile, il sera permis, non aux modernes possesseurs mais à ceux qui doivent estre restituez par l’Amnistie, & partant sont les vrais propriétaires, de recueillir les sommes selon ladite cottepart, à l’instant de la paix concluë, voire mesme avant que la restitution soit faite, sans que les possesseurs modernes y puissent nuire en aucune façon: & douze cent mille par assignations, sur certains Estats, duquel payement chacun Estat conviēdra dans le temps de la ratification de la paix par des voyes douces & selon l’equité, avec vn Officier de guerre qui lui sera adjoint. ❀ [Art. XVI,9] Laquelle convention estant ainsi concluë, les ratifications eschangées & le payement fait de ladite somme de dixhuit cent mille richedales, la milice sera à l’instant licentiée & sortira de mesme pas sans différer pour aucune cause: toutes contributions & autres exactions de quelque genre que ce soit, cessant du jour de la paix concluë, sauf toutesfois aux garnisons & autres troupes leur raisonnable subsistance, & aux Estats qui auront satisfait pour leur part ou en seront convenus à l’amiable avec les Officiers qu’on leur aura assignez, la répétition des domages qu’ils auront soufferts à faute du payement de ceux qui seront en demeure. ❀ Des deux autres millions restans, le premier payement s’en fera de bonne foy vn an apres le licenciëment des gens de guerre par lesdits Estats des sept Cercles aux susdits lieux à ceux qui en auront pouvoir à Sa M. Süédoise: & l’autre à la fin de l’année prochainement suivante. Mais comme les sept Cercles susdits sont entendus estre assignez à la seule milice Süédoise sans qu’autre y puisse prétendre: ainsi chacun de ces Electeurs, Princes & Estats payeront seulement cette portion qui escheoit à payer à vn chacun selon la matricule & l’observation de chacun lieu & ce qui en est ici désigné. [Art. XVI,10] Aucun Estat ne sera exempt de payer ni pareillement surchargé & obligé de payer plus que sa cotte-part, ni pour vn autre Estat, ou pour d’autres soldats, biē moins pourra t’il estre traversé pour ce sujet par represailles ou par arrests, ni empesché par voye de fait de faire collecte sur les siens sous quelque prétexte que ce soit. ❀ [Art. XVI,11] Quant aux Cercles d’Austriche & de Baviére, comme celui là (outre la promesse faite par les Estats de l’Empire d’assigner dans les prochaines assamblées Impériales vn sécours sur les colectes dudit Empire pour les frais de la guerre qui ont esté jusques à présent soustenus) il a esté reservé pour satisfaire à la solde de l’armée immédiate de l’Empéreur: Celui-ci est ordonné pour celle des soldats Bavarois: Mais la convention des payemens & les contraintes dans le Cercle d’Austriche appartiendront à l’Empéreur, cōme dans le Cercle de Baviére sera observée la mesme façon de collecter & de payer que dans les autres Cercles: & quant à l’exécution, elle se fera selon les Constitutions de l’Empire, & comme dans les autres Cercles. [Art. XVI,12] Afin aussi que sa Royale Majesté de Süéde, soit d’autant plus asseurée & certaine de l’infaillible satisfaction des termes susdits, tous les Electeurs, Princes & Estats des sept Cercles, en vertu de la presente convention, & chacun pour sa part s’oblige volontairement sous l’hypoteque de tous & chacun ses biens à payer dans le temps & lieu susdit, de telle sorte que si quelqu’vn est en demeure, tous les Ordres de l’Empire, mais principalement les Directeurs & Chefs de chacun cercle seront tenus, suivant l’article d’asseurance de paix, de poursuivre les promesses comme choses jugées sans autre plus longue procédure & exception. [Art. XVI,13] La restitution estant faite selon les chefs de l’Amnestie & des griefs, les prisonniers délivrez, les ratifications eschangées, & la satisfaction du premier payement faite comme dessus, toutes les garnisons de part & d’autre, soit de l’Empéreur ou de ses Alliez, de la Reine & du Royaume de Süéde & de la Landgrave de Hesse ou de leurs Alliez & adhérans, & en toute autre façon qu’elles ayent esté establies, sortiront des villes de l’Empire, & de tous les lieux qui doivent estre restitüez sans exception, delay ni dommage. [Art. XVI,14] L’article touchant la restitution des lieux occupez de part & d’autre dans la Bohéme, & autres terres de l’Empéreur à leurs premiers & legitimes possesseurs, estant le mesme que celui qui est couché sous le nombre 73

