Acta Pacis Westphalicae II A 5 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 5: 1646 - 1647 / Antje Oschmann
76. Lamberg und Krane an Ferdinand III Osnabrück 1646 Oktober 18

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Lamberg und Krane an Ferdinand III.


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Osnabrück 1646 Oktober 18

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Ausfertigung: RK FrA Fasz. 51a fol. 47–48’ = Druckvorlage – Kopie: RK FrA Fasz. 92 X nr.
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1490 fol. 530–531; KHA A 4 nr. 1628/41 unfol.; Giessen 207 nr. 343 p. 1289–1292.

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Schwedische Abweisung des polnischen und der kurbayerischen Gesandten. Salvius vor den
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kurbayerischen Gesandten: Verzicht auf die oberpfälzische Schuldverschreibung?; schwedische
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Satisfaktion; kurbrandenburgische Entschädigung aus den kaiserlichen Erblanden; Religionsver-
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handlungen . Dänische Kriegsvorbereitungen? Dänisches Desinteresse am Erzstift Bremen?

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Auf die ksl. Weisung vom 28. September 1646

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Ausf.: RK FrA Fasz. 51b fol. 79–79’ – Kopie: Giessen 207 nr. 341 p. 1284–1285 –
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Konzept: RK FrA Fasz. 51b fol. 78–78’.
. Der königliche Polnische
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abgeordtneter

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Wahrscheinlich ( NS III S. 341; UA IV S. 461) der nach Krockow zusätzlich geschickte
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polnische Ges. Claudio Roncaglio (Lebensdaten konnten nicht ermittelt werden), Domherr des
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Hst.s Ermland ( APW II C 2 S. 464 Anm. 1).
ist bey denen Schweeden der ursach halben, daß in seinen
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credentialen der könig in Polen

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Kg. Ladislaus IV. Sigismund (1595–1648); 1632 Kg., 1645 Hg. von Oppeln und Ratibor
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( Stammtafeln II Tafel 117).
sich ‘könig in Schweeden’ geschrieben

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Seit Kg. Sigismund III. Wasa (1566–1632; 1587 Kg. von Polen, 1592–1599 Kg. von
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Schweden) erhoben die polnischen Kg.e Anspruch auf die Krone Schwedens. Erst im Frieden
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von Oliva (1660 April 23/Mai 3; Druck: DuMont VI.2 S. 303–309) gaben sie diesen auf
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und verpflichteten sich, nach dem Ende der Regierungszeit Kg. Johann Kasimirs (1609–1672;
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1648–1668 Kg.) den schwed. Kg.stitel abzulegen (HEG III S. 1039, 1056).
, nit
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fürgelaßen worden. Soll itzo eine commission an Frantzösischen hoff bekom-
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men haben, dhahin er erster tagen reisen wirdt.

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Der Churbayrischer gesandter Dr. Krebs hat bey dem Oxenstern der ursach
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halben, daß sich derselb den herrn churfürsten für churfürsten zu tractirn
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difficultirt, kheinen zutritt haben können, darumb er sambt seinem collega,
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dem Dr. Ernst, nur beym Salvio gewest, der ihnen mit generaldiscursen, wie
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er unß selbst gesagt, gestalt es die cron Schweeden mit Churbayern gut meine
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und die Pfaltzische sach zu deßen contento einzurichten verlange, aufgehal-
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ten , endtlich so viel ad particularia getretten, daß es der Salvius dhafür halten
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wöllen, die größiste difficultet würde ahn der Obern Pfaltz hafften, dha
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müste Churbayern von den praetendirten 13 millionen

