<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00517">
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0517l3" xml:id="bsb00057098_00517_003" n="3"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> proponirt: Es habe gestrigen abend der Churmaintzische <lb facs="APWIIIA6_p0517l4" xml:id="bsb00057098_00517_004" n="4"/>abgesandte, herr Dr. Krebs, gegenwerttige schrifft, welche in forma eines <lb facs="APWIIIA6_p0517l5" xml:id="bsb00057098_00517_005" n="5"/>bedenckens, wie die herren Kayserlichen über dem Baselischen begehren <lb facs="APWIIIA6_p0517l6" xml:id="bsb00057098_00517_006" n="6"/>sich etwa zu resolviren hetten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0517n1" xml:id="bsb00057098_00517_dok0094_n01"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0517l42" xml:id="bsb00057098_00517_042" n="42"/>Vgl. dazu KfR vom 16. Februar 1647 st.n. in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> <ref type="page" subtype="extern" facs="#APWIIIA1-1_p0840" target="#bsb00057634_00840">III A 1, 1 S. 716–722</ref>.</p> </note>, abgefaßet, mit dem andeutten, daß heut in <lb facs="APWIIIA6_p0517l7" xml:id="bsb00057098_00517_007" n="7"/>allen 3 reichscollegiis darüber deliberiret werden solte, ihme verschloßen <lb facs="APWIIIA6_p0517l8" xml:id="bsb00057098_00517_008" n="8"/>zugeschicket. Was nun derselben inhalt seye, werde auß der ablesung <lb facs="APWIIIA6_p0517l9" xml:id="bsb00057098_00517_009" n="9"/>(welche alßbaldt erfolgt) mit mehrerem zu vernehmen sein, und alßdann <lb facs="APWIIIA6_p0517l10" xml:id="bsb00057098_00517_010" n="10"/>darauff bestehen, daß man sich, was dabey zu erinnern nöthig, ohnbeschwert <lb facs="APWIIIA6_p0517l11" xml:id="bsb00057098_00517_011" n="11"/>vernemen laße.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0517l12" xml:id="bsb00057098_00517_012" n="12"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lübeck per Straßburg.</hi> Conformire sich mit den majoribus.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0517l13" xml:id="bsb00057098_00517_013" n="13"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Regensburg</hi> sagt: Er erinnere sich zwar noch wohl, daß man an seitten der <lb facs="APWIIIA6_p0517l14" xml:id="bsb00057098_00517_014" n="14"/>erbaren stätt in neulichkeit wegen diser Baselischen sachen ein conclusum <lb facs="APWIIIA6_p0517l15" xml:id="bsb00057098_00517_015" n="15"/>abgefaßt, daßjenige aber, was von Münster herüber geschickt und bereits <lb facs="APWIIIA6_p0517l16" xml:id="bsb00057098_00517_016" n="16"/>abgelesen worden, stimme mit demselben ganz nicht überein. Seyen auch <lb facs="APWIIIA6_p0517l17" xml:id="bsb00057098_00517_017" n="17"/>seines behaltens in dem fürstenrath die majora dahin nicht gangen. Die <lb facs="APWIIIA6_p0517l18" xml:id="bsb00057098_00517_018" n="18"/>catholische haben zwar dafür gehalten, man solte der Schweitzerischen <lb facs="APWIIIA6_p0517l19" xml:id="bsb00057098_00517_019" n="19"/>Eydtgenossenschafft quoad confirmationem privilegiorum gratificiren, <w lemma="jedoch"><orig>je-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l20" xml:id="bsb00057098_00517_020" n="20"/><orig>doch</orig></w> auch das hochlöbliche cammergericht vorhero darüber vernehmen. <lb facs="APWIIIA6_p0517l21" xml:id="bsb00057098_00517_021" n="21"/>Der evangelischen meinung aber seye gewesen, daß die cammer vorhero zu <lb facs="APWIIIA6_p0517l22" xml:id="bsb00057098_00517_022" n="22"/>hören und interim in der resolution dilatorisch zugehen sein werde. Seye <lb facs="APWIIIA6_p0517l23" xml:id="bsb00057098_00517_023" n="23"/>also wunderlich zu vernehmen, daß die majora dahin außgefallen sein <w lemma="solten"><orig>sol-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l24" xml:id="bsb00057098_00517_024" n="24"/><orig>ten</orig></w>. Wüßte nicht, wie es zugienge, ob die Münsterische ihre vota vielleicht <lb facs="APWIIIA6_p0517l25" xml:id="bsb00057098_00517_025" n="25"/>allein zehlen möchten. Deme aber seye wie im wolle, verbleibe er <w lemma="nochmahls"><orig>noch-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l26" xml:id="bsb00057098_00517_026" n="26"/><orig>mahls</orig></w> bey dem hiesigen stättischen theils gefaßtem concluso. Und köndte <lb facs="APWIIIA6_p0517l27" xml:id="bsb00057098_00517_027" n="27"/>man vermelden, man seye nicht gemeint, der Eydtgenossenschafft ihre <w lemma="privilegia"><orig>privi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l28" xml:id="bsb00057098_00517_028" n="28"/><orig>legia</orig></w> zu schwächen oder, was sie suche, gäntzlich abzustricken, sondern <w lemma="vielmehr"><orig>viel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l29" xml:id="bsb00057098_00517_029" n="29"/><orig>mehr</orig></w> umb confirmation deßelben bey Ihro Kayserlichen Majestät <w lemma="anzuhalten"><orig>anzuhal-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l30" xml:id="bsb00057098_00517_030" n="30"/><orig>ten</orig></w>. Weiln aber etliche dubia dabey mit einfallen, alß müßte man vorhero die <lb facs="APWIIIA6_p0517l31" xml:id="bsb00057098_00517_031" n="31"/>cammer darüber hören. Indeßen werde sich der abgesandte zu gedulden <lb facs="APWIIIA6_p0517l32" xml:id="bsb00057098_00517_032" n="32"/>verhoffentlich von selbsten geneigt sein. Materialiter