<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00057098_00179">
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0179l7" xml:id="bsb00057098_00179_007" n="7"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Straßburgisches Directorium.</hi> Es wüsten sich die herrn abgesanden <lb facs="APWIIIA6_p0179l8" xml:id="bsb00057098_00179_008" n="8"/>sambtlich zu erinnern, was gestern zu abwendung des von des heyligen <lb facs="APWIIIA6_p0179l9" xml:id="bsb00057098_00179_009" n="9"/>reichs freyen ritterschafft wegen angemaster praecedenz befahrenden <w lemma="praejudicii"><orig>prae-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0179l10" xml:id="bsb00057098_00179_010" n="10"/><orig>judicii</orig></w> verabschiedet worden. Weiln nun solches zweifelsfrey zu effect <lb facs="APWIIIA6_p0179l11" xml:id="bsb00057098_00179_011" n="11"/>gerichtet, were vom Lübekhischen und Eßlingischen als darzu deputirten <lb facs="APWIIIA6_p0179l12" xml:id="bsb00057098_00179_012" n="12"/>herren zu vernehmen, wie es abgeloffen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0179l13" xml:id="bsb00057098_00179_013" n="13"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lübeck</hi> referirt: Haben zuforderst bey dem fürstlichen Magdeburgischen <lb facs="APWIIIA6_p0179l14" xml:id="bsb00057098_00179_014" n="14"/>directorio weitleufftig angebracht, aus was erheblichen, gestern eingeführten <lb facs="APWIIIA6_p0179l15" xml:id="bsb00057098_00179_015" n="15"/>ursachen dieses löbliche collegium wegen der in dem fürstlichen in puncto <lb facs="APWIIIA6_p0179l16" xml:id="bsb00057098_00179_016" n="16"/>amnistiae verfaßten concept mit einmischung und vorsezung der ritterschafft <lb facs="APWIIIA6_p0179l17" xml:id="bsb00057098_00179_017" n="17"/>gebrauchten neuerung sich höhlich beschwärt befinde und, daß es, dem <lb facs="APWIIIA6_p0179l18" xml:id="bsb00057098_00179_018" n="18"/>alten stylo gemäß, eingerichtet werden möge, ansuchen laße, hernach auch <lb facs="APWIIIA6_p0179l19" xml:id="bsb00057098_00179_019" n="19"/>dem fürstlichen Weymarischen herrn abgesanden, Dr. Hehern, deßwegen <lb facs="APWIIIA6_p0179l20" xml:id="bsb00057098_00179_020" n="20"/>ziemlich hart zugesprochen und seiner stättischen pflicht, in deren ansehen <lb facs="APWIIIA6_p0179l21" xml:id="bsb00057098_00179_021" n="21"/>er zu der stätt praejudiz nichts geschehen laßen, viel weniger darzu helfen <lb facs="APWIIIA6_p0179l22" xml:id="bsb00057098_00179_022" n="22"/>solle, erinnert. Es habe sich aber dieser außdrücklich vernehmen laßen, daß <lb facs="APWIIIA6_p0179l23" xml:id="bsb00057098_00179_023" n="23"/>er der ritterschafft sowohl als der statt Nürnberg mit pflichten zugethan und <lb facs="APWIIIA6_p0179l24" xml:id="bsb00057098_00179_024" n="24"/>sich derowegen in diesem stükh anderst nicht als neutral erweisen werde. <lb facs="APWIIIA6_p0179l25" xml:id="bsb00057098_00179_025" n="25"/>Der fürstliche Magdeburgische aber habe sich sofern beßer erzeiget, daß er, <lb facs="APWIIIA6_p0179l26" xml:id="bsb00057098_00179_026" n="26"/>die stätte allenthalben zu favorisiren, expresse instruirt, auch in diesem stukh <lb facs="APWIIIA6_p0179l27" xml:id="bsb00057098_00179_027" n="27"/>wolgeneigt zu sein erkläret und, damit er solches in der that desto beßer <lb facs="APWIIIA6_p0179l28" xml:id="bsb00057098_00179_028" n="28"/>erweisen möchte, umb schrifftliche communication der gegen ihme pro <lb facs="APWIIIA6_p0179l29" xml:id="bsb00057098_00179_029" n="29"/>civitatibus eingewandter rationum allein zu seiner nachricht gebetten habe.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0179l30" xml:id="bsb00057098_00179_030" n="30"/>Der Eßlingische herr abgesande habe solche, wie sie gestern an diesem ort <lb facs="APWIIIA6_p0179l31" xml:id="bsb00057098_00179_031" n="31"/>vorkommen, zusammengetragen und stelle zu der übrigen herren gutachten, <lb facs="APWIIIA6_p0179l32" xml:id="bsb00057098_00179_032" n="32"/>ob sie dem Magdeburgischen solcher gestalt zuzustellen? Eßlingen lieset <lb facs="APWIIIA6_p0179l33" xml:id="bsb00057098_00179_033" n="33"/>darauf sein concept ab.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0179l34" xml:id="bsb00057098_00179_034" n="34"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Straßburg.</hi> Bedankt sich gegen denen herren deputirten übernommener <lb facs="APWIIIA6_p0179l35" xml:id="bsb00057098_00179_035" n="35"/>mühewaltung, höre ungern, daß herr Dr. Heher sich so ferne von denen <lb facs="APWIIIA6_p0179l36" xml:id="bsb00057098_00179_036" n="36"/>stätten gemacht; hette ihme als einem stättischen mann ein mehrers <w lemma="zugetrauet"><orig>zuge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0179l37" xml:id="bsb00057098_00179_037" n="37"/><orig>trauet</orig></w>; wolle gelegenheit suchen, selbsten mit ihme zu reden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0179l38" xml:id="bsb00057098_00179_038" n="38"/>Belangend des Magdeburgischen directorii begehren wegen schrifftlicher <lb facs="APWIIIA6_p0179l39" xml:id="bsb00057098_00179_039" n="39"/>communication, seye er dabey sehr sorgfältig, habe gestern gemeinet, daß es <lb facs="APWIIIA6_p0179l40" xml:id="bsb00057098_00179_040" n="40"/>bey dem mündlichen ansprechen bleiben und sonsten bey herrn Lampadio <lb facs="APWIIIA6_p0179l41" xml:id="bsb00057098_00179_041" n="41"/>und