<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00447">
	      <p><pb n="375" facs="APWIIIA6_p0447" sameAs="#bsb00057098_00447"/><lb facs="APWIIIA6_p0447l1" xml:id="bsb00057098_00447_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> proponirt: Er hette wegen deßen, so der verdrießlichen <lb facs="APWIIIA6_p0447l2" xml:id="bsb00057098_00447_002" n="2"/>praecedenzstrittigkeit halben zu Lengerich vorgangen, nacher Münster <w lemma="geschrieben"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l3" xml:id="bsb00057098_00447_003" n="3"/><orig>schrieben</orig></w> und nach eingelangter antwort diese extraordinari <w lemma="zusammenkunfft"><orig>zusammen-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l4" xml:id="bsb00057098_00447_004" n="4"/><orig>kunfft</orig></w> angestellt, in meinung, übrigen herrn collegis parte davon zu geben. <lb facs="APWIIIA6_p0447l5" xml:id="bsb00057098_00447_005" n="5"/>Hat darauff das schreiben abgelesen, welches in substantia dahin gangen, <lb facs="APWIIIA6_p0447l6" xml:id="bsb00057098_00447_006" n="6"/>obwohl man, bey so hochnothwendiger beförderung des friedensgeschäffts <lb facs="APWIIIA6_p0447l7" xml:id="bsb00057098_00447_007" n="7"/>durch particularstrittigkeiten zu einiger verzögerung nicht leichtlich ursach <lb facs="APWIIIA6_p0447l8" xml:id="bsb00057098_00447_008" n="8"/>zu geben habe, weniger zu gänzlicher Separation und absonderlicher <w lemma="handlung"><orig>hand-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l9" xml:id="bsb00057098_00447_009" n="9"/><orig>lung</orig></w> die sache außschlagen laßen solle, weiln jedoch herr Langerbeck im <lb facs="APWIIIA6_p0447l10" xml:id="bsb00057098_00447_010" n="10"/>vertrauen so viel, gleichwol etwas obscur, zu verstehen gegeben habe, als <lb facs="APWIIIA6_p0447l11" xml:id="bsb00057098_00447_011" n="11"/>were fürstlichen theils die resolution dahin gefaßt, zum fall sich die <w lemma="stättischen"><orig>stätti</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l12" xml:id="bsb00057098_00447_012" n="12"/><orig>schen</orig></w> ferner opiniatriren und mit dem vorgeschlagenen modo nicht <w lemma="contentiren"><orig>conten-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l13" xml:id="bsb00057098_00447_013" n="13"/><orig>tiren</orig></w> würden, daß denselben alsdann in etwas gratificirt und damit die schon <lb facs="APWIIIA6_p0447l14" xml:id="bsb00057098_00447_014" n="14"/>vorhin unterschiedlich causirte praejudicia widerumb auffgehoben werden <lb facs="APWIIIA6_p0447l15" xml:id="bsb00057098_00447_015" n="15"/>solten, als seye gegen dem Ulmischen herrn abgesanden gedacht worden, <lb facs="APWIIIA6_p0447l16" xml:id="bsb00057098_00447_016" n="16"/>man solte vor allen dingen in die fürstliche intention noch weiters penetriren <lb facs="APWIIIA6_p0447l17" xml:id="bsb00057098_00447_017" n="17"/>und, damit in dieser dem gesambten stättischen wesen so hochangelegenen <lb facs="APWIIIA6_p0447l18" xml:id="bsb00057098_00447_018" n="18"/>und langgeführten streitsache etwas gutes erhalten werde, unterstehen. Da <lb facs="APWIIIA6_p0447l19" xml:id="bsb00057098_00447_019" n="19"/>es aber nicht abgehen wolte, deßwegen sich nicht separiren, sondern das <lb facs="APWIIIA6_p0447l20" xml:id="bsb00057098_00447_020" n="20"/>praejudicium auf andere wege verhüten. Welches dann durch eine solennem <lb facs="APWIIIA6_p0447l21" xml:id="bsb00057098_00447_021" n="21"/>und wohleingerichtete protestation oder cautelam geschehen könte. Nach <lb facs="APWIIIA6_p0447l22" xml:id="bsb00057098_00447_022" n="22"/>welcher verlesung der herr director ferner angezeigt, es hette zu anstellung <lb facs="APWIIIA6_p0447l23" xml:id="bsb00057098_00447_023" n="23"/>dieses convents auch dieses ursach gegeben, daß die herren Frankfurthische <lb facs="APWIIIA6_p0447l24" xml:id="bsb00057098_00447_024" n="24"/>davor gehalten, es werde nöthig sein, daß man sich vorhero, ehe man sich <lb facs="APWIIIA6_p0447l25" xml:id="bsb00057098_00447_025" n="25"/>bey den fürstlichen heute wiederumb einfinde, umb etwas miteinander <w lemma="bespreche"><orig>be-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l26" xml:id="bsb00057098_00447_026" n="26"/><orig>spreche</orig></w>. Hoffe also, es werde den herren Frankfurthischen abgesanden nicht <lb facs="APWIIIA6_p0447l27" xml:id="bsb00057098_00447_027" n="27"/>zugegen sein, sich weiter vernehmen zu laßen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0447l28" xml:id="bsb00057098_00447_028" n="28"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Frankfurt.