von der sachen zu <lb facs="APWIIIA6_p0517l33" xml:id="bsb00057098_00517_033" n="33"/>reden, liege ihme im weg, daß die herren camerales crabrones irritirt und die <lb facs="APWIIIA6_p0517l34" xml:id="bsb00057098_00517_034" n="34"/>privilegia nicht in acht genommen haben möchten. Derentwegen er dafür <lb facs="APWIIIA6_p0517l35" xml:id="bsb00057098_00517_035" n="35"/>halte, man köndte den Eydtgenossen etlicher maßen satisfaction ertheilen <lb facs="APWIIIA6_p0517l36" xml:id="bsb00057098_00517_036" n="36"/>und dem hochlöblichen cammergericht, daß es angelegte arresta relaxiren <lb facs="APWIIIA6_p0517l37" xml:id="bsb00057098_00517_037" n="37"/>solte, zuschreiben, mit vermelden, die stände seyen nicht gemeint, anderen <lb facs="APWIIIA6_p0517l38" xml:id="bsb00057098_00517_038" n="38"/>ihre hergebrachte privilegia zu disputiren oder zu schmählern, laßen auch <lb facs="APWIIIA6_p0517l39" xml:id="bsb00057098_00517_039" n="39"/>den inhalt der Baselischen eingebrachten schrifften auff sich beruhen, allein <lb facs="APWIIIA6_p0517l40" xml:id="bsb00057098_00517_040" n="40"/>möchten sie mit erkennung fernerer process biß zu einlangung ihres <w lemma="berichts"><orig>be-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0517l41" xml:id="bsb00057098_00517_041" n="41"/><orig>richts</orig></w> ohngeacht aller umbständ und privilegien einhalten. Solte sich <w lemma="alßdann"><orig>alß</orig><pb n="446" facs="APWIIIA6_p0518" sameAs="#bsb00057098_00518"/><lb facs="APWIIIA6_p0518l1" xml:id="bsb00057098_00518_001" n="1"/><orig>dann</orig></w> befinden, daß die statt Basel die exemptionem hergebracht, so hette <lb facs="APWIIIA6_p0518l2" xml:id="bsb00057098_00518_002" n="2"/>man ihnen weitter kein difficultet zu machen oder dieselbe zumahln bey <w lemma="itzigen"><orig>itzi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0518l3" xml:id="bsb00057098_00518_003" n="3"/><orig>gen</orig></w> schwürigen zeitten, da man viel nachgeben müße, zu irritiren, werde <lb facs="APWIIIA6_p0518l4" xml:id="bsb00057098_00518_004" n="4"/>auch des cammergerichts authoritet nichts dadurch entzogen. Conformire <lb facs="APWIIIA6_p0518l5" xml:id="bsb00057098_00518_005" n="5"/>sich aber hierinnen nichts desto weniger mit denen majoribus.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0518l6" xml:id="bsb00057098_00518_006" n="6"/>Wegen Speyer verlaß der herr <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Director,</hi></hi> was selbige statt sub dato den 6. <lb facs="APWIIIA6_p0518l7" xml:id="bsb00057098_00518_007" n="7"/>hujus an ihn folgenden inhalts geschrieben:</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0518l8" xml:id="bsb00057098_00518_008" n="8"/>Nachdem derselbe auff ohnlängst überschicktes memorial, in puncto der <lb facs="APWIIIA6_p0518l9" xml:id="bsb00057098_00518_009" n="9"/>Schweitzerischen exemption ihme unsere gedancken zu eröffnen, zu dem end <lb facs="APWIIIA6_p0518l10" xml:id="bsb00057098_00518_010" n="10"/>begehret, wann es etwa künfftig zur reichsconsultation ankommen solte, daß <lb facs="APWIIIA6_p0518l11" xml:id="bsb00057098_00518_011" n="11"/>er sich darnach zu richten wüßte, so müßen wir zwar unsers theils auch <lb facs="APWIIIA6_p0518l12" xml:id="bsb00057098_00518_012" n="12"/>bekennen, daß die exemptionssach umb so viel, da mehr altioris indaginis, <lb facs="APWIIIA6_p0518l13" xml:id="bsb00057098_00518_013" n="13"/>alldieweil man nun so lange zeit vielfältig und fast auff allen reichstägen <lb facs="APWIIIA6_p0518l14" xml:id="bsb00057098_00518_014" n="14"/>dieselbe tractiret, aber nie ein solch expedient gefunden, daß man nur ein <w lemma="anfang"><orig>an-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0518l15" xml:id="bsb00057098_00518_015" n="15"/><orig>fang</orig></w>, wollen geschweigen ein end daran finden können. Alß weiland kayser <lb facs="APWIIIA6_p0518l16" xml:id="bsb00057098_00518_016" n="16"/>Carl der V. von den churfürsten des reichs durch schreiben angefrischt <lb facs="APWIIIA6_p0518l17" xml:id="bsb00057098_00518_017" n="17"/>worden, caput imperii zu recuperiren, hatt er geantworttet: facerem, nisi me <lb facs="APWIIIA6_p0518l18" xml:id="bsb00057098_00518_018" n="18"/>religio deterreret. Kayser Maximilian II. hatt vielfältig deliberiren laßen, <lb facs="APWIIIA6_p0518l19" xml:id="bsb00057098_00518_019" n="19"/>durch was fügliche mittel ansehenliche stände, land und leuthe von frembden <lb facs="APWIIIA6_p0518l20" xml:id="bsb00057098_00518_020" n="20"/>potentaten entzogen und entfrembdet, widerumb herzu gebracht, auch <lb facs="APWIIIA6_p0518l21" xml:id="bsb00057098_00518_021" n="21"/>weitteren anschlägen und practiquen begegnet werden möge, aber es damit <lb facs="APWIIIA6_p0518l22" xml:id="bsb00057098_00518_022" n="22"/>auch nicht weitter gebracht, alß das Ihrer Majestät neben anderen des <w lemma="heyligen"><orig>heyli-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0518l23" xml:id="bsb00057098_00518_023" n="23"/><orig>gen</orig></w> reichs obligen, was hierunder zutragender gelegenheit nach, in ferner <lb facs="APWIIIA6_p0518l24" xml:id="bsb00057098_00518_024" n="24"/>sorgfältig nachdencken gestellt worden, wie auß dem reichsabschied zu <lb facs="APWIIIA6_p0518l25" xml:id="bsb00057098_00518_025" n="25"/>Augspurg de anno 1566 § 126 „Dieweil aber“ zu ersehen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0518n2" xml:id="bsb00057098_00518_dok0094_n02"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0518l41" xml:id="bsb00057098_00518_041" n="41"/>RTA 1566 § 125 „Dieweil aber“ <hi style="font-style:normal;">RA</hi> III S. 231.