anderer orten privat unterbauung gethan werden solle, welches leztere <lb facs="APWIIIA6_p0179l42" xml:id="bsb00057098_00179_042" n="42"/>auch noch heut in acht zu nehmen. Seye nicht instruirt, sich in <w lemma="schrifftwechslung"><orig>schrifft-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0179l43" xml:id="bsb00057098_00179_043" n="43"/><orig>wechslung</orig></w> mit der ritterschafft einzulaßen, weiln dieser streit zu Frankfurt<pb n="108" facs="APWIIIA6_p0180" sameAs="#bsb00057098_00180"/><lb facs="APWIIIA6_p0180l1" xml:id="bsb00057098_00180_001" n="1"/>anno 1634 schon debattirt und weitleufftig ausgeführet, worauf man sich <lb facs="APWIIIA6_p0180l2" xml:id="bsb00057098_00180_002" n="2"/>beziehen könne, dörffte sonst zu aufenthalt des hauptwerks gereichen, <lb facs="APWIIIA6_p0180l3" xml:id="bsb00057098_00180_003" n="3"/>weiln nicht zu zweifeln, daß es der ritterschafft abgeordneten werde <w lemma="communicirt"><orig>commu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l4" xml:id="bsb00057098_00180_004" n="4"/><orig>nicirt</orig></w> und von ihme nicht unwiedersprochen gelaßen werden. Wan man in <lb facs="APWIIIA6_p0180l5" xml:id="bsb00057098_00180_005" n="5"/>dem memorial kurz gehe, so seye denen objectionibus damit nicht <w lemma="abgeholfen"><orig>abge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l6" xml:id="bsb00057098_00180_006" n="6"/><orig>holfen</orig></w>; gehe man aber außführlich, werde der abgeordnete straks umb <lb facs="APWIIIA6_p0180l7" xml:id="bsb00057098_00180_007" n="7"/>communication und, daß es in deßen bey dem aufsaz bleiben möchte, biß er <lb facs="APWIIIA6_p0180l8" xml:id="bsb00057098_00180_008" n="8"/>von allen interessenten weitern befehl bekomme, bitten und erhalten. Über <lb facs="APWIIIA6_p0180l9" xml:id="bsb00057098_00180_009" n="9"/>das pflegen in memorialien die rationes nicht eo ordine gesezt zu werden wie <lb facs="APWIIIA6_p0180l10" xml:id="bsb00057098_00180_010" n="10"/>in protocollis, sondern seyn mehr zu impliciren und in einen contextum zu <lb facs="APWIIIA6_p0180l11" xml:id="bsb00057098_00180_011" n="11"/>bringen. Halte demnach davor, daß man den modum, schrifftlich zu <w lemma="handeln"><orig>han-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l12" xml:id="bsb00057098_00180_012" n="12"/><orig>deln</orig></w>, beyseits sezen und 1. das mündliche ansprechen wiederholen solle mit <lb facs="APWIIIA6_p0180l13" xml:id="bsb00057098_00180_013" n="13"/>erzehlung, aus was considerationen man sich in schrifftwechslung einzulaßen <lb facs="APWIIIA6_p0180l14" xml:id="bsb00057098_00180_014" n="14"/>nicht begehre. Würde aber der Magdeburgische persistiren und auf ein <lb facs="APWIIIA6_p0180l15" xml:id="bsb00057098_00180_015" n="15"/>schrifftliches memorial ferner dringen, könnten 2. die herren deputirte in <lb facs="APWIIIA6_p0180l16" xml:id="bsb00057098_00180_016" n="16"/>dem fürstenraht selbsten vorsizen und damit, wie hoch diesem collegio an <lb facs="APWIIIA6_p0180l17" xml:id="bsb00057098_00180_017" n="17"/>abstellung dieser neuerung gelegen, in <choice><sic>pleni</sic><corr resp="#editor">pleno</corr></choice> proponiren. Auf dem fall auch <lb facs="APWIIIA6_p0180l18" xml:id="bsb00057098_00180_018" n="18"/>dieses umbsonst, weren 3. die confoederirte cronen und Kayserliche herren <lb facs="APWIIIA6_p0180l19" xml:id="bsb00057098_00180_019" n="19"/>plenipotentiarii zu hülff zu nehmen und 4. pro extremo alles praejudiz <lb facs="APWIIIA6_p0180l20" xml:id="bsb00057098_00180_020" n="20"/>protestando zu verhüten.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0180l21" xml:id="bsb00057098_00180_021" n="21"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Eßlingen.</hi> Finde nicht, aus was ursachen dem Magdeburgischen directorio <lb facs="APWIIIA6_p0180l22" xml:id="bsb00057098_00180_022" n="22"/>die schrifftliche communication zu verwaigern, weil er sich in allem <w lemma="wolgeneigt"><orig>wol-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l23" xml:id="bsb00057098_00180_023" n="23"/><orig>geneigt</orig></w> erwiesen und dieses allein zu seiner information begehrt habe. <lb facs="APWIIIA6_p0180l24" xml:id="bsb00057098_00180_024" n="24"/>Denn stätten werde dardurch anderwertliche privat unterbauung zu thun <lb facs="APWIIIA6_p0180l25" xml:id="bsb00057098_00180_025" n="25"/>oder, auch leztlich gar wieder den aufsaz zu protestiren, nicht benommen; <w lemma="hingegen"><orig>hin-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l26" xml:id="bsb00057098_00180_026" n="26"/><orig>gegen</orig></w> aber dem Magdeburgischen unsere rationes, deren wir uns nicht zu <lb facs="APWIIIA6_p0180l27" xml:id="bsb00057098_00180_027" n="27"/>schemen haben, desto beßer zu <note xml:id="bsb00057098_00180_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0180l27" target="#bsb00057098_00180_027"><p><lb facs="APWIIIA6_p0180l41" xml:id="bsb00057098_00180_041" n="41"/><hi style="font-style:italic;">27</hi> erweisen] <hi style="font-style:smallCaps;">Strassburg</hi>, <hi style="font-style:smallCaps;">Ulm</hi>, <hi style="font-style:smallCaps;">Esslingen</hi>, <hi style="font-style:smallCaps;">Isny</hi> erwägen.</p></note>erweisen und in pleno vorzubringen, an die <lb facs="APWIIIA6_p0180l28" xml:id="bsb00057098_00180_028" n="28"/>hand gegeben. Stelle es doch ad majora.