<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" subtype="instructionswedishtrans" ana="#doc" facs="APWI1_0015a" xml:id="bsb00057097_00313_dok0015a" corresp="#bsb00057097_00313">
	    <head><lb facs="APWI1_p0313l22" xml:id="bsb00057097_00313_022" n="22"/><hi style="font-weight:bold;">15a</hi></head>
	    <div type="head" corresp="#bsb00057097_00313">
	      <head>Instruktion für Johan Adler Salvius</head>
	    </div>
	    <div type="desc" subtype="dating" corresp="#bsb00057097_00313">
	      <p style="font-size:14pt; font-style:italic; align:right;"><lb facs="APWI1_p0313l23" xml:id="bsb00057097_00313_023" n="23"/><placeName>Stockholm</placeName> <date when="1637-09-23">1637 September 13/23</date></p>
	    </div>
	    <div type="text" corresp="#bsb00057097_00313">
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0313l24" xml:id="bsb00057097_00313_024" n="24"/>Instruktion, nach welcher sich gemäß Ihrer Königl. M:t Willen der Hofkanzler <lb facs="APWI1_p0313l25" xml:id="bsb00057097_00313_025" n="25"/>Herr Johan Salvius bei den französischen und anderen Verhandlungen richten soll.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0313l26" xml:id="bsb00057097_00313_026" n="26"/>1.</p>
	      <p><lb facs="APWI1_p0313l27" xml:id="bsb00057097_00313_027" n="27"/><hi style="font-style:italic;">Aus Herrn Salvius hinreichend bekannten Gründen hatte Ihre Königl. M:t eine</hi> <lb facs="APWI1_p0313l28" xml:id="bsb00057097_00313_028" n="28"/><hi style="font-style:italic;">Zeitlang Bedenken, die französische Allianz fortzusetzen und die Ratifikation der</hi> <lb facs="APWI1_p0313l29" xml:id="bsb00057097_00313_029" n="29"/><hi style="font-style:italic;">Wismarer Verträge zu überreichen, und erachtet es deswegen für gut, den <w lemma="französischen"><orig>franzö-</orig> <lb facs="APWI1_p0313l30" xml:id="bsb00057097_00313_030" n="30"/><orig>sischen</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;">  Botschafter in der Schwebe zu halten. Weil jedoch der König von Frankreich</hi> <lb facs="APWI1_p0313l31" xml:id="bsb00057097_00313_031" n="31"/><hi style="font-style:italic;">durch alle seine Briefe und Schreiben an Ihre Königl. M:t und deren Beamte wie auch</hi> <lb facs="APWI1_p0313l32" xml:id="bsb00057097_00313_032" n="32"/><hi style="font-style:italic;">durch seine Botschafter und Agenten ständig auf die Ratifikation drängt, und zwar</hi> <lb facs="APWI1_p0313l33" xml:id="bsb00057097_00313_033" n="33"/><hi style="font-style:italic;">mit vielen Versprechungen und einer Erklärung betreffend einen förmlichen Vertrag,</hi> <lb facs="APWI1_p0313l34" xml:id="bsb00057097_00313_034" n="34"/><hi style="font-style:italic;">und weil man weiterhin tunlich merkt, daß auf seiten des Kaisers für <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensver-</orig> <lb facs="APWI1_p0313l35" xml:id="bsb00057097_00313_035" n="35"/><orig>handlungen</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;">  kein Ernst vorliegt, man vielmehr die Absichten dahin ausgerichtet hat,</hi> <lb facs="APWI1_p0313l36" xml:id="bsb00057097_00313_036" n="36"/><hi style="font-style:italic;">es auf Zeit und Gelegenheiten ankommen zu lassen und alle Interessenten voneinander</hi> <pb n="280" facs="APWI1_p0314" sameAs="#bsb00057097_00314"/><lb facs="APWI1_p0314l1" xml:id="bsb00057097_00314_001" n="1"/><hi style="font-style:italic;">zu trennen, damit man sie getrennt desto besser unterdrücken könne, und weil <w lemma="schließlich"><orig>schließ-</orig> <lb facs="APWI1_p0314l2" xml:id="bsb00057097_00314_002" n="2"/><orig>lich</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;">  das, was vielleicht von dem einen oder anderen Privatmann dagegen geäußert</hi> <lb facs="APWI1_p0314l3" xml:id="bsb00057097_00314_003" n="3"/><hi style="font-style:italic;">werden kann, mehr ein privater Wunsch und eine vergebens getane Vermutung als ein</hi> <lb facs="APWI1_p0314l4" xml:id="bsb00057097_00314_004" n="4"/><hi style="font-style:italic;">beständiger Beschluß des Feindes ist, hat infolgedessen Ihre Königl. M:t beschlossen,</hi> <lb facs="APWI1_p0314l5" xml:id="bsb00057097_00314_005" n="5"/>die Allianz mit Frankreich zu ratifizieren, hat deswegen den vom Reichskanzler <lb facs="APWI1_p0314l6" xml:id="bsb00057097_00314_006" n="6"/>entworfenen und in Wismar vorgeschlagenen Wortlaut reinschreiben und bekräftigen <lb facs="APWI1_p0314l7" xml:id="bsb00057097_00314_007" n="7"/>lassen und hat ihn hiermit Herrn Salvius übersenden wollen.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0314l8" xml:id="bsb00057097_00314_008" n="8"/>2.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0314l9" xml:id="bsb00057097_00314_009" n="9"/>Wenn Herr Salvius nun den Vertrag erhalten haben wird, soll er bei Gelegenheit <lb facs="APWI1_p0314l10" xml:id="bsb00057097_00314_010" n="10"/>dem französischen Botschafter Monsieur d’ Avaux eröffnen, daß er mit einem <w lemma="Eilboten"><orig>Eil-</orig> <lb facs="APWI1_p0314l11" xml:id="bsb00057097_00314_011" n="11"/><orig>boten</orig></w> die Ratifikation Ihrer Königl. M:t erhalten habe, die wortgetreu so laute, wie <lb facs="APWI1_p0314l12" xml:id="bsb00057097_00314_012" n="12"/>in Wismar vereinbart worden ist, und daß ihm befohlen worden sei, zuerst dieselbe <lb facs="APWI1_p0314l13" xml:id="bsb00057097_00314_013" n="13"/>Herrn d’ Avaux vorzulegen und hinwiederum zu bitten, die Ratifikation des Königs <lb facs="APWI1_p0314l14" xml:id="bsb00057097_00314_014" n="14"/>von Frankreich zu sehen. Sollten die Ratifikationen auf beiden Seiten richtig und <w lemma="formal"><orig>for-</orig> <lb facs="APWI1_p0314l15" xml:id="bsb00057097_00314_015" n="15"/><orig>mal</orig></w> in Ordnung befunden werden, sind mit Herrn d’ Avaux die übrigen Punkte zu <lb facs="APWI1_p0314l16" xml:id="bsb00057097_00314_016" n="16"/>verabreden, auch wenn später etwas vorfallen sollte, was einer Erklärung bedarf.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0314l17" xml:id="bsb00057097_00314_017" n="17"/>Hierbei oder bei einer Gelegenheit, da die Verzögerung zu augenscheinlich wird, <lb facs="APWI1_p0314l18" xml:id="bsb00057097_00314_018" n="18"/>soll Herr Salvius dies auf gebührende Weise zu entschuldigen wissen und ja nichts <lb facs="APWI1_p0314l19" xml:id="bsb00057097_00314_019" n="19"/>anderes merken lassen, als daß die Allianz vor der Ankunft des Barons de Rorté <lb facs="APWI1_p0314l20" xml:id="bsb00057097_00314_020" n="20"/>weggeschickt worden ist.