<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00350">
	      <p><pb n="278" facs="APWIIIA6_p0350" sameAs="#bsb00057098_00350"/><lb facs="APWIIIA6_p0350l1" xml:id="bsb00057098_00350_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Directorium.</hi> Referirt, es seye das gestrige anbringen bey Altenburg <w lemma="kürzlich"><orig>kürz</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l2" xml:id="bsb00057098_00350_002" n="2"/><orig>lich</orig></w> bestanden, 1. auf einer entschuldigung, daß der communicirte aufsaz diß <lb facs="APWIIIA6_p0350l3" xml:id="bsb00057098_00350_003" n="3"/>orts ad dictaturam kommen, er habe anderst nicht vermeint, dann daß <w lemma="derselbe"><orig>der-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l4" xml:id="bsb00057098_00350_004" n="4"/><orig>selbe</orig></w> vorigen tags im Magdeburgischen quartier dictiert worden seye, <lb facs="APWIIIA6_p0350l5" xml:id="bsb00057098_00350_005" n="5"/>sonsten er damit zurukhgehalten haben wollte, 2. auf abwendung deß, der <lb facs="APWIIIA6_p0350l6" xml:id="bsb00057098_00350_006" n="6"/>propalation halben, auf das stättische collegium geworfenen verdachts, daß <lb facs="APWIIIA6_p0350l7" xml:id="bsb00057098_00350_007" n="7"/>man nemlich insgesambt davor gehalten, der jenige were nicht tüchtig im <lb facs="APWIIIA6_p0350l8" xml:id="bsb00057098_00350_008" n="8"/>collegio zu sizen, der dergleichen thun wollte. Und deßwegen nicht allein <lb facs="APWIIIA6_p0350l9" xml:id="bsb00057098_00350_009" n="9"/>die schrifftliche communication des projects, sondern auch 3. dilation biß auf <lb facs="APWIIIA6_p0350l10" xml:id="bsb00057098_00350_010" n="10"/>heut begehren thete <choice><sic>und</sic><corr resp="#editor">umb</corr></choice> eine gewiese resolution zu faßen, weiln 1. die sach <lb facs="APWIIIA6_p0350l11" xml:id="bsb00057098_00350_011" n="11"/>sehr ponderos und weit außsehend und consequenter nöhtig seye, sich zuvor <lb facs="APWIIIA6_p0350l12" xml:id="bsb00057098_00350_012" n="12"/>in dem aufsaz zu ersehen, wie weit und fern derselbe mit diß orts habenden <lb facs="APWIIIA6_p0350l13" xml:id="bsb00057098_00350_013" n="13"/>instructionen übereinkomme, 2. weiln das ultimum aniezo außzustellen und <lb facs="APWIIIA6_p0350l14" xml:id="bsb00057098_00350_014" n="14"/>nicht mehr per gradus gegangen werden solle, 3. weiln das concept mit <lb facs="APWIIIA6_p0350l15" xml:id="bsb00057098_00350_015" n="15"/>denen zu Münster subsistirenden evangelischen gesanden noch nicht <w lemma="communicirt"><orig>com-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l16" xml:id="bsb00057098_00350_016" n="16"/><orig>municirt</orig></w>, 4. weiln die catholische mehr wochen zu abfaßung ihrer <w lemma="haubtsächlichen"><orig>haubt</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l17" xml:id="bsb00057098_00350_017" n="17"/><orig>sächlichen</orig></w> erklärung, als die evangelischen stätt tag zu der antwort gehabt <lb facs="APWIIIA6_p0350l18" xml:id="bsb00057098_00350_018" n="18"/>und also verhoffentlich herr graf von Trautmansdorff den geringen verzug <lb facs="APWIIIA6_p0350l19" xml:id="bsb00057098_00350_019" n="19"/>nicht übel aufnehmen werde. Über diß und zum 5. habe man umb <w lemma="vertrauliche"><orig>vertrau-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l20" xml:id="bsb00057098_00350_020" n="20"/><orig>liche</orig></w> nachricht