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0180l29" xml:id="bsb00057098_00180_029" n="29"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lübeck.</hi> Weil Magdeburg mit mündlicher relation nicht zufrieden und ein <lb facs="APWIIIA6_p0180l30" xml:id="bsb00057098_00180_030" n="30"/>memorial begehrt, seye es nicht zu hinterhalten; haben fundamenta, damit <lb facs="APWIIIA6_p0180l31" xml:id="bsb00057098_00180_031" n="31"/>wir wol dörfften ans liecht kommen, weiln die stätte nicht allein <w lemma="reichsstände"><orig>reichs</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l32" xml:id="bsb00057098_00180_032" n="32"/><orig>stände</orig></w>, sondern auch selbsten theils mit edelleuten besezt. Lübekh habe 6 <lb facs="APWIIIA6_p0180l33" xml:id="bsb00057098_00180_033" n="33"/>adeliche geschlechter, so auf allen thurniren gelitten gewesen. Sollte gleich <lb facs="APWIIIA6_p0180l34" xml:id="bsb00057098_00180_034" n="34"/>die ritterschafft, wie sich der graf Oxenstirn zu vermitteln erbotten hat, das <lb facs="APWIIIA6_p0180l35" xml:id="bsb00057098_00180_035" n="35"/>jus statuum erlangen, würde es doch denen stätten nicht zu praejudiz <w lemma="gereichen"><orig>gerei-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0180l36" xml:id="bsb00057098_00180_036" n="36"/><orig>chen</orig></w>, sondern bey dem von undenklichen jahren hergebrachtem stylo sein <lb facs="APWIIIA6_p0180l37" xml:id="bsb00057098_00180_037" n="37"/>verbleiben haben. Danke derowegen dem Eßlingischen herrn abgesanden <lb facs="APWIIIA6_p0180l38" xml:id="bsb00057098_00180_038" n="38"/>für den aufsaz und halte davor, daß er dem Magdeburgischen directorio aufs <lb facs="APWIIIA6_p0180l39" xml:id="bsb00057098_00180_039" n="39"/>fürderlichst zu übergeben. Wiederholet solches votum auch pro Bremen, der <lb facs="APWIIIA6_p0180l40" xml:id="bsb00057098_00180_040" n="40"/>es ihme, wegen anderer geschäffte, committirt habe, suo loco et ordine<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0180n1" xml:id="bsb00057098_00180_dok0032_n01"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0180l42" xml:id="bsb00057098_00180_042" n="42"/>Der bremische Abgesandte traf – wie seine Sitzungsmitschrift ausweist – erst nach dem Conclusum <lb facs="APWIIIA6_p0180l43" xml:id="bsb00057098_00180_043" n="43"/>über das weitere Vorgehen gegenüber Magdeburg ein.</p> </note>.</p>
	      <p/>
	      <p><pb n="109" facs="APWIIIA6_p0181" sameAs="#bsb00057098_00181"/><lb facs="APWIIIA6_p0181l1" xml:id="bsb00057098_00181_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lindau.</hi> In quaestione: Ob dem Magdeburgischen directorio unsere <w lemma="rationes"><orig>ratio-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l2" xml:id="bsb00057098_00181_002" n="2"/><orig>nes</orig></w> schrifftlich zu communiciren, müste er auff negativam gehen wegen <lb facs="APWIIIA6_p0181l3" xml:id="bsb00057098_00181_003" n="3"/>daraus sonder zweifel erfolgender weitleufftigkeit. Habe zwar iezt den <lb facs="APWIIIA6_p0181l4" xml:id="bsb00057098_00181_004" n="4"/>nahmen einer privat communication, werde aber dabey nicht bleiben, <w lemma="sondern"><orig>son-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l5" xml:id="bsb00057098_00181_005" n="5"/><orig>dern</orig></w> 1. denen fürstlichen ad dictaturam geben, folgends der ritterschafft <lb facs="APWIIIA6_p0181l6" xml:id="bsb00057098_00181_006" n="6"/>abgeordnetem, herrn von Gemmingen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0181n2" xml:id="bsb00057098_00181_dok0032_n02"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0181l35" xml:id="bsb00057098_00181_035" n="35"/>Wolfgang von Gemmingen-Hornberg (1610–1658), aus reichsritterlichem Geschlecht des <w lemma="Ritterkantons"><orig>Ritter-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l36" xml:id="bsb00057098_00181_036" n="36"/><orig>kantons</orig></w> Kraichgau, 1651 als Vertreter des Fränkischen Kreises beim Reichskammergericht <lb facs="APWIIIA6_p0181l37" xml:id="bsb00057098_00181_037" n="37"/>Assessor, zusammen mit Johann von Giffen Vertreter der unmittelbaren Reichsritterschaft am <lb facs="APWIIIA6_p0181l38" xml:id="bsb00057098_00181_038" n="38"/>Kongreß <hi style="font-style:normal;">(C. W. L. F.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Stocker</hi> I 2 S. 10, II 1 S. 17f., 63, II 3 S. 79, 97–99; <hi style="font-style:normal;">K. J.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Svoboda</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0181l39" xml:id="bsb00057098_00181_039" n="39"/>S. 272ff.; <hi style="font-style:normal;">G.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Umminger</hi> S. 162, 164). Johann von Giffen (gest. 1656), Vetter des <w lemma="nürnbergischen"><orig>nürnbergi</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l40" xml:id="bsb00057098_00181_040" n="40"/><orig>schen</orig></w> Gesandten Dr. Ölhafen, Rat der bischöfl. straßburgischen Regierung, Großvogt zu <w lemma="Schirmeck"><orig>Schirm-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l41" xml:id="bsb00057098_00181_041" n="41"/><orig>eck</orig></w>, nach Friedensschluß Direktor der bischöfl. Rechenkammer, Beauftragter am Kongreß für <lb facs="APWIIIA6_p0181l42" xml:id="bsb00057098_00181_042" n="42"/>den Deutschen Orden und Leopold Wilhelm von Österreich in dessen Funktion als Bischof von <lb facs="APWIIIA6_p0181l43" xml:id="bsb00057098_00181_043" n="43"/>Straßburg, Abt von Lüders und Murbach, Bischof von Halberstadt und Passau sowie für die <lb facs="APWIIIA6_p0181l44" xml:id="bsb00057098_00181_044" n="44"/>Abteien Andlau und Hersfeld <hi style="font-style:normal;">(APK</hi> 9408f.; <hi style="font-style:normal;">E.