<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00353">
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0353l10" xml:id="bsb00057098_00353_010" n="10"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Directorium.</hi> Referirt, nachdem es sich am verwichenen sambstag mit <w lemma="mundirung"><orig>mun-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0353l11" xml:id="bsb00057098_00353_011" n="11"/><orig>dirung</orig></w> der damahlen gefaßten monitorum ziemlich lang und biß zu 6 uhren <lb facs="APWIIIA6_p0353l12" xml:id="bsb00057098_00353_012" n="12"/>hin verweilet, habe er selbige durch einen cancellisten denen herrn <w lemma="Altenburgischen"><orig>Alten-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0353l13" xml:id="bsb00057098_00353_013" n="13"/><orig>burgischen</orig></w> neben dem erbieten hinterbringen laßen, zum fall sie bey einem <lb facs="APWIIIA6_p0353l14" xml:id="bsb00057098_00353_014" n="14"/>und dem andern noch mehrere erleuterung von nöhten hetten, daß er sich, <lb facs="APWIIIA6_p0353l15" xml:id="bsb00057098_00353_015" n="15"/>neben dem herrn Nürnbergischen, bey ihnen auf begehren einfinden wollte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0353n1" xml:id="bsb00057098_00353_dok0063_n01"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0353l41" xml:id="bsb00057098_00353_041" n="41"/><hi style="font-style:italic;">Vgl. dazu <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00294.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> III S. 160.</ref></hi> Endliche Erklärung <hi style="font-style:italic;">ebd. S. 160–170.</hi></p> </note>. <lb facs="APWIIIA6_p0353l16" xml:id="bsb00057098_00353_016" n="16"/>Worauf sie sich der communication bedankt mit vermelden, die zeit zur <lb facs="APWIIIA6_p0353l17" xml:id="bsb00057098_00353_017" n="17"/>conferenz auff folgenden sontag wißen zu laßen, welches auch geschehen, <lb facs="APWIIIA6_p0353l18" xml:id="bsb00057098_00353_018" n="18"/>also daß sie <choice><sic>ihme</sic><corr resp="#editor">ihne</corr></choice> nachmittag gegen 3 uhr zu sich beschaiden. Als er sich nun <lb facs="APWIIIA6_p0353l19" xml:id="bsb00057098_00353_019" n="19"/>allein (weil der herr Nürnbergische eben dazumahl bey herrn Oxenstirns <lb facs="APWIIIA6_p0353l20" xml:id="bsb00057098_00353_020" n="20"/>Excellenzen audienz gehabt) bey ihnen eingefunden, hetten sie vermeldet, <lb facs="APWIIIA6_p0353l21" xml:id="bsb00057098_00353_021" n="21"/>daß sie zwar die monita der erbaren stätt gelesen und allerhand gute <w lemma="erinnerungen"><orig>erinne-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0353l22" xml:id="bsb00057098_00353_022" n="22"/><orig>rungen</orig></w> darinnen gefunden, wollten aber noch ferner mit ihme darauß reden. <lb facs="APWIIIA6_p0353l23" xml:id="bsb00057098_00353_023" n="23"/>Inmaßen auch von puncten zu puncten geschehen und bey iedem die ratio, <lb facs="APWIIIA6_p0353l24" xml:id="bsb00057098_00353_024" n="24"/>warumb eins und das andere also gesezt, eröffnet, von ihnen aber angedeutet <lb facs="APWIIIA6_p0353l25" xml:id="bsb00057098_00353_025" n="25"/>worden, daß von dem begehren der vorsezung halben nach dem 21. articul <lb facs="APWIIIA6_p0353l26" xml:id="bsb00057098_00353_026" n="26"/>bey denen fürstlichen noch ferneres geredt werden solle. Wobey ers damals <lb facs="APWIIIA6_p0353l27" xml:id="bsb00057098_00353_027" n="27"/>bewenden laßen und seinen abschied wiederumb genommen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0353l28" xml:id="bsb00057098_00353_028" n="28"/>Gestern nach 8 uhren habe er, der herr Lübekhische, ihme sagen laßen, man <lb facs="APWIIIA6_p0353l29" xml:id="bsb00057098_00353_029" n="29"/>were