<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00668">
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0668l20" xml:id="bsb00057098_00668_020" n="20"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> proponirt: Es seye denen herren abgesandten vorgestriges <lb facs="APWIIIA6_p0668l21" xml:id="bsb00057098_00668_021" n="21"/>tages, was von dem stättischen collegio zu Münster wegen der statt Hervordt <lb facs="APWIIIA6_p0668l22" xml:id="bsb00057098_00668_022" n="22"/>schrifftlich anhero berichtet, von herrn Fürstenau daselbsten per memoriale <lb facs="APWIIIA6_p0668l23" xml:id="bsb00057098_00668_023" n="23"/>gesucht und bey dem Churmaintzischen directorio verrichtet worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0668n1" xml:id="bsb00057098_00668_dok0122_n01"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0668l35" xml:id="bsb00057098_00668_035" n="35"/>Schreiben und Memorial Fürstenaus vom 9./19. und 18./28. September 1647 in <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>MEA</abbr><expan>Mainzer Erzkanzlerarchiv</expan></choice></hi> <choice><abbr>FrA</abbr><expan>Friedensakten</expan></choice>, <choice><abbr>RK</abbr><expan>Reichskanzlei</expan></choice>) <lb facs="APWIIIA6_p0668l36" xml:id="bsb00057098_00668_036" n="36"/><choice><abbr>Fasz.</abbr><expan>Faszikel</expan></choice> 27; vgl. auch Schreiben Herfords vom 28. August 1647 an den Kurfürsten von Brandenburg <lb facs="APWIIIA6_p0668l37" xml:id="bsb00057098_00668_037" n="37"/>und seine Gesandten (Druck <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492276_00785.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> IV S. 757</ref>–759).</p> </note>, <w lemma="bereits"><orig>be-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0668l24" xml:id="bsb00057098_00668_024" n="24"/><orig>reits</orig></w> communicirt. Dieweiln nun darauß, daß dem werckh noch nicht <w lemma="geholffen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0668l25" xml:id="bsb00057098_00668_025" n="25"/><orig>holffen</orig></w>, zu ersehen und die herren stättischen zu Münster der hiesigen <w lemma="beywohnende"><orig>bey-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0668l26" xml:id="bsb00057098_00668_026" n="26"/><orig>wohnende</orig></w> gedanckhen darüber zu vernemen begehren, alß werden <w lemma="verhoffentlich"><orig>verhof-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0668l27" xml:id="bsb00057098_00668_027" n="27"/><orig>fentlich</orig></w> die herren abgesandten ihnen nicht mißlieben laßen, ihre hiebey <lb facs="APWIIIA6_p0668l28" xml:id="bsb00057098_00668_028" n="28"/>führende gemüthsmeinungen zu eröffnen, inmaßen er sie darum dienstfleißig <lb facs="APWIIIA6_p0668l29" xml:id="bsb00057098_00668_029" n="29"/>ersucht und gebeten haben wolte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0668l30" xml:id="bsb00057098_00668_030" n="30"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lübeck.</hi> Gleich wie sich an seitten der erbaren stätt, daß diese die statt <lb facs="APWIIIA6_p0668l31" xml:id="bsb00057098_00668_031" n="31"/>Hervordt betreffende sach zu fürderlichster expedition gebracht werden <lb facs="APWIIIA6_p0668l32" xml:id="bsb00057098_00668_032" n="32"/>solle, leichtlich zu resolviren und man ihro gern geholffen sehe, also hette <lb facs="APWIIIA6_p0668l33" xml:id="bsb00057098_00668_033" n="33"/>man ihro auch bestmöglichst an die hand zu gehen. Man habe zwar, was sich <lb facs="APWIIIA6_p0668l34" xml:id="bsb00057098_00668_034" n="34"/>stättischen theils bey der sachen thun laßen wollen und der statt Hervordt zu<pb n="597" facs="APWIIIA6_p0669" sameAs="#bsb00057098_00669"/><lb facs="APWIIIA6_p0669l1" xml:id="bsb00057098_00669_001" n="1"/>statten kommen können, bereits gethan, stehe aber noch an, an effectuirung <lb facs="APWIIIA6_p0669l2" xml:id="bsb00057098_00669_002" n="2"/>jüngst per majora placitirten schreibens an den churfürsten zu Brandenburg. <lb facs="APWIIIA6_p0669l3" xml:id="bsb00057098_00669_003" n="3"/>Wiße also vast nicht, was ex parte der stätt, wie gern man auch gleich wolte, <lb facs="APWIIIA6_p0669l4" xml:id="bsb00057098_00669_004" n="4"/>dießfalls weitter vorzunemen sein möchte, sondern wolte vielmehr dafür <lb facs="APWIIIA6_p0669l5" xml:id="bsb00057098_00669_005" n="5"/>halten, weiln die stätt, wann sie nicht als ein collegium concurriren, für <lb facs="APWIIIA6_p0669l6" xml:id="bsb00057098_00669_006" n="6"/>partes angesehen werden dörfften, sie hetten in terminis consilii zu <w lemma="verbleiben"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l7" xml:id="bsb00057098_00669_007" n="7"/><orig>bleiben</orig></w> und den Hervordischen solicitanten dahin, daß er bey dem <w lemma="Churmaintzischen"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l8" xml:id="bsb00057098_00669_008" n="8"/><orig>maintzischen</orig></w> directorio zu Münster um schleunige expedition selbsten <w lemma="anhalte"><orig>an-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l9" xml:id="bsb00057098_00669_009" n="9"/><orig>halte</orig></w>, anzuweisen. Wolte man aber dafür halten, daß die stätt bey Churmaintz <lb facs="APWIIIA6_p0669l10" xml:id="bsb00057098_00669_010" n="10"/>ohne verweiß oder verdacht einiger partheylichkeit etwas weitters der statt <lb facs="APWIIIA6_p0669l11" xml:id="bsb00057098_00669_011" n="11"/>Hervordt zum besten per deputatos und durch zusprechen außrichten <lb facs="APWIIIA6_p0669l12" xml:id="bsb00057098_00669_012" n="12"/>köndten, wolle er es ihme nicht zuwider sein laßen, besorge allein, es dörffte <lb facs="APWIIIA6_p0669l13" xml:id="bsb00057098_00669_013" n="13"/>von den höheren, sonderlich aber dem churfürsten zu Brandenburg, als der <lb facs="APWIIIA6_p0669l14" xml:id="bsb00057098_00669_014" n="14"/>ohne das ein starckhes aug auff das stättische collegium dies orths werffe, <w lemma="ohngleich"><orig>ohn-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l15" xml:id="bsb00057098_00669_015" n="15"/><orig>gleich</orig></w> angesehen werden und offension gebähren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0669l16" xml:id="bsb00057098_00669_016" n="16"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Nürnberg.</hi> Er habe sowohl das Münsterische schreiben als des <w lemma="Hervordtischen"><orig>Hervordti-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l17" xml:id="bsb00057098_00669_017" n="17"/><orig>schen</orig></w> deputirten eingereichtes memoriale gelesen und den mit der statt <lb facs="APWIIIA6_p0669l18" xml:id="bsb00057098_00669_018" n="18"/>Hervordt vorgenommenen process jederzeit also qualificirt befunden, daß <lb facs="APWIIIA6_p0669l19" xml:id="bsb00057098_00669_019" n="19"/>man reichsstättischen theils nicht ursach habe, den fuchsen dabey zu <w lemma="streichen"><orig>strei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l20" xml:id="bsb00057098_00669_020" n="20"/><orig>chen</orig></w>, sondern sich vielmehr derselben omnibus modis anzunemen. Und <lb facs="APWIIIA6_p0669l21" xml:id="bsb00057098_00669_021" n="21"/>gleich wie zu wünschen were, daß dasjenige, was hiebevor sowohl anseitten <lb facs="APWIIIA6_p0669l22" xml:id="bsb00057098_00669_022" n="22"/>der stätt als auch von den Münsterischen chur- und fürstlichen in dieser <lb facs="APWIIIA6_p0669l23" xml:id="bsb00057098_00669_023" n="23"/>sachen geschloßen, were attendirt worden, also wiße er nicht, wann man das <lb facs="APWIIIA6_p0669l24" xml:id="bsb00057098_00669_024" n="24"/>jenige, was communiter für guth angesehen und per majora placitiret <w lemma="worden"><orig>wor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l25" xml:id="bsb00057098_00669_025" n="25"/><orig>den</orig></w>, zurückhalten wolte (maßen dann der clare augenschein, daß es an <w lemma="execution"><orig>exe-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l26" xml:id="bsb00057098_00669_026" n="26"/><orig>cution</orig></w> des beliebten schreibens an den churfürsten zu Brandenburg <w lemma="ermangele"><orig>erman-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l27" xml:id="bsb00057098_00669_027" n="27"/><orig>gele</orig></w>, zu erkennen gebe), weßen man sich zu versehen habe oder was bey der <lb facs="APWIIIA6_p0669l28" xml:id="bsb00057098_00669_028" n="28"/>sachen weitter zu thun sein werde. Begehre sich zwar auch, wann man das <lb facs="APWIIIA6_p0669l29" xml:id="bsb00057098_00669_029" n="29"/>hiesige Churmaintzische directorium ansprechen wolte, wiewohln es von <lb facs="APWIIIA6_p0669l30" xml:id="bsb00057098_00669_030" n="30"/>keinem effect sein werde, nicht abzusondern, hielte aber für das beste, wann <lb facs="APWIIIA6_p0669l31" xml:id="bsb00057098_00669_031" n="31"/>man den Herfordtischen deputirten mit seinem der attestation halben <w lemma="gethanem"><orig>getha-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l32" xml:id="bsb00057098_00669_032" n="32"/><orig>nem</orig></w> petito ab- und dahin anweisen thete, daß er das werckh bey Churmaintz <lb facs="APWIIIA6_p0669l33" xml:id="bsb00057098_00669_033" n="33"/>drüben zu Münster embsig treiben und, daß das bereits per majora <w lemma="geschloßene"><orig>geschlo</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l34" xml:id="bsb00057098_00669_034" n="34"/><orig>ßene</orig></w> schreiben an Churbrandenburg ehist zur expedition gebracht werden <lb facs="APWIIIA6_p0669l35" xml:id="bsb00057098_00669_035" n="35"/>möchte, alles vleißes solicitiren solle.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0669l36" xml:id="bsb00057098_00669_036" n="36"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lindau.</hi> Es seye beschwärlich zu vernemen, daß das Churmaintzische <lb facs="APWIIIA6_p0669l37" xml:id="bsb00057098_00669_037" n="37"/>directorium zu Münster zu außfertigung mehrbesagten schreibens an Ihre <lb facs="APWIIIA6_p0669l38" xml:id="bsb00057098_00669_038" n="38"/>Churfürstliche Durchlaucht zu Brandenburg nicht verstehen wolle, da es <lb facs="APWIIIA6_p0669l39" xml:id="bsb00057098_00669_039" n="39"/>doch anfangs gar willig und großen eyffer und willfahr dabey scheinen laßen, <lb facs="APWIIIA6_p0669l40" xml:id="bsb00057098_00669_040" n="40"/>sogar daß auch Churbrandenburg sich darob beschwärdt und offendirt <w lemma="befunden"><orig>be-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0669l41" xml:id="bsb00057098_00669_041" n="41"/><orig>funden</orig></w>. Nachdem es aber damit auff eine änderung des conclusi außschlagen <lb facs="APWIIIA6_p0669l42" xml:id="bsb00057098_00669_042" n="42"/>und die expedition des schreibens sich steckhen wolle, werde man besorglich <lb facs="APWIIIA6_p0669l43" xml:id="bsb00057098_00669_043" n="43"/>bey Churmaintz schlechten effect des ansprechens zu gewartten haben.</p>
	      <p><pb n="598" facs="APWIIIA6_p0670" sameAs="#bsb00057098_00670"/><lb facs="APWIIIA6_p0670l1" xml:id="bsb00057098_00670_001" n="1"/>Deme aber seye, wie ihm wolle, hette man sich stättischen theils der statt <lb facs="APWIIIA6_p0670l2" xml:id="bsb00057098_00670_002" n="2"/>Hervordt eifferigst anzunemen und, dafern es verfangen wolte, dem hiesigen <lb facs="APWIIIA6_p0670l3" xml:id="bsb00057098_00670_003" n="3"/>Churmaintzischen directorio nomine collegii ebenmäßig hierunder <w lemma="beweglich"><orig>beweg-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l4" xml:id="bsb00057098_00670_004" n="4"/><orig>lich</orig></w> zuzusprechen. Laße sich nicht groß irren, daß die stätt bey dem <w lemma="churfürsten"><orig>chur</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l5" xml:id="bsb00057098_00670_005" n="5"/><orig>fürsten</orig></w> zu Brandenburg in den verdacht der partheylichkeit gerathen und <lb facs="APWIIIA6_p0670l6" xml:id="bsb00057098_00670_006" n="6"/>das stättische votum decisivum in dieser sachen angefochten werden möchte, <lb facs="APWIIIA6_p0670l7" xml:id="bsb00057098_00670_007" n="7"/>weiln solcher gestalt auch das churfürstliche votum, deßen collegii <w lemma="Churbrandenburg"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l8" xml:id="bsb00057098_00670_008" n="8"/><orig>brandenburg</orig></w> ein membrum, eben sowenig attendirt werden köndte. <w lemma="Demselben"><orig>Dem-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l9" xml:id="bsb00057098_00670_009" n="9"/><orig>selben</orig></w> aber vorzukommen, köndte der Hervordtische deputirte, daß er <w lemma="selbsten"><orig>selb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l10" xml:id="bsb00057098_00670_010" n="10"/><orig>sten</orig></w> bey dem Churmaintzischen directorio das werckh eifferig urgire, <w lemma="angewiesen"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l11" xml:id="bsb00057098_00670_011" n="11"/><orig>wiesen</orig></w> werden. Wollte man aber auch nomine collegii civitatum bey <w lemma="demselben"><orig>dem-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l12" xml:id="bsb00057098_00670_012" n="12"/><orig>selben</orig></w> der statt Hervordt sich noch ferners annemen und umb fürdersame <lb facs="APWIIIA6_p0670l13" xml:id="bsb00057098_00670_013" n="13"/>außfertigung offtermelten schreibens ansuchung thun, werde solches seinen <lb facs="APWIIIA6_p0670l14" xml:id="bsb00057098_00670_014" n="14"/>herren principalen und ihme gantz nicht entgegen sein.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0670l15" xml:id="bsb00057098_00670_015" n="15"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director.</hi> Hette auß verlesung des Münsterischen schreibens und <w lemma="beygeschloßenen"><orig>bey</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l16" xml:id="bsb00057098_00670_016" n="16"/><orig>geschloßenen</orig></w> memorials soviel befunden, daß man sich vornemblich auff <lb facs="APWIIIA6_p0670l17" xml:id="bsb00057098_00670_017" n="17"/>nachfolgende 3 quaestiones werde zu resolviren und endschließen haben: <lb facs="APWIIIA6_p0670l18" xml:id="bsb00057098_00670_018" n="18"/>1. Ob rathsam und dem publico <choice><sic>verständig</sic><corr resp="#editor">vorständig</corr></choice> seye, daß mit außfertigung und <lb facs="APWIIIA6_p0670l19" xml:id="bsb00057098_00670_019" n="19"/>abschickung des für die statt Herfordt per majora guth befundenen <w lemma="schreibens"><orig>schrei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l20" xml:id="bsb00057098_00670_020" n="20"/><orig>bens</orig></w> an Ihre Churfürstliche Durchlaucht zu Brandenburg noch länger <w lemma="cunctirt"><orig>cunc-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l21" xml:id="bsb00057098_00670_021" n="21"/><orig>tirt</orig></w> und eingehalten werde. Obgleich berürte statt Herfordt ihren ersten <lb facs="APWIIIA6_p0670l22" xml:id="bsb00057098_00670_022" n="22"/>general gewaldt revocirt und durch ihre nach Cleve zum churfürsten <w lemma="geschickte"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l23" xml:id="bsb00057098_00670_023" n="23"/><orig>schickte</orig></w> deputirte umb suspension des schreibens ansuchen laßen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0670n2" xml:id="bsb00057098_00670_dok0122_n02"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0670l41" xml:id="bsb00057098_00670_041" n="41"/><hi style="font-style:italic;">Vgl. dazu</hi> R. <hi style="font-style:smallCaps;">Pape</hi> <hi style="font-style:italic;">S. 93ff.</hi></p> </note>?