<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00056764_00524">
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0524l9" xml:id="bsb00056764_00524_009" n="9"/>Auff meine dem Schwedischen abgesandten Salvio ahm 30. Martii <w lemma="nechsthin"><orig>nechst-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0524l10" xml:id="bsb00056764_00524_010" n="10"/><orig>hin</orig></w> gegebene visitam hat mich derselb ahm 4. dieß monats Aprilis wieder <lb facs="APWIIA3_p0524l11" xml:id="bsb00056764_00524_011" n="11"/>besucht und nach abgelegten complimenten alsbaldt von den negociis zu <lb facs="APWIIA3_p0524l12" xml:id="bsb00056764_00524_012" n="12"/>reden angefangen und soviel den punctum satisfactionis betrifft, gemeldt, <lb facs="APWIIA3_p0524l13" xml:id="bsb00056764_00524_013" n="13"/>daß sie, die Schwedische plenipotentiarii, wegen abwesenheit der königin <lb facs="APWIIA3_p0524l14" xml:id="bsb00056764_00524_014" n="14"/>von Stockholm noch kein resolution, von dem cantzler Ochsenstirn aber <lb facs="APWIIA3_p0524l15" xml:id="bsb00056764_00524_015" n="15"/>schreiben bekommen hetten, sich ihrer vorigen instruction zu halten und <lb facs="APWIIA3_p0524l16" xml:id="bsb00056764_00524_016" n="16"/>auff ganz Pommern, ertzstifft Bremen und Verden, sodan Wißmar zu <lb facs="APWIIA3_p0524l17" xml:id="bsb00056764_00524_017" n="17"/>bestehen.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0524l18" xml:id="bsb00056764_00524_018" n="18"/>Ich hab ihme hinwiderumb geantwortet, daß es catholischer seiths wegen <lb facs="APWIIA3_p0524l19" xml:id="bsb00056764_00524_019" n="19"/>beeder stiffter Bremen und Verden gar starcke oppositiones gebe und ob es <lb facs="APWIIA3_p0524l20" xml:id="bsb00056764_00524_020" n="20"/>nicht besser, daß sie von diesen stifftern abstunden und man ihnen etwaß <lb facs="APWIIA3_p0524l21" xml:id="bsb00056764_00524_021" n="21"/>mehr von Pommern geben thete. Er replicirte, Churbrandenburg wurde <lb facs="APWIIA3_p0524l22" xml:id="bsb00056764_00524_022" n="22"/>desto mehrers sich wiedersetzen und sie, die Schweden, seyen lauth ihrer <lb facs="APWIIA3_p0524l23" xml:id="bsb00056764_00524_023" n="23"/>vorhin habenden instruction ohne daß bevelcht, von Pommern nicht zu <lb facs="APWIIA3_p0524l24" xml:id="bsb00056764_00524_024" n="24"/>weichen; iedoch könte Brandenburg von denen unden und gegen der marck <lb facs="APWIIA3_p0524l25" xml:id="bsb00056764_00524_025" n="25"/>Brandenburg liegenden furstenthumben alß Glogaw oder Halberstatt und <lb facs="APWIIA3_p0524l26" xml:id="bsb00056764_00524_026" n="26"/>dergleichen gegeben werden; Wißmar betreffendt, weyln sie darbey nichts <lb facs="APWIIA3_p0524l27" xml:id="bsb00056764_00524_027" n="27"/>anders alß die stationem navium und damit sie desto fruher zur see fahren <lb facs="APWIIA3_p0524l28" xml:id="bsb00056764_00524_028" n="28"/>konten, suchen theten, vermeinte er, daß es mit einem brieff zu richten sein <lb facs="APWIIA3_p0524l29" xml:id="bsb00056764_00524_029" n="29"/>möchte und der hertzog zue Mechelburg alß ein so naher bluetsverwanther <lb facs="APWIIA3_p0524l30" xml:id="bsb00056764_00524_030" n="30"/>der königin in Schweden von dero und der cron er so guthe dienst <w