<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="part" subtype="part" ana="#section_01" xml:id="bsb00056895_00083_sec0013" corresp="#bsb00056895_00083">
    <head><hi style="font-style:italic;">II. Die französische Gesandtschaft und ihre Korrespondenzen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0083n133" xml:id="bsb00056895_00083_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00083_002"/><p style="font-style:italic;">Zur Struktur und Zusammensetzung der frz. Gesandtschaft insgesamt, zur Quellenlage und zum Quellenwert der Gesandtschaftskorrespondenzen sowie zur Arbeitsweise der Kanzleien Longuevilles, d’Avaux’ und Serviens sei auf die Einleitungen der <w lemma="vorangegangenen"><orig>vorangegan-</orig><orig>genen</orig></w> Bände der frz. Korrespondenz <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II B 1 – 5 verwiesen, insbes. auf die <w lemma="ausführliche"><orig>ausführ-</orig><orig>liche</orig></w> Darstellung in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II B 5, deren Ergebnisse auch für den hier vorliegenden Band Gültigkeit beanspruchen können und daher hier nicht im einzelnen wiederholt werden (vgl. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II B 5/1, LXXIV–LXXXIV). Zu den einzelnen Korrespondenzsträngen und zur politischen Entscheidungsfindung am frz. Hof vgl. auch <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomatie, 14–24.</p></note></hi></head>
    <p style="font-style:italic;">Während der Sommer- und Herbstmonate des Jahres 1647 ergaben sich im Hinblick auf die personelle Zusammensetzung der französischen <w lemma="Gesandtschaft"><orig>Ge-</orig><orig>sandtschaft</orig></w> auf dem Westfälischen Friedenskongreß – abgesehen von der Wiederaufnahme der Tätigkeit Serviens in Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0083n134" xml:id="bsb00056895_00083_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00083_003"/><p style="font-style:italic;">Vom 3. bis zum 7. September 1647 hielt sich Servien allerdings zu Verhandlungen mit Oxenstierna und Salvius in Osnabrück auf (vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Babel</hi>, Friedenskongreß, 24).</p></note> nach Abschluß der Garantieverhandlungen in Den Haag – keine grundlegenden <w lemma="Veränderungen"><orig>Verände-</orig><orig>rungen</orig></w>. Auch wenn somit vordergründig das Moment der personellen Kontinuität dominierte, traten bereits in diesem Zeitraum Interessen und Konflikte deutlich zutage, die schließlich im Februar bzw. März 1648 die Abreise Longuevilles und die Abberufung d’Avaux’ vom Westfälischen Friedenskongreß<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0083n135" xml:id="bsb00056895_00083_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00083_004"/><p style="font-style:italic;">Zu den Hintergründen vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomatie, 103, 113f und 171–180.</p></note> nach sich ziehen und die Struktur der französischen Gesandtschaft fundamental verändern sollten.</p>
    <p style="font-style:italic;">In ganz augenfälliger Weise wird dies in der Korrespondenz <w lemma="Longuevilles"><orig>Longuevil-</orig><orig>les</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0083n136" xml:id="bsb00056895_00083_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00083_005"/><p style="font-style:italic;">Zur Korrespondenz Longuevilles vgl. allgemein <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, Einleitung, LXXVIII.</p></note> mit Mazarin greifbar, die im vorliegenden Band Aufnahme <w lemma="gefunden"><orig>gefun-</orig><orig>den</orig></w> hat. Der französische Prinzipalgesandte, von dessen Ungeduld, nach Frankreich zurückzukehren, Servien schon im März 1646 berichtet hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0083n137" xml:id="bsb00056895_00083_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00083_006"/><p style="font-style:italic;">Vgl. das Memorandum Serviens für Lionne, Münster 1646 März 24 <hi style="font-style:normal;">(APW</hi> II B 3/1 nr. 189, hier 650 Z. 26ff; vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomatie, 102 Anm. 22).