<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00399">
	      <p><pb n="327" facs="APWIIIA6_p0399" sameAs="#bsb00057098_00399"/><lb facs="APWIIIA6_p0399l1" xml:id="bsb00057098_00399_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> proponirt, man erinnere sich gar wol, was vor <w lemma="praejudicirliche"><orig>praejudicir-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l2" xml:id="bsb00057098_00399_002" n="2"/><orig>liche</orig></w> zumuthungen gestriges tages von den fürstlichen geschehen seyen und <lb facs="APWIIIA6_p0399l3" xml:id="bsb00057098_00399_003" n="3"/>welcher gestalt sie der stätt vota unter dem praetext, daß man diß orts in <lb facs="APWIIIA6_p0399l4" xml:id="bsb00057098_00399_004" n="4"/>keinem reichscollegio beysammen seye, ihres effects und würklichkeit <w lemma="gänzlich"><orig>gänz</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l5" xml:id="bsb00057098_00399_005" n="5"/><orig>lich</orig></w> priviren und denenselben gleichsam nur precario verstatten wollen, <w lemma="diejenigen"><orig>die-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l6" xml:id="bsb00057098_00399_006" n="6"/><orig>jenigen</orig></w> puncten, so sie in particulari angehen, auffzusezen und in acht zu <lb facs="APWIIIA6_p0399l7" xml:id="bsb00057098_00399_007" n="7"/>nehmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0399n1" xml:id="bsb00057098_00399_dok0072_n01"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0399l43" xml:id="bsb00057098_00399_043" n="43"/><hi style="font-style:italic;">Vgl. Sitzung des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> vom 16. Juni 1646</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">Rep. A nr. 535 II fol. 288’–303’;</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0399l44" xml:id="bsb00057098_00399_044" n="44"/><hi style="font-style:italic;">nr. 539 fol. 88–99;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Altenburg</hi> <hi style="font-style:italic;">vol. I fol. 599–607.</hi></p> </note>. Da sie doch daßelbe jure proprio thun und noch darzu in causis <lb facs="APWIIIA6_p0399l8" xml:id="bsb00057098_00399_008" n="8"/>communibus ihr votum interponiren können. Nun sehe er nicht, was die <lb facs="APWIIIA6_p0399l9" xml:id="bsb00057098_00399_009" n="9"/>stätt solcher gestalt mit ihrer praesenz nuz sein werden, weiln auf eines <lb facs="APWIIIA6_p0399l10" xml:id="bsb00057098_00399_010" n="10"/>hinaußlaufe, ob einer nicht zugegen seye, oder sein votum nicht attendirt <lb facs="APWIIIA6_p0399l11" xml:id="bsb00057098_00399_011" n="11"/>werde. Des schimpffs nicht zu gedenken, wann die stätt alienarum <w lemma="opinionum"><orig>opinio-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l12" xml:id="bsb00057098_00399_012" n="12"/><orig>num</orig></w> mancipia sein und zu der fürstlichen parere bloß ia sagen müsten. Der <lb facs="APWIIIA6_p0399l13" xml:id="bsb00057098_00399_013" n="13"/>Weymarische herr abgesande habe ihme gestern gesagt, warumb die <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l14" xml:id="bsb00057098_00399_014" n="14"/><orig>lichen</orig></w> denen stätten die majora nicht passiren laßen könnten, nehmlich weiln <lb facs="APWIIIA6_p0399l15" xml:id="bsb00057098_00399_015" n="15"/>die stätt mitiora consilia als sie führeten. Wann nun was vorkäme, darzu sie <lb facs="APWIIIA6_p0399l16" xml:id="bsb00057098_00399_016" n="16"/>sich nicht verstehen wollten, würden die fürstliche ihnen weichen und <lb facs="APWIIIA6_p0399l17" xml:id="bsb00057098_00399_017" n="17"/>cediren müßen. Were er also vor seine person nicht gemeinet, denen <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l18" xml:id="bsb00057098_00399_018" n="18"/><orig>lichen</orig></w> an diesem orth weiter beyzuwohnen, er seye dann vorhin, daß sein <lb facs="APWIIIA6_p0399l19" xml:id="bsb00057098_00399_019" n="19"/>votum cum effectu considerirt und aufgenommen werden wolle, umb etwas <lb facs="APWIIIA6_p0399l20" xml:id="bsb00057098_00399_020" n="20"/>mehr gesichert, zumaln weiln er auf den wiedrigen fall seinen herrn <w lemma="committenten"><orig>commit-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l21" xml:id="bsb00057098_00399_021" n="21"/><orig>tenten</orig></w> ein großes praejudicium dardurch, sonderlich wegen der <w lemma="beschwärlichen"><orig>beschwär</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l22" xml:id="bsb00057098_00399_022" n="22"/><orig>lichen</orig></w> consequenz, zuziehen würde. Damit aber auch der übrigen herrn <lb facs="APWIIIA6_p0399l23" xml:id="bsb00057098_00399_023" n="23"/>collegarum gedanken super hoc puncto vernommen werden möchten, <lb facs="APWIIIA6_p0399l24" xml:id="bsb00057098_00399_024" n="24"/>stünde nunmehr zu derselben resolution und entschließung, was sie hierbey <lb facs="APWIIIA6_p0399l25" xml:id="bsb00057098_00399_025" n="25"/>zu thun gesinnet seyen. Hiebevor als der praecedenz halber mit der <w lemma="ritterschafft"><orig>ritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l26" xml:id="bsb00057098_00399_026" n="26"/><orig>schafft</orig></w> was vorgangen, habe man es vor eine große sach gehalten. Iezo aber <lb facs="APWIIIA6_p0399l27" xml:id="bsb00057098_00399_027" n="27"/>werde in das jus status und zwar sehr tieff hineingegriffen und solcher gestalt <lb facs="APWIIIA6_p0399l28" xml:id="bsb00057098_00399_028" n="28"/>mehr zunicht