</hi> Danken vorderist umb communication des schreibens und <lb facs="APWIIIA6_p0447l29" xml:id="bsb00057098_00447_029" n="29"/>sagen, daß in alle weg dahin, damit das haubtwerkh nicht in steken gerathe, <lb facs="APWIIIA6_p0447l30" xml:id="bsb00057098_00447_030" n="30"/>zu sehen und auff allen fall, wann die fürstliche auff ihrer meinung bestehen <lb facs="APWIIIA6_p0447l31" xml:id="bsb00057098_00447_031" n="31"/>wolten, auf eine protestation zu gedenken seye. Was herr Langerbeck mit <lb facs="APWIIIA6_p0447l32" xml:id="bsb00057098_00447_032" n="32"/>herrn Dr. Ölhafen geredt haben möchte, stellen sie dahin, dieser dörffte <w lemma="vielleicht"><orig>viel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l33" xml:id="bsb00057098_00447_033" n="33"/><orig>leicht</orig></w> seine meinung geändert haben. Laßen geschehen, daß der fürstlichen <lb facs="APWIIIA6_p0447l34" xml:id="bsb00057098_00447_034" n="34"/>opinion penetrirt werde, seyen auch der meinung, wann hoffnung <w lemma="vorhanden"><orig>vorhan-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l35" xml:id="bsb00057098_00447_035" n="35"/><orig>den</orig></w>, daß die fürstlichen cediren möchten, daß bey der stätte gefaßten <w lemma="resolution"><orig>resolu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0447l36" xml:id="bsb00057098_00447_036" n="36"/><orig>tion</orig></w> zu verbleiben. Sie tragen aber die beysorg, jene werden nicht weichen, <lb facs="APWIIIA6_p0447l37" xml:id="bsb00057098_00447_037" n="37"/><choice><sic>weiln</sic><corr resp="#editor">weilen</corr></choice> sie Altenburg<choice><sic>,</sic><corr resp="#editor"/></choice> so clausum gestriges tags gefunden, daß nichts gutes <lb facs="APWIIIA6_p0447l38" xml:id="bsb00057098_00447_038" n="38"/>von ihme zu hoffen, er bestehe mordicus auf seiner gefaßten opinion. Zu <lb facs="APWIIIA6_p0447l39" xml:id="bsb00057098_00447_039" n="39"/>deme, so seyen unter den fürstlichen über 3 oder 4 nicht, die es gut mit den <lb facs="APWIIIA6_p0447l40" xml:id="bsb00057098_00447_040" n="40"/>stätten meinen. Altenburg gehe zurukh, wolle keinen §<hi style="pos:sup;">um</hi> zu end anhenken <lb facs="APWIIIA6_p0447l41" xml:id="bsb00057098_00447_041" n="41"/>de non praejudicando, betrohe dabey, die soldatesca werde es rechen. Gebe <lb facs="APWIIIA6_p0447l42" xml:id="bsb00057098_00447_042" n="42"/>vor, der adel seye in possession des vorgangs, worauff man ihn gefragt, <lb facs="APWIIIA6_p0447l43" xml:id="bsb00057098_00447_043" n="43"/>warumb er <choice><sic>ihm</sic><corr resp="#editor">ihne</corr></choice> dann darauß gebracht, in dem er die stätte zu verschiedenen<pb n="376" facs="APWIIIA6_p0448" sameAs="#bsb00057098_00448"/><lb facs="APWIIIA6_p0448l1" xml:id="bsb00057098_00448_001" n="1"/>mahlen vorgesezt habe? Wann es nicht ex proaeresi geschehen, so accusire er <lb facs="APWIIIA6_p0448l2" xml:id="bsb00057098_00448_002" n="2"/>damit seine ignoranz. Halten davor, daß man sich bey den fürstlichen <w lemma="einstellen"><orig>einstel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l3" xml:id="bsb00057098_00448_003" n="3"/><orig>len</orig></w> und hören könne, was sie vorbringen werden; wann daßelbe geschehen, <lb facs="APWIIIA6_p0448l4" xml:id="bsb00057098_00448_004" n="4"/>könten die stättische alsdann einen abtritt nehmen und sich einer gewiesen <lb facs="APWIIIA6_p0448l5" xml:id="bsb00057098_00448_005" n="5"/>resolution vergleichen. Der von Gemmingen brauche keine licita media, er <lb facs="APWIIIA6_p0448l6" xml:id="bsb00057098_00448_006" n="6"/>hänge sich an die catholische, seine sach damit durchzutreiben. Und seye es <lb facs="APWIIIA6_p0448l7" xml:id="bsb00057098_00448_007" n="7"/>ihme nicht umb diesen actum allein zu thun, sondern er suche die ganze sach <lb facs="APWIIIA6_p0448l8" xml:id="bsb00057098_00448_008" n="8"/>in eine confusion zu bringen. Welches <choice><sic>Thumbshirn</sic><corr resp="#editor">Thumbshirnen</corr></choice> zwar remonstrirt <w lemma="worden"><orig>wor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l9" xml:id="bsb00057098_00448_009" n="9"/><orig>den</orig></w>, es habe aber ein mehrers bey ihme nicht verfangen, als wann es zu <lb facs="APWIIIA6_p0448l10" xml:id="bsb00057098_00448_010" n="10"/>einem stein were geredt worden. Stellen, was dabey zu thun, sie könten sich <lb facs="APWIIIA6_p0448l11" xml:id="bsb00057098_00448_011" n="11"/>zur separation gar wohl verstehen, weiln ihre herrn kein interesse dabey <lb facs="APWIIIA6_p0448l12" xml:id="bsb00057098_00448_012" n="12"/>haben, andererhalben aber seyen sie sorgfältig. Die fürstliche werden <w lemma="verhoffentlich"><orig>verhof-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l13" xml:id="bsb00057098_00448_013" n="13"/><orig>fentlich</orig></w> soviel stätte umb eines und des andern reichs vom adels willen nicht <lb facs="APWIIIA6_p0448l14" xml:id="bsb00057098_00448_014" n="14"/>zurukh sezen, weiln eine bey dem gemeinen wesen mehr thun könne als der <lb facs="APWIIIA6_p0448l15" xml:id="bsb00057098_00448_015" n="15"/>ganze adel miteinander. Halten auch davor, wann man sich mit den herren <lb facs="APWIIIA6_p0448l16" xml:id="bsb00057098_00448_016" n="16"/>fürstlichen hierinnen ie nicht vergleichen könte, daß man auff eine <w lemma="protestation"><orig>pro-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l17" xml:id="bsb00057098_00448_017" n="17"/><orig>testation</orig></w> gedenken und sich damit gefast halten und alsdann accommodiren <lb