</p></note>, drängte seit dem Frühjahr 1647 auf seine Abreise vom <w lemma="Friedenskongreß"><orig>Friedens-</orig><orig>kongreß</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0083n138" xml:id="bsb00056895_00083_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00083_007"/><p style="font-style:italic;">Vgl. bereits Longueville an Mazarin, Münster 1647 Mai 20 <hi style="font-style:normal;">(APW</hi> II B 5/2 nr. 280, hier 1322 Z. 8–12); vgl. ferner auch <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, Einleitung, LXXXIII.</p></note>. Dahinter stand einerseits die Überzeugung, daß seine weitere <pb n="LXXXIV" facs="APWIIB6_p0084" sameAs="#bsb00056895_00084"/>Anwesenheit in Münster nicht erforderlich sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n139" xml:id="bsb00056895_00084_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_001"/><p><hi style="font-style:italic;">Vgl.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">ebd.</hi></p></note>. Andererseits <w lemma="manifestierte"><orig>mani-</orig><orig>festierte</orig></w> sich in seinem Abreisewunsch wohl auch das grundsätzliche <w lemma="Bedürfnis"><orig>Be-</orig><orig>dürfnis</orig></w>, seine Gesandtschaftstätigkeit, die de facto einem politischen <w lemma="Abstellgleis"><orig>Ab-</orig><orig>stellgleis</orig></w> gleichkam<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n140" xml:id="bsb00056895_00084_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_002"/><p><hi style="font-style:italic;">Vgl.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">196;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, <hi style="font-style:italic;">Diplomatie, 100.</hi></p></note>, gegen die Möglichkeit einzutauschen, <w lemma="verlorengegangenes"><orig>verloren-</orig><orig>gegangenes</orig></w> Terrain am französischen Hof zurückzugewinnen. Mazarin zögerte in dieser Frage. Zwar hatte er am 8. Juni sein Einverständnis mit einer Reise Longuevilles nach Frankreich bekundet<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n141" xml:id="bsb00056895_00084_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_003"/><p style="font-style:italic;">Vgl. Mazarin an Longueville, [Amiens] 1647 Juni 8 <hi style="font-style:normal;">(APW</hi> II B 5/2 nr. 317).</p></note>. Er bemühte sich aber in den folgenden Wochen und Monaten, ihn zum Verbleib auf dem Friedenskongreß zu bewegen, weil er fürchtete, daß die Abreise des <w lemma="französischen"><orig>fran-</orig><orig>zösischen</orig></w> Prinzipalgesandten als Zeichen fehlenden französischen <w lemma="Friedenswillens"><orig>Frie-</orig><orig>denswillens</orig></w> interpretiert würde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n142" xml:id="bsb00056895_00084_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_004"/><p style="font-style:italic;">Vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">ebd.</hi> und <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, Einleitung, LXXXIII. Auch Servien arbeitete gezielt darauf hin, Longuevilles Abreise, die seiner Ansicht nach einen Verhandlungsstillstand zur Folge <w lemma="haben"><orig>ha-</orig><orig>ben</orig></w> würde, nach Möglichkeit zu verhindern (vgl. insbes. nr. 111). Eine Abreise des <w lemma="Prinzipalges"><orig>Prin-</orig><orig>zipalges</orig></w>. wurde zudem im Hinblick auf die Arbeit innerhalb der frz. Gesandtschaft als nachteilig angesehen, da in einem solchen Falle große Probleme angesichts der <w lemma="Feindschaft"><orig>Feind-</orig><orig>schaft</orig></w> zwischen d’Avaux und Servien zu erwarten waren (vgl. die Andeutungen Briennes ggb. d’Avaux in nr. 5). Servien gab ggb. Lionne zu bedenken, er wisse aufgrund des Verhaltens d’Avaux’ gar nicht, wie er mit diesem zukünftig noch zusammenarbeiten solle, falls Longueville abreise (vgl. nr. 101).</p></note>. Da Ende August erneut Bewegung in die französisch-spanischen Verhandlungen kam<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n143" xml:id="bsb00056895_00084_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_005"/><p style="font-style:italic;">Vgl. hier insbes. nr. 117.</p></note> und zudem auch die Mediatoren und die Generalstaaten Longueville zu verstehen gaben, daß sie die Fortsetzung seines Wirkens auf dem Friedenskongreß wünschten, rang sich der Prinzipalgesandte schließlich spätestens Anfang September zur Freude Mazarins<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n144" xml:id="bsb00056895_00084_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_006"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 148.</p></note> dazu durch, die geplante Reise nach Frankreich vorerst aufzuschieben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n145" xml:id="bsb00056895_00084_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_007"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr.n 118, 131 und 142. Noch am 30. August 1647 rechnete Mazarin offenbar mit der Abreise Longuevilles vom Friedenskongreß (vgl. nr. 126).</p></note>.</p>