gebetten, was es doch für eine eigentliche beschaffenheit <lb facs="APWIIIA6_p0350l21" xml:id="bsb00057098_00350_021" n="21"/>habe, ob man lieber krieg führen, als von dieser ferneren erklärung weichen <lb facs="APWIIIA6_p0350l22" xml:id="bsb00057098_00350_022" n="22"/>wollte, mit dem andeuten, daß solches denen stätten zu guter nachricht <lb facs="APWIIIA6_p0350l23" xml:id="bsb00057098_00350_023" n="23"/>dienen würde, dann wann sie nicht so stricte darauf zu bestehen gedenken, <lb facs="APWIIIA6_p0350l24" xml:id="bsb00057098_00350_024" n="24"/>werden sich die stätte gern mit ihnen conformiren. Sinsecus werden die stätt <lb facs="APWIIIA6_p0350l25" xml:id="bsb00057098_00350_025" n="25"/>nicht zu verdenken sein, wann sie sich nach ihren instructionen reguliren. <lb facs="APWIIIA6_p0350l26" xml:id="bsb00057098_00350_026" n="26"/>Endlichen und zum 6. seye auch gebetten worden, die stätt eo ordine, wie sie <lb facs="APWIIIA6_p0350l27" xml:id="bsb00057098_00350_027" n="27"/>in gravamine secundo zuvor gestanden, wiederumb zu sezen, weiln es ratio <lb facs="APWIIIA6_p0350l28" xml:id="bsb00057098_00350_028" n="28"/>ordinis et materia subjecta also erfordere. Herr Thumbshirn habe sich <w lemma="hierauf"><orig>hier-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l29" xml:id="bsb00057098_00350_029" n="29"/><orig>auf</orig></w> anfänglich etwas unwürsch erzeiget und ad 1. et 2. gebetten, die dictatur <lb facs="APWIIIA6_p0350l30" xml:id="bsb00057098_00350_030" n="30"/>einzustellen, weiln er gestern frühe eine halbe reproche von dem fürstlich <lb facs="APWIIIA6_p0350l31" xml:id="bsb00057098_00350_031" n="31"/>Württembergischen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0350n1" xml:id="bsb00057098_00350_dok0062_n01"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0350l44" xml:id="bsb00057098_00350_044" n="44"/>Gemeint ist Johann Konrad Varnbüler.</p> </note> deßwegen bekommen, daß der aufsaz bey denen <w lemma="stätten"><orig>stät</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l32" xml:id="bsb00057098_00350_032" n="32"/><orig>ten</orig></w> dictirt und ihnen die communication verwaigert werde, bleibe einmal <lb facs="APWIIIA6_p0350l33" xml:id="bsb00057098_00350_033" n="33"/>nicht in geheim. Ad 3. man möge sich zwar der zeit bedienen, doch aber <lb facs="APWIIIA6_p0350l34" xml:id="bsb00057098_00350_034" n="34"/>auch mit der erklärung dergestalt befürdern, daß selbige gegen montag <lb facs="APWIIIA6_p0350l35" xml:id="bsb00057098_00350_035" n="35"/>herrn grafen Oxenstirn Excellenzen, welche nechstkünfftigen dienstag oder <lb facs="APWIIIA6_p0350l36" xml:id="bsb00057098_00350_036" n="36"/>mittwoch nacher Münster zu verraißen willens seyn, hinderbracht werden <lb facs="APWIIIA6_p0350l37" xml:id="bsb00057098_00350_037" n="37"/>möge. Ad 4. seye ihme zu hoch, endlich aber gesagt, die evangelische stände <lb facs="APWIIIA6_p0350l38" xml:id="bsb00057098_00350_038" n="38"/>können die temporalitet gewißens halber nicht vorschlagen. Wann aber die <lb facs="APWIIIA6_p0350l39" xml:id="bsb00057098_00350_039" n="39"/>catholische sich dahin erbietig machen, daß nach ablaufung der 100 jahr, via <lb facs="APWIIIA6_p0350l40" xml:id="bsb00057098_00350_040" n="40"/>juris nichts gesucht werden sollte, hette man nicht ursach, solches <w