gemacht, als durch hülff der fürstlichen die stätt iemals <w lemma="erworben"><orig>erwor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l29" xml:id="bsb00057098_00399_029" n="29"/><orig>ben</orig></w> haben. Wann man sich dann gestrigen tages außdruklich vernehmen <lb facs="APWIIIA6_p0399l30" xml:id="bsb00057098_00399_030" n="30"/>laßen, daß, solang das werkh in denen terminis beruhe und die fürstliche sich <lb facs="APWIIIA6_p0399l31" xml:id="bsb00057098_00399_031" n="31"/>keines andern resolviren werden, die stättische sich citra praejudicium ihrer <lb facs="APWIIIA6_p0399l32" xml:id="bsb00057098_00399_032" n="32"/>herrn committenten und oberen bey ferneren deliberationen nicht einfinden <lb facs="APWIIIA6_p0399l33" xml:id="bsb00057098_00399_033" n="33"/>könten, als würde es ein wunderlich anßehen gewinnen, wann man sich <lb facs="APWIIIA6_p0399l34" xml:id="bsb00057098_00399_034" n="34"/>alsobalden wiederumb und vor erhaltener categorischer resolution, <w lemma="einstellen"><orig>einstel-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l35" xml:id="bsb00057098_00399_035" n="35"/><orig>len</orig></w> wollte; doch stehe alles zu ihrem guten belieben. Es könne zwar in <w lemma="contrarium"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l36" xml:id="bsb00057098_00399_036" n="36"/><orig>trarium</orig></w> allerhand, vornemlich aber dieses 1. movirt werden: Die stätte <w lemma="verursachen"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l37" xml:id="bsb00057098_00399_037" n="37"/><orig>ursachen</orig></w> hierdurch eine schädliche separation und trennung, deren sich die <lb facs="APWIIIA6_p0399l38" xml:id="bsb00057098_00399_038" n="38"/>catholische erfreuen und mit nuz bedienen werden. 2. Man habe der <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l39" xml:id="bsb00057098_00399_039" n="39"/><orig>lichen</orig></w> hülff in noch mehrern und schwären sachen vonnöthen, sonderlich <lb facs="APWIIIA6_p0399l40" xml:id="bsb00057098_00399_040" n="40"/>ratione der angesprochenen 10 reichsstätt im Elsas, solle sie also nicht <w lemma="allerdings"><orig>aller-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0399l41" xml:id="bsb00057098_00399_041" n="41"/><orig>dings</orig></w> auß der wiegen werffen. Er laße sich aber dieselbe so sehr nicht irren, <lb facs="APWIIIA6_p0399l42" xml:id="bsb00057098_00399_042" n="42"/>weiln 1. die stätt sich nicht von freyen stuken trennen, sondern von den<pb n="328" facs="APWIIIA6_p0400" sameAs="#bsb00057098_00400"/><lb facs="APWIIIA6_p0400l1" xml:id="bsb00057098_00400_001" n="1"/>fürstlichen in effectu außgeschloßen werden und also die ursach solcher <lb facs="APWIIIA6_p0400l2" xml:id="bsb00057098_00400_002" n="2"/>separation ihnen beyzumeßen seye, 2. so wenig denen zu Münster <w lemma="subsistirenden"><orig>subsi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l3" xml:id="bsb00057098_00400_003" n="3"/><orig>stirenden</orig></w> evangelischen gesanden vor eine separation außgedeutet werden <lb facs="APWIIIA6_p0400l4" xml:id="bsb00057098_00400_004" n="4"/>möge, daß sie sich darumb a part zusammenthun, weil sie mitiora consilia <lb facs="APWIIIA6_p0400l5" xml:id="bsb00057098_00400_005" n="5"/>vor den hiesigen fürstlichen führen und sich mit denselbigen niemaln recht <lb facs="APWIIIA6_p0400l6" xml:id="bsb00057098_00400_006" n="6"/>vertragen können. So wenig könne den hiesigen stättischen auch übel <lb facs="APWIIIA6_p0400l7" xml:id="bsb00057098_00400_007" n="7"/>auffgenommen werden, wann sie auf veranlaßen der fürstlichen zu den <lb facs="APWIIIA6_p0400l8" xml:id="bsb00057098_00400_008" n="8"/>Münsterischen sich begeben und mit denselben einer meinung vergleichen, <lb facs="APWIIIA6_p0400l9" xml:id="bsb00057098_00400_009" n="9"/>weiln es doch endlich zur re- und correlation gelangen und in ein concept <lb facs="APWIIIA6_p0400l10" xml:id="bsb00057098_00400_010" n="10"/>gebracht werden müße, was beeder orten vor gut und <note xml:id="bsb00057098_00400_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0400l10" target="#bsb00057098_00400_010"><p><lb facs="APWIIIA6_p0400l41" xml:id="bsb00057098_00400_041" n="41"/><hi style="font-style:italic;">10</hi> redlich] <hi style="font-style:smallCaps;">Ulm</hi> räthlich.</p></note>redlich angesehen <lb facs="APWIIIA6_p0400l11" xml:id="bsb00057098_00400_011" n="11"/>worden. Was nun 3. die catholische vor vortheil davon erlangen sollten, <lb facs="APWIIIA6_p0400l12" xml:id="bsb00057098_00400_012" n="12"/>könnte er an seinem orth nicht sehen, weiln in materialibus keine sonderliche <lb facs="APWIIIA6_p0400l13" xml:id="bsb00057098_00400_013" n="13"/>discrepanz sich finde. Zudeme seye es 4. zu keiner beharrlichen Separation <lb facs="APWIIIA6_p0400l14" xml:id="bsb00057098_00400_014" n="14"/>gemeint und angesehen, sondern nur so lang, biß die herrn fürstliche sich <lb facs="APWIIIA6_p0400l15" xml:id="bsb00057098_00400_015" n="15"/>eines andern und beßern entschloßen haben werden, damit es sicherlich, <lb facs="APWIIIA6_p0400l16" xml:id="bsb00057098_00400_016" n="16"/>wann sie den ernst gesehen, nicht lang anstehen werde, aus forcht, es <w lemma="dörfften"><orig>dörff</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l17" xml:id="bsb00057098_00400_017" n="17"/><orig>ten</orig></w> die bisherige directores und dictatores im werkh erst recht war machen <lb facs="APWIIIA6_p0400l18" xml:id="bsb00057098_00400_018" n="18"/>und verificiren, weßen sie von Ihrer Kayserlichen Majestet per literas seind <lb facs="APWIIIA6_p0400l19" xml:id="bsb00057098_00400_019" n="19"/>beschuldiget worden. Was 5. die fürstliche nicht umb ihrer selbst eigenen <lb facs="APWIIIA6_p0400l20" xml:id="bsb00057098_00400_020" n="20"/>gefahr willen bey den 10 stätten thun, werden sie sonsten wol unterlaßen. <lb facs="APWIIIA6_p0400l21" xml:id="bsb00057098_00400_021" n="21"/>Hielte demnach dafür, daß der Lübekische und Regenspurgische herr <w lemma="abgesande"><orig>abge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l22" xml:id="bsb00057098_00400_022" n="22"/><orig>sande</orig></w>, welche auch im fürstenraht ihre sessiones haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0400n2" xml:id="bsb00057098_00400_dok0072_n02"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0400l42" xml:id="bsb00057098_00400_042" n="42"/>Dr. David Gloxin für Sachsen-Lauenburg, Dr. Johann Jakob Wolff von Todenwarth für <lb facs="APWIIIA6_p0400l43" xml:id="bsb00057098_00400_043" n="43"/>Hessen-Darmstadt.</p> </note>, sich vor dißmal <lb facs="APWIIIA6_p0400l23" xml:id="bsb00057098_00400_023" n="23"/>allein zu den Magdeburgischen begeben und andeuten könten. Demnach <lb facs="APWIIIA6_p0400l24" xml:id="bsb00057098_00400_024" n="24"/>die herrn fürstliche den vorigen tag sich keines gewiesen vernehmen laßen <lb facs="APWIIIA6_p0400l25" xml:id="bsb00057098_00400_025" n="25"/>wollen, welcher gestalt sie der stätt vota in puncto gravaminum <w lemma="ecclesiasticorum"><orig>ecclesia-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l26" xml:id="bsb00057098_00400_026" n="26"/><orig>sticorum</orig></w> aufzunehmen gedenken, als wolle denselben von dazumalen <w lemma="ertheilter"><orig>er-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l27" xml:id="bsb00057098_00400_027" n="27"/><orig>theilter</orig></w> resolution außzusezen, noch zur zeit in viel weg bedenklich fallen. <lb facs="APWIIIA6_p0400l28" xml:id="bsb00057098_00400_028" n="28"/>Mit angehenkter bitt, sich also zu erklären, damit man nicht gezwungen <lb facs="APWIIIA6_p0400l29" xml:id="bsb00057098_00400_029" n="29"/>werde, andere resolutiones zu ergreiffen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0400l30" xml:id="bsb00057098_00400_030" n="30"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lübeck.</hi> Obwohln die sach also beschaffen, daß man sich rigore juris wol <lb facs="APWIIIA6_p0400l31" xml:id="bsb00057098_00400_031" n="31"/>absentiren könte, so halte er doch dafür, daß man sich hac vice umb vieler <lb facs="APWIIIA6_p0400l32" xml:id="bsb00057098_00400_032" n="32"/><choice><sic>consideration</sic><corr resp="#editor">considerationen</corr></choice> willen und sonderlich pro bono evangelico insgesambt <w lemma="einstellen"><orig>ein-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l33" xml:id="bsb00057098_00400_033" n="33"/><orig>stellen</orig></w> und wie sich die fürstliche gegen den stättischen in worten und <lb facs="APWIIIA6_p0400l34" xml:id="bsb00057098_00400_034" n="34"/>werken erzaigen und was sie in propositionem bringen werden, erwarten <lb facs="APWIIIA6_p0400l35" xml:id="bsb00057098_00400_035" n="35"/>und wann selbige den stätten praejudicirlich, als dann gleich im ersten <w lemma="stättischen"><orig>stätti</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l36" xml:id="bsb00057098_00400_036" n="36"/><orig>schen</orig></w> voto andeuten solle. Obwohln der erbaren stätt gesanden ursach <lb facs="APWIIIA6_p0400l37" xml:id="bsb00057098_00400_037" n="37"/>genug gehabt hetten, sich insgesambt zu eußern, hetten sie sich doch <lb facs="APWIIIA6_p0400l38" xml:id="bsb00057098_00400_038" n="38"/>glimpfs halber und damit sie keinen schein der sonderung zu der <w lemma="catholischen"><orig>catholi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0400l39" xml:id="bsb00057098_00400_039" n="39"/><orig>schen</orig></w> vortheil geben, auf der fürstlichen voriges tages ertheilte mildere <lb facs="APWIIIA6_p0400l40" xml:id="bsb00057098_00400_040" n="40"/>erklärung lieber einfinden wollen, ungezweifelter hoffnung, die herrn <w lemma="fürstliche"><orig>fürst</orig><pb n="329" facs="APWIIIA6_p0401" sameAs="#bsb00057098_00401"/><lb facs="APWIIIA6_p0401l1" xml:id="bsb00057098_00401_001" n="1"/><orig>liche</orig></w> werden, ihrem gethanen erbieten gemäs, den stättischen in ihrem <w lemma="hergebrachten"><orig>her-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0401l2" xml:id="bsb00057098_00401_002" n="2"/><orig>gebrachten</orig></w> jure status keinen eintrag thun, sondern derselben vota mit <lb facs="APWIIIA6_p0401l3" xml:id="bsb00057098_00401_003" n="3"/>gebührendem effect auffnehmen und in considerationem ziehen. Wiedrigen <lb facs="APWIIIA6_p0401l4" xml:id="bsb00057098_00401_004" n="4"/>falls würden die stättische wieder willen necessitirt, zu erhaltung ihrer oberen <lb facs="APWIIIA6_p0401l5" xml:id="bsb00057098_00401_005" n="5"/>und committenten gerechtsamen, so bald das geringste vorlauffen würde, <lb facs="APWIIIA6_p0401l6" xml:id="bsb00057098_00401_006" n="6"/>aufzustehen, der consultationen sich zu enthalten und die verantwortung der <lb facs="APWIIIA6_p0401l7" xml:id="bsb00057098_00401_007" n="7"/>darauß entspringenden inconvenientien, denen