<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00056764_00555">
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0555l28" xml:id="bsb00056764_00555_028" n="28"/><hi style="font-style:italic;">Wir haben den Mediatoren</hi> gestern nachmittags umb 2 uhr <hi style="font-style:italic;">angezeigt,</hi> <lb facs="APWIIA3_p0555l29" xml:id="bsb00056764_00555_029" n="29"/>mit was anlaaß wir von den Churbayrischen gsandten berichtet worden, sie <lb facs="APWIIA3_p0555l30" xml:id="bsb00056764_00555_030" n="30"/>von denn Franzößischen plenipotentiariis vernommen heten, wann wir <w lemma="denselben"><orig>den-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0555l31" xml:id="bsb00056764_00555_031" n="31"/><orig>selben</orig></w> die überlasßung dess Obern und Undtern Elsäss sambt dem <w lemma="Sundtgaw"><orig>Sundt-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0555l32" xml:id="bsb00056764_00555_032" n="32"/><orig>gaw</orig></w> durch die herren mediatores formaliter wurden antragen lassen, das sie <lb facs="APWIIA3_p0555l33" xml:id="bsb00056764_00555_033" n="33"/>alßdan ein armistitium uf 4 wochen lang bewilligen und hierzue auch die <lb facs="APWIIA3_p0555l34" xml:id="bsb00056764_00555_034" n="34"/>Schweedischen disponieren wolten, ausfüerlich zu verstehen gegeben, das <lb facs="APWIIA3_p0555l35" xml:id="bsb00056764_00555_035" n="35"/>wir solchem nach und auf dise erlangte apertur hin uns nunmehr <w lemma="entschlossen"><orig>entschlos-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0555l36" xml:id="bsb00056764_00555_036" n="36"/><orig>sen</orig></w> heten, mit disem anerbietten fürzugehen, dessentwegen auch und mit <lb facs="APWIIA3_p0555l37" xml:id="bsb00056764_00555_037" n="37"/>was conditionibus solches geschechen solt, ein besonder memorial<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA3_p0555n1" xml:id="bsb00056764_00555_dok0272_n01"><p style="font-style:italic;"> <lb facs="APWIIA3_p0555l39" xml:id="bsb00056764_00555_039" n="39"/>Vgl. nr. 280 Beilage A.</p></note> undter <lb facs="APWIIA3_p0555l38" xml:id="bsb00056764_00555_038" n="38"/>uns verglichen, so wir inen hiemit eingehendigt und sie ersuecht haben <w lemma="wolten"><orig>wol-</orig><pb n="508" facs="APWIIA3_p0556" sameAs="#bsb00056764_00556"/><lb facs="APWIIA3_p0556l1" xml:id="bsb00056764_00556_001" n="1"/><orig>ten</orig></w>, solch unsere erclärung denn Franzosen vorzutragen und vor allen <lb facs="APWIIA3_p0556l2" xml:id="bsb00056764_00556_002" n="2"/>dingen von inen zu vernemmen, ob sie das bedeüte armistitium <w lemma="erwöhntermassen"><orig>erwöhnter-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l3" xml:id="bsb00056764_00556_003" n="3"/><orig>massen</orig></w> zuegeben wolten. Auf diesen unseren vortrag haben die mediatores <lb facs="APWIIA3_p0556l4" xml:id="bsb00056764_00556_004" n="4"/>uns hinwiderumb eröffnet, das die Franzößische plenipotentiarii <w lemma="vorgestrigen"><orig>vorgestri-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l5" xml:id="bsb00056764_00556_005" n="5"/><orig>gen</orig></w> abendts bey inen gewesen und heten per discursum vermeldet, es weren <lb facs="APWIIA3_p0556l6" xml:id="bsb00056764_00556_006" n="6"/>zwar dise Österreichische feyrtag über undterschidliche visite zwischen <lb facs="APWIIA3_p0556l7" xml:id="bsb00056764_00556_007" n="7"/>inen, denn Kayserlichen und Churbayrischen vorgangen, auch dabei sovil <lb facs="APWIIA3_p0556l8" xml:id="bsb00056764_00556_008" n="8"/>vermerckht worden, das man inen das Ober- und Undter Elsass sambt dem <lb facs="APWIIA3_p0556l9" xml:id="bsb00056764_00556_009" n="9"/>Sundtgau uberlassen, aber die vestung Preysach vorbehalten wolt, welches <lb facs="APWIIA3_p0556l10" xml:id="bsb00056764_00556_010" n="10"/>aber zu keinem friden dienen köndte, dann sie einmal solchen blaz nit <lb facs="APWIIA3_p0556l11" xml:id="bsb00056764_00556_011" n="11"/>restituieren wolten; und als der Venetianische pottschaffter gegen dem <lb facs="APWIIA3_p0556l12" xml:id="bsb00056764_00556_012" n="12"/>d’Avaux repliciert, gesezt den fahl, das man Preysach auch zurugglasse, <lb facs="APWIIA3_p0556l13" xml:id="bsb00056764_00556_013" n="13"/>ob dann der friden mit Franckreich versichert sein wurde, hete der <lb