<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00423">
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0423l18" xml:id="bsb00057098_00423_018" n="18"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> proponirt: Es werde allerseits in frischer gedächtnus hafften, <lb facs="APWIIIA6_p0423l19" xml:id="bsb00057098_00423_019" n="19"/>welcher gestalt der Magdeburgische und Altenburgische sich gestrigen tages <lb facs="APWIIIA6_p0423l20" xml:id="bsb00057098_00423_020" n="20"/>auff der erbaren frey und reichsstätte den 27. nächstabgewichenen monaths <lb facs="APWIIIA6_p0423l21" xml:id="bsb00057098_00423_021" n="21"/>Julii in puncto praecedentiae gethane vorschläge erkläret haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0423n1" xml:id="bsb00057098_00423_dok0076_n01"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0423l36" xml:id="bsb00057098_00423_036" n="36"/>Zur Sitzung der evangelischen Stände vom 31. Juli 1646 vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> Rep. A nr. 535 II <lb facs="APWIIIA6_p0423l37" xml:id="bsb00057098_00423_037" n="37"/>fol. 428–436. Vorschläge Straßburgs in der Sitzung des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> vom 27. Juli st. v. <hi style="font-style:smallCaps;">ebd.</hi> fol. 414f. <lb facs="APWIIIA6_p0423l38" xml:id="bsb00057098_00423_038" n="38"/>Druck <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00779.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> III S. 645f</ref> (Datierung fälschlicherweise 17. Juli).</p> </note>, nehmlich, <lb facs="APWIIIA6_p0423l22" xml:id="bsb00057098_00423_022" n="22"/>demnach sie hiebevor ein mittel vorgeschlagen, welcher gestalt der die <lb facs="APWIIIA6_p0423l23" xml:id="bsb00057098_00423_023" n="23"/>erbaren frey und reichsstätte concernirende pass jeztmahligem auffsaz <w lemma="eingerukt"><orig>einge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0423l24" xml:id="bsb00057098_00423_024" n="24"/><orig>rukt</orig></w> werden könnte, damit keinem theil, ratione προεδρίας et praecedentiae <lb facs="APWIIIA6_p0423l25" xml:id="bsb00057098_00423_025" n="25"/>praejudicirt werde; daßelbe aber nicht beliebt und angenommen, sondern <lb facs="APWIIIA6_p0423l26" xml:id="bsb00057098_00423_026" n="26"/>andere vorgeschlagen worden, welche, ob sie der gefreyten <w lemma="reichsritterschafft"><orig>reichsritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0423l27" xml:id="bsb00057098_00423_027" n="27"/><orig>schafft</orig></w> abgeordnetem annehmlich fallen möchten, ungewieß. Als seyen sie, in <lb facs="APWIIIA6_p0423l28" xml:id="bsb00057098_00423_028" n="28"/>erinnerung, daß ihnen keine decisio hierinnen zustehe, sie auch nicht gern <lb facs="APWIIIA6_p0423l29" xml:id="bsb00057098_00423_029" n="29"/>etwas, so einem oder dem anderen theil zu praejudiz geraichen könnte, <w lemma="vorgehen"><orig>vor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0423l30" xml:id="bsb00057098_00423_030" n="30"/><orig>gehen</orig></w> laßen wollten, endlich auff das mittel kommen, daß dasienige, was <lb facs="APWIIIA6_p0423l31" xml:id="bsb00057098_00423_031" n="31"/>sowol die Stätte als die ritterschafft betreffe, nicht numerirt, sondern dem <lb facs="APWIIIA6_p0423l32" xml:id="bsb00057098_00423_032" n="32"/>auffsaz absonderlich beygelegt, übergeben und also iedem theil sein recht in <lb facs="APWIIIA6_p0423l33" xml:id="bsb00057098_00423_033" n="33"/>salvo behalten werde. Mit angehenktem begehren, daßelbe in bedenken zu <lb facs="APWIIIA6_p0423l34" xml:id="bsb00057098_00423_034" n="34"/>nehmen und sich darauf fürderlich zu erklären. Was nun hierbey zu thun sein <lb facs="APWIIIA6_p0423l35" xml:id="bsb00057098_00423_035" n="35"/>wolle, stehe für dißmal zu deliberiren.</p>
	      <p><pb n="352" facs="APWIIIA6_p0424" sameAs="#bsb00057098_00424"/><lb facs="APWIIIA6_p0424l1" xml:id="bsb00057098_00424_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Frankfurt.</hi> Sie hetten die meinung auch dahin eingenommen, daß das <lb facs="APWIIIA6_p0424l2" xml:id="bsb00057098_00424_002" n="2"/>ienige, so die erbaren frey- und reichsstätte und die gefreyte <w lemma="reichsritterschafft"><orig>reichsritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l3" xml:id="bsb00057098_00424_003" n="3"/><orig>schafft</orig></w> angehe, absonderlich verfast und dem auffsaz absque numero <w lemma="beygelegt"><orig>beyge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l4" xml:id="bsb00057098_00424_004" n="4"/><orig>legt</orig></w> werden solle. Seye eine beschwerliche und schlüpfrige sach, man tractire <lb facs="APWIIIA6_p0424l5" xml:id="bsb00057098_00424_005" n="5"/>de salute rerum publicarum; wie hart in die stätt der religion halben gesezt <lb facs="APWIIIA6_p0424l6" xml:id="bsb00057098_00424_006" n="6"/>worden, seye bekannt. Separire man sich von denen fürstlichen und sie <w lemma="übergeben"><orig>über</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l7" xml:id="bsb00057098_00424_007" n="7"/><orig>geben</orig></w> ihre sach allein, dörfften die catholici sowohl die stätt als die <w lemma="ritterschafft"><orig>ritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l8" xml:id="bsb00057098_00424_008" n="8"/><orig>schafft</orig></w> übergehen und nicht einmal beantworten, sondern vielmehr den <lb facs="APWIIIA6_p0424l9" xml:id="bsb00057098_00424_009" n="9"/>streit fomentiren, damit sie den stätten eines anmachen können. Seye also <lb facs="APWIIIA6_p0424l10" xml:id="bsb00057098_00424_010" n="10"/>den stätten mit dem vorschlage nicht geholffen und deßen von Gemmingen <lb facs="APWIIIA6_p0424l11" xml:id="bsb00057098_00424_011" n="11"/>ambition gar zu groß, daß er in compromiß sezen dörffte, was herkommens. <lb facs="APWIIIA6_p0424l12" xml:id="bsb00057098_00424_012" n="12"/>Möchte also das ansehen haben, es were fast beßer, denen fürstlichen <w lemma="hierinnen"><orig>hierin-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l13" xml:id="bsb00057098_00424_013" n="13"/><orig>nen</orig></w> etwas nachzusehen, als die stätt länger in solcher tortur und gefahr <lb facs="APWIIIA6_p0424l14" xml:id="bsb00057098_00424_014" n="14"/>stekhen zu laßen. Wann 2. die fürstliche sich von denen stätten separiren und <lb facs="APWIIIA6_p0424l15" xml:id="bsb00057098_00424_015" n="15"/>derenselben angelegenheiten als eine beylag beylegen und derenselben vota <lb facs="APWIIIA6_p0424l16" xml:id="bsb00057098_00424_016" n="16"/>nicht attendiren wollten, dörfften die herrn Kayserliche sowohl als die <w lemma="catholische"><orig>catho-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l17" xml:id="bsb00057098_00424_017" n="17"/><orig>lische</orig></w> praevaliren und darauf dringen, man habe die stätt nicht zu achten, es <lb facs="APWIIIA6_p0424l18" xml:id="bsb00057098_00424_018" n="18"/>gebühre ihnen kein votum decisivum, weiln sie ihre sach nicht als stände, <lb facs="APWIIIA6_p0424l19" xml:id="bsb00057098_00424_019" n="19"/>sondern als supplicanten einbringen. Sie wüsten 3. wann man mit den <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l20" xml:id="bsb00057098_00424_020" n="20"/><orig>lichen</orig></w>, ehe der stätt jura restaurirt, brechen und selbige hernach am <w lemma="Kayserlichen"><orig>Kayser-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l21" xml:id="bsb00057098_00424_021" n="21"/><orig>lichen</orig></w> hof suchen solte, wie schwär es damit hergehen und wieviel mühe und <lb facs="APWIIIA6_p0424l22" xml:id="bsb00057098_00424_022" n="22"/>gelt es kosten würde, ehe man etwas erhalten könte. Hingegen befinden sie <lb facs="APWIIIA6_p0424l23" xml:id="bsb00057098_00424_023" n="23"/>auch, daß man es bey diesem der fürstlichen gethanen vorschlag nicht laßen <lb facs="APWIIIA6_p0424l24" xml:id="bsb00057098_00424_024" n="24"/>könne. Zu Regenspurg habe Braunschweig und Caßel continuirlich darauff <lb facs="APWIIIA6_p0424l25" xml:id="bsb00057098_00424_025" n="25"/>gedrungen, daß man das indissolubile vinculum, welches unter chur-, <lb facs="APWIIIA6_p0424l26" xml:id="bsb00057098_00424_026" n="26"/>fürsten und ständen seye, erhalte. Dann da daßelbe fallen solte, es auch