autoribus anheimzuweisen. <lb facs="APWIIIA6_p0401l8" xml:id="bsb00057098_00401_008" n="8"/>Daneben könte man ihnen auch zu verstehen geben, wie sie mit außlaßung <lb facs="APWIIIA6_p0401l9" xml:id="bsb00057098_00401_009" n="9"/>der stättischen über leztere erklärung in puncto gravaminum geschehener <lb facs="APWIIIA6_p0401l10" xml:id="bsb00057098_00401_010" n="10"/>monitorum verfahren, in deme man den vorgelesenen auffsaz gleichsam nutu <lb facs="APWIIIA6_p0401l11" xml:id="bsb00057098_00401_011" n="11"/>allein approbiren und sich auß dem stegreiff darauff resolviren sollen; da man <lb facs="APWIIIA6_p0401l12" xml:id="bsb00057098_00401_012" n="12"/>doch denselben propter cursoriam lectionem nicht allerdings verstehen <w lemma="können"><orig>kön</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0401l13" xml:id="bsb00057098_00401_013" n="13"/><orig>nen</orig></w>, endlich auch als eine abschrifft mit genauer noth erhalten, <choice><sic>könne</sic><corr resp="#editor">kaum</corr></choice> der <lb facs="APWIIIA6_p0401l14" xml:id="bsb00057098_00401_014" n="14"/>dritte theil der stättischen monitorum in obacht genommen <choice><sic>werden</sic><corr resp="#editor">worden</corr></choice>. Daß <lb facs="APWIIIA6_p0401l15" xml:id="bsb00057098_00401_015" n="15"/>also kein wunder were, wann schon ein böser brieff wieder etliche nacher <lb facs="APWIIIA6_p0401l16" xml:id="bsb00057098_00401_016" n="16"/>Münster abgangen were. Wann sie der stätt vota noch einmal wie gestern <lb facs="APWIIIA6_p0401l17" xml:id="bsb00057098_00401_017" n="17"/>zehlen wollten, were man gesinnet, von stund an aufzustehen und <w lemma="davonzugehen"><orig>davon-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0401l18" xml:id="bsb00057098_00401_018" n="18"/><orig>zugehen</orig></w>. Sie werden sich aber verhoffentlich, ehe sie es darzu ankommen <lb facs="APWIIIA6_p0401l19" xml:id="bsb00057098_00401_019" n="19"/>laßen, anderst bedenken und sich eines beßern erklären.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0401l20" xml:id="bsb00057098_00401_020" n="20"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Regensburg.</hi> Die proponirte fraag gehe dahin, ob man sich bey so gestalten <lb facs="APWIIIA6_p0401l21" xml:id="bsb00057098_00401_021" n="21"/>sachen von den fürstlichen separiren und eher nicht erscheinen wolle, man <lb facs="APWIIIA6_p0401l22" xml:id="bsb00057098_00401_022" n="22"/>habe dann zuvor den effectum voti decisivi erhalten? Er habe mit seinem <lb facs="APWIIIA6_p0401l23" xml:id="bsb00057098_00401_023" n="23"/>collega darauß geredt, der wolle, daß ein error mit unterlaufe, der fürstlichen <lb facs="APWIIIA6_p0401l24" xml:id="bsb00057098_00401_024" n="24"/>meinung gehe allein dahin, daß sie den stätten in causis communibus kein <lb facs="APWIIIA6_p0401l25" xml:id="bsb00057098_00401_025" n="25"/>votum decisivum passiren laßen wolten, er aber habe ihme gesagt, daß sie <lb facs="APWIIIA6_p0401l26" xml:id="bsb00057098_00401_026" n="26"/>nicht nur in ihren aigenen, sondern auch allen anderen communibus <w lemma="negociis"><orig>nego-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0401l27" xml:id="bsb00057098_00401_027" n="27"/><orig>ciis</orig></w>, es seyen ecclesiastica oder politica, votiren können. Nun. seye bekannt, <lb facs="APWIIIA6_p0401l28" xml:id="bsb00057098_00401_028" n="28"/>daß denen stätten das votum decisivum offt und viel, sonderlich aber in anno <lb facs="APWIIIA6_p0401l29" xml:id="bsb00057098_00401_029" n="29"/>1582 disputiret worden. Da sich aber die stätte in puncto contributionis <lb facs="APWIIIA6_p0401l30" xml:id="bsb00057098_00401_030" n="30"/>ehender nicht erklären wollen, es seye ihnen dann vorhin sowol in diesem <lb facs="APWIIIA6_p0401l31" xml:id="bsb00057098_00401_031" n="31"/>puncto als auch in ecclesiasticis satisfaction geschehen. Die churfürstliche, <lb facs="APWIIIA6_p0401l32" xml:id="bsb00057098_00401_032" n="32"/>wie Dr. Reigersberger zu Münster gesagt, seyen noch der meinung. Wann <lb facs="APWIIIA6_p0401l33" xml:id="bsb00057098_00401_033" n="33"/>sich nun dieselbe opponiren und die fürstliche von den stätten abtretten <lb facs="APWIIIA6_p0401l34" xml:id="bsb00057098_00401_034" n="34"/>wollten, stünden diese ihres voti decisivi halben in gefahr. Were also die <lb facs="APWIIIA6_p0401l35" xml:id="bsb00057098_00401_035" n="35"/>fraag, ob es beßer were, sich des voti decisivi auffs wenigst mit etwas <w lemma="praejudiz"><orig>praeju-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0401l36" xml:id="bsb00057098_00401_036" n="36"/><orig>diz</orig></w> zu bedienen oder sich deßelben ganz verlustig zu machen? Seye in alle <lb facs="APWIIIA6_p0401l37" xml:id="bsb00057098_00401_037" n="37"/>weg dahin zu trachten, daß man in possessione bleibe, weiln es in petitorio <lb facs="APWIIIA6_p0401l38" xml:id="bsb00057098_00401_038" n="38"/>schwer hergehen dörffte. Seye also des herrn Lübekischen meinung, daß <lb facs="APWIIIA6_p0401l39" xml:id="bsb00057098_00401_039" n="39"/>man sich vor dißmal noch einfinden solle. Die stätte haben etlich und 30 <lb facs="APWIIIA6_p0401l40" xml:id="bsb00057098_00401_040" n="40"/>vota, wann sie <choice><sic>nur</sic><corr resp="#editor">nun</corr></choice> in consilio gezehlt werden solten, würden sie in omnibus <lb facs="APWIIIA6_p0401l41" xml:id="bsb00057098_00401_041" n="41"/>causis