Acta Pacis Westphalicae III A 3,3 : Die Beratungen des Fürstenrates in Osnabrück, 3. Teil: 1646 / Maria-Elisabeth Brunert

17
Österreichisches Direktorium. [1.] Praemissis praemittendis,
18
könne zu communiciren nicht unterlaßen, daß die gravamina catholico-
19
rum den herrn evangelischen zu Münster außgehendigt worden, wie er
20
dan hoffe, es würden dieselbe vielleicht mit dieser post oder sonst in an-
21
dere wege herüberkommen

41
Die kath. Gegenbeschwerden trafen am 10. Februar 1646 in Osnabrück ein (APW III A
42
3/2 [Nr. 67 Anm. 9] ).
.

22
Zum 2. wüsten sie sich zu erinnern, was unlengst

43
Am 5. Februar 1646 (s. Nr. 96).
im fürstenraht circa
23
ordinem tractandi geschloßen unnd dem Churmaynzischen directorio al-
24
hier insinuiret worden, welchen schluß die zu Münster anwesende unnd
25
also numehr der ganze fürstenraht approbiret und sowol den ordinem
26
beim 1. membro beliebet alß auch beim 2. und 3. membro ihnen gefallen
27
laßen, daß die deputationes sowol an die herrn Kayserlichen als an die
28
Französischen bis zu seiner zeit verschoben pleiben solten etc.

44
Das Conclusum des FRO vom 5. Februar 1646 hatte die vom FRM befürwortete Reichs-
45
deputation
zu den frz. Ges. für voreilig gehalten ( Meiern II, 286 , vierter Absatz, begin-
46
nend
Drittens haelt ).
Allein
29
hetten sie beim modo tractandi für gut angesehen, das bey absolvirung
30
einer ieden class re- und correlationes angestellet werden müchten etc.,
31
welches zwarten an ihm selbst nicht undienlich, doch möchte hergegen
32
mit so vielen re- und correlationibus viel zeit hingehen, so

36
32 vielleicht] In Österreich A II (XXXII) folgt: nach absolvierung der ganzen Schwee-
37
dischen replica.
vielleicht in
33
einem geschehen könte, das es so viel re- und correferirens nicht betürfte.
34
Doch werde es die materia an die handt geben, daß man sich miteinander
35
zusammenthue und eines gewißen concepts hierüber vergleiche.

[p. 94] [scan. 226]


1
Sonst würde man sich [3.] erinnern, was etwan gestern vermeldet worden,
2
das man heutiges tages in der Französischen proposition

28
Gemeint ist die frz. Replik.
fortfahren und
3
dieselbe examiniren wolle. Da dan zu befinden, das sie stracks in prooe-
4
mio salvos conductus pro Lusitanicis legatis etc. begeren

29
Siehe [Nr. 99 Anm. 52] . – Die portugiesischen Ges. waren Leitāo und Pereira de Castro.
. Daraus diese
5
frage entspringe, waß ihr Kayserlicher mayestät wegen der gleidtsbriefe
6
für Portugal einzurahten. Nun sey ihme zwar bewust, wie beede cronen
7
sich darbey erklehret unnd versprochen, das deswegen die tractaten selbst
8
nicht aufgehalten werden solten

30
Dies hatten nur die Schweden gesagt, s. schwed. Replik von 1646 I 7, zum Prooemium,
31
Meiern II, 183 , letzter Satz (= ksl. Protokoll; anders formuliert im schwed. Protokoll,
32
Meiern II, 191 f.). Die Franzosen machten ihnen deshalb Vorwürfe ( APW II B 3/1, 413
33
Z. 30–38).
. So hetten auch die herrn Kayserlichen
9
ihre resolution über diesen punct albereit cathegorice angedeutet

34
Siehe ksl. Responsion an Frk. von 1645 IX 25, zu Art. 10 ( Meiern I,631 ), und die Erklä-
35
rung
der ksl. Ges. bei Eröffnung der schwed. Replik am 7. Januar 1646 ( Meiern II, 191;
36
APW II C 2, 59 Z. 15–26). Auf einer Konferenz aller ksl. Ges. am 16. Januar 1646 in
37
Osnabrück war erneut vereinbart worden: nichts einzuwilligen, weiln es contra praelimi-
38
narem conventionem und das Reich mit Portugal nit zu thuen habe (APW II A 3, 174 Z.
39
23f.).
.

