Acta Pacis Westphalicae II A 1 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 1: 1643 - 1644 / Elfriede Merla
332. Auersperg und Krane an Ferdinand III Osnabrück 1644 Juli 25

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Auersperg und Krane an Ferdinand III.


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Osnabrück 1644 Juli 25

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Ausfertigung: KrA Fasz. 152 fol. 449–451’, 460, praes. 1644 August 9 = Druckvorlage –
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Kopie: RK , FrA Fasz. 92 III ad nr. 336 b fol. 111–113.

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Visite des Lampadius: Verhandlungen mit den schwedischen Gesandten über die Durchführung des
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Goslarer Vergleichs, braunschweigisches Vermittlungsangebot. Geplante Unterredung Serviens mit
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den schwedischen Gesandten in Osnabrück.

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Vorgestern hatt der Braunßweig Lüneburgischer abgeordneter, doctor
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Lampadius, bey unns audientz gehabt, sub nr. 1 beyverwahrte credentiales
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überreicht unnd seine vortrag negst überbragten gnädigen grueß dhahin
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eingerichtet, daß zwarn die herren hertzogen gemeindt wehren, dießen
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convent mit abschickung der ihrigen zu besuchen zu laßen, weiln sie aber
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vernehmen, daß eß noch allerhandt difficulteten in praeparatoriis alhie unnd
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zu Münster gäbe unnd die volmachten noch nitt der gebühr eingerichtet
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sein, hetten ihre fürstliche gnaden noch zu unzeittlich zu sein erachtet, ihre
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abordnung vortzuschicken, doch ihnen, doctor Lampadium, immittels für-
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angeschickt , ümb immittels bey denen alhie anwesenden Schwedischen
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gesandten die evacuation unnd außraumung deren dem fürstlichen hauß
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Braunßweig Lüneburg zustendigen unnd von denen Schwedischen noch
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inhabenden vesten örtteren zu sollicitiren; unnd obzwar woll zu besorgen,

[p. 551] [scan. 581]


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daß eß mitt selbiger negotiation fast schwer hergehen unnd derm effecto
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bey denen Schwedischen nitt so leichtlich würde zu erheben sein, so seie er
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iedoch befehlicht, es zu versuchen. Weiln aber seinem gnädigen fürsten
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unnd herrn crafft deß Goßlarischen vergleichs (dhavon er unns extract sub
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nr. 2 übergab) sölche negotiation bey den Schwedischen zu verrichten
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obligge, so hette er unns dhavon vorhero anzeigen auch in nahmen seiner
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gnädigen herschafft ersuchen wöllen, ihme pro re nata unnd, dha er unns
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ethwo nach unnd nach ümb raht unnd beystandt ersuchen würde, ihme
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hierin verhülfflich zu erscheinen, dhamitt alles zu intendirten zweck möge
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gerichtet unnd fölglich Ewer Mayestätt diensten selbst dardürch befordert
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werden.

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Wir haben auff gepflogene underredung unns wegen überbragten gnädigen
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grueß unnd beschehener eröffnung wegen seiner, deß abgeordneten, vor-
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habenden negotiation gebührlich bedanckt, ihne von Ewer Mayestätt aller-
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gnädigsten intention, daß dieselbe, aller unnd ieder betrangten ständen deß
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reichß interesse bey dießen tractaten in gebührende obacht zu halten, unns
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allergnädigst instruirt hetten, versichert, unns dhahero gegen ihn, abgeord-
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neten , anerbietig gemacht, woferne wir ihme in einem oder anderen, waß
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zu beforderung seiner vorhabenden negotiation ersprießlich zu sein erachtet
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werden mögte, behülfflich sein könten, willigst gerne die handt zu pieten.

