<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00056760_00593">
		<p><lb facs="APWIIA5_p0593l8" xml:id="bsb00056760_00593_008" n="8"/><hi style="font-style:italic;">Gebhardt soll auf seinem Weg nach Ulm in Wasserburg dem Kf.en von Bayern folgendes</hi> <lb facs="APWIIA5_p0593l9" xml:id="bsb00056760_00593_009" n="9"/><hi style="font-style:italic;">vortragen: Auf seine [hier beiliegenden] Schreiben vom 4. Februar 1647.</hi> Hingegen sezten <lb facs="APWIIA5_p0593l10" xml:id="bsb00056760_00593_010" n="10"/>wir außer allen zweiffel, es werden ihr liebden seithero unsere fernere intention in puncto <lb facs="APWIIA5_p0593l11" xml:id="bsb00056760_00593_011" n="11"/>simplicis cessationis armorum empfangen und auch darauß erkent haben, wie wir unß <lb facs="APWIIA5_p0593l12" xml:id="bsb00056760_00593_012" n="12"/>alles dasienige, so den lieben frieden facilitiren, fernern hostiliteten und bluetstürzung <lb facs="APWIIA5_p0593l13" xml:id="bsb00056760_00593_013" n="13"/>abwenden, auch ihrer liebden landt und leuth von weiterer ruin praeserviren könte, <lb facs="APWIIA5_p0593l14" xml:id="bsb00056760_00593_014" n="14"/>vorderst aber, waß ihr liebden vor ratsamb befinden, angenemb laßen sein, gestaltsamb <lb facs="APWIIA5_p0593l15" xml:id="bsb00056760_00593_015" n="15"/>wir zur befürderung dieses armistitiwerkh ihne, von Gebhardt, selbsten nacher Ulm <lb facs="APWIIA5_p0593l16" xml:id="bsb00056760_00593_016" n="16"/>schickhen, dieser handlung abzuwarten und ihr liebden unsere hierin habende <w lemma="gedanckhen"><orig>gedan-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0593l17" xml:id="bsb00056760_00593_017" n="17"/><orig>ckhen</orig></w> zu eröffnen, warbey wir vorderst außer zweiffel sezten, ihre liebden wurden <lb facs="APWIIA5_p0593l18" xml:id="bsb00056760_00593_018" n="18"/>genzlich mit unß darinnen eins sein, daß, gleichwie dem friedenswerckh selbsten nichts <lb facs="APWIIA5_p0593l19" xml:id="bsb00056760_00593_019" n="19"/>schädlichers und noch verhinderlichers widerfahren kan, alß wan beede unsere heuser <lb facs="APWIIA5_p0593l20" xml:id="bsb00056760_00593_020" n="20"/>divisa consilia füehren, also auch das ganze armistitiiwerkh nicht mehrers zerfallen könne <lb facs="APWIIA5_p0593l21" xml:id="bsb00056760_00593_021" n="21"/>machen, alß wan die gegentheil sich persuadiren solten, daß wir undt ihr liebden <lb facs="APWIIA5_p0593l22" xml:id="bsb00056760_00593_022" n="22"/>separabiles wären. Wir sehen auch nit, daß die differentzen so beschaffen wären, daß <lb facs="APWIIA5_p0593l23" xml:id="bsb00056760_00593_023" n="23"/>dieselbe nit sich conciliiren laßen solten. Dan vorderst so hette es mit der simplice <lb facs="APWIIA5_p0593l24" xml:id="bsb00056760_00593_024" n="24"/>cessatione armorum, da dieselbe anderster zu erheben, allerdings seine richtigkeit. Mit <lb facs="APWIIA5_p0593l25" xml:id="bsb00056760_00593_025" n="25"/>den limitibus armistitii erinnerten wir unß zwar, wohin und wie weit die erste <lb facs="APWIIA5_p0593l26" xml:id="bsb00056760_00593_026" n="26"/>unserstheils gegebene instruction gegangen; es wäre aber eben darumben die meinung nit <lb facs="APWIIA5_p0593l27" xml:id="bsb00056760_00593_027" n="27"/>gewesen, daz man darauf so stark beharren, sondern hingegen auch von den gegentheilen <lb facs="APWIIA5_p0593l28" xml:id="bsb00056760_00593_028" n="28"/>ihre begehren vernehmen und dan weiter in der sach handlen solle, gestalt wir dan <lb facs="APWIIA5_p0593l29" xml:id="bsb00056760_00593_029" n="29"/>derentwegen particularinstruction undt plenipotenz unserm generalleutnant graf Gallaß <lb facs="APWIIA5_p0593l30" xml:id="bsb00056760_00593_030" n="30"/>ertheilt gehabt.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0593l31" xml:id="bsb00056760_00593_031" n="31"/>Demnach wir aber vernehmen, daß ihr liebden deroselben proposition darauf gestelt, daß <lb facs="APWIIA5_p0593l32" xml:id="bsb00056760_00593_032" n="32"/>darinnen die 3 craiß, wie dan vorderst auch unsere erbkönig[<hi style="font-style:italic;">reich</hi>] undt lande solten <lb facs="APWIIA5_p0593l33" xml:id="bsb00056760_00593_033" n="33"/>begriffen sein, dan auch, daß Churcöllns liebden in der contribution einzige moderation <lb facs="APWIIA5_p0593l34" xml:id="bsb00056760_00593_034" n="34"/>erfolgen möchte, also wolten und könten wir unß hierin mit ihrer liebden nit allein <lb facs="APWIIA5_p0593l35" xml:id="bsb00056760_00593_035" n="35"/>vergleichen, sondern da auch entlich alles in statu quo zue verbleiben hette, so wolten wir <lb facs="APWIIA5_p0593l36" xml:id="bsb00056760_00593_036" n="36"/>auch hierin unß von ihr liebden nit absöndern.