</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0670l24" xml:id="bsb00057098_00670_024" n="24"/>2. Was stättischen theils, zum fall vorgehende frag in negativam decidirt und <lb facs="APWIIIA6_p0670l25" xml:id="bsb00057098_00670_025" n="25"/>erörtert werden solte, zu beschleunigung der expedition noch ferners <w lemma="geschehen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l26" xml:id="bsb00057098_00670_026" n="26"/><orig>schehen</orig></w> köndte und in specie, ob die Kayserlichen herren plenipotentiarii <lb facs="APWIIIA6_p0670l27" xml:id="bsb00057098_00670_027" n="27"/>umb vermittelung zu belangen seyen?</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0670l28" xml:id="bsb00057098_00670_028" n="28"/>3. Ob dem sollicitirenden herren Antoni Fürstenau begehrtes attestatum <lb facs="APWIIIA6_p0670l29" xml:id="bsb00057098_00670_029" n="29"/>mitzutheilen, daß er fines mandati nicht überschritten habe, sondern <w lemma="vielmehr"><orig>viel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l30" xml:id="bsb00057098_00670_030" n="30"/><orig>mehr</orig></w> wegen seiner negotiation in des heyligen reichs schutz wider <w lemma="ohnbillichen"><orig>ohnbil-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l31" xml:id="bsb00057098_00670_031" n="31"/><orig>lichen</orig></w> gewalt zu nemen und die statt Herfordt ihn und seine angehörige <lb facs="APWIIIA6_p0670l32" xml:id="bsb00057098_00670_032" n="32"/>deßwegen zu indemnisiren und schadloß zu halten schuldig seye?</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0670l33" xml:id="bsb00057098_00670_033" n="33"/>So viel nun die erste frag betreffe, könne er keine genugsame ursach finden, <lb facs="APWIIIA6_p0670l34" xml:id="bsb00057098_00670_034" n="34"/>umb deren willen das bereits abgefaßte und per majora approbirte schreiben <lb facs="APWIIIA6_p0670l35" xml:id="bsb00057098_00670_035" n="35"/>noch länger auffzuhalten und einzustellen were, sondern halte vielmehr <lb facs="APWIIIA6_p0670l36" xml:id="bsb00057098_00670_036" n="36"/>dafür, daß daselbe umb verschiedener hochwichtiger motiven willen jüngst <lb facs="APWIIIA6_p0670l37" xml:id="bsb00057098_00670_037" n="37"/>geschloßener maßen müglichst zu maturiren und zu treiben seye.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0670l38" xml:id="bsb00057098_00670_038" n="38"/>Dann es seye 1. in dem landfrieden literaliter versehen, daß den bekriegten <lb facs="APWIIIA6_p0670l39" xml:id="bsb00057098_00670_039" n="39"/>oder beschädigten ohnverzügliche hülff und beystandt oder rettung <w lemma="beschehen"><orig>besche-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0670l40" xml:id="bsb00057098_00670_040" n="40"/><orig>hen</orig></w> solle.</p>
	      <p><pb n="599" facs="APWIIIA6_p0671" sameAs="#bsb00057098_00671"/><lb facs="APWIIIA6_p0671l1" xml:id="bsb00057098_00671_001" n="1"/>Wann man sich 2. säumig dabey erzeigen solte, dörffte es das ansehen bey <lb facs="APWIIIA6_p0671l2" xml:id="bsb00057098_00671_002" n="2"/>Ihrer Kayserlichen Majestät und dem reichsfiscal gewinnen, ob trügen die <lb facs="APWIIIA6_p0671l3" xml:id="bsb00057098_00671_003" n="3"/>stände belieben an der that und wolten deßwegen wider den landtfriden <lb facs="APWIIIA6_p0671l4" xml:id="bsb00057098_00671_004" n="4"/>zum wenigsten heimlich, connivendo et ommittendo handlen und gevölgig, <lb facs="APWIIIA6_p0671l5" xml:id="bsb00057098_00671_005" n="5"/>weiln daßelbe in keinem weg geschehen solle, sich der daselbst bestimbten <lb facs="APWIIIA6_p0671l6" xml:id="bsb00057098_00671_006" n="6"/>poenen schuldig machen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0671l7" xml:id="bsb00057098_00671_007" n="7"/>Weiln 3. der cammerrichter und urthelsprecher nicht allein auff anruffen der <lb facs="APWIIIA6_p0671l8" xml:id="bsb00057098_00671_008" n="8"/>bekriegten oder beschädigten parthey, sondern auch ex officio und von <lb facs="APWIIIA6_p0671l9" xml:id="bsb00057098_00671_009" n="9"/>ampts wegen wider die überfahrer, wie recht, procediren können, so werden <lb facs="APWIIIA6_p0671l10" xml:id="bsb00057098_00671_010" n="10"/>die stände des reichs oder der mehrere theil derselben, wann sie gleich Ihre <lb facs="APWIIIA6_p0671l11" xml:id="bsb00057098_00671_011" n="11"/>Churfürstliche Durchlaucht umb schleunige deslogirung ihrer völcker und <lb facs="APWIIIA6_p0671l12" xml:id="bsb00057098_00671_012" n="12"/>restitution der <choice><sic>subjungirten</sic><corr resp="#editor">subjugirten</corr></choice> statt Herfordt mit einem freundlichen <w lemma="ersuchschreiben"><orig>ersuch-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l13" xml:id="bsb00057098_00671_013" n="13"/><orig>schreiben</orig></w> motu proprio anlangen und begrüßen, viel weniger zu <w lemma="verdencken"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l14" xml:id="bsb00057098_00671_014" n="14"/><orig>dencken</orig></w> stehen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0671l15" xml:id="bsb00057098_00671_015" n="15"/>In mehrer betrachtung, daß nicht allein die cammer von den ständen <w lemma="dependire"><orig>depen-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l16" xml:id="bsb00057098_00671_016" n="16"/><orig>dire</orig></w> und also diesen nicht weniger als jener in anderen und dergleichen fällen <lb facs="APWIIIA6_p0671l17" xml:id="bsb00057098_00671_017" n="17"/>zu gelaßen, sondern auch 4. chur-, fürsten und stände des reichs bey denen <lb facs="APWIIIA6_p0671l18" xml:id="bsb00057098_00671_018" n="18"/>pflichten, aiden und gehorsamb, so sie der Kayserlichen majestät und dem <lb facs="APWIIIA6_p0671l19" xml:id="bsb00057098_00671_019" n="19"/>heyligen reich gethan haben und zu thun schuldig seindt, gehalten und <w lemma="verbunden"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l20" xml:id="bsb00057098_00671_020" n="20"/><orig>bunden</orig></w> seyen, den landfriden auffrichtig, getreulich und gehorsamlich helffen <lb facs="APWIIIA6_p0671l21" xml:id="bsb00057098_00671_021" n="21"/>handzuhaben, zu schützen und zu schirmen. Wo sie sich anderst nicht denen <lb facs="APWIIIA6_p0671l22" xml:id="bsb00057098_00671_022" n="22"/>darauff gesetzten straffen, der 2000 marck löthigen goldts und verlust aller <lb facs="APWIIIA6_p0671l23" xml:id="bsb00057098_00671_023" n="23"/>ihrer freyheiten und recht, so jeder von Ihrer Kayserlichen Majestät und dem <lb facs="APWIIIA6_p0671l24" xml:id="bsb00057098_00671_024" n="24"/>heyligen reich hatt, underwürfig machen wollen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0671l25" xml:id="bsb00057098_00671_025" n="25"/>Es köndte 5. bey fernerer verzögerung des wercks ein großes praejudicium <lb facs="APWIIIA6_p0671l26" xml:id="bsb00057098_00671_026" n="26"/>bey der statt Herfordt mit abnöthigung des homagii vorgehen und die <lb facs="APWIIIA6_p0671l27" xml:id="bsb00057098_00671_027" n="27"/>hauptsach dadurch noch mehr verschwäret werden, inmaßen man <w lemma="Churbrandenburgischer"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l28" xml:id="bsb00057098_00671_028" n="28"/><orig>brandenburgischer</orig></w> seitten damit umbgehe, das werck so lang zu proteliren, <lb facs="APWIIIA6_p0671l29" xml:id="bsb00057098_00671_029" n="29"/>biß Ihre Churfürstliche Durchlaucht daselbsten ankommen und die <w lemma="huldigung"><orig>huldi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l30" xml:id="bsb00057098_00671_030" n="30"/><orig>gung</orig></w> einnemen möchten, zu deren leistung die bürgerschafft, in hoffnung <lb facs="APWIIIA6_p0671l31" xml:id="bsb00057098_00671_031" n="31"/>ervolgender abbirdung obhabenden einquartirungslasts nicht ohngeneigt <lb facs="APWIIIA6_p0671l32" xml:id="bsb00057098_00671_032" n="32"/>sein dörffte. Der höchstschädlichen consequenz und nachfolg wie auch <lb facs="APWIIIA6_p0671l33" xml:id="bsb00057098_00671_033" n="33"/>anderer inconvenienzien und zerrittungen, so auß der procrastination <w lemma="entstehen"><orig>ent-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l34" xml:id="bsb00057098_00671_034" n="34"/><orig>stehen</orig></w> köndten, an itzo und zum 6. zu geschweigen, <choice><sic>deren</sic><corr resp="#editor">denen</corr></choice> aber gleich wohl, <lb facs="APWIIIA6_p0671l35" xml:id="bsb00057098_00671_035" n="35"/>weiln das gantze Römische reich occasione diser hochärgerlichen that <w lemma="aneinander"><orig>an-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l36" xml:id="bsb00057098_00671_036" n="36"/><orig>einander</orig></w> erwaxen köndte, publicae tranquillitatis et securitatis causa <w lemma="sorgfältig"><orig>sorg</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l37" xml:id="bsb00057098_00671_037" n="37"/><orig>fältig</orig></w> vorzukommen, cum quod exemplo <choice><sic>sit</sic><corr resp="#editor">fit</corr></choice>, recte fieri putetur et cuivis <w lemma="contingere"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0671l38" xml:id="bsb00057098_00671_038" n="38"/><orig>tingere</orig></w> possit, quod cuiquam.