</p> </note>. Gleichmäßig <lb facs="APWIIIA6_p0518l26" xml:id="bsb00057098_00518_026" n="26"/>hatt Ihrer Majestät im reich nachgefolgter sohn Rudolphus II. in anno 1582 <lb facs="APWIIIA6_p0518l27" xml:id="bsb00057098_00518_027" n="27"/>§ „Wann nun neben“ 2. geklagt, daß noch andere mehr landt Ihrer Majestät <lb facs="APWIIIA6_p0518l28" xml:id="bsb00057098_00518_028" n="28"/>und dem reich mit der that vorenthalten werden, aber auch ohne effect<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0518n3" xml:id="bsb00057098_00518_dok0094_n03"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0518l42" xml:id="bsb00057098_00518_042" n="42"/>RTA 1582 § 2 „Wann nun neben“ <hi style="font-style:normal;">RA</hi> III S. 399f.; Rudolf II. (1552–1612), Kaiser 1576.</p> </note>. Mit <lb facs="APWIIIA6_p0518l29" xml:id="bsb00057098_00518_029" n="29"/>was praedicat in anno 1641 den 4. Augusti auff dem vorgewesenen reichstag <lb facs="APWIIIA6_p0518l30" xml:id="bsb00057098_00518_030" n="30"/>zu Regenspurg die churfürstliche räthe, auch fürsten und ständ und der <lb facs="APWIIIA6_p0518l31" xml:id="bsb00057098_00518_031" n="31"/>abwesenden bottschafften und gesandten an die gemeine 13 orth der <w lemma="Eydtgenossenschafft"><orig>Eydt-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0518l32" xml:id="bsb00057098_00518_032" n="32"/><orig>genossenschafft</orig></w> geschrieben, das ist noch in frischem angedencken<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0518n4" xml:id="bsb00057098_00518_dok0094_n04"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0518l43" xml:id="bsb00057098_00518_043" n="43"/><hi style="font-style:italic;">Schreiben in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Londorp</hi> <hi style="font-style:italic;">V S. 528–530.</hi></p> </note>. Ob nun <lb facs="APWIIIA6_p0518l33" xml:id="bsb00057098_00518_033" n="33"/>bey heuttiger des heyligen Römischen reichs so trefflicher dismembration <lb facs="APWIIIA6_p0518l34" xml:id="bsb00057098_00518_034" n="34"/>selbige wieder zu dem reich zu bringen, stehen wir unsers theils mächtig an, <lb facs="APWIIIA6_p0518l35" xml:id="bsb00057098_00518_035" n="35"/>besorgen auch vielmehr, es dörffte endlich doch einmahl dahin gerathen und <lb facs="APWIIIA6_p0518l36" xml:id="bsb00057098_00518_036" n="36"/>also lautten: Caesaris benignitas, statuum voluntas, rerum humanarum <w lemma="tranquillitas"><orig>tran-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0518l37" xml:id="bsb00057098_00518_037" n="37"/><orig>quillitas</orig></w>, pax orbis, quies seculi ratum esse jusserunt. Aber wie dem allem, <lb facs="APWIIIA6_p0518l38" xml:id="bsb00057098_00518_038" n="38"/>und nachdem an seitten der frey- und reichsstätt in besagtem puncto ein <lb facs="APWIIIA6_p0518l39" xml:id="bsb00057098_00518_039" n="39"/>gemachtes conclusum obhanden und es auff ein dilation gestelt, so laßen wir <lb facs="APWIIIA6_p0518l40" xml:id="bsb00057098_00518_040" n="40"/>es unsers orths so fern dabey, daß doch mitlerweil darnach vornemlich<pb n="447" facs="APWIIIA6_p0519" sameAs="#bsb00057098_00519"/><lb facs="APWIIIA6_p0519l1" xml:id="bsb00057098_00519_001" n="1"/>getracht werde, daß die, wie insgemein allen ständen, also unß <w lemma="absonderund"><orig>absonder-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l2" xml:id="bsb00057098_00519_002" n="2"/><orig>und</orig></w> fürnemblich hochschädliche repressalien, in dem nicht allein unß <w lemma="dadurch"><orig>da-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l3" xml:id="bsb00057098_00519_003" n="3"/><orig>durch</orig></w> an unserer habender staffelgerechtigkeit mercklicher inbruch <w lemma="geschicht"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l4" xml:id="bsb00057098_00519_004" n="4"/><orig>schicht</orig></w>, sondern daß auch diejenige, die dergleichen repressalien und arresta <lb facs="APWIIIA6_p0519l5" xml:id="bsb00057098_00519_005" n="5"/>alhie suchen und außbringen, gemeinlich in gefreyten häußern zu <w lemma="mercklichem"><orig>merck-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l6" xml:id="bsb00057098_00519_006" n="6"/><orig>lichem</orig></w> abtrag der ungeldter ligen, im luder und müßigang leben und <lb facs="APWIIIA6_p0519l7" xml:id="bsb00057098_00519_007" n="7"/>gleichsam impune sich in schandt und laster weltzen. Maßen dann deßen an <lb facs="APWIIIA6_p0519l8" xml:id="bsb00057098_00519_008" n="8"/>itzo an Florian Wachtern, welcher ein dienstmagdt geschwängert und <lb facs="APWIIIA6_p0519l9" xml:id="bsb00057098_00519_009" n="9"/>selbige solche schwängerung so lang verdeckt und verhälet, biß in nächst <lb facs="APWIIIA6_p0519l10" xml:id="bsb00057098_00519_010" n="10"/>verschienenen christfeyertagen dieselbige dergestalt außgebrochen, daß sie <lb facs="APWIIIA6_p0519l11" xml:id="bsb00057098_00519_011" n="11"/>under wehrender predigt und in abwesenheit herren und frauen in geheim <lb facs="APWIIIA6_p0519l12" xml:id="bsb00057098_00519_012" n="12"/>das kindt zur weldt gebohren, umbgebracht und reverenter in die cloace <lb facs="APWIIIA6_p0519l13" xml:id="bsb00057098_00519_013" n="13"/>geworffen, ein notabel exempel vorhanden, anderer vorigen zu geschweigen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0519l14" xml:id="bsb00057098_00519_014" n="14"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Nürnberg.