facs="APWIIA3_p0556l14" xml:id="bsb00056764_00556_014" n="14"/>geantworttet, nein, er köndt es nit versicheren, dann sie heten einmahl <lb facs="APWIIA3_p0556l15" xml:id="bsb00056764_00556_015" n="15"/>keinen andern bevelch, als uf einhaltung der völligen <w lemma="Vorderösterreichischen"><orig>Vorderösterreichi-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l16" xml:id="bsb00056764_00556_016" n="16"/><orig>schen</orig></w> landen beederseiten Rheins zu beharren und weren weiter darauf <lb facs="APWIIA3_p0556l17" xml:id="bsb00056764_00556_017" n="17"/>fürgebrochen, sagend, sie könten nit für thuenlich finden, das hauß <w lemma="Österreich"><orig>Öster-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l18" xml:id="bsb00056764_00556_018" n="18"/><orig>reich</orig></w> diser enden zum nachbawen ze haben, sondern es mueste darauf <lb facs="APWIIA3_p0556l19" xml:id="bsb00056764_00556_019" n="19"/>gedacht werden, wie etwan ein außtauschung gegen der Oberen Pfalz <w lemma="geschechen"><orig>ge-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l20" xml:id="bsb00056764_00556_020" n="20"/><orig>schechen</orig></w> könt; das aber eines armistitii halber etwas mit denn <w lemma="Churbayrischen"><orig>Churbayri-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l21" xml:id="bsb00056764_00556_021" n="21"/><orig>schen</orig></w> veranlast worden sein solte, darvon hetten sie mit keinem wort <w lemma="anregung"><orig>anre-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l22" xml:id="bsb00056764_00556_022" n="22"/><orig>gung</orig></w> gethan. Herr nuncius hete zwar albereit solchen bericht von denn <lb facs="APWIIA3_p0556l23" xml:id="bsb00056764_00556_023" n="23"/>Bayrischen selbst gehabt, weil aber die Franzosen dessen nit gedacht, so hab <lb facs="APWIIA3_p0556l24" xml:id="bsb00056764_00556_024" n="24"/>er auch vor sich selbst nichts movieren wollen, und stüenden die daher sehr <lb facs="APWIIA3_p0556l25" xml:id="bsb00056764_00556_025" n="25"/>im zweifel, ob sie, Franzosen, noch dess sinns und ob wir für thuenlich <lb facs="APWIIA3_p0556l26" xml:id="bsb00056764_00556_026" n="26"/>halten werden, das bei solcher beschaffenheit unser vorschlag und <w lemma="anerbietten"><orig>anerbiet-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l27" xml:id="bsb00056764_00556_027" n="27"/><orig>ten</orig></w> zu eröffnen sey. Wir haben geantwortet, die Churbayrische heten uns <lb facs="APWIIA3_p0556l28" xml:id="bsb00056764_00556_028" n="28"/>einmal die obvermelte anzeig gethan und könten wir ganz nit zweiflen, das <lb facs="APWIIA3_p0556l29" xml:id="bsb00056764_00556_029" n="29"/>es damit also hergangen. Wir wolten wenigist an unserm ort nichts <w lemma="ermanglen"><orig>ermang-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0556l30" xml:id="bsb00056764_00556_030" n="30"/><orig>len</orig></w> lassen, wann hernach die Franzosen irem erbieten nit statt thuen solten, <lb facs="APWIIA3_p0556l31" xml:id="bsb00056764_00556_031" n="31"/>so wurden die Churbayrische sich dessen gegen inen mit desto besserem <lb facs="APWIIA3_p0556l32" xml:id="bsb00056764_00556_032" n="32"/>fueg beschweren können. Hierauf haben die mediatores das zuegestelte <lb facs="APWIIA3_p0556l33" xml:id="bsb00056764_00556_033" n="33"/>memorial verlesen und sich ferrer erclärt, sie wolten noch den abendt zu <lb facs="APWIIA3_p0556l34" xml:id="bsb00056764_00556_034" n="34"/>denn Franzosen gehen und inen sagen, das wir berichtet, waßmassen sie sich <lb facs="APWIIA3_p0556l35" xml:id="bsb00056764_00556_035" n="35"/>gegen denn Churbayrischen vernemmen lassen, wann inen in unserm namen <lb facs="APWIIA3_p0556l36" xml:id="bsb00056764_00556_036" n="36"/>durch die mediatores zu überlasßung dess Elsäss formblich angetragen <lb facs="APWIIA3_p0556l37" xml:id="bsb00056764_00556_037" n="37"/>wurde, das sie alßdan ein suspensionem armorum auf 4 wochen bewilligen <lb facs="APWIIA3_p0556l38" xml:id="bsb00056764_00556_038" n="38"/>wolten et cetera. Nun weren wir bey inen, mediatoren, gewest und heten <lb facs="APWIIA3_p0556l39" xml:id="bsb00056764_00556_039" n="39"/>solch anerbietten in schrifften eröffnet. Wir begerten aber vorderist zu <lb facs="APWIIA3_p0556l40" xml:id="bsb00056764_00556_040" n="40"/>wissen, ob es alßdan mit dem anstandt sein richtigkeit haben werde; sagten <lb facs="APWIIA3_p0556l41" xml:id="bsb00056764_00556_041" n="41"/>sie ja, so wolten sie inen alßdan den inhalt unsers memorials andictieren, <lb facs="APWIIA3_p0556l42" xml:id="bsb00056764_00556_042" n="42"/>würden sie aber das armistitium nit einwilligen, so wolten sie, mediatores, <lb facs="APWIIA3_p0556l43" xml:id="bsb00056764_00556_043" n="43"/>uns dessen widerumb berichten.</p>