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Nach der Ächtung Kf. Friedrichs V. von der Pfalz (1596–1632; 1610 Kf.) am 22. Januar
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1621 (Druck: DuMont V.2 S. 376–378) hatte Ferdinand II. (1578–1637; 1619 Ks.) dem
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bayerischen Hg. Maximilian (1573–1651; 1595/1598 Hg.) am 15. Februar 1621 als
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Erstattung seiner für den Feldzug gegen die aufständischen Böhmen entstandenen Kosten das
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Ehgt. Österreich ob der Enns pfandweise überlassen (Regest: BA I.2 S. 83–84), zwei Jahre
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später, am 28. April 1623, die damals auf 12 Millionen fl. bezifferte Summe je zur Hälfte auf
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dieses Ehgt. und die Oberpfalz versichert und schließlich am 22. Februar 1628 gleichzeitig mit
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der öffentlichen erblichen Kurbelehnung dem Hg. und seinen Erben die Oberpfalz und die
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rechtsrheinische Unterpfalz als Ersatz für die jetzt mit 13 Millionen fl. angesetzten Kriegsko-
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sten übergeben und ihm dafür am 4. März 1628 einen Kaufbrief und einen Schutz-, Schadlos-
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und Gewährschaftsbrief ausgesteift (Drucke: Londorp V S. 796–803). Sollte der Kf.
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allerdings die Oberpfalz verlieren, hatte der Ks. dem Kf.en den Anspruch auf die 13 Millionen
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fl. belassen und sich bereit erklärt, ihm bis zu ihrer Erstattung wieder das Ehgt. Österreich ob
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der Enns einzuräumen ( APW III A 1 S. 729 Anm. 1–3, 730 Anm. 1; Albrecht , Kriegsziele
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S. 260).
ein drittl fallen laßen,

[p. 135] [scan. 211]


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ein dritl Ewer Mayestätt ubernhemmen und ein dritl die pfaltzgraven tragen.
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Circa punctum satisfactionis Sueciae hette er sich vernhemmen laßen, daß
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sich die Schweedische ehister tagen gegen unß darüber erclehren würden.
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Hette ihnen nit so viel constringiren können, daß [ er ] sagen wöllen, ob sie
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gantz oder halb Pommern affectirten. Seie aber darauf bestanden, daß Ewer
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Mayestätt den churfürsten von Brandeburg auß denen exuviis Fridlandicis

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Unter den „Beutestücken Wallensteins“ sind vermutlich die Hgt.er Friedland, Sagan, ( Meck-
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lenburg ) und Glogau gemeint, die Wallenstein (1583–1634; 1625–1630 und 1631/
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1632–1634 Generalissimus der ksl. Armee) in den Jahren 1622, 1628, 1628/1629 und 1629
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zu erblichem Eigentum, als Lehen oder als Pfand erhalten hatte ( ADB XLV S. 528–641 ).

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(wie er die formalia gebraucht haben soll) eine particul würden abtretten
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müeßen, alß etwoh Großglockaw und noch waß darzu. Bey dem puncto
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gravaminum Imperii hette er der protestirenden sach in allem propugnirt und
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eben selbige argumenta geführt, so die protestirende zu führen pflegen. Und
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wehre fast die gantze conferentia repetitio priorum gewesen. Er befünde diese
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leüthe so hart, daß er nit sehe, wie ohne schwertstreich mit denselben
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außzukommen.

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Derienige edlman, so von dem Oxenstern wegen seiner ehewirthin tödtlichen
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abgang nacher Schweeden geschickt gewesen, Lenier

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Lenier (Lebensdaten und -umstände konnten nicht ermittelt werden. Er wird auch erwähnt in:
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Baltische Studien 6 [1839].2 S. 34).
genandt, ist diese
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wochen wieder alhir angelangt. Gibt für, er komme durch Dennemarck,
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alwoh er von vielen praeparatoriis zum krieg vernhommen. Es wehre der
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elter printz

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Diese Mitteilung war falsch. Der erwählte Pz. Christian von Dänemark (1603–1647) starb
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erst, allerdings nach langem Leiden, am 2./12. Juni 1647 ( Isenburg II Tafel 72; Lorenz
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S. 174); vgl. auch nr. 98.
aldha mit todt abgangen, und würde die cron Schweeden itzo so
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viel desto leichter mit dem ertzstifft Bremen vortkommen können, weiln auf
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den herrn administratorem

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Hg. Friedrich II. von Schleswig und Holstein (1609–1670); 1611–1622 Koadjutor von
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Schwerin, 1621 von Bremen, 1622 von Verden, 1623–1648 Adm. von Verden, 1624
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Koadjutor von Halberstadt, 1634–1648 Adm. von Bremen, 1648 Kg. (Friedrich III.) von
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Dänemark ( NDB V S. 503–504 ; Lorenz S. 14).
die succession des königreichs falle und sich
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derselb des ertzstiffts nit viel mehr achten werde.

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