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0671l39" xml:id="bsb00057098_00671_039" n="39"/>Und daran solle 7. nicht hinderen die suspensio des Chursächsischen voti, <lb facs="APWIIIA6_p0671l40" xml:id="bsb00057098_00671_040" n="40"/>weniger der hiesigen fürstlichen discrepanz, am allerwenigsten aber der statt <lb facs="APWIIIA6_p0671l41" xml:id="bsb00057098_00671_041" n="41"/>Herfordt selbst eigenes in contrarium beschehenes ansuchen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0671l42" xml:id="bsb00057098_00671_042" n="42"/>Dann gleich wie auff alhiesige chur- und fürstliche, nachdem die majora <lb facs="APWIIIA6_p0671l43" xml:id="bsb00057098_00671_043" n="43"/>ohne sie gemacht und summum periculum in mora, desto weniger zu sehen, <lb facs="APWIIIA6_p0671l44" xml:id="bsb00057098_00671_044" n="44"/>weiln theils derselben, so wohl der strittigen Clevischen land alß künfftigen<pb n="600" facs="APWIIIA6_p0672" sameAs="#bsb00057098_00672"/><lb facs="APWIIIA6_p0672l1" xml:id="bsb00057098_00672_001" n="1"/>succession halben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0672n3" xml:id="bsb00057098_00672_dok0122_n03"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0672l36" xml:id="bsb00057098_00672_036" n="36"/><hi style="font-style:italic;">Andeutung des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites, der nach dem Tode Hg. Johann Wilhelms von</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0672l37" xml:id="bsb00057098_00672_037" n="37"/><hi style="font-style:italic;">Jülich, Kleve, Berg, Mark und Ravensberg 1609 ausbrach und in dem neben Brandenburg <w lemma="Habsburg"><orig>Habs-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l38" xml:id="bsb00057098_00672_038" n="38"/><orig>burg</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;">, Kursachsen und Pfalz-Neuburg Ansprüche erhoben</hi> (M. <hi style="font-style:smallCaps;">Ritter</hi> <hi style="font-style:italic;">II S. 283ff.;</hi> E. <hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Dösseler"><orig>Dösse</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l39" xml:id="bsb00057098_00672_039" n="39"/><orig>ler</orig></w></hi><hi style="font-style:smallCaps;"/> <hi style="font-style:italic;">S. 256f.;</hi> A. <hi style="font-style:smallCaps;">Gail</hi>; O. R. <hi style="font-style:smallCaps;">Redlich</hi>; K. <hi style="font-style:smallCaps;">Wolf</hi>; E. W. <hi style="font-style:smallCaps;">Zeeden</hi> <hi style="font-style:italic;">S. 556–560</hi>).</p> </note>, bey der sachen interessirt, theils der anderen parthey <lb facs="APWIIIA6_p0672l2" xml:id="bsb00057098_00672_002" n="2"/>mehr affectionirt, theils zu gleichförmigen proceduren, wann diese also <w lemma="ohngeandet"><orig>ohn-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l3" xml:id="bsb00057098_00672_003" n="3"/><orig>geandet</orig></w> ablauffen solte, nicht ohngeneigt sein möchten, also seye der statt <lb facs="APWIIIA6_p0672l4" xml:id="bsb00057098_00672_004" n="4"/>Herfordt sinn und gedancken nie anderst gewesen, dann allein dasjenige zu <lb facs="APWIIIA6_p0672l5" xml:id="bsb00057098_00672_005" n="5"/>verhütten, was zu besorglicher ihrer größeren beschwärung anlaß geben <lb facs="APWIIIA6_p0672l6" xml:id="bsb00057098_00672_006" n="6"/>möchte, maßen sie dann von den Churbrandenburgischen, daß solches <w lemma="geschehen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l7" xml:id="bsb00057098_00672_007" n="7"/><orig>schehen</orig></w> werde, wann das schreiben abgefaßtermaßen an Ihre Churfürstliche <lb facs="APWIIIA6_p0672l8" xml:id="bsb00057098_00672_008" n="8"/>Durchlaucht abgehen und deroselben ein fridbruch zugemeßen werden <lb facs="APWIIIA6_p0672l9" xml:id="bsb00057098_00672_009" n="9"/>solte, bereits beredt und betrohet seye. Im übrigen widerhole sie ihr erstes <lb facs="APWIIIA6_p0672l10" xml:id="bsb00057098_00672_010" n="10"/>begehren noch immerdar beständig, daß man sich ihrer umb des allgemeinen <lb facs="APWIIIA6_p0672l11" xml:id="bsb00057098_00672_011" n="11"/>interesse willen, mittleidenlich und außträglich dahin annemen wolte, <lb facs="APWIIIA6_p0672l12" xml:id="bsb00057098_00672_012" n="12"/>damit sie obhabenden lasts befreyet und in vorigen standt gestellet werden <lb facs="APWIIIA6_p0672l13" xml:id="bsb00057098_00672_013" n="13"/>möchte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0672l14" xml:id="bsb00057098_00672_014" n="14"/>Die andere frag belangend halte er nicht davor, daß bey hiesigen <w lemma="Kayserlichen"><orig>Kayser-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l15" xml:id="bsb00057098_00672_015" n="15"/><orig>lichen</orig></w> herren plenipotentiariis das ansprechen umb vermittelung, wann es <lb facs="APWIIIA6_p0672l16" xml:id="bsb00057098_00672_016" n="16"/>gleich vorgehen solte, großen effect gewinnen würdte. Vielmehr dörfften sie <lb facs="APWIIIA6_p0672l17" xml:id="bsb00057098_00672_017" n="17"/>sich mit dem defectu mandati gleichergestalt entschuldigen und bey <w lemma="Churbrandenburg"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l18" xml:id="bsb00057098_00672_018" n="18"/><orig>brandenburg</orig></w> nicht ohnwerth machen wollen, bevorab weiln sie schon <w lemma="einmahl"><orig>ein-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l19" xml:id="bsb00057098_00672_019" n="19"/><orig>mahl</orig></w> eine reproche vom Kayserlichen hov wegen des churfürsten von Cöln <lb facs="APWIIIA6_p0672l20" xml:id="bsb00057098_00672_020" n="20"/>bekommen haben. Herr generalcommissarius Blumenthal<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0672n4" xml:id="bsb00057098_00672_dok0122_n04"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0672l40" xml:id="bsb00057098_00672_040" n="40"/>Joachim Friedrich von Blumenthal (1609–1657), 1635 Direktor des kurbrandenburgischen <lb facs="APWIIIA6_p0672l41" xml:id="bsb00057098_00672_041" n="41"/>Kriegsrates, 1636/7 Gesandter auf dem Regensburger Kurfürstentag, 1641 Übertritt in ksl. <lb facs="APWIIIA6_p0672l42" xml:id="bsb00057098_00672_042" n="42"/>Dienste, 1642 oberster Kriegskommissar bei der ksl. Armee am Niederrhein, 1644 <w lemma="Reichspfennigmeister"><orig>Reichs-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l43" xml:id="bsb00057098_00672_043" n="43"/><orig>pfennigmeister</orig></w>, 1647 Reichshofrat, 1649 wieder im brandenburgischen Dienst <hi style="font-style:normal;">(O.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">v.