Acta Pacis Westphalicae III A 3,3 : Die Beratungen des Fürstenrates in Osnabrück, 3. Teil: 1646 / Maria-Elisabeth Brunert
103. Sitzung des Fürstenrats (sessio publica IX) Osnabrück 1646 Februar 5/15

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103

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Sitzung des Fürstenrats (sessio publica IX)


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Osnabrück 1646 Februar 5/15

38
Diktiert 1646 II 10/20.

13
Braunschweig-Lüneburg-Calenberg B I fol. 97–105 (= Druckvorlage); damit identisch
14
Baden-Durlach A I fol. 89’–98, Brandenburg-Kulmbach B IV fol. 107–116, Braun-
15
schweig
-Lüneburg-Celle A I unfol., Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel A I
16
fol. 115–123, Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel B I fol. 88–94’, Fränkische
17
Grafen A II fol. 80–87, Hessen-Kassel A XIII fol. 99–108’, Magdeburg E fol. 130’–141,
18
Magdeburg Ea fol. 129–141’, Pommern A I fol. 85–92’, Sachsen-Altenburg A II 1 fol.
19
108–116’, Sachsen-Gotha A II fol. 551–570’, Sachsen-Lauenburg B S. 201–222, Sach-
20
sen
-Weimar A II fol. 199–203, Sachsen-Weimar B III fol. 258–266’, Grafen von
21
Schwarzburg A I fol. 66–70’, Wetterauer Grafen ( Nassau-Dillenburg ) C 1 fol.
22
123–133’, Wetterauer Grafen ( Nassau-Saarbrücken ) A III 1 fol. 421–430’, Wetter-
23
auer
Grafen ( Ysenburg ) A I unfol., Württemberg A I S. 185–202, Druck: Meiern II,
24
355–362; vgl. ferner Herzogtum Bayern A I 1 unfol., Magdeburg D fol. 85’–90, Öster-
25
reich
A II (XXXII) fol. 172–175, Österreich B I fol. 61–64.

26
Französische Proposition II von 1645 VI 11, Art. 9 ; kaiserliche Responsion an Frankreich
27
von 1645 IX 25, zu Art. 9 ; französische Replik von 1646 I 7, zu Art. 9 (Wahl des Römischen
28
Königs [vgl. später Art. VIII,3 IPO = § 64 IPM]).

29
(Im Rathaus zu Osnabrück). Vertreten: Österreich (Direktorium), Bayern, Würzburg, Mag-
30
deburg , Basel, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg, Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha, Sach-

[p. 138] [scan. 270]


1
sen -Eisenach, Braunschweig-Lüneburg-Celle, Braunschweig-Lüneburg-Grubenhagen,
2
Braunschweig-Lüneburg-Calenberg, Baden-Durlach, Pommern-Stettin, Pommern-Wolgast,
3
Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt, Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Güstrow, Sachsen-
4
Lauenburg, Anhalt (durch Sachsen-Weimar), Wetterauer Grafen.

5
Österreichisches Direktorium. Praemissis praemittendis, es wür-
6
den die herrn abgesandten aus der königlichen Französischen proposition
7
articulo 9 vernommen haben, waßgestalt sie begeret, daß vivente impera-
8
tore keine wahl eines Römischen königß geschehen solte, waß die herrn
9
Kayserlichen geantwortet und, daß sölches contra libertatem electionis
10
lauffe, remonstriret und waß entlich Französischentheils repliciret wor-
11
den etc.

40
Siehe Anm. 2–4.
, da sie von diesem passu gleichsamb abgesprungen unnd selbst
12
bekennet, daß es contra liberam electionem sey. Sprungen aber hergegen
13
uf einen anderen articul, das es pro conservanda libertate electionis dahin
14
zu bringen, ne ex familia imperatorum regnantium rex eligatur etc.

41
Bezug auf die frz. Replik, zu Art. 9 ( Meiern II, 202 ).
Weil
15
ihnen nun hierinnen satisfaction zu geben und zu antworten sein werde,
16
so frage sich’s, waß den Kayserlichen herrn plenipotentiariis oder ihr
17
Kayserlicher mayestät selbst hierunter an die handt zu geben.

18
Interloquirte darauf selbsten, es were dieses thema newligst

42
Am 9. Februar 1646 (s. Nr. 99 bei Anm. 15).
nicht pro-
19
poniret , sondern nurt incidenter gedacht worden. Stünde derowegen zu
20
der stände beliebung, ob man darüber verfahren oder die 2. quaestion re-
21
assumiren wolte.