10
Österreich. Ratione Österreich aber hielte man dafür, weil der Lusita-
11
nische krieg erst anno 1640 seinen anfang genommen

40
Die Unabhängigkeitsbestrebungen Portugals hatten im Dezember 1640 zur Proklamation
41
des Hg.s von Braganza zum Kg. geführt ( APW III A 3/1 [Nr. 24 Anm. 45] ); seither befan-
42
den sich Spanien und Portugal im Krieg.
, auch an ihme
12
selbst zum Teutschen wesen unnd diesem kriege nicht gehöre und dahero
13
sich nur zu großer consequenz erstrecken möchte (dan wan dieses solte
14
eine freye regul sein, das man alle krieg, so etwan seithero entstehen kön-
15
nen und nicht occasione des Teutschen ihren uhrsprung genommen, hie-
16
her ziehen wolte, so würde des tractirens nimmermehr kein ende sein,
17
und müste man sölchergestalt auch zum exempel den itzigen newen krieg
18
zwischen den Venetianern unnd dem Türcken

43
Siehe dazu APW III A 3/1 [Nr. 17 Anm. 36] .
, item den Englischen
19
krieg

44
In England herrschte seit 1642 offener Bürgerkrieg zwischen den Anhängern des Kg.s und
45
denen des Parlaments ( Schulin, 951).
, auch hierein pringen), so halte er sölche salvos conductus zu er-
20
theilen unnötig, sondern man laße es dabey bewenden, was schon zwi-
21
schen ihr Kayserlicher mayestät unnd den Franzosen dißfals fürgangen,
22
unnd weil es meistlich Spanien antreffe, würde es daselbst zu resolviren
23
sein.

24
Bayern. Wiewol man a parte Bayern indifferent sein könte, umb soviel
25
mehr, weil, wie das hochlöbliche directorium referiret, die herrn Kayser-
26
lichen schon ihre resolution zu ertheilen begriffen weren; wan man aber
27
ie seine gedancken eröfnen solle, conformire man sich mit Österreich, das

[p. 95] [scan. 227]


1
es unnötig etc., die Portugiesischen gesanten befinden sich [nämlich]
2
schon unter Französischer protection in loco

34
Sie waren seit dem 5. April bzw. 27. September 1644 in Münster ( APW III A 3/2 Nr. 79
35
Anm. 10) und wohnten in unmittelbarer Nähe der Franzosen, doch bestand kein Protek-
36
tionsverhältnis im juristischen Sinn. Der frz.-portugiesische Allianzvertrag von 1641 VI 1
37
(Text: DuMont VI.1, 214; Meiern II, 335 ff.) enthält für den Fall eines Friedensschlusses
38
mit dem Haus Habsburg nur eine auf das Mögliche eingeschränkte Assistenzzusage Frk.s
39
für Portugal und begründet kein Protektionsverhältnis ( Prestage, 3; Cardim, 306, 311;
40
Tischer, 92f.).
, das sie also keine verglei-
3
tung betürffen. So scheine auch auß der Schwedischen replic so viel, das
4
sie es nicht so gar hoch urgiren werden

41
Siehe schwed. Replik, zum Prooemium ( Meiern II, 183 , dritter Absatz, beginnend Die
42
Schwedischen ).
.

5
Würzburg. A parte Würzburg sey man darauf in specie nicht instruiret,
6
dan man nicht vermuthet, das dergleichen fürkommen würde etc. So habe
7
man auch mit den reichssachen so viel zu thun gehabt, das man andere
8
dergleichen dinge wol vergeßen. Wan aber künfftig dergleichen hendel
9
mehr vorlieffen, die er crafft seiner generalinstruction approbiren künne,
10
wolle er seine gedancken zu eröfnen nicht unterlaßen und conformire
11
sich unterdeßen mit Österreich.

12
Magdeburg. A parte Magdeburgk habe er anfangs angehöret, welcher-
13
gestalt das hochlöbliche directorium berichtet, das numehr die antwort
14
und gegengravamina der herrn catholischen zu Münster ausgestellet, im-
15
gleichen, daß das hiesige conclusum im fürstenraht daselbsten auch belie-
16
bet worden, doch mit der erinnerung, das nach abhandtlung einer iedern
17
class re- und correlation angestellet werden möchte. Nun werde man a
18
parte evangelicorum dieses ohrts der insinuation oder communication ge-
19
warten etc. So würde auch die re- und correlation wol einer sonderbahren
20
deliberation oder umbfrage betürffen.

21
Waß sonst die vor Portugal begerte salvos conductus anbelange, obwol
22
allerhandt difficulteten sich dabey ereugnen müchten, so vernehme er
23
doch soviel, das deswegen keine remora der friedenstractaten zu befahren
24
etc. Solte es aber einige weitleufftigkeit oder verzögerung geben, sehen ihr
25
fürstliche durchlaucht

43
Hg. August von Sachsen, Adm. von Magdeburg.
nicht, warumb deswegen die tractaten aufzuhal-
26
ten etc. Conformire sich also mit Österreich und Bayern.

27
Basel. Wie zuvorn.

28
Pfalz-Lautern und -Simmern. Vernehme gerne, das numehr die
29
gravamina catholicorum ausgestellet (Gott werde zur abhandtlung dero-
30
selben auch seine gnade geben etc.), imgleichen, das daß hiesige conclu-
31
sum zu Münster auch approbiret worden. De re- et correlatione aber
32
werde künfftig zu reden sein. Unterdeßen conformire er sich mit Öster-
33
reich.