    <p style="font-style:italic;">Dieser Entschluß Longuevilles wirkte sich auf sein persönliches Verhältnis zu Mazarin zweifellos positiv aus. Noch zu Anfang des Monats Juli hatte der Prinzipalgesandte den Verdacht des Kardinalpremiers, er, <w lemma="Longueville"><orig>Longuevil-</orig><orig>le</orig></w>, mache die Weisungen des Hofes für das bisherige Ausbleiben eines Friedensschlusses verantwortlich<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n146" xml:id="bsb00056895_00084_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_008"/><p style="font-style:italic;">Vgl. Mazarin an Longueville, Amiens 1647 Juni 22 <hi style="font-style:normal;">(APW</hi> II B 5/2 nr. 341).</p></note>, entschieden zurückgewiesen und gleichzeitig auf eine persönliche Aussprache mit Mazarin gedrängt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n147" xml:id="bsb00056895_00084_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_009"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 14.</p></note>. <w lemma="Dieser"><orig>Die-</orig><orig>ser</orig></w> brachte daraufhin sein Bedauern über diesen Vorfall zum Ausdruck<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0084n148" xml:id="bsb00056895_00084_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00084_010"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 37.</p></note>, und er war auch in der Folgezeit sehr darauf bedacht, einer weiteren <w lemma="Verschlechterung"><orig>Ver-</orig><orig>schlechterung</orig></w> des gegenseitigen Verhältnisses entgegenzusteuern. <w lemma="Demonstrative"><orig>Demon-</orig><pb n="LXXXV" facs="APWIIB6_p0085" sameAs="#bsb00056895_00085"/><orig>strative</orig></w> Zufriedenheit und Lob äußerte Mazarin beispielsweise, als er Longueville Anfang August von dem freundlichen Empfang berichtete, der ihm gemeinsam mit dem französischen König in der Normandie <w lemma="bereitet"><orig>be-</orig><orig>reitet</orig></w> worden war, was er ausdrücklich mit dem dortigen Wirken <w lemma="Longuevilles"><orig>Longue-</orig><orig>villes</orig></w> in Zusammenhang brachte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n149" xml:id="bsb00056895_00085_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_001"/><p style="font-style:italic;">Longueville war seit 1619 Gouverneur der Normandie. Zum Empfang in Dieppe vgl. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIB6_p0392n1" target="#bsb00056895_00392_032">nr. 100 Anm. 1</ref>.</p></note>. Es fügt sich in dieses Bild ein, daß sich der Kardinalpremier auch darüber hinaus erkennbar darum bemüht <w lemma="zeigte"><orig>zeig-</orig><orig>te</orig></w>, gute Beziehungen zu Longueville herzustellen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n150" xml:id="bsb00056895_00085_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_002"/><p style="font-style:italic;">Servien hatte Mazarin wiederholt gemeldet, daß Longueville an guten Beziehungen zu Mazarin interessiert sei (vgl. v.a. nr.n 111, 194 und 206).</p></note>. Dieser war offenbar zunächst unzufrieden damit, wie seine Dienste am französischen Hof <w lemma="gewürdigt"><orig>ge-</orig><orig>würdigt</orig></w> wurden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n151" xml:id="bsb00056895_00085_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_003"/><p style="font-style:italic;">Vgl. insbes. nr. 195.</p></note>. Er ließ jedoch seine Dankbarkeit gegenüber Mazarin verlauten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n152" xml:id="bsb00056895_00085_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_004"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 207.</p></note>, nachdem er im September die Grafschaft Joux<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n153" xml:id="bsb00056895_00085_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_005"/><p style="font-style:italic;">Vgl. hierzu nr.n 175, 176, 194, 195 und 206.</p></note> in Aussicht gestellt bekommen und überdies die Zusicherung Königin Annas erhalten hatte, daß seine Ämter nach seinem Tode auf seinen Sohn übertragen <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n154" xml:id="bsb00056895_00085_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_006"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 176.</p></note>.</p>