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0314l21" xml:id="bsb00057097_00314_021" n="21"/>3.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0314l22" xml:id="bsb00057097_00314_022" n="22"/>Wenn nun d’ Avaux verlangt, die Ratifikation zu sehen, soll sich Herr Salvius <lb facs="APWI1_p0314l23" xml:id="bsb00057097_00314_023" n="23"/>hierin nicht weigern, hinwiederum jedoch die französische Ratifikation zu sehen <w lemma="verlangen"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWI1_p0314l24" xml:id="bsb00057097_00314_024" n="24"/><orig>langen</orig></w> und da genau darauf achten, daß sie mutatis mutandis einander entsprechen <lb facs="APWI1_p0314l25" xml:id="bsb00057097_00314_025" n="25"/>und in den wesentlichen Punkten einander gleich sind. Aber wenn sich d’ Avaux <lb facs="APWI1_p0314l26" xml:id="bsb00057097_00314_026" n="26"/>weigert, seine zu zeigen oder Ausflüchte sucht, soll es Salvius nicht allzu eilig haben, <lb facs="APWI1_p0314l27" xml:id="bsb00057097_00314_027" n="27"/>sondern den Grund zu erfahren suchen. Aber gleichwohl, wenn d’ Avaux unsere <lb facs="APWI1_p0314l28" xml:id="bsb00057097_00314_028" n="28"/>Ratifikation zu sehen verlangt, zeige man sie ihm und nehme sie jedoch wiederum <lb facs="APWI1_p0314l29" xml:id="bsb00057097_00314_029" n="29"/>zurück.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0314l30" xml:id="bsb00057097_00314_030" n="30"/>4.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0314l31" xml:id="bsb00057097_00314_031" n="31"/>Sollte während der Ratifikationsverhandlungen das zur Sprache kommen, was in <lb facs="APWI1_p0314l32" xml:id="bsb00057097_00314_032" n="32"/>des Herrn Salvius Brief vom 26. August gemeldet wird, daß d’ Avaux meint, in <lb facs="APWI1_p0314l33" xml:id="bsb00057097_00314_033" n="33"/>Wismar sei nichts beschlossen, sondern bloß projektiert worden, weswegen nichts <lb facs="APWI1_p0314l34" xml:id="bsb00057097_00314_034" n="34"/>ratifiziert werden könnte, cum non entis nulla sint accidentia, kann Herr Salvius <lb facs="APWI1_p0314l35" xml:id="bsb00057097_00314_035" n="35"/>antworten, solches sei mehr scholastisch gesagt, als daß man sich an solche Regeln zu <lb facs="APWI1_p0314l36" xml:id="bsb00057097_00314_036" n="36"/>binden brauchte. In Wismar sei alles förmlich verhandelt und abgefaßt worden, aber <lb facs="APWI1_p0314l37" xml:id="bsb00057097_00314_037" n="37"/>St. Chamont hätte nicht die Vollmacht gehabt, den Kaiser zum Feind zu erklären, <lb facs="APWI1_p0314l38" xml:id="bsb00057097_00314_038" n="38"/>auch nicht der Krone Schweden ein höheres Jahressubsidium als 200 000 Reichstaler <lb facs="APWI1_p0314l39" xml:id="bsb00057097_00314_039" n="39"/>zu geben. Obwohl er meinte, die Versicherung abgeben zu können, daß es seinem <lb facs="APWI1_p0314l40" xml:id="bsb00057097_00314_040" n="40"/>König, wenn er daran erinnert würde, genehm sein würde, so konnte dies nicht <w lemma="unterschrieben"><orig>unter-</orig> <lb facs="APWI1_p0314l41" xml:id="bsb00057097_00314_041" n="41"/><orig>schrieben</orig></w> werden, aber es wurde zur Berichterstattung mit der Empfehlung <w lemma="entgegengenommen"><orig>entgegen-</orig> <lb facs="APWI1_p0314l42" xml:id="bsb00057097_00314_042" n="42"/><orig>genommen</orig></w>, daß es beschlossen sein sollte, sowie der König von Frankreich seine <w lemma="Zustimmung"><orig>Zu-</orig><pb n="281" facs="APWI1_p0315" sameAs="#bsb00057097_00315"/><lb facs="APWI1_p0315l1" xml:id="bsb00057097_00315_001" n="1"/><orig>stimmung</orig></w> erteilt habe. Deswegen konnte I. Königl. M:t solches in keiner Weise <w lemma="ändern"><orig>än-</orig> <lb facs="APWI1_p0315l2" xml:id="bsb00057097_00315_002" n="2"/><orig>dern</orig></w>, hat es vielmehr für gut gefunden, die Ratifikation so zu übersenden, wie sie schon <lb facs="APWI1_p0315l3" xml:id="bsb00057097_00315_003" n="3"/>im Vorjahr gleich nach der Ankunft des Reichskanzlers konfirmiert und bestätigt <lb facs="APWI1_p0315l4" xml:id="bsb00057097_00315_004" n="4"/>wurde. So scheinen auch die anderen Vorschläge, die Allianzen hier abfassen zu lassen <lb facs="APWI1_p0315l5" xml:id="bsb00057097_00315_005" n="5"/>und sie dem jetzigen Zeitpunkt anzupassen, einige andere Bedenken mit sich zu bringen.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0315l6" xml:id="bsb00057097_00315_006" n="6"/>5.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0315l7" xml:id="bsb00057097_00315_007" n="7"/>Nachdem dies auf diese Weise praeliminariter abgewickelt und die Neigung zum <lb facs="APWI1_p0315l8" xml:id="bsb00057097_00315_008" n="8"/>Vollzug der Allianz vernehmlich geworden ist, soll Salvius weitere Besprechungen in <lb facs="APWI1_p0315l9" xml:id="bsb00057097_00315_009" n="9"/>Angriff nehmen, um einige Punkte der Allianz zu klären. Vor allem ist es der <lb facs="APWI1_p0315l10" xml:id="bsb00057097_00315_010" n="10"/>Artikel 11 der Allianz betreffend die Subsidien, in dem vier Dinge zu beachten sind: <lb facs="APWI1_p0315l11" xml:id="bsb00057097_00315_011" n="11"/>1. daß der Subsidienrückstand vom Jahr 1632 erlegt wird, 2. daß die beiden Termine <lb facs="APWI1_p0315l12" xml:id="bsb00057097_00315_012" n="12"/>des Vorjahrs, Oktober und April, bezahlt werden, wie auch gleicherweise das <lb facs="APWI1_p0315l13" xml:id="bsb00057097_00315_013" n="13"/>Subsidium dieses Monats Oktober, 3. daß Bezahlung und Erlegung in Reichstalern <lb facs="APWI1_p0315l14" xml:id="bsb00057097_00315_014" n="14"/>oder in deren vollem Wert und nicht in Franken erfolgen, 4. daß dies in Hamburg <lb facs="APWI1_p0315l15" xml:id="bsb00057097_00315_015" n="15"/>oder doch in Amsterdam ohne Kürzung geschieht.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0315l16" xml:id="bsb00057097_00315_016" n="16"/>Die Billigkeit dieser Wünsche ist leicht zu beweisen. Das erste wurde zuverlässig <lb facs="APWI1_p0315l17" xml:id="bsb00057097_00315_017" n="17"/>und oft versprochen, und ein beträchtlicher Teil wurde bereits geliefert.