lemma="außzuschlagen"><orig>außzu</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0350l41" xml:id="bsb00057098_00350_041" n="41"/><orig>schlagen</orig></w>, sondern vielmehr per dominos Suecos anzunehmen. Man habe <lb facs="APWIIIA6_p0350l42" xml:id="bsb00057098_00350_042" n="42"/>hierinnen nicht auf sich allein, sondern auf Gottes ehr und die posteritet zu <lb facs="APWIIIA6_p0350l43" xml:id="bsb00057098_00350_043" n="43"/>sehen, müste auch einen gewiesen terminum a quo haben, disputen zu <w lemma="verhüten"><orig>ver</orig><pb n="279" facs="APWIIIA6_p0351" sameAs="#bsb00057098_00351"/><lb facs="APWIIIA6_p0351l1" xml:id="bsb00057098_00351_001" n="1"/><orig>hüten</orig></w>; wann man von anno 1618 weichen sollte, würde so viel bößes dings <lb facs="APWIIIA6_p0351l2" xml:id="bsb00057098_00351_002" n="2"/>heraußer kriechen, daß noch zur zeit nicht zu glauben, doch mögen die stätt <lb facs="APWIIIA6_p0351l3" xml:id="bsb00057098_00351_003" n="3"/>für sich selbsten erwöhlen, welches jahr sie wollten, sie begehrten es nicht zu <lb facs="APWIIIA6_p0351l4" xml:id="bsb00057098_00351_004" n="4"/>hindern. Ad 5. Wann es geschehen sollte, würde die ritterschafft auch wollen <lb facs="APWIIIA6_p0351l5" xml:id="bsb00057098_00351_005" n="5"/>vorgesezt sein. Die stätte theten beßer, wann sie das werkh so eifrig nicht <lb facs="APWIIIA6_p0351l6" xml:id="bsb00057098_00351_006" n="6"/>trieben. Sie hetten bißher den stätten allen favor erwiesen, sonderlich quoad <lb facs="APWIIIA6_p0351l7" xml:id="bsb00057098_00351_007" n="7"/>votum decisivum und seyen hierinnen dem stylo imperii nachgegangen, wie <lb facs="APWIIIA6_p0351l8" xml:id="bsb00057098_00351_008" n="8"/>sie ein solches zu thun befelcht sein. Herr graf von Trautmansdorff solle <lb facs="APWIIIA6_p0351l9" xml:id="bsb00057098_00351_009" n="9"/>gesagt haben, es seye kein canzleyjung so gering, der diese ordnung nicht zu <lb facs="APWIIIA6_p0351l10" xml:id="bsb00057098_00351_010" n="10"/>halten wüste. Worauf ihme vorderist geantwortet worden, was den stylum <lb facs="APWIIIA6_p0351l11" xml:id="bsb00057098_00351_011" n="11"/>imperii anlange, seye derselbe so unterschiedlich und divers, daß, da man ihn <lb facs="APWIIIA6_p0351l12" xml:id="bsb00057098_00351_012" n="12"/>pro authentico halten wollte, viel ungereimbtes dings daraus erfolgen <lb facs="APWIIIA6_p0351l13" xml:id="bsb00057098_00351_013" n="13"/>würde. Materia subjecta erfordere bißweilen etwas, so sonsten viel anders <lb facs="APWIIIA6_p0351l14" xml:id="bsb00057098_00351_014" n="14"/>sein sollte. Seye auch nicht wenig an dem concipisten gelegen, welcher zu <lb facs="APWIIIA6_p0351l15" xml:id="bsb00057098_00351_015" n="15"/>zeiten nach affecten schreibe. Deßwegen nicht res scripturae, sondern <w lemma="scriptura"><orig>scrip-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0351l16" xml:id="bsb00057098_00351_016" n="16"/><orig>tura</orig></w> rei zu inseriren habe. In deßen ansehung anno 1619 zu Nürnberg, und <lb facs="APWIIIA6_p0351l17" xml:id="bsb00057098_00351_017" n="17"/>34 zu Frankfurth, die stätte ungeachtet der ritterschafft contradiction die <lb facs="APWIIIA6_p0351l18" xml:id="bsb00057098_00351_018" n="18"/>praecedenz erhalten. Habe man also nicht auf das, was vor der zeit geschehen <lb facs="APWIIIA6_p0351l19" xml:id="bsb00057098_00351_019" n="19"/>seye, sondern was billich und von rechts wegen hette geschehen sollen, sich <lb