lemma="empfangen"><orig>empfan-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0524l31" xml:id="bsb00056764_00524_031" n="31"/><orig>gen</orig></w>, solches nicht verweigern werde. Ich erinnerthe ihne hierauff der bey <lb facs="APWIIA3_p0524l32" xml:id="bsb00056764_00524_032" n="32"/>unserer ihnen beschehenen offerta vorbehaltener bedingnuß, daß Schlesien <lb facs="APWIIA3_p0524l33" xml:id="bsb00056764_00524_033" n="33"/>und alle Ewer Kayserlichen Mayestätt erblanden von dieser relvition und <lb facs="APWIIA3_p0524l34" xml:id="bsb00056764_00524_034" n="34"/>anforderung gantz und zumaln exempt bleiben musten. Halberstatt seye <lb facs="APWIIA3_p0524l35" xml:id="bsb00056764_00524_035" n="35"/>bißhero nie gedacht worden zuruckzulassen, könde also nicht praetendirt <lb facs="APWIIA3_p0524l36" xml:id="bsb00056764_00524_036" n="36"/>werden, und wegen Wißmar truge ich wol die beysorg, daß weder die <lb facs="APWIIA3_p0524l37" xml:id="bsb00056764_00524_037" n="37"/>ständt des Reichs noch der hertzog von Mechelburg solches zugeben, viel <lb facs="APWIIA3_p0524l38" xml:id="bsb00056764_00524_038" n="38"/>weniger die Staaten von Hollandt und andere gestatten werden. Im <w lemma="ubrigen"><orig>ubri-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0524l39" xml:id="bsb00056764_00524_039" n="39"/><orig>gen</orig></w>, wan Brandenburg noch ein stuck von Pommeren behielte und umb <lb facs="APWIIA3_p0524l40" xml:id="bsb00056764_00524_040" n="40"/>daßyenig, waß er zuruckließe vom Reich in geldt zur relvition bekommen <lb facs="APWIIA3_p0524l41" xml:id="bsb00056764_00524_041" n="41"/>thete, hielte ich darfur, wurde er sich noch wol begnugen lassen.</p>
	  <p> <pb n="477" facs="APWIIA3_p0525" sameAs="#bsb00056764_00525"/><lb facs="APWIIA3_p0525l1" xml:id="bsb00056764_00525_001" n="1"/>Er, der Salvius, hengte diesem ahn, waß massen er mit denen Hessen <w lemma="Casselischen"><orig>Casse-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0525l2" xml:id="bsb00056764_00525_002" n="2"/><orig>lischen</orig></w> abgesandten wegen accommodation der zwischen der landtgräffin <lb facs="APWIIA3_p0525l3" xml:id="bsb00056764_00525_003" n="3"/>zu Cassell und landtgraf Geörgens zue Hessen Darmbstatt furstliche <lb facs="APWIIA3_p0525l4" xml:id="bsb00056764_00525_004" n="4"/>gnaden sich endthaltender differentien geredt hette, daß dieselbe sich zu <lb facs="APWIIA3_p0525l5" xml:id="bsb00056764_00525_005" n="5"/>eingehung billigmessiger vergleichungsmittell verstehen wolten, mit <w lemma="ersuchen"><orig>ersu-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0525l6" xml:id="bsb00056764_00525_006" n="6"/><orig>chen</orig></w>, daß auch ich mich zu einem gleichmessigen endt bey denen alhier <lb facs="APWIIA3_p0525l7" xml:id="bsb00056764_00525_007" n="7"/>ahnwesenden Hessen Darmbstättischen abgesanden interponiren und <w lemma="mitwurcken"><orig>mit-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0525l8" xml:id="bsb00056764_00525_008" n="8"/><orig>wurcken</orig></w> wolte, damit diese strittigkeithen auch in der guthe verglichen <lb facs="APWIIA3_p0525l9" xml:id="bsb00056764_00525_009" n="9"/>werden möchten. Von diesem ist er auff die Frantzosische satisfaction <w lemma="kommen"><orig>kom-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0525l10" xml:id="bsb00056764_00525_010" n="10"/><orig>men</orig></w>. Denen