Acta Pacis Westphalicae II A 2 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 2: 1644 - 1645 / Wilhelm Engels mit einem Nachtrag von Karsten Ruppert
279. Ferdinand III. an Nassau, Lamberg, Volmar und Krane Linz 1645 November 3

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Ferdinand III. an Nassau, Lamberg, Volmar und Krane


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Linz 1645 November 3

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Ausfertigung: Den Haag A IV 1628 nr. 18 [ praes. Münster 1645 November 14 ] = Druck-
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vorlage
– Konzept: RK , FrA Fasz. 48b fol. 1–2 – Kopie: ebenda Fasz. 47b fol. 212–213’;
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ebenda Fasz. 92 VI nr. 903 fol. 454–455’; Giessen 206 nr. 146 S. 907–912 – Druck:
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Gärtner VI nr. 135 S. 617–620.

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Vermeiden der Vermittlung der Reichsstände. Admissio exclusorum. Sitz und Stimme für die
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Stadt Bremen. Titel für Longueville.

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Eingangsbestätigung von nr. 260 und nr. 262. Ihr sollt den Ständen andeuten: wir
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werden auch nit underlaßen, bey fortsezung der tractaten und auf erfol-
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gende weitere erklerung der cronen unß in einem und dem anderm ihres
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guetachtens und was zu befürderung diss fridenwercks dienlich iederzeit
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gnedigst zu gebrauchen. Was aber die von denen Schwedischen gesandten
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zu Oßnabrugg bey disem actu erweckte difficulteten anlangt, als ob ein
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notturfft sein wolte, das nit allein das völlige Meinzische directorium, son-
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dern auch etliche aus denen anderen fürsten und stenden sich bey denselben
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finden solten, da wollen zwar wir unß gnedigst versechen, es werden die
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Schwedischen immittelst von solcher ihrer praetension für sich selbst gewi-
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chen sein, oder da solches nit geschehen, von euch der von ihnen beliebte
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weg ergriffen und ihnen unser Kayserliche antwort entweder durch ewern
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secretari oder vil lieber durch euch selbst persöhnlich zuegestelt worden
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sein; da aber solches wider verhoffen noch nicht erfolgt, so hettet ihr es
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noch zu verrichten und zumahlen dise und andere occasiones mit dem gegen-
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theil zu einer persöhnlichen conferenz zu gelangen nicht außer acht zu
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lassen. Gleichwie wir aber gnedigst nit für ratsamb halten, das die ganze
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Churmeinzische gesandtschafft sich von Münster ab und nacher Oßnabrugg
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begeben solle, also halten wir noch mehrers für bedencklich, das denen
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churfürstlich Meinzischen und Brandenburgischen gesandten zu disem und
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dergleichen mediationsactibus noch mehr andere stendt beygeordnet wer-
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den sollen, sondern wollen vilmehr, daß ihr vorhin anbevolhenermaßen
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daran seyet, damit aller eingang zu solcher adiunction und zueziehung meh-
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rer stendt in diß mediationwerckh vermitten verbleibe.

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Was dan ferner den punctum excludendorum und in specie Magdenburg
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und Hessen Cassel betrifft, da laßen wir es bey unserer iüngst under datis
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den 24. und 27. Octobris ahn euch ergangenen erklerung allerdings bewen-
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den und wollen gewertig sein, weßen die stendt zu Münster sich auf das

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von denen Oßnabruggischen iüngst an sie kommene schreiben ferner erklern
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werden. Imgleichen bleibt es bey deme, weßen wir uns wegen Baden Dur-
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lach und Nassau Saarbruckhen auf dem fal, sie sich auf die nunmehr ohne
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zweifel alda publicierte amnistiam und cassation der in derselben vorhin
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reserviert gewesenen suspension effectus zu dem Pragerischen fridenschlusß
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bequemet und denselben angenohmen, bereits erklert.

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Wegen der statt Bremen lassen wir es bey dem in puncto voti et sessionis
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vor disem ergangnen decreto suspensivo beruhen und wollen gnedigst,
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das ihr euch disfals ganz passive haltet, in nichts herauslasßet, sonder mit
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mangl habenden bevelchs euch entschuldiget.

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Belangend endtlich den von dem duca de Longeville praetendirten titl
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Altezza, da bleibt es nochmal bey dem, das demselben dißorts nichts bewil-
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ligt , auch nichts abgeschlagen, und wir wollen ewerer, unserer gesandten
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zu Münster, fernern relation, wie es mit der visita und mündtlichen con-
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ferenz abgangen, gnedigst erwartten.

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