facs="APWIIIA6_p0448l18" xml:id="bsb00057098_00448_018" n="18"/>solte, mit angehengter erinnerung, daß, auf den fall die stätte mit ihnen nicht <lb facs="APWIIIA6_p0448l19" xml:id="bsb00057098_00448_019" n="19"/>concurriren, sie ebensowohl dabey leiden werden. Den herrn Kayserlichen <lb facs="APWIIIA6_p0448l20" xml:id="bsb00057098_00448_020" n="20"/>könte man die protestation mit übergeben und sagen daß die fürstliche ihr <lb facs="APWIIIA6_p0448l21" xml:id="bsb00057098_00448_021" n="21"/>absehen mehr auff privatrespect als das publicum gewendet hetten, <w lemma="deßwegen"><orig>deß</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l22" xml:id="bsb00057098_00448_022" n="22"/><orig>wegen</orig></w> sie die stätte verhoffentlich nicht verdenken werden, daß sie ein <lb facs="APWIIIA6_p0448l23" xml:id="bsb00057098_00448_023" n="23"/>anders zu promoviren suchten.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0448l24" xml:id="bsb00057098_00448_024" n="24"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Regensburg.</hi> Dankt vorderist dem herrn directori der communication <w lemma="halben"><orig>hal-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l25" xml:id="bsb00057098_00448_025" n="25"/><orig>ben</orig></w> und sagt: Die herren Kayserliche sagen, Thumbshirn esse hominem <lb facs="APWIIIA6_p0448l26" xml:id="bsb00057098_00448_026" n="26"/>immobilem, wolten lieber mit einem stein als ihme tractiren, er laße keine <lb facs="APWIIIA6_p0448l27" xml:id="bsb00057098_00448_027" n="27"/>rationes bey sich gelten. Sein collega habe das memorial, so der von <w lemma="Gemmingen"><orig>Gem-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l28" xml:id="bsb00057098_00448_028" n="28"/><orig>mingen</orig></w> bey der generalitet eingegeben, gelesen. Das schreiben, so des <w lemma="erzherzogs"><orig>erz-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l29" xml:id="bsb00057098_00448_029" n="29"/><orig>herzogs</orig></w> Leopoldt Wilhelms Hochfürstlicher Durchlaucht an Ihre Majestet <lb facs="APWIIIA6_p0448l30" xml:id="bsb00057098_00448_030" n="30"/>abgehen laßen, solle gar scharff sein. Es heiße bey dem von Gemmingen, <lb facs="APWIIIA6_p0448l31" xml:id="bsb00057098_00448_031" n="31"/>flectere si nequeo superos, Acheronta movebo<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0448n2" xml:id="bsb00057098_00448_dok0079_n01"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0448l43" xml:id="bsb00057098_00448_043" n="43"/><hi style="font-style:smallCaps;">Vergil</hi>, <hi style="font-style:italic;">Aeneis VII, 312.</hi></p> </note>. Halte davor, daß die herrn <lb facs="APWIIIA6_p0448l32" xml:id="bsb00057098_00448_032" n="32"/>fürstliche in das memorial, so er leztlich übergeben, nicht consentiren <w lemma="werden"><orig>wer-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l33" xml:id="bsb00057098_00448_033" n="33"/><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0448n1" xml:id="bsb00057098_00448_dok0079_n02"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0448l42" xml:id="bsb00057098_00448_042" n="42"/>Memorial vom 6. August 1646, übergeben am 10. August in <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492277_00375.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> V S. 325</ref>–327.</p> </note>. Was das werkh an sich selbsten anlange, hette man wol ursach, sich <lb facs="APWIIIA6_p0448l34" xml:id="bsb00057098_00448_034" n="34"/>von ihnen zu separiren, seye den stätten nichts nuz, wann sie selbige schon <lb facs="APWIIIA6_p0448l35" xml:id="bsb00057098_00448_035" n="35"/>vorsezen, hernach aber etwas anders absonderlich übergeben, dann sie <w lemma="excludiren"><orig>exclu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l36" xml:id="bsb00057098_00448_036" n="36"/><orig>diren</orig></w> die stätte selbsten und separiren sich von denselben, da man doch <w lemma="zuzeiten"><orig>zu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0448l37" xml:id="bsb00057098_00448_037" n="37"/><orig>zeiten</orig></w> ihre selzame begehren helfe secundiren; in odiosis wollen sie die stätte <lb facs="APWIIIA6_p0448l38" xml:id="bsb00057098_00448_038" n="38"/>bey sich haben, in favorabilibus aber separiren. Stelle dahin, ob ein ander <lb facs="APWIIIA6_p0448l39" xml:id="bsb00057098_00448_039" n="39"/>mittel und vielleicht der protestation zu ergreifen. Weil es aber besorglich <lb facs="APWIIIA6_p0448l40" xml:id="bsb00057098_00448_040" n="40"/>ohne effect verbleiben dörffte, könnte man vielmehr, daß der chur-, fürsten <lb facs="APWIIIA6_p0448l41" xml:id="bsb00057098_00448_041" n="41"/>und stände aller orten gedacht und hernach dem stättischen articul ein <w lemma="prooemium"><orig>pro-</orig><pb n="377" facs="APWIIIA6_p0449" sameAs="#bsb00057098_00449"/><lb facs="APWIIIA6_p0449l1" xml:id="bsb00057098_00449_001" n="1"/><orig>oemium</orig></w> des inhalts gemacht werde, begehren. <choice><sic>Ob wohin</sic><corr resp="#editor">`Obwohln </corr></choice> die stätte unter <lb facs="APWIIIA6_p0449l2" xml:id="bsb00057098_00449_002" n="2"/>chur-, fürsten und ständen mitbegriffen, iedoch aller disputation <w lemma="vorzukommen"><orig>vorzukom-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l3" xml:id="bsb00057098_00449_003" n="3"/><orig>men</orig></w>, sollen sie<choice><sic/><corr resp="#editor">(etc.)