facs="APWIIIA6_p0351l20" xml:id="bsb00057098_00351_020" n="20"/>zu reflectiren und das absehen auff statum hodiernum zu richten und es also <lb facs="APWIIIA6_p0351l21" xml:id="bsb00057098_00351_021" n="21"/>bleiben zu laßen, wie es die herrn Schwedische in ihrer proposition, die <lb facs="APWIIIA6_p0351l22" xml:id="bsb00057098_00351_022" n="22"/>herrn Kayserliche in ihrer darauf ertheilten responsion, die evangelischen in <lb facs="APWIIIA6_p0351l23" xml:id="bsb00057098_00351_023" n="23"/>ihren gravaminibus, die catholische in ihren gegenbeschwärden gesezt <lb facs="APWIIIA6_p0351l24" xml:id="bsb00057098_00351_024" n="24"/>haben. Welches aber alles bey ihnen unverfänglich gewesen und habe man <lb facs="APWIIIA6_p0351l25" xml:id="bsb00057098_00351_025" n="25"/>wol soviel vermerken können, daß sie nicht allein mit den herrn <w lemma="Chursächsischen"><orig>Chur</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0351l26" xml:id="bsb00057098_00351_026" n="26"/><orig>sächsischen</orig></w> daraus bereits communicirt, sondern auch bey denen herrn <lb facs="APWIIIA6_p0351l27" xml:id="bsb00057098_00351_027" n="27"/>Kayserlichen und Schwedischen denen stätten den rankh abgeloffen haben. <lb facs="APWIIIA6_p0351l28" xml:id="bsb00057098_00351_028" n="28"/>Der 1. und 2. punct seyen mit stillschweigen übergangen, bey dem 3. <lb facs="APWIIIA6_p0351l29" xml:id="bsb00057098_00351_029" n="29"/>gedankt und befürderung versprochen, bey dem 4. der stätte sorgfalt <w lemma="contestirt"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0351l30" xml:id="bsb00057098_00351_030" n="30"/><orig>testirt</orig></w> worden, daß die Catholische mit ihren offerten endlich gar zurukh <lb facs="APWIIIA6_p0351l31" xml:id="bsb00057098_00351_031" n="31"/>gehen dörfften, wann die wapffen auf ihrer seiten glüklich lauffen sollten. <lb facs="APWIIIA6_p0351l32" xml:id="bsb00057098_00351_032" n="32"/>Man könne sonsten 5. wol geschehen laßen, daß der ritterschafft suo ordine <lb facs="APWIIIA6_p0351l33" xml:id="bsb00057098_00351_033" n="33"/>et loco gedacht werde. Die stätt hätten diesen praecedenzstreit nicht erregt, <lb facs="APWIIIA6_p0351l34" xml:id="bsb00057098_00351_034" n="34"/>sondern wünschen mögen, daß sie damit weren verschont worden. Wann <lb facs="APWIIIA6_p0351l35" xml:id="bsb00057098_00351_035" n="35"/>man ihnen das votum decisivum disputirt hette, würde Ihre Majestet schon <lb facs="APWIIIA6_p0351l36" xml:id="bsb00057098_00351_036" n="36"/>darumb gesprochen und die stätt dabey gehandhabt haben. Stylus der <w lemma="reichsabschied"><orig>reichs-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0351l37" xml:id="bsb00057098_00351_037" n="37"/><orig>abschied</orig></w> gebe in hoc puncto kein beständiges fundament. Das seye <w lemma="ungefehr"><orig>unge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0351l38" xml:id="bsb00057098_00351_038" n="38"/><orig>fehr</orig></w>, was sich bey denen herrn Altenburgischen verloffen, wiße nicht, daß <lb facs="APWIIIA6_p0351l39" xml:id="bsb00057098_00351_039" n="39"/>von substantialibus etwas weiters were vorkommen, da ihme aber etwas <lb facs="APWIIIA6_p0351l40" xml:id="bsb00057098_00351_040" n="40"/>sollte außer gedächtnus gegangen sein, wollte er den herrn Nürnbergischen <lb facs="APWIIIA6_p0351l41" xml:id="bsb00057098_00351_041" n="41"/>gebetten haben, daßelbe zu ersezen. Dieweil aber der herr Nürnbergische <lb facs="APWIIIA6_p0351l42" xml:id="bsb00057098_00351_042" n="42"/>nichts zu addiren gewust, ist vom herrn directore ferner angezeigt worden, <lb facs="APWIIIA6_p0351l43" xml:id="bsb00057098_00351_043" n="43"/>es bestehe nunmehr darauf, daß man sich eines gewiesen, was auff das project <lb facs="APWIIIA6_p0351l44" xml:id="bsb00057098_00351_044" n="44"/>für eine antwort zu geben sein möchte, entschließe.</p>