    <p style="font-style:italic;">Von einem ähnlich einvernehmlichen, wenn auch nicht spannungsfreien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n155" xml:id="bsb00056895_00085_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_007"/><p style="font-style:italic;">Vgl. etwa nr. 62.</p></note> Verhältnis wie zwischen Longueville und Mazarin kann im Hinblick auf die Beziehungen des Kardinalpremiers zu d’Avaux in den Sommer- und Herbstmonaten des Jahres 1647 keine Rede sein, wie die in diesem Band edierte Korrespondenz verdeutlicht<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n156" xml:id="bsb00056895_00085_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_008"/><p style="font-style:italic;">Zur Korrespondenz d’Avaux’ allgemein vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, Einleitung, LXXVIIf. <w lemma="Aufgenommen"><orig>Aufgenom-</orig><orig>men</orig></w> sind in vorliegendem Band Korrespondenzen d’Avaux’ mit Mazarin und Brienne, nicht aber seine Schreiben an den <hi style="font-style:normal;">surintendant des finances</hi> d’Emery (vgl. hierzu nr. 115), die zumeist lediglich Verhandlungsinformationen enthalten, die auch anderweitig <w lemma="überliefert"><orig>über-</orig><orig>liefert</orig></w> sind.</p></note>. Auch d’Avaux, der ebenso wie Longueville an der Spitze eines eigenen Klientelsystems stand und <w lemma="insgesamt"><orig>ins-</orig><orig>gesamt</orig></w> gesehen als politischer Konkurrent Mazarins um den <w lemma="Führungsanspruch"><orig>Führungs-</orig><orig>anspruch</orig></w> am französischen Hof anzusehen ist<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n157" xml:id="bsb00056895_00085_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_009"/><p style="font-style:italic;">Vgl. hierzu insges. <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomaten, sowie die biographischen Skizzen Longuevilles und d’Avaux’ bei <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomatie, 99–105 bzw. 105–118.</p></note>, war Ende Juni mit dem heftigen Vorwurf konfrontiert worden, er laste Mazarin die Schuld dafür an, daß noch kein Friedensschluß erfolgt <hi style="font-style:normal;">sei</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n158" xml:id="bsb00056895_00085_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_010"/><p><hi style="font-style:italic;">Vgl. nr. 15 und</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, <hi style="font-style:italic;">Einleitung, LXXXIIIf.</hi></p></note>. Zwar sah der <w lemma="Kardinalpremier"><orig>Kardinalpre-</orig><orig>mier</orig></w> zunächst noch von einer Abberufung d’Avaux’ ab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0085n159" xml:id="bsb00056895_00085_n11"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00085_011"/><p><hi style="font-style:italic;">Vgl.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">ebd.</hi> <hi style="font-style:italic;">sowie nr. 38.</hi></p></note>. Die <w lemma="Überlegung"><orig>Über-</orig><orig>legung</orig></w>, ihn von den Friedensverhandlungen zu entfernen, war damit <w lemma="jedoch"><orig>je-</orig><orig>doch</orig></w> nicht ein für allemal ad acta gelegt, wie das vom 20. September 1647 datierende Schreiben Lionnes an Servien, der zuvor ausgiebig von der <pb n="LXXXVI" facs="APWIIB6_p0086" sameAs="#bsb00056895_00086"/>vermeintlichen Intriganz seines Kollegen berichtet hatte, belegt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0086n160" xml:id="bsb00056895_00086_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00086_001"/><p style="font-style:italic;">Die Tatsache, daß Longuevilles Abreise vom Kongreß noch zur Diskussion stehe, halte, so Lionne, Mazarin vorerst davon ab, den Gedanken einer Abberufung d’Avaux’ in die Tat umzusetzen (vgl. nr. 163).