Acta Pacis Westphalicae II A 1 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 1: 1643 - 1644 / Elfriede Merla
22. Auersperg an Ferdinand III Osnabrück 1643 August 13

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Auersperg an Ferdinand III.


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Osnabrück 1643 August 13

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Ausfertigung: RK , FrA Fasz. 46c, Konv. b fol. 38–41’, praes. 1643 September 2 = Druck-
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vorlage
– Kopie: Giessen 203 fol. 372–374’ – Druck: Gärtner I nr. 262 S. 566–569.

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Visite bei von der Lippe: Anreise der dänischen und schwedischen Gesandten, Festung Dömitz,
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Nachrichten Bidenbachs vom Kaiserhof, betr. Polen und Pommern. – Portugiesischer Gesandter
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nach Hamburg und Schweden.

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Ewer Kayßerlichen Mayestätt allergnädigste communicationschreiben von
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15., 18. und 22. erstabgewichenen monatstag Julii

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Weisung vom 15. Juli = nr. 10. In einem weiteren Schreiben vom 15. Juli teilte Ferdinand III.
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Auersperg mit, daß die Kgin. Anna besondere Paßbriefe für die kaiserlichen, spanischen, kur-
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kölnischen und bayerischen Gesandten ausgefertigt habe. Ausfertigung: RK , FrA Fasz. 46i,
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Konv. b fol. 19–19’, praes. 1643 August 12 – Kopie: Giessen 203 fol. 285–286 – Druck:
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Gärtner I nr. 192 S. 412–413. Beilagen zu diesem Schreiben waren: A Kgin. Anna an
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Kaiserin Maria Anna, Paris 1643 Juni 30. Kopie: RK , FrA Fasz. 46i, Konv. b fol. 20–20’;
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Giessen 203 fol. 288–288’ (hier als Beilage C). B Kaiserin Maria Anna an Kgin. Anna,
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undatierte Kopie: RK , FrA Fasz. 46i, Konv. b fol. 22–22’; Giessen 203 fol. 287’–288.
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C Ferdinand III. an Kgin. Anna, Wien 1643 Juni 1 (fehlt bei der Ausfertigung). Kopie:
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Giessen 203 fol. 286–287 (hier als Beilage A) – Druck: Gärtner I nr. 119 S. 273–274.
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Zum Schreiben vom 18. Juli siehe S. 28 Anm. 3, vom 22. Juli S. 27 Anm. 1.
habe ich (zuesambt dero
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zu den bevorstehenden allgemeinen friedenstractaten auff mich undt Isacen
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Voltmayern gestelte vollmacht, instruction undt creditivschreiben an die
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königliche würden zu Dennemarkh Nordtwegen) gestern zu recht aller-
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gehorsambst empfangen undt darauf heut zu erlangung gewißer nachricht
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von der noch übrig Dänischen undt Schwedischen gesandten ankunfft den
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Dänischen gesandten alhie, den von der Lipp, die besuchung erstattet;
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dabey zue anfang undt einfürung gueter correspondenz, waß zu reassump-
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tion der Pfälzischen accommodationsach bey Ewer Kayßerlichen Mayestätt
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hoff vor ein terminus angesezt , beneben dehmen, waß an dero geheimbden
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raht undt gesandten, graffen von Naßaw, wegen zuschreiben an die fraw
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landtgräffin zu Kaßel undt graffen Eberstein allergnädigst befohlen undt
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die an ihre mayestätt, die Römische Kayßerin, der königin in Frankreich
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andtwortt vermag des mehrern communicirt, diesen aber allen angehefft,
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eß wehren Ewer Kayßerliche Mayestätt nuhmer in den gänzlichen gedanken
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begriffen, daß bereits allerseits, sonderlichen die königlich Dänische inter-
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positions- undt der königin undt cron Schweden zu den algemeinen friedens-
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handlungen deputirte räht undt gesandte sich würden in dieser mahlstadt
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eingefunden undt mit hülf Gottes diesen heylsamben werkh der bevor-

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1
stehenden tractaten mit mir ein anfang gemacht haben; weiln aber solches
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nit erfolgt, alß begehrte ich von ihme, gesandten, zu wißen, waß zuverläßiges
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Ewer Kayßerlichen Mayestätt ich von dern gewißen ankunfft allergehorsambst
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berichten könte, wie auch, da die herbeykunfft der Schwedischen gesandten
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sich wieder verhoffen noch verweilen wolte, ich vor ein unümbgängliche
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nohtturfft zu sein erachte, daß die königlich Dänischen herrn gesandten,
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ihren diesorths habenden interpositionsambt gemeeß, an die Schwedischen
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gesandten beweglich schreiben undt ihre erscheinung damit befürdern
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würden.