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Welche unnßere erclehrung der doctor Lampadius zwar mitt danck ange-
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nohmen , doch gleich darauff von selbiger materi abgebrochen unnd auff
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ein anders propositum (so ethwo scheinet die fürnembste ursach seiner
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abschickung sein dörfte) gefallen unnd mit einreichung beyverwahrten
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extracts sub nr. 3 erinnert, daß sich daß fürstliche hauß Braunßweig Lüne-
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burg auch hiebevorn auff den Nürenbergischen collegial- sowoll, alß jüngst
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gehaltenen reichßtage anerpietig gemacht, bey gegenwertigen generalver-
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samblung zu gütlicher accommodation und widerbringung eins bestendigen
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generalfriedens mittwürcken zu helffen; weiln dan selbiges erbiehten von
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Ewer Kayserlichen Mayestätt sowoll alß dem churfürstlichen collegio dha-
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mahls woll seie auffgenohmen unnd beliebt, sogar auch dem Goßlarischen
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vergleich einverleibt worden, alß seie er befehlcht, sich in nahmen seiner
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gnädigen principalen anerpietig zu machen, bey gegenwerttigen zustandt,
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dha noch die königliche würden in Dennemarck noch sönst einiger mediator
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gegenwertig, unns zur handt zu gehen; dhaferne unns nun beliebig sein
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mögte, ethwo seiner persohn, ümb eins unnd anders von unns an die
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Schwedische oder auch Frantzösische unnd hingegen von denselben an unns
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zu überbringen, zu bedienen, wolte er sich darzu bereit unnd willig halten
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unnd darbey mitt aller sinceritet unnd auffrichtigkeit gehen, jedoch begehre
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man dardürch der königlichen würden in Dennemarck in geringsten nitt
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zu praeiudiciren, noch einigergestalt vorzugreiffen. Ist aber gleich dhamitt
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auffgestanden unnd von unns urlaub genomben, gestalt wir einige anthwort
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oder erclehrung auff sölchen anwurff nitt thuen können, |:welchs von uns
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billich und mit fleis beschehen, damit sich der Lampadius etwo, ehe dan er

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von unser erclerung, ob unß sein anerbietten angenemblich sein werde oder
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nit, auf der Schweden begeren in die sach ingeriern möge, unnd weil unß
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das werckh also vorkhommen, gleichsamb dises erbietten aus anstifftung
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der Schweden herfliessenden offerten, wol sogar selbe abordnung von den
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selben zuwegengebracht seye:|, welchs zu glauben unns dan auch soviell
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desto mehr ursach gibt, daß der dechant zu St. Johan zweiffelsohne auß
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anstifftung der Schwedischen fast ümb den anderen tag sich bey mir, den
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graffen von Awersperg, angeben und underm schein einer heimbsuchung
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dergleichen discursus fürgebragt, so in ebenselbe materi hineinlauffen,
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unnd in specie nachfrag gehabt, ob man dan nitt die Braunßweig Lünen-
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burgische interposition annehmen wolte, müste doch endtlich ein inter-
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positor sein, unnd waß dergleichen rede mehr gewest, darauff mich aber gar
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in nichtz heraußgelaßen. Bey welcher bewandtnüß unns nun über zwey
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puncten zu instruiren will nöttig sein, nemblich zum ersten, wie dem doctor
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Lampadio zu begegnen, auffm fall derselb ferner an unns setzen unnd ent-
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weder sein erpieten nochmahls widerholen oder aber 2) auff solcher einmahl
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bey unns beschehenen insinuation von denen Schweden waß annemben
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unnd an unns überbringen mogte. Wir werden immittels biß zu einlangung
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Ewer Kayserlichen Mayestätt allergnädigsten resolution dergleichen anwurff
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mit allem glimpf divertiren unnd unns also darbey halten, dhamit wir eine
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freye handt behalten und ohne jemandts offension fürgehen.

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So haben wir sönsten von guttem orth, daß der monsieur de Servient
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gemeindt sein söll, nechster thagen incognito dhaher zu kommen und mitt
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denen Schwedischen gesandten alhie, allermaßen eß der Salvius zu Münster
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gethaen, eine conferentz zu halten. Hinweis auf von Langermann mitgeteilte
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Beilage 4.


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Beilagen


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1 Kredentiale für Lampadius, 1644 Juni 30. Ausfertigung: KrA Fasz. 152 fol. 452.

29
2 Goslarer Friedensvertrag zwischen Ferdinand III. und dem Hause Braunschweig-Lüneburg,
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1642 Januar 16. Kopie-Auszug ( = Artikel 34 ): KrA Fasz. 152 fol. 454. Druck: M. C.
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Londorp V S. 762–768.

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3 Auszug aus dem braunschweigischen Antrag

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Siehe zu diesem Antrag R. Rast S. 49ff., H. Brockhaus S. 207ff. und M. C. Londorp V
38
S. 14–17 ( Memoriale 1641 I 15 ).
an den Kurfürstentag in Nürnberg und an den
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Reichstag in Regensburg, undatiert. Kopie: KrA Fasz. 152 fol. 456.

34
4 von der Lippe an Langermann, 1644 Juli 9/19. Kopie -Auszug: KrA Fasz. 152 fol. 458–458’.
35
Dänischer Seesieg .

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