	  <p> <pb n="509" facs="APWIIA3_p0557" sameAs="#bsb00056764_00557"/><lb facs="APWIIA3_p0557l1" xml:id="bsb00056764_00557_001" n="1"/>Wir seint darauf alspaldt zu denn Churbayrischen gsandten kommen und <lb facs="APWIIA3_p0557l2" xml:id="bsb00056764_00557_002" n="2"/>haben inen hievon bericht gethan, damit sie, fals die Franzosen <w lemma="zurugggehen"><orig>zurugg-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0557l3" xml:id="bsb00056764_00557_003" n="3"/><orig>gehen</orig></w> wolten, der sachen ferrer nachzusezen wüsten. Die haben nun ir <lb facs="APWIIA3_p0557l4" xml:id="bsb00056764_00557_004" n="4"/>vorige anzeig ad longum widerholt und nit darfür halten wollen, das die <lb facs="APWIIA3_p0557l5" xml:id="bsb00056764_00557_005" n="5"/>Franzosen einige difficultet hierunter machen werden.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0557l6" xml:id="bsb00056764_00557_006" n="6"/>Heüt, sontag vormittag umb 10 uhr, haben uns die mediatores referiert, das <lb facs="APWIIA3_p0557l7" xml:id="bsb00056764_00557_007" n="7"/>sie verahnlaastermassen ire negociation bei denn Franzosen abgelegt und <lb facs="APWIIA3_p0557l8" xml:id="bsb00056764_00557_008" n="8"/>von allererst in puncto suspensionis ein satte erclärung von inen begert. <lb facs="APWIIA3_p0557l9" xml:id="bsb00056764_00557_009" n="9"/>Weil sie sich dan erbotten, das sie, alspaldt inen obbestimbte oblation <lb facs="APWIIA3_p0557l10" xml:id="bsb00056764_00557_010" n="10"/>wurde geschechen sein, an irem ortt solche suspension uf 4 wochen lang zu <lb facs="APWIIA3_p0557l11" xml:id="bsb00056764_00557_011" n="11"/>werkh richten, einer aus inen nach Oßnabrugg verreisen und ebenmäsßig <lb facs="APWIIA3_p0557l12" xml:id="bsb00056764_00557_012" n="12"/>die Schweeden darzue disponieren wolten, also heten sie, mediatores, <w lemma="daraufhin"><orig>dar-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0557l13" xml:id="bsb00056764_00557_013" n="13"/><orig>aufhin</orig></w> unsere postulata et oblata erstens allein mündtlich proponendo <lb facs="APWIIA3_p0557l14" xml:id="bsb00056764_00557_014" n="14"/>durchloffen, folgendtlich inen auch schrifftlich übergeben und were <w lemma="derselben"><orig>dersel-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0557l15" xml:id="bsb00056764_00557_015" n="15"/><orig>ben</orig></w> erclärung entlich dahin vernommen worden: Erstlich wer ir mainung <lb facs="APWIIA3_p0557l16" xml:id="bsb00056764_00557_016" n="16"/>nit, wann sie die 4 Waldtstätt und das Breisgau widerumb restituieren und <lb facs="APWIIA3_p0557l17" xml:id="bsb00056764_00557_017" n="17"/>zurugglassen solten, das solche landtschafft der Inspruggischen lini oder <lb facs="APWIIA3_p0557l18" xml:id="bsb00056764_00557_018" n="18"/>insgemein dem hauß Österreich zuekommen solt, sonder das dieselbe ir <lb facs="APWIIA3_p0557l19" xml:id="bsb00056764_00557_019" n="19"/>churfürstliche durchlaucht in Bayern anstatt der Obern Pfalz so lang <w lemma="verbleiben"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0557l20" xml:id="bsb00056764_00557_020" n="20"/><orig>bleiben</orig></w> müest, bis sie umb die 13 million bezalt weren, welche bezahlung <lb facs="APWIIA3_p0557l21" xml:id="bsb00056764_00557_021" n="21"/>dan sie, Franzosen, uf sich nemmen wolten, oder es möchte solche <w lemma="landtschafft"><orig>landt-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0557l22" xml:id="bsb00056764_00557_022" n="22"/><orig>schafft</orig></w> irer durchlaucht gar in solutum bleiben. Wann aber Churbayern <lb facs="APWIIA3_p0557l23" xml:id="bsb00056764_00557_023" n="23"/>solche partita nit wurde annemmen, das sie alßdann denn Pfalzischen erben <lb facs="APWIIA3_p0557l24" xml:id="bsb00056764_00557_024" n="24"/>gegen hindterlasßung der Obern Pfalz dise Österreichische landtschafft <lb facs="APWIIA3_p0557l25" xml:id="bsb00056764_00557_025" n="25"/>dennselben