Acta Pacis Westphalicae II A 4 : Die kaiserlichen Korrespondenzen, Band 4: 1646 / Hubert Salm und Brigitte Wübbeke-Pflüger unter Benutzung der Vorarbeiten von Wilhelm Engels, Manfred Klett
156. Trauttmansdorff an Ferdinand III Münster 1646 Juni 5

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–/ 156 /–

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Trauttmansdorff an Ferdinand III.


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Münster 1646 Juni 5

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Eigh. Ausfertigung: RK FrA Fasz. 50a Konv. A fol 126–126’, praes. 1646 Juni 14.

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Einverständnis der Reichsstände mit der französischen Satisfaktion notwendig. Spanien, Lothrin-
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gen . Französischer Friedenswille? Klage der kurbayerischen Gesandten über mangelnde französi-
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sche Friedensbereitschaft. Oranien. Weitere Verhandlungen in Osnabrück. Polen. Militärische
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Lage.

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Euer Römisch Kayserlicher Mayestät allergnädigstes handbriefl vom 25.
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Maii

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Konnte nicht ermittelt werden.
auß Willering

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Wilhering, Kloster in Oberösterreich ( HHStÖ I, 140ff.).
hab ich heut allergehorsamst empfangen. Der currier
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Wolff

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Zur Person des Kuriers Wolff konnten keine Angaben ermittelt werden.
, so gestert abendts von hinen abgefertigt worden, bringt Euer Kaiser-
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licher Majestät allen bericht hirigen standts der tractaten. Heut abendts
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bringt graf von Nassau unndt ich denen mediatoribus oder doch dem nuncio
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(dan der Venediger grosse schmerzen am podagra leidet) unser antwort auf
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die gestern Französische eingeschlossne erkhlärung

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Vgl. nr. 167 Beilage A.
. Euer Kaiserliche Maje-
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stät khönen heut khein copiam haben, dan es zu spat zum abschreiben unndt
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dem Volmar ist heut früe sein weib gestorben

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Anna Maria Volmar, geborene Goll, nähere Lebensumstände konnten nicht ermittelt werden
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( APW III C 2, XXXII Anm. 45). Deren Testament vom 28. Mai 1646 bei Lahrkamp ,
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Nachlese, 250–252.
. Alleß, waß in Euer Kaiserli-

[p. 277] [scan. 357]


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cher Majestät gewalt ist, verwilligen wier, aber sovil reichsstendte, alß begert
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wordt, dem Reich zu entziehen unndt der Französischen iugo zu untergeben,
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mueß denen reichsstendte vorgebracht werden. Spanien undt Lotringen
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schliessen wir fleisig ein. Wär ein intention fridt bey Frankhreich zu machen,
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so wär auch der schluss nachendt, aber also halt ich solchen vor sehr weit.

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Die Churbayrischen gesandte seindt heut frue bey mier gewest, erkhennen
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nunmehr wol, daß khein schuldt des hauss Ostreich seye, daß man khein
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friden machen khan, sondern daß Franckhreich nicht wölle. Sie, Churbayri-
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sche , seindt mit denen Franzosen zimblichen hart aneinander khomen, auf ia,
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nein, perdone moy et cetera, aber die verlorene zeit khan der churfürst nicht
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recuperirn. Orange sol Euer Kaiserlicher Majestät gnadt mit dem friden-
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schluss teilhafftig werden. Übermorgen raiß ich nach Ossnabrugkh. Die
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Schweden unndt protestirende wurdten gar zu ungedultig, doch wil ich noch
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eher morgen mit denen Franzosen selbst (weillen sie es also verlangen) in
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praesentia nuncii et collegarum meorum handeln. Parum tamen fructus
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spero.

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Alhie redet man von Polen, daß es mit Frankhreich undt Schweden wider
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Euer Kaiserliche Majestät confoederirt seye unndt grosse verfassung anstelle.
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Gott wende diss übel ab. Ihrer erzfürstlichen durchlaucht herabkhunfft

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Zu den Operationen der Reichsarmada unter Ehg. Leopold Wilhelm vgl. Ruppert , 140.
er-
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wartet man mit grossem verlangen. Die müssen sich wol in acht nemen, dan
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der feindt zieht alle khrefften zusamen. Waß die Holländer an die königin in
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Schweden geschriben, dessen empfangen Euer Kaiserliche Majestät hiebey
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abschrifft. Nulla quidem inest cominatio, aber es gibt wol daß müßfallen zu
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verstehen.


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Beilage [ 1 ] zu nr. 156


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[ Die Generalstaaten an Kg.in Christina von Schweden, Den Haag 1646 Mai 15 ]. Fehlt
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[ Kopie (lat.): RK FrA Fasz. 50b fol. 8–9 – Druck: Meiern III, 83f. ].

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