die <lb facs="APWIIIA6_p0424l27" xml:id="bsb00057098_00424_027" n="27"/>höhere stände zu entgelten haben, ia der ganze status publicus und die <lb facs="APWIIIA6_p0424l28" xml:id="bsb00057098_00424_028" n="28"/>reichsverfaßung miteinander zugleich fallen und eine totalis dissolutio <lb facs="APWIIIA6_p0424l29" xml:id="bsb00057098_00424_029" n="29"/>Romani imperii darauff erfolgen würde. Halten davor, wann man den <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l30" xml:id="bsb00057098_00424_030" n="30"/><orig>lichen</orig></w> noch einmal zu gemüth führte und sie erinnerte, wie starkh sie zur <lb facs="APWIIIA6_p0424l31" xml:id="bsb00057098_00424_031" n="31"/>selben zeit urgirt, daß die herren Kayserliche außer dieser verfaßung nicht <lb facs="APWIIIA6_p0424l32" xml:id="bsb00057098_00424_032" n="32"/>schreiten wolten, es würde bey denenselben nicht ohne verfang sein. 2. <lb facs="APWIIIA6_p0424l33" xml:id="bsb00057098_00424_033" n="33"/>Seyen die stätte nicht hier tamquam civitates, sondern als stände des reichs. <lb facs="APWIIIA6_p0424l34" xml:id="bsb00057098_00424_034" n="34"/>Ihre Kayserliche Majestät haben sie auch anhero beschrieben, daß sie <w lemma="mitschließen"><orig>mit</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l35" xml:id="bsb00057098_00424_035" n="35"/><orig>schließen</orig></w>. Müßen derowegen mitconsiderirt und nicht excludirt werden. <lb facs="APWIIIA6_p0424l36" xml:id="bsb00057098_00424_036" n="36"/>Were demnach zu bitten, daß man der stätt rationes so in obacht nehmen <lb facs="APWIIIA6_p0424l37" xml:id="bsb00057098_00424_037" n="37"/>wolte, damit chur-, fürsten und stände unzertrennet verbleiben. Die herrn <lb facs="APWIIIA6_p0424l38" xml:id="bsb00057098_00424_038" n="38"/>fürstliche wißen 3. wohl, was die jura status mit sich bringen, wann kein <lb facs="APWIIIA6_p0424l39" xml:id="bsb00057098_00424_039" n="39"/>praerogativ darinnen zu suchen, weren sie auch nicht mehr als andere fürsten <lb facs="APWIIIA6_p0424l40" xml:id="bsb00057098_00424_040" n="40"/>in Italia und Polen, da doch bekannt, daß die stände und stätte an dem jure <lb facs="APWIIIA6_p0424l41" xml:id="bsb00057098_00424_041" n="41"/>majestatis participiren. 4. Die ritterschafft werde den recess nicht <w lemma="unterschreiben"><orig>unter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l42" xml:id="bsb00057098_00424_042" n="42"/><orig>schreiben</orig></w>, sondern chur-, fürsten und stände des reichs. 5. Wann chur-, <lb facs="APWIIIA6_p0424l43" xml:id="bsb00057098_00424_043" n="43"/>fürsten und stände tractiren, seye den stätten wol die ganze Schweiz <w lemma="nachgesezt"><orig>nach-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0424l44" xml:id="bsb00057098_00424_044" n="44"/><orig>gesezt</orig></w> worden. Könne sich die ritterschafft deßelben noch viel weniger <w lemma="beschwären"><orig>be</orig><pb n="353" facs="APWIIIA6_p0425" sameAs="#bsb00057098_00425"/><lb facs="APWIIIA6_p0425l1" xml:id="bsb00057098_00425_001" n="1"/><orig>schwären</orig></w>. 6. Der von Gemmingen werde ihme und seinen principalen <w lemma="selbsten"><orig>selb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l2" xml:id="bsb00057098_00425_002" n="2"/><orig>sten</orig></w> schaden dardurch thun. 7. Seye von catholischen hierzu nicht legitimirt. <lb facs="APWIIIA6_p0425l3" xml:id="bsb00057098_00425_003" n="3"/>8. Glauben nicht, daß die herrn fürstlichen denen stätten etwas <w lemma="praejudicirliches"><orig>praejudicir-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l4" xml:id="bsb00057098_00425_004" n="4"/><orig>liches</orig></w> geschehen zu laßen, sondern vielmehr zu assistiren instruirt seyen. <lb facs="APWIIIA6_p0425l5" xml:id="bsb00057098_00425_005" n="5"/>Wanns 9. zur satisfaction ankomme, werden die stätt jene müßen <w lemma="supportiren"><orig>suppor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l6" xml:id="bsb00057098_00425_006" n="6"/><orig>tiren</orig></w>. Wie auch 10. die ritterschafft, dann sie seye also beschaffen, daß sie <lb facs="APWIIIA6_p0425l7" xml:id="bsb00057098_00425_007" n="7"/>wenig thun könne. 11. Er henge sich an die catholische, die evangelische <lb facs="APWIIIA6_p0425l8" xml:id="bsb00057098_00425_008" n="8"/>stätte dardurch zu supprimiren und seine ambition zu behaubten, inmaßen <lb facs="APWIIIA6_p0425l9" xml:id="bsb00057098_00425_009" n="9"/>der Würzburgische gesagt, daß der von Gemmingen an den herrn bischoffen <lb facs="APWIIIA6_p0425l10" xml:id="bsb00057098_00425_010" n="10"/>deßwegen geschrieben habe. Er aber habe darauff geantwortet, er könne an <lb facs="APWIIIA6_p0425l11" xml:id="bsb00057098_00425_011" n="11"/>seinem orth nicht befinden, daß die ritterschafft einmal ein stand des reichs <lb facs="APWIIIA6_p0425l12" xml:id="bsb00057098_00425_012" n="12"/>gewesen seye. 12. Laße es nicht dabey bewenden, daß er die praecedenz im <lb facs="APWIIIA6_p0425l13" xml:id="bsb00057098_00425_013" n="13"/>auffsaz suche, sondern affectire auch, ein status mit zu sein und andern <lb facs="APWIIIA6_p0425l14" xml:id="bsb00057098_00425_014" n="14"/>höhern gleich gehalten zu werden. 13. Die stätt respectiren die landsaßen <lb facs="APWIIIA6_p0425l15" xml:id="bsb00057098_00425_015" n="15"/>ebensowohl, als die unmittelbare reichsritterschafft, weil jene den adel eben <lb facs="APWIIIA6_p0425l16" xml:id="bsb00057098_00425_016" n="16"/>sowohl durch tugend und meriten von Ihrer Majestet erlangt als diese. Sie <lb facs="APWIIIA6_p0425l17" xml:id="bsb00057098_00425_017" n="17"/>können auch nirgend anderswo, als bey Ihrer Kayserlichen Majestet und der <lb facs="APWIIIA6_p0425l18" xml:id="bsb00057098_00425_018" n="18"/>cammer verklagt werden. 14. Gehöre die sach nicht hieher, sondern auff <lb facs="APWIIIA6_p0425l19" xml:id="bsb00057098_00425_019" n="19"/>einen reichstag. 15. Die fürstliche graviren die stätt nicht nur in dem, daß sie <lb facs="APWIIIA6_p0425l20" xml:id="bsb00057098_00425_020" n="20"/>selbige der ritterschafft nachsezen, sondern auch, daß sie solche in der <w lemma="ordnung"><orig>ord-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l21" xml:id="bsb00057098_00425_021" n="21"/><orig>nung</orig></w>, darinn sie gehören, nicht laßen wollen. Könnte nicht schaden, wann <lb facs="APWIIIA6_p0425l22" xml:id="bsb00057098_00425_022" n="22"/>man es mit den catholischen stätten, als Cöln und Aach, auch communicirte, <lb facs="APWIIIA6_p0425l23" xml:id="bsb00057098_00425_023" n="23"/>werdens verhoffentlich der ritterschafft nicht gestehen, wie sie zu Augspurg <lb facs="APWIIIA6_p0425l24" xml:id="bsb00057098_00425_024" n="24"/>tractirt werde, seye bekannt. 16. Und weiln sie es also mache, stehe dahin, ob <lb facs="APWIIIA6_p0425l25" xml:id="bsb00057098_00425_025" n="25"/>man sich ihrer in puncto religionis auch so groß anzunehmen habe. Wann es <lb facs="APWIIIA6_p0425l26" xml:id="bsb00057098_00425_026" n="26"/>andere erfahren, daß er solchen streit erwekt, dörfften sie ihme wol <w lemma="schlechten"><orig>schlech-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l27" xml:id="bsb00057098_00425_027" n="27"/><orig>ten</orig></w> dankh dafür wißen. Were also den fürstlichen anzudeuten, ob man sich <lb facs="APWIIIA6_p0425l28" xml:id="bsb00057098_00425_028" n="28"/>wohl von ihnen zu separiren nicht begehre, könne man doch auch von <lb facs="APWIIIA6_p0425l29" xml:id="bsb00057098_00425_029" n="29"/>voriger resolution bey so ansehenlichen rationen nicht weichen. Halten <w lemma="davor"><orig>da-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l30" xml:id="bsb00057098_00425_030" n="30"/><orig>vor</orig></w>, daß man sich noch zur zeit also stellen und sehen könte, was die herrn <lb facs="APWIIIA6_p0425l31" xml:id="bsb00057098_00425_031" n="31"/>fürstliche thun wollen. Hetten deßwegen an ihre herrn principalen <w lemma="geschrieben"><orig>geschrie-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l32" xml:id="bsb00057098_00425_032" n="32"/><orig>ben</orig></w>, aber dato noch keine antwort erhalten. Seyn zween wege, auß dieser <lb facs="APWIIIA6_p0425l33" xml:id="bsb00057098_00425_033" n="33"/>sach zu kommen: Der erste, daß