zu einer ergezlicheit überlassen möchten. Das sie dann auch <lb facs="APWIIA3_p0557l26" xml:id="bsb00056764_00557_026" n="26"/>über das ein solche summa gelts vor die Elsäsische lande darschiessen solten, <lb facs="APWIIA3_p0557l27" xml:id="bsb00056764_00557_027" n="27"/>das were ein postulatum nimis excessivum, darzue sie sich nit verstehen <lb facs="APWIIA3_p0557l28" xml:id="bsb00056764_00557_028" n="28"/>köndten. Wa man inen aber das Preyßgaw zugleich überlassen thet, wolten <lb facs="APWIIA3_p0557l29" xml:id="bsb00056764_00557_029" n="29"/>sie inen von einiger summa ze handlen, nit lassen entgegen sein. Sonsten <lb facs="APWIIA3_p0557l30" xml:id="bsb00056764_00557_030" n="30"/>aber, da es allein beim Elsäss zu verbleiben, müesten sie neben Preysach <lb facs="APWIIA3_p0557l31" xml:id="bsb00056764_00557_031" n="31"/>auch die statt Newenburg haben und wolten denselben fortificieren lassen, <lb facs="APWIIA3_p0557l32" xml:id="bsb00056764_00557_032" n="32"/>verstüenden dise statt und sonderlich Preysach cum suis appertinentiis et <lb facs="APWIIA3_p0557l33" xml:id="bsb00056764_00557_033" n="33"/>territoriis.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0557l34" xml:id="bsb00056764_00557_034" n="34"/>Zum anderen was Philippßburg, Benfelden und Zaberen anlangte, wolten <lb facs="APWIIA3_p0557l35" xml:id="bsb00056764_00557_035" n="35"/>sie sich mit dem herren churfürsten von Trier wegen Philipßburg schon <lb facs="APWIIA3_p0557l36" xml:id="bsb00056764_00557_036" n="36"/>vergleichen; Benfelden müeste demoliert werden, bei Zaberen begerten sie <lb facs="APWIIA3_p0557l37" xml:id="bsb00056764_00557_037" n="37"/>nichts anders dann ein freyen pasß.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0557l38" xml:id="bsb00056764_00557_038" n="38"/>Zum 3. wegen der investitur müeste die uf alle könfftige könig in <w lemma="Franckreich"><orig>Franck-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0557l39" xml:id="bsb00056764_00557_039" n="39"/><orig>reich</orig></w> gerichtet werden.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0557l40" xml:id="bsb00056764_00557_040" n="40"/>Zum 4. dem Reich könten sie nit so hoch contribuieren als ein churfürst, dan <lb facs="APWIIA3_p0557l41" xml:id="bsb00056764_00557_041" n="41"/>waß sie sich dißorts anerbotten, heten sie uf den fahl gethan, wann inen die <lb facs="APWIIA3_p0557l42" xml:id="bsb00056764_00557_042" n="42"/>ganze Vorderösterreichischen lande überlassen wurden.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0557l43" xml:id="bsb00056764_00557_043" n="43"/>Zum 5. begerten sie, das man den 4., 7., 8. und 10. articul außlassen wolte,<pb n="510" facs="APWIIA3_p0558" sameAs="#bsb00056764_00558"/><lb facs="APWIIA3_p0558l1" xml:id="bsb00056764_00558_001" n="1"/>dann es müeste dise offerta also gestelt sein, das sie selbe iren confoederatis <lb facs="APWIIA3_p0558l2" xml:id="bsb00056764_00558_002" n="2"/>köndten vorweisen und so selbige dise articul wider sich lauffen sechen <w lemma="solten"><orig>sol-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l3" xml:id="bsb00056764_00558_003" n="3"/><orig>ten</orig></w>, wurden sie destwegen bey inen discreditiert werden und in <w lemma="ungelegenheit"><orig>ungelegen-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l4" xml:id="bsb00056764_00558_004" n="4"/><orig>heit</orig></w> kommen. Sie weren aber nichts destweniger erbiettig, alles, was in <lb facs="APWIIA3_p0558l5" xml:id="bsb00056764_00558_005" n="5"/>solchen 4 articulos begriffen, bestermassen zu praestieren und zu <w lemma="negocieren"><orig>negocie-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l6" xml:id="bsb00056764_00558_006" n="6"/><orig>ren</orig></w>, wan auch nichts geschechen und erhalten werden solte, so wurden wir <lb facs="APWIIA3_p0558l7" xml:id="bsb00056764_00558_007" n="7"/>auch nichts obligiert sein.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0558l8" xml:id="bsb00056764_00558_008" n="8"/>Zum 6. weren sie zufriden, das zugleich der friden mit Spanien tractiert <lb facs="APWIIA3_p0558l9" xml:id="bsb00056764_00558_009" n="9"/>und selbe cron in dise pacification eingeschlossen werde, wolten auch uns <lb facs="APWIIA3_p0558l10" xml:id="bsb00056764_00558_010" n="10"/>und die mediatores ersuecht haben, darzu zu cooperieren. Dann sie wol <lb facs="APWIIA3_p0558l11" xml:id="bsb00056764_00558_011" n="11"/>erkenten, das ohne diss der friden mit Teütschlandt nit wurde bestehen <lb facs="APWIIA3_p0558l12" xml:id="bsb00056764_00558_012" n="12"/>können.