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0315l18" xml:id="bsb00057097_00315_018" n="18"/>Das zweite kann mit Fug nicht verweigert werden, alldieweil alles, wozu uns die <lb facs="APWI1_p0315l19" xml:id="bsb00057097_00315_019" n="19"/>Allianz verpflichtet, von uns zur merklichen Entlastung Frankreichs erfüllt wurde, <lb facs="APWI1_p0315l20" xml:id="bsb00057097_00315_020" n="20"/>indem wir nicht nur gegen den Feind vorrückten, sondern auch alle seine Kräfte auf uns <lb facs="APWI1_p0315l21" xml:id="bsb00057097_00315_021" n="21"/>zogen, und nichts hat uns mehr behindert, die Ratifikation zu übersenden, als zu sehen, <lb facs="APWI1_p0315l22" xml:id="bsb00057097_00315_022" n="22"/>daß man auf französischer Seite mit dem Kölner Konvent weiter gegangen ist, als eines <lb facs="APWI1_p0315l23" xml:id="bsb00057097_00315_023" n="23"/>Verbündeten Recht einzuräumen scheint, so daß die Schuld nicht so sehr bei uns als <lb facs="APWI1_p0315l24" xml:id="bsb00057097_00315_024" n="24"/>bei Frankreich liegt.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0315l25" xml:id="bsb00057097_00315_025" n="25"/>Das dritte ist billig, da auf der Grundlage der üblichen Münze und gemäß <w lemma="Reichstalerwert"><orig>Reichs-</orig> <lb facs="APWI1_p0315l26" xml:id="bsb00057097_00315_026" n="26"/><orig>talerwert</orig></w> verhandelt worden ist, was durch Münzverringerung zum Nachteil des <w lemma="Verbündeten"><orig>Ver-</orig> <lb facs="APWI1_p0315l27" xml:id="bsb00057097_00315_027" n="27"/><orig>bündeten</orig></w> und in eine tatsächliche Minderung des Subsidiums zu ändern nicht ohne <lb facs="APWI1_p0315l28" xml:id="bsb00057097_00315_028" n="28"/>Verletzung des Bündnisses geschehen kann. Das vierte ist den Verträgen gemäß und <lb facs="APWI1_p0315l29" xml:id="bsb00057097_00315_029" n="29"/>bleibt dem Wunsch und Belieben I. K. M:t anheimgestellt.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0315l30" xml:id="bsb00057097_00315_030" n="30"/>6.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0315l31" xml:id="bsb00057097_00315_031" n="31"/>In gleicher Weise bedarf der Artikel 15 einiger Erklärung. Bei den <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedens-</orig> <lb facs="APWI1_p0315l32" xml:id="bsb00057097_00315_032" n="32"/><orig>verhandlungen</orig></w> nämlich, wo des Ortes Erwähnung getan wird, ist Köln mit folgenden <lb facs="APWI1_p0315l33" xml:id="bsb00057097_00315_033" n="33"/>Worten eingesetzt: Locus eligatur utrique parti commodus et tutus, qualis pro <w lemma="praesente"><orig>prae-</orig> <lb facs="APWI1_p0315l34" xml:id="bsb00057097_00315_034" n="34"/><orig>sente</orig></w> rerum statu videtur esse Colonia. Und Frankreich hat nicht nur diesen Ort <lb facs="APWI1_p0315l35" xml:id="bsb00057097_00315_035" n="35"/>befürwortet, sondern auch bei uns nachdrücklich angesucht, ihn zu besuchen; indessen <lb facs="APWI1_p0315l36" xml:id="bsb00057097_00315_036" n="36"/>ist dieser Ort, wenn wir die Dinge richtig betrachten, für uns weder sicher noch bequem, <lb facs="APWI1_p0315l37" xml:id="bsb00057097_00315_037" n="37"/>weswegen Herr Salvius sich bemühen soll, den Effekt dieses Artikels zu ändern und <lb facs="APWI1_p0315l38" xml:id="bsb00057097_00315_038" n="38"/>zu erklären. Will nun d’ Avaux auf Grund des Artikels an Köln festhalten, kann <lb facs="APWI1_p0315l39" xml:id="bsb00057097_00315_039" n="39"/>Herr Salvius gegen ihn auf Grund des Artikels einwenden, daß dieser Ort <w lemma="keineswegs"><orig>keines-</orig> <lb facs="APWI1_p0315l40" xml:id="bsb00057097_00315_040" n="40"/><orig>wegs</orig></w> absolut angenommen ist, sondern bloß vorschlagsweise und entsprechend Zeit und <lb facs="APWI1_p0315l41" xml:id="bsb00057097_00315_041" n="41"/>Gelegenheit genannt zu sein scheint. Wenn jedoch d’ Avaux an Köln wegen anderer <lb facs="APWI1_p0315l42" xml:id="bsb00057097_00315_042" n="42"/>Bequemlichkeiten und Gründe festhalten will, hat Herr Salvius zuerst auf die <w lemma="Unsicherheit"><orig>Un-</orig><pb n="282" facs="APWI1_p0316" sameAs="#bsb00057097_00316"/><lb facs="APWI1_p0316l1" xml:id="bsb00057097_00316_001" n="1"/><orig>sicherheit</orig></w> der Unsrigen in und außerhalb der Stadt hinzuweisen; weil weiterhin der <lb facs="APWI1_p0316l2" xml:id="bsb00057097_00316_002" n="2"/>Papst Leiter der Verhandlungen sein soll, und obwohl wir nichts anderes offener sagen <lb facs="APWI1_p0316l3" xml:id="bsb00057097_00316_003" n="3"/>könnten, als daß er unter den katholisch-römischen Königen und Fürsten der bequemste <lb facs="APWI1_p0316l4" xml:id="bsb00057097_00316_004" n="4"/>zum Unterhandeln ist, so steht uns dennoch nicht zu, uns dort hineinzumischen oder mit <lb facs="APWI1_p0316l5" xml:id="bsb00057097_00316_005" n="5"/>ihm in irgendeine Verbindung zu kommen. Deswegen würde es uns auch sonderlich weder <lb facs="APWI1_p0316l6" xml:id="bsb00057097_00316_006" n="6"/>zur Ehre noch zum Nutzen gereichen, wenn wir uns darein finden ließen, insonderheit <lb facs="APWI1_p0316l7" xml:id="bsb00057097_00316_007" n="7"/>weil der Ort selbst, wie schon gesagt, uns weder bequem noch hinreichend sicher ist. <lb facs="APWI1_p0316l8" xml:id="bsb00057097_00316_008" n="8"/>Da jedoch Herr d’ Avaux, wie aus des Herrn Salvius Brief ersichtlich, selbst <w lemma="folgenden"><orig>fol-</orig> <lb facs="APWI1_p0316l9" xml:id="bsb00057097_00316_009" n="9"/><orig>genden</orig></w> Vorschlag gemacht hat, daß der Kaiser, der König von Frankreich und <w lemma="Spanien"><orig>Spa-</orig> <lb facs="APWI1_p0316l10" xml:id="bsb00057097_00316_010" n="10"/><orig>nien</orig></w> in Köln unterhandeln, unsere Königin und der Kaiser samt seinen Anhängern in <lb facs="APWI1_p0316l11" xml:id="bsb00057097_00316_011" n="11"/>Hamburg, und daß nur die Königin die ihrigen bei den Botschaftern Frankreichs in <lb facs="APWI1_p0316l12" xml:id="bsb00057097_00316_012" n="12"/>Köln und der König von Frankreich die seinigen bei unseren Botschaftern in Hamburg <lb facs="APWI1_p0316l13" xml:id="bsb00057097_00316_013" n="13"/>habe, durch die man sich gegenseitig verständigen und die Vertragsverhandlungen <lb facs="APWI1_p0316l14" xml:id="bsb00057097_00316_014" n="14"/>zugleich entweder abschließen oder unterbrechen und abbrechen würde, so will I. <lb facs="APWI1_p0316l15" xml:id="bsb00057097_00316_015" n="15"/>Königl. M:t, daß Herr Salvius sich auf diese Weise mit d’ Avaux einige. Für den <lb facs="APWI1_p0316l16" xml:id="bsb00057097_00316_016" n="16"/>Fall, daß hierüber Erörterungen stattfinden, wird Herr Salvius nach eigenem <w lemma="Befinden"><orig>Be-</orig> <lb facs="APWI1_p0316l17" xml:id="bsb00057097_00316_017" n="17"/><orig>finden</orig></w> Argumente finden, um unseren Intentionen Recht und Gerechtigkeit zu sichern.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0316l18" xml:id="bsb00057097_00316_018" n="18"/>7.