hette er gesagt, daß sy selbige nit also starck auff die revenües <lb facs="APWIIA3_p0525l11" xml:id="bsb00056764_00525_011" n="11"/>oder einkombsten stellen musten, und wie er fast abnehmen können, so <lb facs="APWIIA3_p0525l12" xml:id="bsb00056764_00525_012" n="12"/>wurden die Frantzosen sich mit demienigen, waß die mediatores von <lb facs="APWIIA3_p0525l13" xml:id="bsb00056764_00525_013" n="13"/>unsertwegen ihnen ahngebotten, leicht begnugen lassen.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0525l14" xml:id="bsb00056764_00525_014" n="14"/>Im ubrigen weren auch die Hollendischen gesandten bey ihme gewesen und <lb facs="APWIIA3_p0525l15" xml:id="bsb00056764_00525_015" n="15"/>der zwischen Franckreich und Spanien spargirter hewrath zuredt worden. <lb facs="APWIIA3_p0525l16" xml:id="bsb00056764_00525_016" n="16"/>Dieselbige wolten und könden sy einmal nicht zugeben, weyln solche ihrem <lb facs="APWIIA3_p0525l17" xml:id="bsb00056764_00525_017" n="17"/>staath zum höchsten nachtheil gereichen würde.</p>
	  <p><lb facs="APWIIA3_p0525l18" xml:id="bsb00056764_00525_018" n="18"/>Wegen eines armistitii hetten sie, die Schwedische gesandten, dem <w lemma="Torstentsohn"><orig>Torstent-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0525l19" xml:id="bsb00056764_00525_019" n="19"/><orig>sohn</orig></w> geschrieben. Der vermeinte, man solte einen stillstandt der waffen auff <lb facs="APWIIA3_p0525l20" xml:id="bsb00056764_00525_020" n="20"/>drey jahr richten, wan aber dieses, wie er ihme wol einbilden könte, nicht <lb facs="APWIIA3_p0525l21" xml:id="bsb00056764_00525_021" n="21"/>zu erheben, so solte man nur die sachen alhier befurdern, damit man eineß <lb facs="APWIIA3_p0525l22" xml:id="bsb00056764_00525_022" n="22"/>schluß gesichert sein könte, alßdan möchte man sich darzue verstehen. Es <lb facs="APWIIA3_p0525l23" xml:id="bsb00056764_00525_023" n="23"/>wehre dahero der ordnung nach ahn unß, daß wier unsere duplicam auff <lb facs="APWIIA3_p0525l24" xml:id="bsb00056764_00525_024" n="24"/>ihre replicam mit nechsten ablegen theten, so wolten sie, die Schwedischen, <lb facs="APWIIA3_p0525l25" xml:id="bsb00056764_00525_025" n="25"/>alßbaldt darauff tripliciren, sehen und befurderen helffen, wie man auß der <lb facs="APWIIA3_p0525l26" xml:id="bsb00056764_00525_026" n="26"/>sachen und zu volkommenen schluß kommen möge. Ehe aber der schluß <lb facs="APWIIA3_p0525l27" xml:id="bsb00056764_00525_027" n="27"/>erfolge, so wolle vor allem die notturfft erforderen, daß die ständt vorhero <lb facs="APWIIA3_p0525l28" xml:id="bsb00056764_00525_028" n="28"/>in ihren gegeneinander habenden beschwernüsen verglichen und also dan <lb facs="APWIIA3_p0525l29" xml:id="bsb00056764_00525_029" n="29"/>ein gantzes gemacht werde, zu welchem endt man catholischer seiths die <lb facs="APWIIA3_p0525l30" xml:id="bsb00056764_00525_030" n="30"/>geschlossene deputation hinuber befurdern wolte; sonst hat er der <w lemma="Pfaltzischen"><orig>Pfaltzi-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0525l31" xml:id="bsb00056764_00525_031" n="31"/><orig>schen</orig></w> sach gar nicht gedacht.</p>
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