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Sitzmann</hi> I S. 602; <hi style="font-style:normal;">J. L.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Walther</hi> S. 12f.).</p> </note>, selbsten communicirt werden. Seye <lb facs="APWIIIA6_p0181l7" xml:id="bsb00057098_00181_007" n="7"/>bekannt, wie die fürstlichen gegen uns affectionirt und daß unsere rationes <lb facs="APWIIIA6_p0181l8" xml:id="bsb00057098_00181_008" n="8"/>schon überflüßig zu Frankfurt seyn außgeführt. Laße ihme derowegen, daß, <lb facs="APWIIIA6_p0181l9" xml:id="bsb00057098_00181_009" n="9"/>auf dem fall das privatansprechen nicht sollte verfangen, die herren deputirte <lb facs="APWIIIA6_p0181l10" xml:id="bsb00057098_00181_010" n="10"/>sich in pleno principum consilio mündlich vernehmen liesen, beßer belieben. <lb facs="APWIIIA6_p0181l11" xml:id="bsb00057098_00181_011" n="11"/>Conformirt sich mit dem herrn directore.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0181l12" xml:id="bsb00057098_00181_012" n="12"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Herford.</hi> Indifferent. Doch auf mündliche handlung, wegen anderseits <lb facs="APWIIIA6_p0181l13" xml:id="bsb00057098_00181_013" n="13"/>besorgender weitleufftigkeit mehr geneigt.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0181l14" xml:id="bsb00057098_00181_014" n="14"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Solle das mündliche ansprechen und unterbauen wiederholet <lb facs="APWIIIA6_p0181l15" xml:id="bsb00057098_00181_015" n="15"/>werden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0181l16" xml:id="bsb00057098_00181_016" n="16"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Directorium.</hi> Seyen zu Münster über dem hiesigen auffsaz in puncto <lb facs="APWIIIA6_p0181l17" xml:id="bsb00057098_00181_017" n="17"/>commerciorum allerhand erinnerungen beschehen, und iezo davon zu reden, <lb facs="APWIIIA6_p0181l18" xml:id="bsb00057098_00181_018" n="18"/>damit die herren, so hinüber zu raißen deputirt, sich mit denen <w lemma="Münsterischen"><orig>Münsteri</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l19" xml:id="bsb00057098_00181_019" n="19"/><orig>schen</orig></w> des aufsazes halben endlichen vergleichen können.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0181l20" xml:id="bsb00057098_00181_020" n="20"/>Ad primum monitum: Daß die wort „tam in ecclesiasticis quam politicis“ <lb facs="APWIIIA6_p0181l21" xml:id="bsb00057098_00181_021" n="21"/>wie auch die folgende usque ad finem istius §<hi style="pos:sup;">i</hi>, als ad punctum amnistiae et <lb facs="APWIIIA6_p0181l22" xml:id="bsb00057098_00181_022" n="22"/>gravaminum gehörig, <choice><sic>sollten außgelaßen</sic><corr resp="#editor">sollen außen gelaßen</corr></choice> werden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0181l23" xml:id="bsb00057098_00181_023" n="23"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Straßburg.</hi> Weiln nichts neues, daß eine sach in unterschiedene puncten <w lemma="einlauffe"><orig>ein-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0181l24" xml:id="bsb00057098_00181_024" n="24"/><orig>lauffe</orig></w>, solle man 1. suchen, bey dem aufsaz zu verbleiben, oder 2. sich mit <lb facs="APWIIIA6_p0181l25" xml:id="bsb00057098_00181_025" n="25"/>denen zu Münster so ferne conformiren, daß die wort „tam in ecclesiasticis <lb facs="APWIIIA6_p0181l26" xml:id="bsb00057098_00181_026" n="26"/>quam in politicis“ in punctum amnistiae gebracht und sich in diesem <lb facs="APWIIIA6_p0181l27" xml:id="bsb00057098_00181_027" n="27"/>memorial allein darauf bezogen, oder aber 3. weiln den anseestättischen frey <lb facs="APWIIIA6_p0181l28" xml:id="bsb00057098_00181_028" n="28"/>stehet, a part einzukommen, daß dieser §<hi style="pos:sup;">us</hi> auf ihr absonderliches begehren <lb facs="APWIIIA6_p0181l29" xml:id="bsb00057098_00181_029" n="29"/>eingerukt worden seye, expresse meldung gethan <note xml:id="bsb00057098_00181_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0181l29" target="#bsb00057098_00181_029"><p><lb facs="APWIIIA6_p0181l30" xml:id="bsb00057098_00181_030" n="30"/><hi style="font-style:italic;">29</hi> werde] <hi style="font-style:italic;">Laut bremischem Protokoll votiert nach Eßlingen, Lübeck und Lindau, die Straßburg</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0181l31" xml:id="bsb00057098_00181_031" n="31"/><hi style="font-style:italic;">zustimmen, der Gesandte Bremens:</hi> Item. Müße aber zuforderst cum evangelicis, qui illic <lb facs="APWIIIA6_p0181l32" xml:id="bsb00057098_00181_032" n="32"/>sunt, communiciert werden. Dann Romani catholici werden bedenckens haben ratione <lb facs="APWIIIA6_p0181l33" xml:id="bsb00057098_00181_033" n="33"/>termini restitutionis uff annum 18. Si deinde Romani catholici soli dissentiant, haben <lb facs="APWIIIA6_p0181l34" xml:id="bsb00057098_00181_034" n="34"/>doch evangelici die majora.</p></note>werde.</p>
	      <p/>