</hi> Wiße sich, was dißorths in der Schweitzerischen sachen <w lemma="jüngsthin"><orig>jüngst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l15" xml:id="bsb00057098_00519_015" n="15"/><orig>hin</orig></w> auff angeführte vernünfftige rationes dubitandi et decidendi geschloßen <lb facs="APWIIIA6_p0519l16" xml:id="bsb00057098_00519_016" n="16"/>worden seye, ebenermaßen zu erinnern und habe sonderlich diejenigen von <lb facs="APWIIIA6_p0519l17" xml:id="bsb00057098_00519_017" n="17"/>großem nachdencken gefunden, welche dahin gangen, man solte löblicher <lb facs="APWIIIA6_p0519l18" xml:id="bsb00057098_00519_018" n="18"/>Eydtgenossenschafft begehren und ansuchen noch zur zeit dilatorie und <lb facs="APWIIIA6_p0519l19" xml:id="bsb00057098_00519_019" n="19"/>nicht decisive beantworten, weiln zu besorgen, man möchte dadurch <w lemma="crabrones"><orig>crabro-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l20" xml:id="bsb00057098_00519_020" n="20"/><orig>nes</orig></w> irritiren und den frembden cronen, welche bey ohne das turbirtem <w lemma="zustandt"><orig>zu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l21" xml:id="bsb00057098_00519_021" n="21"/><orig>standt</orig></w> des reichs sich dergleichen occurenzien trefflich zu bedienen wißen, <lb facs="APWIIIA6_p0519l22" xml:id="bsb00057098_00519_022" n="22"/>durch denegirung des petiti zu schädlicher apprehension ursach geben. <w lemma="Stättischen"><orig>Stät</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l23" xml:id="bsb00057098_00519_023" n="23"/><orig>tischen</orig></w> theils aber damit anders nicht dann verdrießliche invidia sich auff den <lb facs="APWIIIA6_p0519l24" xml:id="bsb00057098_00519_024" n="24"/>halß laden. Halte demnach ohnmaßgeblich davor, man solte erwartten, <w lemma="wohin"><orig>wo-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l25" xml:id="bsb00057098_00519_025" n="25"/><orig>hin</orig></w> die herren fürstliche incliniren möchten und sich darnach richten. <lb facs="APWIIIA6_p0519l26" xml:id="bsb00057098_00519_026" n="26"/>Sonsten seye zwar ihr privilegium ratione possesorii richtig. Es were aber <lb facs="APWIIIA6_p0519l27" xml:id="bsb00057098_00519_027" n="27"/>gleichwohl der resolution dise clausel, daß sie justitiam, sonderlich in <w lemma="concursu"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l28" xml:id="bsb00057098_00519_028" n="28"/><orig>cursu</orig></w> creditorum, bey welchem sie die im reich geseßene und demselben <lb facs="APWIIIA6_p0519l29" xml:id="bsb00057098_00519_029" n="29"/>underworffene, den Schweitzerischen ohngeachtet aller habender jurium, <lb facs="APWIIIA6_p0519l30" xml:id="bsb00057098_00519_030" n="30"/>nachgesetzet, schleunig administriren solten, hiernächst mit einzurucken. <lb facs="APWIIIA6_p0519l31" xml:id="bsb00057098_00519_031" n="31"/>Sonsten würdte das Römische reich, wenn es ihnen simpliciter willfahrte, <lb facs="APWIIIA6_p0519l32" xml:id="bsb00057098_00519_032" n="32"/>nur mehr schimpff alß reputation davon zu gewartten haben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0519l33" xml:id="bsb00057098_00519_033" n="33"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Bremen.</hi> Name wegen vorgefallener geschäffte den abschiedt und stelle sein <lb facs="APWIIIA6_p0519l34" xml:id="bsb00057098_00519_034" n="34"/>votum auff die majora.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0519l35" xml:id="bsb00057098_00519_035" n="35"/>Wegen Ulm verlißt herr <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Director,</hi></hi> was an ihn diser sach halben den 2. diß <lb facs="APWIIIA6_p0519l36" xml:id="bsb00057098_00519_036" n="36"/>geschriben worden, dises tenors: Was aber die Schweitzerische exemption <lb facs="APWIIIA6_p0519l37" xml:id="bsb00057098_00519_037" n="37"/>anlangt, haben wir deroselben privilegia nicht gesehen. Wie sonsten einem <lb facs="APWIIIA6_p0519l38" xml:id="bsb00057098_00519_038" n="38"/>jeden stand des reichs wohl zu gönnen, daß man bey der libertet und so teuer <lb facs="APWIIIA6_p0519l39" xml:id="bsb00057098_00519_039" n="39"/>erworbenen freyheitten gelaßen und erhalten werden möge, also ist unß <lb facs="APWIIIA6_p0519l40" xml:id="bsb00057098_00519_040" n="40"/>nicht zuwider, wann die majora dahin gehen, daß ihnen in ihrem anlangen <lb facs="APWIIIA6_p0519l41" xml:id="bsb00057098_00519_041" n="41"/>deferirt werde. Allein ist etwas verwunderlich, daß der Baselische herr <w lemma="abgesandte"><orig>abge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0519l42" xml:id="bsb00057098_00519_042" n="42"/><orig>sandte</orig></w> für die gemeine Eydtgenossenschafft solicitirt, da er doch allein von<pb n="448" facs="APWIIIA6_p0520" sameAs="#bsb00057098_00520"/><lb facs="APWIIIA6_p0520l1" xml:id="bsb00057098_00520_001" n="1"/>der statt Basel legitimirt worden. Worüber wir und und was weitter <w lemma="fürkommen"><orig>für</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l2" xml:id="bsb00057098_00520_002" n="2"/><orig>kommen</orig></w> mag, des herren fernerer nachricht erwartten.