[p. 96] [scan. 228]


1
Soviel sonst die begerten salvos conductus für Portugal anbetreffe, were
2
er zwar in specie nicht instruiret, hette aber ex replica Suecica

34
Wie Anm. 16.
gesehen,
3
welchergestalt dieselbe sich erklehret, das es deswegen keine verzögerung
4
der tractaten geben solte etc. Wan es nun dabey pleibe, so betürffe es
5
deßen nicht. Conformire sich also mit Osterreich, und [es] were uf allen
6
fal ihr Kayserlichen mayestät anheimbzustellen. Daß vornembste argu-
7
ment der herrn Franzosen were sonst dieses, das es schon in praelimina-
8
ribus abgehandelt sey etc.

35
In der ksl.-frz. Vereinbarung, die einen Teil der Hamburger Präliminarverträge von 1641
36
XII 15/25 bildet, waren für noch zu benennende Alliierte und „Adhärenten“ Fkr.s Ge-
37
leitbriefe vorgesehen. Unter diese Klausel fielen nach frz. Auffassung aufgrund des frz.-
38
portugiesischen Allianzvertrags von 1641 VI 1 auch die Portugiesen (Text der ksl.-frz.
39
Vereinbarung von 1641 XII 25: Londorp V, 759ff. [dt.], DuMont VI.1, 231f. [frz.],
40
dazu Anja V. Hartmann, 490–495; Text des frz.-portugiesischen Allianzvertrags s. Anm.
41
15, dazu Prestage, 1–5).
Nun wiße er zwar davon nichts, stelle es also
9
dahin und conformire sich im übrigen mit Magdeburgk.

10
Sachsen-Altenburg. Das die herrn catholische ihre gravamina oder
11
responsa uf der evangelischen unlengst übergebene gravamina

42
Die Gravamina Evangelicorum waren am 25. und 26. Dezember 1645 übergeben worden
43
(APW III A 3/2 Nr. 65, 66, 67).
aus-
12
gestellt, vernehme er sehr gerne. Hoffe unnd wünsche von herzen, das
13
sie die handtlung unverlengt an diesem ohrt antreten und beschleunigen
14
helffen, dadurch dan gewiß ein groß stück vom friedenswerck würde er-
15
hoben werden.

16
De modo re- et correferendi werde freylich zu consultiren sein. Im übri-
17
gen aber hette man beim modo et ordine agendi zu pleiben und derowe-
18
gen nicht ehe ad classem secundam zu schreiten, bis die erste ganz expe-
19
diret, propter rationes evidentissimas nuper adductas etc.

44
Siehe Nr. 95 bei Anm. 40.

20
Die salvos conductus pro Lusitanis betreffend, were von Österreich wol
21
erinnert, daß derselbe krieg mit dem Teutschen wesen nichts zu thun ha-
22
be. Halte dafür, man hette es zu acceptiren, das die cronen es dahinstellen
23
und diesen punct nicht hoch urgiren wollen etc. Könte man aber ohne
24
hinderung oder nachtheil des Teutschen weesens und nach geendigten
25
diesen tractaten cooperiren helffen, geschehe es pillig, unndt were allen
26
christlichen cronen und potentaten ihre beruhigung wol zu gönnen.

27
Sachsen-Coburg. Sagte dem directorio danck pro notificatione wegen
28
extradition der gravaminum wie imgleichen, daß das conclusum circa mo-
29
dum et ordinem agendi, doch mit dern der re- unnd correlation halber
30
beschehenen erinnerung, approbiret worden etc. Woferne nun über dieses
31
letzte keine sonderliche umbfrage geschehe, were er gleichsfals der mai-
32
nung, das, ehe zur andern class geschritten werde, die erste zuvorher ganz
33
zu expediren unndt re- undt correlation darüber zu halten sey etc.

[p. 97] [scan. 229]


1
Der salvorum conductuum halber sey er zwar in specie nicht instruiret, in
2
genere aber dahin, daß dieiennigen differentien, so die auswertigen cronen
3
unnd potentaten untereinander haben, nicht in die reichssachen zu mi-
4
schen, dieweil sonst zu besorgen, daß das Reich noch weiter in die aus-
5
landische kriege geflochten werden möchte etc. Concludire derowegen
6
wie die vorsitzenden unnd sonderlich Altenburgk, das man sich darüber
7
nicht aufzuhalten, sondern die salvos conductus, wen es ohne verhin-
8
derung der tractaten geschehen könte, zu ertheilen etc. propter rationes
9
a Gallis adductas etc., dahero desto leichter zu condescendiren etc.

10
Sachsen-Weimar, [-Gotha und -Eisenach]. Bedancke sich
11
gleichsfals gegen das hochlöbliche directorium der communication sowoll
12
ratione editionis gravaminum alß daß das hiesige conclusum approbiret
13
worden etc. Hoffe, der liebe Gott werde gnade geben, damit durch deren
14
erledigung dem friedenszweck nähergetreten werde etc.