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0593l37" xml:id="bsb00056760_00593_037" n="37"/>Soviel aber den terminum ad quem betrifft, vernehmen wir, daß die gegentheil selbsten <lb facs="APWIIA5_p0593l38" xml:id="bsb00056760_00593_038" n="38"/>denselbigen biß zu dem friedenschlueß nit, sondern allein biß auf 2 oder 3 monath <lb facs="APWIIA5_p0593l39" xml:id="bsb00056760_00593_039" n="39"/>eingehen wolten. Hiebey sezten wir nochmals außer zweiffel, ihrer liebden wurde wißend <lb facs="APWIIA5_p0593l40" xml:id="bsb00056760_00593_040" n="40"/>sein, wie weit es nunmehr mit dem friedenschlues kommen und daß nit allein der punctus <lb facs="APWIIA5_p0593l41" xml:id="bsb00056760_00593_041" n="41"/>satisfactionis mit Franckreich, sondern nunmehr auch mit der cron Schweden, und zwar <lb facs="APWIIA5_p0593l42" xml:id="bsb00056760_00593_042" n="42"/>mit consens undt einwilligung beeder darbey intereßirten churfürsten Sachsen und <lb facs="APWIIA5_p0593l43" xml:id="bsb00056760_00593_043" n="43"/>Brandenburg, des ersten wegen Magdenburg, des andern wegen Pommern, wie nit <lb facs="APWIIA5_p0593l44" xml:id="bsb00056760_00593_044" n="44"/>weniger unsers bruders liebden wegen Halberstadt, allerdings seine richtigkheit habe, ahn <lb facs="APWIIA5_p0593l45" xml:id="bsb00056760_00593_045" n="45"/>welchem ihre liebden iederzeit darvor gehalten, daß haubtsachlich das friedenswerk <lb facs="APWIIA5_p0593l46" xml:id="bsb00056760_00593_046" n="46"/>haffte und wan nur dieser passus satisfactionis superiret, all anders leicht sich uberwinden <lb facs="APWIIA5_p0593l47" xml:id="bsb00056760_00593_047" n="47"/>werde laßen. Deßgleichen werde ihr liebden unverborgen sein, waßgestalten der fried <lb facs="APWIIA5_p0593l48" xml:id="bsb00056760_00593_048" n="48"/>zwischen Spanien und Holland richtig und die von der cron Frankreich in contrarium<pb n="518" facs="APWIIA5_p0594" sameAs="#bsb00056760_00594"/><lb facs="APWIIA5_p0594l1" xml:id="bsb00056760_00594_001" n="1"/>eingewendte officia bey den Staaden nicht verfangen, nicht weniger, daß zwischen <lb facs="APWIIA5_p0594l2" xml:id="bsb00056760_00594_002" n="2"/>Spanien und Frankreich die sachen so weit gebracht, daß der fried zwischen beeden <lb facs="APWIIA5_p0594l3" xml:id="bsb00056760_00594_003" n="3"/>cronen allein ahn einer von des königs in Spanien liebden erwartender resolution wegen <lb facs="APWIIA5_p0594l4" xml:id="bsb00056760_00594_004" n="4"/>Porto Longone und Piombino haffte, welche dan auch numehr lang nicht außbleiben <lb facs="APWIIA5_p0594l5" xml:id="bsb00056760_00594_005" n="5"/>khan, sondern erster tagen einlangen mueß. Bey dieser des universalfriedens <w lemma="beschaffenheit"><orig>beschaffen-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0594l6" xml:id="bsb00056760_00594_006" n="6"/><orig>heit</orig></w> und bey der mehrmahligen bekantnus und protestation der cronen, daß sie einen <lb facs="APWIIA5_p0594l7" xml:id="bsb00056760_00594_007" n="7"/>universalfrieden und sonst kheinen haben wollen, gaben wir ihrer liebden nochmals zu <lb facs="APWIIA5_p0594l8" xml:id="bsb00056760_00594_008" n="8"/>erwegen, ob nit dem ganzen friedenswerkh höchstgefährlich möchte fallen, wan man die <lb facs="APWIIA5_p0594l9" xml:id="bsb00056760_00594_009" n="9"/>frembde cronen von dieser ihrer iderzeit berüehmbten und noch rüehmenden intention, <lb facs="APWIIA5_p0594l10" xml:id="bsb00056760_00594_010" n="10"/>auch darüeber allerseits so weit gebrachten handlung widerumb genzlich ab- und auf ein <lb facs="APWIIA5_p0594l11" xml:id="bsb00056760_00594_011" n="11"/>‘uti possidetis’ selbst anfüehren solte. Dan obschon nit zu glauben, daß dieienigen <lb facs="APWIIA5_p0594l12" xml:id="bsb00056760_00594_012" n="12"/>ministri der cronen, so das aug iederzeit auf ein bestendigen frieden gestelt (gestaltsamb <lb facs="APWIIA5_p0594l13" xml:id="bsb00056760_00594_013" n="13"/>auch die Staaden von Hollandt auf dieß mahl mit keinen induciis oder ‘uti possidetis’ <lb facs="APWIIA5_p0594l14" xml:id="bsb00056760_00594_014" n="14"/>content, sondern eines bestendigen friedens versichert wollen sein) sich von ihrer <lb facs="APWIIA5_p0594l15" xml:id="bsb00056760_00594_015" n="15"/>iederzeit hierin gehabten intention nicht leicht abwendig machen laßen werden, so ist <lb facs="APWIIA5_p0594l16" xml:id="bsb00056760_00594_016" n="16"/>doch hinwider außer zweiffel, daß die, so den lieben frieden iederzeit bey Frankreich und <lb facs="APWIIA5_p0594l17" xml:id="bsb00056760_00594_017" n="17"/>Schweden contraminirt, wan man das armistitium biß zue Schließung des friedens <lb facs="APWIIA5_p0594l18" xml:id="bsb00056760_00594_018" n="18"/>einzurichten selbst eine inclination zeigete, dergleichen coniunctura alsobaldt ergreiffen <lb facs="APWIIA5_p0594l19" xml:id="bsb00056760_00594_019" n="19"/>und daz ganze friedenswerk auf einmal alteriren und von solchem ad inducias einen <lb facs="APWIIA5_p0594l20" xml:id="bsb00056760_00594_020" n="20"/>absprung nehmen und denen, so ihre gedankhen auf den frieden und auf keine inducias <lb facs="APWIIA5_p0594l21" xml:id="bsb00056760_00594_021" n="21"/>iederzeit gestelt, mit deme begegnen wurden, daß diese vermitels disseitigen inclination <lb facs="APWIIA5_p0594l22" xml:id="bsb00056760_00594_022" n="22"/>zum armistitio den cronen in die handt fallende occasion, sich von ganz Teutschlandt auf <lb facs="APWIIA5_p0594l23" xml:id="bsb00056760_00594_023" n="23"/>einmahl herr zu machen, zuemahlen sich nit negligiren oder ein bestendigem frieden <lb facs="APWIIA5_p0594l24" xml:id="bsb00056760_00594_024" n="24"/>nachsezen laße. Dan es können die feindtliche cronen und deren unterthanen gar leicht <lb facs="APWIIA5_p0594l25" xml:id="bsb00056760_00594_025" n="25"/>capaces gemacht werden, daß sie durch ein solches armistitium ein volkhommene <lb facs="APWIIA5_p0594l26" xml:id="bsb00056760_00594_026" n="26"/>victoriam uber ganz Teutschlandt erlangen, indeme ihnen leicht wirdt fallen, dero armada <lb facs="APWIIA5_p0594l27" xml:id="bsb00056760_00594_027" n="27"/>auf den bainen und mit bester sicherheit und nuzen der cronen Frankreich und Schweden <lb facs="APWIIA5_p0594l28" xml:id="bsb00056760_00594_028" n="28"/>auf anderer unkosten zu erhalten, hingegen die diesseitige armada umb mangel eines so <lb facs="APWIIA5_p0594l29" xml:id="bsb00056760_00594_029" n="29"/>weit continuirlichen unterhalts auß den iezigen quartiren, so denselben ubrig, unfehlbarer <lb facs="APWIIA5_p0594l30" xml:id="bsb00056760_00594_030" n="30"/>ruinae unterworffen sein, consequenter den gegentheilen ohne schwerdtstraich, müehe, <lb facs="APWIIA5_p0594l31" xml:id="bsb00056760_00594_031" n="31"/>arbeit und unkosten in die händt fallen. Es kan bey den gegentheilen gar leicht deducirt <lb facs="APWIIA5_p0594l32" xml:id="bsb00056760_00594_032" n="32"/>werden, daß ein universalfried die feindliche victorias sistiren, die armaden den <w lemma="königreichen"><orig>königrei-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0594l33" xml:id="bsb00056760_00594_033" n="33"/><orig>chen</orig></w> selbst ob den halß walzen und die cronen newen innerlichen motibus exponiren, so <lb facs="APWIIA5_p0594l34" xml:id="bsb00056760_00594_034" n="34"/>lauter argumenta, dardurch die zum krieg nit genaigte ministri annoch eher gewunnen <lb facs="APWIIA5_p0594l35" xml:id="bsb00056760_00594_035" n="35"/>können werden. Dahero wir dan nochmahlß für höchstnotwendig erachteten, daß ihre <lb facs="APWIIA5_p0594l36" xml:id="bsb00056760_00594_036" n="36"/>liebden ia dießorts nit praecipitiren noch den frembden cronen dergleichen terminum, <lb facs="APWIIA5_p0594l37" xml:id="bsb00056760_00594_037" n="37"/>den sie auch selbst den friedstractatibus vor unverträglich schäzten, obtrudiren wolten.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0594l38" xml:id="bsb00056760_00594_038" n="38"/>Anlangend dieienige, so in diesem armistitio expresse includirt möchten sein, so <lb facs="APWIIA5_p0594l39" xml:id="bsb00056760_00594_039" n="39"/>verstunden wir ihr liebden intention wegen einschließung des Schwabischen, Bayrischen <lb facs="APWIIA5_p0594l40" xml:id="bsb00056760_00594_040" n="40"/>und Frankhischen craiß dahin, daß solches auf ein simplicem cessationem armorum und <lb facs="APWIIA5_p0594l41" xml:id="bsb00056760_00594_041" n="41"/>auf ein solche kurze zeit gemeint seye, welche den feinden nit zueließe oder zuegelaßen <lb facs="APWIIA5_p0594l42" xml:id="bsb00056760_00594_042" n="42"/>hette, einzige andere craiß oder stände inmittels