22
Placebat prius.

23
Österreich. Dieses der Franzosen begeren lauffe Österreichischem er-
24
achten nach ganz wieder die libertatem collegii electoralis, wie imgleichen
25
wieder die libertet unnd freyheit aller stände: wieder die libertet des chur-
26
fürstlichen collegii, indeme es in der freyen wahl adstringiret würde, die
27
sie doch vermöge der reichsconstitutionen undt güldenen bull her-
28
gebracht , wieder der stände libertet aber, indem sölchergestalt, wan einer
29
einmahl erwehlet were, sein ganzes geschlecht hernach außgeschloßen
30
würde. Solte man es in genere verstehen, würden alle hohe chur- unnd
31
fürstliche heuser, darauß ie zumahln Römische kayser gewöhlet worden,
32
außgeschloßen und hierdurch daß ganze Reich iniuriiret unndt beschimp-
33
fet werden. Solte es aber in specie zu verstehen sein, were es dem regie-
34
renden kayser die größeste iniuri, wan deswegen, daß er einmahl zum
35
kayserthumb gewehlet were, ungeachtet er das Reich wol unndt löblich
36
administrirte, sein ganzes hauß deß kayserthumbs unfähig sein solte. Daß
37
also unmöglich, sölches miteinander zu conciliiren, sondern pillich dem
38
churfürstlichen collegio zu überlaßen, die würden nach anweisung der
39
güldenen bull und reichsconstitutionum ihre pflicht in acht nehmen, da-

[p. 139] [scan. 271]


1
mit also der churfürsten freyen wahl nichts praeiudiciret werde, es sey in
2
voto activo vel passivo.

3
Bayern. Wegen dieses puncts könne man sich ebenfals den Franzosen
4
nicht conformiren, dieweil es ganz contra libertatem electionis sey. Con-
5
formire sich dißfals mit Österreich, undt were demnach ihrer mayestät an
6
die handt zu geben und dieselbe zu ersuchen, daß dem churfürstlichen
7
collegio an freyer wahl nicht praeiudiciret werde.

8
Würzburg. Diese frage werde schon newlich

32
Am 9. Februar 1646 (s. Nr. 99).
,

30
8–9 wan – betrachte] Österreich A II (XXXII): alß man über die iura inter imperatorem
31
et Imperium consultiert.
wan man die abgetheilte
9
iura im Reich nur recht betrachte, erörtert sein, sintemahl eine differenz
10
inter iura vel soli imperatori vel solis electoribus competentia vel statibus
11
communia zu machen. Da man dann schier einmüetig dafürgehalten, daß
12
ieder theil bey dem seinen zu laßen unnd keinen eintragk zu thun sey.
13
Nun were bekandt, das das churfürstliche collegium diese macht der
14
freyen wahl nicht allein vigore aureae bullae, sondern auch im freyen,
15
ungehinderten exercitio hergebracht, indeme sie nicht allein bey itzigen,
16
sondern auch vörigen zeiten ex eadem familia und nach und nach impe-
17
ratores Romanos erwehlet, gleichwol aber sich auch nicht ad certam fa-
18
miliam adstringiren laßen, sonderen in vielen fällen nach absterben eines
19
Römischen kaysers aus andern heusern gewehlet, wie sonderlich nach ab-
20
gang der Schwabischen famili

33
Gemeint sind die Staufer.
mit Rudolpho I.

34
Kg. Rudolf I.
, Alberto

35
Kg. Albrecht I.
, Adolpho

36
Kg. Adolf von Nassau (ca. 1250–1298), s. Patze , 157f.

21
und Roberto

37
Kg. Ruprecht, Pgf. bei Rhein (1352–1410), s. E. Schubert , 1108ff.
geschehen, bey welchen fällen sich allezeit die familien ge-
22
wechselt

38
Der letzte gekrönte Ks. vor dem Habsburger Kg. Rudolf I. war der Staufer Friedrich II.
39
(1194–1250, 1198 Kg. von Sizilien, 1212 Röm. Kg., 1220 Ks., Schaller , 478–484). Kg.
40
Rudolf gehörte nicht zum Kreis der Verwandten und Nachfahren der Staufer; seine
41
Wahl bedeutete daher einen Wechsel der Herrscherfamilie ( Boockmann , 185). Familien-
42
wechsel erfolgten auch 1292, 1298 und 1400.
, unnd schier hernach sölche ordtnung

43
Anspielung auf die Goldene Bulle von 1356, die das Verfahren bei der Kg.swahl regelt (s.
44
[ Nr. 99 Anm. 14 ] ).
, wie man itzo siehet,
23
gemachet worden. Darzu dan die herrn churfürsten ihre uhrsachen wer-
24
den gehabt haben, und ihnen darumb nicht einzurehden, sondern wolle er
25
hoffen, wan man die cronen recht informirete, sie würden sich wol weisen
26
und bey dem herkommen es verpleiben laßen.