man an die fürstlichen begehrte, die stätt in <lb facs="APWIIIA6_p0425l34" xml:id="bsb00057098_00425_034" n="34"/>qualitet der stände, wie im religionfrieden geschehen, erstlich, darnach die <lb facs="APWIIIA6_p0425l35" xml:id="bsb00057098_00425_035" n="35"/>ritterschafft und dann etliche gravirte stätte, als Augspurg und andere, zu <lb facs="APWIIIA6_p0425l36" xml:id="bsb00057098_00425_036" n="36"/>sezen, welche tamquam communitates in civitatibus, non tamquam civitates <lb facs="APWIIIA6_p0425l37" xml:id="bsb00057098_00425_037" n="37"/>einkommen. Der andere, alß beßere und sicherere, daß man diesen actum cum <lb facs="APWIIIA6_p0425l38" xml:id="bsb00057098_00425_038" n="38"/>protestatione vorgehen und nicht nur ad protocollum nehmen, sondern gar <lb facs="APWIIIA6_p0425l39" xml:id="bsb00057098_00425_039" n="39"/>an alle evangelische fürsten schrifftlich gelangen laße, und sich darob <w lemma="beschwäre"><orig>be</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l40" xml:id="bsb00057098_00425_040" n="40"/><orig>schwäre</orig></w>, mit angehenkter bitt, derenselben abgesande anderst zu instruiren. <lb facs="APWIIIA6_p0425l41" xml:id="bsb00057098_00425_041" n="41"/>Werde verhoffentlich nicht umbsonst sein. Wann die stätt bißher der <w lemma="edelleuthe"><orig>edel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0425l42" xml:id="bsb00057098_00425_042" n="42"/><orig>leuthe</orig></w> asylum nicht gewesen weren, hetten sie gar zu grund und zu scheitern <lb facs="APWIIIA6_p0425l43" xml:id="bsb00057098_00425_043" n="43"/>gehen müßen, diß seye iezt der dankh. Halten auch davor, daß deßwegen <lb facs="APWIIIA6_p0425l44" xml:id="bsb00057098_00425_044" n="44"/>nacher Münster und zwar fürderlichst zu schreiben seye, damit man einerley<pb n="354" facs="APWIIIA6_p0426" sameAs="#bsb00057098_00426"/><lb facs="APWIIIA6_p0426l1" xml:id="bsb00057098_00426_001" n="1"/>intentiones führe, sonsten, wann es zur re- und correlation ankommen und <lb facs="APWIIIA6_p0426l2" xml:id="bsb00057098_00426_002" n="2"/>biß dahin versparet werden solte, dörffte es zu spät sein. Sie und Ulm seyen <lb facs="APWIIIA6_p0426l3" xml:id="bsb00057098_00426_003" n="3"/>zwar nach Lengerich deputirt, wann man es aber erst daselbsten suchen <lb facs="APWIIIA6_p0426l4" xml:id="bsb00057098_00426_004" n="4"/>wolte, dörfften die fürstliche sagen, es gehöre dahin nicht, man hette es alhie <lb facs="APWIIIA6_p0426l5" xml:id="bsb00057098_00426_005" n="5"/>suchen sollen. Müße man sich also eines gewiesen vergleichen, damit die <lb facs="APWIIIA6_p0426l6" xml:id="bsb00057098_00426_006" n="6"/>deputati der sachen weder zuviel noch zu wenig thun. Sonsten dörfften es <lb facs="APWIIIA6_p0426l7" xml:id="bsb00057098_00426_007" n="7"/>alle zu entgelten haben, die catholische acceptiren und gelegenheit suchen, <lb facs="APWIIIA6_p0426l8" xml:id="bsb00057098_00426_008" n="8"/>ein oder <choice><sic>andere</sic><corr resp="#editor">anderer</corr></choice> statt eines an ein ohr zu geben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0426l9" xml:id="bsb00057098_00426_009" n="9"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Regensburg.</hi> Dankt vorderist dem herrn directori für beschehene <w lemma="convocation"><orig>convoca-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l10" xml:id="bsb00057098_00426_010" n="10"/><orig>tion</orig></w> und gethane proposition; das werkh an sich selbsten belangend, seye <lb facs="APWIIIA6_p0426l11" xml:id="bsb00057098_00426_011" n="11"/>nicht ohn, daß die separation in alle weg zu verhüten, weiln selbige denen <lb facs="APWIIIA6_p0426l12" xml:id="bsb00057098_00426_012" n="12"/>stätten vielmehr schaden würde. Wann man den statum considerire, wie <w lemma="derselbe"><orig>der-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l13" xml:id="bsb00057098_00426_013" n="13"/><orig>selbe</orig></w> anno 1555 gewest und gegen den jetzigen halte, werde sich ein großer <lb facs="APWIIIA6_p0426l14" xml:id="bsb00057098_00426_014" n="14"/>unterschied unter den actionen und dieses befinden, daß die stätt in causis <lb facs="APWIIIA6_p0426l15" xml:id="bsb00057098_00426_015" n="15"/>religionem concernentibus neben den fürstlichen nicht deputirt noch der <lb facs="APWIIIA6_p0426l16" xml:id="bsb00057098_00426_016" n="16"/>ritterschafft vorgezogen worden seyen. Dörffte also mit der stätt praecedenz, <lb facs="APWIIIA6_p0426l17" xml:id="bsb00057098_00426_017" n="17"/>nach selbigen actis, schwär hergehen. Jezo aber seye es in beßerem stand. <lb facs="APWIIIA6_p0426l18" xml:id="bsb00057098_00426_018" n="18"/>Chur- und fürstliche laßen die stätte bey denen deputationen, ia diese <w lemma="nehmen"><orig>neh-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l19" xml:id="bsb00057098_00426_019" n="19"/><orig>men</orig></w> sie gar in ihr collegium mit ein. Wann man sich nun separiren solte, <lb facs="APWIIIA6_p0426l20" xml:id="bsb00057098_00426_020" n="20"/>dörffte es große hindernusen und difficulteten abgeben, des voti decisivi <lb facs="APWIIIA6_p0426l21" xml:id="bsb00057098_00426_021" n="21"/>aniezo zu geschweigen. Wiewol er sich erinnere, daß auff nächst <w lemma="verschienenem"><orig>verschiene-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l22" xml:id="bsb00057098_00426_022" n="22"/><orig>nem</orig></w> reichstag als der stätte votum von denen chur- und fürstlichen <w lemma="discrepirt"><orig>discre-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l23" xml:id="bsb00057098_00426_023" n="23"/><orig>pirt</orig></w>, man daßelbe nicht pure admittiren noch in vim decisivi paßiren laßen <lb facs="APWIIIA6_p0426l24" xml:id="bsb00057098_00426_024" n="24"/>wollen. Und obwohl die stätt ihr gutachten absonderlich übergeben, seye es <lb facs="APWIIIA6_p0426l25" xml:id="bsb00057098_00426_025" n="25"/>doch im receß nicht in acht genommen worden, welches aniezo wiederumb <lb facs="APWIIIA6_p0426l26" xml:id="bsb00057098_00426_026" n="26"/>geschehen könte. Komme man an Kayserlichen hoff, finden sich viel <w lemma="antagonisten"><orig>anta-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l27" xml:id="bsb00057098_00426_027" n="27"/><orig>gonisten</orig></w> daselbsten, sonderlich wegen der generalspersonen. Vergleiche sich <lb facs="APWIIIA6_p0426l28" xml:id="bsb00057098_00426_028" n="28"/>also mit Frankfurth, daß die separation omnibus modis zu verhüten seye. <lb facs="APWIIIA6_p0426l29" xml:id="bsb00057098_00426_029" n="29"/>Betreffend aber den gestriges tages vorgeschlagenen modum, finde er <w lemma="denselben"><orig>densel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l30" xml:id="bsb00057098_00426_030" n="30"/><orig>ben</orig></w> viel gefährlicher als den ersten. Wann es dabey verbleiben solte, würden <lb facs="APWIIIA6_p0426l31" xml:id="bsb00057098_00426_031" n="31"/>wir unß zum wenigsten dividiren müßen. Stünde dahero zu bedenken, ob <lb facs="APWIIIA6_p0426l32" xml:id="bsb00057098_00426_032" n="32"/>nicht der erste certis conditionibus zu ergreifen und diesem vorzuziehen <lb facs="APWIIIA6_p0426l33" xml:id="bsb00057098_00426_033" n="33"/>were? Er halte davor, quod sic, doch dergestalt, daß vorhero, ehe er <w lemma="acceptirt"><orig>accep-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l34" xml:id="bsb00057098_00426_034" n="34"/><orig>tirt</orig></w> werde, alle von Frankfurth aniezo vorgebrachte und vor diesem ins <lb facs="APWIIIA6_p0426l35" xml:id="bsb00057098_00426_035" n="35"/>mittel gekommene rationes, den fürstlichen nochmalen remonstrirt und <lb facs="APWIIIA6_p0426l36" xml:id="bsb00057098_00426_036" n="36"/>auch mit denen zu Münster darauß communicirt werden solte. Aus seines <lb facs="APWIIIA6_p0426l37" xml:id="bsb00057098_00426_037" n="37"/>collegae discours habe er soviel abnehmen können, daß nicht alle fürstliche <lb facs="APWIIIA6_p0426l38" xml:id="bsb00057098_00426_038" n="38"/>ihnen der stätt vorschlag mißfallen laßen. Habe gestern in ablesung des <w lemma="auffsazes"><orig>auff-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0426l39" xml:id="bsb00057098_00426_039" n="39"/><orig>sazes</orig></w> waargenommen, daß der chur-, fürsten