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Hierauff hatt obbesagter von der Lipp nechst verrichten curialien mir die
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nachricht geben, daß er gänzlichen verhoffe, sein collegen würden sich
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innerhalb drey tag gewiß einfinden; von den Schwedischen aber hette er
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kein ander nachricht, alß daß er von einen bohten, von Münden kommendt,
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berichtet seye, daß alß heut der Oxenstirn daselbst erwartt werde

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Oxenstierna hielt sich zu diesem Zeitpunkt in Salzwedel auf. Siehe APW II C 1 S. XXVI
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Anm. 4.
; hielte
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auch mit mir dergleichen auf den fall von Schweden erfolgte verzögerung
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von mir vorgeschlagenes schreiben vor nohtwendig wie auch, daß von
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stundt an seiner collegen ankunfft dieselbe sich bey mir einfinden, ihr
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creditiv abgeben undt sodann weiters eröffnen, waß sie von ihren gnädigsten
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könig in befelch hetten, damit dadurch die zeit gewonnen undt ein anfang
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zur sach gemacht werde; dabey ichs auch billich undt gern habe bewenden
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laßen.

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Nechst dehme discurirte er von der von Königsmarkh

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Hans Christoph Gf. von Königsmark (1600–1663), schwedischer Generalleutnant. Über ihn
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vgl. ADB 16 S. 528–531 .
beschehenen beren-
23
nung der veste Dömiz, daß solche auß den vorschmack vor die handt
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genommen wehren, daß sein gnädigster könig, solche mit Ewer Kayßer-
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lichen Mayestätt beliebnüß wegen der bey den hauß Mecklenburg habenden
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schuldtforderung in posses zu bringen, gesucht haben

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Die Belagerung von Dömitz an der Elbe durch schwedische Truppen unter der Leitung des
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damaligen Gouverneurs von Wismar, Obrist Erich Hansson Ulfsparr, im Juli 1643 führte am
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11. August zur Übergabe der Stadt und am 11. Oktober der Festung, siehe B. Ph. von Chem-
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nitz
IV 3 Kap. 48 und 58. Über die dänischen Ansprüche auf mecklenburgische Ämter und die
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Bemühungen, diese in Besitz zu bekommen, siehe J. A. Fridericia II S. 325ff.
. |:Sodann auf mein
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mit gelegenheit gethane contestation, wie Ewer Kayßerliche Mayestätt auf
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dero interposition guete hofnung stelten unnd dero gesanten alle vertrew-
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liche communication mit den ihrigen zu pflegen allergnädigst befohlen
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hetten, wiese er mir vor (iedoch in höchsten vertrawen), was Bidenbach

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Dr. Franz Wilhelm Bidenbach, dänischer Resident am Kaiserhof. Von 1648 bis zu seinem Tode
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1655 Reichshofrat. Vgl. O. von Gschliesser S. 259.

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ihme bey diser post geschrieben, Ewer Kayserliche Mayestät wolten dem
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könig in Pohlen in dero nahmen mit Dennemarckh zu tractieren khein
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vollmacht geben, auch man am Kayserlichen hoff den Schweden lieber
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Pommeren alß ihrem könig vergunen. Warauf ich aber blöslich geantwort,

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es sey mir dergleichen nit bekhant; da es aber also zugangen, müeste villeicht
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vor dißmahl in consideration sein gezogen worden, daß man Schweden
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ainige ursach damit nit geben wolte, sein königliche würden interposition
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bey diesen generaltractaten zu recusieren oder verdächtig zu machen.

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Der Portugesische nach Hamburg unnd Schweden reisende abgeschickhte

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Botelho.

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ist bereit durch Oldenburg passiert, zweyfel darumben nit, das diß allein
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deß Salvii verzug in Hamburg

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Salvius befand sich am 18. August noch in Hamburg, siehe APW II C 1 S. XXVII Anm. 4.
verursache, damit er ihm ohn zweifel auf
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empfangene grose verehrung unnd recommendation von Franckhreich guete
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officia leiste unnd dirigieren möge. Ich aber unterlasse nit, den juden Rosales
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zu schreiben, damit er alles erforsche und an mich, zuforderist aber an den
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königlich Spannischen bey Ewer Kayßerlichen Mayestätt residierenden ge-
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santen

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Casltel Rodrigo, marqués Manuel de Moura, conde de Lumiares, 1631 spanischer Gesandter in
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Rom, 1641–1644 am Kaiserhof. Am 5. Juli 1643 zum Gouverneur der spanischen Niederlande
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ernannt, wo er aber erst im Juni 1644 eintraf. Gouverneur bis 1647, gest. 1648.
alsobald referiere:|.

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