den abend zuvor bey dem Magdeburgischen beysammen gewest, und <lb facs="APWIIIA6_p0353l30" xml:id="bsb00057098_00353_030" n="30"/>werde die extraditio der ferneren erklärung nunmehr geschehen, stellte <w lemma="derowegen"><orig>dero-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0353l31" xml:id="bsb00057098_00353_031" n="31"/><orig>wegen</orig></w> zum nachdenken, ob man nicht vorhero zusammen tretten und sich, <lb facs="APWIIIA6_p0353l32" xml:id="bsb00057098_00353_032" n="32"/>was dabey zu thun sein möchte, mit einander unterreden wollte? Dieweiln <lb facs="APWIIIA6_p0353l33" xml:id="bsb00057098_00353_033" n="33"/>aber eodem momento auch die herrn Altenburgische seiner begehrt und die <lb facs="APWIIIA6_p0353l34" xml:id="bsb00057098_00353_034" n="34"/>stund von den herrn Schwedischen umb 9 uhr bestimbt gewest, als hette er <lb facs="APWIIIA6_p0353l35" xml:id="bsb00057098_00353_035" n="35"/>sich gegen den herrn Lübekischen dahin vernehmen laßen, weiln ihme von <lb facs="APWIIIA6_p0353l36" xml:id="bsb00057098_00353_036" n="36"/>gestriger handlung und consultation nichts bewust, als wollte er selbige von <lb facs="APWIIIA6_p0353l37" xml:id="bsb00057098_00353_037" n="37"/>den herrn Altenburgischen erst vernehmen und alßdann weiter mit ihme <lb facs="APWIIIA6_p0353l38" xml:id="bsb00057098_00353_038" n="38"/>daraus communiciren. Nachdeme er nun dorthin kommen, hetten sie ihme <lb facs="APWIIIA6_p0353l39" xml:id="bsb00057098_00353_039" n="39"/>angezeigt, daß den meisten monitis der erbaren stätt außer etlich wenigen, so <lb facs="APWIIIA6_p0353l40" xml:id="bsb00057098_00353_040" n="40"/>specificirt, deferirt worden seye. So viel aber die vorsezung der ritterschafft<pb n="282" facs="APWIIIA6_p0354" sameAs="#bsb00057098_00354"/><lb facs="APWIIIA6_p0354l1" xml:id="bsb00057098_00354_001" n="1"/>betreffe, hette man bey den fürstlichen nicht finden können, daß die ordnung <lb facs="APWIIIA6_p0354l2" xml:id="bsb00057098_00354_002" n="2"/>geändert werden sollte, weiln man diß orts in declaratione und erläuterung <lb facs="APWIIIA6_p0354l3" xml:id="bsb00057098_00354_003" n="3"/>des religionfriedens, deme sie bey dem aufsaz nachgegangen, stünde und <lb facs="APWIIIA6_p0354l4" xml:id="bsb00057098_00354_004" n="4"/>sich kein exempel findete, daß die stätte der reichsritterschafft, <choice><sic>wovon</sic><corr resp="#editor">wo von</corr></choice> <lb facs="APWIIIA6_p0354l5" xml:id="bsb00057098_00354_005" n="5"/>beeden ex professo gehandelt, weren praeferirt und vorgezogen worden, das <lb facs="APWIIIA6_p0354l6" xml:id="bsb00057098_00354_006" n="6"/>contrarium aber sich sowol im religionfrieden als der <w lemma="cammergerichtsordnung"><orig>cammergerichtsord-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l7" xml:id="bsb00057098_00354_007" n="7"/><orig>nung</orig></w>, bey deren aufrichtung die stätt unzweifenlich die ihrigen auch gehabt, <lb facs="APWIIIA6_p0354l8" xml:id="bsb00057098_00354_008" n="8"/>erzeigete. Es sollte aber bey der extradition sowohl eines als andern orts <lb facs="APWIIIA6_p0354l9" xml:id="bsb00057098_00354_009" n="9"/>außdrüklich erinnert werden, daß die stätte sich dieser collocation <w lemma="beschwärt"><orig>be</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l10" xml:id="bsb00057098_00354_010" n="10"/><orig>schwärt</orig></w> und nicht darein verwilliget haben, noch die fürstliche gesinnet <lb facs="APWIIIA6_p0354l11" xml:id="bsb00057098_00354_011" n="11"/>seyen, denen erbaren stätten in ihrer praerogatio neque ratione petitorii <lb facs="APWIIIA6_p0354l12" xml:id="bsb00057098_00354_012" n="12"/>neque possessorii zu praejudiciren. Stünde