</p></note>. <w lemma="Zweifellos"><orig>Zwei-</orig><orig>fellos</orig></w> verschärfte die Einflußnahme Serviens in diesem Kontext den Konflikt, wurde er doch nach seiner Rückkehr aus Den Haag in seinen Schreiben an Lionne nicht müde, Mazarin über die seiner Ansicht nach offenkundigen Intrigen und Verfehlungen d’Avaux’ zu informieren sowie den angeblichen persönlichen Haß seines Kollegen auf den <w lemma="Kardinalpremier"><orig>Kardinalpre-</orig><orig>mier</orig></w> herauszustellen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0086n161" xml:id="bsb00056895_00086_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00086_002"/><p style="font-style:italic;">Vgl. z.B. nr.n 101, 111, 143, 207 und 239. Servien bediente sich bei der Darstellung der Defizite d’Avaux’ regelmäßig heftiger Worte und bezeichnete dessen Intrigen <w lemma="beispielsweise"><orig>beispiels-</orig><orig>weise</orig></w> als <hi style="font-style:normal;">maligne</hi> und <hi style="font-style:normal;">criminelle</hi> (vgl. nr. 207, hier 586 Z. 4f). So habe d’Avaux verlauten lassen, er könne sich an Mazarin rächen, indem er vom Kongreß abreise und der <w lemma="schlechten"><orig>schlech-</orig><orig>ten</orig></w> Regierung des Kardinalpremiers hierfür die Verantwortung zuweise. Ferner, so wußte Servien über vermeintliche Äußerungen Salvius’ zu berichten, sei d’Avaux die <w lemma="Kardinalswürde"><orig>Kardinals-</orig><orig>würde</orig></w> von seiten Trauttmansdorffs, Chigis und Wartenbergs dafür in Aussicht gestellt worden, daß er sich im Gegensatz zu seinen Kollegen für die kath. Religion eingesetzt habe (vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">ebd.</hi>).</p></note>.</p>
    <p style="font-style:italic;">Während Mazarin seinerseits darauf bedacht war, Versuchen d’Avaux’ zu begegnen, Longueville und Servien verhandlungsrelevante Informationen vorzuenthalten und zunächst lediglich in seiner Partikularkorrespondenz mit dem Kardinalpremier zur Sprache zu bringen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0086n162" xml:id="bsb00056895_00086_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00086_003"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 110. Lionne informierte Servien daraufhin über die Sondierungen d’Avaux’ (vgl. nr. 128).</p></note>, nutzte er nach wie vor vor allem die vertrauliche Korrespondenz zwischen Lionne und <w lemma="Servien"><orig>Ser-</orig><orig>vien</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0086n163" xml:id="bsb00056895_00086_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00086_004"/><p style="font-style:italic;">Nach der Wiederaufnahme der Tätigkeit Serviens in Münster rückte eindeutig seine <w lemma="Korrespondenz"><orig>Kor-</orig><orig>respondenz</orig></w> mit Lionne in das Zentrum seiner Berichterstattung an Mazarin (vgl. <w lemma="Serviens"><orig>Ser-</orig><orig>viens</orig></w> Ankündigung in nr. 101). Dies führte sogar dazu, daß sich der Kardinalpremier mitunter veranlaßt sah, Servien ausdrücklich anzuweisen, seine Bedenken weniger im Rahmen seiner vertraulichen Korrespondenz mit seinem Neffen zu äußern, sondern <w lemma="stärker"><orig>stär-</orig><orig>ker</orig></w> in die an den Kg. gerichteten Memoranden einfließen zu lassen, damit er, Mazarin, nicht in die Verlegenheit gerate, erst einen Weg finden zu müssen, wie er seine <w lemma="diesbezüglichen"><orig>diesbezüg-</orig><orig>lichen</orig></w> Absichten auch an Longueville und d’Avaux gelangen lassen könne (vgl. nr. 221).</p></note>, um diesem nötigenfalls einen Informationsvorsprung gegenüber seinen Kollegen in Münster zu verschaffen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0086n164" xml:id="bsb00056895_00086_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00086_005"/><p style="font-style:italic;">So informierte Lionne Servien am 13. September 1647 vertraulich über Ansichten <w lemma="Mazarins"><orig>Maza-</orig><orig>rins</orig></w>, die offenbar auch den Überzeugungen d’Avaux’ entsprachen, um zu verhindern, daß Servien seinem Kollegen in diesem Punkte widerspreche und somit gleichzeitig auch in Gegensatz zu Mazarin gerate (vgl. nr. 150).