27
Magdeburg. A parte Magdeburg habe er angehöret, was vom hochlöb-
28
lichen directorio proponiret worden, so darauf bestehe, weil die Franzö-
29
sischen herrn plenipotentiarii in ihrer proposition und replic de electione

[p. 140] [scan. 272]


1
regis Romani erwehnung gethan, möchten fürsten unnd stände ihre ge-
2
dancken eröfnen, waß ihrer mayestät hierüber beyzurahten. Nun halte
3
man an seiten Magdeburg dafür, daß den herrn churfürsten dasiennige,
4
was ihnen vermöge der güldenen bul zustehe, und also auch bey der
5
wahl, die freye hand zu laßen. Weil aber dieses, so in der Französischen
6
replic gesetzet, zimblich weit hinnaussehe, so were newligst

40
Am 9. Februar 1646 (s. S. 81 Z. 25–30).
a parte
7
Magdeburg zum temperament und mittelwege fürgeschlagen, daß ieder-
8
zeit die quaestio, an sit eligendus rex Romanus, auff öffentlichen reichs-
9
tage von sembtlichen chur-, fürsten und ständen möchte deliberiret und
10
verglichen werden. Weil nun sölches nochmahls gut, nützlich und vor-
11
träglich befunden würde, laße man es dabey bewenden und wolle sölch
12
votum tam ratione formalium quam materialium verbotenus hierher
13
wiederholet haben.

14
Basel. Wie Würzburgk.

15
Sachsen-Altenburg. Es sey diese frage schon zuvorn examiniret, und
16
bedüncke ihm, die cron Franckreich dürffte darauf stercker beruhen, alß
17
man irgendt izo meinen möchte. Derowegen nohtwendig, uf ein reme-
18
dium zu gedencken, dardurch der freyen wahl nicht praeiudiciret werde
19
und gleichwol aus den sachen zu kommen sey, zu welchem ende dan
20
newligst von Magdeburg und anderen nachsitzenden dieser vorschlag ge-
21
schehen und itzo wiederholet worden, damit die herrn Franzosen sehen,
22
das man in electione regis Romani behuetsamb gehen und allemahls, ob’s
23
zeitt, ob’s nüzlich, ob’s nötig, uf offentlichem reichstage durch die drey
24
reichscollegia deliberiren wolle.

25
Waß aber hernach die electionem subiecti anlange und ex qua familia,
26
regnantis vel alia, daßelbe zu nehmen, sölches pleibe pillich dem chur-
27
fürstlichen collegio frey- undt anheimbgestellet. Laße es also bey sölchem
28
vorschlage auch seinestheils nochmahls bewenden, und werde sich in
29
praxi finden, das derselbe gut unnd nüzlich, sonsten aber schwerlich ein
30
mittel, die Franzosen a proposito zu pringen, zu ergreiffen sein werde.

31
Sachsen-Coburg. A parte Coburg pleibe man bey demiennigen voto,
32
so ad replicam Suecicam super hoc passu abgeleget worden

41
Siehe Nr. 99, Votum Sachsen-Coburgs.
, unnd wolle
33
sich mit Magdeburg, Sachsen Altenburgk conformiret haben.

34
Sachsen-Weimar. Halte gleichsfals wie Sachsen Altenburg dafür, daß
35
die quaestio bimembris, an et quis.

36
Ad quaestionem „an“ were newlich von Magdeburg unndt anderen für
37
gut befunden, daß den Franzosen nicht beßer zu begegnen, als das alzeit
38
uf einem reichstage, ob ein Römischer könig zu erwehlen, berahtschlaget
39
werden möchte, welches dan auch dem churfürstlichen collegio nichts

[p. 141] [scan. 273]


1
praeiudiciren könne, weil ebendaßelbe für hundert und mehr jahren zu
2
Cadau auch fürkommen

39
Zum Vertrag von Kaaden von 1534 VI 29 s. APW III A 3/2 [ Nr. 45 Anm. 97 ] .
.

3
Ad quaestionem „quis“ aber conformire er sich mit Österreich, daß
4
nemblich dem churfürstlichen collegio die freye handt zu laßen unnd die-
5
selbe nicht dahin, ne ex familia imperatoris viventis eligant, zu adstringi-
6
ren weren, weil sölches nicht allein der Kayserlichen famili iniurios, son-
7
dern auch der churfürstlichen macht und freyheit praeiudicirlich sein
8
wolte.

9
Conformire sich im übrigen mit Magdeburg und Altenburg, und daßelbe
10
auch wegen Sachsen-Gotha und -Eisenach wie imgleichen suo loco
11
et ordine wegen Anhalt.