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0520l3" xml:id="bsb00057098_00520_003" n="3"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herford</hi> sagt: Seye ihme zwar, was neulicher zeit in disem Schweitzerischen <lb facs="APWIIIA6_p0520l4" xml:id="bsb00057098_00520_004" n="4"/>geschäfft sich verlauffen, so eben nicht bekandt. Habe aber auß den <w lemma="vernünfftigen"><orig>vernünff</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l5" xml:id="bsb00057098_00520_005" n="5"/><orig>tigen</orig></w> angeführten rationibus soviel, daß man dem Baselischen petito nicht <lb facs="APWIIIA6_p0520l6" xml:id="bsb00057098_00520_006" n="6"/>simpliciter deferiren solte, wahrgenommen. Und sich dahin mit dem herrn <lb facs="APWIIIA6_p0520l7" xml:id="bsb00057098_00520_007" n="7"/>Nürnbergischen umb desto mehr zu conformiren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0520l8" xml:id="bsb00057098_00520_008" n="8"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Memmingen.</hi> Er habe auch, wohin der Münsterischen herüber geschicktes <lb facs="APWIIIA6_p0520l9" xml:id="bsb00057098_00520_009" n="9"/>conclusum gehe, vernommen, werde gantz irr damit gemacht, weiln man <lb facs="APWIIIA6_p0520l10" xml:id="bsb00057098_00520_010" n="10"/>alhie, wie bekandt, per majora auff dilatorische antwortt geschloßen. Deme <lb facs="APWIIIA6_p0520l11" xml:id="bsb00057098_00520_011" n="11"/>aber seye, wie ihm wolle, hielte er auch davor, man hette auff die herren <lb facs="APWIIIA6_p0520l12" xml:id="bsb00057098_00520_012" n="12"/>fürstliche, was sie sich erclären werden, zu wartten oder, wann man je den <lb facs="APWIIIA6_p0520l13" xml:id="bsb00057098_00520_013" n="13"/>Schweitzerischen Aydtgenoßen in ihrem begehren deferiren wolte, daß es <lb facs="APWIIIA6_p0520l14" xml:id="bsb00057098_00520_014" n="14"/>mit etwas temperament geschehe.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0520l15" xml:id="bsb00057098_00520_015" n="15"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director.</hi> Seye ihme, die wahrheit zu bekennen, sehr frembdt zu <lb facs="APWIIIA6_p0520l16" xml:id="bsb00057098_00520_016" n="16"/>vernehmen kommen, daß an seitten der erbaren stätt per majora geschloßen <lb facs="APWIIIA6_p0520l17" xml:id="bsb00057098_00520_017" n="17"/>worden sein solte, keine fernere process wider die statt Basel inskünftig <lb facs="APWIIIA6_p0520l18" xml:id="bsb00057098_00520_018" n="18"/>ergehen zu laßen, sondern dieselbe für einen freyen stand zu erkennen und <lb facs="APWIIIA6_p0520l19" xml:id="bsb00057098_00520_019" n="19"/>die suchende exemptionem a jurisdictione camerae et imperii ihro <w lemma="widerfahren"><orig>widerfah-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l20" xml:id="bsb00057098_00520_020" n="20"/><orig>ren</orig></w> zu laßen. In deme weit andere gedancken dißorths gefallen und vielmehr <lb facs="APWIIIA6_p0520l21" xml:id="bsb00057098_00520_021" n="21"/>dafür gehalten worden, daß die statt Basel ein standt des reichs seye. Maßen <lb facs="APWIIIA6_p0520l22" xml:id="bsb00057098_00520_022" n="22"/>solches auch auß den neuen und alten scribenten, welche davon geschrieben, <lb facs="APWIIIA6_p0520l23" xml:id="bsb00057098_00520_023" n="23"/>sonderlich aber dem <choice><sic>Simloro</sic><corr resp="#editor">Simlero</corr></choice> und Goldasto<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0520n5" xml:id="bsb00057098_00520_dok0094_n05"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0520l38" xml:id="bsb00057098_00520_038" n="38"/>Gemeint ist <hi style="font-style:smallCaps;">Josias</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Simlers</hi> Werk: De republica Helvetiorum, hoc est exacta tum communis <lb facs="APWIIIA6_p0520l39" xml:id="bsb00057098_00520_039" n="39"/>totius Helvetiae et singulorum pagorum politiae, tum rerum ab initio foedere gestarum descriptio. <lb facs="APWIIIA6_p0520l40" xml:id="bsb00057098_00520_040" n="40"/>Basel 1576 sowie <hi style="font-style:normal;">M.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Goldast</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">von</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Haiminsfeld</hi>: Rerum Alamannicarum scriptores aliquot <lb facs="APWIIIA6_p0520l41" xml:id="bsb00057098_00520_041" n="41"/>vetusti a quibus Alamannorum qui hunc partim Suevis, partim Helvetiis cessere, historiae tam <lb facs="APWIIIA6_p0520l42" xml:id="bsb00057098_00520_042" n="42"/>saeculares quam ecclesiasticae traditae sunt. Frankfurt 1661.