und stände niemalen gedacht <lb facs="APWIIIA6_p0426l40" xml:id="bsb00057098_00426_040" n="40"/>worden, halte davor, daß es zu erinnern, daß bey dem ersten puncten der <lb facs="APWIIIA6_p0426l41" xml:id="bsb00057098_00426_041" n="41"/>chur-, fürsten und stände insgesambt und keinen davon außgenommen, <lb facs="APWIIIA6_p0426l42" xml:id="bsb00057098_00426_042" n="42"/>gedacht und in der stätt auffsaz ein solcher eingang gemacht werde, der sich <lb facs="APWIIIA6_p0426l43" xml:id="bsb00057098_00426_043" n="43"/>auff die generalitet beziehe. Wann man schon den auffsaz absonderlich <w lemma="übergeben"><orig>über</orig><pb n="355" facs="APWIIIA6_p0427" sameAs="#bsb00057098_00427"/><lb facs="APWIIIA6_p0427l1" xml:id="bsb00057098_00427_001" n="1"/><orig>geben</orig></w> wolte, stünde es doch hernach zu den herrn Kayserlichen, wie sie es <lb facs="APWIIIA6_p0427l2" xml:id="bsb00057098_00427_002" n="2"/>künfftig in dem instrumento damit halten und einrichten wolten. Es lauffe <lb facs="APWIIIA6_p0427l3" xml:id="bsb00057098_00427_003" n="3"/>aber, wie es wolle, halte er doch davor, daß nöthig seye, daß man auff eine <lb facs="APWIIIA6_p0427l4" xml:id="bsb00057098_00427_004" n="4"/>protestation gedenke, begehre aber hierdurch niemand zu praejudiciren, <lb facs="APWIIIA6_p0427l5" xml:id="bsb00057098_00427_005" n="5"/>sondern gehe allein seiner herrn instruction nach, darauf er sich beruffen <lb facs="APWIIIA6_p0427l6" xml:id="bsb00057098_00427_006" n="6"/>haben wolle.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0427l7" xml:id="bsb00057098_00427_007" n="7"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herford.</hi> Sagt, er hette sich gestern einer anderen resolution, als von den <lb facs="APWIIIA6_p0427l8" xml:id="bsb00057098_00427_008" n="8"/>fürstlichen eröffnet worden, vermuthet. Man sehe darob, daß sie bey ihrer <lb facs="APWIIIA6_p0427l9" xml:id="bsb00057098_00427_009" n="9"/>vorigen intention bestehen, in deme sie, unglimpff zu verhüten, sagen, die <lb facs="APWIIIA6_p0427l10" xml:id="bsb00057098_00427_010" n="10"/>sach seye nicht hujus loci und begehren sie <choice><sic>keinen</sic><corr resp="#editor">keinem</corr></choice> theil zu praejudiciren, <lb facs="APWIIIA6_p0427l11" xml:id="bsb00057098_00427_011" n="11"/>laßen es unterdeßen dabey bewenden und geben die geringste anzeig nicht, <lb facs="APWIIIA6_p0427l12" xml:id="bsb00057098_00427_012" n="12"/>daß der stätte remonstrationes ihnen zu gemüth gegangen weren. Er habe <lb facs="APWIIIA6_p0427l13" xml:id="bsb00057098_00427_013" n="13"/>die nachricht, daß die fürstliche nicht alle einer meinung gewesen, wie dann <lb facs="APWIIIA6_p0427l14" xml:id="bsb00057098_00427_014" n="14"/>daßelbe auch nicht berühret. Wann der stätt argumenta weren in pleno <lb facs="APWIIIA6_p0427l15" xml:id="bsb00057098_00427_015" n="15"/>vorgebracht worden, dörffte es vielleicht noch anderst gangen sein, solcher <lb facs="APWIIIA6_p0427l16" xml:id="bsb00057098_00427_016" n="16"/>gestalt aber bleiben die wenigere bey ihrer vorigen meinung. Conformire <lb facs="APWIIIA6_p0427l17" xml:id="bsb00057098_00427_017" n="17"/>sich also hierinnen mit vorgehenden votis, daß man es nochmaln bey den <lb facs="APWIIIA6_p0427l18" xml:id="bsb00057098_00427_018" n="18"/>fürstlichen mit eingeführten rationibus anden und versuchen solle, ob der <lb facs="APWIIIA6_p0427l19" xml:id="bsb00057098_00427_019" n="19"/>erste vorgeschlagene modus behalten und der ordo nicht zertrennt werden <lb facs="APWIIIA6_p0427l20" xml:id="bsb00057098_00427_020" n="20"/>möchte. Er förchte aber, quod actum acturi simus. Stünde demnach zu <lb facs="APWIIIA6_p0427l21" xml:id="bsb00057098_00427_021" n="21"/>bedenken, ob man sich von den fürstlichen separiren oder ihren gestrigen <lb facs="APWIIIA6_p0427l22" xml:id="bsb00057098_00427_022" n="22"/>vorschlag acceptiren wolle? Jenes seye nicht einzurahten, halte also davor, <lb facs="APWIIIA6_p0427l23" xml:id="bsb00057098_00427_023" n="23"/>daß man dieses mit protestation vorgehen laßen und anfangs gleich im <w lemma="auffsaz"><orig>auff-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0427l24" xml:id="bsb00057098_00427_024" n="24"/><orig>saz</orig></w>, daß die collocatio iedem theil ohne praejudiz geschehen seye, gedenken <lb facs="APWIIIA6_p0427l25" xml:id="bsb00057098_00427_025" n="25"/>könte, doch conformire er sich hierinnen gerne mit den majoribus.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0427l26" xml:id="bsb00057098_00427_026" n="26"/>Der herr <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Nürnbergische</hi></hi> hat sein votum schrifftlich des inhalts übergeben: <lb facs="APWIIIA6_p0427l27" xml:id="bsb00057098_00427_027" n="27"/>Obwohl es das ansehen habe, daß die alhiesige herrn fürstliche uns dißmals <lb facs="APWIIIA6_p0427l28" xml:id="bsb00057098_00427_028" n="28"/>beschaidenlicher tractiren, als die zu Münster erwogen, jene litem nicht suam <lb facs="APWIIIA6_p0427l29" xml:id="bsb00057098_00427_029" n="29"/>machen, sondern, keinem theil zu praejudiciren, die angelegenheit beyder <lb facs="APWIIIA6_p0427l30" xml:id="bsb00057098_00427_030" n="30"/>partheyen, absque numeris, der evangelischen erklärung beylegen wollen, so <lb facs="APWIIIA6_p0427l31" xml:id="bsb00057098_00427_031" n="31"/>lang, biß etwa zu Lengerich derenthalben ein expediens ergriffen werden <lb facs="APWIIIA6_p0427l32" xml:id="bsb00057098_00427_032" n="32"/>möchte, dahingegen diese, nicht ohne empfindlich praejudicium die <w lemma="ritterschafft"><orig>ritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0427l33" xml:id="bsb00057098_00427_033" n="33"/><orig>schafft</orig></w> in ihrem auffsaz den erbaren frey und reichsstätten vorgezogen, da sie <lb facs="APWIIIA6_p0427l34" xml:id="bsb00057098_00427_034" n="34"/>sich doch billich erinnern sollen, daß ihnen hierinnen keine cognition <w lemma="gebühre"><orig>ge</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0427l35" xml:id="bsb00057098_00427_035" n="35"/><orig>bühre</orig></w>, so ist doch wißlich, wie eifrig diß wesen von dem herrn Thumbshirn <lb facs="APWIIIA6_p0427l36" xml:id="bsb00057098_00427_036" n="36"/>und andern seinen adhaerenten verfochten worden, und derselbe sich <w lemma="selbsten"><orig>selb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0427l37" xml:id="bsb00057098_00427_037" n="37"/><orig>sten</orig></w> pro causae patrono dargestellet. Er wiederhole zuvorderst die von den <lb facs="APWIIIA6_p0427l38" xml:id="bsb00057098_00427_038" n="38"/>vortrefflichen Frankfurtischen herrn abgesanden vernünfftig angeführte <lb facs="APWIIIA6_p0427l39" xml:id="bsb00057098_00427_039" n="39"/>trifftige motiven und ursachen. Und obwohln er ebenfalls davor halte, daß <lb facs="APWIIIA6_p0427l40" xml:id="bsb00057098_00427_040" n="40"/>man freylich nicht ursach habe, sich rebus sic stantibus von den herrn <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0427l41" xml:id="bsb00057098_00427_041" n="41"/><orig>lichen</orig></w> zu separiren, sondern vielmehr dahin zu trachten, damit einigkeit <lb facs="APWIIIA6_p0427l42" xml:id="bsb00057098_00427_042" n="42"/>unter den evangelischen erhalten und alle schädliche trennung, deren die <lb facs="APWIIIA6_p0427l43" xml:id="bsb00057098_00427_043" n="43"/>Papisten sich meisterlich bedienen und zugleich die stätt und die ritterschafft<pb n="356" facs="APWIIIA6_p0428" sameAs="#bsb00057098_00428"/><lb facs="APWIIIA6_p0428l1" xml:id="bsb00057098_00428_001" n="1"/>miteinander, in hoc passu inmaßen es eine zeithero bewustermaßen tentiret <lb facs="APWIIIA6_p0428l2" xml:id="bsb00057098_00428_002" n="2"/>worden, merklich bevortheilen dörfften, vermieden bleiben möge. So haben <lb facs="APWIIIA6_p0428l3" xml:id="bsb00057098_00428_003" n="3"/>die erbaren stätte gleichwol hingegen nicht ursach, von ihren rechten zu <lb facs="APWIIIA6_p0428l4" xml:id="bsb00057098_00428_004" n="4"/>weichen und die praecedenz der ritterschafft zu quittiren, angesehen es ein <lb facs="APWIIIA6_p0428l5" xml:id="bsb00057098_00428_005" n="5"/>wiedersinnig werkh sein würde, daß status imperii immediati, welche <w