12
Braunschweig-Lüneburg-Celle. Es habe fast daß ansehen, alß wan
13
die herrn Franzosen nurt de electione regis Romani, imperatore adhuc
14
vivente, redeten. Wan man es aber recht ansehe, sey die quaestio eigent-
15
lich de exclusione familiae viventis Imperatoris. Deme vorzubawen, were
16
für gut befunden worden, unnd könne auch dem churfürstlichen collegio
17
sölches nicht praeiudiciren, das iedesmahl die quaestio „an“ uf reichs-
18
tagen deliberiret, wan aber dieselbe resolviret, den herrn churfürsten die
19
freye hand, wen sie wehlen wollen, gelaßen werde; dergleichen constitu-
20
tiones civiles dan wol introduciret werden könten. Unnd wolte sonst con-
21
tra ius gentium sein, familiam imperatoris viventis zu excludiren, exemplo
22
regni Danici et Polonici, welche etliche hundert jahr bey einer famili ge-
23
blieben

40
In Polen herrschten von 1386 bis 1572 Jagiellonen ( Stammtafeln II T. 126), in Däne-
41
mark
seit 1448 Oldenburger ( Stammtafeln I T. 84, 85).
. Dahero es dan auch dem ganzen Reich und allen ständen soviel
24
mehr nachtheilig, deneniennigen hohen heusern aber schimpflich sein
25
würde, wan sie wegen einmahl beschehener wahl hernach allezeit aus-
26
geschloßen pleiben solten. Damit man nun, wie Altenburg angeführet,
27
der Franzosen intention etwas brechen möge, sey dieser vorschlag ge-
28
schehen , unndt werde man befinden, daß sölches expediens practicabel
29
unnd fürträglich sein werde.

30
Idem wegen Braunschweig-Lüneburg-Grubenhagen und - Ca-
31
lenberg .

32
Baden-Durlach. Weil die Franzosen vermuetlich sowol auf diesen alß
33
anderen puncten beruhen und also ohne limitation nicht wol zu beant-
34
worten sein werden, halte wegen ihrer fürstlichen gnaden

42
Mgf. Friedrich V. von Baden-Durlach.
er gleichsfalß
35
dafür, daß ihnen diese antwort zu ertheilen und der vorschlag zu thun,
36
sonderlich weil derselbe dem churfürstlichen collegio nichts praeiudiciret,
37
sondern wie man dißfals ungebunden pleibe, also die familia viventis im-
38
peratoris darumb nicht außgeschloßen werde.

[p. 142] [scan. 274]


1
Pommern-Stettin. Er erinnere sich zurück, waß bey der fünfften ses-
2
sion über dem andern membro de iuribus statuum dieseß puncts halber
3
moviret worden

37
Siehe Nr. 99.
. Da er dan im nahmen ihrer churfürstlichen durch-
4
laucht zu Brandenburg

38
Kf. Friedrich Wilhelm von Brandenburg.
alß herzogs in Pommern also votiret unnd gebe-
5
ten , daß man diese quaestion, so in die churfürstliche praeeminenz mit
6
hinneinlieffe, nicht berühren noch den auswertigen weiter zu scrupuliren
7
anlaß geben, auch die sachen nicht confundiren, sondern vielmehr sehen
8
möchte, das zwischen dem chur- unnd fürstlichen collegio gute conso-
9
nanz erhalten werde. Weil er nun damahls dafürgehalten, das die quaesti-
10
on , an eligendus sit rex Romanus, auf einem reichstag remissive und nicht
11
positive zu stellen, müße er sölch votum repetiren, sintemahl er von ihr
12
churfürstlichen durchlaucht befehliget sey, die churfürstliche hoheit nicht
13
schmelern zu laßen.

14
Weil er auch befinde, das es in der Französischen replic nur pro argu-
15
mento und nicht pro thesi gesetzet (dan die quaestio articulo 9 sey diese:
16
Wie das Reich nicht zu erbe gemachet, sondern bey der freyen wahl
17
erhalten werden müchte. Worauf die Franzosen dieses gleichsamb pro
18
expediente vorgeschlagen, daß kein Römischer könig ex familia impera-
19
toris viventis erwehlet werden müchte

39
Wie Anm. 4.
), dahero sie auch verhoffentlich
20
so gar hart nicht darauf bestehen würden, gestalt dan dergleichen auch
21
bey der Schwedischen conferenz moviret worden, die sich aber uf der
22
herrn Kayserlichen beschehene remonstration, das es wieder die freyheit
23
des churfürstlichen collegii und des ganzen Imperii sey, weisen laßen
24
und davon abgestanden weren

40
Die schwed. Proposition II von 1645 VI 11, Art. 5, wollte die Möglichkeit einer Röm.
41
Kg.swahl vacante Imperio untersagt wissen ( Meiern I, 437 ). Dagegen wendete die ksl.
42
Responsion an Schweden von 1645 IX 25, zu Art. 5, ein, daß sich eine solche Forderung
43
gegen die Reichsrechte, die Goldene Bulle, die Wahlfreiheit der Kf.en und die ksl. Wahl-
44
kapitulationen richte ( Meiern I, 620 ). Die schwed. Replik von 1646 I 7 ging auf dieses
45
Problem nicht mehr ein.
, so conformire er sich mit Würzburg,
25
daß den herrn Franzosen zu remonstriren, worauff die churfürstliche
26
praeeminentz bestehe und wie dieselbe hierdurch gekrencket würde. Er
27
zweifele nicht, sie würden darauf acquiesciren, sonderlich wan künfftig
28
der stände bedencken diese cautela annectiret würde, daß das Reich
29
nicht zu erbe gemachet werden, sondern ein freyes wahlreich verpleiben
30
solte.