	      <p><pb n="280" facs="APWIIIA6_p0352" sameAs="#bsb00057098_00352"/><lb facs="APWIIIA6_p0352l1" xml:id="bsb00057098_00352_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lübeck.</hi> Dankt vorderist den herrn deputatis für übernommene expedition <lb facs="APWIIIA6_p0352l2" xml:id="bsb00057098_00352_002" n="2"/>und verstattete vertrauliche relation, weiln ihre sorgfalt darauß genugsam zu <lb facs="APWIIIA6_p0352l3" xml:id="bsb00057098_00352_003" n="3"/>verspüren. Sagt, der ritterschafft praecedenz seye eine sach, welche den <lb facs="APWIIIA6_p0352l4" xml:id="bsb00057098_00352_004" n="4"/>statum civitatum insgesambt betreffe. Scheine zwar eine schlechte sach zu <lb facs="APWIIIA6_p0352l5" xml:id="bsb00057098_00352_005" n="5"/>sein, laufe aber in den statum ein, dann die stätte den jenigen beygesezt <lb facs="APWIIIA6_p0352l6" xml:id="bsb00057098_00352_006" n="6"/>gehören, welche status sein. Hingegen wolle man ex nonstatibus status <lb facs="APWIIIA6_p0352l7" xml:id="bsb00057098_00352_007" n="7"/>machen, wie ex art. 40 zu ersehen, als wann die ritterschafft das 3. membrum <lb facs="APWIIIA6_p0352l8" xml:id="bsb00057098_00352_008" n="8"/>im fürstlichen collegio machte und denen höheren ständen gleichzuachten <lb facs="APWIIIA6_p0352l9" xml:id="bsb00057098_00352_009" n="9"/>were. Wie aber zu remediren, halte er davor, daß dißeits zu vigiliren und <lb facs="APWIIIA6_p0352l10" xml:id="bsb00057098_00352_010" n="10"/>eadem via zu gehen habe, wie die fürstliche gegangen seind, daß man <w lemma="nehmlich"><orig>nehm-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0352l11" xml:id="bsb00057098_00352_011" n="11"/><orig>lich</orig></w>, stättischen theils, sowol bey den herrn Kayser- und Schwedischen, als <lb facs="APWIIIA6_p0352l12" xml:id="bsb00057098_00352_012" n="12"/>Chursachsen und Brandenburg gute unterbauung thue. 2. Nichts mehr <lb facs="APWIIIA6_p0352l13" xml:id="bsb00057098_00352_013" n="13"/>nostro nomine übergeben laße, welches nicht also eingerichtet seye, wie es <lb facs="APWIIIA6_p0352l14" xml:id="bsb00057098_00352_014" n="14"/>billich sein solle, sondern das concept umschreibe und locire die stätt, wie es <lb facs="APWIIIA6_p0352l15" xml:id="bsb00057098_00352_015" n="15"/>gehöret, selbiges nachmalen der stätte vorschläg in puncto gravaminum <lb facs="APWIIIA6_p0352l16" xml:id="bsb00057098_00352_016" n="16"/>titulire und sich wider die fürstliche mit protestation verwahre. Die <w lemma="materialia"><orig>mate-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0352l17" xml:id="bsb00057098_00352_017" n="17"/><orig>rialia</orig></w> an sich selbsten belangend, bekenne er, daß das concept wol und <w lemma="vernünfftig"><orig>ver</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0352l18" xml:id="bsb00057098_00352_018" n="18"/><orig>nünfftig</orig></w> abgefaßet und eine rühmliche sorgfalt dabey adhibirt worden seye <lb