</p> </note>, wie ingleichen ex matricula <lb facs="APWIIIA6_p0520l24" xml:id="bsb00057098_00520_024" n="24"/>imperii mit mehrerem zu ersehen. Und obwohl selbige in novissimis <w lemma="matriculis"><orig>matri-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l25" xml:id="bsb00057098_00520_025" n="25"/><orig>culis</orig></w> nicht zu finden, so militire doch die praesumptio pro matricula et <lb facs="APWIIIA6_p0520l26" xml:id="bsb00057098_00520_026" n="26"/>imperio so lang, biß die exemptio entweder per conventionem et contractum <lb facs="APWIIIA6_p0520l27" xml:id="bsb00057098_00520_027" n="27"/>oder per concessionem et privilegium imperatorum oder per <w lemma="praescriptionem"><orig>praescriptio-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l28" xml:id="bsb00057098_00520_028" n="28"/><orig>nem</orig></w> temporis immemorialis dargethan und erwisen werde. Mit deren <w lemma="keinem"><orig>kei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l29" xml:id="bsb00057098_00520_029" n="29"/><orig>nem</orig></w> aber die statt Basel auffkommen könne. Dann so viel den ersten modum <lb facs="APWIIIA6_p0520l30" xml:id="bsb00057098_00520_030" n="30"/>anlange, können sie sich auff einigen contractum oder conventionem nicht <lb facs="APWIIIA6_p0520l31" xml:id="bsb00057098_00520_031" n="31"/>beziehen. So viel 2. die concessiones et privilegia betreffe, <choice><sic>berühren</sic><corr resp="#editor">berühmen</corr></choice> sie sich <lb facs="APWIIIA6_p0520l32" xml:id="bsb00057098_00520_032" n="32"/>zwar producirten privilegiis de anno 1546, es stehe aber nicht darinnen, daß <lb facs="APWIIIA6_p0520l33" xml:id="bsb00057098_00520_033" n="33"/>sie exempt, sondern allen des privilegii primae instantiae de non evocando <lb facs="APWIIIA6_p0520l34" xml:id="bsb00057098_00520_034" n="34"/>fähig seyn solle, welches, weiln es juris communis und in der <w lemma="cammergerichtsordnung"><orig>cammer-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0520l35" xml:id="bsb00057098_00520_035" n="35"/><orig>gerichtsordnung</orig></w> einem jeden stand <note xml:id="bsb00057098_00520_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0520l35" target="#bsb00057098_00520_035"><p><lb facs="APWIIIA6_p0520l37" xml:id="bsb00057098_00520_037" n="37"/><hi style="font-style:italic;">35</hi> vorbehalten] <hi style="font-style:smallCaps;">Ulm</hi> zugelaßen.</p></note>vorbehalten, für kein privilegium zu <lb facs="APWIIIA6_p0520l36" xml:id="bsb00057098_00520_036" n="36"/>halten. Wann sie auch dergleichen privilegium gehabt hette, würdte sie,<pb n="449" facs="APWIIIA6_p0521" sameAs="#bsb00057098_00521"/><lb facs="APWIIIA6_p0521l1" xml:id="bsb00057098_00521_001" n="1"/>daßelbige dem cammergericht zu insinuiren, biß daher nicht underlaßen <lb facs="APWIIIA6_p0521l2" xml:id="bsb00057098_00521_002" n="2"/>haben, weiln ihro wohl bekandt, daß crafft reichsabschied de anno 1541 kein <lb facs="APWIIIA6_p0521l3" xml:id="bsb00057098_00521_003" n="3"/>privilegium zustatten kommen könne, wo es der cammer nicht debito modo <lb facs="APWIIIA6_p0521l4" xml:id="bsb00057098_00521_004" n="4"/>insinuiret worden. Über das seye bekandt, daß dazumahl, alß ihnen <w lemma="gemeldtes"><orig>gemeld-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l5" xml:id="bsb00057098_00521_005" n="5"/><orig>tes</orig></w> privilegium ertheilt worden, das cammergericht noch nicht in rerum <lb facs="APWIIIA6_p0521l6" xml:id="bsb00057098_00521_006" n="6"/>natura gewesen. Vielweniger haben damahls regierende Kayserliche <w lemma="majestät"><orig>maje</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l7" xml:id="bsb00057098_00521_007" n="7"/><orig>stät</orig></w> dieselbe ex plenitudine potestatis in praejudicium imperii eximiren <lb facs="APWIIIA6_p0521l8" xml:id="bsb00057098_00521_008" n="8"/>können.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0521l9" xml:id="bsb00057098_00521_009" n="9"/>Praescriptionem betreffend seye auß den authoribus und sonderlich Goldasto <lb facs="APWIIIA6_p0521l10" xml:id="bsb00057098_00521_010" n="10"/>offenbahr, daß, obzwar die statt Basel anno 1501 in den Schweitzerischen <lb facs="APWIIIA6_p0521l11" xml:id="bsb00057098_00521_011" n="11"/>bundt getretten, selbiges doch nicht simpliciter et pure, sondern mit gewißer <lb facs="APWIIIA6_p0521l12" xml:id="bsb00057098_00521_012" n="12"/>mas und vorbehalt geschehen. Maßen sie nach der hand anno 1519 von sich <lb facs="APWIIIA6_p0521l13" xml:id="bsb00057098_00521_013" n="13"/>selbsten geschriben und also gleich ab initio in mala fide constituirt <w lemma="gewesen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l14" xml:id="bsb00057098_00521_014" n="14"/><orig>wesen</orig></w>. Neben dem lauffe dergleichen praescription vermög reichsabschied <lb facs="APWIIIA6_p0521l15" xml:id="bsb00057098_00521_015" n="15"/>de anno 1548 contra imperium nicht. Da sie aber gleich einen anfang jemahls <lb facs="APWIIIA6_p0521l16" xml:id="bsb00057098_00521_016" n="16"/>gewonnen hette, were sie doch offtermahlen interrumpirt und underbrochen <lb facs="APWIIIA6_p0521l17" xml:id="bsb00057098_00521_017" n="17"/>worden, inmaßen viel praejudicia vorhanden, daß sie an das cammergericht <lb facs="APWIIIA6_p0521l18" xml:id="bsb00057098_00521_018" n="18"/>evocirt, mit recht daselbst belangt und condemniret worden. Seye nicht <lb facs="APWIIIA6_p0521l19" xml:id="bsb00057098_00521_019" n="19"/>weniger bekandt, daß die statt Basel, gleich anderen ständen des reichs <w lemma="jederzeit"><orig>jeder-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l20" xml:id="bsb00057098_00521_020" n="20"/><orig>zeit</orig></w> ad comitia beschriben worden, alle ihre regalia und privilegia und <lb facs="APWIIIA6_p0521l21" xml:id="bsb00057098_00521_021" n="21"/>under anderem auch das müntzrecht, item jus erigendi academiam und <lb facs="APWIIIA6_p0521l22" xml:id="bsb00057098_00521_022" n="22"/>andere