auch denenselben frey, hiernächst <lb facs="APWIIIA6_p0354l13" xml:id="bsb00057098_00354_013" n="13"/>ein ander exemplar nach belieben außfertigen zu laßen und daßelbe zu <w lemma="übergeben"><orig>über</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l14" xml:id="bsb00057098_00354_014" n="14"/><orig>geben</orig></w>. Können sie die praelation erhalten, mögens ihnen die fürstliche wol <lb facs="APWIIIA6_p0354l15" xml:id="bsb00057098_00354_015" n="15"/>gönnen. Er habe darauf geantwortet, er höre es sehr ungern, daß denen <lb facs="APWIIIA6_p0354l16" xml:id="bsb00057098_00354_016" n="16"/>stätten in diesem ihren begehren nicht willfahret worden, möchte wünschen, <lb facs="APWIIIA6_p0354l17" xml:id="bsb00057098_00354_017" n="17"/>daß die zeit nicht so kurz angerennet were, sondern man mit einem <w lemma="geänderten"><orig>geänder</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l18" xml:id="bsb00057098_00354_018" n="18"/><orig>ten</orig></w> exemplar zugleich einkommen könnte, weiln es aber damit zu spät, als <lb facs="APWIIIA6_p0354l19" xml:id="bsb00057098_00354_019" n="19"/>müsten die stätte ihnen ihre fernere nohtdurfft darwieder vorbehalten. Nächst <lb facs="APWIIIA6_p0354l20" xml:id="bsb00057098_00354_020" n="20"/>diesem hetten sie erzehlet, was die herrn Chursächsische und <w lemma="Brandenburgische"><orig>Brandenbur-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l21" xml:id="bsb00057098_00354_021" n="21"/><orig>gische</orig></w> für erinnerungen bey dem concept gethan, die auch meistentheils <lb facs="APWIIIA6_p0354l22" xml:id="bsb00057098_00354_022" n="22"/>denenselben beygerukt worden. Indeßen seye herr Lampadius angefahren <lb facs="APWIIIA6_p0354l23" xml:id="bsb00057098_00354_023" n="23"/>kommen, welcher in discursu, occasione der subjectorum, so auf die hohe <lb facs="APWIIIA6_p0354l24" xml:id="bsb00057098_00354_024" n="24"/>und andere stiffter einzunehmen, darunter dann sonderlich der alten <w lemma="geschlechter"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l25" xml:id="bsb00057098_00354_025" n="25"/><orig>schlechter</orig></w>, doctorn und anderer qualificirten personen gedacht worden, <lb facs="APWIIIA6_p0354l26" xml:id="bsb00057098_00354_026" n="26"/>gesagt, es befinden sich in zahl der Rheinischen ritterschafft und sonderlich <lb facs="APWIIIA6_p0354l27" xml:id="bsb00057098_00354_027" n="27"/>auf dem erzstifft Mainz auch grafen und freyherrn. Ob er aber damit tacite <lb facs="APWIIIA6_p0354l28" xml:id="bsb00057098_00354_028" n="28"/>zu verstehen geben wollen, daß auch umb dieser ursach willen die <w lemma="ritterschafft"><orig>ritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l29" xml:id="bsb00057098_00354_029" n="29"/><orig>schafft</orig></w> das prae vor denen stätten haben solle, stehe an seinem orth.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0354l30" xml:id="bsb00057098_00354_030" n="30"/>Als man nun darauf zu den herrn Schwedischen hingefahren, seyen, nechst <lb facs="APWIIIA6_p0354l31" xml:id="bsb00057098_00354_031" n="31"/>den <choice><sic>curialen</sic><corr resp="#editor">curialien</corr></choice> und danksagung für bißher verspürte inclination, erwiesene <lb facs="APWIIIA6_p0354l32" xml:id="bsb00057098_00354_032" n="32"/>sorgfalt und befürderung des gemeinen evangelischen wesens und <w lemma="angehengter"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l33" xml:id="bsb00057098_00354_033" n="33"/><orig>hengter</orig></w> fernerer recommendation, 4 haubtpuncten in die proposition <w lemma="gebracht"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l34" xml:id="bsb00057098_00354_034" n="34"/><orig>bracht</orig></w> worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0354n2" xml:id="bsb00057098_00354_dok0063_n02"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0354l43" xml:id="bsb00057098_00354_043" n="43"/>Vgl. J. Oxenstierna und Salvius an Kgin. Christina vom 8./18. Juni 1646 <hi style="font-style:normal;">APW</hi> <ref type="document" subtype="extern" facs="#APWIIC2_0130" target="#bsb00056721_00369_dok0130">II C 2 nr. 130 <lb facs="APWIIIA6_p0354l44" xml:id="bsb00057098_00354_044" n="44"/>S. 329–334</ref>.