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Gschliesser</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0672l44" xml:id="bsb00057098_00672_044" n="44"/>S. 260f.; <hi style="font-style:normal;">ADB</hi> <ref type="http" target="http://www.deutsche-biographie.de/sfz4813.html">II S. 752ff.</ref>; <hi style="font-style:normal;">NDB</hi> <ref type="http" target="http://www.deutsche-biographie.de/sfz4813.html">II S. 330f.</ref>).</p> </note> seye zu Cleve bey <lb facs="APWIIIA6_p0672l21" xml:id="bsb00057098_00672_021" n="21"/>Ihrer Churfürstlichen Durchlaucht gewesen und zweiffelsfrey praeoccupiret, <lb facs="APWIIIA6_p0672l22" xml:id="bsb00057098_00672_022" n="22"/>von deroselben auch ein expresser nach dem Kayserlichen hov spediret <lb facs="APWIIIA6_p0672l23" xml:id="bsb00057098_00672_023" n="23"/>worden, das factum zu entschuldigen. Wann nun die Churbrandenburgische <lb facs="APWIIIA6_p0672l24" xml:id="bsb00057098_00672_024" n="24"/>der stätt vornemen in erfahrung bringen solten, würdten sie es dahin <w lemma="deutten"><orig>deut-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l25" xml:id="bsb00057098_00672_025" n="25"/><orig>ten</orig></w>, ob hetten sie Ihre Churfürstliche Durchlaucht bey den herren <w lemma="Kayserlichen"><orig>Kayser-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l26" xml:id="bsb00057098_00672_026" n="26"/><orig>lichen</orig></w> verhaßt machen wollen, wie sie ohne daß derselben bißherige vota <lb facs="APWIIIA6_p0672l27" xml:id="bsb00057098_00672_027" n="27"/>also auffgenommen haben. Ad extremum würdten die herren Kayserlichen <lb facs="APWIIIA6_p0672l28" xml:id="bsb00057098_00672_028" n="28"/>sich erbieten, das anbringen mit ihren herren collegis zu Münster zu <w lemma="communiciren"><orig>commu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l29" xml:id="bsb00057098_00672_029" n="29"/><orig>niciren</orig></w>. Wann nun dieselben keinen lust zur sachen hetten, were das <w lemma="ansprechen"><orig>an-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l30" xml:id="bsb00057098_00672_030" n="30"/><orig>sprechen</orig></w> alhie vergebens. Verhoffentlich auch nicht von nöthen, wann dem <lb facs="APWIIIA6_p0672l31" xml:id="bsb00057098_00672_031" n="31"/>Churmaintzischen directorio zu Münster obangeführte fundamenta in namen <lb facs="APWIIIA6_p0672l32" xml:id="bsb00057098_00672_032" n="32"/>der samptlichen reichsstätt zu gemüth geführt und daneben zu verstehen <lb facs="APWIIIA6_p0672l33" xml:id="bsb00057098_00672_033" n="33"/>gegeben würdte, daß die Churbrandenburgische einwürff dadurch am <w lemma="allerbesten"><orig>aller-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l34" xml:id="bsb00057098_00672_034" n="34"/><orig>besten</orig></w> zu hindertreiben und außzunemen weren, wann das concept <w lemma="schreibens"><orig>schrei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0672l35" xml:id="bsb00057098_00672_035" n="35"/><orig>bens</orig></w> also eingerichtet würdte, ob ließen es die stände nicht auff ansuchen der<pb n="601" facs="APWIIIA6_p0673" sameAs="#bsb00057098_00673"/><lb facs="APWIIIA6_p0673l1" xml:id="bsb00057098_00673_001" n="1"/>statt Herfordt, sondern ob interesse publicum imperii utpote in casu notorio <lb facs="APWIIIA6_p0673l2" xml:id="bsb00057098_00673_002" n="2"/>für sich selbsten abgehen. Theils in ansehung obhabender pflichten zu <w lemma="ernstlicher"><orig>ernst-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l3" xml:id="bsb00057098_00673_003" n="3"/><orig>licher</orig></w> manutenenz und handthabung des landfridens, theils zu verhüttung <lb facs="APWIIIA6_p0673l4" xml:id="bsb00057098_00673_004" n="4"/>befahrender höchstschädlicher consequenzen und weiln der scopus ac <w lemma="intentio"><orig>inten-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l5" xml:id="bsb00057098_00673_005" n="5"/><orig>tio</orig></w> gegenwertiger tractaten principaliter dahin gerichtet, daß ein jeder stand <lb facs="APWIIIA6_p0673l6" xml:id="bsb00057098_00673_006" n="6"/>vor gewalt errettet, in pristinum gestellet und alles dahin vermittelt werden <lb facs="APWIIIA6_p0673l7" xml:id="bsb00057098_00673_007" n="7"/>möge, daß, wer zu dem anderen spruch und forderung hatt, solches an denen <lb facs="APWIIIA6_p0673l8" xml:id="bsb00057098_00673_008" n="8"/>enden und gerichten thue, da die sach vorhin zu außtrag verwisen gewesen <lb facs="APWIIIA6_p0673l9" xml:id="bsb00057098_00673_009" n="9"/>oder sonsten ihrer natur und eigenschaft nach gehörig seye. Were das <w lemma="Churmaintzische"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l10" xml:id="bsb00057098_00673_010" n="10"/><orig>maintzische</orig></w> directorium dahin zu permoviren, stünde demselben nochmahln <lb facs="APWIIIA6_p0673l11" xml:id="bsb00057098_00673_011" n="11"/>frey, das geenderte concept in die reichsräthe noch einmahl zu bringen oder <lb facs="APWIIIA6_p0673l12" xml:id="bsb00057098_00673_012" n="12"/>bleiben zu laßen. Und hette man auff denselben fall der herren Kayserlichen <lb facs="APWIIIA6_p0673l13" xml:id="bsb00057098_00673_013" n="13"/>vermittelung nicht von nöthen, wolte man aber je etwas bey ihnen ex <choice><sic><w lemma="superabundandi"><orig>super-</orig><orig>abundandi</orig></w></sic><corr resp="#editor">superabundanti</corr></choice> <lb facs="APWIIIA6_p0673l14" xml:id="bsb00057098_00673_014" n="14"/>thun, ne quid <choice><sic>omnissum</sic><corr resp="#editor">omissum</corr></choice> videatur, begehre er es seines theils <lb facs="APWIIIA6_p0673l15" xml:id="bsb00057098_00673_015" n="15"/>mehr zu promoviren alß zu verhindern oder schwär zu machen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0673l16" xml:id="bsb00057098_00673_016" n="16"/>Des herren Fürstenaus begehren 3. anreichend seye demselben an seitten <w lemma="hiesiger"><orig>hie-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l17" xml:id="bsb00057098_00673_017" n="17"/><orig>siger</orig></w> stätt bereits ein genügen in soweit geschehen, daß er fines mandati <lb facs="APWIIIA6_p0673l18" xml:id="bsb00057098_00673_018" n="18"/>nicht überschritten, sondern dasjenige allein gethan und negotiret habe, was <lb facs="APWIIIA6_p0673l19" xml:id="bsb00057098_00673_019" n="19"/>so wohl die generalitet seiner gehabten vollmacht zugelaßen alß die <w lemma="beschaffenheit"><orig>beschaf-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l20" xml:id="bsb00057098_00673_020" n="20"/><orig>fenheit</orig></w> der sachen requiriret und erfordert habe, consequenter auch <w lemma="deretwegen"><orig>deret-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l21" xml:id="bsb00057098_00673_021" n="21"/><orig>wegen</orig></w> von seinen herrn committenten nach besag der recht schadlos zu <lb facs="APWIIIA6_p0673l22" xml:id="bsb00057098_00673_022" n="22"/>halten seye. Solte es ihme darumb zu thun sein, daß von übrigen zu Münster <lb facs="APWIIIA6_p0673l23" xml:id="bsb00057098_00673_023" n="23"/>sich befindenden stättischen herren abgesandten ein gleichförmige <w lemma="attestation"><orig>attesta-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l24" xml:id="bsb00057098_00673_024" n="24"/><orig>tion</orig></w> verfertigt würdte, hette er sich darumb, alß ohne das in loco befindlich, <lb facs="APWIIIA6_p0673l25" xml:id="bsb00057098_00673_025" n="25"/>bey denselben zu bewerben und das hiesige vorzuweisen. Nicht zweiffelnd, <lb facs="APWIIIA6_p0673l26" xml:id="bsb00057098_00673_026" n="26"/>er werde daselbsten ebenmäßige gratification erlangen. Vermög landfridens <lb facs="APWIIIA6_p0673l27" xml:id="bsb00057098_00673_027" n="27"/>bleibe er ohne das in des heyligen reichs schutz und schirm, seye also <w lemma="ohnvonnöthen"><orig>ohn</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l28" xml:id="bsb00057098_00673_028" n="28"/><orig>vonnöthen</orig></w>, ihn