`</corr></choice>, wie die formalia daselbsten weiter lauten und wie <w lemma="nachmaln"><orig>nach-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l4" xml:id="bsb00057098_00449_004" n="4"/><orig>maln</orig></w> der §<hi style="pos:sup;">us</hi> die stätte betreffend convenienti loco einzuruken, wo es aber <lb facs="APWIIIA6_p0449l5" xml:id="bsb00057098_00449_005" n="5"/>nicht verfangen solte, alsdann sich mit protestation, wie Frankfurth <w lemma="erinnert"><orig>er-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l6" xml:id="bsb00057098_00449_006" n="6"/><orig>innert</orig></w>, zu verwahren, sonsten dörffte dem stättischen voto decisivo, <w lemma="welches"><orig>wel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l7" xml:id="bsb00057098_00449_007" n="7"/><orig>ches</orig></w> bey den churfürstlichen noch nicht allerdings richtig, abbrüchig sein <lb facs="APWIIIA6_p0449l8" xml:id="bsb00057098_00449_008" n="8"/>und hindernus gebähren, wann die fürstliche von den stätten auch abtretten <lb facs="APWIIIA6_p0449l9" xml:id="bsb00057098_00449_009" n="9"/>solten, welches dann nicht verantworlich were. Die stätte werden, ratione <lb facs="APWIIIA6_p0449l10" xml:id="bsb00057098_00449_010" n="10"/>formalium, wann man die acta des 1555 jahrs bey dem Lehmanno<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0449n3" xml:id="bsb00057098_00449_dok0079_n03"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0449l41" xml:id="bsb00057098_00449_041" n="41"/><hi style="font-style:italic;">Gemeint ist</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Christoph</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Lehmann</hi>: <hi style="font-style:italic;">De Pace religionis acta publica et originalia.</hi></p> </note> <w lemma="aufschlage"><orig>auf-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l11" xml:id="bsb00057098_00449_011" n="11"/><orig>schlage</orig></w>, nicht wol fortkommen können.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0449l12" xml:id="bsb00057098_00449_012" n="12"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Nürnberg.</hi> Dankt vorderist ebenmäßig der communication halben und sagt, <lb facs="APWIIIA6_p0449l13" xml:id="bsb00057098_00449_013" n="13"/>er sehe ungern, daß sich Altenburg so wiedrig erzeigt. Seye zwar, neben dem <lb facs="APWIIIA6_p0449l14" xml:id="bsb00057098_00449_014" n="14"/>herrn Eßlingischen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0449n4" xml:id="bsb00057098_00449_dok0079_n04"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0449l42" xml:id="bsb00057098_00449_042" n="42"/><hi style="font-style:italic;">Georg Wagner</hi> (<hi style="font-style:italic;">1605–1661</hi>), <hi style="font-style:italic;">Stadtkämmerer und 1647 Bürgermeister von Eßlingen; vertrat</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0449l43" xml:id="bsb00057098_00449_043" n="43"/><hi style="font-style:italic;">neben seiner Heimatstadt Heilbronn, Nördlingen, Reutlingen und Schwäbisch Hall</hi> (K. <hi style="font-style:smallCaps;">Pfaff</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0449l44" xml:id="bsb00057098_00449_044" n="44"/><hi style="font-style:italic;">S. 5–7;</hi> APK <hi style="font-style:italic;">27306–27309;</hi> J. L. <hi style="font-style:smallCaps;">Walther</hi> <hi style="font-style:italic;">S. 87f;</hi> APW <hi style="font-style:italic;"><ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIC2_p0233n2" target="#bsb00056721_00233_041">II C 2 S. 193 Anm. 2</ref></hi>).</p> </note> zu herrn Lampadio deputirt gewest, sie haben aber ihre <lb facs="APWIIIA6_p0449l15" xml:id="bsb00057098_00449_015" n="15"/>commission bey demselben, weiln er ihnen erst nachmittag umb 2 uhren die <lb facs="APWIIIA6_p0449l16" xml:id="bsb00057098_00449_016" n="16"/>stund ernennt, noch nicht ablegen können. Bitten, sich also für entschuldigt <lb facs="APWIIIA6_p0449l17" xml:id="bsb00057098_00449_017" n="17"/>zu halten. Das haubtwerkh selbsten belangend, habe er bey nächster post <lb facs="APWIIIA6_p0449l18" xml:id="bsb00057098_00449_018" n="18"/>außtrüklichen befehl erhalten, dahin zu trachten, daß unwillen und <w lemma="Separation"><orig>Separa-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l19" xml:id="bsb00057098_00449_019" n="19"/><orig>tion</orig></w> verhütet werden möge und seines theils zu cediren, soviel immer <w lemma="möglich"><orig>mög</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l20" xml:id="bsb00057098_00449_020" n="20"/><orig>lich</orig></w>. Wann nun der rigor von den fürstlichen behauptet werden solte, <lb facs="APWIIIA6_p0449l21" xml:id="bsb00057098_00449_021" n="21"/>könnte man, mit gewißer verwahrung und protestation, weichen, sonderlich <lb