Acta Pacis Westphalicae II A 2 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 2: 1644 - 1645 / Wilhelm Engels mit einem Nachtrag von Karsten Ruppert
185. Lamberg und Krane an Ferdinand III Osnabrück 1645 Juli 6

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[ 174 ] / 185 / [ 199 ]

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Lamberg und Krane an Ferdinand III.


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Osnabrück 1645 Juli 6

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Ausfertigung: RK , FrA Fasz. 48a, Konv. c ( Mai – August 1645 ) fol. 110–111’, 121–121’,
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praes. 1645 Juli 19 = Druckvorlage – Kopie: Den Haag A IV 1628 nr. 17; Giessen
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205 nr. 267 S. 1458–1463.

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Unterschiedliche Meinung der Reichsstände über den Verhandlungsmodus und die Reichsdeputation.

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Wir haben nr. 174 erhalten. Wegen der Geleitbriefe für die Mediatstände Hinweis
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auf die Forderungen der schwedischen Proposition und auf unsere früheren Relationen.
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Am 22. Juni haben wir referiert, waß fur ein vortrag bey denen fürstlichen
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und stettischen gesandten, umb denselben die wieder die reichsdeputation
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geschöpfte ungleiche gedancken zu benemmen und selbe reichsdeputation
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dardurch zustandtzubringen, abgelegt worden. So haben unß entlich diese
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wochen die fürstliche Coßnitzischer, Braunschweig Lüneburgischer und
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stadt Nürrenbergischer gesandten selbiger stendte erclehrung lauth beyge-
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fügten abschrifft zuruckpracht und darbei erinnert, daß sich darüber einer
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einhelligen meinung nit vergleichen khönnen, derwegen zwey concept auf-
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gesetzt worden, doch nur unverfenglich und discursweiß, gestalt auch von
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denen stendten, wer sich zu ein oder andern bekhenne, nit unterschrieben
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worden. Es hat unß aber bemelter fürstlich Coßnitzischer darbei in vertraw-
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en berichtet, daß das erste sub nr. 1 gezeichnetes concept von ihme auf-
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gesetzt und von denen fürstlich Heßen Darmbstättischen und Wirtenber-
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gischen auch anfenglich dem stadt Nürrenbergischen beliebt worden, dieser

[p. 368] [scan. 396]


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aber sich nachgehendts wieder geendert hatte. Die ubrige fürstliche und
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stättische heten daß letzte aufgesetzt, und obzwar alle miteinander wol sahen
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und erkenneten, daß es eine notturfft sein würde, auf eine reichsdeputation
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zu gehen und andergestalt nit fortzukhommen seie, so seie doch dem meh-
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ren theil der stendte die ordinari reichdeputation nach dem fueß, wie sie
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in den reichsabschieden verordtnet, also zuwieder, daß sogar den nahmen
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nit hören wöllen, vermeindtlich darumb, weiln darin die catholische die
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maiora heten, und würden die gegenwertige ständte bey ihrem newen vor-
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habenden modo deputandi nit auf die zur ordinari deputation verordtnete,
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sondern auf andere stendte gehen; gestalt under andern zu solcher newer
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deputation der graff von Wittgenstein wegen der graffen und herrn schon
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im vorschlag seie. Es giengen auch die rede bey etlichen, daß man sich der
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gegenwertigen occasion bedienen und gedencken müße aut nunc aut nun-
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quam . Waraus dan zu ersehen, in waß fur unordtnung die sachen alhie noch
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begrieffen, wie die hochnötige consultationes immerforth gesperret werden
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und die reichsdeputation noch nit in ihren gang zu bringen.

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Nun wirdt zwar bei der in loco intermedio vorhabenden conferentz (warzu
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man bißhero wegen zu Münster angelangten Spanischen und Frantzösi-
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schen gesandtschafft und darauf erfolgenden visiten nit gelangen khönen)
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von diesem werck, und waß darbei ferners an handt zu nehmen, geredt,
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auch von unß der herrn churfürstlichen gutachten gebührendt nachgangen
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werden.


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Beilagen


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1 Erklärung des Bevollmächtigten von Konstantz über den modum consultandi. Kopie: RK ,
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FrA Fasz. 48a, Konv. c ( Mai – August 1645 ) fol. 117–120 – Druck: Gärtner V
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nr. 67 S. 298–306; Meiern I S. 457–460 ( = I 5, 13 N 2 ). [ Kopie: Den Haag A IV
27
1628 nr. 17; Giessen 204 nr. 66 S. 680–694; ebenda 205 nr. 260 S. 1405–1417. ]

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2 Erklärung der Bevollmächtigten von Fürsten und Städten über den modum consultandi.
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Kopie: RK , FrA Fasz. 48a, Konv. c ( Mai – August 1645 ) fol. 112–115’ – Druck: Meiern
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I S. 465–468 ( = I 5, 13 N 5 ). [ Kopie: RK , FrA Fasz. 48b fol. 4–6’, 24–24’; Den
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Haag A IV 1628 nr. 17; StK , FrA Karton 7 S. 39–48; Giessen 204 nr. 69 S. 603–616;
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ebenda 205 nr. 259 S. 1392–1404. ]

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