31
Die quaestio „an“ aber were sehr nachdencklich, praeiudicirlich unnd re-
32
strictiva , gehe auch viel weiter, als die in der Französischen replic selbst
33
annectirte conditio. Möchte seines bedünckens mehr hinter sich führen
34
und sowoll zur diffidenz zwischen chur-, fürsten unnd ständen als auch
35
den exteris, noch weiter auf des Reichs sachen zu inquiriren, anlaß geben,
36
welches aber dadurch abzuleinen, wan ihnen uf sölche maße praeoccupa-

[p. 143] [scan. 275]


1
tive , das das Reich nicht erblich werden, sondern bey der wahl pleiben
2
solle, geantwortet würde.

3
Und were hiebey auch dieses zu bedencken: Wan sich gleichwol etwan
4
eine famili oder ein Römischer kayser umb das Reich wol meritirete, wie
5
sonderlich das hochlöbliche erzhauß Österreich gethan und iederzeit
6
gleichsamb eine vormawer wieder den Turcken gewesen,

37
6–8 daher – solte] Steht in Magdeburg E als Korrektur auf dem Rand. Ursprünglich sollte
38
der Satz anders fortgeführt werden; durch die Korrektur hat sich die falsche Satzstruktur
39
im diktierten Text ergeben.
daher es dem-
7
selben ein großer affront were, wan es künfftig ganz außgeschloßen wer-
8
den solte. Dan [man] sehe woll, wo hierunter der Franzosen intention
9
hingehe und das es ihnen nicht sowol darumb, alß das hauß Österreich
10
vom kayserthumb zu bringen, zu thun sey. Die herrn churfürsten würden
11
sich dißfals wol begreiffen und uf begebende fälle ihre pflicht unnd ge-
12
büer in acht nehmen, unnd weil gleichwol bishero fürsten und stände
13
über dero wahl sich nie beschweret noch einige contradiction fürgangen,
14
so wolle er hoffen, fürsten unnd stände würden nochmahls die herrn
15
churfürsten an dero zustehenden iuribus neque directe neque per indirec-
16
tum zu krencken oder zu beeintrechtigen gemeinet sein. Undt concludirte
17
also in eventum, wan die maiora ie dahin fallen solten, nochmahls, daß die
18
quaestio „an“ nicht positive, sondern remissive uf einen reichstagk aus-
19
zustellen .

20
Pommern-Wolgast. Idem.

21
Hessen-Kassel. Ex parte Heßen Caßell conformire er sich mitt Mag-
22
deburg , Sachsen Altenburg unnd übrigen gleichstimmenden votis.

23
Hessen-Darmstadt. Wiederhole seinestheils die von Sachsen Alten-
24
burg fürgebrachte distinction, dan wan de subiecto eligendo die quaestio
25
sey, bleibe es pillich bey der herrn churfürsten freyen wahl. Wegen der
26
quaestion „an“ aber conformire er sich mit den vorsitzenden. Dardurch
27
dan auch des churfürstlichen collegii authoritet nicht derogiret werde,
28
weil, wie Sachsen Weymar angeführet, lenger alß vor hundert jahren bey
29
election königs Ferdinandi I.

40
Siehe APW III A 3/2 [ Nr. 45 Anm. 96 ] .
diese quaestio auch moviret, darüber zwi-
30
schen etlichen chur- unnd fürsten confoederationes aufgerichtet, auch
31
von Chursachsen selbst der vorschlag geschehen, daß diese quaestio alle-
32
zeit vom churfürstlichen collegio unnd sechs eltesten fürsten des Reichs
33
deliberiret werden solte

41
Siehe APW III A 3/2 [ Nr. 89 Anm. 62 ] .
. Welchen vorschlag er zwar dahinstelle, gleich-
34
wol aber nicht undienlich halte, daß, wan dergleichen casus sich begebe,
35
die quaestio „an“ zuvorher uf öffentlichen reichstage in consultation ge-
36
zogen werde.

[p. 144] [scan. 276]


1
Mecklenburg-Schwerin. A parte Mechelburg habe er angehöret, waß
2
ex propositione et replica Gallica wegen der election eines Römischen
3
königs proponiret worden unnd in votis fürkommen. Nun habe er da-
4
mahls , wie auß der Schwedischen replic auch diese quaestio uf die bahn
5
gebracht, wahrgenommen, wieweit die cronen ihr absehen gerichtet, da-
6
hero er die gefehrligkeit remonstriret unnd das Magdeburgische votum
7
und fürgeschlagene temperament repetiret hette

42
Siehe Nr. 99, Votum Mecklenburg-Schwerins.
. Eben der meinung sey
8
er auch izo, weil sonst die freyheit sowol des ganzen Römischen Reichs
9
alß sonderlich des churfürstlichen collegii periclitiren würde.