</p></note>: Servien war und blieb als <hi style="font-style:normal;">créature</hi> Mazarins derjenige französische Kongreßgesandte, der über den besten Informationsstand verfügte und letztlich auch am intensivsten in den politischen Entscheidungsfindungsprozeß der französischen Regierung einbezogen wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0086n165" xml:id="bsb00056895_00086_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00086_006"/><p style="font-style:italic;">Dies gilt auch für die Zeit des Aufenthaltes Serviens in Den Haag, während der er über die Korrespondenz zwischen dem frz. Hof und Münster bzw. Osnabrück auf dem <w lemma="laufenden"><orig>lau-</orig><orig>fenden</orig></w> gehalten wurde. Von den in der Regel von Lionne konzipierten, inhaltlich durch Mazarin geprägten Memoranden, die im Namen des frz. Kg.s an die Gesandtschaft in Westfalen abgingen, erhielt Servien während seiner Abwesenheit vom Friedenskongreß Duplikate, die von Brienne unterfertigt waren (vgl. nr.n 8, 22, 35, 52 und 72; nr. 52 war zugleich auch für Servien gedacht, was im Kopfregest dadurch gesondert vermerkt ist, daß dessen Name in runder Klammer hinzugefügt ist; zu diesem Verfahren, das schon in APW II B 5 Anwendung fand, vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, Einleitung, LXXIV Anm. 4). Diese kgl. Memoranden wurden als Beilagen zu entsprechenden Anschreiben Briennes an die <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> übersandt. In der vorliegenden Edition werden sie nur dann eigens als Beilage <w lemma="aufgeführt"><orig>aufge-</orig><orig>führt</orig></w>, wenn das jeweilige Anschreiben Briennes explizit die Übersendung eines kgl. <w lemma="Memorandums"><orig>Me-</orig><orig>morandums</orig></w> erwähnt (vgl. nr.n 34, 146 und 171). Gewissermaßen das Gegenstück <w lemma="bildeten"><orig>bilde-</orig><orig>ten</orig></w> die an den frz. Kg. gerichteten Memoranden der <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> in Münster, die jeweils <w lemma="gemeinsam"><orig>gemein-</orig><orig>sam</orig></w> mit einem entsprechenden Anschreiben an Brienne übersandt und ebenfalls <w lemma="abschriftlich"><orig>ab-</orig><orig>schriftlich</orig></w> Servien mitgeteilt wurden, als er sich in den Ndl.n aufhielt. Einen weiteren wichtigen Korrespondenzstrang während der Garantieverhandlungen in Den Haag, der nicht zuletzt im Hinblick auf die Abstimmung der auf dem Friedenskongreß und in den Ndl.n verfolgten frz. Politik von konkreter Bedeutung war, bildete der Schriftwechsel zwischen Servien und seinen Kollegen in Münster. Ediert sind im vorliegenden Band <w lemma="außerdem"><orig>au-</orig><orig>ßerdem</orig></w> Partikularkorrespondenzen Serviens mit Brienne, Mazarin, Lionne und La Court sowie ein kurzes Schreiben Serviens an Chanut, mit dem eine für das Verständnis der frz. Kongreßpolitik wichtige Beilage übersandt wurde (vgl. nr. 135).</p></note>.</p>
    <p style="font-style:italic;"><pb n="LXXXVII" facs="APWIIB6_p0087" sameAs="#bsb00056895_00087"/>Diese Schlüsselstellung Serviens entsprach bekanntlich nicht seinem Rang innerhalb der französischen Gesandtschaft<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0087n166" xml:id="bsb00056895_00087_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00087_001"/><p style="font-style:italic;">Vgl. hierzu die entsprechenden Äußerungen Serviens in nr. 239.</p></note> und kollidierte immer wieder mit den Ansprüchen d’Avaux’<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0087n167" xml:id="bsb00056895_00087_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00087_002"/><p style="font-style:italic;">Zum Streit zwischen d’Avaux und Servien vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomatie, 127–157.</p></note>. Schon sehr bald nach Serviens Rückkehr aus Den Haag stellten sich die gewohnten Differenzen mit dem Zweitbevollmächtigten ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0087n168" xml:id="bsb00056895_00087_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00087_003"/><p style="font-style:italic;">Ein frühes Beispiel ist in nr. 120 im Kontext der Bewertung des frz.-ndl. Garantivertrages geschildert.</p></note>, die sowohl in den grundverschiedenen Persönlichkeiten als auch den nicht selten divergierenden politischen Interessen und Überzeugungen der beiden Gesandten gründeten. <w lemma="Während"><orig>Wäh-</orig><orig>rend</orig></w> die Zusammenarbeit Serviens mit Longueville im Sommer und Herbst 1647 allem Anschein nach weitgehend problemlos verlief<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0087n169" xml:id="bsb00056895_00087_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00087_004"/><p style="font-style:italic;">In den Schreiben Serviens an Lionne finden sich in diesem Zeitraum wiederholt <w lemma="wohlwollende"><orig>wohl-</orig><orig>wollende</orig></w> Äußerungen über Longueville (vgl. z.B. nr. 195 und nr. 239), die mitunter <w lemma="allerdings"><orig>al-</orig><orig>lerdings</orig></w> mit einer Kritik an der Verhandlungsführung des Prinzipalges. einhergingen (vgl. insbes. nr. 228).