15
Ratione ordinis werde in beyden propositionibus der ordtnung der
16
Schwedischen disposition nachzugehen sein etc.

17
Ratione re- et correlationis aber halte er dafür, das, ob es schon etwas
18
verzuglich, würde es doch den tractaten nicht undienlich sein, weill auch
19
die cronen sich ebendenselben methodum fürgesetzet haben sollen, daß
20
dieselbe nicht über iedern punct, sondern wan erstlich eine classis ganz
21
absolviret, angestellet unnd was dan einen unnd andern ohrts abgehan-
22
delt, vom hochlöblichen directorio in einen formal- und generalaufsaz ge-
23
bracht, verlesen unnd hernach einander communiciret werden möchte
24
etc.

25
Was die salvos conductus pro Lusitanis anlange, dieweil der Portugal-
26
lische krieg ganz keine dependenz von dem Teutschen habe, so votire er
27
wie Österreich unnd Bayern etc., doch also, wan erst Teutschland wieder
28
beruhiget, so werde man nicht entstehen

42
entstehen bedeutet hier fehlen, mangeln ( Grimm III, 632 Punkt 2).
, soviel an unß, interponendo
29
hülff zu thun unnd dieselben sachen auch vergleichen zu helffen etc.

30
Braunschweig-Lüneburg. Es sey ihme sehr lieb, das die herrn catho-
31
lische numehr ihre gravamina außgeantwortet, deren er dan seinestheils
32
mit verlangen erwarte.

33
Der andere punct sey ihme gleichfals gar lieb, welchergestalt nemblich die
34
herrn Münsterischen daß hiesige conclusum approbiret hetten etc., wie er
35
dan der angehengten erinnerung halber denselben sich conformire, das
36
nemblich erst eine iedere classis ganz zu absolviren, ehe zu der andern
37
geschritten werde etc.

38
Wie es aber mit den re- unnd correlationibus zu halten unnd was dar-
39
innen für ein modus zu erfinden, werde wol einer sonderbaren delibera-
40
tion betürffen, unnd komme ihme derselbe punct so schwer vor, das er
41
fast nicht sehe, wie man daraußkommen wolle etc. Unterdeßen hette er

[p. 98] [scan. 230]


1
zu bitten, daß dem hochlöblichen directorio die bißherigen conclusa in
2
formam zu bringen unnd zu verlesen belieben möchte etc.

3
Soviel den dritten punct wegen der salvorum conductuum pro Lusitanis
4
anlange, hette er von ihren fürstlichen gnaden

37
Die Hg.e Friedrich und Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg.
befehl, dahin zu sehen
5
unnd mit fleiß zu verhüten, damit die causae exterae cum negotiis Imperii
6
nicht confundiret werden etc. Aldieweil nun die Portugiesische sache ein
7
ganz absonderlich werck sey, so mit dem Teutschen wesen nullatenus zu
8
thun habe, so conformire er sich den vorsitzenden unnd halte auch dafür,
9
das man sich darein nicht zu mischen noch zu rahten, das man sich dar-
10
über aufhalten solte etc. Sehe auch nicht, wie man sich uber sölchen salvis
11
conductibus, wan sie gleich gewilliget, vergleichen würde; dan ihr maye-
12
stät würde Portugal den königlichen titul nicht geben

38
Für den Kg. von Spanien war der von den portugiesischen Ständen zum Kg. erhobene Hg.
39
Johann von Braganza ein Rebell ( APW III A 3/2 [Nr. 79 Anm. 11] ). Ebenso argumentierte
40
der Ks. und verweigerte ihm folglich den Titel eines Kg.s (s. schwed. Replik, schwed. Pro-
41
tokoll, Meiern II, 191 ; fehlt im ksl. Protokoll; s. auch ksl. Responsion an Schweden von
42
1645 IX 25, zu Art. 9, Meiern I, 621 , und ksl. Responsion an Frk., zu Art. 10, Meiern I,
631 ).
, und weiniger
13
würden sie nicht nehmen wollen etc. Were derowegen viel beßer, wan
14
man sölche quaestionem evitiren könte etc., jedoch mit dieser erklehrung,
15
wie von Sachsen Altenburg, Coburg unnd Weymar annectiret worden,
16
daß, wan erst die Teutsche unruhe vertragen, wollen seine gnedige fürsten
17
unnd herrn auch anderer christlichen königreiche und provincien tran-
18
quillitet unnd beruhigung gerne befördern unnd cooperiren helffen, da-
19
mit man hernach dem algemeinen erbfeinde christlichen nahmens, dem
20
Türcken, desto beßer wiederstehen möge, unnd sölches auch noch bey
21
werenden diesen tractaten, doch soferne es ohne hinderung der Teutschen
22
sachen geschehen könte etc. Die liebe des negsten erfordere es, dan daran,
23
spricht Christus, wirdt man erkennen, das ihr meine junger seydt

44
Joh 13,35.
.

24
Und dieses wolle er also pro voto triplici wegen Braunschweig-Lü-
25
neburg-Celle, -Grubenhagen und -Calenberg
abgeleget haben.

26
Pommern-Stettin. Wegen der gravaminum hette man derselben an
27
evangelischer seiten zu erwarten unnd zu wünschen, das der Allerhöchste
28
zur abhandtlung seine gnade unnd segen geben wolle etc.

