Acta Pacis Westphalicae II C 4,1 : Die Schwedischen Korrespondenzen, Band 4, 1. Teil: 1647-1648 / Wilhelm Kohl unter Mitarbeit von Paul Nachtsheim
EDITIONSTECHNISCHE REGELN

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EDITIONSTECHNISCHE REGELN

Die APW folgen den von Johannes Schultze aufgestellten Grundsätzen (vgl. Blätter für Deutsche Landesgeschichte CII (1966) S. 1–10). Abwei- chungen und Ergänzungen enthält die folgende Zusammenstellung. Nach ihnen sind die Texte des vorliegenden Bandes eingerichtet worden. I. Deutsche Texte
  • 1. Vokalismus und Konsonantismus bleiben gegenüber der Vorlage unverändert, also burgere, uber, rühig, sye, ieder, yeder, vertrawen, fewr, unndt, ortt, unß, auff, bereitz usw., jedoch wird y in ii aufgelöst in Wörtern wie alliirter, variiren, renunciiren.
  • 2. Groß- und Kleinschreibung
  • Groß geschrieben werden:
    • a) Gott, Herr (in der Bedeutung von Gott), Christus. Aber: gotteshaus, chri- stenblutvergießen usw.
    • b) Kaiser, Papst ( mit allen Ableitungen: die Kayserlichen gesandten, der Päbstliche nuntius), außer wenn der Personenname folgt: kayser Ferdi- nand , pabst Urban VIII.
    • c) Personennamen und geographische Bezeichnungen mit allen Ableitungen wie Luther, die Calvinisten, die Tilly’schen völcker, die Schwedische gesandten, der Rheinstromb, der Westphälische craiß, die Oberpfaltz, die Churcöllnische usw., aber die catholische kirchen, das heylige reich, das imperium.
    • Ebenfalls groß: die uniirten Provincien, die Generalstaden, die herrn Staden usw.
    • d) Titel wie Ihre Kayserliche Mayestät, Ihre Churfürstliche Durchlaucht, Päbstliche Heyligkeit, Hochfürstliche Gnaden, Hochgräfliche Exel- lentz usw. nur in der Anrede, sonst werden sie klein geschrieben.
    • e) Namen von Monaten und Festtagen.
    • Aber klein: Wochentage.
    • f) St. in Heiligennamen, z. B. St. Lamberti.
    • g) Abkürzungen akademischer Titel wie Dr., Lic., I. U. D.
    • Aber: Bernhard Rottendorff, medicinae doctor.
    • Alles andere wird klein geschrieben (herr graff, der könig).
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    3. Jahreszahlen werden ausgeschrieben: anno 30 = anno 1630.
  • 4. Die Zeichensetzung wird dem modernen Gebrauch angeglichen, soweit da- durch das Satzverständnis erleichtert werden kann.
  • 5. Abkürzungen werden in der Regel aufgelöst.
  • 6. Getrennt- und Zusammenschreibung möglichst nach dem heutigen Gebrauch.
II. Lateinische Texte
  • 1. Vokalismus und Konsonantismus wie in der Vorlage, jedoch durchgängiger Verzicht auf j, also huius, subiectus, maiestas, ius, nuntii, iis usw.
  • 2. Groß- und Kleinschreibung
  • Groß geschrieben werden:
    • a) Deus, Christus, Dominus (in der Bedeutung von Deus).
    • b) Imperator, Caesar, Papa, Pontifex (auch Caesareani, Papistae usw.).
    • c) St. in Heiligennamen wie in deutschen Texten.
    • d) Abkürzungen akademischer Titel wie in deutschen Texten und Abkürzun- gen der Bezeichnungen von Ordensleuten wie P. Adamus.
    • e) Abkürzungen von Ordensbezeichnungen wie OSB, SJ, Franciscani, aber fratres minores, patres societatis, weil hier kein Eigenname zugrunde liegt.
    • f) Personennamen und geographische Bezeichnungen mit allen Ableitungen: Augusta Vindelicorum, Augustanae confessioni addicti, Lutherani, in- strumentum Trauttmansdorfianum, Rhenus, Palatinatus usw.
    • g) Namen von Monaten und Festtagen.
    • h) Titel wie Sua Sanctitas, Sua Celsitudo usw.
    • Alles andere wird klein geschrieben.
  • 3. Jahreszahlen werden ausgeschrieben: anno 30 = anno 1630.
