Acta Pacis Westphalicae II A 3 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 3: 1645 - 1646 / Karsten Ruppert

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VORWORT

Als ich vor über acht Jahren das Vorwort für den Band 2 der Abteilung „Kaiserliche Korrespondenzen“ der Acta Pacis Westphalicae schrieb, hoffte ich sehr, daß der Band 3 viel früher ausgeliefert werden könne, als es nun der Fall ist. Dies ist durch mehrere Umstände bedingt worden, die hier im einzelnen auszubreiten, zu weit führen würde. Hauptgrund war, daß Herr Dr. Karsten Ruppert, der zu Band 2 bereits den Nachtrag der den Instruktionen vorauslie-genden Gutachten beigesteuert hatte, einen erheblichen Teil der Arbeiten für diesen Band 3 erst nach seinem Ausscheiden aus den Diensten der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e. V., also nebenamtlich, leisten mußte. Band 3 umfaßt nur fünfeinhalb Monate – von Anfang Dezember 1645 bis Mitte April 1646. Für den Kaiserhof aber waren das ganz entscheidende Monate: in diese Zeit fällt mit der Ankunft Trauttmansdorffs der eigentliche Verhandlungs-beginn, es fallen hinein das Elsaß-Angebot an Frankreich vom 14. April 1646 und die Entstehung der vier großen Instruktionen vom 11. Januar, 27. Februar und 5. März 1646, mit denen Wien seinen Diplomaten beim Friedenskongreß die grundlegenden Leitlinien für die fundamentalen Reichsverfassungsfragen vorschrieb (Nr. 86, 177, 178 und 188). Diese Stücke gehören auch deshalb zu den interessantesten Akten der gesamten Edition, weil ihre geschichtliche Bedeutung über das Tagespolitische weit hinausreicht; denn es ging hier um Grundsatzfragen, deren Behandlung durch die Wiener Räte weite geistes- und verfassungsgeschichtliche Perspektiven zeigt. Gerade bei solchen Schlüsseldoku-menten fragt sich, wie ausführlich der Sachkommentar sein soll. Herr Dr. Ruppert hat sich für relative Sparsamkeit in der Kommentierung entschieden. Dafür gibt es zwei Gründe: erstens bietet seine 1979 erschienene große Untersu-chung über die kaiserliche Politik beim Westfälischen Frieden gewissermaßen schon vorweg einen Sachkommentar; zweitens ist das Hauptziel unserer Edition selbstverständlich auch hier die Bereitstellung eines zuverlässigen Textes. Das ist – etwa bei den eigenhändigen Berichten Trauttmansdorffs – leichter gesagt als getan. Wir hoffen, daß dieses Problem gemeistert worden ist, wofür auch Herrn Dr. Klaus Rosen, der die Korrekturen im entscheidenden Arbeitsgang mitgelesen hat, zu danken ist. Die Anlage des Bandes 3 entspricht derjenigen des Bandes 2, so daß in dieser Hinsicht nichts zu erläutern ist. Danken möchte ich aber wiederum allen, ohne deren Hilfe unsere Aktenpublikation nicht möglich wäre: dem Lande Nord-rhein-Westfalen und der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften, ohne deren materielle Hilfe wir nicht arbeiten könnten; den Bibliotheken und Archiven, vor allem dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, auf deren Entgegenkommen unsere Publikation immer wieder angewiesen ist; und nicht zuletzt dem Bearbeiter, der so viel Zeit und Kraft an diese Edition gewendet, sowie dem Hause Aschendorff, das auch diesen Band mit gewohnter Akkura-tesse (und mit viel Geduld) betreut hat. Bonn, den 25. November 1984 Konrad Repgen

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