29
Wegen des anderen puncts vernehme er die conformitet gar gerne, und
30
würde sich dadurch das ganze werck acceleriren etc.

31
Ad 3.: Wegen der re- und correlation sehe er noch nicht, wohin es eigent-
32
lich gehe, ob dieselbe zwischen hiesigen chur-, fürsten unnd ständen oder
33
zwischen den sembtlichen an beeden ohrten gemeinet sey, weil nötig sein
34
wolle, mit dem Churmaynzischen directorio vorhero daraus zu commu-
35
niciren etc. Stelle es dahin, ob deswegen eine sonderliche umbfrage erge-
36
hen möchte. In eventum aber sey er der mainung, das erstlich alhier ein

[p. 99] [scan. 231]


1
bedencken abzufaßen und mit den anderen collegiis dieses ohrts zu com-
2
municiren, wan es aber zum haubtbedencken kehme, von beeden ohrten
3
die re- unnd correlationes anzustellen etc. Stelle es aber, weil es ein wich-
4
tig werck, zu fernerer deliberation unnd umbfrage.

5
Den itzo fürgestelten haubtpunct betreffend, stehe er deswegen auß de-
6
nen von Braunschweig Lüneburg angeführten uhrsachen, sonderlich der
7
titulatur halber, sehr an. Ob nun etwan hierunter ein temperament zu
8
finden, were ihr mayestät anheimbzustellen etc.

38
8–9 Dan – werden] Österreich A II (XXXII): Da aber von den Französischen herren
39
plenipotentiariis solche weiter urgiert werden.
Dan solte einige remora
9
und verzug dahero causiret werden, so wolle freylich uf ein expediens zu
10
gedencken und ihr Kayserliche mayestät zu ersuchen sein, quovis modo
11
die salvos conductus zu ertheilen etc., jedoch mit diesem nochmahligen
12
beding, wie er dan auch in specie dahin instruiret sey, das man sich dar-
13
umb in diese und dergleichen auswertige sachen ganz nicht immisciren,
14
sondern dieselbe von diesen tractaten separiren wolle.

15
Wegen aufsetzung des conclusi wolle er sich mit Braunschweig Lüneburg
16
conformiret unnd ebendaßelbe gebeten haben.

17
Pommern-Wolgast. Idem.

18
Mecklenburg-Schwerin. Habe gleichsfals erfrewlich vernommen,
19
das die herrn Münsterische den conclusis sich conformiret, auch die herrn
20
catholische ihre gravamina ausgestellet hetten, unnd were Gott umb
21
glücklichen success der handtlung zu bitten etc.

22
Die ordtnung, deren im Weymarischen voto gedacht, sey schon erlediget.
23
Die re- unndt correlation betreffend, sey er auch der meinung, das diesel-
24
be, wan die 1. class erledigt, mit denen zu Münster anwesenden etc. an-
25
zustellen etc.

26
Ratione salvorum conductuum für Portugall etc. conformire er sich mit
27
dem hochlöblichen directorio etc. Die Portugallische sache were in das
28
reichswesen nicht zu flechten. Wir Teutschen hetten mit unß selbst gnug
29
zu thun. Sonst gönnen ihr fürstliche gnaden

40
Hg. Adolf Friedrich I. von Mecklenburg-Schwerin.
allen christlichen potenta-
30
ten ihre ruhe unnd wolstand herzlich gerne; solten sie auch, wan Teutsch-
31
land erst beruhiget were, darzu cooperiren können, würden sie an ihr
32
nichts ermangeln laßen.

33
Wegen der conclusorum conformire er sich mit Braunschweig Lüneburgk
34
und bethe, das hochlöbliche directorium möchte die mühe uber sich neh-
35
men, die conclusa aufzusetzen unnd nachmahls fürsten unnd ständen zu
36
communiciren.

37
Mecklenburg-Güstrow. Idem.

[p. 100] [scan. 232]


1
Württemberg. Bedancke sich gleichsfals gegen das hochlöbliche direc-
2
torium für die apertur unndt hette daraus die extraditionem gravaminum
3
catholicorum gerne verstanden etc., cum pio voto etc.

4
Desgleichen were ihm lieb zu vernehmen, das die vor 8 tagen alhier gefa-
5
ßete conclusa approbiret worden, unnd were in deme mit der vorsitzen-
6
den votis concordantibus ganz einig, daß finita quavis classe eine re- unnd
7
correlation anzustellen etc. Circa modum aber, weil derselbe über die
8
maße schwer, werde es wol einer sonderlichen consultation bedürffen
9
etc., unndt zu sölchem ende bethe er das directorium gleichsfals, die con-
10
clusa oder gutachten aufzusetzen.