lemma="membra"><orig>mem-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l6" xml:id="bsb00057098_00428_006" n="6"/><orig>bra</orig></w> rei publicae Germanicae weren, von juribus majestatis participirten, <w lemma="tertium"><orig>ter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l7" xml:id="bsb00057098_00428_007" n="7"/><orig>tium</orig></w> imperii collegium constituirten und de rebus maxime arduis <w lemma="deliberirten"><orig>deliberir-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l8" xml:id="bsb00057098_00428_008" n="8"/><orig>ten</orig></w>, schliesen, auch leges imperii fundamentales, welchen der adel pariren <lb facs="APWIIIA6_p0428l9" xml:id="bsb00057098_00428_009" n="9"/>und sich denselben unterwerffen müste, mit und neben andern ständen <w lemma="sanciren"><orig>san-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l10" xml:id="bsb00057098_00428_010" n="10"/><orig>ciren</orig></w> hülffen. Non statibus und privatis solten nachgesezt werden und zwar <lb facs="APWIIIA6_p0428l11" xml:id="bsb00057098_00428_011" n="11"/>neuerlich wider das herkommen und erlangte praejudicia zu Nürnberg, <lb facs="APWIIIA6_p0428l12" xml:id="bsb00057098_00428_012" n="12"/>Frankfurth und Regenspurg. Wann aber das werkh ia alhier weiter nicht zu <lb facs="APWIIIA6_p0428l13" xml:id="bsb00057098_00428_013" n="13"/>bringen, so müße man erwarten, wie dieser paß zu Lengerich werde <w lemma="resolvirt"><orig>resol-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l14" xml:id="bsb00057098_00428_014" n="14"/><orig>virt</orig></w> werden wollen. Das seye beschwärlich, daß eben diejenige, welche diß <lb facs="APWIIIA6_p0428l15" xml:id="bsb00057098_00428_015" n="15"/>wesen alhier angetrieffelt und als ihr proprium interesse eifrig getrieben, zur <lb facs="APWIIIA6_p0428l16" xml:id="bsb00057098_00428_016" n="16"/>deputation gezogen worden. Stelle dahin, ob nicht beschaidenlich zu <w lemma="begehren"><orig>begeh-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l17" xml:id="bsb00057098_00428_017" n="17"/><orig>ren</orig></w>, daß in hoc puncto als obnoxii et interessati sie sich des votirens <w lemma="enthalten"><orig>ent-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l18" xml:id="bsb00057098_00428_018" n="18"/><orig>halten</orig></w> solten. Und weiln man bißhero erfahren, daß herr Lampadius neben <lb facs="APWIIIA6_p0428l19" xml:id="bsb00057098_00428_019" n="19"/>dem fürstlichen hauß Braunschweig den erbaren frey und reichsstätten nicht <lb facs="APWIIIA6_p0428l20" xml:id="bsb00057098_00428_020" n="20"/>abgeneigt gewesen, sondern derselben jura verfochten, allein gevatterschafft <lb facs="APWIIIA6_p0428l21" xml:id="bsb00057098_00428_021" n="21"/>halben von Thumbshirn nicht eben eifrig dissentiren mögen. Als hielte er <lb facs="APWIIIA6_p0428l22" xml:id="bsb00057098_00428_022" n="22"/>vor räthlich, daß ihme, weiln er zumaln mit deputirt, auch anderen privatim <lb facs="APWIIIA6_p0428l23" xml:id="bsb00057098_00428_023" n="23"/>zugesprochen und diß werkh mit einführung der allegirten motiven auf das <lb facs="APWIIIA6_p0428l24" xml:id="bsb00057098_00428_024" n="24"/>beste recommendirt würde. Inmittelst, weiln denen herrn fürstlichen <w lemma="gleichwoln"><orig>gleich-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l25" xml:id="bsb00057098_00428_025" n="25"/><orig>woln</orig></w> noch heut eine antwort zu sagen, halte er dafür, daß man ihnen die <w lemma="allegirten"><orig>alle-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l26" xml:id="bsb00057098_00428_026" n="26"/><orig>girten</orig></w> rationes zu gemüth führen und bey denen ex parte der erbaren frey <lb facs="APWIIIA6_p0428l27" xml:id="bsb00057098_00428_027" n="27"/>und reichsstätt gethanen vorschlägen verbleiben, auch sie ersuchen solte, <lb facs="APWIIIA6_p0428l28" xml:id="bsb00057098_00428_028" n="28"/>dieselbe als tertium imperii collegium nicht also außzuschliesen und <w lemma="supplicantibus"><orig>suppli-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l29" xml:id="bsb00057098_00428_029" n="29"/><orig>cantibus</orig></w> gleich zu machen, sondern debitum locum, wie ehedeßen zu <w lemma="Frankfurth"><orig>Frank-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l30" xml:id="bsb00057098_00428_030" n="30"/><orig>furth</orig></w> geschehen, ebenfals zu gönnen, damit man nicht nothwendig einen <lb facs="APWIIIA6_p0428l31" xml:id="bsb00057098_00428_031" n="31"/>solchen weeg, dadurch unseren herrn und oberen anhabender praerogativ <lb facs="APWIIIA6_p0428l32" xml:id="bsb00057098_00428_032" n="32"/>nicht praejudicirt würde, ergreifen müße, deßen man doch gern geübrigt <lb facs="APWIIIA6_p0428l33" xml:id="bsb00057098_00428_033" n="33"/>bleiben wolte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0428l34" xml:id="bsb00057098_00428_034" n="34"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Ulm.</hi> Dankt vorderist dem herrn directori für die gestrigen tages nomine <lb facs="APWIIIA6_p0428l35" xml:id="bsb00057098_00428_035" n="35"/>civitatensium geleistete gute officia und sagt: Ob er wohl für seine person <lb facs="APWIIIA6_p0428l36" xml:id="bsb00057098_00428_036" n="36"/>nicht gezweifelt, es werden die herrn fürstliche zu Münster eine andere <w lemma="collocation"><orig>collo-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l37" xml:id="bsb00057098_00428_037" n="37"/><orig>cation</orig></w> machen und die noblesse denen civitatibus postponiren, gestalt dann <lb facs="APWIIIA6_p0428l38" xml:id="bsb00057098_00428_038" n="38"/>die vertröstung darauff geschehen, so habe doch der auffsaz aniezo ein <w lemma="anderes"><orig>ande-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l39" xml:id="bsb00057098_00428_039" n="39"/><orig>res</orig></w> mitgebracht und das werkh nicht leichter gemacht, sondern die <w lemma="alhiesigen"><orig>alhiesi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0428l40" xml:id="bsb00057098_00428_040" n="40"/><orig>gen</orig></w> fürstlichen noch mehrers obfirmirt, deßwegen auch auff die Lengerische <lb facs="APWIIIA6_p0428l41" xml:id="bsb00057098_00428_041" n="41"/>tractaten schlechte hoffnung zu stellen und den deputatis bey so gestalten <lb facs="APWIIIA6_p0428l42" xml:id="bsb00057098_00428_042" n="42"/>sachen sehr schwer fallen werde, sich mit den Münsterischen einzulaßen, <lb facs="APWIIIA6_p0428l43" xml:id="bsb00057098_00428_043" n="43"/>weiln ihnen die verantwortung auffwachsen würde. Halte also vor nöthig,<pb n="357" facs="APWIIIA6_p0429" sameAs="#bsb00057098_00429"/><lb facs="APWIIIA6_p0429l1" xml:id="bsb00057098_00429_001" n="1"/>daß man deßwegen nach Münster schreibe oder den deputatis eine <w lemma="instruction"><orig>instruc-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l2" xml:id="bsb00057098_00429_002" n="2"/><orig>tion</orig></w> mitgebe. Seye in dem mit vorstimmenden einig, daß den herrn <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l3" xml:id="bsb00057098_00429_003" n="3"/><orig>lichen</orig></w> die rationes noch eines remonstrirt und dabey zu erkennen gegeben <lb facs="APWIIIA6_p0429l4" xml:id="bsb00057098_00429_004" n="4"/>werden solle, daß ihnen kein vortheil durch die separation zugehen werde. <lb facs="APWIIIA6_p0429l5" xml:id="bsb00057098_00429_005" n="5"/>Were den stätten sehr vorträglich, wann, wie Regenspurg erinnert, articulo <lb facs="APWIIIA6_p0429l6" xml:id="bsb00057098_00429_006" n="6"/>1. §º 2. der chur-, fürsten und stände gedacht und die noblesse den übrigen <lb facs="APWIIIA6_p0429l7" xml:id="bsb00057098_00429_007" n="7"/>special gravirten stätten vorgesezt würde, dann solcher gestalt, wann der <lb facs="APWIIIA6_p0429l8" xml:id="bsb00057098_00429_008" n="8"/>von Gemmingen nicht cavillirte, weren die stätte in alle weg darunter mit <lb facs="APWIIIA6_p0429l9" xml:id="bsb00057098_00429_009" n="9"/>begriffen und vorgesezt, dörffte keines protestirens und excipirens wieder <lb facs="APWIIIA6_p0429l10" xml:id="bsb00057098_00429_010" n="10"/>Altenburg. Falls aber die fürstliche in diesen vorschlag nicht consentiren <lb facs="APWIIIA6_p0429l11" xml:id="bsb00057098_00429_011" n="11"/>wolten, erinnere er