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0558l13" xml:id="bsb00056764_00558_013" n="13"/>Zum 7. das aber aniezo gleich die bedingte suspensio armorum auch sich uf <lb facs="APWIIA3_p0558l14" xml:id="bsb00056764_00558_014" n="14"/>die Niderlandt erstrecken solt, das stüende nit in irer macht und kondte diß <lb facs="APWIIA3_p0558l15" xml:id="bsb00056764_00558_015" n="15"/>auch sonderlich wegen irer confoederation mit denn Staaden nit sein. Bei <lb facs="APWIIA3_p0558l16" xml:id="bsb00056764_00558_016" n="16"/>dem letsten articul het es sein verbleibens, das nemblich kein theil obligiert <lb facs="APWIIA3_p0558l17" xml:id="bsb00056764_00558_017" n="17"/>sein solt, wen der friden nit erhebt wurde.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0558l18" xml:id="bsb00056764_00558_018" n="18"/>Und weren sie erbiettig, diß alles per aignen currier nach Pariß zu <w lemma="referieren"><orig>refe-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l19" xml:id="bsb00056764_00558_019" n="19"/><orig>rieren</orig></w> und vollkomne instruction darüber einzulangen; begerten hingegen, <lb facs="APWIIA3_p0558l20" xml:id="bsb00056764_00558_020" n="20"/>das wir es ebenmäsßig per aignen an ir Kayserliche mayestät wolten <w lemma="gelangen"><orig>gelan-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l21" xml:id="bsb00056764_00558_021" n="21"/><orig>gen</orig></w> lassen, uf das kein zeit hierinnen verlohren werde.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0558l22" xml:id="bsb00056764_00558_022" n="22"/>Auf diese relation haben wir uns kürzlich dahin erclärt: waß die <w lemma="außlasßung"><orig>auß-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l23" xml:id="bsb00056764_00558_023" n="23"/><orig>lasßung</orig></w> der bestimbten 4 articul anlangte, da weren es conditiones sine <lb facs="APWIIA3_p0558l24" xml:id="bsb00056764_00558_024" n="24"/>quibus non, davon wir auch keinesweegs weichen köndten noch würden; <lb facs="APWIIA3_p0558l25" xml:id="bsb00056764_00558_025" n="25"/>heten aber benebens so gross bedencken nit, das selbige zu bedeutem ende, <lb facs="APWIIA3_p0558l26" xml:id="bsb00056764_00558_026" n="26"/>nemblichen darüber desto sicherer mit iren confoederatis ze communicieren <lb facs="APWIIA3_p0558l27" xml:id="bsb00056764_00558_027" n="27"/>haben, außgelassen werden möchten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA3_p0558n2" xml:id="bsb00056764_00558_dok0272_n02"><p style="font-style:italic;"> <lb facs="APWIIA3_p0558l41" xml:id="bsb00056764_00558_041" n="41"/>Zu den Auslassungen vgl. auch nr. 280.</p></note>. Stehen es zu der herren mediatoren <lb facs="APWIIA3_p0558l28" xml:id="bsb00056764_00558_028" n="28"/>belieben, unsere proposition mit begerten außlasßungen umbschreiben ze <lb facs="APWIIA3_p0558l29" xml:id="bsb00056764_00558_029" n="29"/>lassen und denn Franzosen zuezustellen, doch mit der außtrücklichen <w lemma="condition"><orig>con-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l30" xml:id="bsb00056764_00558_030" n="30"/><orig>dition</orig></w>, das wir dise oblation anderergestalt und ohne richtigmachung diser <lb facs="APWIIA3_p0558l31" xml:id="bsb00056764_00558_031" n="31"/>außgestelten conditionum zu keinem effect kommen köndten, das auch zu <lb facs="APWIIA3_p0558l32" xml:id="bsb00056764_00558_032" n="32"/>solchem ende unsere proposition, wie wir selbige denn herren mediatoren <lb facs="APWIIA3_p0558l33" xml:id="bsb00056764_00558_033" n="33"/>zue handen gestelt, bei inen in deposito verbleiben solle, damit sie uns <w lemma="dessen"><orig>des-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l34" xml:id="bsb00056764_00558_034" n="34"/><orig>sen</orig></w> toties quoties et cetera zeugnus geben köndten.