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0316l19" xml:id="bsb00057097_00316_019" n="19"/>So kann auch Artikel 5 der Allianz eine Erörterung betreffend die Satisfaktion <lb facs="APWI1_p0316l20" xml:id="bsb00057097_00316_020" n="20"/>der beiden Kronen ergeben und verursachen, wobei Ihre Königl. M:t für diesmal nicht <lb facs="APWI1_p0316l21" xml:id="bsb00057097_00316_021" n="21"/>so sehr will, daß Herr Salvius irgendeine Erklärung abgeben oder entgegennehmen <lb facs="APWI1_p0316l22" xml:id="bsb00057097_00316_022" n="22"/>soll, aber trotzdem zu erfahren versuchen möge, ob sich der König von Frankreich nicht <lb facs="APWI1_p0316l23" xml:id="bsb00057097_00316_023" n="23"/>verpflichten wollte, Ihrer Königl. M:t bei der Gewinnung Pommerns beizustehen. <lb facs="APWI1_p0316l24" xml:id="bsb00057097_00316_024" n="24"/>Wenn solches erreicht werden könnte, ohne Entsprechendes dem König von Frankreich <lb facs="APWI1_p0316l25" xml:id="bsb00057097_00316_025" n="25"/>betreffend Lothringen oder etwas anderes dieser Art zuzusichern, wäre es gut, daß <lb facs="APWI1_p0316l26" xml:id="bsb00057097_00316_026" n="26"/>Herr Salvius eine Erklärung und Obligation entgegennähme. Wenn jedoch die <lb facs="APWI1_p0316l27" xml:id="bsb00057097_00316_027" n="27"/>Obligation wechselseitig sein soll, ist es besser, im Bereich der Erörterungen zu <w lemma="verbleiben"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWI1_p0316l28" xml:id="bsb00057097_00316_028" n="28"/><orig>bleiben</orig></w> und nur die Intention zu ergründen, wie weit man gehen kann und will, und <lb facs="APWI1_p0316l29" xml:id="bsb00057097_00316_029" n="29"/>weiterhin gelegentlich darüber zu verhandeln.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0316l30" xml:id="bsb00057097_00316_030" n="30"/>8.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0316l31" xml:id="bsb00057097_00316_031" n="31"/>Gleicherweise sind Gespräche über die Restitution deutscher Fürsten und Stände zu <lb facs="APWI1_p0316l32" xml:id="bsb00057097_00316_032" n="32"/>führen, um zu erfahren, welcher Restitution der König von Frankreich als für seinen <lb facs="APWI1_p0316l33" xml:id="bsb00057097_00316_033" n="33"/>Status nützlich erachtet und für welche er etwas zu tun beabsichtigt und für welche <lb facs="APWI1_p0316l34" xml:id="bsb00057097_00316_034" n="34"/>nicht; und dies alles als Vorbereitung für die vorgeschlagenen englischen Verhandlungen <lb facs="APWI1_p0316l35" xml:id="bsb00057097_00316_035" n="35"/>in Hamburg. Aber so ist hierüber ohne Beschluß und Resolution nur gesprächsweise <lb facs="APWI1_p0316l36" xml:id="bsb00057097_00316_036" n="36"/>zu verhandeln und vorzugehen und die Sache von Salvius so vorsichtig zu führen, daß <lb facs="APWI1_p0316l37" xml:id="bsb00057097_00316_037" n="37"/>der Franzose nichts anderes merkt, als daß man die Restitution aller anstrebt. Aber <lb facs="APWI1_p0316l38" xml:id="bsb00057097_00316_038" n="38"/>findet sich der eine mehr als der andere verpflichtet, ist doch wohl die Restitution des <lb facs="APWI1_p0316l39" xml:id="bsb00057097_00316_039" n="39"/>Status des alten Reichs für alle benachbarten Reiche und Republiken die beste Sicherheit.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0316l40" xml:id="bsb00057097_00316_040" n="40"/>9.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0316l41" xml:id="bsb00057097_00316_041" n="41"/>Außerdem soll sich Herr Salvius die Punkte vornehmen, die der Reichskanzler am <lb facs="APWI1_p0316l42" xml:id="bsb00057097_00316_042" n="42"/>10./20. März 1636 an St. Chamont in Wismar übergeben hatte, um für sie eine <lb facs="APWI1_p0316l43" xml:id="bsb00057097_00316_043" n="43"/>Resolution des Königs von Frankreich zu erwirken, nämlich Bescheid und <w lemma="Versicherung"><orig>Versiche-</orig><pb n="283" facs="APWI1_p0317" sameAs="#bsb00057097_00317"/><lb facs="APWI1_p0317l1" xml:id="bsb00057097_00317_001" n="1"/><orig>rung</orig></w> zu fordern betreffend die eventuelle Reservation von Mainz und Worms unter die <lb facs="APWI1_p0317l2" xml:id="bsb00057097_00317_002" n="2"/>Krone Schweden, betreffend die vom verstorbenen König und vom Reichskanzler <lb facs="APWI1_p0317l3" xml:id="bsb00057097_00317_003" n="3"/>namens Ihrer Königl. M:t an wohlverdiente Personen und Städte verliehenen <w lemma="Schenkungen"><orig>Schen-</orig> <lb facs="APWI1_p0317l4" xml:id="bsb00057097_00317_004" n="4"/><orig>kungen</orig></w>, betreffend die Freilassung des Herrn Feldmarschalls Gustaf Horn und <lb facs="APWI1_p0317l5" xml:id="bsb00057097_00317_005" n="5"/>schließlich betreffend die Freiheit und Konservation von Benfeld, Dachstein und <lb facs="APWI1_p0317l6" xml:id="bsb00057097_00317_006" n="6"/>mehreren anderen noch erhaltenen Orten im Elsaß. Und Herr Salvius soll diese <lb facs="APWI1_p0317l7" xml:id="bsb00057097_00317_007" n="7"/>Punkte so streng und ernst zur Resolution vorantreiben, so viel er nur kann, und das, <lb facs="APWI1_p0317l8" xml:id="bsb00057097_00317_008" n="8"/>was zu erreichen ist, in die Form von Erklärungen und Verträgen bringen; aber da <lb facs="APWI1_p0317l9" xml:id="bsb00057097_00317_009" n="9"/>er trotzdem deren Ablehnung nicht zu einer Verhinderung der Ratifikation <lb facs="APWI1_p0317l10" xml:id="bsb00057097_00317_010" n="10"/>werden lassen soll, so soll er sie aber auch nicht fallenlassen, sondern das nicht zu <w lemma="Erwirkende"><orig>Er-</orig> <lb facs="APWI1_p0317l11" xml:id="bsb00057097_00317_011" n="11"/><orig>wirkende</orig></w> ad referendum nehmen und gleicherweise sie nochmals d’ Avaux seinem <lb facs="APWI1_p0317l12" xml:id="bsb00057097_00317_012" n="12"/>guten und geneigten Bericht empfehlen, alles so für günstigere Zeiten <w lemma="aufrechterhaltend"><orig>aufrechter-</orig> <lb facs="APWI1_p0317l13" xml:id="bsb00057097_00317_013" n="13"/><orig>haltend</orig></w>.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0317l14" xml:id="bsb00057097_00317_014" n="14"/>10.