</p></note>, <w lemma="häuften"><orig>häuf-</orig><orig>ten</orig></w> sich mit der Zeit die Klagen Serviens über die Intriganz d’Avaux’, ohne daß es allerdings zu einem offenen Eklat im Hinblick auf ihre <w lemma="gemeinsame"><orig>ge-</orig><orig>meinsame</orig></w> Arbeit gekommen wäre<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0087n170" xml:id="bsb00056895_00087_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00087_005"/><p style="font-style:italic;">Die Darstellung der vermeintlichen Intriganz und Unfähigkeit d’Avaux’ bildete auch in der zweiten Jahreshälfte 1647 einen zentralen, immer wiederkehrenden Bestandteil der Berichterstattung Serviens an Lionne (vgl. z.B. Anm. 161). Servien wußte überdies von dem schlechten persönlichen Verhältnis zwischen Longueville und d’Avaux zu berichten (vgl. nr. 101 und nr. 183 sowie ferner auch nr. 246). Freilich sah er Anfang Oktober noch ausdrücklich davon ab, die Frage einer möglichen Abberufung d’Avaux’ eindeutig zu bejahen, da eine solche Entscheidung nachteilige Folgen für die Friedensverhandlungen erwarten ließ (vgl. nr. 183).</p></note>. Hinzu kam, daß d’Avaux in einer Angelegenheit auf Konfrontationskurs zu Servien ging, die dieser mit Nachdruck zu eigenen Gunsten betrieb. Es handelte sich dabei um die Prätentionen Serviens auf die in den französisch-spanischen <w lemma="Verhandlungen"><orig>Verhandlun-</orig><pb n="LXXXVIII" facs="APWIIB6_p0088" sameAs="#bsb00056895_00088"/><orig>gen</orig></w> umstrittene Grafschaft Charolais, deren Erwerb er vor allem mit dem Ziel anvisierte, eine persönliche Standesaufwertung zu erlangen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n171" xml:id="bsb00056895_00088_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_001"/><p style="font-style:italic;">Vgl. v.a. nr. 216.</p></note>. Während er seine diesbezüglichen Ansprüche über Lionne bei Mazarin vorbringen ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n172" xml:id="bsb00056895_00088_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_002"/><p style="font-style:italic;">Vgl. insbes. nr. 163 mit Anm. 6 sowie nr.n 183, 195, 201, 207, 212, 216 und 221.</p></note>, wirkte d’Avaux im Sinne einer Verleihung der <w lemma="Grafschaft"><orig>Graf-</orig><orig>schaft</orig></w> an einen anderen Prätendenten, nämlich den Herzog von Atri und Melfi<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n173" xml:id="bsb00056895_00088_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_003"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 207.</p></note>. Servien setzte sich schließlich durch und erhielt Ende Oktober 1647 die Zusicherung, daß ihm – allerdings erst nach einem Friedensschluß mit Spanien – die Grafschaft übertragen werde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n174" xml:id="bsb00056895_00088_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_004"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 221.</p></note>.</p>
    <p style="font-style:italic;">Ein wichtiger Informant und Verbündeter im Rahmen der internen Machtkämpfe Serviens mit d’Avaux war im hier behandelten Zeitraum der von ihm protegierte Resident in Osnabrück, La Court<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n175" xml:id="bsb00056895_00088_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_005"/><p><hi style="font-style:italic;">Zum Stellenwert La Courts vgl.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, <hi style="font-style:italic;">Diplomatie, 163–167;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braun</hi>, <hi style="font-style:italic;">Einleitung, LXXVII.</hi></p></note>, auch wenn Servien mit dessen Berichterstattung nicht immer zufrieden war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n176" xml:id="bsb00056895_00088_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_006"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 247; vgl. auch den Entwurf eines nicht abgesandten Schreibens Serviens an La Court aus dem November 1647 (eigh. Konzept: <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>AE</abbr><expan>Archives du Ministère des Affaires Etrangères</expan></choice>, <choice><abbr>CP</abbr><expan>Correspondance politique</expan></choice></hi> <hi style="font-style:smallCaps;">All.