die majora machen; fragt demnach, ob nicht das ein mittel were, daß <lb facs="APWIIIA6_p0401l42" xml:id="bsb00057098_00401_042" n="42"/>die stätte so viel vota <choice><sic>behalten</sic><corr resp="#editor">behielten</corr></choice> als die fürstlichen haben? Doch alles ohne <lb facs="APWIIIA6_p0401l43" xml:id="bsb00057098_00401_043" n="43"/>praejudiz der übrigen stätte, nur daß man sich nicht von ihnen separiren<pb n="330" facs="APWIIIA6_p0402" sameAs="#bsb00057098_00402"/><lb facs="APWIIIA6_p0402l1" xml:id="bsb00057098_00402_001" n="1"/>müße, sonsten es dem gemeinen wesen sehr schäd- und hinderlich sein <lb facs="APWIIIA6_p0402l2" xml:id="bsb00057098_00402_002" n="2"/>würde. So lang einig medium, beysammen zu bleiben, obhanden, solle man <lb facs="APWIIIA6_p0402l3" xml:id="bsb00057098_00402_003" n="3"/>sich ja nicht separiren. Solcher gestalt handelte man mit glimpff und würde <lb facs="APWIIIA6_p0402l4" xml:id="bsb00057098_00402_004" n="4"/>den stätten nicht praejudiciret. Wo es aber die fürstliche nicht zugeben <w lemma="wolten"><orig>wol-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l5" xml:id="bsb00057098_00402_005" n="5"/><orig>ten</orig></w>, seye er mit dem herrn Straßburgischen einig, doch daß man diesen <w lemma="vorschlag"><orig>vor-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l6" xml:id="bsb00057098_00402_006" n="6"/><orig>schlag</orig></w> nicht gleich anfangs thue.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0402l7" xml:id="bsb00057098_00402_007" n="7"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Frankfurt.</hi> Ex parte Frankfurth wollte man nicht gern dem erbaren stätt <lb facs="APWIIIA6_p0402l8" xml:id="bsb00057098_00402_008" n="8"/>collegio, weniger derselben herrn oberen und principalen in etwas <w lemma="praejudiciren"><orig>praejudi-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l9" xml:id="bsb00057098_00402_009" n="9"/><orig>ciren</orig></w> oder gegen das iederzeit so hoch behaubtete kleinodt des voti decisivi <lb facs="APWIIIA6_p0402l10" xml:id="bsb00057098_00402_010" n="10"/>das wenigste begeben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0402l11" xml:id="bsb00057098_00402_011" n="11"/>Allein stellete man zu bedenken, 1. daß die herren fürstliche abgesanden bey <lb facs="APWIIIA6_p0402l12" xml:id="bsb00057098_00402_012" n="12"/>gestriger session sich biß dahin vernehmen hetten laßen, daß sie die <w lemma="stättische"><orig>stätti</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l13" xml:id="bsb00057098_00402_013" n="13"/><orig>sche</orig></w> an ihren hergebrachten juribus in keine weis noch weg zu <w lemma="beeinträchtigen"><orig>beeinträchti</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l14" xml:id="bsb00057098_00402_014" n="14"/><orig>gen</orig></w> begehrten, 2. ihnen iederzeit, wegen beybehaltung ihres voti decisivi, <lb facs="APWIIIA6_p0402l15" xml:id="bsb00057098_00402_015" n="15"/>nach bestem vermögen assistenz geleistet hetten und solcher intention noch <lb facs="APWIIIA6_p0402l16" xml:id="bsb00057098_00402_016" n="16"/>weren, diß orts aber 3. nicht eben in forma collegii imperialis, sondern in <lb facs="APWIIIA6_p0402l17" xml:id="bsb00057098_00402_017" n="17"/>forma eines evangelischen convents und partey gegen die herrn catholischen <lb facs="APWIIIA6_p0402l18" xml:id="bsb00057098_00402_018" n="18"/>in puncto gravaminum beysammen weren. Und 4. den erbaren frey und <lb facs="APWIIIA6_p0402l19" xml:id="bsb00057098_00402_019" n="19"/>reichsstätten heimstelleten, ihre angelegene nothdurfften selbsten zu <w lemma="beobachten"><orig>beob-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l20" xml:id="bsb00057098_00402_020" n="20"/><orig>achten</orig></w> und wie sie solche dem communi concluso eingerukt haben wolten, <lb facs="APWIIIA6_p0402l21" xml:id="bsb00057098_00402_021" n="21"/>sie dieselbe dabey zu laßen und zu secundiren, auch was die communia <lb facs="APWIIIA6_p0402l22" xml:id="bsb00057098_00402_022" n="22"/>imperii anlangete, deren gutdünken zu vernehmen und zu attendiren, <w lemma="intentionirt"><orig>inten-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l23" xml:id="bsb00057098_00402_023" n="23"/><orig>tionirt</orig></w> weren. Hingegen aber 5. ihnen, den herrn fürstlichen, gar schwer <w lemma="fürkäme"><orig>für</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l24" xml:id="bsb00057098_00402_024" n="24"/><orig>käme</orig></w>, sich bey diesem convent allezeit von den stättischen, deren in die 34 <lb facs="APWIIIA6_p0402l25" xml:id="bsb00057098_00402_025" n="25"/>vota mit denen vertretenden, da der fürstlichen über 16 nicht wären, <w lemma="überstimmet"><orig>über</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l26" xml:id="bsb00057098_00402_026" n="26"/><orig>stimmet</orig></w> zu sehen. Nächst dem, daß 6. die geringste reichsstatt mit den <w lemma="höchsten"><orig>höch</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l27" xml:id="bsb00057098_00402_027" n="27"/><orig>sten</orig></w> fürsten, die offt 40 und 50 stätt unter sich hetten, ein gleiches votum <lb facs="APWIIIA6_p0402l28" xml:id="bsb00057098_00402_028" n="28"/>haben würde. Und dann 7. man eben nicht so praecise auff die pluralitatem <lb facs="APWIIIA6_p0402l29" xml:id="bsb00057098_00402_029" n="29"/>votorum als gute erinnerungen, was dem evangelischen wohlwesen <w lemma="nuzund"><orig>nuz-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l30" xml:id="bsb00057098_00402_030" n="30"/><orig>und</orig></w> fürträglich sein möchte, hier orts zu gehen gemeint seye. Neben dieser, <lb facs="APWIIIA6_p0402l31" xml:id="bsb00057098_00402_031" n="31"/>der fürstlichen herren gesanden zimlich moderirter erklärung aber auch <lb facs="APWIIIA6_p0402l32" xml:id="bsb00057098_00402_032" n="32"/>dieses zu consideriren stünde, daß 8. die fürsten sich nur von den stätten <lb facs="APWIIIA6_p0402l33" xml:id="bsb00057098_00402_033" n="33"/>separiren und per collegia, dem reichsherkommen nach, handeln dörfften; so <lb facs="APWIIIA6_p0402l34" xml:id="bsb00057098_00402_034" n="34"/>würden unserseits die majora fallen und wie anderst nichts als ein votum <lb facs="APWIIIA6_p0402l35" xml:id="bsb00057098_00402_035" n="35"/>curiatum behalten, hingegen die fürsten ein gleiches, auch in consideration <lb facs="APWIIIA6_p0402l36" xml:id="bsb00057098_00402_036" n="36"/>derselben autoritet, ein größer und nachdenklicheres votum haben würden. <lb facs="APWIIIA6_p0402l37" xml:id="bsb00057098_00402_037" n="37"/>Über daß 9. wir ihre consilia dardurch nicht allein nicht coram anhören oder <lb facs="APWIIIA6_p0402l38" xml:id="bsb00057098_00402_038" n="38"/>cum moderatione interloquiren und unsere nohtdurfft dabey erinnern <w lemma="könten"><orig>kön</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l39" xml:id="bsb00057098_00402_039" n="39"/><orig>ten</orig></w>, sondern daß auch 10. die churfürsten sich mit den fürsten in bestreitung <lb facs="APWIIIA6_p0402l40" xml:id="bsb00057098_00402_040" n="40"/>des voti decisivi leichtlich conjungiren, der stätt condition aber damit vorab <lb facs="APWIIIA6_p0402l41" xml:id="bsb00057098_00402_041" n="41"/>hoc rerum statu noch schwärer gemacht werden könnte. Und 11. aniezo de <lb facs="APWIIIA6_p0402l42" xml:id="bsb00057098_00402_042" n="42"/>salute totius rei evangelicae tractation gepflogen werde, man durch <w lemma="dergleichen"><orig>derglei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0402l43" xml:id="bsb00057098_00402_043" n="43"/><orig>chen</orig></w> zwiespalt aber ein irreparabile damnum sich auff den halß ziehen könte.</p>
	      <p><pb n="331" facs="APWIIIA6_p0403" sameAs="#bsb00057098_00403"/><lb facs="APWIIIA6_p0403l1" xml:id="bsb00057098_00403_001" n="1"/>Und dann 12. dahero keine stund zu versäumen, die friedenstractaten zu <lb facs="APWIIIA6_p0403l2" xml:id="bsb00057098_00403_002" n="2"/>befördern. Stellen darauff zum nachdenken, ob nicht das ein mittel were, daß <lb facs="APWIIIA6_p0403l3" xml:id="bsb00057098_00403_003" n="3"/>man für heut davon bliebe und der herrn fürstlichen meinung schrifftlich <lb facs="APWIIIA6_p0403l4" xml:id="bsb00057098_00403_004" n="4"/>begehrte, damit man es gegen den herrn principalen verantworten könne. <lb facs="APWIIIA6_p0403l5" xml:id="bsb00057098_00403_005" n="5"/>Mit dem erbieten, daß man sich stättischen theils fürderlich darauff erklären <lb facs="APWIIIA6_p0403l6" xml:id="bsb00057098_00403_006" n="6"/>wolte. Altenburg seye causa totius hujus mali, tractire die stättischen nicht <lb facs="APWIIIA6_p0403l7" xml:id="bsb00057098_00403_007" n="7"/>anderst, als wann sie seine schülerbuben weren, thue in die concept und <lb facs="APWIIIA6_p0403l8" xml:id="bsb00057098_00403_008" n="8"/>herauß, was er wolle, laße in continenti ansagen, die leuth zu übereilen. Man <lb facs="APWIIIA6_p0403l9" xml:id="bsb00057098_00403_009" n="9"/>corrigire die majora, berede die leuth etlicher sachen, die zu Münster nicht <lb facs="APWIIIA6_p0403l10" xml:id="bsb00057098_00403_010" n="10"/>vorgangen. Gehen der catholischen auffsaz nicht nach, wie daselbsten <w lemma="geschloßen"><orig>ge</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0403l11" xml:id="bsb00057098_00403_011" n="11"/><orig>schloßen</orig></w>. Bekennen, wann man auff die bilanz seze, die rationes pro voto <lb facs="APWIIIA6_p0403l12" xml:id="bsb00057098_00403_012" n="12"/>decisivo und ob man das ganze negocium pacis deßwegen deseriren solle, <lb facs="APWIIIA6_p0403l13" xml:id="bsb00057098_00403_013" n="13"/>daß der außschlag schwärlich darinnen zu geben seye.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0403l14" xml:id="bsb00057098_00403_014" n="14"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Nürnberg.</hi> Sagt, er bekenne, daß beederseits rationes ein großes pondus in <lb facs="APWIIIA6_p0403l15" xml:id="bsb00057098_00403_015" n="15"/>sich haben. Wann die stätte sich in ihren suffragiis mit den fürstlichen <w lemma="conformiren"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0403l16" xml:id="bsb00057098_00403_016" n="16"/><orig>formiren</orig></w> müßten oder sollten, were es gegen den herrn principalen <w lemma="unverantwortlich"><orig>unver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0403l17" xml:id="bsb00057098_00403_017" n="17"/><orig>antwortlich</orig></w>. Halte aber doch davor, daß man sich vor der Separation hüten <lb facs="APWIIIA6_p0403l18" xml:id="bsb00057098_00403_018" n="18"/>solle, weiln die fürstlichen sonsten an alle ende, daß sich die stätte von ihnen <lb facs="APWIIIA6_p0403l19" xml:id="bsb00057098_00403_019" n="19"/>separirt, da sie sich doch derselben angenommen hetten, schreiben und die <lb facs="APWIIIA6_p0403l20" xml:id="bsb00057098_00403_020" n="20"/>stätt