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0317l15" xml:id="bsb00057097_00317_015" n="15"/>Sollten die Gespräche über die Subsidien und über Köln einen solchen Verlauf <lb facs="APWI1_p0317l16" xml:id="bsb00057097_00317_016" n="16"/>nehmen, daß sie nicht abgeschlossen und nicht auf die hier beschriebene Weise <w lemma="abgewickelt"><orig>abge-</orig> <lb facs="APWI1_p0317l17" xml:id="bsb00057097_00317_017" n="17"/><orig>wickelt</orig></w> werden können, soll Herr Salvius die Angelegenheit mit guter Vertröstung ad <lb facs="APWI1_p0317l18" xml:id="bsb00057097_00317_018" n="18"/>referendum nehmen, das gleiche von d’ Avaux erbitten und mit der Aushändigung der <lb facs="APWI1_p0317l19" xml:id="bsb00057097_00317_019" n="19"/>Ratifikation innehalten. Aber wenn man sich über diese zwei Posten, die Subsidien <lb facs="APWI1_p0317l20" xml:id="bsb00057097_00317_020" n="20"/>und Köln, einigen und darüber ein Instrument aufsetzen kann, erachtet Ihre Königl. <lb facs="APWI1_p0317l21" xml:id="bsb00057097_00317_021" n="21"/>M:t die übrigen Punkte nicht von der Wichtigkeit, daß sie etwas verhindern <lb facs="APWI1_p0317l22" xml:id="bsb00057097_00317_022" n="22"/>sollen, sondern will in diesem Fall, daß Herr Salvius die Ratifikation Ihrer Königl. <lb facs="APWI1_p0317l23" xml:id="bsb00057097_00317_023" n="23"/>M:t d’ Avaux aushändigt, von ihm wiederum diejenige des Königs von Frankreich <lb facs="APWI1_p0317l24" xml:id="bsb00057097_00317_024" n="24"/>entgegennimmt und sie bei guter Gelegenheit und Sicherheit hierher übersendet.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0317l25" xml:id="bsb00057097_00317_025" n="25"/>11.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0317l26" xml:id="bsb00057097_00317_026" n="26"/>Falls sie sich über die oben erwähnten Nebenpunkte einigen könnten, wäre es gut, <lb facs="APWI1_p0317l27" xml:id="bsb00057097_00317_027" n="27"/>gemeinsam ein instrumentum publicum darüber aufzusetzen und alsbald von beiden <lb facs="APWI1_p0317l28" xml:id="bsb00057097_00317_028" n="28"/>Seiten ratifizieren zu lassen.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0317l29" xml:id="bsb00057097_00317_029" n="29"/>12.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0317l30" xml:id="bsb00057097_00317_030" n="30"/>Wenn nun die Allianzangelegenheit vorangeht und die Ratifikationen übergeben <lb facs="APWI1_p0317l31" xml:id="bsb00057097_00317_031" n="31"/>sind, soll Herr Salvius mit Macht darauf drängen, daß die Geldbeträge, die kraft des <lb facs="APWI1_p0317l32" xml:id="bsb00057097_00317_032" n="32"/>Bündnisses vom vorherigen und von diesem Jahr noch rückständig sind, zur Genüge und <lb facs="APWI1_p0317l33" xml:id="bsb00057097_00317_033" n="33"/>zusammenhängend überwiesen werden, sich bemühen, alles, was er bekommt und <lb facs="APWI1_p0317l34" xml:id="bsb00057097_00317_034" n="34"/>nimmt, Herrn Sten Bielke bekanntzugeben, und in dessen Auftrag nach Stettin <lb facs="APWI1_p0317l35" xml:id="bsb00057097_00317_035" n="35"/>24.000 Reichstaler und nach Stralsund an Hallenus 8.000 Reichstaler zum Unterhalt <lb facs="APWI1_p0317l36" xml:id="bsb00057097_00317_036" n="36"/>der Garnisonen in Vorpommern überweisen, das übrige jedoch zu Ihrer Königl. M:t <lb facs="APWI1_p0317l37" xml:id="bsb00057097_00317_037" n="37"/>Verfügung zurückbehalten, die umgehend eintreffen wird, sowie Ihre K. M:t <w lemma="vernommen"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWI1_p0317l38" xml:id="bsb00057097_00317_038" n="38"/><orig>nommen</orig></w> hat, welche Summe übriggeblieben ist. Sollte geschehen, daß die Ratifikationen <lb facs="APWI1_p0317l39" xml:id="bsb00057097_00317_039" n="39"/>nicht überreicht werden könnten und trotzdem eine Hoffnung bestände, etwas von den <lb facs="APWI1_p0317l40" xml:id="bsb00057097_00317_040" n="40"/>Subsidien zu erhalten, soll Herr Salvius darauf hinarbeiten, so viel er kann, und das, <lb facs="APWI1_p0317l41" xml:id="bsb00057097_00317_041" n="41"/>was er in die Hände bekommt, so verteilen und zurückbehalten, wie oben gesagt <lb facs="APWI1_p0317l42" xml:id="bsb00057097_00317_042" n="42"/>ist.</p>
	      <p style="align:center;"><pb n="284" facs="APWI1_p0318" sameAs="#bsb00057097_00318"/><lb facs="APWI1_p0318l1" xml:id="bsb00057097_00318_001" n="1"/>13.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0318l2" xml:id="bsb00057097_00318_002" n="2"/>Daneben muß Herr Salvius desgleichen fleißig darauf achthaben und alle bisher <lb facs="APWI1_p0318l3" xml:id="bsb00057097_00318_003" n="3"/>eingeleiteten und betriebenen Friedensverhandlungen mit dem Kaiser und seinen <w lemma="Anhängern"><orig>An-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l4" xml:id="bsb00057097_00318_004" n="4"/><orig>hängern</orig></w> richtig wahrnehmen, damit sie keineswegs versäumt und ganz beiseite <w lemma="geschoben"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l5" xml:id="bsb00057097_00318_005" n="5"/><orig>schoben</orig></w> werden, soweit sie angeboten werden und gleichwohl nicht irgendwie dem <lb facs="APWI1_p0318l6" xml:id="bsb00057097_00318_006" n="6"/>französischen Bündnis widersprechen; deswegen wünscht Ihre Königl. M:t, daß <lb facs="APWI1_p0318l7" xml:id="bsb00057097_00318_007" n="7"/>Herr Salvius hierbei auf folgende Weise vorgeht: Vor allem ist sorgsam darauf zu <lb facs="APWI1_p0318l8" xml:id="bsb00057097_00318_008" n="8"/>achten und zu prüfen, ob dieses französische Bündnis irgendwelchen Effekt haben kann, <lb facs="APWI1_p0318l9" xml:id="bsb00057097_00318_009" n="9"/>und zwar ohne Verzug, oder ob es bloß eine französiche Laune mit vielleicht <w lemma="gegenteiliger"><orig>gegen-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l10" xml:id="bsb00057097_00318_010" n="10"/><orig>teiliger</orig></w> Wirkung ist. In dem Fall, daß man sich entweder ziert oder sich solche <lb facs="APWI1_p0318l11" xml:id="bsb00057097_00318_011" n="11"/>Hindernisse einstellen, daß keine Anzeichen zum Vollzug sichtbar werden und <lb facs="APWI1_p0318l12" xml:id="bsb00057097_00318_012" n="12"/>ein langer Aufschub wahrscheinlich wird, soll Herr Salvius mit d’ Avaux im Zustand <lb facs="APWI1_p0318l13" xml:id="bsb00057097_00318_013" n="13"/>des Verhandelns verweilen und nichtsdestoweniger, soweit es mit Reputation und guten <lb facs="APWI1_p0318l14" xml:id="bsb00057097_00318_014" n="14"/>Gründen geschehen kann, die Verhandlungen mit dem Kaiser nähren, ja vorantreiben, <lb facs="APWI1_p0318l15" xml:id="bsb00057097_00318_015" n="15"/>und zwar mittels des Vorschlags des Herzogs Franz Albrecht von Sachsen- <lb facs="APWI1_p0318l16" xml:id="bsb00057097_00318_016" n="16"/>Lauenburg, insbesondere wenn Herzog Franz Albrecht selbst oder jemand anders <lb facs="APWI1_p0318l17" xml:id="bsb00057097_00318_017" n="17"/>mit der Vollmacht des Kaisers nach Hamburg kommt, um mit Herrn Salvius zu <lb facs="APWI1_p0318l18" xml:id="bsb00057097_00318_018" n="18"/>verhandeln und im geheimen abzuschließen. Im gleichen Fall soll auch Herrn Sten <lb facs="APWI1_p0318l19" xml:id="bsb00057097_00318_019" n="19"/>Bielke