facs="APWIIIA6_p0449l22" xml:id="bsb00057098_00449_022" n="22"/>bey jezigen gefährlichen läufften, da es die stätt in anderen occasionen <w lemma="dörfften"><orig>dörff</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l23" xml:id="bsb00057098_00449_023" n="23"/><orig>ten</orig></w> entgelten müßen. Er erinnere sich aber, was Langerbekh zu ihme gesagt, <lb facs="APWIIIA6_p0449l24" xml:id="bsb00057098_00449_024" n="24"/>wann die stätte auf ihrer intention beharren und mine machen werden, daß <lb facs="APWIIIA6_p0449l25" xml:id="bsb00057098_00449_025" n="25"/>sie nicht weichen können, so werden die fürstliche am ende nachgeben. Solte <lb facs="APWIIIA6_p0449l26" xml:id="bsb00057098_00449_026" n="26"/>es aber nicht sein, finde er doch diesen vorgeschlagenen modum <w lemma="favorabiliorem"><orig>favorabilio-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l27" xml:id="bsb00057098_00449_027" n="27"/><orig>rem</orig></w> als den ersten, dann sie wollen die stätt vorsezen und bey der übergab <lb facs="APWIIIA6_p0449l28" xml:id="bsb00057098_00449_028" n="28"/>contestiren, daß sie niemanden begehren zu praejudiciren. Man könne sich <lb facs="APWIIIA6_p0449l29" xml:id="bsb00057098_00449_029" n="29"/>aber bey übergab des jenigen projects, da die ritterschafft vorgesezt, nicht <lb facs="APWIIIA6_p0449l30" xml:id="bsb00057098_00449_030" n="30"/>finden, woltens aber diejenigen fürstlichen, so der ritterschafft beystehen, <lb facs="APWIIIA6_p0449l31" xml:id="bsb00057098_00449_031" n="31"/>thun, stelle ers dahin. Were also noch zur zeit nicht gewillet zu weichen, <lb facs="APWIIIA6_p0449l32" xml:id="bsb00057098_00449_032" n="32"/>sondern vielmehr der meinung, daß man den herrn fürstlichen zu verstehen <lb facs="APWIIIA6_p0449l33" xml:id="bsb00057098_00449_033" n="33"/>geben sollte, man erkenne zwar, daß sie in favorabilibus den stätten <w lemma="bißweilen"><orig>biß</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l34" xml:id="bsb00057098_00449_034" n="34"/><orig>weilen</orig></w> beygestanden, sie werden aber verhoffentlich hinwiederumb gestehen <lb facs="APWIIIA6_p0449l35" xml:id="bsb00057098_00449_035" n="35"/>müßen, daß man dißeits nicht weniger gethan habe, sonderlich in dem <w lemma="darinnen"><orig>darin-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l36" xml:id="bsb00057098_00449_036" n="36"/><orig>nen</orig></w> die churfürstliche ihnen zuwider gewesen seind. Solte es aber nichts <w lemma="verfangen"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l37" xml:id="bsb00057098_00449_037" n="37"/><orig>fangen</orig></w>, laße er ihme den von Regenspurg vorgeschlagenen modum nicht <lb facs="APWIIIA6_p0449l38" xml:id="bsb00057098_00449_038" n="38"/>übel gefallen, daß vorderist der chur-, fürsten und stände gedacht und <w lemma="hernach"><orig>her-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0449l39" xml:id="bsb00057098_00449_039" n="39"/><orig>nach</orig></w> ein exordium besagter maßen gemacht werde.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0449l40" xml:id="bsb00057098_00449_040" n="40"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Ulm.</hi> Mit wiederholter danksagung, sagt: Er habe gern vernommen, daß<pb n="378" facs="APWIIIA6_p0450" sameAs="#bsb00057098_00450"/><lb facs="APWIIIA6_p0450l1" xml:id="bsb00057098_00450_001" n="1"/>von Münster geschrieben worden, man solle nicht weichen, sondern auf <lb facs="APWIIIA6_p0450l2" xml:id="bsb00057098_00450_002" n="2"/>voriger intention vest bestehen und sehen, daß die stätt obtiniren. Der <lb facs="APWIIIA6_p0450l3" xml:id="bsb00057098_00450_003" n="3"/>Altenburgische abgesande habe in favorem der ritterschafft alle rationes <lb facs="APWIIIA6_p0450l4" xml:id="bsb00057098_00450_004" n="4"/>angeführt, man habe ihme hingegen instantias gemacht, er habe sich weder <lb facs="APWIIIA6_p0450l5" xml:id="bsb00057098_00450_005" n="5"/>büken noch biegen laßen wollen, unangesehen ihme alle seine fundamenta <lb facs="APWIIIA6_p0450l6" xml:id="bsb00057098_00450_006" n="6"/>solidissime refutirt worden. Er praesupponire, ex parte nobilitatis, <w lemma="possessionem"><orig>posses-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l7" xml:id="bsb00057098_00450_007" n="7"/><orig>sionem</orig></w>, weiln ihme aber ein anders genugsam remonstrirt worden, wolle er <lb facs="APWIIIA6_p0450l8" xml:id="bsb00057098_00450_008" n="8"/>hoffen, er werde eine beßere resolution, alß bißhero geschehen, faßen und <lb facs="APWIIIA6_p0450l9" xml:id="bsb00057098_00450_009" n="9"/>die stätt ihre intention erlangen, wo nicht, seye er mit dem <w lemma="Regenspurgischen"><orig>Regenspurgi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l10" xml:id="bsb00057098_00450_010" n="10"/><orig>schen</orig></w> vorgeschlagenen modo einig, wann aber auch derselbe nicht <w lemma="angenommen"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l11" xml:id="bsb00057098_00450_011" n="11"/><orig>nommen</orig></w> werden sollte, seye er instruirt, in mitiorem partem zu incliniren <lb