10
Bey der quaestione „an“ were sonderlich zu beobachten, quod salus po-
11
puli merito suprema lex sit etc.

43
Nach Cicero, De legibus 3,3,8.
Man were hier im fürstenraht und nicht
12
im churfürstlichen collegio, dahero sich auch fürstliche und nicht chur-
13
fürstliche vota zu führen gebühre etc. Conformire sich also den votis, so
14
diese quaestion affirmative resolviret hetten. Die erwehlung aber des sub-
15
iecti oder individui pleibe pillich bey der freyheit des churfürstlichen col-
16
legii , und würde sonderlich zur diminution des erzherzoglichen hauses
17
Österreich respects gereichen, wan es sölchergestalt von sölcher dignitet
18
excludiret werden solte. Es sey gleichwol bekandt, was es dem Reich für
19
treffliche dienste gethan, auch wie es situiret

37
19–21 und – attendiren] Österreich A II (XXXII): der ganzen christenheit erbfeindt, dem
38
Türkhen, widerstandt zue thuen. Man solle aber in dem fürstenrath in votando auf der
39
fürsten recht sehen unnd nicht nach der churfürstlichen mainung votirn.

40
Darauf Pommern geantwortet, er votiere nach befelch ihr churfürstlichen durchlaucht
41
alß herzogen in Pommern, allen zwitracht zu verhüeten.
und eine vormawer sey des
20
Römischen Reichs, daher es auch nicht unpillich bey der wahl etc. zu
21
attendiren.

22
Mecklenburg-Güstrow. Idem.

23
Sachsen-Lauenburg. Wie kein stand der intention sein wirt, daß er
24
dem churfürstlichen collegio an seiner praeeminenz eingriff zu thun be-
25
gere , zumahln man deswegen alhier beysammen, daß vielmehr ein ieder
26
bey seinen recht und gerechtigkeiten erhalten werde, so were pillich dem
27
churfürstlichen collegio super electione ipsa kein ziell noch maß zu ge-
28
ben . Demnach aber die Französische proposition und replic weit aus-
29
sehen , darauf sie auch vielleicht herter, alß man meinet, bestehen werden,
30
zumahl, obschon dieser vorschlag anitzo dem ansehen nach nur relative in
31
der replic gesetzet, sey doch die proposition dahin gerichtet, das gar kein
32
Römischer könig bey lebzeiten eines kaysers zu erwehlen, beyde vor-
33
schläge aber sehr praeiudicirlich unnd sonderlich der itzige sowol dem
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hause Österreich alß den fürsten unndt ständen insgemein (wan sölcher-
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gestalt des einmahl erwöhlten Römischen kaysers famili nimmermehr
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wieder darzu kehme) fast nachtheilich unnd schimpflich, der vörige aber

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dem churfürstlichen collegio, deme hiedurch, bey lebzeiten deß regieren-
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den kaysers einen Römischen könig zu erwehlen, verwehret unnd die
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hende gebunden weren, nicht wenig verkleinerlich sein würde, so wolte
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beyzeiten auf ein sölch temperament zu gedencken sein, daß alle inconve-
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nientien verhüetet werden müchten. Weiln nun daßiennige, so Magdeburg
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vorgeschlagen, nicht new, sondern mehr als vor hundert jahren dergleichen
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fürkommen, so halte er dafür, daß diese offt gerüttelte quaestion wol alhier
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zu erörtern unnd dadurch auch pro conservando domus Austriacae re-
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spectu der Französischen replic also zu begegnen unnd sie sofern zu con-
10
tentiren , damit die iura Imperii unnd darunter nach erörterung der quae-
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stionis „an“ der herrn churfürsten libera electio conserviret werde.

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Conformire sich im übrigen mit den vorsitzenden.

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Wetterauer Grafen. Ad quaestionem utramque wie Sachsen Alten-
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burg undt gleichstimmende. Ob’s aber itzo positive oder remissive zu se-
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zen , weren sie indifferent. Im übrigen, daß das hauß Österreich nicht aus-
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zuschließen , sondern seiner meriten halber bey der wahl in obacht zu
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halten, wolten sie die in vorsizenden votis angeführte selbstredende ratio-
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nes wiederholet haben.

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Österreichisches Direktorium. Wan er die articul betrachte, so wie
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sie gesetzet sein, befinde er, daß articulo 9 der Kayserlichen resolution

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Gemeint ist die ksl. Responsion an Frk. (s. Anm. 3).