11
Wegen der salvorum conductuum pro Lusitanis conformire er sich mit
12
Österreich, das dergleichen extranea nicht mit in diese hochnötige tracta-
13
ten unnd consultationes zu ziehen, sondern ihr Kayserlicher mayestät
14
unnd den cronen anheimbzustellen etc. Solte nun,

41
14–15 wan – wolte] Österreich A II (XXXII): so sie aber von den Französischen herren
42
plenipotentiariis urgiert wurden.
wan es hinderlich sein
15
wolte, einiges expediens zu finden sein, hette man a parte Würtenberg
16
kein bedencken, nicht allein der salvorum conductuum halber, sondern
17
auch im haubtwerck selbst (soferne es ohne hindernüß und einmischung
18
oder nach endigung dieser tractaten geschehen könte) zu cooperiren, da-
19
mit man hernach gesambter hand der grausamben macht des Turckens
20
desto ehe resistiren könne etc.

21
Baden-Durlach. Habe mit mehrerm vernommen, was vom hochlöbli-
22
chen directorio communiciret worden. Bedancke sich gleichergestalt
23
unnd vernehme gerne, sowol daß die gravamina catholicorum exhibiret
24
als das daß hiesige conclusum super ordine modoque agendi etc. approbi-
25
ret worden. Vermeine gleichsfals, es werde nicht undienlich sein, das nach
26
abhandtlung einer ieden class re- unnd correlation gehalten werde. De
27
modo aber hette man sich in particulari zu vergleichen, unterdeßen aber
28
das reichsdirectorium umb aufsetzung des conclusi oder gutachtens zu
29
ersuchen.

30
Wegen der salvorum conductuum pro Lusitanis conformire er sich mit
31
den vorsitzenden, und were wol zu wünschen, daß alle remorae unnd im-
32
pedimenta aus dem weg gereumet würden etc. Weil aber zu befahren, daß
33
dieses die tractaten wiederumb aufhalten möchte, so könten sie nur be-
34
williget werden.

35
Hessen-Kassel. Wie man ex parte Heßen Caßell gerne vernehme, das
36
nicht allein die gravamina catholicorum numehr außgehendiget, sondern
37
auch ehist zur deliberation geschritten werden solte, als wünsche er, das
38
Gott zur handtlung gnade geben wolte etc.

39
Ratione ordinis bleibe es beim concluso, und vergleiche [er] sich auch
40
damit, das iede classis erst richtig geschloßen und hernach zur re- und

[p. 101] [scan. 233]


1
correlation gebracht werde, den modum zu fernerweiter consultation aus-
2
stellend etc.

3
Die salvos conductus für Portugal betreffendt, sey seiner gnedigen fürstin
4
unndt frawen

38
Lgf.in Amalia Elisabeth von Hessen-Kassel.
mainung auch nicht, in dergleichen frembde kriege sich
5
einzumischen. Vernehme gleichwoll auch nicht, das dieses begeren zu
6
dem ende angesehen, sondern allein darumb, weill die Portugiesen zwar
7
unter der Französischen conduite ankommen, aber nicht allerdings gesi-
8
chert weren

39
Nur Pereira de Castro war im Gefolge der Franzosen zum WFK gereist ( Cardim, 300).
40
Zum Verhältnis der Portugiesen zu den frz. Ges. s. Anm. 15.
. Weil er nun vermuthe, das die Franzosen darauf persistiren
9
würden, halte er dafür, es were ihr mayestät einzurahten, sie möchten
10
dieselben nur ertheilen etc. Quoad stylum (deswegen in etslichen votis
11
zweifel fürkommen) weren schon mittel vorgeschlagen

41
Die Portugiesen hatten Vorschläge zum Titel Johanns von Braganza in den Geleitbriefen
42
gemacht ( APW II C 2, 128 Z. 12f.; Cardim, 314).
, das es deswegen
12
keine difficultet geben würde etc.

13
Hessen-Darmstadt. Geliebter kürze halber wie Sachsen Altenburg,
14
Coburg unnd gleichstimmende etc.

15
Sachsen-Lauenburg. Die haubtfrage theile sich wieder in zwey clas-
16
ses oder beyfragen:

17
1. Were zu consideriren, ob man der salvorum conductuum halber die
18
tractaten remoriren solle, 2. ob die salvi conductus für Portugal zu erthei-
19
len oder nicht.

20
Ad 1.: Sey er auch damit einig, quod non etc. Weil aber sölches hierbey
21
zu besorgen, conformire er sich mit Osterreich unnd anderen etc.

22
Ad 2. aber unndt ob affirmative vel negative einzurahten, halte er dafür,
23
das, wan die cronen cessirten unndt nicht weiters anhielten, man es auch
24
dabey bleiben laßen, würden sie es aber ferner urgiren, dieselben [es]
25
nicht so schlechterdinge abschlagen solte. Dan 1. machte man sich hie-
26
durch der sachen [nicht] theilhafftig, 2. were ia einem jeden christlichen
27
königreich undt provinz ihre beruhigung undt der liebe friede wol zu
28
gönnen, 3. hetten auch die cronen sölche motiven angeführet, die nicht
29
außer consideration zu setzen weren. Were also ihr mayestät dahin ein-
30
zurahten, daß sie sölche salvos conductus nicht difficultiren möchten, zu-
31
mahl keine erhebliche ration vorhanden, warumb man ebendiesen gesan-
32
ten securitatem publicam denegiren solte etc.