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0558l35" xml:id="bsb00056764_00558_035" n="35"/>Das aber die Franzosen, fals Churbayrn solchen theil der <w lemma="Vorderösterreichischen"><orig>Vorderöster-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l36" xml:id="bsb00056764_00558_036" n="36"/><orig>reichischen</orig></w> landen nit annemmen, noch die Oberpfalz quittieren wolt, <lb facs="APWIIA3_p0558l37" xml:id="bsb00056764_00558_037" n="37"/>selbigen alsdan denn Pfalzischen erben einhendigen wolten, das wer ein sach <lb facs="APWIIA3_p0558l38" xml:id="bsb00056764_00558_038" n="38"/>die nimmermehr zuegeben werden köndt. Man het bißher an irer <w lemma="Kayserlichen"><orig>Kayser-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0558l39" xml:id="bsb00056764_00558_039" n="39"/><orig>lichen</orig></w> mayestät nichts weiters gesuecht, dann die zurugglasßung deren ufm <lb facs="APWIIA3_p0558l40" xml:id="bsb00056764_00558_040" n="40"/>Elsäss gestaadt gelegener landen, und wie von Pariß alzeit durch den herrn<pb n="511" facs="APWIIA3_p0559" sameAs="#bsb00056764_00559"/><lb facs="APWIIA3_p0559l1" xml:id="bsb00056764_00559_001" n="1"/>nuncium Bagni an den herren <note xml:id="bsb00056764_00559_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIA3_p0559l1" target="#bsb00056764_00559_001"><p> <lb facs="APWIIA3_p0559l42" xml:id="bsb00056764_00559_042" n="42"/>1 churfürsten] <hi style="font-style:italic;">Auf fol. 61 an dieser Stelle eine offensichtliche Verschreibung:</hi> churfürsten <lb facs="APWIIA3_p0559l43" xml:id="bsb00056764_00559_043" n="43"/>zu Bayrn geschriben berichtet worden.</p></note>churfürsten zu Bayrn berichtet worden, <lb facs="APWIIA3_p0559l2" xml:id="bsb00056764_00559_002" n="2"/>das es damit sein richtigkeit erlangen, consequenter dem hauß <w lemma="Österreich"><orig>Öster-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l3" xml:id="bsb00056764_00559_003" n="3"/><orig>reich</orig></w> der rest disseits Reins gelegner landen verbleiben werden. Man werde <lb facs="APWIIA3_p0559l4" xml:id="bsb00056764_00559_004" n="4"/>einmal in ewigkeit darauf nimmer verzeichen, noch dise landt verkauffen <lb facs="APWIIA3_p0559l5" xml:id="bsb00056764_00559_005" n="5"/>lassen. Es were ia hoch zu verwunderen, das die Franzosen allein ex mera <lb facs="APWIIA3_p0559l6" xml:id="bsb00056764_00559_006" n="6"/>invidia, so sie gegen dem hauß Österreich trüegen, dise uralte catholische <lb facs="APWIIA3_p0559l7" xml:id="bsb00056764_00559_007" n="7"/>landt denn Calvinisten muetwilliger weise in rachen und also in ewigen <w lemma="verlust"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l8" xml:id="bsb00056764_00559_008" n="8"/><orig>lust</orig></w> seel und leibs steckhen wolten. Irer Kayserlichen mayestät und dero <lb facs="APWIIA3_p0559l9" xml:id="bsb00056764_00559_009" n="9"/>hauses mainung sei im geringsten nit, selbe zu verkauffen oder durch andere <lb facs="APWIIA3_p0559l10" xml:id="bsb00056764_00559_010" n="10"/>weeg zuruggzelassen. Wir sechen wol, das es entlichen dahin außlauffen woll, <lb facs="APWIIA3_p0559l11" xml:id="bsb00056764_00559_011" n="11"/>das die recompensation der 13 millionen einzig und allein irer Kayserlichen <lb facs="APWIIA3_p0559l12" xml:id="bsb00056764_00559_012" n="12"/>mayestät und dero hauß, wo nit directe doch per obliquum mit <w lemma="abzwakkhung"><orig>abzwak-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l13" xml:id="bsb00056764_00559_013" n="13"/><orig>khung</orig></w> dero landt und leütten wolle ufgebürdet werden. Dises könte nit <w lemma="stattfinden"><orig>statt-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l14" xml:id="bsb00056764_00559_014" n="14"/><orig>finden</orig></w>; ire mayestät und dero hauß heten nit pecciert, sondern Pfalz; die <lb facs="APWIIA3_p0559l15" xml:id="bsb00056764_00559_015" n="15"/>solte auch die straaff leiden. Es lassen sich die Franzosen nit genuegg sein, <lb facs="APWIIA3_p0559l16" xml:id="bsb00056764_00559_016" n="16"/>das sie zu Preysach die Calvinische religion undter dess königs protection <lb facs="APWIIA3_p0559l17" xml:id="bsb00056764_00559_017" n="17"/>einfüehren lassen, indem daselbst die Augustiner religiosi aus irem closter <lb facs="APWIIA3_p0559l18" xml:id="bsb00056764_00559_018" n="18"/>außgeiagt, den praedicanten die canzl und kirchen eingeraumbt und noch <lb facs="APWIIA3_p0559l19" xml:id="bsb00056764_00559_019" n="19"/>darzue das königlich Franzößische waappen an die canzl gehengt worden <lb facs="APWIIA3_p0559l20" xml:id="bsb00056764_00559_020" n="20"/>zum zeichen, das die kezerische religionsübung undter der Franzoßischen <lb facs="APWIIA3_p0559l21" xml:id="bsb00056764_00559_021" n="21"/>protection stehen thue, sondern wolten aniezt erst ein ganze provinz <w lemma="ebenmäsßig"><orig>eben-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l22" xml:id="bsb00056764_00559_022" n="22"/><orig>mäsßig</orig></w> solcher gefahr underwürfflich machen.