facs="APWIIIA6_p0450l12" xml:id="bsb00057098_00450_012" n="12"/>und, wie Frankfurth votirt, sich mit protestation möglichst zu verwahren, <lb facs="APWIIIA6_p0450l13" xml:id="bsb00057098_00450_013" n="13"/>weiln seine herren das hauptwerkh lieber befürdert, als daß man sich in <lb facs="APWIIIA6_p0450l14" xml:id="bsb00057098_00450_014" n="14"/>dieser streitigen praecedenz sache noch länger aufhalte, sehen wolten. <w lemma="Altenburg"><orig>Alten-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l15" xml:id="bsb00057098_00450_015" n="15"/><orig>burg</orig></w> habe gesagt, man dörffe eben bey extradition beeder exemplarien nicht <lb facs="APWIIIA6_p0450l16" xml:id="bsb00057098_00450_016" n="16"/>nur concurriren, sondern nur bey demjenigen, wo die stätte vorgesezt seind, <lb facs="APWIIIA6_p0450l17" xml:id="bsb00057098_00450_017" n="17"/>und könne hernach sagen, man hette von dem andern nichts gewust, sondern <lb facs="APWIIIA6_p0450l18" xml:id="bsb00057098_00450_018" n="18"/>daßelbe ex post facto erst erfahren und also darwider zu protestiren für <lb facs="APWIIIA6_p0450l19" xml:id="bsb00057098_00450_019" n="19"/>nöthig erachtet, daß es also keines sonderbaren §<hi style="pos:sup;">i</hi> bedörffte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0450l20" xml:id="bsb00057098_00450_020" n="20"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Eßlingen.</hi> Sagt, er könne nicht hindern, was von vorsizenden vorgebracht <lb facs="APWIIIA6_p0450l21" xml:id="bsb00057098_00450_021" n="21"/>worden, sondern laße allegirte rationes dahin gestellet sein, von dem von <lb facs="APWIIIA6_p0450l22" xml:id="bsb00057098_00450_022" n="22"/>Gemmingen aber sich im wenigsten nicht schröken, daß er die soldatesque <lb facs="APWIIIA6_p0450l23" xml:id="bsb00057098_00450_023" n="23"/>auf seine seiten gebracht haben solte, sondern habe vielmehr hoffnung, daß <lb facs="APWIIIA6_p0450l24" xml:id="bsb00057098_00450_024" n="24"/>die resolution von den fürstlichen anderst fallen werde. Sehe nicht, warumb <lb facs="APWIIIA6_p0450l25" xml:id="bsb00057098_00450_025" n="25"/>man sich so weich finden laßen wolte, sondern halte davor, daß die stätte <lb facs="APWIIIA6_p0450l26" xml:id="bsb00057098_00450_026" n="26"/>nochmaln auff ihrer gefaßten resolution bestehen und es gehen laßen sollten, <lb facs="APWIIIA6_p0450l27" xml:id="bsb00057098_00450_027" n="27"/>wie es gehe. Seye den fürstlichen eben so viel an den stätten als diesen an <lb facs="APWIIIA6_p0450l28" xml:id="bsb00057098_00450_028" n="28"/>jenen gelegen. Man könte ihnen sagen, daß die stätte niemanden zu <w lemma="praejudiciren"><orig>prae-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l29" xml:id="bsb00057098_00450_029" n="29"/><orig>judiciren</orig></w> begehren, sie solten alterniren und iezo die stätte vorsezen. <w lemma="Erwarten"><orig>Erwar-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l30" xml:id="bsb00057098_00450_030" n="30"/><orig>ten</orig></w>, was sie thun wollen. Gehe es nicht ab, stehe der mildere weg allzeit <lb facs="APWIIIA6_p0450l31" xml:id="bsb00057098_00450_031" n="31"/>offen. Wann die stätte vest stehen bleiben, werden sie durchdringen, wo <lb facs="APWIIIA6_p0450l32" xml:id="bsb00057098_00450_032" n="32"/>nicht, könne mans fallen laßen. Doch were es beßer gewesen, man hette es <lb facs="APWIIIA6_p0450l33" xml:id="bsb00057098_00450_033" n="33"/>nie angefangen, der von Gemmingen dörffte sich sonsten rühmen, er habe <lb facs="APWIIIA6_p0450l34" xml:id="bsb00057098_00450_034" n="34"/>victoriam erhalten und davon gebracht. Doch stelle ers ad majora. Wann der <lb facs="APWIIIA6_p0450l35" xml:id="bsb00057098_00450_035" n="35"/>religionfrieden recht gelesen, werde man am ende finden, wie schön und <w lemma="artlich"><orig>art-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l36" xml:id="bsb00057098_00450_036" n="36"/><orig>lich</orig></w> die stätte gesezt, nemlich „und haben wir uns mit chur-, fürsten und <lb facs="APWIIIA6_p0450l37" xml:id="bsb00057098_00450_037" n="37"/>ständen, auch mit der erbaren reichsstätte bottschafften und gesanden <w lemma="verglichen"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l38" xml:id="bsb00057098_00450_038" n="38"/><orig>glichen</orig></w>“. Des adels aber werde dabey ganz nicht gedacht.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0450l39" xml:id="bsb00057098_00450_039" n="39"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Memmingen.</hi> Praemissa gratiarum actione, sagt, die hauptfraag betreffend, <lb facs="APWIIIA6_p0450l40" xml:id="bsb00057098_00450_040" n="40"/>habe er deßwegen keine instruction, müße es bey den majoribus bewenden <lb facs="APWIIIA6_p0450l41" xml:id="bsb00057098_00450_041" n="41"/>laßen. Laße ihme nichts mißfallen, daß man noch zur zeit auf voriger <w lemma="resolution"><orig>reso-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0450l42" xml:id="bsb00057098_00450_042" n="42"/><orig>lution</orig></w> beharre. Wiedrigen falls aber liese er ihm den Regenspurgischen <w lemma="vorgeschlagenen"><orig>vorge-</orig><pb n="379" facs="APWIIIA6_p0451" sameAs="#bsb00057098_00451"/><lb facs="APWIIIA6_p0451l1" xml:id="bsb00057098_00451_001" n="1"/><orig>schlagenen</orig></w> modum belieben. Und da auch derselbe nicht erhältlich sein <lb facs="APWIIIA6_p0451l2" xml:id="bsb00057098_00451_002" n="2"/>solte, könte man sich mit protestation bestmöglichst versehen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0451l3" xml:id="bsb00057098_00451_003" n="3"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lindau.