anbefohlen werden, die Verhandlungen mit Markgraf Sigismund in Gang und <lb facs="APWI1_p0318l20" xml:id="bsb00057097_00318_020" n="20"/>unabgebrochen zu halten. In diesem Fall soll sich Herr Salvius nach dem beigefügten <lb facs="APWI1_p0318l21" xml:id="bsb00057097_00318_021" n="21"/>Memorial richten, inwieweit er sich in gleiche Unterhandlungen einlassen soll. <lb facs="APWI1_p0318l22" xml:id="bsb00057097_00318_022" n="22"/>Er braucht auch nicht so sehr sorgfältig darauf bedacht zu sein, daß die Verhandlungen <lb facs="APWI1_p0318l23" xml:id="bsb00057097_00318_023" n="23"/>bis zum letzten geheimgehalten werden, vor allem wenn er findet, daß für einen <w lemma="Erfolg"><orig>Er-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l24" xml:id="bsb00057097_00318_024" n="24"/><orig>folg</orig></w> gute Anzeichen vorliegen. Im ganzen sollen also seine Bemühungen darauf <w lemma="ausgerichtet"><orig>aus-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l25" xml:id="bsb00057097_00318_025" n="25"/><orig>gerichtet</orig></w> sein, durch die Allianz die Kaiserlichen zu einem guten und reputierlichen <lb facs="APWI1_p0318l26" xml:id="bsb00057097_00318_026" n="26"/>Abschluß zu bewegen und, wenn sich dies bestimmt nicht machen läßt, den Franzosen <lb facs="APWI1_p0318l27" xml:id="bsb00057097_00318_027" n="27"/>durch seine Friedensverhandlungen zum Vollzug der Allianz anzueifern. Und sollte <lb facs="APWI1_p0318l28" xml:id="bsb00057097_00318_028" n="28"/>es zu guter Letzt geschehen, daß mit dem Kaiser ein Frieden geschlossen wird, wird <lb facs="APWI1_p0318l29" xml:id="bsb00057097_00318_029" n="29"/>es des Herrn Salvius Sache sein, unsere Aktionen zu rechtfertigen, soweit er es eben <lb facs="APWI1_p0318l30" xml:id="bsb00057097_00318_030" n="30"/>vermag.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0318l31" xml:id="bsb00057097_00318_031" n="31"/>14.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0318l32" xml:id="bsb00057097_00318_032" n="32"/>Aber wenn es geschehen sollte, daß die Allianz mit Frankreich geschlossen wird <lb facs="APWI1_p0318l33" xml:id="bsb00057097_00318_033" n="33"/>und die Ratifikationen ausgehändigt werden, soll er die Friedensverhandlungen <lb facs="APWI1_p0318l34" xml:id="bsb00057097_00318_034" n="34"/>zwar voll und ganz fordern und sie grundsätzlich billigen, aber am Schluß den Feind <lb facs="APWI1_p0318l35" xml:id="bsb00057097_00318_035" n="35"/>auf allgemeine Verhandlungen verweisen, die mit beiden Kronen geführt werden müssen, <lb facs="APWI1_p0318l36" xml:id="bsb00057097_00318_036" n="36"/>mit Schweden und Frankreich, und zwar entsprechend der Allianz. Hierbei wäre <lb facs="APWI1_p0318l37" xml:id="bsb00057097_00318_037" n="37"/>Ihre Königl. M:t zu entschuldigen, daß sie bisher Frankreich in der Hoffnung <w lemma="hingehalten"><orig>hin-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l38" xml:id="bsb00057097_00318_038" n="38"/><orig>gehalten</orig></w> habe, beim Kaiser und seinen Anhängern irgendeine Bereitwilligkeit zu <w lemma="Verhandlungen"><orig>Ver-</orig> <lb facs="APWI1_p0318l39" xml:id="bsb00057097_00318_039" n="39"/><orig>handlungen</orig></w> gefunden zu haben. Aber da dies mißachtet und übergangen worden sei, <lb facs="APWI1_p0318l40" xml:id="bsb00057097_00318_040" n="40"/>soll er darlegen, daß Ihre Königl. M:t voll und ganz weiterhin im Sinne habe, zu <lb facs="APWI1_p0318l41" xml:id="bsb00057097_00318_041" n="41"/>verhandeln und diesem Kriege abzuhelfen. Aber da nun die Allianz mit Frankreich <lb facs="APWI1_p0318l42" xml:id="bsb00057097_00318_042" n="42"/>ratifiziert ist und sie sich so verpflichtet hat, gleichzeitig Krieg zu führen und zu <lb facs="APWI1_p0318l43" xml:id="bsb00057097_00318_043" n="43"/>verhandeln, soll für diese Fälle mit d’ Avaux vereinbart und vorgeschlagen werden,<pb n="285" facs="APWI1_p0319" sameAs="#bsb00057097_00319"/><lb facs="APWI1_p0319l1" xml:id="bsb00057097_00319_001" n="1"/>daß man mit Schweden in Hamburg und mit Frankreich in Köln verhandele, und <lb facs="APWI1_p0319l2" xml:id="bsb00057097_00319_002" n="2"/>zwar so, daß Frankreich seinen Mann bei den schwedischen Kommissaren und <w lemma="Schweden"><orig>Schwe-</orig> <lb facs="APWI1_p0319l3" xml:id="bsb00057097_00319_003" n="3"/><orig>den</orig></w> seinen bei den französischen habe. Hierüber ist ja nach Venedig geschrieben und <lb facs="APWI1_p0319l4" xml:id="bsb00057097_00319_004" n="4"/>dessen Vermittlung angenommen und anerkannt worden, wie hernach folgt.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0319l5" xml:id="bsb00057097_00319_005" n="5"/>15.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0319l6" xml:id="bsb00057097_00319_006" n="6"/>Für den Fall, daß nun die Allianz geschlossen wird und die Ratifikationen <w lemma="ausgehändigt"><orig>aus-</orig> <lb facs="APWI1_p0319l7" xml:id="bsb00057097_00319_007" n="7"/><orig>gehändigt</orig></w> werden, wird der Krieg fortgesetzt, so wie er am besten geführt werden und <lb facs="APWI1_p0319l8" xml:id="bsb00057097_00319_008" n="8"/>man sich trotzdem hinfort einigen kann. Gleicherweise soll, wie im vorhergehenden <lb facs="APWI1_p0319l9" xml:id="bsb00057097_00319_009" n="9"/>Punkt gesagt worden ist, die gesamte Friedensverhandlung zu allgemeinen und <w lemma="gemeinsamen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWI1_p0319l10" xml:id="bsb00057097_00319_010" n="10"/><orig>meinsamen</orig></w> Verhandlungen verwiesen werden; dazu muß von Ihrer Königl. M:t ein <lb facs="APWI1_p0319l11" xml:id="bsb00057097_00319_011" n="11"/>neuer und den Dingen wie auch den Zeiten angepaßter Beschluß gefaßt werden. Damit <lb facs="APWI1_p0319l12" xml:id="bsb00057097_00319_012" n="12"/>indes Herr Salvius wisse, wie er alles nach dem Willen Ihrer Königl. Maj. im <w lemma="vorhinein"><orig>vor-</orig> <lb facs="APWI1_p0319l13" xml:id="bsb00057097_00319_013" n="13"/><orig>hinein</orig></w> vorbereiten soll, so kommen in Betracht 1. Ort und Zeit, wo und wann verhandelt <lb facs="APWI1_p0319l14" xml:id="bsb00057097_00319_014" n="14"/>werden soll, 2. die Vermittler, die die Parteien überreden und zusammenführen <lb facs="APWI1_p0319l15" xml:id="bsb00057097_00319_015" n="15"/>sollen, 3. die Kommissare der beiden Parteien, 4. deren Vollmachten, 5. die Alliierten <lb facs="APWI1_p0319l16" xml:id="bsb00057097_00319_016" n="16"/>und Korrespondierenden der Parteien, 6. deren und deren Gefolges sicheres Geleit. <lb facs="APWI1_p0319l17" xml:id="bsb00057097_00319_017" n="17"/>Dies alles soll Herr Salvius mit dem französischen Botschafter erörtern, aber <lb facs="APWI1_p0319l18" xml:id="bsb00057097_00319_018" n="18"/>Weiteres nicht vereinbaren, sondern nur zur Berichterstattung entgegennehmen, <lb facs="APWI1_p0319l19" xml:id="bsb00057097_00319_019" n="19"/>das hiermit Befohlene ausgenommen.