sich, daß die stätt sich bereits einmal in puncto <w lemma="gravaminum"><orig>grava-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l12" xml:id="bsb00057098_00429_012" n="12"/><orig>minum</orig></w> quoad formalia von denen fürstlichen separirt und ein absonderlich <lb facs="APWIIIA6_p0429l13" xml:id="bsb00057098_00429_013" n="13"/>exemplar übergeben haben, welcher modus, da er iezund wiederumb ergriffen <lb facs="APWIIIA6_p0429l14" xml:id="bsb00057098_00429_014" n="14"/>und practicirt werden müste, eben sowenig praejudiz auff sich haben <lb facs="APWIIIA6_p0429l15" xml:id="bsb00057098_00429_015" n="15"/>würde, als bey übergab ulterioris declarationis gewesen. Die stätt separiren <lb facs="APWIIIA6_p0429l16" xml:id="bsb00057098_00429_016" n="16"/>sich nicht von den fürstlichen, sondern diese von jenen. Haben auch <w lemma="selbsten"><orig>selb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l17" xml:id="bsb00057098_00429_017" n="17"/><orig>sten</orig></w> an hand geben, ob mans separatim überreichen wolle. Stellts, ob nicht <lb facs="APWIIIA6_p0429l18" xml:id="bsb00057098_00429_018" n="18"/>wegen der beschwärlichen consequenz, die ex post facto darauß erwachsen <lb facs="APWIIIA6_p0429l19" xml:id="bsb00057098_00429_019" n="19"/>könte, ein sonderbarer auffsaz zu machen und derselbe also einzurichten <lb facs="APWIIIA6_p0429l20" xml:id="bsb00057098_00429_020" n="20"/>seye, wie die stätt selbsten wollen und vormahls auch geschehen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0429l21" xml:id="bsb00057098_00429_021" n="21"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Eßlingen.</hi> Nächst wiederholter voriger danksagung gegen den herrn <w lemma="directori"><orig>direc-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l22" xml:id="bsb00057098_00429_022" n="22"/><orig>tori</orig></w>, bekennt, wann man das werkh also ersizen und fallen laßen wolte, daß <lb facs="APWIIIA6_p0429l23" xml:id="bsb00057098_00429_023" n="23"/>es beßer und meher reputation dabey gewesen were, wann man es nie <w lemma="angefangen"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l24" xml:id="bsb00057098_00429_024" n="24"/><orig>fangen</orig></w> hette. Werde captiose darinn verfahren und der im religionfrieden <lb facs="APWIIIA6_p0429l25" xml:id="bsb00057098_00429_025" n="25"/>gebrauchte modus nicht gehalten. Der gestrige vorschlag seye schädlich und <lb facs="APWIIIA6_p0429l26" xml:id="bsb00057098_00429_026" n="26"/>praejudicirlich, consequenter auch nicht thunlich; man verwerfe dadurch die <lb facs="APWIIIA6_p0429l27" xml:id="bsb00057098_00429_027" n="27"/>stätt nicht allein von ihrem voto decisivo, sondern den ganzen stat, wann sie <lb facs="APWIIIA6_p0429l28" xml:id="bsb00057098_00429_028" n="28"/>ihre desideria allein nebens zu beylegen und darumb suppliciren sollen. Er <lb facs="APWIIIA6_p0429l29" xml:id="bsb00057098_00429_029" n="29"/>wolte eher alles eingehen, als dieses geschehen laßen. Ob man sich aber <lb facs="APWIIIA6_p0429l30" xml:id="bsb00057098_00429_030" n="30"/>separiren oder es gehen laßen solle, wie es gehet, stehe dahin. Halte, daß vor <lb facs="APWIIIA6_p0429l31" xml:id="bsb00057098_00429_031" n="31"/>der deliberation ein und anderer fürstlicher a part anzusprechen sein möchte. <lb facs="APWIIIA6_p0429l32" xml:id="bsb00057098_00429_032" n="32"/>Werde verhoffentlich nicht wenig verfangen. Ob man zugleich auch <w lemma="Magdeburg"><orig>Magde-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l33" xml:id="bsb00057098_00429_033" n="33"/><orig>burg</orig></w> und Altenburg besprechen wolle, stelle er zum nachdenken. Wann <lb facs="APWIIIA6_p0429l34" xml:id="bsb00057098_00429_034" n="34"/>daßelbe geschehen, könnte man in pleno die jenigen argumenta vorbringen, <lb facs="APWIIIA6_p0429l35" xml:id="bsb00057098_00429_035" n="35"/>welche die fürstliche am meisten bewegen, als 1. daß die stättischen ihre <lb facs="APWIIIA6_p0429l36" xml:id="bsb00057098_00429_036" n="36"/>gemeßene instructiones hetten, davon sie nicht weichen könten, 2. daß sie <lb facs="APWIIIA6_p0429l37" xml:id="bsb00057098_00429_037" n="37"/>sich zusammengethan und in durchgehung der Kayserlichen vorschläge <w lemma="gefunden"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0429l38" xml:id="bsb00057098_00429_038" n="38"/><orig>funden</orig></w> hetten, daß man in der antwort wol anderst hette gehen und mitiora <lb facs="APWIIIA6_p0429l39" xml:id="bsb00057098_00429_039" n="39"/>consilia führen können. Stättischen theils aber habe man ihnen nicht aus <lb facs="APWIIIA6_p0429l40" xml:id="bsb00057098_00429_040" n="40"/>handen gehen, noch sich separiren wollen, damit dem werkh dardurch keine <lb facs="APWIIIA6_p0429l41" xml:id="bsb00057098_00429_041" n="41"/>gefahr zugezogen werde. Wann es aber darauff noch nicht gehen, sondern sie <lb facs="APWIIIA6_p0429l42" xml:id="bsb00057098_00429_042" n="42"/>bey ihrer meinung nochmalen verbleiben wolten, hette man ihnen zu sagen, <lb facs="APWIIIA6_p0429l43" xml:id="bsb00057098_00429_043" n="43"/>daß man sich mit denen Chursächsischen und andern, welche in puncto<pb n="358" facs="APWIIIA6_p0430" sameAs="#bsb00057098_00430"/><lb facs="APWIIIA6_p0430l1" xml:id="bsb00057098_00430_001" n="1"/>restitutionis auf das 24. jahr gehen, wohl vergleichen und den terminum <lb facs="APWIIIA6_p0430l2" xml:id="bsb00057098_00430_002" n="2"/>acceptiren könte. Wann sich nun die stätt mit denenselben vergleichen und <lb facs="APWIIIA6_p0430l3" xml:id="bsb00057098_00430_003" n="3"/>den herrn Kayserlichen ihre resolution separatim übergeben solten, würden <lb facs="APWIIIA6_p0430l4" xml:id="bsb00057098_00430_004" n="4"/>sie gratiam erlangen und jene undankh verdienen. Man könne einmal die <lb facs="APWIIIA6_p0430l5" xml:id="bsb00057098_00430_005" n="5"/>stätt, propter cohaerentiam et connexitatem der chur-, fürsten und stände <lb facs="APWIIIA6_p0430l6" xml:id="bsb00057098_00430_006" n="6"/>nicht trennen laßen. Man hette ihnen auch 3. zu sagen, daß der von <w lemma="Gemmingen"><orig>Gem-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l7" xml:id="bsb00057098_00430_007" n="7"/><orig>mingen</orig></w> von der ritterschafft zwar legitimirt seye, aber nicht zu diesem <w lemma="geschäfft"><orig>ge</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l8" xml:id="bsb00057098_00430_008" n="8"/><orig>schäfft</orig></w>, viel weniger von catholischen, deren in Schwaben meher als der <lb facs="APWIIIA6_p0430l9" xml:id="bsb00057098_00430_009" n="9"/>evangelischen. Er wiße, daß sie nicht beysammen gewest, als er abgeordnet <lb facs="APWIIIA6_p0430l10" xml:id="bsb00057098_00430_010" n="10"/>worden. Wie er aber zu dem secret insiegel kommen, stelle er dahin. Und <lb facs="APWIIIA6_p0430l11" xml:id="bsb00057098_00430_011" n="11"/>dann 4. daß man auß seinem übergebenen memorial observirt und <w lemma="wargenommen"><orig>warge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l12" xml:id="bsb00057098_00430_012" n="12"/><orig>nommen</orig></w> habe, daß, auff den fall die praecedenz nicht erhältlich, er ein <lb facs="APWIIIA6_p0430l13" xml:id="bsb00057098_00430_013" n="13"/>mehrers nicht, dann eine attestation, daß ihme solches zu keinem praejudiz <lb facs="APWIIIA6_p0430l14" xml:id="bsb00057098_00430_014" n="14"/>angezogen werden solte, begehrt habe. Welchem seinem selbsteigenen <w lemma="vorschlag"><orig>vor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l15" xml:id="bsb00057098_00430_015" n="15"/><orig>schlag</orig></w> er zuwieder handle. Die stätt seyen ein pars rei publicae, participiren <lb facs="APWIIIA6_p0430l16" xml:id="bsb00057098_00430_016" n="16"/>de jure status, und sehe er also nicht, wie die ritterschafft einige fugnus oder <lb facs="APWIIIA6_p0430l17" xml:id="bsb00057098_00430_017" n="17"/>rechte sach haben könne.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0430l18" xml:id="bsb00057098_00430_018" n="18"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Memmingen.