den kürzeren ziehen dörfften, sonderlich weil man noch nicht wiße, was <lb facs="APWIIIA6_p0403l21" xml:id="bsb00057098_00403_021" n="21"/>ihre eigentliche meinung seye. Were also das protocoll zu begehren und zu <lb facs="APWIIIA6_p0403l22" xml:id="bsb00057098_00403_022" n="22"/>sehen, wie ihre erklärung laute, und was ihre rationes ponderis in sich haben. <lb facs="APWIIIA6_p0403l23" xml:id="bsb00057098_00403_023" n="23"/>Seye nicht ohne, daß theils stätt klein und jeziger zeit kaum 12 oder 15 <lb facs="APWIIIA6_p0403l24" xml:id="bsb00057098_00403_024" n="24"/>bürger mehr darinnen seyen. Hingegen aber die fürsten viel unterthanen und <lb facs="APWIIIA6_p0403l25" xml:id="bsb00057098_00403_025" n="25"/>große territoria haben. Seye zwar indifferent, was man dis orths thun wolle, <lb facs="APWIIIA6_p0403l26" xml:id="bsb00057098_00403_026" n="26"/>halte aber doch für räthlicher, daß man sich für dißmal noch dahin begeben <lb facs="APWIIIA6_p0403l27" xml:id="bsb00057098_00403_027" n="27"/>und sehen solle, wie die resolution fallen möchte, zumaln weiln Lampadius <lb facs="APWIIIA6_p0403l28" xml:id="bsb00057098_00403_028" n="28"/>und andere sich zulezt etwas milder erkläret, daß sie nemlich den stätten von <lb facs="APWIIIA6_p0403l29" xml:id="bsb00057098_00403_029" n="29"/>ihren juribus nichts zu nehmen noch ihnen zu praejudiciren begehrten und <lb facs="APWIIIA6_p0403l30" xml:id="bsb00057098_00403_030" n="30"/>nachgegeben haben, daß der terminus restitutionis a quo nicht nur auff <lb facs="APWIIIA6_p0403l31" xml:id="bsb00057098_00403_031" n="31"/>ecclesiastica, sondern auch politica zugleich eingerichtet werden solle.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0403l32" xml:id="bsb00057098_00403_032" n="32"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Bremen.</hi> Wollte nicht gern inter rigidiores sein, dannoch auch nicht gern <lb facs="APWIIIA6_p0403l33" xml:id="bsb00057098_00403_033" n="33"/>den oberen praejudiciren, weren zwar verschiedenliche vorschläge in das <lb facs="APWIIIA6_p0403l34" xml:id="bsb00057098_00403_034" n="34"/>mittel gebracht worden, als von Regenspurg, daß man sich erbieten solte, <lb facs="APWIIIA6_p0403l35" xml:id="bsb00057098_00403_035" n="35"/>nicht mehr vota zu haben als die fürstliche in casum discrepantiae, von <lb facs="APWIIIA6_p0403l36" xml:id="bsb00057098_00403_036" n="36"/>Frankfurth aber, daß man absonderlich votiren und ein votum curiatum <w lemma="einbringen"><orig>ein-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0403l37" xml:id="bsb00057098_00403_037" n="37"/><orig>bringen</orig></w> solte. Hielte aber dafür, daß niemand auff dieses wichtige und <lb facs="APWIIIA6_p0403l38" xml:id="bsb00057098_00403_038" n="38"/>schwäre werkh instruirt noch von dem herkommen zu schreiten seye, weiln <lb facs="APWIIIA6_p0403l39" xml:id="bsb00057098_00403_039" n="39"/>in allen dergleichen conventen die stätt viritim gefragt worden und also <lb facs="APWIIIA6_p0403l40" xml:id="bsb00057098_00403_040" n="40"/>nichts neues seye, was man diß orths begehre. Solte aber an seiten der <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0403l41" xml:id="bsb00057098_00403_041" n="41"/><orig>lichen</orig></w> einige neuerung vorgenommen oder eingeführet werden wollen, <lb facs="APWIIIA6_p0403l42" xml:id="bsb00057098_00403_042" n="42"/>müßte man dominos superiores vorhin vernehmen, ob darein zu gehälen. <lb facs="APWIIIA6_p0403l43" xml:id="bsb00057098_00403_043" n="43"/>Were aber doch der meinung, man solte dißmal im nahmen Gottes <w lemma="erscheinen"><orig>erschei-</orig><pb n="332" facs="APWIIIA6_p0404" sameAs="#bsb00057098_00404"/><lb facs="APWIIIA6_p0404l1" xml:id="bsb00057098_00404_001" n="1"/><orig>nen</orig></w> und vorhero anzeigen. Es hetten sich civitatenses wiederumb und zwar <lb facs="APWIIIA6_p0404l2" xml:id="bsb00057098_00404_002" n="2"/>in der zuversicht eingestellet, man werde ihnen ihr votum, wie sie es bey <w lemma="dergleichen"><orig>der-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l3" xml:id="bsb00057098_00404_003" n="3"/><orig>gleichen</orig></w> conventen hergebracht, in sua integritate allerdings laßen. In <w lemma="solcher"><orig>sol-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l4" xml:id="bsb00057098_00404_004" n="4"/><orig>cher</orig></w> und keiner andern meinung wollte man sich niedersezen und die <w lemma="consultationes"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l5" xml:id="bsb00057098_00404_005" n="5"/><orig>sultationes</orig></w> pro communi imperii bono in nomine domini fortführen helffen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0404l6" xml:id="bsb00057098_00404_006" n="6"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Ulm.</hi> Sagt, laße ihme das ex parte Frankfurth vorgeschlagene mittel wohl <lb facs="APWIIIA6_p0404l7" xml:id="bsb00057098_00404_007" n="7"/>gefallen, daß man nemlich der herrn <choice><sic>fürstliche</sic><corr resp="#editor">fürstlichen</corr></choice> resolution, damit man ihre <lb facs="APWIIIA6_p0404l8" xml:id="bsb00057098_00404_008" n="8"/>meinung recht einnehmen und verstehen könne, schrifftlich begehren solle, <lb facs="APWIIIA6_p0404l9" xml:id="bsb00057098_00404_009" n="9"/>sonsten seye er mit dem herrn directore allerdings einig.