allererst diser sachen halben darein zu nemen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0673l29" xml:id="bsb00057098_00673_029" n="29"/>Das begehren wegen arrestirung der anbringer seye impertinent und der <lb facs="APWIIIA6_p0673l30" xml:id="bsb00057098_00673_030" n="30"/>statt Herfordt abschrifftlich von guth befundenem schreiben zuzuschicken, <lb facs="APWIIIA6_p0673l31" xml:id="bsb00057098_00673_031" n="31"/>noch zur zeit nicht thunlich, theils weiln es nicht außgefertiget und zum <lb facs="APWIIIA6_p0673l32" xml:id="bsb00057098_00673_032" n="32"/>stand gerichtet, theils weiln die communicatio dem Churmaintzischen <w lemma="directorio"><orig>direc-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l33" xml:id="bsb00057098_00673_033" n="33"/><orig>torio</orig></w> oder dem herrn solicitanten zustehe. Sie zur standthafftigkeit zu <w lemma="erinnern"><orig>erin-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l34" xml:id="bsb00057098_00673_034" n="34"/><orig>nern</orig></w>, werde endweder nicht von nöthen oder von keiner würckung sein, <lb facs="APWIIIA6_p0673l35" xml:id="bsb00057098_00673_035" n="35"/>bevorab, weiln die bürgerschaft auff Churbrandenburgischer seitten sehr <lb facs="APWIIIA6_p0673l36" xml:id="bsb00057098_00673_036" n="36"/>inclinire. Hette man also disem nach denen zu Münster subsistirenden <lb facs="APWIIIA6_p0673l37" xml:id="bsb00057098_00673_037" n="37"/>stättischen herren gesandten 1. für beschehene communication sowohl des <lb facs="APWIIIA6_p0673l38" xml:id="bsb00057098_00673_038" n="38"/>überreichten memorials alß der von dem Churmaintzischen directorio auff <lb facs="APWIIIA6_p0673l39" xml:id="bsb00057098_00673_039" n="39"/>gethane anmahnung erhaltenen resolution zu dancken, 2. dißorths <w lemma="vorkommene"><orig>vorkom-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l40" xml:id="bsb00057098_00673_040" n="40"/><orig>mene</orig></w> underschiedliche bedencken ihrem begehren gemäs hinwiderumb <w lemma="extractsweis"><orig>ex-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l41" xml:id="bsb00057098_00673_041" n="41"/><orig>tractsweis</orig></w> zu communiciren und sie 3. zu ersuchen, daß sie bey dem <w lemma="Churmaintzischen"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l42" xml:id="bsb00057098_00673_042" n="42"/><orig>maintzischen</orig></w> directorio in namen gesambter stätt noch eins beweglich <w lemma="einkommen"><orig>ein-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l43" xml:id="bsb00057098_00673_043" n="43"/><orig>kommen</orig></w>, umb änderung des concepts und möglichste maturation der <w lemma="außfertigung"><orig>auß</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0673l44" xml:id="bsb00057098_00673_044" n="44"/><orig>fertigung</orig></w> mit vorstellung darzu dienlicher rationum ohnbeschwärdt <w lemma="ansuchung"><orig>an-</orig><pb n="602" facs="APWIIIA6_p0674" sameAs="#bsb00057098_00674"/><lb facs="APWIIIA6_p0674l1" xml:id="bsb00057098_00674_001" n="1"/><orig>suchung</orig></w> thun und, wie selbige abgeloffen seye, nach der hand hieher <w lemma="berichten"><orig>berich-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l2" xml:id="bsb00057098_00674_002" n="2"/><orig>ten</orig></w> <choice><sic>wollen</sic><corr resp="#editor">wolten</corr></choice>.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0674l3" xml:id="bsb00057098_00674_003" n="3"/>Solte dem Churmaintzischen directorio gefällig sein, die außdrückliche <lb facs="APWIIIA6_p0674l4" xml:id="bsb00057098_00674_004" n="4"/>meldung des fridbruchs in dem schreiben zu umbgehen, hette <w lemma="Churbrandenburg"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l5" xml:id="bsb00057098_00674_005" n="5"/><orig>brandenburg</orig></w> desto weniger ursach, offension darob zu nemen oder die <lb facs="APWIIIA6_p0674l6" xml:id="bsb00057098_00674_006" n="6"/>statt Herfordt deßelben endtgelten zu laßen, noch alhiesige fürstliche sich <lb facs="APWIIIA6_p0674l7" xml:id="bsb00057098_00674_007" n="7"/>davon zu separiren. Dann ob man wohl scapham scapham nennen dörffte et <lb facs="APWIIIA6_p0674l8" xml:id="bsb00057098_00674_008" n="8"/>ligonem ligonem, weiln jedoch veritas odium gebäre und juxta Senecam<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0674n5" xml:id="bsb00057098_00674_dok0122_n05"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0674l38" xml:id="bsb00057098_00674_038" n="38"/><hi style="font-style:smallCaps;">Seneca</hi> <hi style="font-style:italic;">BNF 4, 17, 02 De Beneficiis:</hi> Quis est, qui non beneficus videri velit qui non <lb facs="APWIIIA6_p0674l39" xml:id="bsb00057098_00674_039" n="39"/>inter cetera et iniurias opinionem bonitatis adfectet, qui non ipsis, quae impotentissime <lb facs="APWIIIA6_p0674l40" xml:id="bsb00057098_00674_040" n="40"/>fecit, speciem aliquam induat recti velitque etiam iis videri beneficium dedisse, quos <lb facs="APWIIIA6_p0674l41" xml:id="bsb00057098_00674_041" n="41"/>laesit?</p> </note><lb facs="APWIIIA6_p0674l9" xml:id="bsb00057098_00674_009" n="9"/>nemo ita malus sit ut etiam velit videri malus, so köndte mentio pacifragii <lb facs="APWIIIA6_p0674l10" xml:id="bsb00057098_00674_010" n="10"/>wohl außen gelaßen werden, bevorab weiln qualitas facti auß deßelben <w lemma="umbständen"><orig>umb</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l11" xml:id="bsb00057098_00674_011" n="11"/><orig>ständen</orig></w> und collation des landtfridens von selbsten resultire und <choice><sic>erhellet</sic><corr resp="#editor">erhelle</corr></choice> ac <lb facs="APWIIIA6_p0674l12" xml:id="bsb00057098_00674_012" n="12"/>taciti eadem vis fit, quae expressi. Fiscalis camerae auch kein blatt vor das <lb facs="APWIIIA6_p0674l13" xml:id="bsb00057098_00674_013" n="13"/>maul nemen noch sich schämen werde, das factum mit seinem eigenen <lb facs="APWIIIA6_p0674l14" xml:id="bsb00057098_00674_014" n="14"/>namen hiernächst zu baptiziren. Dißorts aber man, partes accusatoris vel <lb facs="APWIIIA6_p0674l15" xml:id="bsb00057098_00674_015" n="15"/>judicis zu übernemen, nicht gemeint sein werde.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0674l16" xml:id="bsb00057098_00674_016" n="16"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Verstehe demnächst die majora und den schluß dahin, daß das <lb facs="APWIIIA6_p0674l17" xml:id="bsb00057098_00674_017" n="17"/>Churmaintzische directorium zu Münster per deputatos <choice><sic>collegiis</sic><corr resp="#editor">collegii</corr></choice> civitatum <lb facs="APWIIIA6_p0674l18" xml:id="bsb00057098_00674_018" n="18"/>noch einmahl angesprochen und vermittelst beweglicher remonstration in <lb facs="APWIIIA6_p0674l19" xml:id="bsb00057098_00674_019" n="19"/>landfriden enthaltener rationum umb schleunige außfertigung des an Ihre <lb facs="APWIIIA6_p0674l20" xml:id="bsb00057098_00674_020" n="20"/>Churfürstliche Durchlaucht zu Brandenburg abgefaßten und per majora <lb facs="APWIIIA6_p0674l21" xml:id="bsb00057098_00674_021" n="21"/>placitirten schreibens inständig ersuchet werden solle. Welches auch darumb <lb facs="APWIIIA6_p0674l22" xml:id="bsb00057098_00674_022" n="22"/>desto leichter werde geschehen können, weiln 1. res nicht mehr integra, <lb facs="APWIIIA6_p0674l23" xml:id="bsb00057098_00674_023" n="23"/>sondern schon ein ansprechen von denen herren stättischen zu Münster <lb facs="APWIIIA6_p0674l24" xml:id="bsb00057098_00674_024" n="24"/>geschehen seye und also 2. nichts neues dadurch gesucht, sondern dem <w lemma="vorigen"><orig>vori-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l25" xml:id="bsb00057098_00674_025" n="25"/><orig>gen</orig></w> begehren allein inhaerirt werde. Und ein solches 3. von denen <w lemma="Churbrandenburgischen"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l26" xml:id="bsb00057098_00674_026" n="26"/><orig>brandenburgischen</orig></w>, nachdem das schreiben bereits per majora guth <w lemma="befunden"><orig>befun-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l27" xml:id="bsb00057098_00674_027" n="27"/><orig>den</orig></w> worden und die solicitatur allein auff expedition deßelben gehe, nicht <lb facs="APWIIIA6_p0674l28" xml:id="bsb00057098_00674_028" n="28"/>übel gedeuttet werden könne.