Acta Pacis Westphalicae III C 3,2 : Diarium Wartenberg, 2. Teil: 1647 - 1648 / Joachim Foerster
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Donnerstag W bei den staatischen Gesandten. In Sachen
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Odenkirchen wird der Kölner Gesandte in Den Haag weitere Informa-
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tionen
geben. Keine Hoffnung der Staatischen mehr zum spanisch- fran-
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zösischen
Frieden; sie teilen Ws Befürchtung, daß es dann auch nicht
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zum Frieden im Reich kommen wird. W: Es schiene klarlich, daß
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andere intentiones von Franckreich und Schweden geführt würden und sie
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nur immer mehr und mehr zue gewinnen vermeinten und suchten.

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Darauff der von Hembstedd: Der cardinal Richelieu hette ihme vor die-
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ßen zue Paryß gesagtt, welcher gestaldt der könig in Schweden zwey
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starcke intentiones und absehen führete, erstlich in Italien und gahr nacher
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Rom, alda den Pabst zue visitiren, zu gehen, zweittens, den könig von
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Spanien in hoffnung, der Westergothen reich alda wiederumb zue stabily-
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ren , zu uberziehen. I. H. G.: Wer wiße, waß bey den ministris coronae
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noch hinfür intentiones gerichtet seyen, insonderheit, da sie sich so gahr
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mitt allem denjenigen, was ihnen zue Oßnabruck so überflüßig offerirt und
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bewilliget wirdt, nicht contentiren, noch darauff den frieden schließen
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wollen. Illi: Es gehöre dannoch viell darzue, solche intentiones außzu-
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führen ; wan nur die stendt des reichs undereinander und mitt dem Kayser
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einig weren, würde dießes alles pald zerfallen und der fried sich herfür
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thuen. I. H. G.: Sie sähen nit, gestaldt sie ihnnen auch newlich remon-
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strirt , wie bey so beschaffenem theilß privat interesse, pensionen und cor-
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ruptionen dießer effectus zu verhoffen stehe. Illi: Es seye woll zu ver-
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wunderen , daß die stendt selbsten nicht beßer auff sich und die conser-
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vationem imperii sehen, sondern ein yeder sich nur zu bereichen oder
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durchzupringen suchte. [...]

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