</hi> Sagt, ob er wohin die protestation nicht angehöret, verstehe er <lb facs="APWIIIA6_p0451l4" xml:id="bsb00057098_00451_004" n="4"/>doch auß den votis soviel, daß man den Altenburgischen vorschlag nicht <lb facs="APWIIIA6_p0451l5" xml:id="bsb00057098_00451_005" n="5"/>acceptiren, sondern darauff, daß die stätt der ritterschafft vorgesezt werden, <lb facs="APWIIIA6_p0451l6" xml:id="bsb00057098_00451_006" n="6"/>beharren solle. Der ritterschafft abgeordneter gebe es iezo etwas näher, in <lb facs="APWIIIA6_p0451l7" xml:id="bsb00057098_00451_007" n="7"/>dem er vorhero allen stätten vorgesezt zu werden begehret, jezund aber, daß <lb facs="APWIIIA6_p0451l8" xml:id="bsb00057098_00451_008" n="8"/>man zwey exemplaria außfertigen und in dem einen die stätte vorsezen <lb facs="APWIIIA6_p0451l9" xml:id="bsb00057098_00451_009" n="9"/>möge, zulaße. Dieser modus aber seye nicht beßer, als der vormals gebraucht <lb facs="APWIIIA6_p0451l10" xml:id="bsb00057098_00451_010" n="10"/>worden. Dann was dazumal geschehen, seye ohne wißen der stätt <w lemma="vorgangen"><orig>vorgan-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l11" xml:id="bsb00057098_00451_011" n="11"/><orig>gen</orig></w>. Dieses aber solle consentientibus civitatibus geschehen. Ergo würden <lb facs="APWIIIA6_p0451l12" xml:id="bsb00057098_00451_012" n="12"/>die stätte dadurch mit der ritterschafft ad paria judicirt. Halte also davor, daß <lb facs="APWIIIA6_p0451l13" xml:id="bsb00057098_00451_013" n="13"/>man keine ursach habe, von gefaßter resolution noch zur zeit zu weichen, <lb facs="APWIIIA6_p0451l14" xml:id="bsb00057098_00451_014" n="14"/>besonders weiln man wiße, daß die majora anderst im fürstenrath gefallen. <lb facs="APWIIIA6_p0451l15" xml:id="bsb00057098_00451_015" n="15"/>Wann die fürstliche sehen werden, daß die stätte bey ihrer meinung <w lemma="bestehen"><orig>be-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l16" xml:id="bsb00057098_00451_016" n="16"/><orig>stehen</orig></w>, werden sie sich verhoffentlich anderst bedenken. Was das votum <lb facs="APWIIIA6_p0451l17" xml:id="bsb00057098_00451_017" n="17"/>decisivum anlange, seye den fürstlichen eben soviel als den stätten daran <lb facs="APWIIIA6_p0451l18" xml:id="bsb00057098_00451_018" n="18"/>gelegen, weiln es an sie hernechst auch kommen dörffte. Das seye ratio <w lemma="stringens"><orig>strin-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l19" xml:id="bsb00057098_00451_019" n="19"/><orig>gens</orig></w>. Doch stelle ers auf die majora. Wann 2 exemplaria überreicht werden <lb facs="APWIIIA6_p0451l20" xml:id="bsb00057098_00451_020" n="20"/>solten, werden die stätte nur bey deme, darinnen sie vorgesezt, sein, im <lb facs="APWIIIA6_p0451l21" xml:id="bsb00057098_00451_021" n="21"/>übrigen aber nicht verwöhren können, was die fürstliche absentibus <w lemma="civitatibus"><orig>civi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l22" xml:id="bsb00057098_00451_022" n="22"/><orig>tatibus</orig></w> thun möchten. Halte also dafür, daß man bey vormals gefaßter <w lemma="resolution"><orig>reso-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l23" xml:id="bsb00057098_00451_023" n="23"/><orig>lution</orig></w>, solang es möglich, verbleiben solle. Sollten aber die majora anderst <lb facs="APWIIIA6_p0451l24" xml:id="bsb00057098_00451_024" n="24"/>fallen, stelle ers dahin. Weiln auch zu befahren, es dörfften die fürstlichen <lb facs="APWIIIA6_p0451l25" xml:id="bsb00057098_00451_025" n="25"/>nicht weichen wollen, stelle er zum nachdenken, ob nicht an die fürsten <w lemma="selbsten"><orig>selb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l26" xml:id="bsb00057098_00451_026" n="26"/><orig>sten</orig></w> zu schreiben were, damit man inskünfftig der vielen mühe <choice><sic>überhaben</sic><corr resp="#editor">überhoben</corr></choice> <lb facs="APWIIIA6_p0451l27" xml:id="bsb00057098_00451_027" n="27"/>bleiben könnte?</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0451l28" xml:id="bsb00057098_00451_028" n="28"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Directorium.