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0559l23" xml:id="bsb00056764_00559_023" n="23"/>Das wir dann ein recompensa vor die erzherzogen zu Insprugg wegen dess <lb facs="APWIIA3_p0559l24" xml:id="bsb00056764_00559_024" n="24"/>Elsäss begert, dessen haben wir billiche ursach, das inen ia das irig sonst <lb facs="APWIIA3_p0559l25" xml:id="bsb00056764_00559_025" n="25"/>wider recht und billicheit vorenthalten werde. Die Franzosen heten sich <lb facs="APWIIA3_p0559l26" xml:id="bsb00056764_00559_026" n="26"/>allezeit einer ergezlicheit erbietig gemacht und schuldig erkent. Wir heten <lb facs="APWIIA3_p0559l27" xml:id="bsb00056764_00559_027" n="27"/>nit zuvil gefordert, wo wir ad individua gehen solten, wurde es noch wol <lb facs="APWIIA3_p0559l28" xml:id="bsb00056764_00559_028" n="28"/>ein anderes rechnung abgeben. Wann es sie zuvil bedruckhte, solten sie das <lb facs="APWIIA3_p0559l29" xml:id="bsb00056764_00559_029" n="29"/>landt widerumb deme es gehörte, zurugggeben; man begerte ihres gelts nit.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0559l30" xml:id="bsb00056764_00559_030" n="30"/>Was die übrige puncten anlangte, da stüende es uf weiterer handlung, deren <lb facs="APWIIA3_p0559l31" xml:id="bsb00056764_00559_031" n="31"/>ausschlag zu erwartten. Wir weren auch erbiettig, alsbaldt Eur Excellenz <lb facs="APWIIA3_p0559l32" xml:id="bsb00056764_00559_032" n="32"/>von disem allem parte zu geben und daran zu sein, das ire Kayserliche <lb facs="APWIIA3_p0559l33" xml:id="bsb00056764_00559_033" n="33"/>mayestät der sachen bewandtnus ohne einige zeitverliehrung gehorsamist <lb facs="APWIIA3_p0559l34" xml:id="bsb00056764_00559_034" n="34"/>verstendigt und deroselben entliche resolution eingelangt werde, und diß <lb facs="APWIIA3_p0559l35" xml:id="bsb00056764_00559_035" n="35"/>zwar sovil Breysach anlangte. Dann die statt Neüburgg betreffend, weil <lb facs="APWIIA3_p0559l36" xml:id="bsb00056764_00559_036" n="36"/>diß ohne das kein wehrhaffter post, auch dem landt unerträglich fallen <lb facs="APWIIA3_p0559l37" xml:id="bsb00056764_00559_037" n="37"/>wurde, wann die Franzosen selben fortificieren wolten, welches doch die <lb facs="APWIIA3_p0559l38" xml:id="bsb00056764_00559_038" n="38"/>glegenheit dess landts nit zuegeben thet. Also wurden ire Kayserliche <w lemma="mayestät"><orig>maye-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l39" xml:id="bsb00056764_00559_039" n="39"/><orig>stät</orig></w> selbe nit zurugglassen wöllen; sodan wolten wir auch irer <w lemma="hochfürstlichen"><orig>hochfürst-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0559l40" xml:id="bsb00056764_00559_040" n="40"/><orig>lichen</orig></w> durchlaucht, dem herrn Kayserlichen generalissimo, und anderen <lb facs="APWIIA3_p0559l41" xml:id="bsb00056764_00559_041" n="41"/>Kayserlichen generalen, wa es die notdurfft erfordere, wegen der suspension <pb n="512" facs="APWIIA3_p0560" sameAs="#bsb00056764_00560"/><lb facs="APWIIA3_p0560l1" xml:id="bsb00056764_00560_001" n="1"/>armorum eilferttig zeschreiben. Die herren <note xml:id="bsb00056764_00560_a01" type="app" subtype="docNote" place="endpage" facs="#APWIIA3_p0560l1" target="#bsb00056764_00560_001"><p><lb facs="APWIIA3_p0560l36" xml:id="bsb00056764_00560_036" n="36"/>1 mediatores] <hi style="font-style:italic;">Auf fol. 62 an dieser Stelle:</hi> Franzosen, <hi style="font-style:italic;">von anderer Hand <w lemma="darübergeschrieben"><orig>darübergeschrie-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l37" xml:id="bsb00056764_00560_037" n="37"/><orig>ben</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;">:</hi> mediatores.