<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00056760_00564">
	    <p><pb n="488" facs="APWIIA5_p0564" sameAs="#bsb00056760_00564"/><lb facs="APWIIA5_p0564l1" xml:id="bsb00056760_00564_001" n="1"/>Ich hab iüngst sein schreiben von dem 11. Januar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0564n1" xml:id="bsb00056760_00564_dok0251-1_n01"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0564l52" xml:id="bsb00056760_00564_052" n="52"/>Wurde nicht ermittelt.</p></note> nit beantwortten können viler <lb facs="APWIIA5_p0564l2" xml:id="bsb00056760_00564_002" n="2"/>verhinderungen halber, thue es bey gegenwertigem currier. Und zwar soviel das <lb facs="APWIIA5_p0564l3" xml:id="bsb00056760_00564_003" n="3"/>vergangene und iezt daraus mehr und mehr hervorbrechender früchte betreffendt, so <lb facs="APWIIA5_p0564l4" xml:id="bsb00056760_00564_004" n="4"/>seindt es geschehene sachen, wiewohl zu betauren, aber nit ad infectum zu redigiren <lb facs="APWIIA5_p0564l5" xml:id="bsb00056760_00564_005" n="5"/>sein; in summa, die campagna ist miserabel gewesen, und haben unsere und ewere <lb facs="APWIIA5_p0564l6" xml:id="bsb00056760_00564_006" n="6"/>generales sich nichts darbey zu rüehmen. Wan wir aber unnß darauf resolviren, herz <lb facs="APWIIA5_p0564l7" xml:id="bsb00056760_00564_007" n="7"/>und mueth fallen zu lassen, nit allein nichts zu werben, sonder noch zu verbietten, das <lb facs="APWIIA5_p0564l8" xml:id="bsb00056760_00564_008" n="8"/>die Kayserliche officier nichts werben, ia die geworbene wider abschaffen, so würdt der <lb facs="APWIIA5_p0564l9" xml:id="bsb00056760_00564_009" n="9"/>effectus der campagna miserabilissimo sein, non tam ex antecedenti quam multo magis <lb facs="APWIIA5_p0564l10" xml:id="bsb00056760_00564_010" n="10"/>ex post facto. Ich hab mein leben lang nie gehört, daß auch einer, so sich a discretione <lb facs="APWIIA5_p0564l11" xml:id="bsb00056760_00564_011" n="11"/>wollen ergeben, sich resolvirt habe, ehe zu disarmiren alß a discretione zu capituliren, <lb facs="APWIIA5_p0564l12" xml:id="bsb00056760_00564_012" n="12"/>und möchte ia gern wissen, von weme dan meine herrn so sicher sein des friedlichen <lb facs="APWIIA5_p0564l13" xml:id="bsb00056760_00564_013" n="13"/>feindtlichen und zu viel bessers alß zur oppression des churfürstlichen hauß geneigtem <lb facs="APWIIA5_p0564l14" xml:id="bsb00056760_00564_014" n="14"/>gemüeths und noch mehr, ob auch der trost statt habe, wan ihr euch resolvirt, nichts zu <lb facs="APWIIA5_p0564l15" xml:id="bsb00056760_00564_015" n="15"/>thuen, nichts zu armiren? Dan wan schon die Franzosen viel versprechen, so <w lemma="versprechen"><orig>verspre-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0564l16" xml:id="bsb00056760_00564_016" n="16"/><orig>chen</orig></w> sy es caeteris paribus. Wan sy unnß ganz disarmirt oder unrecrutiert, unversterkht, <lb facs="APWIIA5_p0564l17" xml:id="bsb00056760_00564_017" n="17"/>unarmirt oder gar separirt sehen, nachdem sy ad monarchiam Europae iederzeit aspirirt <lb facs="APWIIA5_p0564l18" xml:id="bsb00056760_00564_018" n="18"/>und hierdurch den haubtstaffel erhalten, wer wird sy oder vor so compassionevoli oder <lb facs="APWIIA5_p0564l19" xml:id="bsb00056760_00564_019" n="19"/>vor so gewissenhafft oder vor solche narren halten, das sy ihnen eine in handt ohne <lb facs="APWIIA5_p0564l20" xml:id="bsb00056760_00564_020" n="20"/>mühe, arbeit, unkosten, schwerdtstraich fallende coniunctura, von Teütschlandt herr zu <lb facs="APWIIA5_p0564l21" xml:id="bsb00056760_00564_021" n="21"/>sein und dardurch sich maister von Europa zu machen, neglegiren und verwerffen <lb facs="APWIIA5_p0564l22" xml:id="bsb00056760_00564_022" n="22"/>solten. Ich will von ihren gedankhen zum frieden nichts sagen, aber was sy vor <lb facs="APWIIA5_p0564l23" xml:id="bsb00056760_00564_023" n="23"/>intentiones darzue haben, zaigen die officia, so sy bey Hollandt gegen den frieden <lb facs="APWIIA5_p0564l24" xml:id="bsb00056760_00564_024" n="24"/>einwenden und bevorab des Servients iüngste proposition, das sy Pfalz totaliter <lb facs="APWIIA5_p0564l25" xml:id="bsb00056760_00564_025" n="25"/>restituieren und Bayrn ex collegio excludiren wollen, wan sy nur ein jahr noch mit <lb facs="APWIIA5_p0564l26" xml:id="bsb00056760_00564_026" n="26"/>Spanien den krieg continuieren, nit so fast daraus, daß sy so hoch schewen, daß eben mit <lb facs="APWIIA5_p0564l27" xml:id="bsb00056760_00564_027" n="27"/>Hollandt und Spanien friedt seye, sonder daß sy