</p> </note>. Als 1. daß man sie ersucht, bey denen herrn Kayserlichen <lb facs="APWIIIA6_p0354l35" xml:id="bsb00057098_00354_035" n="35"/>dahin zu laboriren, daß die Spanische krieg mit der Teutschen <w lemma="friedenshandlung"><orig>friedens-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l36" xml:id="bsb00057098_00354_036" n="36"/><orig>handlung</orig></w> nicht vermenget, noch einige hindernus daraus genommen werde; <lb facs="APWIIIA6_p0354l37" xml:id="bsb00057098_00354_037" n="37"/>2. daß sie sich in dem aufsaz begehrter vollmacht in puncto ratificationis <lb facs="APWIIIA6_p0354l38" xml:id="bsb00057098_00354_038" n="38"/>ersehen und mit denen herrn Franzosen darauß communiciren; 3. mit denen <lb facs="APWIIIA6_p0354l39" xml:id="bsb00057098_00354_039" n="39"/>herrn Kayser- und catholischen in puncto gravaminum noch fernere <w lemma="handlung"><orig>hand-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l40" xml:id="bsb00057098_00354_040" n="40"/><orig>lung</orig></w> und den evangelischen ständen iedesmahl, wie weit es darinnen <w lemma="gebracht"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0354l41" xml:id="bsb00057098_00354_041" n="41"/><orig>bracht</orig></w> worden, communication gedeyen laßen wollten; so dann 4. seye auch <lb facs="APWIIIA6_p0354l42" xml:id="bsb00057098_00354_042" n="42"/>der differenz, in welcher die stätt mit denen fürstlichen wegen der <w lemma="reichsritterschafft"><orig>reichs-</orig><pb n="283" facs="APWIIIA6_p0355" sameAs="#bsb00057098_00355"/><lb facs="APWIIIA6_p0355l1" xml:id="bsb00057098_00355_001" n="1"/><orig>ritterschafft</orig></w> angemaßter praecedenz stehen, dergestalt gedacht, daß die stätte <lb facs="APWIIIA6_p0355l2" xml:id="bsb00057098_00355_002" n="2"/>mit gedachter ordnung und collocation nicht zufrieden seyen noch ihnen <lb facs="APWIIIA6_p0355l3" xml:id="bsb00057098_00355_003" n="3"/>dadurch praejudiciren laßen wollen. Inmaßen auch die fürstliche daßelbe zu <lb facs="APWIIIA6_p0355l4" xml:id="bsb00057098_00355_004" n="4"/>thun nicht, sondern allein bey der im religionfrieden gebrauchten ordnung <lb facs="APWIIIA6_p0355l5" xml:id="bsb00057098_00355_005" n="5"/>zu verbleiben, gemeint seyen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0355l6" xml:id="bsb00057098_00355_006" n="6"/>Auf die drey ersten puncten hetten sich die herren Schwedische nach <w lemma="genommenem"><orig>genom-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l7" xml:id="bsb00057098_00355_007" n="7"/><orig>menem</orig></w> abtritt willfährig resolvirt, bey dem leztern aber sich vernehmen <lb facs="APWIIIA6_p0355l8" xml:id="bsb00057098_00355_008" n="8"/>laßen, es were ihnen lieb gewesen, wann diese differenz unter denen ständen <lb facs="APWIIIA6_p0355l9" xml:id="bsb00057098_00355_009" n="9"/>selbsten were assopirt und beygelegt worden. Demnach sie aber an sie <w lemma="gelanget"><orig>gelan-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l10" xml:id="bsb00057098_00355_010" n="10"/><orig>get</orig></w>, hetten sie gestern das der ritterschafft halben überraichte memorial dem <lb facs="APWIIIA6_p0355l11" xml:id="bsb00057098_00355_011" n="11"/>Nürnbergischen