33
Sonst schwebe fürsten unndt ständen in unentsunckenem gedechtnüs, was
34
vorm jahr mit dem abgeleibten Portugalischen ambassadorn Bothelo etc.
35
fürgangen und was für ein lerm darauß entstanden etc.

43
Siehe dazu APW III A 3/2 [Nr. 79 Anm. 10] .
Würden nun de-
36
nen zu Münster die salvi conductus abgeschlagen, und es möchte ihnen
37
darüber etwas wiedriges begegnen, möchte sölches hernach den ständen

[p. 102] [scan. 234]


1
imputiret, auch dieiennigen, so dahin handelten, reciproce an leib undt
2
gut beschediget

40
2 werden] In Sachsen-Lauenburg B folgt: 〈z〉u geschweigen, quod sola denegatio sal-
41
vorum conductuum speciem hostilitatis 〈prae se ferat〉, 〈de〉ren sich die 〈st〉ände theil-
42
hafftig 〈zu〉 machen, 〈ke〉in ursach hetten, 〈so〉ndren billig 〈be〉denken trugen.
werden. Wie aber dieselbe zu ertheilen, werde sich der
3
titul halben und sonst schon ein expediens finden etc.

4
Im übrigen conformire er sich den maioribus.

5
Anhalt. Conformire sich gleichergestalt den maioribus, und wan der
6
modus re- et correferendi richtig, werde sich hernach wol finden, wan
7
und wie offte es derselben betürffe.

8
Wetterauer Grafen. Ex parte Wetteraw etc. erfrewe man sich, das die
9
herrn catholici zu Münster ihre erklehrung uf der evangelischen grava-
10
mina ausgestellet etc. addito voto pro compositione amicabili tanquam
11
fundamento pacificationis praesentis etc., undt könten nicht unterlaßen,
12
hierbey zu wiederholen, das die gravamina pari passu mit der haubt-
13
handtlung zu tractiren undt in derselben fortzufahren, damit nicht deswe-
14
gen die tractaten und consultationes publicae verhindert werden. So ver-
15
nehme man auch gerne, das sie sich mit den hiesigen, heute 8 tage der
16
ordtnung unnd der deputation halber gemachtem concluso conformiret
17
hetten etc., undt were ratione re- et correlationis auch darmit einig, daß
18
dieselbe iedesmahl nach absolvirung einer ieden class vor die handt zu
19
nehmen. De modo aber, weil derselbe schwer, conformirten sie sich de-
20
nen votis, so auf eine absonderliche deliberation zieleten etc., unnd stünde
21
dahin, ob man auch mit den herrn churfürstlichen praeliminariter darauß
22
communiciren wolte etc.

23
Ad quaestionem propositam: Ob sie wol darauff nicht instruiret, auch die
24
Portugiesische sache mit dem Reich unnd diesem Teutschen kriege nichts
25
zu thun habe, doch wan die cronen uff dem salvo conductu fest bestun-
26
den unndt das es der tittul halben, wie Caßel vermeldet, keine difficulte-
27
ten gebe, könten sie sich denen leicht conformiren, die uf die gratificirung
28
unndt verwilligung zieleten etc., wie sie dan auch wol dafürhielten, das
29
man nicht unpillich pace iam in Germania constituta sich auch dieser auß-
30
wertigen sachen cooperando wol annehmen unndt dieselben zum alge-
31
meinen friedenszweck in ganz Europa befordern könte etc.

32
Im übrigen bethen sie mit etlichen vorsitzenden ebenmeßig, daß das
33
hochlöbliche directorium die vörige unndt künfftige conclusa oder gut-
34
achten abfaßen und dem fürstlichen collegio ad revidendum vorlegen
35
wolle etc.

36
Fränkische Grafen. Wegen der gravaminum repetit pia vota etc.
37
unndt conformire sich wegen der re- unndt correlation mit denn herrn
38
Münsterischen, das bey ieder class eine re- unnd correlation anzustellen
39
etc. Dan solte es biß zum ende differiret werden, dürffte es wegen der

[p. 103] [scan. 235]


1
großen weitleufftigkeit ohne confusion nicht wol abgehen etc. Im übrigen
2
aber würde der modus wol einer sonderlichen deliberation vonnöthen ha-
3
ben etc.

4
Waß die vorgelegte frage de salvis conductibus pro Lusitanis anlange,
5
were ihr Kayserlicher mayestät also einzurahten, damit daß Reich nicht
6
darein gemischet, doch auch nicht durch fernere recusation ad ulteriorem
7
coronarum instantiam die friedenstractaten remoriret werden etc.

8
Wegen der conclusorum oder gutachten habe er ebendaßelbe mit den vor-
9
stimmenden zu bitten unnd daneben zu des hochlöblichen directorii ge-
10
fallen zu stellen, ob demselben zu mehrer erleuterung sub finem cuiusque
11
membri vel classis noch eine generalumbfrage, ob noch etwas zu erinnern
12
etc., anzustellen belieben wolle etc.