sich besorgen, es werde der <w lemma="universalfriedt"><orig>universal-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0564l28" xml:id="bsb00056760_00564_028" n="28"/><orig>friedt</orig></w> wider ihre principia und allezeit ad perpetuitatem belli geführte maximas hieraus <lb facs="APWIIA5_p0564l29" xml:id="bsb00056760_00564_029" n="29"/>erfolgen und ihnen die coniunctura, Österreich und Bayern zu opprimirn, auß <w lemma="churund"><orig>chur-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0564l30" xml:id="bsb00056760_00564_030" n="30"/><orig>und</orig></w> fürsten Franzößische prinzen zu machen, unvermueth entgehen. Aber ich thue <lb facs="APWIIA5_p0564l31" xml:id="bsb00056760_00564_031" n="31"/>ihnen schier unrecht, das ich sie zeihe, das sy sich grosser artificiorum gebrauchen, <lb facs="APWIIA5_p0564l32" xml:id="bsb00056760_00564_032" n="32"/>indeme sy bey disem ganzen friedenwerkh selbst bekendt, das sie Teütschlandt pro <lb facs="APWIIA5_p0564l33" xml:id="bsb00056760_00564_033" n="33"/>accessorio tractatuum haben und, wan es mit Spanien unnd Wälschlandt richtig, alßdan <lb facs="APWIIA5_p0564l34" xml:id="bsb00056760_00564_034" n="34"/>mit Teütschlandt auch, sonst kein friedt seye; welchen gedankhen sie umb so viel mehr <lb facs="APWIIA5_p0564l35" xml:id="bsb00056760_00564_035" n="35"/>zu inhaerieren ursach haben, wan sie vermerkhen, daz wir unß omittendo selbst <lb facs="APWIIA5_p0564l36" xml:id="bsb00056760_00564_036" n="36"/>disarmiern. Der herr brueder sagt, sy verziehen die armistiti- und friedttractatus, dieweil <lb facs="APWIIA5_p0564l37" xml:id="bsb00056760_00564_037" n="37"/>sie unß nit appraehendieren. Wan sie unß dan iezo nit appraehendiren und derenthalben <lb facs="APWIIA5_p0564l38" xml:id="bsb00056760_00564_038" n="38"/>armistiti- unndt friedenstractatus pro ludibrio halten, was werden sie thuen, wan sie <lb facs="APWIIA5_p0564l39" xml:id="bsb00056760_00564_039" n="39"/>sehen, das wir nit allein iezo nit zu appraehendieren sein, sonder daz wir auch in daz <lb facs="APWIIA5_p0564l40" xml:id="bsb00056760_00564_040" n="40"/>künfftig nit begeren und nit wollen appraehendiert werden und daz bevorab dasienige <lb facs="APWIIA5_p0564l41" xml:id="bsb00056760_00564_041" n="41"/>corpus, so sie allezeit maistens appraehendiert, unversterkht, unrecrutieret wolle und <lb facs="APWIIA5_p0564l42" xml:id="bsb00056760_00564_042" n="42"/>solle bleiben, ac si separaret, imo properaret ad iugum. Der herr brueder sagt, wir haben <lb facs="APWIIA5_p0564l43" xml:id="bsb00056760_00564_043" n="43"/>nit vil und die herrn wenig. Beedes halte ich für wahr, aber dise bekandtnus, sonderlich <lb facs="APWIIA5_p0564l44" xml:id="bsb00056760_00564_044" n="44"/>wan solche die underlassung aller resistenzmittel confirmiert, würdt unß wenig zum <lb facs="APWIIA5_p0564l45" xml:id="bsb00056760_00564_045" n="45"/>frieden helffen. Ich sage auch nicht, daß wir unß angreiffen sollen in ordine ad bellum <lb facs="APWIIA5_p0564l46" xml:id="bsb00056760_00564_046" n="46"/>sustinendum, sed in ordine ad sustinendam pacem, die ich vor noch nicht so <w lemma="zweiffelhafftig"><orig>zweiffel-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0564l47" xml:id="bsb00056760_00564_047" n="47"/><orig>hafftig</orig></w> halte, wan wirs nit selbst verderben.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0564l48" xml:id="bsb00056760_00564_048" n="48"/>Die Hollender sein per Hispanos zum friden gebracht, diese werden die Franzosen auch <lb facs="APWIIA5_p0564l49" xml:id="bsb00056760_00564_049" n="49"/>darzue bringen, wan wir aber uf einmahl animis et armis concidiren, so haben sie beede <lb facs="APWIIA5_p0564l50" xml:id="bsb00056760_00564_050" n="50"/>ursach, die consilia zu ändern. Wir unserseits werben, recrutieren, remontiren, <w lemma="verkauffen"><orig>verkauf-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0564l51" xml:id="bsb00056760_00564_051" n="51"/><orig>fen</orig></w>, versezen in mangel übrigen credits. Ihr herren habt, wo nit gelt, wenigst credit und<pb n="489" facs="APWIIA5_p0565" sameAs="#bsb00056760_00565"/><lb facs="APWIIA5_p0565l1" xml:id="bsb00056760_00565_001" n="1"/>begehrt, in portu naufragium zu leiden, eüch und andere zuegleich zu ertrenkhen; quo <lb facs="APWIIA5_p0565l2" xml:id="bsb00056760_00565_002" n="2"/>consilio, daß weiß Gott. Ob graff Gallas die machinam restauriern wirdt, daß glaub ich <lb facs="APWIIA5_p0565l3" xml:id="bsb00056760_00565_003" n="3"/>nit, wohl aber dieses, daß er ihme