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von der quaestion „an“ vornemblich geredet, die Franzosen aber in re-
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plica weiter- und dahin gangen, ne ex familia regnantis imperatoris eliga-
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tur . Nun würde schwerfallen und verzug der tractaten veruhrsachen, wan
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man es den Franzosen anheimbgeben oder sich darauf einlaßen solte, dan
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ihme deuchte, die stände hetten sich darüber noch nicht verglichen, ob die
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quaestion „an“ uf einem reichstag zu deliberiren. Setzte man’s nun also
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nude, möchten es die Franzosen apprehendiren. Were derowegen wol zu
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bedencken, waß dißfals einzurahten. Hette gleichwol unterdeßen die auß-
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gefallene doppelte mainungen aufgesetzett, die er dan folgendergestalt
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verlase:

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Die 1. mainung were, daß den Kayserlichen herrn plenipotentiariis ein-
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zurahten , es möchte den herrn Französischen auf die replic uber den 9.
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articul ratione quaestionis, ne ex familia imperatoris regnantis rex Roma-
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nus eligatur, dergestalt zu antworten sein, daß sölches wieder der churfür-
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sten freye wahl und des ganzen Römischen Reichs freyheit tam in voto
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activo quam passivo lauffe, dahero sie auch die freyheit, weil man hie-
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durch das Reich bey seiner freyen wahl zu laßen vermeine, nicht zu im-
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pediren begeren würden.

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Die 2. mainung aber were, daß die Kayserlichen herrn plenipotentiarii zu
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distinguiren und dieses temperament zu ergreiffen hetten, das diese quae-
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stio entweder auf daß individuum, so erwehlet werden solte, oder in ge-

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nere auf die frage, ob vivente imperatore ein könig zu erwehlen, zu ver-
2
stehen sey.

3
Im ersten verpleibe es pillich ohne unterschiedt der eligendorum bey der
4
churfürsten freyen wahl, welcher man keinesweges zu praeiudiciren be-
5
gere . Die 2. quaestio aber und ob davon zu deliberiren, were uf einen
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reichstagk auszustellen.

7
Sachsen-Altenburg. (Hic interloquebatur Sachsen Altenburg:) So
8
hetten sie nicht votiret, sondern, ob davon uf reichstagen zu deliberiren,
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müste hier decidiret werden. Es hette niemandt so votiret als Pommern,
10
welches aber pro voto singulari zu achten.

11
Braunschweig-Lüneburg. Man votire hier nicht im churfürstlichen
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collegio, sondern im fürstenraht.

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Österreichisches Direktorium. Es habe gleichwol ein ieder seine
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mainunge zu sagen, weil es libera vota sein solten.

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Braunschweig-Lüneburg. Pommern möchte wol votiren, aber als
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ein fürstlicher unnd nicht als ein churfürstlicher gesanter.

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Pommern. Hette alß ein fürstlich Pommerischer votiret etc., müste aber
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gleichwol sehen uf salutem patriae und die notturfft des Reichs.

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Braunschweig-Lüneburg. So gebühre ihme doch nicht, der churfür-
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sten iura zu defendiren. Hetten die herrn churfürstlichen wieder des
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fürstlichen collegii conclusa oder mainungen etwas zu sprechen, müchten
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sie es in ihrem collegio thun etc.

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Pommern. Man hette aber auch darauf sehen, daß man nicht mitein-
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ander zerfalle.

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Braunschweig-Lüneburg. Wolte Gott, daß wir nicht zerfielen! Es
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würden aber noch wol andere sachen fürkommen, darüber man wol
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mehr miteinander zerfallen dürffte.

28
Sachsen-Altenburg. Wie, wan die Franzosen darauf bestünden, sie
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hetten die erste thesin in der proposition fallenlaßen, doch mit der condi-
30
tion , ne ex familia regnantis imperatoris rex Romanus eligatur. Derowe-
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gen beyzeiten uf ein remedium unndt expediens zu gedencken, welches
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die quaestio „an“, wan man dieselbe uf reichstagen deliberirte, sein möch-
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te . Könte also nicht erst uf einen reichstag remittiret werden, weil es con-
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ditio pacis sein würde.

35
Hierauf gefielen noch etliche interlocuta, darunter Österreich . Wan
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aber die Franzosen uf dieser condition bestehen wolten, würde die quae-
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stio „an“ uf einem reichstag zu deliberiren, sölche nicht erheben, weil
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dadurch nurt die vorige Französische proposition etc. resolviret würde.

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Sachsen-Altenburg. So würde ihnen doch in etwas gratificiret.

2
Ab aliis promiscue: Die Franzosen gingen vornemblich dahin, daß das
3
hauß Österreich excludiret werde etc., und sölches sub praetextu, ne Im-
4
perium fiat hereditarium.

5
Österreichisches Direktorium. Enderte es immittels und verlase
6
dieselbe clausul also:

7
Die 2. quaestion aber betreffende, werde dieselbe uf einen reichstag zu
8
deliberiren pillich gezogen.

9
Sachsen-Altenburg und andere. Wan sich der fall zutrüge.

10
Österreichisches Direktorium. Verstünde es also, daß die quaestio,
11
an sit eligendus rex Romanus, auff einen reichstag zu deliberiren gehöre.