</hi> 90 fol. 137–138).</p></note>. Im Unterschied zu APW II B 5 kommt die Korrespondenz La Courts, die er während seiner Anwesenheit in Osnabrück<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n177" xml:id="bsb00056895_00088_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_007"/><p style="font-style:italic;">La Court hielt sich im hier behandelten Zeitraum bis zum 19. Juli (vgl. La Court an Servien, [Münster] 1647 Juli 19; Ausf.: <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>AE</abbr><expan>Archives du Ministère des Affaires Etrangères</expan></choice>, <choice><abbr>CP</abbr><expan>Correspondance politique</expan></choice></hi> <hi style="font-style:smallCaps;">All.</hi> 88 fol. 514–514’), vom 26.–31. Juli, vom 12.–24. August, ca. vom 24.–26. September (vgl. nr. 168 und La Court an [Lionne], Osnabrück 1647 September 30; Ausf.: <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>AE</abbr><expan>Archives du Ministère des Affaires Etrangères</expan></choice>, <choice><abbr>CP</abbr><expan>Correspondance politique</expan></choice></hi> <hi style="font-style:smallCaps;">All.</hi> 85 fol. 243–246’) sowie vom 12.–23. Oktober 1647 in Münster auf (<hi style="font-style:smallCaps;">Babel</hi>, Friedenskongreß, 22–25).</p></note> mit den französischen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> und separat mit Servien führte, im vorliegenden Band <w lemma="größtenteils"><orig>größten-</orig><orig>teils</orig></w> zum Abdruck, da in ihr wichtige Informationen über die dortigen Verhandlungen und jeweiligen Stimmungslagen enthalten sind und sie darüber hinaus auch aufschlußreiche Einblicke in die konkrete Gestaltung der französisch-schwedischen Beziehungen gewährt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n178" xml:id="bsb00056895_00088_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_008"/><p style="font-style:italic;">Nicht zum Abdruck kommen jedoch – mit einer Ausnahme (nr. 236 Beilage 1) – die Schreiben des frz. Res.en in Münster, Saint-Romain, da die dort enthaltenen <w lemma="Informationen"><orig>Informatio-</orig><orig>nen</orig></w> zumeist ebenfalls in der Gesandtschaftskorrespondenz aus Münster enthalten sind.</p></note>. La Court äußerte sich im Sommer und Herbst 1647 sehr unzufrieden über seine Tätigkeit in Osnabrück<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n179" xml:id="bsb00056895_00088_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_009"/><p style="font-style:italic;">Vgl. z.B. La Court an [Lionne], Osnabrück 1647 August 26 und September 2 (Ausf.en: <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>AE</abbr><expan>Archives du Ministère des Affaires Etrangères</expan></choice>, <choice><abbr>CP</abbr><expan>Correspondance politique</expan></choice> All.</hi> 85 fol. 116–120’; <hi style="font-style:smallCaps;">ebd.</hi> fol. 151–153).</p></note> und mußte überdies Ende Oktober 1647 sogar hinnehmen, daß die ihm in Aussicht gestellte baldige Übernahme des <w lemma="Botschafterpostens"><orig>Botschafter-</orig><orig>postens</orig></w> in Den Haag auf unbestimmte Zeit verschoben wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIB6_p0088n180" xml:id="bsb00056895_00088_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056895_00088_010"/><p style="font-style:italic;">Vgl. nr. 229 und nr. 234. Die von La Court erhoffte Entsendung nach Den Haag wurde nicht realisiert. Als 1648 der Botschafterposten in Den Haag infolge der Abreise La Thuilleries vakant wurde, blieb La Court als Vertreter Frk.s in Osnabrück (<hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, Diplomatie, 166).</p></note>. Da <w lemma="zudem"><orig>zu-</orig><orig>dem</orig></w> auch die Abreisegedanken Longuevilles und die <w lemma="Abberufungserwägungen"><orig>Abberufungserwä-</orig><orig>gungen</orig></w> Mazarins im Hinblick auf d’Avaux vorläufig nicht in die Tat <w lemma="umgesetzt"><orig>um-</orig><pb n="LXXXIX" facs="APWIIB6_p0089" sameAs="#bsb00056895_00089"/><orig>gesetzt</orig></w> wurden, blieben Umstrukturierungen innerhalb der französischen Kongreßgesandtschaft zunächst aus. Erst die Abreise Longuevilles aus Münster am 3. Februar 1648 stellte in dieser Hinsicht eine wichtige Zäsur dar.</p>
  </div>