getrawet, daß werkh biß zum frieden zu sustinuiern, <lb facs="APWIIA5_p0565l4" xml:id="bsb00056760_00565_004" n="4"/>wan man nur pro possibili und nit pro impossibili zur sachen unserer- und ewerseits <lb facs="APWIIA5_p0565l5" xml:id="bsb00056760_00565_005" n="5"/>thuet. Allzeit wirdt er der lezte sein zum desperiern. Der feindt, wie der herr bruder <lb facs="APWIIA5_p0565l6" xml:id="bsb00056760_00565_006" n="6"/>meldet, hat den Mercurium, wir plumbum in pedibus, daß kombt von dem her, daß er <lb facs="APWIIA5_p0565l7" xml:id="bsb00056760_00565_007" n="7"/>seine actiones uf den krieg stelt, wir allzeit uf den frieden, dardurch hat der feindt krieg <lb facs="APWIIA5_p0565l8" xml:id="bsb00056760_00565_008" n="8"/>und friedt in handen, wir keines. Wir haben dem Gallas nit grosse mitel geben, aber ein <lb facs="APWIIA5_p0565l9" xml:id="bsb00056760_00565_009" n="9"/>trewer dankhbarer diener dient seinem herrn auch ohne mittel, achtet weniger seine alß <lb facs="APWIIA5_p0565l10" xml:id="bsb00056760_00565_010" n="10"/>seines herrn reputation, und da herrndienst erfordert, impossibilia zue thuen, so thuet er <lb facs="APWIIA5_p0565l11" xml:id="bsb00056760_00565_011" n="11"/>auch impossibilia, et sic audendo impossibilia legem adimplet.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0565l12" xml:id="bsb00056760_00565_012" n="12"/>Soviel die Spannische miserias anlangt undt daz von ihnen khein hilff mehr zu hoffen, <lb facs="APWIIA5_p0565l13" xml:id="bsb00056760_00565_013" n="13"/>darauf habe ich vielmahl geantworthet, eo ipso daz sie von unß alle iahr 40 000 <lb facs="APWIIA5_p0565l14" xml:id="bsb00056760_00565_014" n="14"/>Franzosen in Spanien, Weldtschlandt undt Niederlandt divertieren, die unß lengst alle <lb facs="APWIIA5_p0565l15" xml:id="bsb00056760_00565_015" n="15"/>aufgefressen hetten. So deucht mich, sein sie nit allein einer compassion, sondern grosen <lb facs="APWIIA5_p0565l16" xml:id="bsb00056760_00565_016" n="16"/>danckhs werth, unndt erscheint darauß, waß wir vor einen mechtigen socium belli <lb facs="APWIIA5_p0565l17" xml:id="bsb00056760_00565_017" n="17"/>haben unndt wie schwach wir ohn ihne seindt, indeme 4000 Franzosen unß ietzo wohl <lb facs="APWIIA5_p0565l18" xml:id="bsb00056760_00565_018" n="18"/>in Theutschlandt, 40 unndt noch viel mehr 1000 die Spannier nit khönnen desperieren <lb facs="APWIIA5_p0565l19" xml:id="bsb00056760_00565_019" n="19"/>machen. In pace ipsa, wehr hat noch so viel darzue gethan alß eben Spannien? Mehr alß <lb facs="APWIIA5_p0565l20" xml:id="bsb00056760_00565_020" n="20"/>20 Pommern hat er hergeben, umb der christenheith den friden zu befürderen, ungeacht <lb facs="APWIIA5_p0565l21" xml:id="bsb00056760_00565_021" n="21"/>man ihne nie darumb gebetten, khein recompens capituliert, ungeachtet er leichter alles, <lb facs="APWIIA5_p0565l22" xml:id="bsb00056760_00565_022" n="22"/>waß er hergibt, zue recuperieren hoffen khan alß die, so sich in gantz Theutschlandt <lb facs="APWIIA5_p0565l23" xml:id="bsb00056760_00565_023" n="23"/>eines oder anderen umb fridens willen so harth oder gar nit begeben. Ich fundier <lb facs="APWIIA5_p0565l24" xml:id="bsb00056760_00565_024" n="24"/>unseren ganzen friden nit uf unser bitten undt betten, uf remonstrierung unserer <lb facs="APWIIA5_p0565l25" xml:id="bsb00056760_00565_025" n="25"/>miseriarum, unserer unmuglichkheith der resistenz, unserer abalienation vom krieg, <lb facs="APWIIA5_p0565l26" xml:id="bsb00056760_00565_026" n="26"/>aber wohl uf die mit den Staden von Hollandt so weith gebrachte negociation ex parte <lb facs="APWIIA5_p0565l27" xml:id="bsb00056760_00565_027" n="27"/>Spannien, dann einmahl hat der friedt Gallis nolentibus müessen abgetrungen werden. <lb facs="APWIIA5_p0565l28" xml:id="bsb00056760_00565_028" n="28"/>Dises hatte nur zween weege, arma et separationes. Arma kleckhen nicht, separationes <lb facs="APWIIA5_p0565l29" xml:id="bsb00056760_00565_029" n="29"/>schienen vast unmüglich, weyl auch in Hollandt die primores Französisch gelt lieber alß <lb facs="APWIIA5_p0565l30" xml:id="bsb00056760_00565_030" n="30"/>Spannisch haben. Supererat plebem dulcedine et utilitate pacis zue gewinnen unndt dises <lb facs="APWIIA5_p0565l31" xml:id="bsb00056760_00565_031" n="31"/>mit sehr kostbarer liberalitet zue erhöben. Hat also Spannien, indeme der Hollendische <lb facs="APWIIA5_p0565l32" xml:id="bsb00056760_00565_032" n="32"/>friedt die Franzosen undt die Schweden, beede die protestierenden allein bewögen <lb