anzufallen. Wan man aber von einen <lb facs="APWIIA5_p0594l43" xml:id="bsb00056760_00594_043" n="43"/>viermonatlichen armistitio reden und was schließen solte, so wolten wir genzlichen der <lb facs="APWIIA5_p0594l44" xml:id="bsb00056760_00594_044" n="44"/>gedankhen sein, daß ihrer liebden mainung dahin nicht gerichtet, daß andere craiß, chur-, <lb facs="APWIIA5_p0594l45" xml:id="bsb00056760_00594_045" n="45"/>fursten und stände excludirt solten bleiben. Ihre liebden ließen wir selbst erachten, wan <lb facs="APWIIA5_p0594l46" xml:id="bsb00056760_00594_046" n="46"/>inmittels diese 3 oder 4 monat dem feindt freystehen solte, Churmainz liebden noch <lb facs="APWIIA5_p0594l47" xml:id="bsb00056760_00594_047" n="47"/>ubrige lande, die graffschafft Tyrol, die Unterpfalz hinwegzuereißen, des landtgraff von <lb facs="APWIIA5_p0594l48" xml:id="bsb00056760_00594_048" n="48"/>Hessen Darmbstadt liebden auf einmahl wie nit weniger des hertzogs von Lothringen <lb facs="APWIIA5_p0594l49" xml:id="bsb00056760_00594_049" n="49"/>liebden, so doch in und vor den Burgundischen craiß izo stehen, zue opprimiren, waß <lb facs="APWIIA5_p0594l50" xml:id="bsb00056760_00594_050" n="50"/>auß diesem armistitio dem allgemeinen weesen und ihre liebden vor ein anders zue <lb facs="APWIIA5_p0594l51" xml:id="bsb00056760_00594_051" n="51"/>hoffen, alß daß nach den 4 monaten dieienige, so 4 monat das armistitium genoßen, nur <lb facs="APWIIA5_p0594l52" xml:id="bsb00056760_00594_052" n="52"/>umb soviel ein gewißerer und undisputirlicher raub der feinden wurden und müesten<pb n="519" facs="APWIIA5_p0595" sameAs="#bsb00056760_00595"/><lb facs="APWIIA5_p0595l1" xml:id="bsb00056760_00595_001" n="1"/>sein. Desgleichen sehen wir nit, warumb der Burgundische craiß diesorts solte mit nuz <lb facs="APWIIA5_p0595l2" xml:id="bsb00056760_00595_002" n="2"/>und sicherheit des Reichs außgeschloßen könte pleiben, nicht allein derhalben, daß die <lb facs="APWIIA5_p0595l3" xml:id="bsb00056760_00595_003" n="3"/>gegentheil selbst erkennen, daz ohne der cron Spanien, geschweigen des Burgundischen <lb facs="APWIIA5_p0595l4" xml:id="bsb00056760_00595_004" n="4"/>craiß, kein fried und consequenter kein dahin zielendes armistitium sich machen laße, <lb facs="APWIIA5_p0595l5" xml:id="bsb00056760_00595_005" n="5"/>sondern daz wan auch alle andere vincula zwischen unß, der cron Spanien und ihr <lb facs="APWIIA5_p0595l6" xml:id="bsb00056760_00595_006" n="6"/>liebden nit verhanden waren, so wäre gleichwohl haubtsachlich zu consideriren, ob es <lb facs="APWIIA5_p0595l7" xml:id="bsb00056760_00595_007" n="7"/>rathsamb, dieienige und eben zu der zeit zu praeteriren, da sie vieleicht noch näher bey <lb facs="APWIIA5_p0595l8" xml:id="bsb00056760_00595_008" n="8"/>dem frieden mit Frankreich und zwar mit inclusion des Reichs und aller ihrer liebden <lb facs="APWIIA5_p0595l9" xml:id="bsb00056760_00595_009" n="9"/>interesse, alß eben wir möchten sein.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0595l10" xml:id="bsb00056760_00595_010" n="10"/>Solte aber ia des churfürsten liebden von inclusion mehrerer craiß und stände, alß des <lb facs="APWIIA5_p0595l11" xml:id="bsb00056760_00595_011" n="11"/>Schwabischen, Frankischen und Bayrischen, nit hören wollen, so wirdt unser <w lemma="abgeordneter"><orig>abgeordne-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0595l12" xml:id="bsb00056760_00595_012" n="12"/><orig>ter</orig></w> sich auch dieses einwurffs gebrauchen können, daß ohnedaz in dergleichen tractatibus <lb facs="APWIIA5_p0595l13" xml:id="bsb00056760_00595_013" n="13"/>von dergleichen includendis in fine et conclusione tractatuum geredt wurde. Stunde <lb facs="APWIIA5_p0595l14" xml:id="bsb00056760_00595_014" n="14"/>demnach dahin, wan ia des churfürstlichen liebden vermeineten, daz dergleichen <lb facs="APWIIA5_p0595l15" xml:id="bsb00056760_00595_015" n="15"/>weitleuffige inclusiones gleich anfangs das ganze werkh alterirn oder gar abrumpiren <lb facs="APWIIA5_p0595l16" xml:id="bsb00056760_00595_016" n="16"/>möchen, ob nit erstlich ratione limitum, vors ander ratione termini ein richtigkheit <lb facs="APWIIA5_p0595l17" xml:id="bsb00056760_00595_017" n="17"/>gemacht und, wan man hierin verglichen, dan zum puncto includendorum erst gegriffen <lb facs="APWIIA5_p0595l18" xml:id="bsb00056760_00595_018" n="18"/>wurde, auf welchen fahl die