Acta Pacis Westphalicae II B 5,2 : Die französischen Korrespondenzen, Band 5, 2. Teil: 1647 / Guido Braun unter Benutzung der Vorarbeiten von Kriemhild Goronzy und Achim Tröster, unter Mithilfe von Antje Oschmann am Register
178. Mazarin an Longueville Paris 1647 März 15

[p. 836] [scan. 16]


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–/ 178 /–

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Mazarin an Longueville


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Paris 1647 März 15

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Kopie: AE , CP All. 99 fol. 136–137’ = Druckvorlage. Konzept: AE , CP All. 82 fol. 52–52’.
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Regest: Mazarin , Lettres II, 870.

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Spanische Zufriedenheit mit Pauw und Knuyt; keine Betrauung dieser beiden mit der Inter-
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position mehr möglich. Vorteile direkter Verhandlungen. Briefe des Kurfürsten von Bayern.
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Verweis auf frühere Anweisungen. Privata.

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Ich verweise auf nr. 177. Was die Abreise Donias betrifft, von der Sie mir
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berichten

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Donia war als letzter ndl. Ges. außer Pauw am 1. März 1647 aus Münster abgereist (s.
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Anm. 2 zu nr. 131). Darüber hatte Longueville an Mazarin, Münster 1647 März 4, berich-
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tet (s. Anm. 3 zu nr. 163): Pauw habe Longuevilles Beschwerde, er sei von Donia über die
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Abreise nicht unterrichtet worden, mit dem Hinweis auf die kurzfristige Rückbeorderung
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durch dessen Provinz beantwortet, aber die baldige Rückkehr Meinerswijks (der tatsäch-
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lich erst am 29. April 1647 nach Münster zurückkehrte; vgl. nr. 254) und van der Burghs
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angekündigt. Longueville berichtete des weiteren, er habe Contarini mitgeteilt, falls Spa-
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nien Piombino und Porto Longone nicht zedieren wolle, werde er den frz. Gesamtentwurf
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für den Friedensvertrag mit Spanien vom 25. Januar 1647 zurückziehen, und Frk. werde
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unter dieser Voraussetzung keinem Vertrag zustimmen.
, so kann ich nur sagen, daß die Spanier offensichtlich sehr mit
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Pauws Diensten zufrieden sind, denn sie wollen nicht, daß er wie alle
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seine Kollegen aus Münster abreist. Es arbeiten nun Knuyt in Den Haag
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und Pauw in Münster für sie. Ich glaube nicht, daß wir nach den Erklä-
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rungen , die Servien gezwungen war, gegen beide abzugeben, noch unter
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ihrer Vermittlung ( entremise ) verhandeln können.

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Daher komme ich wieder auf eine alte Überlegung zurück, nämlich daß
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es vorteilhaft sei, direkt mit unseren Gegnern zu verhandeln, ohne, wie
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wir es heute sind, vollständig von unseren Vermittlern ( médiateurs ) –
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seien es nun die Holländer oder die anderen – abhängig zu sein.

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Was Titulaturschwierigkeiten anbetrifft, so können Sie nach seiner Rück-
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kehr auf d’Avaux’ Rat zurückgreifen.

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Ich verweise auf die beigefügten Briefe des Kurfürsten von Bayern ( Beila-
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gen 1, 2 und 3), die seinem Wunsch nach französischem Schutz Ausdruck
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verleihen; sie können sich ihrer bei den Verhandlungen mit Schweden be-
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dienen . Da jetzt die Detailverhandlungen des Vertrages beginnen, studie-
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ren Sie alle bitte die alten Schreiben des Hofes zu den entsprechenden
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Fragen, besonders die das Haus Savoyen betreffenden.

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Privata (Beilage 4).

[p. 837] [scan. 17]


1
Beilagen


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1

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Beilagen 1 und 3 zu diesem Schreiben entsprechen wahrscheinlich Beilagen 1 und 2 zu nr.
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155, die Longueville vermutlich ungeöffnet, also in Unkenntnis ihres Inhalts, nach Paris
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geschickt hatte.
Maximilian von Bayern an Königin Anna, Wasserburg 1647 Februar 15, Kopie (fehlt).

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2 Maximilian von Bayern an Nuntius [Bagno], Wasserburg 1647 Februar 15, Kopie (fehlt). –
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Ausfertigung (it.): AE , CP Bavière 2 fol. 41–41’. Druck (it.): Siri IX, 338–339.

5
3

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Dito.
Maximilian von Bayern an Mazarin, Kopie (fehlt).

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4 Mazarin an Longueville, Paris 1647 März 15, Ausfertigung (fehlt). – Kopie: AE , CP All.
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99 fol. 134–135’; Konzept: AE , CP All. 82 fol. 50–51 (auf 1647 März 14 datiert); Rein-
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konzept
: AE , CP All. 82 fol. 60–61; Regest: Mazarin , Lettres II, 869 (auf 1647 März 14
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datiert).

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Die Königin bedauert, Ihnen nicht das Amt des colonel général des Suisses übertragen zu
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können, gesteht Ihnen aber die Grafschaft Joux

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Joux, Gft. und befestigtes Schloß in der Franche-Comté nahe der Schweizer Grenze ( Zed-
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ler
XIV, 1228).
und das Gouvernement von Caen zu.
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Ihrem Sohn

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Jean-Louis-Charles, comte de Dunois (1646–1694) (GE XXII, 535).
kann die Königin leider nicht die Anwartschaft auf das Gouvernement der
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Normandie gewähren.

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[5] Königin Anna an Longueville, Ausfertigung (fehlt)

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Nach einem Vermerk Lionnes auf dem Konzept, fol. 52, sollte diese Beilage übersandt
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werden; da Mazarin sie jedoch nicht ankündigt, ist unsicher, ob sie tatsächlich überschickt
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wurde.
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