facs="APWIIA5_p0565l33" xml:id="bsb00056760_00565_033" n="33"/>(wenn sie anderseits waß bewögen khan), undt daz maiste hierzue unndt allein <lb facs="APWIIA5_p0565l34" xml:id="bsb00056760_00565_034" n="34"/>contribuirt unndt daz haubtfundament zum friden suis impensis gelegt. Wann wir umb <lb facs="APWIIA5_p0565l35" xml:id="bsb00056760_00565_035" n="35"/>alles, waß Spannien sonst gethan, ihnen nichts verobligiert weren, so weren wir umb <lb facs="APWIIA5_p0565l36" xml:id="bsb00056760_00565_036" n="36"/>dises, daz sie mit, vor unndt neben unnß constanter gekriegt undt, da es zum <lb facs="APWIIA5_p0565l37" xml:id="bsb00056760_00565_037" n="37"/>fridenswerckh gekhommen, die ersten seindt gewesen, sua liberalitate dem werckh den <lb facs="APWIIA5_p0565l38" xml:id="bsb00056760_00565_038" n="38"/>haubtanfang zue machen, sich auch gegen der cron Franckhreich mit solchen offertis <lb facs="APWIIA5_p0565l39" xml:id="bsb00056760_00565_039" n="39"/>allein erwiesen, die allem dem, waß andere umb fridens willen nachsehen, bey weittem <lb facs="APWIIA5_p0565l40" xml:id="bsb00056760_00565_040" n="40"/>nicht zue vergleichen. Ich glaub nit, daz man Oßnabrugg den Schweeden also uberließ, <lb facs="APWIIA5_p0565l41" xml:id="bsb00056760_00565_041" n="41"/>alß der könig von Spanien ein starckhen theyl von seiner monarchia dem Franzosen <lb facs="APWIIA5_p0565l42" xml:id="bsb00056760_00565_042" n="42"/>undt Hollanderen gethan, ungeacht der könig von Spannien mehrere trouppen alß der <lb facs="APWIIA5_p0565l43" xml:id="bsb00056760_00565_043" n="43"/>bischoff von Oßnabrugg hat. Ob man mir auch schon sagt, Spannien hette es eher sollen <lb facs="APWIIA5_p0565l44" xml:id="bsb00056760_00565_044" n="44"/>thuen, so wirdt doch darauf geantworthet, daz er gleichwohl noch der erste, der so viel <lb facs="APWIIA5_p0565l45" xml:id="bsb00056760_00565_045" n="45"/>umb fridens willen nachgesehen, unndt der erste, der sich eines feindts liberiert, wir mit <lb facs="APWIIA5_p0565l46" xml:id="bsb00056760_00565_046" n="46"/>allen unserm bitten und betten noch keines, und wessen wir unß auch liberieren werden, <lb facs="APWIIA5_p0565l47" xml:id="bsb00056760_00565_047" n="47"/>wirdt sein ursprung haben von dißer mit Hollandt geschlossener negotiation. Stante <lb facs="APWIIA5_p0565l48" xml:id="bsb00056760_00565_048" n="48"/>bello sein Franckhreich, Hollandt, Schweeden indissolubiles gewesen, stante pace <lb facs="APWIIA5_p0565l49" xml:id="bsb00056760_00565_049" n="49"/>wollen die Hollander sich nit gern von Franckhreich dissolvieren lasßen, wir et stante <lb facs="APWIIA5_p0565l50" xml:id="bsb00056760_00565_050" n="50"/>bello et in tractatu pacis, utinam non et post pacem wollen dissolviert sein, ungeacht wir <lb facs="APWIIA5_p0565l51" xml:id="bsb00056760_00565_051" n="51"/>sehen, daz sich unsere feindt mit ihrer maxima conservieren, wir mit der unserigen <lb facs="APWIIA5_p0565l52" xml:id="bsb00056760_00565_052" n="52"/>teglich mehr verliehren. Und also apprehendiere ich unsern statum, den die concordia et <lb facs="APWIIA5_p0565l53" xml:id="bsb00056760_00565_053" n="53"/>fortitudo wohl erhalten und zu dem verlangten friedt bringen, discordia baldt und unß<pb n="490" facs="APWIIA5_p0566" sameAs="#bsb00056760_00566"/><lb facs="APWIIA5_p0566l1" xml:id="bsb00056760_00566_001" n="1"/>anfangs, die Spannier am leisten ruinieren kan; und dises, sovil sein schreiben de dato <lb facs="APWIIA5_p0566l2" xml:id="bsb00056760_00566_002" n="2"/>dem 11. Januarii betrifft.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0566l3" xml:id="bsb00056760_00566_003" n="3"/>Das ander vom 18.<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0566n2" xml:id="bsb00056760_00566_dok0251-1_n02"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0566l50" xml:id="bsb00056760_00566_050" n="50"/>Wurde nicht ermittelt.</p></note> beantwortte ich mit wenigem. Der herr brueder sagt, wer gehört <lb facs="APWIIA5_p0566l4" xml:id="bsb00056760_00566_004" n="4"/>habe, daz man in eim armistitio zwischen beeden armaden ziehen solle leüth, die darbey <lb facs="APWIIA5_p0566l5" xml:id="bsb00056760_00566_005" n="5"/>nichts zu thuen, er gehe ein wenig in die registratur zuruckh und sueche auf die <lb facs="APWIIA5_p0566l6" xml:id="bsb00056760_00566_006" n="6"/>lamentationes von meinen herren, so wider ein armistitium von wenig tagen in Savoya <lb facs="APWIIA5_p0566l7" xml:id="bsb00056760_00566_007" n="7"/>zwischen Franckhreich und Spannien gemacht worden. Er revidiere, wie fleißig man <lb