von dem Römischen reich empfangen habe, welches eine <w lemma="subjectionem"><orig>subjectio-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l23" xml:id="bsb00057098_00521_023" n="23"/><orig>nem</orig></w> importire, andere fundamenten an itzo geliebter kürtze halben zu <w lemma="geschweigen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l24" xml:id="bsb00057098_00521_024" n="24"/><orig>schweigen</orig></w>. Bey welchen umbständen er gantz nicht sehen könne, wie sie ihre <lb facs="APWIIIA6_p0521l25" xml:id="bsb00057098_00521_025" n="25"/>exemptionem a jurisdictione camerali et imperii fundiren wolte. Von seinen <lb facs="APWIIIA6_p0521l26" xml:id="bsb00057098_00521_026" n="26"/>herren und oberen habe er dato keinen anderen bevelch diser <w lemma="Schweitzerischen"><orig>Schweitzeri-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l27" xml:id="bsb00057098_00521_027" n="27"/><orig>schen</orig></w> exemptionssachen halber erhalten, alß daß sie für billich ansehen, <lb facs="APWIIIA6_p0521l28" xml:id="bsb00057098_00521_028" n="28"/>daß man den herren Kayserlichen an handt zu gehen hette, weiln die <w lemma="Aidtgenoßen"><orig>Aidt</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l29" xml:id="bsb00057098_00521_029" n="29"/><orig>genoßen</orig></w> insgesambt, wie auß ihren intercessionalien zu vernehmen, dise <lb facs="APWIIIA6_p0521l30" xml:id="bsb00057098_00521_030" n="30"/>sach ihr aigen machen und itzo nicht zeit seye, dise kranckheit intempestive <lb facs="APWIIIA6_p0521l31" xml:id="bsb00057098_00521_031" n="31"/>movendo zu curiren. Alß solte dem Baselischen abgesandten zwar die <w lemma="reichsschuldigkeit"><orig>reichs-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l32" xml:id="bsb00057098_00521_032" n="32"/><orig>schuldigkeit</orig></w> in genere repraesentirt, damit dieselbe understandene exemptio <lb facs="APWIIIA6_p0521l33" xml:id="bsb00057098_00521_033" n="33"/>contradicirt, im übrigen aber die resolution dahin, daß, in ansehung der <lb facs="APWIIIA6_p0521l34" xml:id="bsb00057098_00521_034" n="34"/>übrigen Eydtgenoßen interposition, Ihre Majestät in den geklagten <w lemma="beschwärdten"><orig>be</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0521l35" xml:id="bsb00057098_00521_035" n="35"/><orig>schwärdten</orig></w>, biß der sach auff einer allgemeinen reichsversamblung wirdt <lb facs="APWIIIA6_p0521l36" xml:id="bsb00057098_00521_036" n="36"/>mögen remedirt werden, solche provisional fürsehung thun wolten, daß sich <lb facs="APWIIIA6_p0521l37" xml:id="bsb00057098_00521_037" n="37"/>löbliche statt Basel weitter zu graviren keine ursach haben solle, gestellet <lb facs="APWIIIA6_p0521l38" xml:id="bsb00057098_00521_038" n="38"/>und dem cammergericht biß auff der Römischen Kayserlichen Majestät und <lb facs="APWIIIA6_p0521l39" xml:id="bsb00057098_00521_039" n="39"/>des heyligen reichs ständt weitteren verordnung, so wohl in Wachterischer <lb facs="APWIIIA6_p0521l40" xml:id="bsb00057098_00521_040" n="40"/>alß Insulaischer<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0521n6" xml:id="bsb00057098_00521_dok0094_n06"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0521l41" xml:id="bsb00057098_00521_041" n="41"/>Dr. Melchior Insula (1580–1644), aus ligurischer Familie, studierte Rechtswissenschaften u. a. in <lb facs="APWIIIA6_p0521l42" xml:id="bsb00057098_00521_042" n="42"/>Heidelberg, England und Italien, ungewöhnliches Sprachtalent, seit 1613 Professor in Basel, <lb facs="APWIIIA6_p0521l43" xml:id="bsb00057098_00521_043" n="43"/>überwarf sich 1628 mit dem Stadtgericht, weil dieses einen von ihm getätigten Liegenschaftserwerb <lb facs="APWIIIA6_p0521l44" xml:id="bsb00057098_00521_044" n="44"/>anfocht. Er zog nach Straßburg, appellierte gegen Basel beim Reichskammergericht, trat in den <lb facs="APWIIIA6_p0522l38" xml:id="bsb00057098_00522_038" n="38"/>Dienst des Landgrafen von Hessen und später Ludwigs XIII. als Resident für Deutschland mit <lb facs="APWIIIA6_p0522l39" xml:id="bsb00057098_00522_039" n="39"/>Sitz in Straßburg. Seine Witwe, Tochter des Parlamentspräsidenten von Metz, führte den <w lemma="Rechtsstreit"><orig>Rechts-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l40" xml:id="bsb00057098_00522_040" n="40"/><orig>streit</orig></w> nach seinem Tod weiter <hi style="font-style:normal;">(J.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Gauss</hi>, Wettstein S. 298).</p> </note> und dergleichen sachen zu procediren, inhibirt werden. Auff<pb n="450" facs="APWIIIA6_p0522" sameAs="#bsb00057098_00522"/><lb facs="APWIIIA6_p0522l1" xml:id="bsb00057098_00522_001" n="1"/>dise weise werden<choice><sic/><corr resp="#editor"> auch</corr></choice> wir (die statt Straßburg) der beschwärlichen <w lemma="executionsprocess"><orig>executions-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l2" xml:id="bsb00057098_00522_002" n="2"/><orig>process</orig></w> entladen, die commercien zwischen den Aydtgenossen und dem reich <lb facs="APWIIIA6_p0522l3" xml:id="bsb00057098_00522_003" n="3"/>auffrecht erhalten und sonsten besorgender weitterung, so ohnaußbleiblich <lb facs="APWIIIA6_p0522l4" xml:id="bsb00057098_00522_004" n="4"/>hierauß entstehen dörffte, der weg abgeschnitten. Es lauffe aber ab, wie es <lb