verhandlung der obigen puncten weiter an die hand geben <lb facs="APWIIA5_p0595l19" xml:id="bsb00056760_00595_019" n="19"/>wurde, wie der punctus includendorum einzurichten. Begehrten diesemnach ahn ihr <lb facs="APWIIA5_p0595l20" xml:id="bsb00056760_00595_020" n="20"/>liebden, sie wollen dero abgeordnete nochmahlen dahin instruiren, daß sie mit den <lb facs="APWIIA5_p0595l21" xml:id="bsb00056760_00595_021" n="21"/>unserigen communicato consilio handlen, nichts sich a parte einlaßen, sondern dazienige <lb facs="APWIIA5_p0595l22" xml:id="bsb00056760_00595_022" n="22"/>negotiiren, proponiren und schließen sollen, waß mit gesambten zuethuen unserer und <lb facs="APWIIA5_p0595l23" xml:id="bsb00056760_00595_023" n="23"/>ihrer liebden zu diesem werk deputirter rath vor thuen-, ratsamb und beeden heusern <lb facs="APWIIA5_p0595l24" xml:id="bsb00056760_00595_024" n="24"/>nuzlich befinden wurden. <hi style="font-style:italic;">Zweifelsohne wird der Kf. auf diese Vorstellungen mit den</hi> <lb facs="APWIIA5_p0595l25" xml:id="bsb00056760_00595_025" n="25"/><hi style="font-style:italic;">Argumenten antworten, die er bisher schon vorgebracht hat. Deshalb sollen Gebhardt alle</hi> <lb facs="APWIIA5_p0595l26" xml:id="bsb00056760_00595_026" n="26"/><hi style="font-style:italic;">entsprechenden Akten mitgegeben werden.</hi></p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0595l27" xml:id="bsb00056760_00595_027" n="27"/>Es wird auch bey dieser conferentz wohl abzunehmen sein, ob und wie weit man mit <lb facs="APWIIA5_p0595l28" xml:id="bsb00056760_00595_028" n="28"/>einzigem separation- und neutralitettractat ahn selbigen hoff kommen. Solte ihm etwan <lb facs="APWIIA5_p0595l29" xml:id="bsb00056760_00595_029" n="29"/>eröffnet werden, daß ihr liebden sich bereit mit dem feind accommodirt und in einzige <lb facs="APWIIA5_p0595l30" xml:id="bsb00056760_00595_030" n="30"/>neutralitet gesezt, so hat er mit gueter dexteritet zu penetriren (doch ohne daß er zaige, <lb facs="APWIIA5_p0595l31" xml:id="bsb00056760_00595_031" n="31"/>samb man es entlichen auch unserstheils dahingestelt sein laßen wurde), mit was <lb facs="APWIIA5_p0595l32" xml:id="bsb00056760_00595_032" n="32"/>conditionibus dergleichen schlueß erfolgt, wer darin begriffen oder nit, ob der accord mit <lb facs="APWIIA5_p0595l33" xml:id="bsb00056760_00595_033" n="33"/>einer und waß für einer oder mit beeden cronen geschehen, wie es mit den in <lb facs="APWIIA5_p0595l34" xml:id="bsb00056760_00595_034" n="34"/>Schwabischen und Oberreinischen craiß durch unsere ihrer liebden untergebene waaffen <lb facs="APWIIA5_p0595l35" xml:id="bsb00056760_00595_035" n="35"/>praesidirte pläz, benentlichen Hailbrun, Freiburg, Zollern, dan auch mit unserer ihrer <lb facs="APWIIA5_p0595l36" xml:id="bsb00056760_00595_036" n="36"/>liebden untergebene reichsarmada beschaffen werde sein, ob solche abgedankt oder <lb facs="APWIIA5_p0595l37" xml:id="bsb00056760_00595_037" n="37"/>unterhalten, mit was quartiren, auß was mitlen sie auf den lezten fahl leben sollen, und, <lb facs="APWIIA5_p0595l38" xml:id="bsb00056760_00595_038" n="38"/>da ihme ia soviel an die handt gegeben oder wohl gar intirirt wurde, daß dergleichen <lb facs="APWIIA5_p0595l39" xml:id="bsb00056760_00595_039" n="39"/>accomodament allerdings richtig und ein geschehene sach sey, so hat er durch ein <lb facs="APWIIA5_p0595l40" xml:id="bsb00056760_00595_040" n="40"/>absonderliche audientz bey des churfürsten liebden sich so weit herauszulaßen: Er <lb facs="APWIIA5_p0595l41" xml:id="bsb00056760_00595_041" n="41"/>müeßte vernehmen, alß wan einziger particulartractat nicht allein zwischen des <w lemma="churfürsten"><orig>churfür-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0595l42" xml:id="bsb00056760_00595_042" n="42"/><orig>sten</orig></w> liebden und den beeden cronen obhanden, sonder fast geschloßen wäre; er wolte nit <lb facs="APWIIA5_p0595l43" xml:id="bsb00056760_00595_043" n="43"/>hoffen, daß die sach so weit khommen, daß ihr nit noch zu helffen, sich vielmehr <lb facs="APWIIA5_p0595l44" xml:id="bsb00056760_00595_044" n="44"/>genzlich getrösten, daß ihr liebden angenemb werde sein, alles dasienige, waß eine so <lb facs="APWIIA5_p0595l45" xml:id="bsb00056760_00595_045" n="45"/>gestalte extremitet nach sich ziehen müeße, soviel nur mensch- und möglich, zu <lb