facs="APWIIA5_p0566l8" xml:id="bsb00056760_00566_008" n="8"/>gewarnet, daz in Niderlandt kein stillstandt gemacht wurde, tanquam rem, quae esset <lb facs="APWIIA5_p0566l9" xml:id="bsb00056760_00566_009" n="9"/>contra leges societatis und allen schwall deß kriegs auf Teütschlandt walzete. Man hat <lb facs="APWIIA5_p0566l10" xml:id="bsb00056760_00566_010" n="10"/>von seithen underschiedtlicher stende zu Münster und Oßnabrug zu verstehen geben, <lb facs="APWIIA5_p0566l11" xml:id="bsb00056760_00566_011" n="11"/>man wolle sich in die Spannische-Burgundische sachen nicht mischen, weniger in die <lb facs="APWIIA5_p0566l12" xml:id="bsb00056760_00566_012" n="12"/>Lothringisch; ists darumb ehender friedt worden?</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0566l13" xml:id="bsb00056760_00566_013" n="13"/>Daß der herr brueder meldet, der feindt halte es für ein bagatella, daß Römische Reich <lb facs="APWIIA5_p0566l14" xml:id="bsb00056760_00566_014" n="14"/>zu bekriegen, daß wir unsere miserias nit erkhennen, sonsten unchristlich wehren, daz <lb facs="APWIIA5_p0566l15" xml:id="bsb00056760_00566_015" n="15"/>wir unsere herren, die religion, daz Reich und was darin desoliert, also verlohren gehen <lb facs="APWIIA5_p0566l16" xml:id="bsb00056760_00566_016" n="16"/>liessen, darauf waiß ich nichts anders zu melden, alß daß ich mich nit verwundere, daz <lb facs="APWIIA5_p0566l17" xml:id="bsb00056760_00566_017" n="17"/>der feindt daz Reich vor ein bagatella zu bekriegen halte, dan allein ist es notorie nit <lb facs="APWIIA5_p0566l18" xml:id="bsb00056760_00566_018" n="18"/>bastant, sich zu defendieren, anderer, die denn feindtlichen last mit helffen tragen, ci <lb facs="APWIIA5_p0566l19" xml:id="bsb00056760_00566_019" n="19"/>pare mille anni quit zu sein. Daz wir aber ignorantes sein unsers status, unchristlich, daz <lb facs="APWIIA5_p0566l20" xml:id="bsb00056760_00566_020" n="20"/>wir nit erkennen, was wir verliehren? Daz erste seindt wir nit, dan wir erkhennen nit <lb facs="APWIIA5_p0566l21" xml:id="bsb00056760_00566_021" n="21"/>allein unsere miserias, sondern zum überfluß, daz wir durch massimas, die uns <lb facs="APWIIA5_p0566l22" xml:id="bsb00056760_00566_022" n="22"/>intempestive disarmieren, noch miserabler sein, alß wir sonst wehren. Unchristlich <lb facs="APWIIA5_p0566l23" xml:id="bsb00056760_00566_023" n="23"/>seindt wir derentwegen nicht, dan wir wollen daz Reich nit verlohren gehen lassen, <lb facs="APWIIA5_p0566l24" xml:id="bsb00056760_00566_024" n="24"/>sonder friedt machen, wan die feindt nur wollen, [<hi style="font-style:italic;">und</hi>] unß wöhren, wan sie nit wollen. <lb facs="APWIIA5_p0566l25" xml:id="bsb00056760_00566_025" n="25"/>Keines aber können wir thuen, wan wir unß perpersi, falliti, et vinti coniunctim oder <lb facs="APWIIA5_p0566l26" xml:id="bsb00056760_00566_026" n="26"/>divisim publicieren. Ein kranckher, der nit allein schwach ist, sondern was ihne noch <lb facs="APWIIA5_p0566l27" xml:id="bsb00056760_00566_027" n="27"/>sterckhen und erhalten kan, nit brauchen will, der kombt selten darvon. Das ‘nosce te <lb facs="APWIIA5_p0566l28" xml:id="bsb00056760_00566_028" n="28"/>ipsum’ ist bey unß nit ungiltig worden, aber daz ‘nosce et alios’ haben wir auch <lb facs="APWIIA5_p0566l29" xml:id="bsb00056760_00566_029" n="29"/>gelehrnet und dabey sovil, daz wir von der Franzosen und Schweeden mit dem ‘nosce te <lb facs="APWIIA5_p0566l30" xml:id="bsb00056760_00566_030" n="30"/>ipsum’ kheinen friedt erlangen, daz wir aber den Franzosen und Schweeden solches zu <lb facs="APWIIA5_p0566l31" xml:id="bsb00056760_00566_031" n="31"/>erkennen wollen geben, daz macht sie dessen sich zu praevalieren, was wir nit, sie aber <lb facs="APWIIA5_p0566l32" xml:id="bsb00056760_00566_032" n="32"/>wohl erkhennen und zu gebrauchen wissen. Daz der verstosß in titulo maiestatis<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0566n3" xml:id="bsb00056760_00566_dok0251-1_n03"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0566l51" xml:id="bsb00056760_00566_051" n="51"/>Vermutlich war in den Vollmachten der ksl. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> in Ulm dem frz. Kg. der Majestätstitel nicht <lb facs="APWIIA5_p0566l52" xml:id="bsb00056760_00566_052" n="52"/>zugebilligt worden.