Acta Pacis Westphalicae II A 4 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 4: 1646 / Hubert Salm und Brigitte Wübbeke-Pflüger unter Benutzung der Vorarbeiten von Wilhelm Engels, Manfred Klett
218. Nassau und Volmar an Ferdinand III Münster 1646 Juni 22

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Nassau und Volmar an Ferdinand III.


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Münster 1646 Juni 22

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Kopie: KHA A 4 nr. 1628/20 unfol. – Druckvorlage; Giessen 207 nr. 155 S. 617–620; ÖstA
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Tirol Fasz. 20e S. 1825–1827 – Konzept: RK FrA Fasz. 92 IX nr. 1304 fol. 289–290.

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Protestantische Fernere Erklärung zu den Religionsgravamina gleichbedeutend mit Umgestal-
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tung der Reichsverfassung; langwierige Beratungen der katholischen Stände wahrscheinlich.
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Keine Unterstützung der katholischen Position durch Frankreich. Bislang kein Fortschritt in
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französisch-spanischen Verhandlungen. Schwedischer Textvorschlag für das IPO noch immer
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nicht vorliegend.

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Verweis auf nr. 207. Immittelst hat das Churmaintzische reichsdirectorium
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die vonn den protestierenden zue Oßnabrück Eur Mayestät Kayserlicher ge-
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sandten eingereichte fernere erclärung

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Vgl. nr. 203 Beilage [ 1 ].
ad dictaturam kommen laßen, und
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weil solche erclärung in politicis et ecclesiasticis uf gantz unerträgliche extre-
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miteten gestelt ist, dardurch nit allein der catholischen religion im Teutsch-
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landt der boden außgestossen, sondern auch die Kayserliche reichsiurisdic-
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tion allerdings vernichtet und, mit einem worth, deß Heyligen Römischen
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Reichs fundamentalverfaßung in ein newes model gegoßen wirdt, also
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zweifflen wir nit, es werdte hierüber bey den catholischen ständten ein sehr
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schwere und angsthafft langwürige consultation erfolgen. Und obwol der
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mehrer theil sich bis dahero an die Frantzosischen vertrostungen gehalten,
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auch wohl zu erachten, nachmahlen dahin ihr meiste hoffnung setzen werd-
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ten , so seind es iedoch lauter vergebliche einbildungen, und kann mann sich
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wohl versichert halten, das die Frantzosen viel eheder die gantze catholische
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religion in Teutschland werdten zuegrundgehen als sich zue uffsagung irer
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bündtnus gegen den Schweedischen und protestierenden vermögen laßen.

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Immittelst haben die Frantzosische plenipotentiarii auch einige weitere aper-
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tur zue abhandtlung eines friedens mit der cron Spanien die geringste anlei-
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tung nit geben wollen, ob sie aber, nachdem alhie albereit zeitung einglangt,

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das die Frantzösische armada vonn ihrer vorgehabten ubergewaltigung der
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statt Cortree in Flandern

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Kortrijk (Courtrai), Stadt in der Gft. Flandern, die am 29. Juni 1646 von frz. Truppen er-
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obert
wurde ( Devèze II, 505; Chéruel II, 226ff.; Grote Winkler Prins XIII, 577f.).
mit großen verlust abgetrieben und vonn der Spa-
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nischen armada noch weiters verfolgt werdte, sich nunmehr etwaß schleini-
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gers bezeugen möchten, das stehet zwar zu erwartten, es werdten aber auch
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hingegen die Spanier ihren vortl in acht zue nemmen nit underlaßen.

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Der Schweedische plenipotentiarius Oxenstirn ist alhie noch bis dato nit an-
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kommen . Wir haben auch nit erfahren können, uf welchen tag man seiner
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ankonfft eigentlich gewärttig. Halten wol darfür, das er noch in berathschla-
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gung deß instrumenti pacis mit denn protestirenden beschefftigt sein werdte.
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Were zwar wohl guet, das sie dermalen mit solchen berümbten instrumento
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heraußkommen theten, darauß Ewer Kayserliche Mayestät sonder zweiffel
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allergnädigst zu ersehen haben würdten, das sie dieselbige, wie der Braun-
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schweigische deputatus Dr. Langenbekh offentlich alhie außgibt, tanquam
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totaliter debellatum tractieren thuend und consequenter khein billicher und
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verträglicher frieden von diesen gegentheilen, rebus sic stantibus, niemals zu
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verhoffen seye. Dieweil dan auch im übrigen nichts weiters, so zue referiren,
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vorgefallen.

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