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0319l20" xml:id="bsb00057097_00319_020" n="20"/>16.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0319l21" xml:id="bsb00057097_00319_021" n="21"/>Den Ort betreffend ist es das beste, daß zwischen den Katholiken, dem Kaiser und <lb facs="APWI1_p0319l22" xml:id="bsb00057097_00319_022" n="22"/>den Königen in Köln und zwischen I. K. M:t und dem Kaiser in Hamburg verhandelt <lb facs="APWI1_p0319l23" xml:id="bsb00057097_00319_023" n="23"/>wird; und den Termin betreffend ist zu vereinbaren, daß er auf den gleichen Zeitpunkt <lb facs="APWI1_p0319l24" xml:id="bsb00057097_00319_024" n="24"/>festgelegt wird. 2. Vermittler gibt es zwei, die sich uns angeboten und zu <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensver-</orig> <lb facs="APWI1_p0319l25" xml:id="bsb00057097_00319_025" n="25"/><orig>handlungen</orig></w> angeregt haben, der König von Dänemark zu besonderen und Venedig <lb facs="APWI1_p0319l26" xml:id="bsb00057097_00319_026" n="26"/>zu allgemeinen. Betreffend die Interposition des Königs von Dänemark kann nichts <lb facs="APWI1_p0319l27" xml:id="bsb00057097_00319_027" n="27"/>anderes bestimmt werden, als daß sie an- und entgegengenommen werden muß, wenn <lb facs="APWI1_p0319l28" xml:id="bsb00057097_00319_028" n="28"/>sie weiterhin angeboten und aufrechterhalten wird. Allerdings für den Fall, daß sie <lb facs="APWI1_p0319l29" xml:id="bsb00057097_00319_029" n="29"/>hernach auf beide Kronen, Schweden und Frankreich, ausgerichtet wird, müßten, <lb facs="APWI1_p0319l30" xml:id="bsb00057097_00319_030" n="30"/>wenn etwas mehr in dieser Richtunggeschieht, auch darüber Bestimmungen erfolgen.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0319l31" xml:id="bsb00057097_00319_031" n="31"/>Venedig bietet höflich seine Dienste an mit einer Anregung und einem Angebot <lb facs="APWI1_p0319l32" xml:id="bsb00057097_00319_032" n="32"/>und wird vom König von Frankreich vorgeschlagen. Und da es unter den Königen <lb facs="APWI1_p0319l33" xml:id="bsb00057097_00319_033" n="33"/>keinen gibt, der sich der Sache mehr als der König von Dänemark annimmt, ist es <lb facs="APWI1_p0319l34" xml:id="bsb00057097_00319_034" n="34"/>wohl begründet, daß man beiden dankt und die Angebote entgegennimmt. Deswegen <lb facs="APWI1_p0319l35" xml:id="bsb00057097_00319_035" n="35"/>hat Ihre Königl. M:t ein Schreiben an die Republik Venedig abfassen lassen, wie <lb facs="APWI1_p0319l36" xml:id="bsb00057097_00319_036" n="36"/>die hier beigefügte Abschrift ausweist, und den Brief an Herrn Salvius geschickt, <lb facs="APWI1_p0319l37" xml:id="bsb00057097_00319_037" n="37"/>damit er ihn an Herrn Grotius, den Botschafter Ihrer Königl. M:t in Frankreich, <lb facs="APWI1_p0319l38" xml:id="bsb00057097_00319_038" n="38"/>zur Aushändigung an den dort residierenden Botschafter Venedigs weitersende. <lb facs="APWI1_p0319l39" xml:id="bsb00057097_00319_039" n="39"/>Herr Salvius soll jedoch den Brief solange bei sich behalten, bis er mit d’ Avaux <lb facs="APWI1_p0319l40" xml:id="bsb00057097_00319_040" n="40"/>einig geworden ist und die Ratifikationen ausgehändigt sind; sofern keine Einigung <lb facs="APWI1_p0319l41" xml:id="bsb00057097_00319_041" n="41"/>zustande kommt, den Brief nicht abschicken, bevor nicht neuer Befehl von hier <lb facs="APWI1_p0319l42" xml:id="bsb00057097_00319_042" n="42"/>eintrifft. 3. Jede Partei möge diejenigen zu Kommissaren verordnen, die ihr belieben,<pb n="286" facs="APWI1_p0320" sameAs="#bsb00057097_00320"/><lb facs="APWI1_p0320l1" xml:id="bsb00057097_00320_001" n="1"/>allein so, daß die kaiserlichen Kommissare geradeso ihre Vollmacht unmittelbar vom <lb facs="APWI1_p0320l2" xml:id="bsb00057097_00320_002" n="2"/>Kaiser haben wie die schwedischen von I. K. M:t, so daß Legaten mit Legaten und <lb facs="APWI1_p0320l3" xml:id="bsb00057097_00320_003" n="3"/>Subdelegierte mit Subdelegierten verhandeln. 4. Die Vollmachten müssen so stilisiert <lb facs="APWI1_p0320l4" xml:id="bsb00057097_00320_004" n="4"/>sein, wie es in solchen Fällen und zwischen souveränen Fürsten üblich ist. Auch kann <lb facs="APWI1_p0320l5" xml:id="bsb00057097_00320_005" n="5"/>Herr Salvius es sich angelegen sein lassen, Abschriften von Vollmachten zu Gesicht <lb facs="APWI1_p0320l6" xml:id="bsb00057097_00320_006" n="6"/>zu bekommen, die zwischen dem Kaiser, Frankreich und Spanien in Gebrauch sind, <lb facs="APWI1_p0320l7" xml:id="bsb00057097_00320_007" n="7"/>um sie nach Sitte und Brauch dieser Königreiche zu stilisieren, und damit dabei des <lb facs="APWI1_p0320l8" xml:id="bsb00057097_00320_008" n="8"/>Reichs Hoheit und Recht den anderen am besten angeglichen werden. 5. Die Alliierten <lb facs="APWI1_p0320l9" xml:id="bsb00057097_00320_009" n="9"/>und Korrespondierenden der Parteien sind hinzuzuziehen. Die Liga gehört mit <lb facs="APWI1_p0320l10" xml:id="bsb00057097_00320_010" n="10"/>unseren abgewichenen Verbündeten, soweit sie sich zum Feind geschlagen haben, zu den <lb facs="APWI1_p0320l11" xml:id="bsb00057097_00320_011" n="11"/>Anhängern des Kaisers. Von uns aus werden keine Erörterungen angestellt, daß sie <lb facs="APWI1_p0320l12" xml:id="bsb00057097_00320_012" n="12"/>dabeisein sollen. Aber wie Ihre Königl. M:t und der König von Frankreich nicht <lb facs="APWI1_p0320l13" xml:id="bsb00057097_00320_013" n="13"/>abgelehnt werden können, so besteht doch kein Zweifel, daß man die evangelischen <lb facs="APWI1_p0320l14" xml:id="bsb00057097_00320_014" n="14"/>Stände in Deutschland, die Verbündeten der Krone Schweden, wegschieben und auf <lb facs="APWI1_p0320l15" xml:id="bsb00057097_00320_015" n="15"/>den Prager Frieden und deren eigene Demütigung verweisen wollte. Es ist nötig, daß <lb facs="APWI1_p0320l16" xml:id="bsb00057097_00320_016" n="16"/>Herr Salvius hierüber mit d’ Avaux fleißige Überlegungen anstellt, was in dieser <lb facs="APWI1_p0320l17" xml:id="bsb00057097_00320_017" n="17"/>Angelegenheit zu tun ist, wobei stets zu bezeugen ist, daß Ihre Königl. M:t nicht <lb facs="APWI1_p0320l18" xml:id="bsb00057097_00320_018" n="18"/>diejenigen Verbündeten verlassen kann, die stetig bei Ihrer Königl. M:t verblieben <lb facs="APWI1_p0320l19" xml:id="bsb00057097_00320_019" n="19"/>sind oder aus ihren Ländern vertrieben wurden, damit diese Angelegenheit unverändert <lb facs="APWI1_p0320l20" xml:id="bsb00057097_00320_020" n="20"/>und bei den Interessenten in gutem Leumund bleibt. 