</p></note> daz <lb facs="APWIIA5_p0566l33" xml:id="bsb00056760_00566_033" n="33"/>armistitium vil verhindert und den verluest deß Bodensee verhüetten hette können, daz <lb facs="APWIIA5_p0566l34" xml:id="bsb00056760_00566_034" n="34"/>glaube der herr brueder nit. Die Franzosen haben die ambition nit, daz sie auch noch <lb facs="APWIIA5_p0566l35" xml:id="bsb00056760_00566_035" n="35"/>umb einen weit größern titul die occasion, den Bodensee zu gewinnen, einem <w lemma="armistititractat"><orig>armistiti-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0566l36" xml:id="bsb00056760_00566_036" n="36"/><orig>tractat</orig></w> solten postponieren. Wir werden in armistitio unß nit weniger als im frieden <lb facs="APWIIA5_p0566l37" xml:id="bsb00056760_00566_037" n="37"/>prompti erweisen, aber was der feindt und sonst maniglich zum maisten darvon glaubt, <lb facs="APWIIA5_p0566l38" xml:id="bsb00056760_00566_038" n="38"/>gibt beykommendes Schweedisches schreiben, warin der teüffel den koler zu <w lemma="friedtlichen"><orig>friedtli-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0566l39" xml:id="bsb00056760_00566_039" n="39"/><orig>chen</orig></w> gedanckhen anmahnt. Und dise sein die principales, so es iezo zu tractieren, dan <lb facs="APWIIA5_p0566l40" xml:id="bsb00056760_00566_040" n="40"/>die Franzosen nur accessorie Schwaben und Bayern ruinieren. Daz ‘uti possidetis’ <lb facs="APWIIA5_p0566l41" xml:id="bsb00056760_00566_041" n="41"/>begehren die feindt selbst nicht, oder wan sie es begehren, so ists ad occupanda, non ad <lb facs="APWIIA5_p0566l42" xml:id="bsb00056760_00566_042" n="42"/>occupata angesehen; warumb sollen wirs verlangen? In summa, ich mache mir eine und <lb facs="APWIIA5_p0566l43" xml:id="bsb00056760_00566_043" n="43"/>kheine reflexion auf den frieden aus denen maximis, die meine herren haben, und aus <lb facs="APWIIA5_p0566l44" xml:id="bsb00056760_00566_044" n="44"/>allem deme, so auf der Franzosen guetwilligkeit, zelo di religione, christlichen lieb et his <lb facs="APWIIA5_p0566l45" xml:id="bsb00056760_00566_045" n="45"/>similibus bestehet, halt ich nimmermehr, daz friedt wirdt werden. Aus deme, daz die <lb facs="APWIIA5_p0566l46" xml:id="bsb00056760_00566_046" n="46"/>Hollender die Franzosen nit höher wollen wachßen lasßen, es auch ihrer und aller <lb facs="APWIIA5_p0566l47" xml:id="bsb00056760_00566_047" n="47"/>vernünfftigen republicklichen status nit zulest, aus den convenientiis, so den Franzosen <lb facs="APWIIA5_p0566l48" xml:id="bsb00056760_00566_048" n="48"/>und Hollendern die Spanniern zugleich gemacht haben, glaube und hoffe ich den friedt <lb facs="APWIIA5_p0566l49" xml:id="bsb00056760_00566_049" n="49"/>mehr als nie, es seye dan, das wir im Reich Franckhreich, Hollandt und Schweeden in<pb n="491" facs="APWIIA5_p0567" sameAs="#bsb00056760_00567"/><lb facs="APWIIA5_p0567l1" xml:id="bsb00056760_00567_001" n="1"/>momento concludendae pacis zeigen, daz wir keinen friedt [<hi style="font-style:italic;">wollen</hi>], sondern <w lemma="durchgehendt"><orig>durchge-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0567l2" xml:id="bsb00056760_00567_002" n="2"/><orig>hendt</orig></w> dividiert, dissolviert, opprimiert und verlohren wollen sein.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0567l3" xml:id="bsb00056760_00567_003" n="3"/>Der herr Hazfeldt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0567n4" xml:id="bsb00056760_00567_dok0251-1_n04"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0567l42" xml:id="bsb00056760_00567_042" n="42"/>Reichsgf. Melchior von Hatzfeldt (1593–1658); 1635 Reichsgf.; 1625 in militärischen Dienst <lb facs="APWIIA5_p0567l43" xml:id="bsb00056760_00567_043" n="43"/>des Ks.s, 1635 Feldmarschall (<hi style="font-style:normal;">NDB</hi> <ref type="http" target="http://www.deutsche-biographie.de/sfz28164.html">VIII S. 64–65</ref>).</p></note> hats freylich wohl getroffen mit dem protectorio, nit weniger als mit <lb facs="APWIIA5_p0567l4" xml:id="bsb00056760_00567_004" n="4"/>der condotta.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0567l5" xml:id="bsb00056760_00567_005" n="5"/>PS Iezo gleich kombt mir deß herrn bruedern schreiben vom 25. Januarii<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0567n5" xml:id="bsb00056760_00567_dok0251-1_n05"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0567l44" xml:id="bsb00056760_00567_044" n="44"/>Wurde nicht ermittelt.</p></note>.