</hi> Die zeit seye passirt und müße man nunmehr zu den <w lemma="Magdeburgischen"><orig>Magde-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l29" xml:id="bsb00057098_00451_029" n="29"/><orig>burgischen</orig></w> gehen, halte dafür, so wenig das hauptwerkh umb dieser <w lemma="praecedenzstrittigkeit"><orig>prae-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l30" xml:id="bsb00057098_00451_030" n="30"/><orig>cedenzstrittigkeit</orig></w> willen aufzuhalten seye, so wenig habe man in hoc puncto <lb facs="APWIIIA6_p0451l31" xml:id="bsb00057098_00451_031" n="31"/>staab und Stangen fallen zu laßen. Die armeen werden verhoffentlich ein und <lb facs="APWIIIA6_p0451l32" xml:id="bsb00057098_00451_032" n="32"/>andere statt umb dieses streits willen nicht überstoßen, noch selbige <w lemma="insgesambt"><orig>insge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l33" xml:id="bsb00057098_00451_033" n="33"/><orig>sambt</orig></w> entgelten laßen. Und wann sie schon hierinnen deferirten und der <lb facs="APWIIIA6_p0451l34" xml:id="bsb00057098_00451_034" n="34"/>ritterschafft in allem nachgeben, werde es doch keine hiernächst bey den <lb facs="APWIIIA6_p0451l35" xml:id="bsb00057098_00451_035" n="35"/>generalspersonen und officieren umb den geringsten heller zu geniesen <lb facs="APWIIIA6_p0451l36" xml:id="bsb00057098_00451_036" n="36"/>haben. Hingegen was man iezo <choice><sic>vorgebe</sic><corr resp="#editor">vergebe</corr></choice>, darumb seye es ein- für allemal <lb facs="APWIIIA6_p0451l37" xml:id="bsb00057098_00451_037" n="37"/>geschehen. Zu Frankfurth, da de summa rerum gehandelt ward, habe man <lb facs="APWIIIA6_p0451l38" xml:id="bsb00057098_00451_038" n="38"/>die tractaten deßwegen drey monath lang aufgehalten und endlichen <w lemma="obgesieget"><orig>obge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l39" xml:id="bsb00057098_00451_039" n="39"/><orig>sieget</orig></w>. Altenburg habe keine decision hierinnen gegeben, könne es auch <lb facs="APWIIIA6_p0451l40" xml:id="bsb00057098_00451_040" n="40"/>nicht thun, sondern allein gesagt, der adel könne mit reputation nicht <lb facs="APWIIIA6_p0451l41" xml:id="bsb00057098_00451_041" n="41"/>weichen. Hingegen der stätt rationes auß parteylichkeit nicht mit allen <w lemma="communiciret"><orig>com-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0451l42" xml:id="bsb00057098_00451_042" n="42"/><orig>municiret</orig></w>, deßwegen nöthig, daß es coram und in offener versammlung <lb facs="APWIIIA6_p0451l43" xml:id="bsb00057098_00451_043" n="43"/>geschehe. Alsdann seye zu erwarten, was sie thun und sich darauff erklären<pb n="380" facs="APWIIIA6_p0452" sameAs="#bsb00057098_00452"/><lb facs="APWIIIA6_p0452l1" xml:id="bsb00057098_00452_001" n="1"/>wollen. Die stätte seyen von Ihrer Kayserlichen Majestät cum libero voto et <lb facs="APWIIIA6_p0452l2" xml:id="bsb00057098_00452_002" n="2"/>suffragio beschrieben, darumb können es die fürstliche ihnen nicht nehmen. <lb facs="APWIIIA6_p0452l3" xml:id="bsb00057098_00452_003" n="3"/>Ihre Kayserliche Majestet werden umb deren willen, die am wenigsten <lb facs="APWIIIA6_p0452l4" xml:id="bsb00057098_00452_004" n="4"/>geben, die stätt nicht abandonniren. Der von Gemmingen habe sich mit <lb facs="APWIIIA6_p0452l5" xml:id="bsb00057098_00452_005" n="5"/>seinem gestriges tages übergebenen memorial sehr verhaßt gemacht. Wann <lb facs="APWIIIA6_p0452l6" xml:id="bsb00057098_00452_006" n="6"/>einer von den stätten dergleichen gethan hette, er würde mehr haß als hülff <lb facs="APWIIIA6_p0452l7" xml:id="bsb00057098_00452_007" n="7"/>zu gewarten haben. Herr Langerbekh habe soviel zu verstehen geben, wann <lb facs="APWIIIA6_p0452l8" xml:id="bsb00057098_00452_008" n="8"/>die stätte bey ihrer meinung bleiben, daß die fürstliche cediren werden, die <lb facs="APWIIIA6_p0452l9" xml:id="bsb00057098_00452_009" n="9"/>trohungen seyen nur fulgura ex pelvi und die leuthe zu intimidiren <w lemma="angesehen"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0452l10" xml:id="bsb00057098_00452_010" n="10"/><orig>sehen</orig></w>. Halte also auch dafür, daß noch zur zeit bey voriger resolution zu <lb facs="APWIIIA6_p0452l11" xml:id="bsb00057098_00452_011" n="11"/>bestehen und zu erwarten sein werde, was die fürstliche thun wollen. Wann <lb facs="APWIIIA6_p0452l12" xml:id="bsb00057098_00452_012" n="12"/>die antwort nicht nach belieben fallen solte, hette man die rationes in pleno <lb facs="APWIIIA6_p0452l13" xml:id="bsb00057098_00452_013" n="13"/>anzuführen. Wann es aber darauff noch nicht gehen solte, alsdann weiter <lb facs="APWIIIA6_p0452l14" xml:id="bsb00057098_00452_014" n="14"/>von der sachen zu reden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0452l15" xml:id="bsb00057098_00452_015" n="15"/>Ist also das <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Conclusum</hi></hi> dahin gangen, man solle auff voriger resolution <w lemma="annoch"><orig>an-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0452l16" xml:id="bsb00057098_00452_016" n="16"/><orig>noch</orig></w> bestehen, was die herrn fürstliche sich erklären werden, anhören, wann <lb facs="APWIIIA6_p0452l17" xml:id="bsb00057098_00452_017" n="17"/>die resolution nicht annehmlich, dienliche remonstrationes thun, und wann <lb facs="APWIIIA6_p0452l18" xml:id="bsb00057098_00452_018" n="18"/>auch selbige nicht verfänglich, alsdann weiter von der sachen reden.</p>
	    </div>