	      <p><pb n="110" facs="APWIIIA6_p0182" sameAs="#bsb00057098_00182"/><lb facs="APWIIIA6_p0182l1" xml:id="bsb00057098_00182_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Soll dabey verbleiben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l2" xml:id="bsb00057098_00182_002" n="2"/>Ad secundum: Der guldenen Brabandischen bullen mißbrauch betreffendt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0182n3" xml:id="bsb00057098_00182_dok0032_n03"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0182l32" xml:id="bsb00057098_00182_032" n="32"/>Karl IV. hatte 1349 dem Herzogtum Brabant und Limburg, das durch Heirat an seinen Bruder <lb facs="APWIIIA6_p0182l33" xml:id="bsb00057098_00182_033" n="33"/>Wenzeslaus gefallen war, das Privileg <hi style="font-style:normal;">de non appellando</hi> verliehen. 1530 und 1548 wurde es von <lb facs="APWIIIA6_p0182l34" xml:id="bsb00057098_00182_034" n="34"/>Karl V. erneuert. Die Spanier legten es so aus, daß kein Einwohner des Herzogtums von einem <lb facs="APWIIIA6_p0182l35" xml:id="bsb00057098_00182_035" n="35"/>Gericht im Reich abgeurteilt werden durfte. Trat dieser Fall ein, so antwortete der spanische <w lemma="Gouverneur"><orig>Gou-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l36" xml:id="bsb00057098_00182_036" n="36"/><orig>verneur</orig></w> mit Repressalien gegen deutsche Kaufleute, die den Handelsverkehr schwer belasteten (vgl. <lb facs="APWIIIA6_p0182l37" xml:id="bsb00057098_00182_037" n="37"/><hi style="font-style:normal;">N. H.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Gundling</hi> S. 451; <hi style="font-style:normal;">J. S.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Pütter</hi>, Geist S. 475; <hi style="font-style:normal;">G.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Buchstab</hi> S. 165f.; <hi style="font-style:normal;">E.</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0182l38" xml:id="bsb00057098_00182_038" n="38"/><hi style="font-style:smallCaps;">Poullet</hi> I S. 477, II S. 41f.; <hi style="font-style:normal;">J. G.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Wolf</hi> S. 436–484).</p> </note>.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l3" xml:id="bsb00057098_00182_003" n="3"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Straßburg.</hi> Weiln deren auch in dem reichsabschied de anno 1641 gedacht <lb facs="APWIIIA6_p0182l4" xml:id="bsb00057098_00182_004" n="4"/>worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0182n4" xml:id="bsb00057098_00182_dok0032_n04"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0182l39" xml:id="bsb00057098_00182_039" n="39"/>RA 1641 RTA III S. 566, § 94.</p> </note>, könne man wol gratificiren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l5" xml:id="bsb00057098_00182_005" n="5"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi>Gefolget.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l6" xml:id="bsb00057098_00182_006" n="6"/>Ad tertium: Ob die quaestion, ob alle stätte, so an denen frontiren gelegen <lb facs="APWIIIA6_p0182l7" xml:id="bsb00057098_00182_007" n="7"/>und sich durante bello selbst fest gemacht, absque demolitione <w lemma="fortificationum"><orig>fortificatio-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l8" xml:id="bsb00057098_00182_008" n="8"/><orig>num</orig></w> in den stand, wie sie anno 1618 gewesen, zu sezen und die guarnisonen <lb facs="APWIIIA6_p0182l9" xml:id="bsb00057098_00182_009" n="9"/>völlig abzuführen, Kayserlicher Majestät heimzustellen und die <w lemma="benachbarten"><orig>benachbar-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l10" xml:id="bsb00057098_00182_010" n="10"/><orig>ten</orig></w> darüber zu hören seyen?</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l11" xml:id="bsb00057098_00182_011" n="11"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Straßburg</hi> sagt: Quod non. Was schädliche fortificationes sein, werde ein <lb facs="APWIIIA6_p0182l12" xml:id="bsb00057098_00182_012" n="12"/>jede statt nach geschloßenem frieden und abgeführten guarnisonen wol <w lemma="selbsten"><orig>selb-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l13" xml:id="bsb00057098_00182_013" n="13"/><orig>sten</orig></w> zu demoliren wißen. Was aber dieienigen betreffe, so ein und anderer <lb facs="APWIIIA6_p0182l14" xml:id="bsb00057098_00182_014" n="14"/>orten zu seiner beßern defension jure praesidii erbauet, deßwegen seye es zu <lb facs="APWIIIA6_p0182l15" xml:id="bsb00057098_00182_015" n="15"/>laßen bey dem, was in secundo membro classis primae gesezt worden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l16" xml:id="bsb00057098_00182_016" n="16"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Eßlingen</hi> und <hi style="font-width:spaced;"><hi style="font-style:italic;">Lübeck</hi></hi> consentiunt.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l17" xml:id="bsb00057098_00182_017" n="17"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Lindau.</hi> Seye in specie auf die statt Lindau angesehen und erscheine daher, <lb facs="APWIIIA6_p0182l18" xml:id="bsb00057098_00182_018" n="18"/>weiln der Augspurgische abgesande<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0182n5" xml:id="bsb00057098_00182_dok0032_n05"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0182l40" xml:id="bsb00057098_00182_040" n="40"/>Dr. Johann von Leuxelring (zu ihm vgl. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA6_p0196n3" target="#bsb00057098_00196_042">S. 124 Anm. 3</ref>).</p> </note>, der das votum geführet, mit selbigem <lb facs="APWIIIA6_p0182l19" xml:id="bsb00057098_00182_019" n="19"/>commandanten zu correspondiren pflege. Were gefährlich, wann die <w lemma="demolitiones"><orig>demo-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l20" xml:id="bsb00057098_00182_020" n="20"/><orig>litiones</orig></w> Ihrer Kayserlichen Majestät disposition oder der benachbarten <w lemma="gutachten"><orig>gut-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l21" xml:id="bsb00057098_00182_021" n="21"/><orig>achten</orig></w> heimbgestellet werden sollten. Die demolitiones sollen allein auf <w lemma="diejenigen"><orig>die-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l22" xml:id="bsb00057098_00182_022" n="22"/><orig>jenigen</orig></w> fortificationes verstanden werden, welche pure ad aemulationem <lb facs="APWIIIA6_p0182l23" xml:id="bsb00057098_00182_023" n="23"/>aliorum und ohn darzu habende recht erbauet und denen befestigten selbsten <lb facs="APWIIIA6_p0182l24" xml:id="bsb00057098_00182_024" n="24"/>beschwerlich oder schädlich seyn.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l25" xml:id="bsb00057098_00182_025" n="25"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Man solle diesem monito keinen plaz geben. Ad quartum: Daß <lb facs="APWIIIA6_p0182l26" xml:id="bsb00057098_00182_026" n="26"/>denen worten „heilsame pacta“ beyzusetzen „in quantum solche non contra <lb facs="APWIIIA6_p0182l27" xml:id="bsb00057098_00182_027" n="27"/>imperium et imperatorem“.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0182l28" xml:id="bsb00057098_00182_028" n="28"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Straßburg.</hi> Seye überflüßig, weiln einem jeden 1. seine superioritet im <w lemma="auffsaz"><orig>auff-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l29" xml:id="bsb00057098_00182_029" n="29"/><orig>saz</orig></w> reservirt. 2. Weiln man selbige pacta, da sie contra Imperatorem et <w lemma="imperium"><orig>impe-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0182l30" xml:id="bsb00057098_00182_030" n="30"/><orig>rium</orig></w> weren, nicht hette so alt werden laßen. 3. Weiln in secundo membro <lb facs="APWIIIA6_p0182l31" xml:id="bsb00057098_00182_031" n="31"/>classis primae alle schädliche pacta und foedera verbotten.</p>
	      <p><pb n="111" facs="APWIIIA6_p0183" sameAs="#bsb00057098_00183"/><lb facs="APWIIIA6_p0183l1" xml:id="bsb00057098_00183_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Seye ein überflüßiges monitum und nicht zu attendiren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l2" xml:id="bsb00057098_00183_002" n="2"/>Ad quintum: Daß auch abstellung desienigen, so zu hinderung der <w lemma="commercien"><orig>commer-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0183l3" xml:id="bsb00057098_00183_003" n="3"/><orig>cien</orig></w> vor anno 1618 aufkommen, zu suchen seye.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l4" xml:id="bsb00057098_00183_004" n="4"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Seye beßer, daß man einen gewißen terminum habe, und wann <lb facs="APWIIIA6_p0183l5" xml:id="bsb00057098_00183_005" n="5"/>er schon außgelaßen werde, verstehe er sich doch tacite.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l6" xml:id="bsb00057098_00183_006" n="6"/>Ad sextum: Translatio und vermehrung alter zollstätte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l7" xml:id="bsb00057098_00183_007" n="7"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Seye billich pro gravamine zu halten und denen Münsterischen <lb facs="APWIIIA6_p0183l8" xml:id="bsb00057098_00183_008" n="8"/>hierinnen zu willfahren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l9" xml:id="bsb00057098_00183_009" n="9"/>Ad septimum: Wie ingleichen bey dem 7. wegen hemmung und <w lemma="vorenthaltung"><orig>vorenthal-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0183l10" xml:id="bsb00057098_00183_010" n="10"/><orig>tung</orig></w> der in Hispanien denen Teutschen zugehörigen effetti und gefallen, ob <lb facs="APWIIIA6_p0183l11" xml:id="bsb00057098_00183_011" n="11"/>es schon von dem Augspurgischen in specie wegen der herren Fugger <w lemma="gesucht"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0183l12" xml:id="bsb00057098_00183_012" n="12"/><orig>sucht</orig></w> worden sein möchte.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l13" xml:id="bsb00057098_00183_013" n="13"/>Ad octavum: Daß restitutio commerciorum, es erfolge gleich der fried oder <lb facs="APWIIIA6_p0183l14" xml:id="bsb00057098_00183_014" n="14"/>nicht, zu suchen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l15" xml:id="bsb00057098_00183_015" n="15"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Seye vergeblich, exemplo deßen, was zu Regenspurg <w lemma="geschloßen"><orig>geschlo</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0183l16" xml:id="bsb00057098_00183_016" n="16"/><orig>ßen</orig></w>.