Acta Pacis Westphalicae II C 4,2 : Die Schwedischen Korrespondenzen, Band 4, 2. Teil: 1648-1649 / Wilhelm Kohl unter Mitarbeit von Paul Nachtsheim
244. Landgräfin Amelia von Hessen-Kasselan die schwedischen Gesandten Kassel 1648 Mai 8/18
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Kassel 1648 Mai 8/18
Kopie: DG 12 fol. 896–896’ (Beilage C zu Nr. 248).
Bitte um Eintreten für die Satisfaktion der hessen-kasselschen Armee.
Ich bin von meinen zu den generalfriedenstractaten abgeordneten gesandten
nicht ohne befrembdung berichtet worden, wasmaßen nicht allein die kaiser-
liche abgesandte, sondern auch die meiste von den chur-, fürsten und ständen
des Reichs vor meine militz einige satisfaction zu bewilligen, bedencken tra-
gen . Nun gebe Euer Liebden und Euer Exellenz ich hochvernünfftig zu be-
dencken anheimb, was es bey meiner soldatesca vor einen großen unwillen
und andere beschwerliche inconvenientien verursachen würde, da dieselbe,
unerwogen sie gleichwoll nicht weniger als der hochlöblich cron Schweden
soldatesca mit aller möglichen treu und eiffer zu dem gemeinen zweck mitar-
beiten und die sachen in den gegenwertigen guten zustandt durch Gottes
hülffe mit bringen helffen, allein von der satisfaction ausgeschloßen werden
solten, zu geschweigen, was auf solchen unverhoffenden fall bey abdanckung
gemelter völcker und restitution der inhabenden vesten öhrter zu nachtheill
der execution des friedenschlußes vor difficulteten und unordnungen nicht
allein entstehen, sondern auch was die ungleichheit derjenigen, so einerley
gefahr, mühe und arbeit ausgestanden, hiernechst vor eine böse nachfolge
und der hochlöblichen cron Schweden selbst bey etwa wieder bedürffender
freunde und hülffe vor ein großes praejuditz verursachen dörfte.
Sie, die Landgräfin, sei der Zuversicht, daß die schwedischen Gesandten über alle
bisher schon geleisteten Dienste dahin wirken werden, daß die hessische Miliz
nicht ungerechterweise von der Satisfaktion ausgeschlossen, sondern gemäß ihrer
treuen Dienste belohnt werde.