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0674l29" xml:id="bsb00057098_00674_029" n="29"/>Verlaß darauff ein concept <choice><sic>antwortschreiben</sic><corr resp="#editor">antwortschreibens</corr></choice> an die herren stättischen zu <lb facs="APWIIIA6_p0674l30" xml:id="bsb00057098_00674_030" n="30"/>Münster, darinnen dieselbe, umb befürderung des an Churbrandenburg <w lemma="dirigirten"><orig>diri-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l31" xml:id="bsb00057098_00674_031" n="31"/><orig>girten</orig></w> schreibens bey Churmaintz anzuhalten, alles vleißes ersuchet werden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0674l32" xml:id="bsb00057098_00674_032" n="32"/>Welches auch also beliebt und zur außfertigung gegeben worden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0674l33" xml:id="bsb00057098_00674_033" n="33"/>Nächst disem proponirte der herr <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Lindauische</hi></hi> abgesandte, was löbliche <lb facs="APWIIIA6_p0674l34" xml:id="bsb00057098_00674_034" n="34"/>statt Eßlingen an ihn 1. wegen der von denen Frantzosen ihro zumuthenden <lb facs="APWIIIA6_p0674l35" xml:id="bsb00057098_00674_035" n="35"/>überschwären kriegscontributionen und exactionen und 2. der <w lemma="cammergerichts"><orig>cammer-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l36" xml:id="bsb00057098_00674_036" n="36"/><orig>gerichts</orig></w> underhaltung halber besorgender process in schrifften klagend <w lemma="gelangen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l37" xml:id="bsb00057098_00674_037" n="37"/><orig>langen</orig></w> laßen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0674n6" xml:id="bsb00057098_00674_dok0122_n06"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0674l42" xml:id="bsb00057098_00674_042" n="42"/>Eßlingens Finanzlage war schon vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges prekär und <w lemma="verschlechterte"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0674l43" xml:id="bsb00057098_00674_043" n="43"/><orig>schlechterte</orig></w> sich durch Kontributionen und Einquartierungen in bedrohlichem Maße; die <w lemma="Kreditgeber"><orig>Kredit-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l39" xml:id="bsb00057098_00675_039" n="39"/><orig>geber</orig></w> der Stadt konnten nicht mehr befriedigt werden, so daß sie schon 1640 vor dem <w lemma="Reichskammergericht"><orig>Reichs-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l40" xml:id="bsb00057098_00675_040" n="40"/><orig>kammergericht</orig></w> klagten und Exekution erwirken wollten (vgl. <hi style="font-style:normal;">F.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Blaich</hi> S. 226; <hi style="font-style:normal;">E.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Blaich</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0675l41" xml:id="bsb00057098_00675_041" n="41"/>passim; <hi style="font-style:normal;">R.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bührlen</hi><hi style="font-style:normal;">; G.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Buchstab</hi> S. 167, 189f.; zum Kreditwesen der Zeit allgemein <hi style="font-style:normal;">F.</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0675l42" xml:id="bsb00057098_00675_042" n="42"/><hi style="font-style:smallCaps;">Blaich</hi> S. 225–235; <hi style="font-style:normal;">G.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Buchstab</hi> S. 167–170)</p> </note>. Mit bitt, er woltte solche ihre beschwärdten dem collegio<pb n="603" facs="APWIIIA6_p0675" sameAs="#bsb00057098_00675"/><lb facs="APWIIIA6_p0675l1" xml:id="bsb00057098_00675_001" n="1"/>gebührender maßen vortragen, der herren abgesandten vernünfftige <w lemma="gedancken"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l2" xml:id="bsb00057098_00675_002" n="2"/><orig>dancken</orig></w> darüber in einem und dem anderen vernemen und sich ihrer bey <lb facs="APWIIIA6_p0675l3" xml:id="bsb00057098_00675_003" n="3"/>den herren Frantzosen oder wo es sonsten möglich, anzunemen, höchlichen <lb facs="APWIIIA6_p0675l4" xml:id="bsb00057098_00675_004" n="4"/>ersuchen, allermaßen er auch darumb gebetten.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0675l5" xml:id="bsb00057098_00675_005" n="5"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Nürnberg.</hi> Gleich wie er sich gegen dem herrn Lindauischen für erstattete <lb facs="APWIIIA6_p0675l6" xml:id="bsb00057098_00675_006" n="6"/>communication der statt Eßlingen angelegenheiten freundlich bedancke, <lb facs="APWIIIA6_p0675l7" xml:id="bsb00057098_00675_007" n="7"/>also trage er mit derselben billich großes mitleiden, daß sie von denen <w lemma="Frantzosen"><orig>Frant-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l8" xml:id="bsb00057098_00675_008" n="8"/><orig>zosen</orig></w> solcher gestalt tractiret werde, und möchte wünschen, daß ein mittel, <lb facs="APWIIIA6_p0675l9" xml:id="bsb00057098_00675_009" n="9"/>dadurch ihro außträglich geholfen werden köndte, zu ersehen were. Seinen <lb facs="APWIIIA6_p0675l10" xml:id="bsb00057098_00675_010" n="10"/>herrn und oberen seye vast aber dergleichen von den Kayserlichen und <lb facs="APWIIIA6_p0675l11" xml:id="bsb00057098_00675_011" n="11"/>Schwedischen widerfahren; es haben aber die deswegen beschehene <w lemma="remonstrationes"><orig>remon-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l12" xml:id="bsb00057098_00675_012" n="12"/><orig>strationes</orig></w> nirgendts verfangen wollen, sondern seyen allezeit von hier weg <lb facs="APWIIIA6_p0675l13" xml:id="bsb00057098_00675_013" n="13"/>gewiesen worden, besorge also, man dörffte dißorths dergleichen <w lemma="abschlägigen"><orig>abschlägi</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l14" xml:id="bsb00057098_00675_014" n="14"/><orig>gen</orig></w> bescheydt von den herren Frantzosen auch bekommen, zumahlen, wie <lb facs="APWIIIA6_p0675l15" xml:id="bsb00057098_00675_015" n="15"/>er berichtet seye, generalfeldtmarschall Turenne eine absonderliche ordre <lb facs="APWIIIA6_p0675l16" xml:id="bsb00057098_00675_016" n="16"/>und keinen respect auff die Frantzösische herren plenipotentiarios haben <lb facs="APWIIIA6_p0675l17" xml:id="bsb00057098_00675_017" n="17"/>solle. Wolle aber deßen ohngeachtet daßjenige, worzu er ohne das von <lb facs="APWIIIA6_p0675l18" xml:id="bsb00057098_00675_018" n="18"/>seinen herren und oberen instruirt und den stätten, in particulari aber der <lb facs="APWIIIA6_p0675l19" xml:id="bsb00057098_00675_019" n="19"/>statt Eßlingen, zum besten gereichen möge, allermöglichkeit nach <w lemma="befürderen"><orig>befürde</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l20" xml:id="bsb00057098_00675_020" n="20"/><orig>ren</orig></w> helffen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0675l21" xml:id="bsb00057098_00675_021" n="21"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lindau.