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l17" xml:id="bsb00057098_00183_017" n="17"/>Ad nonum: Bey dem 9. wegen sicherheit und erhaltung der straßen, <w lemma="derselben"><orig>der-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0183l18" xml:id="bsb00057098_00183_018" n="18"/><orig>selben</orig></w> raub- und plünderungen, absezung der convoygelder, erhaltung <lb facs="APWIIIA6_p0183l19" xml:id="bsb00057098_00183_019" n="19"/>guter kriegsdisciplin etc.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l20" xml:id="bsb00057098_00183_020" n="20"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> So ferne die sicherheit auf den strömen und straßen betrifft, zu <lb facs="APWIIIA6_p0183l21" xml:id="bsb00057098_00183_021" n="21"/>gratificiren.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l22" xml:id="bsb00057098_00183_022" n="22"/>Ad decimum: Daß die reitende posten dem herkommen nach bey denen <lb facs="APWIIIA6_p0183l23" xml:id="bsb00057098_00183_023" n="23"/>reichsstätten zu laßen.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l24" xml:id="bsb00057098_00183_024" n="24"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Solle dem Augspurgischen repraesentiren, daß Ihre Kayserliche <lb facs="APWIIIA6_p0183l25" xml:id="bsb00057098_00183_025" n="25"/>Majestät ihro die bestellung des postwesens in anno 1641 reservirt, dörffte <lb facs="APWIIIA6_p0183l26" xml:id="bsb00057098_00183_026" n="26"/>schwär damit hergehen, doch, da ers wollte über sich nehmen, stünde es <lb facs="APWIIIA6_p0183l27" xml:id="bsb00057098_00183_027" n="27"/>dahin.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l28" xml:id="bsb00057098_00183_028" n="28"/>Ad undecimum: Wegen linderung des postgeldes.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l29" xml:id="bsb00057098_00183_029" n="29"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Conclusum.</hi> Solle gedacht werden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l30" xml:id="bsb00057098_00183_030" n="30"/>Ad duodecimum: Wie imgleichen, daß die zöll, so von Ihrer Kayserlichen <lb facs="APWIIIA6_p0183l31" xml:id="bsb00057098_00183_031" n="31"/>Majestät und denen herren churfürsten auf eine gewisse zeit, welche schon <lb facs="APWIIIA6_p0183l32" xml:id="bsb00057098_00183_032" n="32"/>längst verfloßen, zugelaßen gewesen, wieder abgeschafft werden.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0183l33" xml:id="bsb00057098_00183_033" n="33"/>Ad decimumtertium: Und leztlichen, daß bey einnehmung der zollgebürnus <lb facs="APWIIIA6_p0183l34" xml:id="bsb00057098_00183_034" n="34"/>die vor 60 oder mehr jahren hergebrachte observanz der nachsehung des <lb facs="APWIIIA6_p0183l35" xml:id="bsb00057098_00183_035" n="35"/>dritten theils auch forthin in acht genommen und darob gehalten werde.</p>
	      <p><pb n="112" facs="APWIIIA6_p0184" sameAs="#bsb00057098_00184"/><lb facs="APWIIIA6_p0184l1" xml:id="bsb00057098_00184_001" n="1"/><hi style="font-style:italic; font-width:spaced;">Directorium.</hi> Seye von des ertzbischoffen von Bremen Fürstliche Gnaden <lb facs="APWIIIA6_p0184l2" xml:id="bsb00057098_00184_002" n="2"/>ein schreiben an dieses erbare stätt collegium abgangen, darinnen folgende <lb facs="APWIIIA6_p0184l3" xml:id="bsb00057098_00184_003" n="3"/>drey puncten begriffen: 1. Eine entschuldigung, daß Ihre Fürstliche Gnaden <lb facs="APWIIIA6_p0184l4" xml:id="bsb00057098_00184_004" n="4"/>diese tractaten nicht selbsten beschicken können, mit bitt, alles in <w lemma="ecclesiasticis"><orig>ecclesiasti-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l5" xml:id="bsb00057098_00184_005" n="5"/><orig>cis</orig></w> et politicis dahin einzurichten, wie es sich anno 1618 gefunden. 2. Seye <lb facs="APWIIIA6_p0184l6" xml:id="bsb00057098_00184_006" n="6"/>beschwerlich, daß die dem erzstifft Bremen <note xml:id="bsb00057098_00184_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0184l6" target="#bsb00057098_00184_006"><p><lb facs="APWIIIA6_p0184l34" xml:id="bsb00057098_00184_034" n="34"/><hi style="font-style:italic;">6–7</hi> gehuldigte – Bremen] <hi style="font-style:italic;">Fehlt in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Stockholm</hi>.</p></note>gehuldigte, eigenthumblich <w lemma="zuständige"><orig>zu</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l7" xml:id="bsb00057098_00184_007" n="7"/><orig>ständige</orig></w> statt Bremen sich ihrer schuldigkeit entziehen und bey des heiligen <lb facs="APWIIIA6_p0184l8" xml:id="bsb00057098_00184_008" n="8"/>reichs freyen immediat stätten einmischen wolle; bitt, solche in ansehen des <lb facs="APWIIIA6_p0184l9" xml:id="bsb00057098_00184_009" n="9"/>zu dem end ergangenen Kayserlichen decrets daselbsten ab- und ihrem <lb facs="APWIIIA6_p0184l10" xml:id="bsb00057098_00184_010" n="10"/>herrn heimzuweisen. 3. Wird beweglich gedacht, daß der lutherischen <w lemma="religion"><orig>reli-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l11" xml:id="bsb00057098_00184_011" n="11"/><orig>gion</orig></w> und <choice><sic>denen</sic><corr resp="#editor">deren</corr></choice> anverwanden in ermelter statt, denen deßwegen vorhin <lb facs="APWIIIA6_p0184l12" xml:id="bsb00057098_00184_012" n="12"/>getroffenen verträgen zuwider in viel weiß beschwärliche einträg geschehen, <lb facs="APWIIIA6_p0184l13" xml:id="bsb00057098_00184_013" n="13"/>mit angehenktem bitten, solches bey jeziger friedenshandlung alles in obacht <lb facs="APWIIIA6_p0184l14" xml:id="bsb00057098_00184_014" n="14"/>zu nehmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0184n6" xml:id="bsb00057098_00184_dok0032_n06"> <p><lb facs="APWIIIA6_p0184l36" xml:id="bsb00057098_00184_036" n="36"/><hi style="font-style:italic;">Schreiben des Administrators vom 30. Januar 1646 in Meiern II S. 791–793</hi> (<hi style="font-style:italic;">zur rechtlichen</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0184l37" xml:id="bsb00057098_00184_037" n="37"/><hi style="font-style:italic;">Lage von Bremen-Stadt vgl.