facs="APWIIA5_p0595l46" xml:id="bsb00056760_00595_046" n="46"/>verhüeten. Diesem allem nach so begehrte er an seine liebden, sie wollen unß durch ihne, <lb facs="APWIIA5_p0595l47" xml:id="bsb00056760_00595_047" n="47"/>unsern abgeordneten, vertreulich offenherzig eröffnen, ob und was noch für ein mittel <lb facs="APWIIA5_p0595l48" xml:id="bsb00056760_00595_048" n="48"/>ubrig, daz diesem unheil, so beede unsere heuser unfehlbar aus dergleichen separation zu <lb facs="APWIIA5_p0595l49" xml:id="bsb00056760_00595_049" n="49"/>gewarten, gesteuret werden könte, indeme er wohl wüste, daz, gleichwie seiner liebden <lb facs="APWIIA5_p0595l50" xml:id="bsb00056760_00595_050" n="50"/>dergleichen extremitet höchst bekümmerlich fallen müeße, also noch bekhümmerlicher <lb facs="APWIIA5_p0595l51" xml:id="bsb00056760_00595_051" n="51"/>fallen wurde, wan sie unß einzig noch ubrige mittel zu praecavirung derselben verhalten <lb facs="APWIIA5_p0595l52" xml:id="bsb00056760_00595_052" n="52"/>betten. Und waß sich nun ihr liebden hierauf erkleren, daz hat er unß bey tag und nacht <lb facs="APWIIA5_p0595l53" xml:id="bsb00056760_00595_053" n="53"/>zu avisiren und ihr liebden inmitels mit gueten rationibus von fernerer vertieffung<pb n="520" facs="APWIIA5_p0596" sameAs="#bsb00056760_00596"/><lb facs="APWIIA5_p0596l1" xml:id="bsb00056760_00596_001" n="1"/>abzuhalten, sie auch uf solchen fahl zu vertrösten, daß wir uber die eröffnete noch ubrige <lb facs="APWIIA5_p0596l2" xml:id="bsb00056760_00596_002" n="2"/>media zu declinirung der beeden heuser auß dergleichen Separation enstehende gefahr <lb facs="APWIIA5_p0596l3" xml:id="bsb00056760_00596_003" n="3"/>alsobaldt erkleren wurden. Und dieses hat unser abgeordneter dergestalt zu verrichten, <lb facs="APWIIA5_p0596l4" xml:id="bsb00056760_00596_004" n="4"/>wan ihm oder dergleichen des churfürstlichen liebden accommodation intirirt oder er <lb facs="APWIIA5_p0596l5" xml:id="bsb00056760_00596_005" n="5"/>selbst handtgreifflich erkennet, daz es mit dem armistitio ein geschloßene sach sey.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0596l6" xml:id="bsb00056760_00596_006" n="6"/>Solte es aber noch ein ungeschloßenes werkh, aber gleichwol in fieri sein, so hat er <lb facs="APWIIA5_p0596l7" xml:id="bsb00056760_00596_007" n="7"/>abermahl sowol in der conferenz alß nach dem es die notturfft erfordert, vermitels einer <lb facs="APWIIA5_p0596l8" xml:id="bsb00056760_00596_008" n="8"/>absonderlichen audientz bey des churfürsten liebden derselben umbstendtlich <w lemma="vorzubringen"><orig>vorzubrin-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0596l9" xml:id="bsb00056760_00596_009" n="9"/><orig>gen</orig></w> die bösen, schädliche und unvermeidentliche consequentias, so aus dergleichen <lb facs="APWIIA5_p0596l10" xml:id="bsb00056760_00596_010" n="10"/>resolutionen zu erfolgen, welche eben darumb, daß ihre liebden selbst, inhalt ihres unter <lb facs="APWIIA5_p0596l11" xml:id="bsb00056760_00596_011" n="11"/>dato den 4. ahn unß abgangenen schreibens, erkenten, umb soviel mehr zue fliehen und <lb facs="APWIIA5_p0596l12" xml:id="bsb00056760_00596_012" n="12"/>omnibus modis zu decliniren wären. Es kan uf diesen fahl unser abgeordneter die zue <lb facs="APWIIA5_p0596l13" xml:id="bsb00056760_00596_013" n="13"/>mehrmahlen ihro liebden vor sie und ihre posteritet remonstrirte pericula widerholen, <lb facs="APWIIA5_p0596l14" xml:id="bsb00056760_00596_014" n="14"/>hingegen auch die commoda ausfiiren, waß beide heuser auß lengerer zuesammensezung <lb facs="APWIIA5_p0596l15" xml:id="bsb00056760_00596_015" n="15"/>unfehlbar zu gewarten, desgleichen obbesagte Churbayrische ministros und ihr liebden <lb facs="APWIIA5_p0596l16" xml:id="bsb00056760_00596_016" n="16"/>selbst gleichwol damit zu animiren, daz man iustitiae causae und Gott sich zu vertrauen, <lb facs="APWIIA5_p0596l17" xml:id="bsb00056760_00596_017" n="17"/>der den ganzen izigen statum bellicum in einem augenblik und in ein erwuntschten <lb facs="APWIIA5_p0596l18" xml:id="bsb00056760_00596_018" n="18"/>standt verendern könte, wan man nur entlichen auch auf ihne und auf die allzeit vor <lb facs="APWIIA5_p0596l19" xml:id="bsb00056760_00596_019" n="19"/>seine ehr gefürte waaffen die hoffnung sezte. Es kan auch innmitels, wan er ihr liebden <lb facs="APWIIA5_p0596l20" xml:id="bsb00056760_00596_020" n="20"/>noch in dubio separationis ineundae