</hi> Es seye wohl zu beklagen, daß die guthe statt Eßlingen mit <w lemma="dergleichen"><orig>der-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l22" xml:id="bsb00057098_00675_022" n="22"/><orig>gleichen</orig></w> beschwärlichen contributionen und exactionen von den Frantzosen <lb facs="APWIIIA6_p0675l23" xml:id="bsb00057098_00675_023" n="23"/>angefochten werde. Wiße aber kein ander mittel, ihr zu helffen, alß wann der <lb facs="APWIIIA6_p0675l24" xml:id="bsb00057098_00675_024" n="24"/>liebe friden erhoben werden möchte. Stelle jedoch zum nachdencken, ob <lb facs="APWIIIA6_p0675l25" xml:id="bsb00057098_00675_025" n="25"/>man 1. die herren Schwedischen, daß sie die herren Frantzosen, die <w lemma="abstellung"><orig>abstel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l26" xml:id="bsb00057098_00675_026" n="26"/><orig>lung</orig></w> solcher beschwärdten durch ihre intercessiones ehist abzuwenden, <w lemma="vermögen"><orig>ver</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l27" xml:id="bsb00057098_00675_027" n="27"/><orig>mögen</orig></w>, per deputatos collegii ansuchen oder 2. immediate die herren <w lemma="Frantzosen"><orig>Frant-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l28" xml:id="bsb00057098_00675_028" n="28"/><orig>zosen</orig></w> deßwegen ansprechen und 3. mit denen herren stättischen zu Münster <lb facs="APWIIIA6_p0675l29" xml:id="bsb00057098_00675_029" n="29"/>darauß vorhero communiciren wolle? Könne aber, das vor erlangtem friden <lb facs="APWIIIA6_p0675l30" xml:id="bsb00057098_00675_030" n="30"/>weder auff eine noch die andere weise etwas außzurichten sein werde, nicht <lb facs="APWIIIA6_p0675l31" xml:id="bsb00057098_00675_031" n="31"/>erachten.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0675l32" xml:id="bsb00057098_00675_032" n="32"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director.</hi> Was 1. <choice><sic>löbliche</sic><corr resp="#editor">löblicher</corr></choice> statt Eßlingen geklagte <w lemma="kriegsbeschwärdten"><orig>kriegsbeschwärd</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l33" xml:id="bsb00057098_00675_033" n="33"/><orig>ten</orig></w> betreffe, seye zwar billiches mitleiden mit derenselben zu tragen und zu <lb facs="APWIIIA6_p0675l34" xml:id="bsb00057098_00675_034" n="34"/>wünschen, daß sich einig außträglich mittel, ihro solchen last abzubürden, <lb facs="APWIIIA6_p0675l35" xml:id="bsb00057098_00675_035" n="35"/>erzeigen möchte. Besorge aber, es werde die klag von denen herren <w lemma="Schwedischen"><orig>Schwedi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l36" xml:id="bsb00057098_00675_036" n="36"/><orig>schen</orig></w> nicht angenommen und von denen herren Frantzösischen <w lemma="plenipotentiariis"><orig>plenipoten-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l37" xml:id="bsb00057098_00675_037" n="37"/><orig>tiariis</orig></w> an die generalitet verwisen werden, gestalt sie sich in allen <w lemma="dergleichen"><orig>derglei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0675l38" xml:id="bsb00057098_00675_038" n="38"/><orig>chen</orig></w> fällen bißhero mit dem defectu mandati et instructionis beständig <w lemma="excusirt"><orig>excu-</orig><pb n="604" facs="APWIIIA6_p0676" sameAs="#bsb00057098_00676"/><lb facs="APWIIIA6_p0676l1" xml:id="bsb00057098_00676_001" n="1"/><orig>sirt</orig></w>. Und dahero nicht vermuthlich, daß sie itztmahls ein andere resolution <lb facs="APWIIIA6_p0676l2" xml:id="bsb00057098_00676_002" n="2"/>ertheilen werden. Er habe von löblicher statt Ulm<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0676n7" xml:id="bsb00057098_00676_dok0122_n07"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0676l37" xml:id="bsb00057098_00676_037" n="37"/>Vgl. Schreiben Ulms und anderer schwäbischer Reichsstädte vom 12. Juni 1646 (Druck <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00746.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0676l38" xml:id="bsb00057098_00676_038" n="38"/>III S. 612f.</ref>).</p> </note> und Speyer <note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0676n8" xml:id="bsb00057098_00676_dok0122_n08"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0676l39" xml:id="bsb00057098_00676_039" n="39"/>Konzeptschreiben der Stadt Speyer (verfaßt von Dr. Markus Otto, ihrem Bevollmächtigten) in <lb facs="APWIIIA6_p0676l40" xml:id="bsb00057098_00676_040" n="40"/><hi style="font-style:smallCaps;">Strassburg</hi> AA 1140 fol. 58–58’, 59–59’.</p> </note> dergleichen <lb facs="APWIIIA6_p0676l3" xml:id="bsb00057098_00676_003" n="3"/>klagen auch bekommen, ihnen aber, daß weder bey einem noch andern theil <lb facs="APWIIIA6_p0676l4" xml:id="bsb00057098_00676_004" n="4"/>etwas fruchtbarliches dißorths außzurichten seye, remonstrirt und sie zur <lb facs="APWIIIA6_p0676l5" xml:id="bsb00057098_00676_005" n="5"/>gedult biß auff erfolgenden friden, mit welchem solche und dergleichen <lb facs="APWIIIA6_p0676l6" xml:id="bsb00057098_00676_006" n="6"/>beschwärdten fallen und hingegen bey continuation des kriegs fort und fort <lb facs="APWIIIA6_p0676l7" xml:id="bsb00057098_00676_007" n="7"/>und zwar dermaßen waxen, daß auch die libertet endlich zugleich damit <lb facs="APWIIIA6_p0676l8" xml:id="bsb00057098_00676_008" n="8"/>periclitire, disponirt. Laße ihme zwar, daß bey den herren Frantzosen <w lemma="deßwegen"><orig>deß</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0676l9" xml:id="bsb00057098_00676_009" n="9"/><orig>wegen</orig></w> ansuchung geschehe, gantz nicht zuwider sein, besorge aber, weiln <lb facs="APWIIIA6_p0676l10" xml:id="bsb00057098_00676_010" n="10"/>man auch anderer stätt alß Ulm, Wormbs, Speyer, Weißenburg, Landau, <w lemma="Heilbronn"><orig>Heil-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0676l11" xml:id="bsb00057098_00676_011" n="11"/><orig>bronn</orig></w> etc., denen dergleichen kriegsbeschwärdten nicht weniger auff dem <lb facs="APWIIIA6_p0676l12" xml:id="bsb00057098_00676_012" n="12"/>halß liegen, dabey gedencken müßte, es dörffte die sach dadurch nur <w lemma="schwärer"><orig>schwä</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0676l13" xml:id="bsb00057098_00676_013" n="13"/><orig>rer</orig></w> gemacht werden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0676l14" xml:id="bsb00057098_00676_014" n="14"/>Was fürs andere die cammergerichtsunderhaltung betreffe, glaube er wohl, <lb facs="APWIIIA6_p0676l15" xml:id="bsb00057098_00676_015" n="15"/>wann man sich schrecken laße, daß die cammer mit erkennung der process <lb facs="APWIIIA6_p0676l16" xml:id="bsb00057098_00676_016" n="16"/>fürgehen dörffte, weiln aber das von chur-, fürsten und ständen in hoc <lb facs="APWIIIA6_p0676l17" xml:id="bsb00057098_00676_017" n="17"/>puncto jüngsthin abgangene schreiben auff terminos possibilitatis expresse <lb facs="APWIIIA6_p0676l18" xml:id="bsb00057098_00676_018" n="18"/>gestelt und eingerichtet, also köndte sich löbliche statt Eßlingen darauff <w lemma="fundiren"><orig>fun-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0676l19" xml:id="bsb00057098_00676_019" n="19"/><orig>diren</orig></w> und ihre gravamina daneben deduciren. Auff allen fall habe sie sich <lb facs="APWIIIA6_p0676l20" xml:id="bsb00057098_00676_020" n="20"/>keiner execution zu befahren, weiln vermuthlich, daß die benachbarten sich <lb facs="APWIIIA6_p0676l21" xml:id="bsb00057098_00676_021" n="21"/>mit abstattung ihrer angebühr bey disen zeitten auch nicht praecipitiren <lb facs="APWIIIA6_p0676l22" xml:id="bsb00057098_00676_022" n="22"/>werden. Worbey es auch verpliben und von dem herrn Lindauischen für <lb facs="APWIIIA6_p0676l23" xml:id="bsb00057098_00676_023" n="23"/>eröffnete vernünfftige gedancken und anerbottene assistenz gebührender <lb facs="APWIIIA6_p0676l24" xml:id="bsb00057098_00676_024" n="24"/>danck gesagt worden.</p>
	    </div>