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0567l6" xml:id="bsb00056760_00567_006" n="6"/>Es were besser, herr generalleütenandt were vor Weissenburg<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0567n6" xml:id="bsb00056760_00567_dok0251-1_n06"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0567l45" xml:id="bsb00056760_00567_045" n="45"/>Seit dem 8./18. Januar 1647 belagerte die ksl. Armee die schwed. besetzte Stadt Weißenburg <lb facs="APWIIA5_p0567l46" xml:id="bsb00056760_00567_046" n="46"/>in Bayern (Reichsstadt; früher Weißenburg im Nordgau). Am 23. Januar/2. Februar 1647 <lb facs="APWIIA5_p0567l47" xml:id="bsb00056760_00567_047" n="47"/>kapitulierte die Besatzung (<hi style="font-style:smallCaps;">Heilmann</hi> II S. 719–723).</p></note> unoccupirt, dann die <lb facs="APWIIA5_p0567l7" xml:id="bsb00056760_00567_007" n="7"/>presa würdt nit so groß sein alß die noth, so man darvor zu leiden hat unnd den feindt <lb facs="APWIIA5_p0567l8" xml:id="bsb00056760_00567_008" n="8"/>von nichts divertiren. Die profiant in Böheimb ist unfehlbar vorhanden. Mein herr <lb facs="APWIIA5_p0567l9" xml:id="bsb00056760_00567_009" n="9"/>brueder sehe allein, daß man inmittels auch mit wechsel, wo es meine heren nahener <lb facs="APWIIA5_p0567l10" xml:id="bsb00056760_00567_010" n="10"/>habe[<hi style="font-style:italic;">n</hi>], helffe; es ist doch damit beiden armaden und ländern geholffen unnd die <lb facs="APWIIA5_p0567l11" xml:id="bsb00056760_00567_011" n="11"/>ersezung unfehlbar. Daß mein herr brueder vermaint, wir thuen nichts, darinnen irret er <lb facs="APWIIA5_p0567l12" xml:id="bsb00056760_00567_012" n="12"/>sich. Wir recrutiren in den erblanden, haben geschickht gelt in Pohlen, wollen <lb facs="APWIIA5_p0567l13" xml:id="bsb00056760_00567_013" n="13"/>remontiren überal, aber graff Gallas schreibt mir bey gesterigem currier<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0567n7" xml:id="bsb00056760_00567_dok0251-1_n07"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0567l48" xml:id="bsb00056760_00567_048" n="48"/>Wurde nicht ermittelt.</p></note>, daß meine <lb facs="APWIIA5_p0567l14" xml:id="bsb00056760_00567_014" n="14"/>herren alles erligen lassen, nit ein nagel an einer lavet repariren, alles sub certitudine <lb facs="APWIIA5_p0567l15" xml:id="bsb00056760_00567_015" n="15"/>pacis. Unnser Herr gebe es, aber ich glaube, daß nichts den frieden kann unsicherer <lb facs="APWIIA5_p0567l16" xml:id="bsb00056760_00567_016" n="16"/>machen alß eben dieses. Nach eroberung Weissenburg mueß man al coperto gehen, <lb facs="APWIIA5_p0567l17" xml:id="bsb00056760_00567_017" n="17"/>überal recrutiren unnd sich versterckhen, daß würdt neben den Hollendern die <lb facs="APWIIA5_p0567l18" xml:id="bsb00056760_00567_018" n="18"/>Franzosen von qualibuscunque conditionibus pacis zu ernstlichem nachdenckhen <lb facs="APWIIA5_p0567l19" xml:id="bsb00056760_00567_019" n="19"/>bringen und haissen, quae non prosunt singula, multa iuvant, id est, unsere, deß Reichs, <lb facs="APWIIA5_p0567l20" xml:id="bsb00056760_00567_020" n="20"/>die Spannische oblationes, die Hollendische secessiones, dann die garandia wirdt sich <lb facs="APWIIA5_p0567l21" xml:id="bsb00056760_00567_021" n="21"/>auch noch wohl finden.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0567l22" xml:id="bsb00056760_00567_022" n="22"/><hi style="font-style:italic;">Greiffenklau in Konstantinopel.</hi></p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0567l23" xml:id="bsb00056760_00567_023" n="23"/>Daß armistitium betreffendt, so wollen wir gleichwohl hoffen, die herren werden unser <lb facs="APWIIA5_p0567l24" xml:id="bsb00056760_00567_024" n="24"/>unwissendt nichts schliessen unnd die ihrigen befehlch haben, mit den unserigen <lb facs="APWIIA5_p0567l25" xml:id="bsb00056760_00567_025" n="25"/>communicato consilio zu gehen, massen die unserigen befelcht sein, mit den ewrigen zu <lb facs="APWIIA5_p0567l26" xml:id="bsb00056760_00567_026" n="26"/>handlen. Solte ein widriges geschehen, so were es unveranthworttlich unnd den <lb facs="APWIIA5_p0567l27" xml:id="bsb00056760_00567_027" n="27"/>allseittigen vinculis sehr ungemeeß. Ich will auch nit hoffen, daß der herr brueder es <lb facs="APWIIA5_p0567l28" xml:id="bsb00056760_00567_028" n="28"/>dahin wurde kommen unnd damit den feindten occasion zuefallen lassen, unns anfangs, <lb facs="APWIIA5_p0567l29" xml:id="bsb00056760_00567_029" n="29"/>negstens euch zu opprimiren unnd alle friedenstractat auff einmahl uffzustossen. Der <lb facs="APWIIA5_p0567l30" xml:id="bsb00056760_00567_030" n="30"/>Spannische pottschaffter hat ia nicht weniger ursach, alß umb den Burgundischen craiß <lb facs="APWIIA5_p0567l31" xml:id="bsb00056760_00567_031" n="31"/>sorgfeltig zu sein. Wann der