findt, ihrer liebden parte geben werden, daß wir in <lb facs="APWIIA5_p0596l21" xml:id="bsb00056760_00596_021" n="21"/>remontir-, recrutiren das eußeriste thaten und mit einer manschafft wenigist von 9000 <lb facs="APWIIA5_p0596l22" xml:id="bsb00056760_00596_022" n="22"/>man uber das, was von infanteria auf den bainen, unfehlbar auf künfftige campagna unß <lb facs="APWIIA5_p0596l23" xml:id="bsb00056760_00596_023" n="23"/>getraueten aufzukhommen. So wären wir dan auch nit allein des friedens mit den <lb facs="APWIIA5_p0596l24" xml:id="bsb00056760_00596_024" n="24"/>Türkhen versichert, sondern auch mit diesem landtag so weit kommen, daß wir unß <lb facs="APWIIA5_p0596l25" xml:id="bsb00056760_00596_025" n="25"/>einzigen motus in diesem königreich nit zue befahren, consequenter auch umb soviel <lb facs="APWIIA5_p0596l26" xml:id="bsb00056760_00596_026" n="26"/>mehr freye handt undt mittel hetten, unseren feinden zu resistiren und unß und unsere <lb facs="APWIIA5_p0596l27" xml:id="bsb00056760_00596_027" n="27"/>assistenten zu retten. Da aber ihr liebden sich praecipitirten, so fiele alle <w lemma="friedenshandlung"><orig>friedenshand-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0596l28" xml:id="bsb00056760_00596_028" n="28"/><orig>lung</orig></w> uf einmahl, die religion verliere nach unß das gröste fulcrum, alle catholische herz <lb facs="APWIIA5_p0596l29" xml:id="bsb00056760_00596_029" n="29"/>undt muet, und wurde dieses der haubtanfang der dissolution des geliebten vatterlandts <lb facs="APWIIA5_p0596l30" xml:id="bsb00056760_00596_030" n="30"/>sein, welchen nachklang ihr liebden ia uf sich und ihre posteritet nit laden wurden <lb facs="APWIIA5_p0596l31" xml:id="bsb00056760_00596_031" n="31"/>wollen.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0596l32" xml:id="bsb00056760_00596_032" n="32"/>Solte aber etwan unser abgeordneter die Churbayrischen consilia, wegen den 〈sich〉 die <lb facs="APWIIA5_p0596l33" xml:id="bsb00056760_00596_033" n="33"/>Schwedische sich nit so ubrigs prompti zum armistitio erzeigt, ia sogar unverhofft <lb facs="APWIIA5_p0596l34" xml:id="bsb00056760_00596_034" n="34"/>abgezogen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0596n14" xml:id="bsb00056760_00596_dok0260-B-1_n02"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0596l41" xml:id="bsb00056760_00596_041" n="41"/>Kurz nach dem 27. Januar/6. Februar 1647 waren die schwed. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Brandt und Douglas von <lb facs="APWIIA5_p0596l42" xml:id="bsb00056760_00596_042" n="42"/>Ulm abgereist, der erste nach Osnabrück, der zweite zu Wrangel (1613–1676) nach Bregenz <lb facs="APWIIA5_p0596l43" xml:id="bsb00056760_00596_043" n="43"/>(<hi style="font-style:smallCaps;">Thorbjörnsson</hi> S. 27). Dieser sandte nicht nur Douglas, sondern zusätzlich als neue <lb facs="APWIIA5_p0596l44" xml:id="bsb00056760_00596_044" n="44"/>schwed. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Mortaigne und Snoilsky zurück; diese drei fanden sich am 5./15. Februar 1647 <lb facs="APWIIA5_p0596l45" xml:id="bsb00056760_00596_045" n="45"/>wieder in Ulm ein (<hi style="font-style:smallCaps;">Steckzén</hi> S. 145–146; Druck der Instruktion vom 10./20. Februar 1647: <lb facs="APWIIA5_p0596l46" xml:id="bsb00056760_00596_046" n="46"/><hi style="font-style:normal;">APW</hi> II C 3 S. 270 Z. 8–272 Z. 12) – Kaspar Kornelius de Mortaigne (um 1609–1647); <lb facs="APWIIA5_p0596l47" xml:id="bsb00056760_00596_047" n="47"/>zuerst in hessen-kasselschen Diensten, 1637 Oberst eines schwed. Regiments, 1641 <w lemma="Generalmajor"><orig>Generalma-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0596l48" xml:id="bsb00056760_00596_048" n="48"/><orig>jor</orig></w>, 1647 hessen-kasselischer Generalleutnant (<hi style="font-style:normal;">ADB</hi> <ref type="http" target="http://www.deutsche-biographie.de/sfz65597.html">XXII S. 399–340</ref>; <hi style="font-style:smallCaps;">Broucek</hi> S. 19). – <lb facs="APWIIA5_p0596l49" xml:id="bsb00056760_00596_049" n="49"/>Georg Hansson von Snoilsky (um 1607–1672); 1651 nobilitiert; 1632 in schwed. Dienst, <lb facs="APWIIA5_p0596l50" xml:id="bsb00056760_00596_050" n="50"/>1644 dt. Feldschreiber beim Kriegskollegium, 1646–1648 Resident in Benfeld, 1649 in <lb facs="APWIIA5_p0596l51" xml:id="bsb00056760_00596_051" n="51"/>Frankfurt, 1663 Unterhändler auf dem Regensburger <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice>, vor 1669 Hofrat (<hi style="font-style:normal;">SMK</hi> VII S. <lb facs="APWIIA5_p0596l52" xml:id="bsb00056760_00596_052" n="52"/>113–114).