facs="APWIIIA6_p0522l5" xml:id="bsb00057098_00522_005" n="5"/>wolle, habt ihr bey diser occasion dahin zu trachten, daß wir mit der <w lemma="execution"><orig>exe-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l6" xml:id="bsb00057098_00522_006" n="6"/><orig>cution</orig></w> nicht allein chargirt, sondern derselbigen erlaßen, damit nach <w lemma="anleittung"><orig>anleit-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l7" xml:id="bsb00057098_00522_007" n="7"/><orig>tung</orig></w> der executionsordnung verfahren und dem cammergericht deßwegen <lb facs="APWIIIA6_p0522l8" xml:id="bsb00057098_00522_008" n="8"/>zugeschriben werde. Solte man aber, daß die höhere collegia weitter gangen <lb facs="APWIIIA6_p0522l9" xml:id="bsb00057098_00522_009" n="9"/>weren, vernemmen, halte er davor, man werde sich an stättischer seitten <lb facs="APWIIIA6_p0522l10" xml:id="bsb00057098_00522_010" n="10"/>nicht wohl davon separiren können, doch aber auch vormahls und itzo auff <lb facs="APWIIIA6_p0522l11" xml:id="bsb00057098_00522_011" n="11"/>die bahn gekommene cautelas bey dem concluso in acht zu nemen haben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0522l12" xml:id="bsb00057098_00522_012" n="12"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Obwohl man sich, daß in dem stättrath auff die Baselische <lb facs="APWIIIA6_p0522l13" xml:id="bsb00057098_00522_013" n="13"/>exemptionem a jurisdictione camerali per majora jüngsthin geschloßen, <lb facs="APWIIIA6_p0522l14" xml:id="bsb00057098_00522_014" n="14"/>nicht, deßen aber wohl erinnert, daß dise in justitiam mit einlauffende sach, <lb facs="APWIIIA6_p0522l15" xml:id="bsb00057098_00522_015" n="15"/>altioris indaginis, und deretwegen des cammeralischen berichts sowohl über <lb facs="APWIIIA6_p0522l16" xml:id="bsb00057098_00522_016" n="16"/>geklagten angriff der Baselischen güther alß jeweiln wider gemeldte statt <lb facs="APWIIIA6_p0522l17" xml:id="bsb00057098_00522_017" n="17"/>ergangene proceß vorhero zu erwartten, für rathsammer befunden worden <lb facs="APWIIIA6_p0522l18" xml:id="bsb00057098_00522_018" n="18"/>seye. Wann jedoch projectirtes und in heuttiger session verlesenes gutachten <lb facs="APWIIIA6_p0522l19" xml:id="bsb00057098_00522_019" n="19"/>umb deren darinn enthaltener considerationen willen in beeden höheren <lb facs="APWIIIA6_p0522l20" xml:id="bsb00057098_00522_020" n="20"/>collegiis per majora approbirt und genehm gehalten werden solte, begehrte <lb facs="APWIIIA6_p0522l21" xml:id="bsb00057098_00522_021" n="21"/>man sich stättischen theils davon nicht abzusondern und zu separiren, <w lemma="sondern"><orig>son-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l22" xml:id="bsb00057098_00522_022" n="22"/><orig>dern</orig></w> köndte gleicher gestalt geschehen laßen, daß alle wider die statt Basel <lb facs="APWIIIA6_p0522l23" xml:id="bsb00057098_00522_023" n="23"/>bißher erkandte repressalien auffgehoben, die stände des reichs damit per <lb facs="APWIIIA6_p0522l24" xml:id="bsb00057098_00522_024" n="24"/>indirectum nicht beschweret und die executiones jedesmahl der <w lemma="cammergerichtsordnung"><orig>cammerge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l25" xml:id="bsb00057098_00522_025" n="25"/><orig>richtsordnung</orig></w> gemäs vor die handt genommen werden. Doch alles auff den <lb facs="APWIIIA6_p0522l26" xml:id="bsb00057098_00522_026" n="26"/>fall, da löbliche statt Basel denen ständen des reichs und denenselben <w lemma="bürgern"><orig>bür</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l27" xml:id="bsb00057098_00522_027" n="27"/><orig>gern</orig></w> und underthanen in schuldt-, praelations- und anderen sachen, eben das <lb facs="APWIIIA6_p0522l28" xml:id="bsb00057098_00522_028" n="28"/>recht reciproce gedeuen und widerfahren laßen würdte, welches ihnen und <lb facs="APWIIIA6_p0522l29" xml:id="bsb00057098_00522_029" n="29"/>ihren angehörigen bißhero so wohl in camera alß anderer orthen in <w lemma="vorgefallenen"><orig>vorge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l30" xml:id="bsb00057098_00522_030" n="30"/><orig>fallenen</orig></w> geschäfften begegnet und mitgetheilet worden ist. Wie nicht <w lemma="weniger"><orig>weni-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l31" xml:id="bsb00057098_00522_031" n="31"/><orig>ger</orig></w>, daß man die statt Basel hinfüro in favorabilibus ebensowohl alß odiosis <lb facs="APWIIIA6_p0522l32" xml:id="bsb00057098_00522_032" n="32"/>sive onerosis denen frembden gleich an der cammer halten und, wann ihro <lb facs="APWIIIA6_p0522l33" xml:id="bsb00057098_00522_033" n="33"/>oder ihren angehörigen cautionem judicio sisti et judicatum solvi zu leisten <lb facs="APWIIIA6_p0522l34" xml:id="bsb00057098_00522_034" n="34"/>obgelegen, selbige anderst nicht, dann der cammergerichtsordnung gemäs <lb facs="APWIIIA6_p0522l35" xml:id="bsb00057098_00522_035" n="35"/>angenommen und admittirt werden solte. Welche conditiones der <w lemma="resolution"><orig>resolu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0522l36" xml:id="bsb00057098_00522_036" n="36"/><orig>tion</orig></w> außtrucklich zu inseriren, auff oberwehntem fall hochfleißig gebetten <lb facs="APWIIIA6_p0522l37" xml:id="bsb00057098_00522_037" n="37"/>wirdt.</p>
	    </div>