6. So muß das sichere Geleit <lb facs="APWI1_p0320l21" xml:id="bsb00057097_00320_021" n="21"/>entsprechend der Würde, der Sicherheit und Anwendung jeder Partei makellos und <lb facs="APWI1_p0320l22" xml:id="bsb00057097_00320_022" n="22"/>ohne List für die Kommissare, deren Gefolge und Kuriere der beiden Parteien während <lb facs="APWI1_p0320l23" xml:id="bsb00057097_00320_023" n="23"/>der Verhandlungen sowie zum und vom Verhandlungsort ausgestellt sein, daß beide <lb facs="APWI1_p0320l24" xml:id="bsb00057097_00320_024" n="24"/>Parteien an beiden Orten sicher sind in bezug auf Personen, Güter, Briefe, Boten und <lb facs="APWI1_p0320l25" xml:id="bsb00057097_00320_025" n="25"/>was mehr zu den Verhandlungen gehört. Solche sichere Geleite müssen ausgestellt <lb facs="APWI1_p0320l26" xml:id="bsb00057097_00320_026" n="26"/>werden den Allierten und Korrespondierenden der beiden Parteien, die daran <w lemma="interessiert"><orig>inter-</orig> <lb facs="APWI1_p0320l27" xml:id="bsb00057097_00320_027" n="27"/><orig>essiert</orig></w> sind.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0320l28" xml:id="bsb00057097_00320_028" n="28"/>17.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0320l29" xml:id="bsb00057097_00320_029" n="29"/>Über all dies und auf diese Art soll Herr Salvius mit dem französischen <lb facs="APWI1_p0320l30" xml:id="bsb00057097_00320_030" n="30"/>Botschafter sprechen, seine Ansicht über das eine oder andere ergründen, von Geleiten <lb facs="APWI1_p0320l31" xml:id="bsb00057097_00320_031" n="31"/>Abschriften erbitten, die für den einen oder anderen für Köln ausgefertigt worden sind, <lb facs="APWI1_p0320l32" xml:id="bsb00057097_00320_032" n="32"/>ihn darin bestärken, auf seiner Seite die Dinge im vorhinein zu regeln, allein dies alles, <lb facs="APWI1_p0320l33" xml:id="bsb00057097_00320_033" n="33"/>als ob es Herr Salvius aus eigenem Antrieb täte, und ansonsten alsbald Order von <lb facs="APWI1_p0320l34" xml:id="bsb00057097_00320_034" n="34"/>I. K. M:t erwarten. Und sooft ein Zweifel auftaucht, immer hierher <w lemma="zurückfragen"><orig>zurück-</orig> <lb facs="APWI1_p0320l35" xml:id="bsb00057097_00320_035" n="35"/><orig>fragen</orig></w>, und in wesentlichen Punkten stets so vorgehen, wie im obigen geschrieben <lb facs="APWI1_p0320l36" xml:id="bsb00057097_00320_036" n="36"/>steht.</p>
	      <p style="align:center;"><lb facs="APWI1_p0320l37" xml:id="bsb00057097_00320_037" n="37"/>18.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0320l38" xml:id="bsb00057097_00320_038" n="38"/>Betreffend die in Frankreich begonnenen und nach Hamburg verwiesenen <lb facs="APWI1_p0320l39" xml:id="bsb00057097_00320_039" n="39"/>englischen Bündnisverhandlungen soll Herr Salvius deren Punkte und Grundtendenzen <lb facs="APWI1_p0320l40" xml:id="bsb00057097_00320_040" n="40"/>fleißig in Erfahrung bringen und durchforschen, so auch die Wertung, Absichten <lb facs="APWI1_p0320l41" xml:id="bsb00057097_00320_041" n="41"/>und Vorhaben des Königs von Frankreich, auch was England damit beabsichtigt <lb facs="APWI1_p0320l42" xml:id="bsb00057097_00320_042" n="42"/>oder beabsichtigt hat, damit man sie nicht irgendwie erraten oder erdichten müsse, <lb facs="APWI1_p0320l43" xml:id="bsb00057097_00320_043" n="43"/>daß man vielmehr sicher gehe und sich über die Ansichten und Beobachtungen anderer<pb n="287" facs="APWI1_p0321" sameAs="#bsb00057097_00321"/><lb facs="APWI1_p0321l1" xml:id="bsb00057097_00321_001" n="1"/>unterrichten lasse. Sodann soll Herr Salvius, wenn sich eine Gelegenheit hierzu <lb facs="APWI1_p0321l2" xml:id="bsb00057097_00321_002" n="2"/>finden läßt, bei den englischen Ministern, insonderheit beim Agenten Averie, ein <lb facs="APWI1_p0321l3" xml:id="bsb00057097_00321_003" n="3"/>Exemplar der Bündnispunkte einfordern, damit man hernach unsere Kommissare <lb facs="APWI1_p0321l4" xml:id="bsb00057097_00321_004" n="4"/>richtig instruieren könne. Sonst soll er gegenüber den englischen Beamten eine besondere <lb facs="APWI1_p0321l5" xml:id="bsb00057097_00321_005" n="5"/>günstige Einstellung zur Allianz zum Ausdruck bringen, soweit man sie im <lb facs="APWI1_p0321l6" xml:id="bsb00057097_00321_006" n="6"/>allgemeinen würdigen kann. Und sowie man deren Grundtendenzen erfahren hat, <lb facs="APWI1_p0321l7" xml:id="bsb00057097_00321_007" n="7"/>wären sofort von hier Kommissare dahin zu schicken, da man nicht bezweifelt, daß <lb facs="APWI1_p0321l8" xml:id="bsb00057097_00321_008" n="8"/>der König von England sich der allgemeinen Sache und der seiner Schwestersöhne <lb facs="APWI1_p0321l9" xml:id="bsb00057097_00321_009" n="9"/>annehmen wird, nämlich durch entsprechende Maßnahmen zu restituieren und zu <lb facs="APWI1_p0321l10" xml:id="bsb00057097_00321_010" n="10"/>konservieren; so wird man hierin in allem billige Beschlüsse fassen. Insgesamt soll <lb facs="APWI1_p0321l11" xml:id="bsb00057097_00321_011" n="11"/>Herr Salvius auf alle Umstände achthaben, Mißgunst vermeiden und wegschieben <lb facs="APWI1_p0321l12" xml:id="bsb00057097_00321_012" n="12"/>und gleichwohl die Hände freihalten, so daß man weiterhin entsprechend den <w lemma="Umständen"><orig>Um-</orig> <lb facs="APWI1_p0321l13" xml:id="bsb00057097_00321_013" n="13"/><orig>ständen</orig></w> und der Lage der Zeitläufte und Dinge beschließen kann.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0321l14" xml:id="bsb00057097_00321_014" n="14"/>Dies ist nun all das, was bei diesen Zeitverhältnissen zu beachten und <w lemma="voranzutreiben"><orig>voranzu-</orig> <lb facs="APWI1_p0321l15" xml:id="bsb00057097_00321_015" n="15"/><orig>treiben</orig></w> ist; sollte einiges zu besserer Unterrichtung benötigt werden und als nötig <lb facs="APWI1_p0321l16" xml:id="bsb00057097_00321_016" n="16"/>erscheinen, wird man nach Vermögen handeln und weitere einschlägige Befehle <lb facs="APWI1_p0321l17" xml:id="bsb00057097_00321_017" n="17"/>erteilen.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWI1_p0321l18" xml:id="bsb00057097_00321_018" n="18"/>Geschehen zu Stockholm, den 13. September des Jahres 1637.</p>
	    </div>
	  </div>