</p></note>mediatores haben sich mit <lb facs="APWIIA3_p0560l2" xml:id="bsb00056764_00560_002" n="2"/>unserer erclärung contentiert und erbotten, denn Franzosen gleich nach <lb facs="APWIIA3_p0560l3" xml:id="bsb00056764_00560_003" n="3"/>dem mittagmahl ein und andere beschaffenheit ferrers zu repraesentieren, <lb facs="APWIIA3_p0560l4" xml:id="bsb00056764_00560_004" n="4"/>vermeinten selbst, wir solten uf unserm proposito verharren, die Franzosen <lb facs="APWIIA3_p0560l5" xml:id="bsb00056764_00560_005" n="5"/>würden sich entlich wol anderst resolvieren müessen.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0560l6" xml:id="bsb00056764_00560_006" n="6"/>Wir haben auch für ein notdurfft befunden, von disem verlauff die <w lemma="Churbayrische"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l7" xml:id="bsb00056764_00560_007" n="7"/><orig>bayrische</orig></w> gsandten umbstendtlich zu berichten, wie dann ich, Volmar, mich <lb facs="APWIIA3_p0560l8" xml:id="bsb00056764_00560_008" n="8"/>gleich nachmittag zu inen verfüegt und sie ersuecht hab, uns dißorts <w lemma="beystendig"><orig>bey-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l9" xml:id="bsb00056764_00560_009" n="9"/><orig>stendig</orig></w> zu sein und nit zuezugeben, das die herrn erzherzogen zu Insprugg <lb facs="APWIIA3_p0560l10" xml:id="bsb00056764_00560_010" n="10"/>solcher gstalt umb landt und leüth gebracht und selbige erst gueten theils <lb facs="APWIIA3_p0560l11" xml:id="bsb00056764_00560_011" n="11"/>denn Calvinisten in die handt gespilt werden solten. Es heten ire <w lemma="churfürstliche"><orig>churfürst-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l12" xml:id="bsb00056764_00560_012" n="12"/><orig>liche</orig></w> durchlaucht doch niemalen ein mehrers vorgeschlagen, dan das allein <lb facs="APWIIA3_p0560l13" xml:id="bsb00056764_00560_013" n="13"/>das Elsäss denn Franzosen zu lassen sein werde. Sie haben demnach <w lemma="versprochen"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l14" xml:id="bsb00056764_00560_014" n="14"/><orig>sprochen</orig></w>, das irig bestermassen dabei ze thuen und weil sie schon anderwerts <lb facs="APWIIA3_p0560l15" xml:id="bsb00056764_00560_015" n="15"/>etwas nachricht darvon gehabt, so heten sie sich bereits bedacht, wie sie denn <lb facs="APWIIA3_p0560l16" xml:id="bsb00056764_00560_016" n="16"/>Franzößischen plenipotentiariis, welche eben disen abendt zu inen kommen <lb facs="APWIIA3_p0560l17" xml:id="bsb00056764_00560_017" n="17"/>würden, möchten begegnen können. Dann ir gnedigster herr werde ires <w lemma="erachtens"><orig>er-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l18" xml:id="bsb00056764_00560_018" n="18"/><orig>achtens</orig></w> mit der Obern Pfalz umb viler ursachen willen solche separationes <lb facs="APWIIA3_p0560l19" xml:id="bsb00056764_00560_019" n="19"/>nit machen lassen, vil weniger sein consens darein geben, das denn <w lemma="Pfalzischen"><orig>Pfalzi-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l20" xml:id="bsb00056764_00560_020" n="20"/><orig>schen</orig></w> erben die Preißgauische lande überlassen werden sollen. Ire <w lemma="churfürstliche"><orig>churfürst-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l21" xml:id="bsb00056764_00560_021" n="21"/><orig>liche</orig></w> durchlaucht finden auch für billich, das denn erzherzogen zu Insprugg <lb facs="APWIIA3_p0560l22" xml:id="bsb00056764_00560_022" n="22"/>ein ergibige recompens für dasihenig, so sie zurugglassen müesten, gemacht <lb facs="APWIIA3_p0560l23" xml:id="bsb00056764_00560_023" n="23"/>werde.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0560l24" xml:id="bsb00056764_00560_024" n="24"/>Wir erwartten demnach, was die herren mediatores wie zugleich die <w lemma="Churbayrische"><orig>Chur-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0560l25" xml:id="bsb00056764_00560_025" n="25"/><orig>bayrische</orig></w> gesandten weiter vor eine resolution von den Franzosen erhalten <lb facs="APWIIA3_p0560l26" xml:id="bsb00056764_00560_026" n="26"/>werden, so Eur Excellenz wir alspaldt zu berichten, nit underlassen wollen, <lb facs="APWIIA3_p0560l27" xml:id="bsb00056764_00560_027" n="27"/>und haben inmitlst disen verlauff zu dero wissenschafft und nachricht <lb facs="APWIIA3_p0560l28" xml:id="bsb00056764_00560_028" n="28"/>überschreiben sollen, derselben bevelch daruber erwarttende.</p>
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