herrn abgesanden zu dem end communicirt, damit man sich <lb facs="APWIIIA6_p0355l12" xml:id="bsb00057098_00355_012" n="12"/>auf einen gegenbericht gefaßt machen könne, den sie auch erwarten wollten. <lb facs="APWIIIA6_p0355l13" xml:id="bsb00057098_00355_013" n="13"/>Hetten zwar vernommen, daß die reichsritterschafft dem fürstlichen collegio <lb facs="APWIIIA6_p0355l14" xml:id="bsb00057098_00355_014" n="14"/>etwan adjungirt gewesen, vor langen jahren aber wiederumb davon <w lemma="abkommen"><orig>abkom-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l15" xml:id="bsb00057098_00355_015" n="15"/><orig>men</orig></w> seye und krafft des Braunschweigischen herrn abgesanden selbsteigener <lb facs="APWIIIA6_p0355l16" xml:id="bsb00057098_00355_016" n="16"/>bekenntnus in 200 jahren keine session und stimm mehr im fürstenraht <lb facs="APWIIIA6_p0355l17" xml:id="bsb00057098_00355_017" n="17"/>gehabt habe, da hingegen die stätte der dignitet eines stands würklich <lb facs="APWIIIA6_p0355l18" xml:id="bsb00057098_00355_018" n="18"/>genüßen und deßwegen der ritterschafft zu praeferiren seyen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0355l19" xml:id="bsb00057098_00355_019" n="19"/>Nachmittag umb 4 uhr seye die extraditio bey den herrn Kayserlichen <w lemma="geschehen"><orig>gesche-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l20" xml:id="bsb00057098_00355_020" n="20"/><orig>hen</orig></w>, welche nicht viel wesens dabey gemacht, sondern gesagt, sie wollten <lb facs="APWIIIA6_p0355l21" xml:id="bsb00057098_00355_021" n="21"/>sich darinnen ersehen, mit denen herrn catholischen darauß communiciren <lb facs="APWIIIA6_p0355l22" xml:id="bsb00057098_00355_022" n="22"/>und alsdann sich ferner vernehmen laßen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0355l23" xml:id="bsb00057098_00355_023" n="23"/>Nach welchem der differenz zwischen denen stätten und der ritterschafft <lb facs="APWIIIA6_p0355l24" xml:id="bsb00057098_00355_024" n="24"/>zwar auch, wie bey denen herren Schwedischen gedacht, von herrn grafen <lb facs="APWIIIA6_p0355l25" xml:id="bsb00057098_00355_025" n="25"/>von Trautmansdorff aber ein schlechter vorbescheid dahin gegeben worden, <lb facs="APWIIIA6_p0355l26" xml:id="bsb00057098_00355_026" n="26"/>es seye erst billich, daß man in dergleichen aufsäzen bey dem herkommen <lb facs="APWIIIA6_p0355l27" xml:id="bsb00057098_00355_027" n="27"/>verbleibe, die stätte möchten gleichwohl das petitorium und possessorium <lb facs="APWIIIA6_p0355l28" xml:id="bsb00057098_00355_028" n="28"/>mit der ritterschafft verfechten. Das seye, was sich seit der lezten <w lemma="zusammenkunfft"><orig>zusammen-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l29" xml:id="bsb00057098_00355_029" n="29"/><orig>kunfft</orig></w> verloffen, deßen abgang der herr Nürnbergische ersezen werde.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0355l30" xml:id="bsb00057098_00355_030" n="30"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Nürnberg.</hi> Dankt für abgelegte außführliche relation, sagt, wiße nichts <lb facs="APWIIIA6_p0355l31" xml:id="bsb00057098_00355_031" n="31"/>weiters zu addiren, als daß die herrn Schwedische, da man sie gebetten, mit <lb facs="APWIIIA6_p0355l32" xml:id="bsb00057098_00355_032" n="32"/>denen herrn Kayserlichen noch ferner in puncto gravaminum zu handeln, <lb facs="APWIIIA6_p0355l33" xml:id="bsb00057098_00355_033" n="33"/>zur antwort gegeben: Man habe nicht ursach, der perpetuitet halben sich viel <lb facs="APWIIIA6_p0355l34" xml:id="bsb00057098_00355_034" n="34"/>aufzuhalten, weiln die <note