</p></note>, in etwas geendert finden und ihme einzige apertura ahn die handt gegeben <lb facs="APWIIA5_p0596l35" xml:id="bsb00056760_00596_035" n="35"/>werden von bestellung der künfftigen campagna, so hat er dieselbe gleichfals mit gueter <lb facs="APWIIA5_p0596l36" xml:id="bsb00056760_00596_036" n="36"/>behuetsamkeit zu arripiren und des churfürsten liebden und ihren ministris zu <w lemma="remonstriren"><orig>remonstri-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0596l37" xml:id="bsb00056760_00596_037" n="37"/><orig>ren</orig></w>, wie nahendt man schon an der campagna seye, wie stark sich der feindt schon <lb facs="APWIIA5_p0596l38" xml:id="bsb00056760_00596_038" n="38"/>allerseits gemacht und wie dahero ahn seiten des churfürsten liebden kein augenblik zu <lb facs="APWIIA5_p0596l39" xml:id="bsb00056760_00596_039" n="39"/>verliehren sey, daß sie auch ihresorts zue versterkhung dero unterhabenden corporis <lb facs="APWIIA5_p0596l40" xml:id="bsb00056760_00596_040" n="40"/>gedacht wären, welches, daß es bißhero so gar beruehet, vileicht den feinden zue<pb n="521" facs="APWIIA5_p0597" sameAs="#bsb00056760_00597"/><lb facs="APWIIA5_p0597l1" xml:id="bsb00056760_00597_001" n="1"/>mehrerer hindansezung der friedts- und armistitiitractaten ursach möchte gegeben haben. <lb facs="APWIIA5_p0597l2" xml:id="bsb00056760_00597_002" n="2"/>Er kan auch uf diesen begebenden fahl die anregung thuen, daß man sich bey vorigen <lb facs="APWIIA5_p0597l3" xml:id="bsb00056760_00597_003" n="3"/>campagne, da man sich in zeiten von den operationibus verglichen, gleichwohl allezeit <lb facs="APWIIA5_p0597l4" xml:id="bsb00056760_00597_004" n="4"/>beßer befunden und daß dergleichen concerto ie größer die gefahr, ie nothwendiger <lb facs="APWIIA5_p0597l5" xml:id="bsb00056760_00597_005" n="5"/>möchten sein, er auch wohl wiße, daß wir dergleichen concerto unß nit unangenemb <lb facs="APWIIA5_p0597l6" xml:id="bsb00056760_00597_006" n="6"/>wurden laßen sein und unsersorts das eußerist zu der sach cooperiren, wan wir nur <lb facs="APWIIA5_p0597l7" xml:id="bsb00056760_00597_007" n="7"/>wißen, daß auch ihr liebden diesorts wolten in was concurriren und die händt nit gar <lb facs="APWIIA5_p0597l8" xml:id="bsb00056760_00597_008" n="8"/>sinkhen laßen.</p>
		<p><lb facs="APWIIA5_p0597l9" xml:id="bsb00056760_00597_009" n="9"/><hi style="font-style:italic;">Alles, was er hört, soll Gebhardt uns sofort berichten und dann schnellstens nach Ulm</hi> <lb facs="APWIIA5_p0597l10" xml:id="bsb00056760_00597_010" n="10"/><hi style="font-style:italic;">weiterreisen. Aus dem beiligenden <choice><abbr>Ga.</abbr><expan>Gutachten</expan></choice> von Gallas kann er sehen, wie die Reichstruppen</hi> <lb facs="APWIIA5_p0597l11" xml:id="bsb00056760_00597_011" n="11"/><hi style="font-style:italic;">unserer Meinung nach einquartiert werden sollen. Obwohl der Kf. diesen Vorschlag schon</hi> <lb facs="APWIIA5_p0597l12" xml:id="bsb00056760_00597_012" n="12"/><hi style="font-style:italic;">einmal abgelehnt hat, wollen wir ihn dennoch durchsetzen. Gebhardt soll dies mittels eines</hi> <lb facs="APWIIA5_p0597l13" xml:id="bsb00056760_00597_013" n="13"/><hi style="font-style:italic;">Memorials dem Kf.en vortragen.</hi> Bey dieser logierung, ob wir schon die beschwer ihrer <lb facs="APWIIA5_p0597l14" xml:id="bsb00056760_00597_014" n="14"/>liebden landen eußerist bedaureten, so erkenten wir doch darbeneben, daß einziger <lb facs="APWIIA5_p0597l15" xml:id="bsb00056760_00597_015" n="15"/>vorbruch des feindts bey allzu weit voneinander stehenden armaden derselben weit <lb facs="APWIIA5_p0597l16" xml:id="bsb00056760_00597_016" n="16"/>bedaurlicher sein und zue viel größerer ruina außschlagen werde. <hi style="font-style:italic;">Daher hoffen wir, daß</hi> <lb facs="APWIIA5_p0597l17" xml:id="bsb00056760_00597_017" n="17"/><hi style="font-style:italic;">sich der Kf. uns nicht versagen wird.</hi></p>
		<p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0597l18" xml:id="bsb00056760_00597_018" n="18"/>Die kf.liche Antwort soll Gebhardt sofort an Gallas weiterleiten.</p>
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