<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00056764_00462">
	      <p style="font-style:italic;"> <pb n="414" facs="APWIIA3_p0462" sameAs="#bsb00056764_00462"/><lb facs="APWIIA3_p0462l1" xml:id="bsb00056764_00462_001" n="1"/>[Zur schwedischen Replik: Sprachregelung zur Behandlung der Gravamina, Amnestie <lb facs="APWIIA3_p0462l2" xml:id="bsb00056764_00462_002" n="2"/>und Satisfaktion. Lothringen und Portugal gehören nicht zu den Osnabrücker <w lemma="Verhandlungen"><orig>Ver-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0462l3" xml:id="bsb00056764_00462_003" n="3"/><orig>handlungen</orig></w>. Bündnis gegen den K. im Falle eines Verfassungsbruchs zu vereinbaren, ist <lb facs="APWIIA3_p0462l4" xml:id="bsb00056764_00462_004" n="4"/>unnötig, da ihn seine Kapitulation schon zur Einhaltung der Reichssatzungen <w lemma="verpflichtet"><orig>ver-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0462l5" xml:id="bsb00056764_00462_005" n="5"/><orig>pflichtet</orig></w>. Die Reichsstände dürfen nicht selbständige Garanten des Friedens werden. <lb facs="APWIIA3_p0462l6" xml:id="bsb00056764_00462_006" n="6"/>Darauf achten, daß die Satisfaktion nicht schon durchgeführt werden muß, ehe die <lb facs="APWIIA3_p0462l7" xml:id="bsb00056764_00462_007" n="7"/>Restitutionen durch die Feinde erfolgen.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA3_p0462l8" xml:id="bsb00056764_00462_008" n="8"/>Zur französischen Replik: Portugal. Lothringen. Wenn Frankreich will, daß der K. <lb facs="APWIIA3_p0462l9" xml:id="bsb00056764_00462_009" n="9"/>nach geschlossenem Frieden Spanien nicht mehr weiter unterstütze, muß es sich erst <lb facs="APWIIA3_p0462l10" xml:id="bsb00056764_00462_010" n="10"/>selbst verpflichten, den Feinden des Kaisers und Spaniens nicht länger beizustehen.</p>
	      <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA3_p0462l11" xml:id="bsb00056764_00462_011" n="11"/>Zum modus tractandi: Der Kaiser steht vor der schweren Aufgabe, mit seinen Feinden <lb facs="APWIIA3_p0462l12" xml:id="bsb00056764_00462_012" n="12"/>Frieden schließen zu müssen, ohne seine Anhänger, denen Opfer zugemutet werden <lb facs="APWIIA3_p0462l13" xml:id="bsb00056764_00462_013" n="13"/>müssen, zu verlieren. Es muß auch bedacht werden, daß jede neue Niederlage den <lb facs="APWIIA3_p0462l14" xml:id="bsb00056764_00462_014" n="14"/>Frieden schwerer macht. Wenn es auch politisch am verlockendsten wäre, in allen <lb facs="APWIIA3_p0462l15" xml:id="bsb00056764_00462_015" n="15"/>Fragen erst die Aktionen der Reichsstände abzuwarten, so ist dieser Weg wegen der <lb facs="APWIIA3_p0462l16" xml:id="bsb00056764_00462_016" n="16"/>sich verschlechternden militärischen Lage und der Gefahr einer Spaltung unter den <lb facs="APWIIA3_p0462l17" xml:id="bsb00056764_00462_017" n="17"/>Reichsständen nicht gangbar. Am wirkungsvollsten erscheint eine Abstimmung mit den <lb facs="APWIIA3_p0462l18" xml:id="bsb00056764_00462_018" n="18"/>Kurfürsten von Mainz, Bayern und Sachsen und eine darauf gründende gemeinsame <lb facs="APWIIA3_p0462l19" xml:id="bsb00056764_00462_019" n="19"/>Politik. Mainz unterstützt die kaiserliche Politik ohne Vorbehalte; Bayern muß <lb facs="APWIIA3_p0462l20" xml:id="bsb00056764_00462_020" n="20"/>letztlich aus eigener politischer Raison an der Erhaltung des Kaiserhauses interessiert <lb facs="APWIIA3_p0462l21" xml:id="bsb00056764_00462_021" n="21"/>sein, und eine handfeste Demonstration des kaiserlichen Friedenswillens wird die <w lemma="bestehenden"><orig>be-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0462l22" xml:id="bsb00056764_00462_022" n="22"/><orig>stehenden</orig></w> Spannungen abbauen; Kursachsen muß hinzugezogen werden, damit nicht <lb facs="APWIIA3_p0462l23" xml:id="bsb00056764_00462_023" n="23"/>der Eindruck einer katholischen Koalition entsteht. Bei Mainz und Bayern wäre <w lemma="vorzuschlagen"><orig>vorzu-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0462l24" xml:id="bsb00056764_00462_024" n="24"/><orig>schlagen</orig></w>, gemeinsam auf die Anerkennung des Geistlichen Vorbehalts wie auf den <w lemma="Verzicht"><orig>Ver-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0462l25" xml:id="bsb00056764_00462_025" n="25"/><orig>zicht</orig></w> der protestantischen Forderungen wegen der Erbuntertanen und der neuen <lb facs="APWIIA3_p0462l26" xml:id="bsb00056764_00462_026" n="26"/>Reichsgerichte hinzuarbeiten. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Abtretung des Elsaß <lb facs="APWIIA3_p0462l27" xml:id="bsb00056764_00462_027" n="27"/>und die Möglichkeit von Ausnahmeregelungen bei der Regensburger Amnestie wäre <lb facs="APWIIA3_p0462l28" xml:id="bsb00056764_00462_028" n="28"/>anzudeuten. Kursachsen muß besonders dafür gewonnen werden, daß die Protestanten <lb facs="APWIIA3_p0462l29" xml:id="bsb00056764_00462_029" n="29"/>für die Verlängerung der im Prager Frieden vereinbarten Frist bezüglich der Stifter <lb facs="APWIIA3_p0462l30" xml:id="bsb00056764_00462_030" n="30"/>ihre extremen Gravamina-Forderungen fallenlassen. Der Zweck der Konsultation mit <lb facs="APWIIA3_p0462l31" xml:id="bsb00056764_00462_031" n="31"/>den Kurfürsten ist, daß, nach der zusätzlichen Einwirkung auf die wichtigeren <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig> <lb facs="APWIIA3_p0462l32" xml:id="bsb00056764_00462_032" n="32"/><orig>stände</orig></w> auf dem Kongreß, das, was kaiserlicherseits für den Frieden nötig erachtet <lb facs="APWIIA3_p0462l33" xml:id="bsb00056764_00462_033" n="33"/>wird, vom Reich unterbreitet wird, so daß der K. nur noch zuzustimmen braucht.]</p>
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