xml:id="bsb00057098_00355_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0355l34" target="#bsb00057098_00355_034"><p><lb facs="APWIIIA6_p0355l40" xml:id="bsb00057098_00355_040" n="40"/><hi style="font-style:italic;">34–38</hi> catholischen – verbinden] <hi style="font-style:italic;">Änderung in Druckvorlage, ursprünglicher Text in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Strassburg"><orig>Strass-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l41" xml:id="bsb00057098_00355_041" n="41"/><orig>burg</orig></w></hi><hi style="font-style:smallCaps;"/>, <hi style="font-style:smallCaps;">Ulm</hi>, <hi style="font-style:smallCaps;">Esslingen</hi> wan sie schon nicht genöttiget, dannoch nach ihrem belieben <lb facs="APWIIIA6_p0355l42" xml:id="bsb00057098_00355_042" n="42"/>thun werden. Weiln sie den Pabst zum haubt haben und mit einer neuen liga <w lemma="umbgehen"><orig>umb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l43" xml:id="bsb00057098_00355_043" n="43"/><orig>gehen</orig></w>, dahero nöthig sein werde, sich allhier<hi style="pos:sup;">a</hi> zu verbünden.</p><p><lb facs="APWIIIA6_p0355l44" xml:id="bsb00057098_00355_044" n="44"/><hi style="pos:sup;">a</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Strassburg</hi> ebenmäßig.</p></note>catholischen bey erlangter occasion, waß sie auch iezo <lb facs="APWIIIA6_p0355l35" xml:id="bsb00057098_00355_035" n="35"/>versprechen, dannoch nach ihrem belieben wiederumb thun werden, <w lemma="angesehen"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0355l36" xml:id="bsb00057098_00355_036" n="36"/><orig>sehen</orig></w> sie den Pabst zum haubt haben, der sie absolviren könnte, auch ohne <lb facs="APWIIIA6_p0355l37" xml:id="bsb00057098_00355_037" n="37"/>daß mit einer neuen liga umbgehen. Dahero nöhtig sein werde, sich alhie <lb facs="APWIIIA6_p0355l38" xml:id="bsb00057098_00355_038" n="38"/>ebenmeßig evangelischen theils zu verbinden, wann man anderst gehalten <lb facs="APWIIIA6_p0355l39" xml:id="bsb00057098_00355_039" n="39"/>wolle, was bey diesen trctaten geschloßen und verabschiedet worden.</p>
	      <p/>
	      <p><pb n="284" facs="APWIIIA6_p0356" sameAs="#bsb00057098_00356"/><lb facs="APWIIIA6_p0356l1" xml:id="bsb00057098_00356_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herr Director</hi> sagt hierauf, es werde nunmehr davon zu reden sein, was <lb facs="APWIIIA6_p0356l2" xml:id="bsb00057098_00356_002" n="2"/>hierbey noch ferner zu thun sein wolle? So viel die herren Schwedische <lb facs="APWIIIA6_p0356l3" xml:id="bsb00057098_00356_003" n="3"/>betreffe, bestehe der gegenbericht auf beantwortung des communicirten <lb facs="APWIIIA6_p0356l4" xml:id="bsb00057098_00356_004" n="4"/>memorials und deren in die relation mit eingeloffenen fundamenten. Davon <lb facs="APWIIIA6_p0356l5" xml:id="bsb00057098_00356_005" n="5"/>aber alsdann werde zu reden sein, wann man sich in dem memorial werde <lb facs="APWIIIA6_p0356l6" xml:id="bsb00057098_00356_006" n="6"/>ersehen und denen neuerlichen fundamenten nachgedacht haben. Was bey <lb facs="APWIIIA6_p0356l7" xml:id="bsb00057098_00356_007" n="7"/>herrn grafen von Trautmansdorff zu thun, stehe ebenmäßig zu fernerem <lb facs="APWIIIA6_p0356l8" xml:id="bsb00057098_00356_008" n="8"/>nachdenken und könne man sich darüber bey nechster zusammenkunfft <lb facs="APWIIIA6_p0356l9" xml:id="bsb00057098_00356_009" n="9"/>eines gewiesen miteinander entschliesen. Und indeßen ein jeder seine <w lemma="gedanken"><orig>gedan-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0356l10" xml:id="bsb00057098_00356_010" n="10"/><orig>ken</orig></w> zusammentragen, weiln die zeit für dißmal fürüber und passirt seye.</p>
	    </div>