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0404l10" xml:id="bsb00057098_00404_010" n="10"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herford.</hi> Er erinnere sich, als von dem Pommerischen herrn abgesanden in <lb facs="APWIIIA6_p0404l11" xml:id="bsb00057098_00404_011" n="11"/>neulichkeit eine abschrifft von einem concluso begehrt worden, daß ihme <lb facs="APWIIIA6_p0404l12" xml:id="bsb00057098_00404_012" n="12"/>selbige, aus der ursachen, daß man mit Chursachsen und Brandenburg <lb facs="APWIIIA6_p0404l13" xml:id="bsb00057098_00404_013" n="13"/>daraus noch nicht communicirt hette, abgeschlagen worden seye, worüber er <lb facs="APWIIIA6_p0404l14" xml:id="bsb00057098_00404_014" n="14"/>sich gegen herrn Lampadio beschwäret, sagend, warumb mans ihnen, die <lb facs="APWIIIA6_p0404l15" xml:id="bsb00057098_00404_015" n="15"/>nicht im collegio, communicire und denen, so darinnen seind, verwaigern <lb facs="APWIIIA6_p0404l16" xml:id="bsb00057098_00404_016" n="16"/>wolte. Förchte, es dörffte hier auch also ergehen. Die kleinste statt habe in <lb facs="APWIIIA6_p0404l17" xml:id="bsb00057098_00404_017" n="17"/>causa religionis eben sowohl ihre stimm als der gröste fürst, wie Lampadius <lb facs="APWIIIA6_p0404l18" xml:id="bsb00057098_00404_018" n="18"/>sebsten bekennet. Seye derowegen, weiln es in die jura statuum mit einlauffe, <lb facs="APWIIIA6_p0404l19" xml:id="bsb00057098_00404_019" n="19"/>das praejudicium zu verhüten und freundschafft mit denen fürstlichen <w lemma="zuerhalten"><orig>zu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l20" xml:id="bsb00057098_00404_020" n="20"/><orig>erhalten</orig></w>, seyen viel stätte, die nicht graviret; und weiln die fürstliche sich des <lb facs="APWIIIA6_p0404l21" xml:id="bsb00057098_00404_021" n="21"/>überstimmens wegen der ungleichheit der votorum befahren, stelle er dahin, <lb facs="APWIIIA6_p0404l22" xml:id="bsb00057098_00404_022" n="22"/>ob es nicht, wie von dem herrn Regenspurgischen vorgeschlagen worden, <lb facs="APWIIIA6_p0404l23" xml:id="bsb00057098_00404_023" n="23"/>auff paritatem numeri zu stellen oder auff ein votum curiatum zu gedenken? <lb facs="APWIIIA6_p0404l24" xml:id="bsb00057098_00404_024" n="24"/>Halte davor, daß man sich noch zur zeit von denen fürstlichen nicht zu <w lemma="separiren"><orig>sepa-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l25" xml:id="bsb00057098_00404_025" n="25"/><orig>riren</orig></w>, sondern diesen morgen noch bey ihnen einzufinden habe.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0404l26" xml:id="bsb00057098_00404_026" n="26"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Eßlingen.</hi> Obwohln vortreffliche und stattliche rationes von dem löblichen <lb facs="APWIIIA6_p0404l27" xml:id="bsb00057098_00404_027" n="27"/>directorio ins mittel gebracht worden, damit er sich wol conformiren und <lb facs="APWIIIA6_p0404l28" xml:id="bsb00057098_00404_028" n="28"/>vergleichen könnte, wolle er sich doch, weiln die majora anderst ausgefallen, <lb facs="APWIIIA6_p0404l29" xml:id="bsb00057098_00404_029" n="29"/>mit dem Lübekh- und Bremischen voto vergleichen, daß man sich <w lemma="nochmaln"><orig>noch-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l30" xml:id="bsb00057098_00404_030" n="30"/><orig>maln</orig></w> bey den herrn fürstlichen einstellen und sagen solle, man wolle hoffen, <lb facs="APWIIIA6_p0404l31" xml:id="bsb00057098_00404_031" n="31"/>sie werden den erbaren stätten in nichts nicht zu praejudiciren begehren. <lb facs="APWIIIA6_p0404l32" xml:id="bsb00057098_00404_032" n="32"/>Wann man aber mit denselben anderst und wie gestern verfahren sollte, <lb facs="APWIIIA6_p0404l33" xml:id="bsb00057098_00404_033" n="33"/>werden sie nicht zu verdenken sein, wann sie andere resolutiones faßen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0404l34" xml:id="bsb00057098_00404_034" n="34"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Memmingen.</hi> Sagt, es seyen pro et contra so stattliche rationes ins mittel <lb facs="APWIIIA6_p0404l35" xml:id="bsb00057098_00404_035" n="35"/>kommen, daß er fast bey ihme anstehe, welche er ergreiffen solle. Doch wolle <lb facs="APWIIIA6_p0404l36" xml:id="bsb00057098_00404_036" n="36"/>er sich mit dem herrn Lübekh- und Bremischen, weiln die majora dahin <lb facs="APWIIIA6_p0404l37" xml:id="bsb00057098_00404_037" n="37"/>gehen, daß man nemlich noch einmal sich einstellen und sehen solle, was die <lb facs="APWIIIA6_p0404l38" xml:id="bsb00057098_00404_038" n="38"/>fürstliche in propositionem bringen werden, verglichen haben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0404l39" xml:id="bsb00057098_00404_039" n="39"/>Weiln nun die vota paria gewest und aber Frankfurth, nach geendeter <w lemma="umbfrag"><orig>umb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l40" xml:id="bsb00057098_00404_040" n="40"/><orig>frag</orig></w>, sich mit Lübekh auch verglichen, als seind die majora und das <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Conclusum</hi></hi> <lb facs="APWIIIA6_p0404l41" xml:id="bsb00057098_00404_041" n="41"/>dahin gangen, daß man sich nochmaln bey den fürstlichen einfinden und <w lemma="erwarten"><orig>er-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0404l42" xml:id="bsb00057098_00404_042" n="42"/><orig>warten</orig></w> solle, wie sie sich erzaigen und weßen sie sich resolviren werden.</p>
	    </div>