</hi> K. H. <hi style="font-style:smallCaps;">Schwebel</hi>; H. <hi style="font-style:smallCaps;">Lorenz</hi> <hi style="font-style:italic;">passim;</hi> G. <hi style="font-style:smallCaps;">Buchstab</hi> <hi style="font-style:italic;">S. 31f.,</hi> <lb facs="APWIIIA6_p0184l38" xml:id="bsb00057098_00184_038" n="38"/><hi style="font-style:italic;">69ff.</hi>).</p> </note>.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0184l15" xml:id="bsb00057098_00184_015" n="15"/><note xml:id="bsb00057098_00184_a02" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIIA6_p0184l15" target="#bsb00057098_00184_015"><p><lb facs="APWIIIA6_p0184l35" xml:id="bsb00057098_00184_035" n="35"/><hi style="font-style:italic;">15–16</hi> restitutionem – statuum] <hi style="font-style:smallCaps;">Isny</hi> restitutionem omnium et singulorum statuum.</p></note>Wegen des 1. punkten, <choice><sic>bitt</sic><corr resp="#editor">bittet</corr></choice> der Bremische herr abgesande ebenmäßig <w lemma="restitutionem"><orig>restitu-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l16" xml:id="bsb00057098_00184_016" n="16"/><orig>tionem</orig></w> universalem et particularem omnium statuum juxta annum 1618.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0184l17" xml:id="bsb00057098_00184_017" n="17"/>Bey dem andern seyen seine herrn principalen dem bischoff keine <w lemma="superioritet"><orig>superiori-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l18" xml:id="bsb00057098_00184_018" n="18"/><orig>tet</orig></w> geständig, sondern von Römischen kaysern und königen jederzeit für <lb facs="APWIIIA6_p0184l19" xml:id="bsb00057098_00184_019" n="19"/>einen stand des reichs gehalten worden. Dahero sie in deßen possession <lb facs="APWIIIA6_p0184l20" xml:id="bsb00057098_00184_020" n="20"/>stehen und darin von keinem menschen mit fug turbirt werden können, auch <lb facs="APWIIIA6_p0184l21" xml:id="bsb00057098_00184_021" n="21"/>zu Regenspurg in dem stättischen collegio ihre session und votum <w lemma="gebührend"><orig>gebüh</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l22" xml:id="bsb00057098_00184_022" n="22"/><orig>rend</orig></w> obtinirt, ungeachtet deß vorgewandten Kayserlichen decrets, welches, <lb facs="APWIIIA6_p0184l23" xml:id="bsb00057098_00184_023" n="23"/>da ie eines vorhanden sein sollte, illicite erpracticirt und ohn krafft sein <lb facs="APWIIIA6_p0184l24" xml:id="bsb00057098_00184_024" n="24"/>würde, auch seinen herren principalen niemaln seye insinuirt oder zu sehen <lb facs="APWIIIA6_p0184l25" xml:id="bsb00057098_00184_025" n="25"/>worden. Recommendirt sich derowegen diesem löblichen collegio <w lemma="nochmahlen"><orig>nochmah-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l26" xml:id="bsb00057098_00184_026" n="26"/><orig>len</orig></w> und bitt, ihme bey seinem recht und herkommen, weiln ohne das lite <lb facs="APWIIIA6_p0184l27" xml:id="bsb00057098_00184_027" n="27"/>pendente nichts innovirt werden möge, ruhiglich zu laßen und hand zu <lb facs="APWIIIA6_p0184l28" xml:id="bsb00057098_00184_028" n="28"/>haben.</p>
	      <p><lb facs="APWIIIA6_p0184l29" xml:id="bsb00057098_00184_029" n="29"/>Die bey dem 3. puncten geführte klagen entspringen aus übler information, <lb facs="APWIIIA6_p0184l30" xml:id="bsb00057098_00184_030" n="30"/>und könne genugsam erweisen, daß der statt und denen vorhin gedachten <lb facs="APWIIIA6_p0184l31" xml:id="bsb00057098_00184_031" n="31"/>verträgen von den bischöfflichen viel beschwärliche eingriff geschehen. <w lemma="Erbiet"><orig>Er-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l32" xml:id="bsb00057098_00184_032" n="32"/><orig>biet</orig></w> sich zu einlieferung einer außführlichen deduction, dahin sich diß orts, <lb facs="APWIIIA6_p0184l33" xml:id="bsb00057098_00184_033" n="33"/>umb kürze willen, referirt wird<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA6_p0184n7" xml:id="bsb00057098_00184_dok0032_n07"> <p style="font-size:10pt; font-style:italic;"><lb facs="APWIIIA6_p0184l39" xml:id="bsb00057098_00184_039" n="39"/>Der bremische Gesandte erbat eine Abschrift. Da sich diese auch an die münsterischen Städte <lb facs="APWIIIA6_p0184l40" xml:id="bsb00057098_00184_040" n="40"/>richtete, entschloß er sich binüberzureisen, um den stadtbremischen Standpunkt persönlich zu <w lemma="vertreten"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIIA6_p0184l41" xml:id="bsb00057098_00184_041" n="41"/><orig>treten</orig></w>. Das Schreiben vom 25. Februar 1646 aus Osnabrück wurde im SR Münster am 28. d. M. <lb facs="APWIIIA6_p0184l42" xml:id="bsb00057098_00184_042" n="42"/>behandelt (<hi style="font-style:smallCaps;">Nürnberg</hi> 18 fol. 74’–75; vgl. ferner <hi style="font-style:smallCaps;">Bremen</hi> 2 – X. 8. m.).</p> </note>.</p>
	      <p> </p>
	    </div>