In der Druckvorlage und allen anderen benutzten Drucken fälschlich: 37
au susdit imprimé du Traité de Paix d’entre l’Empire & la Frāce [§ 106 IPM], il n’en sera ici employé que l’exception faite par icelui de ce qui doit demeurer à la Reine & Royaume de Süéde & à quelques autres Electeurs & Princes de l’Empire pour leur satisfaction & recompence, ainsi qu’il est ci-devant dit.
[Art. XVI,15–16,19] Les articles 74, 75 & 76 du mesme imprimé du Traité de paix [§§ 108, 110 IPM], pour la restitution des archives, Lettres, tiltres, &c. l’obligation des subjets de fournir sur leur territoire des chevaux aux garnisons qui en sortiront, & le licenciement des troupes, contiennent la mesme chose que ceux qui sont employez en cet endroit. [Art. XVI,16] s. [Art. XVI,15–16,19]. [Art. XVI,17] Les lieux susdits ayans esté rendus, seront exemptez de toutes garnisons, & laissez à la libre disposition de leurs Sei-gneurs, sauf en tout le reste le droict d’vn chacun. [Art. XVI,18] Nulle ville ne souffrira aucun dommage à présent ou à l’avenir pour avoir esté occupée par l’vn ou l’autre des partis se faisant la guerre. Mais toutes & chacunes joüiront, tant du bénéfice de l’Amnestie vniverselle que de tous les autres de cette paix: tous leurs droicts & priviléges dans les choses sacrées & profanes demeurans en leur premier estat: Sauf les droicts de superiorité & autres en dépendans pour le Seigneur de chacune de ces villes. [Art. XVI,19] s. [Art. XVI,15–16,19]. [Art. XVI,20] Le licentiement des troupes & la restitution des lieux se feront dans l’ordre, la maniére & le temps préfix dont sera convenu entre les Généraux d’armées: observans neantmoins en ce cas le point de satisfaction de la milice. [Art. XVII] [Art. XVII,1] Les Ambassadeurs & Plénipotentiaires de l’vn & l’autre parti promettent d’entretenir la paix ainsi concluë, & d’en fournir en ce lieu d’Osnabrug les ratifications dans deux mois du jour de la signature. [Art. XVII,2–9] Les articles qui suivent contenans les moyens de rendre les conventions de ce traité plus fermes, & qu’il n[’]y aura aucun droict Canonique ni civil qui lui puisse nuire, &c. Que celui qui sera lézé par les contrevenans en poursuivra la raison à l’amiable, ou par justice, & s’il ne lui est fait droict dans trois ans, ceux qui auront part en ce traité seront obli-gez de l’assister, &c. Que pour mieux conserver la paix publique les Cercles seront reintégrez: &c. Que le passage des gens de guerre sur les terres d’autrui se fera sans aucun dommage, &c. sont les mesmes que ceux qui sont audit imprimé sous les nombres 78 & suivans jusques à 82 [§§ 112–118 IPM]. [Art. XVII,3] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,4] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,5] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,6] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,7] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,8] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,9] s. [Art. XVII,2–9]. [Art. XVII,10] Par ce Traité de paix sont compris de la part de l’Empéreur tous les Confédérez & adhérans de Sa Majesté Impériale, principalement le Roy Catholique, la Maison d’Austriche, le Roy d’Angleterre, celui de Pologne, les Electeurs, Princes & Estats du Sacré Empire, la libre & immédiate Noblesse d’icelui & les villes Anséatiques: comme aussi le Roy & les Royaumes de Dannemarc & de la Norwége avec les provinces qui leur sont annexées & la Duché de Schleswic, le Duc de Lorraine, & tous les Princes & Républiques d’Italie, les Provinces vnies des Païs-bas, & le Prince de Transsylvanie: ❀ [Art. XVII,11] & de la part de la Reyne & du Royaume de Süéde, tous ses Alliez & adhérans, notamment le Roy Tres-Chrestien, les Electeurs, Princes, Estats, comprise la libre & immédiate Noblesse de l’Empire, & les villes Anséatiques, pareillement le Roy d’Angleterre, les [!] Roy & le Royaume de Dannemarc avec les Provinces qui lui sont annexées, & ladite Duché de Schleswic, le Roy de Pologne, le Roy & Royaume de Portugal, le Grand Duc de Moscovie, la République de Venise, les Provinces vnies des Païs-bas, & le Prince de Transsylvanie.

Es folgen eine redaktionelle Überleitungspassage sowie die frz. Übersetzung der schwed. Protokollnotizen I und II vom 6. August 1648 (Texte unten in Nr. 3a).
[Art. XVII,12] fehlt.

[p. 507] [scan. 555]

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Synopse der IPM-Ausgabe Raesfelds von 1648 mit den offiziösen deutschen Übersetzungen (gedruckt und verlegt bei Heyll, Fischer und bei Cosmerovius) und dem französischen Sommaire (gedruckt im Bureau d’Adresse) von 1648

Druckvorlage der Ausgabe des IPMul Raesfelds von [1648]: StA Wolfenbüttel: 142 Urk 94; zur Titelbeschreibung vgl S. 93, 95 Ausgabe 54. Druckvorlage der Ausgabe des IPMud von Heyll, Fischer von 1648: BSB München : 4 J.publ.e. 112b; die Titelbeschreibung entspricht den Angaben für S. 117 Ausgabe 71; zit.: Heyll- IPMud. Für die Textkonstitution wurden drei Parallelausgaben (BSB München : 4 J.publ.e. 112f; 4 J.publ.e. 112k Beibd. 1; 4 J.publ.e. 134m Beibd. 1; zu den Titelbeschreibungen vgl. S. 119, 121, 123 Ausgaben 72–74) herangezogen, außerdem Heyll-