12
Braunschweig-Lüneburg. Es falle duplex quaestio für:

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1. De subiecto eligendo. Darinnen dem churfürstlichen collegio ihre zu-
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stehende libera electio gelaßen werde.

15
2. An sit eligendus rex Romanus. Diese quaestion müße uf reichstagen
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deliberiret unnd, daß sölches geschehen solle, hier decidiret werden.

17
Österreichisches Direktorium. Wir können es aber noch nicht de-
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cidiren , weil nicht allein die anderen reichscollegia, sondern auch die im
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fürstenraht zu Münster dazugehöreten.

20
Braunschweig-Lüneburg. Verstehe es nur pro potestate nostra. Es
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weren doch nur halbe vota oder vielmehr vorschläge.

22
Sachsen-Altenburg. Wer weiß, ob auch noch die Franzosen mit den
23
vorschlägen zufrieden sein.

24
Österreichisches Direktorium. So kommen derogestalt dreyerley
25
mainungen herauß.

26
Worauf noch weiter etliche interlocuta ergingen, dahin zielend, daß das
27
temperament hier fluchs geschehen müste etc.

28
Und wiewol anderweit von Pommern erwehnet wurde, als wan die
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herrn Schwedischen uf der herrn Kayserlichen remonstration acquiesciret
30
und diesen punct erlaßen

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Siehe bei Anm. 25.
, vermeinte doch Hessen-Kassel, das es
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nicht simpliciter geschehen, sondern nur gleichsamb in suspenso geplie-
32
ben were.

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Unterdeßen enderte es daß Österreichische Direktorium zum drit-
34
ten mahl und verlase den ganzen contextum der anderen opinion also:
35
Daß die Kayserlichen herrn plenipotentiarii zu distinguiren (ut supra).

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1
Die andere quaestion aber betreffendt, ob nemblich vivo caesare eine
2
wahl eines Römischen königs anzustellen, würde dieselbige von einem
3
ganzen reichscorpore uf einen algemeinen reichstag zu deliberiren sein.

4
Sachsen-Altenburg, Braunschweig-Lüneburg und andere.
5
Addatur: „uf begebenden fall“, item „jedesmahl“.

6
Id, quod supplebatur, legebatur, approbabatur.

7
Österreichisches Direktorium. Die 3. mainung sey, daß die quae-
8
stio „an“ remissive, non dispositive uf einen reichstag außzustellen etc.

9
Weil auch bey werenden interlocutis unter andern Braunschweig- Lü-
10
neburg
nicht allein per discursum gedachte, er könte leicht erachten,
11
daß Bayern dieser opinion halber Pommern beypflichten würde, sondern
12
auch des hochlöblichen Osterreichischen directorii mainung begerete und
13
nochmals darumb ersuchte, antwortete

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Bayern. Weil sölches vor ihme nicht vor- noch in die umbfrage kom-
15
men , hette er auch darauf nicht votiren können etc.

16
Österreich. Wan er seine mainung sagen solte, müste er bekennen, das
17
er noch in prima opinione sey, daß nemblich sölches noch unnötig etc.
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Die mittelste opinion hette zwar dieses ohrts die maiora. Ehe aber dieses
19
expediens den Franzosen fürgeschlagen würde, müsten chur-, fürsten und
20
stände sich erst darüber vergleichen.

21
Entlich, als auch des

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21 churfurstenvereins] In Braunschweig-Lüneburg-Celle A I steht am Rand: Der Rei-
29
nischen churfursten verain.
churfurstenvereins

30
Der letzte Kur(fürsten)verein aus dem Jahre 1558 hatte die gegenseitige Garantie von
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Goldener Bulle und Wahlkapitulation zum Inhalt des Bündnisses gemacht; er blieb bis
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zum Ende des Reiches bestehen (H.-J. Becker , 1310; Luttenberger , 34–40). Im Rheini-
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schen Kurverein von 1519 (s. Textvariante Z. 28f.) hatten sich die vier rheinischen Kf.en
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zur Erhaltung des Landfriedens zusammengeschlossen. Er wurde im 16. Jh. mehrmals er-
35
neuert und konzentrierte sich zunehmend auf regionale und wirtschaftspolitische Belange
36
(Rheinschiffahrt). Seit 1612 wurde er in allen ksl. Wahlkapitulationen bestätigt ( Gott -
37
hard , 38, 61ff., 78).
gedacht würde, sagte[n] Sach-
22
sen-Altenburg und andere.
Der künte den ständen nicht praeiudici-
23
ren etc. Dan ob sie wol unter sich dergleichen macht hetten, so müste es
24
doch citra praeiudicium der fürsten und stände geschehen etc.

25
Worauf noch weiter etliche interlocuta (inter caetera de potestate electo-
26
rum etiam invito imperatore regem Romanum eligendi) gefielen unnd da-
27
mit diese neunde session geendiget wurde.

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