13
Österreichisches Direktorium. Die meinungen gehen dahin:

14
1. Der Kayserlichen mayestät were einzurahten, daß, ob man woll die
15
ertheilung der salvorum conductuum für Portugall unterlaßen könte,

39
15–16 da – solte] Österreich A II (XXXII): da aber die cron Frankhreich hierdurch die
40
tractaten verzögern unnd das haubtwerkh verhindern wolte.
da
16
aber sölcheß dem friedenswerck hinderlich sein solte, wolten ihr mayestät
17
uf ein expediens gedencken, wie dieselbe, doch ohne verhinderung unnd
18
aufhalt dieser friedenshandtlung oder einmischung in daß Teutsche we-
19
sen, zu ertheilen etc.

20
2. Das von einer class zur anderen re- unnd correlationes anzustellen, wie
21
von den herrn Münsterischen vor gut befunden worden etc.

22
Die conclusa würden zu Münster gemachet werden etc. Wolte sonst die-
23
selben gerne allezeit in einen aufsaz bringen etc. Man könne aber hier
24
allein keine conclusa machen etc., were auch in praeliminaribus nicht
25
groß vonnöthen.

26
Braunschweig-Lüneburg und andere. Er habe es also gemeinet,
27
daß dasiennige, was hier deliberiret worden unndt worauf die mainungen
28
gangen, in einen aufsatz gebracht werden möchte etc.

29
Österreichisches Direktorium. Hette er doch das newligste conclu-
30
sum aufgesetzet

41
Richtersberger hatte das Conclusum des FRO vom 5. Februar 1646 entworfen (s. Nr. 96
42
Anm. 3).
, so auch zu Münster approbiret worden etc. Wüste
31
nicht, wie er’s anders oder beßer machen solle etc.

32
Braunschweig-Lüneburg. Das were nur super prooemio circa ordi-
33
nem etc. gewesen, so er aber hierunter nicht verstehe, sondern daß daß-
34
iennige, was bey folgenden consultationibus im haubtwerck selbsten
35
fürkommen, in ein conclusum verfaßet werde etc. Sey zwar proprie kein
36
conclusum, aber propter defectum nominum, scilicet vocabulorum, müße
37
man’s also nennen etc. oder könte ein bedencken, gutachten, mainung,
38
fürstlich votum etc. tituliret werden.

[p. 104] [scan. 236]


1
Österreichisches Direktorium. Hernach aber, wan man die re-
2
unnd correlation ufsetzte, so kemen alle die vota neben den rationibus
3
unnd motiven mit hinnein etc.

4
Numehr kehme in der Franzößischen [Replik] wiederumb dieses thema
5
für, das sie nicht wieder das Reich den krieg bißhero wolten geführet haben
6
etc.

30
Bezug auf die frz. Replik, zu Art. 1 ( Meiern II, 200 ).
Weil aber dieser punct schon bey der Schwedischen replic gnung-
7
samb examiniret worden

31
Siehe Nr. 97.
, halte er unnötig, sich darüber aufzuhalten.

8
Ferner fragen sie articulo 1, an sine rege Hispaniarum pax fieri non pos-
9
sit

32
Frz. Replik, zu Art. 1 ( Meiern II, 200 ). Der FRO beriet am 13. Februar 1646 darüber (s.
33
Nr. 101).
. Dahero sie vermeinen, man solle Spanien nicht mit in die proposi-
10
tion gesezet haben etc. Hieraus entspringe diese frage, ob Spanien nicht
11
inter adhaerentes Imperatoris etc. zu benennen, undt stünde zu der stände
12
belieben, ob sie sich darüber wolten vernehmen laßen etc.

13
Imgleichen auch, was wegen Lothringen zu thun, deßen gleichfals sowol
14
im anfang als zu end der Französischen replic gedacht worden etc.

34
Frz. Replik, zu Art. 1 und 16 ( Meiern II, 200 und 203). Der FRO beriet am 14. Februar
35
1646 darüber (s. Nr. 102, erste Umfrage).

15
So wollen sie entlich auch kein armistitium simpliciter willigen

36
Siehe frz. Replik, zu Art. 1 ( Meiern II, 200 ). Der FRO beriet am 14. Februar 1646 dar-
37
über (s. Nr. 102, zweite Umfrage).
, setzten
16
aber doch dabey, es were alsdan erst davon zu reden, wan man des erfol-
17
genden friedens versichert were etc.

38
Steht nicht in der frz. Replik. Richtersberger argumentierte in seinem Votum am 14. Fe-
39
bruar 1646 ähnlich, s. Nr. 102 (unten S. 132 Z. 26–30).
Wan nun gute apparenz unnd spes
18
pacis were, könte ia ein klein armistitium zu verhüetung mehrers bluht-
19
vergießens wol gemachet werden.

20
Von diesen beyden fragen würde bey negster session zu reden sein.

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