  • 4. Zeichensetzung wie in deutschen Texten.
  • 5. Abkürzungen werden in der Regel aufgelöst.
III. Französische Texte
  • 1. Vokalismus und Konsonantismus wie in der Vorlage, also en- nemy neben ennemi, traittés neben traittez, jedoch durchgängige Unterscheidung zwi- schen u und v, i und j nach heutigem Gebrauch.
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    2. Groß- und Kleinschreibung
  • Groß geschrieben werden:
    • a) Christlich-religiöse Begriffe wie Ange, Ciel, Dieu, l’Eglise, Evangile, la Religion, Trinité.
    • b) Titel der Herrschaft und Kirche, des Staatsdienstes und Militärs wie Am- bassadeur , Archevesque, Cardinal, Chevalier, Commandeur, Comte, Conseiller, Duc, Electeur, Empereur, Evesque, Général, Intendant, Lé- gat , Reyne, Roy, Pape, Père, Plénipotentiaire, Prince, Prélat usw.
    • c) Personennamen, geographische Namen und Herrschaftsgebiete wie Comté, Duché, Empire, Evesché, Marquisat, République, Royaume, Seigneurie.
    • d) Allgemeine Titel wie Dame, Madame, Monsieur, Sieur.
    • Alles andere wird klein geschrieben.
  • 3. Jahreszahlen werden ausgeschrieben, also l’an 635 = l’an 1635.
  • 4. Interpunktion, Akzente, Apostrophe, Cedille.
    • a) Zeichensetzung wird an den modernen Gebrauch angeglichen wie in deut- schen Texten.
    • b) Akzente werden nach den heutigen Rechtschreiberegeln gesetzt, jedoch un- ter Berücksichtigung des tatsächlichen Buchstabenbefundes: dépendre, aber deppendre, desreiglement neben dérèglement, estat neben état, tascher neben tâcher, traittez neben traités.
    • c) Apostrophierung nach heutigem Gebrauch, also d’Avaux statt Davaux, l’avis statt lavis, qu’il statt quil.
    • d) Die Cedille wird unter Berücksichtigung des tatsächlichen Buchstaben- befundes gesetzt: receu neben reçu.
  • 5. Abkürzungen werden in der Regel aufgelöst.
IV. Schwedische Texte
  • 1. Vokalismus und Konsonantismus wie in der Vorlage, jedoch mit folgenden Einschränkungen:
    • a) Durchgängige Unterscheidung der Buchstaben u, v und w nach heutigem Gebrauch in u und v, jedoch bleibt in Eigennamen w statt v erhalten.
    • b) Durchgängige Unterscheidung der Buchstaben i und j nach heutigem Ge- brauch ; der nun geschwundene i-Laut vor Vokal wird als i wiedergegeben: giöre, läggia, aber gjorde, ljuga.
    • c) Die Transkription der Zeichen ij und y ist dem heutigen Gebrauch ange- paßt , daher (heutige Schreibweise: ej ) immer eij, nie ey.
    • d) Statt ß wird ss gesetzt.
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    2. Groß- und Kleinschreibung
  • Groß geschrieben werden:
    • a) Gud, Christus.
    • b) Keijsar, Påve, aber nicht die Ableitungen davon.
    • c) Personennamen und geographische Bezeichnungen mit ihren Ableitungen wie the Brehmische abgessandter, dee Frantzöske gesandter, aber evan- geliske ständer.
    • d) Anrede- und Titelformen wie Eder Kongliga Maijestät, Hennes Furstliga Nåde, jedoch klein herr.
    • e) Romerske Rijket oder lediglich Rijket, klein jedoch rijket, wenn es sich auf Schweden bezieht.
    • Alles andere wird klein geschrieben.
  • 3. Jahreszahlen werden ausgeschrieben: anno 31 = anno 1631.
  • 4. Die Zeichensetzung ist weitgehend modernisiert.
  • 5. Abkürzungen sind aufgelöst.
  • 6. In der Vorlage getrennt geschriebene Wörter, insbesondere Konjunktionen und Pronominaladverbien, werden der heutigen Rechtschreibung angeglichen. Hierbei sind die Vorschläge von Nämden för svensk språkvård , ( Stock- holm 1967), Heft 4, S. 40ff. berücksichtigt worden.

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