</hi> Nächst wiederholter danksagung sagt, er habe zwar der <w lemma="instruction"><orig>in-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l19" xml:id="bsb00057098_00430_019" n="19"/><orig>struction</orig></w> von hauß erwartet, dato aber noch nichts erhalten, wiße also nicht, <lb facs="APWIIIA6_p0430l20" xml:id="bsb00057098_00430_020" n="20"/>wie er sich hierbey verhalten solle, seye ihm leid, daß die praecedenz aniezo <lb facs="APWIIIA6_p0430l21" xml:id="bsb00057098_00430_021" n="21"/>auff die bahn komme, dörffte auf eine separation endlich außlauffen. Man <lb facs="APWIIIA6_p0430l22" xml:id="bsb00057098_00430_022" n="22"/>hette der ritterschafft abgeordneten billich zur absonderlichen übergab <w lemma="anweißen"><orig>an</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l23" xml:id="bsb00057098_00430_023" n="23"/><orig>weißen</orig></w> sollen, hingegen wollen die fürstliche die stätt der ritterschafft gleich <lb facs="APWIIIA6_p0430l24" xml:id="bsb00057098_00430_024" n="24"/>tractiren, welches nicht zu leiden. Nehme ihn wunder, wie die herrn <w lemma="fürstliche"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l25" xml:id="bsb00057098_00430_025" n="25"/><orig>liche</orig></w>, welche die ritterschafft selbsten nicht vor stände erkennen, den <lb facs="APWIIIA6_p0430l26" xml:id="bsb00057098_00430_026" n="26"/>stätten ein solches zumuthen dörffen. Man könne sich einmal von <w lemma="churund"><orig>chur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l27" xml:id="bsb00057098_00430_027" n="27"/><orig>und</orig></w> fürsten nicht separiren laßen, sondern müße begehren, daß man <lb facs="APWIIIA6_p0430l28" xml:id="bsb00057098_00430_028" n="28"/>gleich nach den mediatstifftern gesezt werde. Conformire sich mit Eßlingen <lb facs="APWIIIA6_p0430l29" xml:id="bsb00057098_00430_029" n="29"/>in deme, daß man privatim mit den fürstlichen reden, das werkh wohl <lb facs="APWIIIA6_p0430l30" xml:id="bsb00057098_00430_030" n="30"/>unterbauen und alsdann erst vorgebrachte rationes in pleno nochmalen <lb facs="APWIIIA6_p0430l31" xml:id="bsb00057098_00430_031" n="31"/>remonstriren solle. Die herren fürstliche werden sich verhoffentlich anderst <lb facs="APWIIIA6_p0430l32" xml:id="bsb00057098_00430_032" n="32"/>bewegen laßen. Wann sie aber ie die ritterschafft vorgesezt haben wolten, <lb facs="APWIIIA6_p0430l33" xml:id="bsb00057098_00430_033" n="33"/>müste man am end darwieder protestiren und geschehen laßen, daß die <lb facs="APWIIIA6_p0430l34" xml:id="bsb00057098_00430_034" n="34"/>fürstliche ihren auffsaz absonderlich übergeben. Habe gestern soviel <w lemma="verstanden"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l35" xml:id="bsb00057098_00430_035" n="35"/><orig>standen</orig></w>, daß man die stätt weiter nicht hören, sondern bey ertheilter <w lemma="resolution"><orig>reso-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l36" xml:id="bsb00057098_00430_036" n="36"/><orig>lution</orig></w> verbleiben wollte. Hier wurde dem herrn Nürnbergischen ein <w lemma="schreiben"><orig>schrei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0430l37" xml:id="bsb00057098_00430_037" n="37"/><orig>ben</orig></w> von Münster überliefert, darinnen unter anderm vermeldet, daß etliche <lb facs="APWIIIA6_p0430l38" xml:id="bsb00057098_00430_038" n="38"/>fürstliche der praecedenz halben mit hiesigen nicht zufrieden, werde also <lb facs="APWIIIA6_p0430l39" xml:id="bsb00057098_00430_039" n="39"/>ihrentwegen bey der conferenz keine noth haben, es seye dann, daß sie von <lb facs="APWIIIA6_p0430l40" xml:id="bsb00057098_00430_040" n="40"/>den hiesigen fürstlichen anderst disponirt würden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0430l41" xml:id="bsb00057098_00430_041" n="41"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lindau.</hi> Repetita gratiarum actione für gehabte sorgfalt, sagte: Er finde der <lb facs="APWIIIA6_p0430l42" xml:id="bsb00057098_00430_042" n="42"/>fürstlichen vorschlag so beschaffen, daß er nicht anzunehmen. Werde mehr <lb facs="APWIIIA6_p0430l43" xml:id="bsb00057098_00430_043" n="43"/>einer supplication als voto gleich sehen, wann man es beylegen solte. Doch<pb n="359" facs="APWIIIA6_p0431" sameAs="#bsb00057098_00431"/><lb facs="APWIIIA6_p0431l1" xml:id="bsb00057098_00431_001" n="1"/>seye hinwieder auch nicht rathsam, sich zu separiren, sondern die trennung <lb facs="APWIIIA6_p0431l2" xml:id="bsb00057098_00431_002" n="2"/>omnibus modis zu verhindern. Man müße hier zur sachen thun und weiter in <lb facs="APWIIIA6_p0431l3" xml:id="bsb00057098_00431_003" n="3"/>die fürstliche sezen, ehe es zur conferenz nacher Lengerich ankomme, <w lemma="sonsten"><orig>son-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l4" xml:id="bsb00057098_00431_004" n="4"/><orig>sten</orig></w> werde es alsdann zu spät sein. Er laße ihme gefallen, daß die ins mittel <lb facs="APWIIIA6_p0431l5" xml:id="bsb00057098_00431_005" n="5"/>gebrachte rationes den herrn fürstlichen nochmaln remonstrirt und hiebevor <lb facs="APWIIIA6_p0431l6" xml:id="bsb00057098_00431_006" n="6"/>gethanen vorschlägen inhaerirt werde, alsdann werde man vielleicht ursach <lb facs="APWIIIA6_p0431l7" xml:id="bsb00057098_00431_007" n="7"/>bekommen, an der herrn fürstlichen principalen zu schreiben. Er laße die <lb facs="APWIIIA6_p0431l8" xml:id="bsb00057098_00431_008" n="8"/>Eßlingische meinung wol belieben. Halte davor, daß man mine machen <lb facs="APWIIIA6_p0431l9" xml:id="bsb00057098_00431_009" n="9"/>solle, ob wolte man sich separiren, wann sie beharren. Sie werden sich aber <lb facs="APWIIIA6_p0431l10" xml:id="bsb00057098_00431_010" n="10"/>vorhero wohl bedenken, ehe sie es zur separation ankommen laßen, auß <lb facs="APWIIIA6_p0431l11" xml:id="bsb00057098_00431_011" n="11"/>forcht, es dörfften die übrige fürstliche, so nicht einer meinung mit den <lb facs="APWIIIA6_p0431l12" xml:id="bsb00057098_00431_012" n="12"/>stätten, von ihnen abweichen, sich mit den Chursächsischen und <w lemma="Brandenburgischen"><orig>Branden-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l13" xml:id="bsb00057098_00431_013" n="13"/><orig>burgischen</orig></w> vergleichen und sie bloß stehen laßen. Halte davor, daß es von <lb facs="APWIIIA6_p0431l14" xml:id="bsb00057098_00431_014" n="14"/>großem verfang sein werde, wann ein und anderer fürstlicher absonderlich <lb facs="APWIIIA6_p0431l15" xml:id="bsb00057098_00431_015" n="15"/>mit anführung der rationum besprochen und denen zu Münster vom <w lemma="jenigen"><orig>jeni-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l16" xml:id="bsb00057098_00431_016" n="16"/><orig>gen</orig></w>, was heut passirt, parte gegeben werden sollte. Die sach auff Lengerich zu <lb facs="APWIIIA6_p0431l17" xml:id="bsb00057098_00431_017" n="17"/>verschieben, seye nicht rathsam. Die hiesige fürstliche incliniren auff seiten <lb facs="APWIIIA6_p0431l18" xml:id="bsb00057098_00431_018" n="18"/>der ritterschafft, dörfften die übrigen auch dahin disponiren. Der vorschlag <lb facs="APWIIIA6_p0431l19" xml:id="bsb00057098_00431_019" n="19"/>aber, den sie thun, geraiche den stätten zu großem praejudiz.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0431l20" xml:id="bsb00057098_00431_020" n="20"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Directorium.