facs="APWIIIA6_p0352l19" xml:id="bsb00057098_00352_019" n="19"/>und zu wünschen were, daß mans also, wie gesezt, erhalten könnte. Finde <lb facs="APWIIIA6_p0352l20" xml:id="bsb00057098_00352_020" n="20"/>allein, daß sie mit denen stätten der perpetuitet und termini a quo halben <lb facs="APWIIIA6_p0352l21" xml:id="bsb00057098_00352_021" n="21"/>discrepant seyen. Weiln sich aber die fürstliche sofern erkläret, daß sie nicht <lb facs="APWIIIA6_p0352l22" xml:id="bsb00057098_00352_022" n="22"/>gedenken auf der perpetuitate zu bestehen, als hette man sich noch zur zeit <lb facs="APWIIIA6_p0352l23" xml:id="bsb00057098_00352_023" n="23"/>von ihnen in hoc puncto nicht zu separiren; soviel aber den terminum a quo <lb facs="APWIIIA6_p0352l24" xml:id="bsb00057098_00352_024" n="24"/>betreffe, hette man sich deßwegen mit den herrn Schwedischen noch ferner <lb facs="APWIIIA6_p0352l25" xml:id="bsb00057098_00352_025" n="25"/>zu bereden und dahin zu erklären, daß man stättischen theils nicht gemeint <lb facs="APWIIIA6_p0352l26" xml:id="bsb00057098_00352_026" n="26"/>seye, auf dem jahr 1618 also zu bestehen, daß der frieden dardurch remorirt <lb facs="APWIIIA6_p0352l27" xml:id="bsb00057098_00352_027" n="27"/>oder gar zerschlagen werden sollte. Doch wolle ers zu fernerem nachdenken <lb facs="APWIIIA6_p0352l28" xml:id="bsb00057098_00352_028" n="28"/>außgestellet haben. Wann sich die herrn Schwedische werden erkläret haben, <lb facs="APWIIIA6_p0352l29" xml:id="bsb00057098_00352_029" n="29"/>werde alsdann weiter davon zu reden sein. Diesem nach hat er ad speciem <lb facs="APWIIIA6_p0352l30" xml:id="bsb00057098_00352_030" n="30"/>gehen und bey einem und dem andern articul seine erinnerung thun wollen, <lb facs="APWIIIA6_p0352l31" xml:id="bsb00057098_00352_031" n="31"/>weiln aber die zeit viel zu kurz gewesen, einen jeden mit seinen erinnerungen <lb facs="APWIIIA6_p0352l32" xml:id="bsb00057098_00352_032" n="32"/>durch ordentliche umbfrag zu vernehmen, als ist insgesambt für gut <w lemma="angesehen"><orig>ange-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0352l33" xml:id="bsb00057098_00352_033" n="33"/><orig>sehen</orig></w> worden, daß bey jedem articulo, was einer und der andere zu erinnern <lb facs="APWIIIA6_p0352l34" xml:id="bsb00057098_00352_034" n="34"/>haben möchte, ohne attendirung einiger ordnung, discursive vorgebracht, <lb facs="APWIIIA6_p0352l35" xml:id="bsb00057098_00352_035" n="35"/>davon pro et contra geredt und alsbald zu papier gebracht werden sollte, <lb facs="APWIIIA6_p0352l36" xml:id="bsb00057098_00352_036" n="36"/>inmaßen auch geschehen. Und für die praeposteration bey dem 21. articul <lb facs="APWIIIA6_p0352l37" xml:id="bsb00057098_00352_037" n="37"/>gebetten worden, mit dem anhang, da es nicht auf vorige manier eingerichtet <lb facs="APWIIIA6_p0352l38" xml:id="bsb00057098_00352_038" n="38"/>werden sollte, man in das fürstliche concept quoad hoc formale nimmermehr <lb facs="APWIIIA6_p0352l39" xml:id="bsb00057098_00352_039" n="39"/>consentiren, sondern sich darwieder künfftig auf alle gebührende weis und <lb facs="APWIIIA6_p0352l40" xml:id="bsb00057098_00352_040" n="40"/>weg dergestalt in obacht nehmen und verwahren würde, daß diese collocatio <lb facs="APWIIIA6_p0352l41" xml:id="bsb00057098_00352_041" n="41"/>den erbaren stätten unpraejudicirlich seye.</p>
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