Acta Pacis Westphalicae II A 2 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 2: 1644 - 1645 / Wilhelm Engels mit einem Nachtrag von Karsten Ruppert
237. Nassau und Volmar an Ferdinand III Münster 1645 September 22

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[ 225 ] / 237 /–

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Nassau und Volmar an Ferdinand III.


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Münster 1645 September 22

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Ausfertigung: RK , FrA Fasz. 49a, Konv. A ( Juli – September 1645 ) fol. 135–135’, 148–
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148’, praes. 1645 Oktober 2 = Druckvorlage – Konzept: ebenda Fasz. 92 VI nr. 822
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fol. 132–133 – Kopie: Den Haag A IV 1628 nr. 18; Giessen 206 nr. 66 S. 404–408. –
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Druck: Gärtner VI nr. 52 S. 273–276 ( irrtümlich unter Datum vom 25. September ).

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Übergabe der Responsion auf die Propositionen der Kronen. Admissio exclusorum.

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Nr. 225 haben wir am 20. September erhalten. Die Responsion auf die Propositi-
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onen
der Kronen werden wir der Weisung entsprechend ohne vorhergehende Partikular-
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mitteilung
den Reichsständen am folgenden Montag bekanntgeben. Wir hatten dies
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zunächst am 14., dann am 19. oder 20. September tun wollen, auch bei denn alhie-
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sigen churfürstlichen catholischen deputatis sovil unterbauet gehabt, das
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sie kein bedencken gemacht, wann schon die zu Minichen hinzuegesezte
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clausula de armistitio, de satisfactionis apertura, de liberando Bragantino
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genzlich weren außgelassen worden. So seint doch hinwiderumb an seithen
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der ständen sovil hinderungen eingefallen, das entlich die bemelte der dreyen
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catholischen churfürsten deputati durch die Mainzische uns ersuechen las-
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sen , darmit bis uf vorbestimbten montag innzehalten.

[p. 485] [scan. 513]


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Die Stände in Osnabrück haben schriftlich u. a. die Admission der magdeburgischen,
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hessen-kasselschen, baden-durlachschen und straßburgischen Gesandten gefordert, und
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zwar mit dem anhang, das sie es sonsten durch andere weeg de facto durch-
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zutringen undterstehen wurden. Die hiesigen Stände haben dieses abermals
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abgelehnt. Zwar, was die stadt Straßburg belangt, weil wir aus unserer instruc-
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tion den bericht gethan, das Ewer Kayserliche Mayestät mainung nit seye,
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dieselbe als feindt tractieren ze lassen, möchte es der zuelasßung halber
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kein bedenckens haben; wir seint aber noch dero ordenlichen relation
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gewärtig, nach dern wir uns in disem puncten ferrers zu richten wissen
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werden.

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Hinweis auf Beilage A und B. Obzwar solche von den Franzosen gemachte für-
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rukhungen ohne grundt sein, so hat man doch die nachricht, das die Fran-
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zößische regierung zu Pariß sich solcher aussprengender zeittungen bey
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einfüehrung irer neüen geltauflagen im königreich bedienen und meniglich
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bereden thuend, als wolten Euer Kayserliche Mayestät und die cron Hispa-
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nien zu keinem friden verstehen.


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Beilagen


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A Extracus protocolli, Münster 1645 September 20. Kopie: RK , FrA Fasz. 49a, Konv. A
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( Juli – September 1645 ) fol. 136–137– Druck: Volmar S. 206–207. [ Kopie: Den Haag
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A IV 1628 nr. 18; Giessen 206 nr. 67 S. 409–413. ]

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Der venetianische Botschafter hat uns angezeigt, daß sich die Franzosen 1. über die Verzö-
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gerung der Beantwortung ihrer Proposition beklagt hätten und 2. auf der Admission Magde-
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burgs und der Landgräfin von Hessen-Kassel bestünden.

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B Extractus protocolli, Münster 1645 September 16. Kopie: RK , FrA Fasz. 49a, Konv. A
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( Juli – September 1645 ) fol. 138–140’ – Druck: Volmar S. 205–206. [ Kopie: Den Haag
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A IV 1628 nr. 18; Giessen 206 nr. 68 S. 413–421. ]

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Der kurbayerische Gesandte von Haslang zeigte einen Diskurs mit den französischen Ge-
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sandten an. Diese hätten ihm erklärt, der spanische Gesandte am kaiserlichen Hof, der Herzog
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von Terranova

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Diego Tagliavia d’Aragona y Pignatelli, duca di Terranova (gest. 1674), 1648 kaiserl. Geb.
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Rat und Reichsfürst, 1654–1657 span. Botschafter bei der Kurie; über ihn vgl. F. H. Schwarz
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S. 364f.
, verhandele mit dem Kaiser über eine neue Allianz. Dieses stehe im Wider-
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spruch zu den Erklärungen der Gesandten, die betonten, daß der Kaiser ernsthaft den Frieden
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begehre. Der Friede werde von den Kaiserlichen auf die lange Bank geschoben; man solle sich
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aber vorsehen.

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