</hi> Sagt, er bekenne gern, daß er ob diesem der fürstlichen <w lemma="vorschlag"><orig>vor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l21" xml:id="bsb00057098_00431_021" n="21"/><orig>schlag</orig></w> erschroken seye. Die sach werde ie länger ie schwerer. Man wolle die <lb facs="APWIIIA6_p0431l22" xml:id="bsb00057098_00431_022" n="22"/>stätte von chur- und fürsten trennen und dahin weißen, daß sie mit der <w lemma="ritterschafft"><orig>ritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l23" xml:id="bsb00057098_00431_023" n="23"/><orig>schafft</orig></w> pari passu gehe. Machen also die fürstliche keinen unterschied mehr <lb facs="APWIIIA6_p0431l24" xml:id="bsb00057098_00431_024" n="24"/>inter status et non status, gestehen in effectu den stätten auch kein votum <lb facs="APWIIIA6_p0431l25" xml:id="bsb00057098_00431_025" n="25"/>decisivum und periclitire das jus status mit. Seye bedauerlich, daß man einen <lb facs="APWIIIA6_p0431l26" xml:id="bsb00057098_00431_026" n="26"/>ganzen reichsrath umb etlicher wenig particulierpersonen willen verstoßen <lb facs="APWIIIA6_p0431l27" xml:id="bsb00057098_00431_027" n="27"/>wolle. Halte davor, es were beßer, ein rectificirtes exemplar absonderlich zu <lb facs="APWIIIA6_p0431l28" xml:id="bsb00057098_00431_028" n="28"/>übergeben, als bey übergab desjenigen, darinnen die ritterschafft vorstehe, <lb facs="APWIIIA6_p0431l29" xml:id="bsb00057098_00431_029" n="29"/>zu concurriren. Der leztere vorschlag seye viel schlimmer als der erste, <lb facs="APWIIIA6_p0431l30" xml:id="bsb00057098_00431_030" n="30"/>darumb könne man nicht damit zufrieden sein, sondern müße der stätt <w lemma="vorschlag"><orig>vor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l31" xml:id="bsb00057098_00431_031" n="31"/><orig>schlag</orig></w> inhaeriren. Soviel aber den modum concernire, dadurch zu solcher <lb facs="APWIIIA6_p0431l32" xml:id="bsb00057098_00431_032" n="32"/>intention zu gelangen, halte er auch davor, daß man 1. privatim ein und <lb facs="APWIIIA6_p0431l33" xml:id="bsb00057098_00431_033" n="33"/>andern, besonders weiln sie nicht alle der meinung gewesen, besprechen und <lb facs="APWIIIA6_p0431l34" xml:id="bsb00057098_00431_034" n="34"/>rationibus wohl informiren, 2. nachmittag umb 3 uhren publice die <w lemma="fundamenta"><orig>funda-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l35" xml:id="bsb00057098_00431_035" n="35"/><orig>menta</orig></w>, als daß die ritterschafft kein stand des reichs, derselben <w lemma="abgeordneter"><orig>abgeord-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l36" xml:id="bsb00057098_00431_036" n="36"/><orig>neter</orig></w> zu absonderlicher übergab, wie mehrmals geschehen, anzuweißen, und <lb facs="APWIIIA6_p0431l37" xml:id="bsb00057098_00431_037" n="37"/>zwar desto mehr, weiln er selbsten, ihme eine attestation zu geben, daß es <lb facs="APWIIIA6_p0431l38" xml:id="bsb00057098_00431_038" n="38"/>ihme citra praejudicium sein solle, begehrt habe. Deßen ungeachtet aber sie <lb facs="APWIIIA6_p0431l39" xml:id="bsb00057098_00431_039" n="39"/>geschloßen hetten, daß die stätt ihre nothdurfft absonderlich übergeben <w lemma="sollen"><orig>sol-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0431l40" xml:id="bsb00057098_00431_040" n="40"/><orig>len</orig></w>. Neben andern die sowohl vormals als aniezo in votis vorgebracht, <lb facs="APWIIIA6_p0431l41" xml:id="bsb00057098_00431_041" n="41"/>remonstriren. 3. Wann sie nicht damit zu gewinnen, mit denen zu Münster, <lb facs="APWIIIA6_p0431l42" xml:id="bsb00057098_00431_042" n="42"/>und sonderlich Cöln und Aach, darauß communiciren und derenselben <lb facs="APWIIIA6_p0431l43" xml:id="bsb00057098_00431_043" n="43"/>gedanken vernehmen oder 4. der conferenz zu Lengerich und wie selbe <w lemma="ablauffen"><orig>ab-</orig><pb n="360" facs="APWIIIA6_p0432" sameAs="#bsb00057098_00432"/><lb facs="APWIIIA6_p0432l1" xml:id="bsb00057098_00432_001" n="1"/><orig>lauffen</orig></w> möchte, erwarten und sich daselbsten eines gewiesen entschließen <lb facs="APWIIIA6_p0432l2" xml:id="bsb00057098_00432_002" n="2"/>solle. Wann man schon den auffsaz a part übergeben müste, were es doch <lb facs="APWIIIA6_p0432l3" xml:id="bsb00057098_00432_003" n="3"/>nichts neues, sondern schon einmal geschehen. Viel weniger eine separatio, <lb facs="APWIIIA6_p0432l4" xml:id="bsb00057098_00432_004" n="4"/>weiln die materialia von den formalibus zu unterschaiden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0432l5" xml:id="bsb00057098_00432_005" n="5"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Regensburg</hi>interloquirt, man könne wohl sagen, man seye boni publici <lb facs="APWIIIA6_p0432l6" xml:id="bsb00057098_00432_006" n="6"/>causa so moderate gegangen, sonsten würde<choice><sic/><corr resp="#editor"> man</corr></choice> sich wol anderst resolvirt und <lb facs="APWIIIA6_p0432l7" xml:id="bsb00057098_00432_007" n="7"/>es nicht allein bey der catholischen formalien, sondern auch bey anno 1624 <lb facs="APWIIIA6_p0432l8" xml:id="bsb00057098_00432_008" n="8"/>gelaßen haben und also mine machen, ob wolte man sich auch in <w lemma="materialibus"><orig>materiali-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0432l9" xml:id="bsb00057098_00432_009" n="9"/><orig>bus</orig></w> von ihnen separiren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0432l10" xml:id="bsb00057098_00432_010" n="10"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> fährt fort und sagt, wann die fürstliche zu Lengerich bey <lb facs="APWIIIA6_p0432l11" xml:id="bsb00057098_00432_011" n="11"/>dem auffsaz verbleiben sollten, müste man 5. sich mit protestationen <w lemma="dagegen"><orig>da-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0432l12" xml:id="bsb00057098_00432_012" n="12"/><orig>gegen</orig></w> verwahren, einen absonderlichen auffsaz machen und den herrn <lb facs="APWIIIA6_p0432l13" xml:id="bsb00057098_00432_013" n="13"/>Kayserlichen die ursachen solcher division anzeigen. Daß man 6. an der <lb facs="APWIIIA6_p0432l14" xml:id="bsb00057098_00432_014" n="14"/>fürstlichen abgesanden herrn principalen selbsten schreiben solle, halte er <lb facs="APWIIIA6_p0432l15" xml:id="bsb00057098_00432_015" n="15"/>noch zur zeit für etwas zu früe. Seye auch eine sach, die in der stättischen <lb facs="APWIIIA6_p0432l16" xml:id="bsb00057098_00432_016" n="16"/>abgesanden mächten nicht stehe, sondern müße man sie vorhero an die <lb facs="APWIIIA6_p0432l17" xml:id="bsb00057098_00432_017" n="17"/>oberen gelangen laßen. Man habe denen zu Münster bereits notificirt, wohin <lb facs="APWIIIA6_p0432l18" xml:id="bsb00057098_00432_018" n="18"/>der hiesigen gedanken gehen. Könne es heut noch einmal thun. Stellt zum <lb facs="APWIIIA6_p0432l19" xml:id="bsb00057098_00432_019" n="19"/>nachdenken, ob nicht etwa zulezt des auffsazes ein §<hi style="pos:sup;">us</hi>, daß die collocatio <w lemma="niemandten"><orig>nie-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0432l20" xml:id="bsb00057098_00432_020" n="20"/><orig>mandten</orig></w> praejudicirlich sein solle, wie es sonsten in reichsabschieden zu <lb facs="APWIIIA6_p0432l21" xml:id="bsb00057098_00432_021" n="21"/>geschehen pflege, angehengt werden könte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0432l22" xml:id="bsb00057098_00432_022" n="22"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Daß man der fürstlichen gethanen vorschlag nicht acceptiren, <lb facs="APWIIIA6_p0432l23" xml:id="bsb00057098_00432_023" n="23"/>sondern 1. privatim bey einem und dem andern unterbauen, 2. publice die <lb facs="APWIIIA6_p0432l24" xml:id="bsb00057098_00432_024" n="24"/>rationes, so dienlich remonstriren, 3. mit denen zu Münster und sonderlich <lb facs="APWIIIA6_p0432l25" xml:id="bsb00057098_00432_025" n="25"/>denen catholischen, communiciren, 4. zu Lengerich eine satte abred nehmen, <lb facs="APWIIIA6_p0432l26" xml:id="bsb00057098_00432_026" n="26"/>auff allen fall 5. mit protestation sich verwahren solle<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0432n2" xml:id="bsb00057098_00432_dok0076_n02"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0432l38" xml:id="bsb00057098_00432_038" n="38"/>Vgl. die Zusammenfassung der Gründe für die städtische Präzedenz in <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00780.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> III S. 646f.</ref></p> </note>.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0432l27" xml:id="bsb00057098_00432_027" n="27"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> fragt, ob nicht nöthig sein werde, daß man nachmittag umb <lb facs="APWIIIA6_p0432l28" xml:id="bsb00057098_00432_028" n="28"/>2 uhren und also eine stunde zuvor, ehe man sich bey den fürstlichen wieder <lb facs="APWIIIA6_p0432l29" xml:id="bsb00057098_00432_029" n="29"/>einfinde, zusammen komme, damit man hören könne, wie das ansprechen <lb facs="APWIIIA6_p0432l30" xml:id="bsb00057098_00432_030" n="30"/>bey einem und dem andern abgeloffen seye? Quod <choice><sic>approbatur</sic><corr resp="#editor">approbabatur</corr></choice> ab omnibus.</p>
	    </div>