Burg[<hi style="font-style:italic;">und</hi>]ische craiß ein armistitium tractirte, so wurde der <lb facs="APWIIA5_p0567l32" xml:id="bsb00056760_00567_032" n="32"/>Schwabisch unnd Bayerische ein ebenmessiges thuen. Daß auch nit bedenckhlich soll <lb facs="APWIIA5_p0567l33" xml:id="bsb00056760_00567_033" n="33"/>sein, immittels unnd stante armistitio die Undere Pfalz preiß zu lassen, ist ein schlechte <lb facs="APWIIA5_p0567l34" xml:id="bsb00056760_00567_034" n="34"/>charitet. Rationem, daß eben durch diesen weeg Churbayern an unns solte gehalten <lb facs="APWIIA5_p0567l35" xml:id="bsb00056760_00567_035" n="35"/>werden, hab ich nie gehört, könte sie auch nit approbiren. Unnd wann Spannien deß <lb facs="APWIIA5_p0567l36" xml:id="bsb00056760_00567_036" n="36"/>herrn churfürsten zusammensezung auff nichts anders alß dergleichen fundirte, so hette <lb facs="APWIIA5_p0567l37" xml:id="bsb00056760_00567_037" n="37"/>alles ein schlechtes fundament. Ob meine herrn vermainen, daß die notturfft erfordert, <lb facs="APWIIA5_p0567l38" xml:id="bsb00056760_00567_038" n="38"/>daß der Salamanca<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0567n8" xml:id="bsb00056760_00567_dok0251-1_n08"><p> <lb facs="APWIIA5_p0567l49" xml:id="bsb00056760_00567_049" n="49"/><hi style="font-style:italic;">Don Miguel de Salamanca (um 1597–1676);</hi> consejerq de Italia, <hi style="font-style:italic;">um 1633 in den span. Ndl.</hi> <lb facs="APWIIA5_p0567l50" xml:id="bsb00056760_00567_050" n="50"/><hi style="font-style:italic;">tätig, um 1637 – um 1641 Leiter der</hi> secretairerie d’Etat et de Guerre, <hi style="font-style:italic;">1652</hi> consejero de <lb facs="APWIIA5_p0567l51" xml:id="bsb00056760_00567_051" n="51"/>Castilla, <hi style="font-style:italic;">1663–1666</hi> gobernador del consejo de Hacienda <hi style="font-style:italic;">(</hi>BNB <hi style="font-style:italic;">XXXI Sp. 665–667;</hi> <lb facs="APWIIA5_p0567l52" xml:id="bsb00056760_00567_052" n="52"/><hi style="font-style:smallCaps;">Fayard</hi> <hi style="font-style:italic;">I S. 697).</hi></p></note> zu hören unnd von einziger communi defensione zu reden, daß <lb facs="APWIIA5_p0567l39" xml:id="bsb00056760_00567_039" n="39"/>stehet dahin. Ich glaub, der könig von Hispannien hats am allerwenigsten vonnötten, <lb facs="APWIIA5_p0567l40" xml:id="bsb00056760_00567_040" n="40"/>und würdt sich lenger ohn unns alß wir ohne seiner defendiren. Es bleibt in summa <lb facs="APWIIA5_p0567l41" xml:id="bsb00056760_00567_041" n="41"/>darbey, regnum in se divisum desolabitur. Daß duc d’Anquin brueder<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0567n9" xml:id="bsb00056760_00567_dok0251-1_n09"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0567l53" xml:id="bsb00056760_00567_053" n="53"/>Armand de Bourbon Pz. von Conti (vgl. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIA5_p0399n3" target="#bsb00056760_00399_037">nr. 174 Anm. 3</ref>).</p></note> nach Tryer raist<pb n="492" facs="APWIIA5_p0568" sameAs="#bsb00056760_00568"/><lb facs="APWIIA5_p0568l1" xml:id="bsb00056760_00568_001" n="1"/>umb die coadiutoria, mueß man geschehen lassen, er ist darumb noch nit weder <lb facs="APWIIA5_p0568l2" xml:id="bsb00056760_00568_002" n="2"/>coadiutor noch churfürst. Man sagt aber, Oßnabrugg ambire auspiciis Gallicanis das <lb facs="APWIIA5_p0568l3" xml:id="bsb00056760_00568_003" n="3"/>churfürstenthumb Mainz<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0568n10" xml:id="bsb00056760_00568_dok0251-1_n10"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0568l45" xml:id="bsb00056760_00568_045" n="45"/>Der Vorschlag, die Koadjutorie in den Stiftern Mainz und Halberstadt gegen den Verzicht auf <lb facs="APWIIA5_p0568l46" xml:id="bsb00056760_00568_046" n="46"/>Osnabrück und Minden zugunsten der schwed. Krone zu übernehmen, wurde im Dezember <lb facs="APWIIA5_p0568l47" xml:id="bsb00056760_00568_047" n="47"/>1646 von frz. und kurbg. Seite an Wartenberg herangetragen (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III C 3 S. 644 Z. 13–18; <lb facs="APWIIA5_p0568l48" xml:id="bsb00056760_00568_048" n="48"/><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> S. 657 Z. 11–15).</p></note>, daß ist ein hübscher einfall. Keines dergleichen haben die <lb facs="APWIIA5_p0568l4" xml:id="bsb00056760_00568_004" n="4"/>Spannier nie gesuecht, ungeacht sie alte concives Romani Imperii sein, die Franzosen <lb facs="APWIIA5_p0568l5" xml:id="bsb00056760_00568_005" n="5"/>hergegen, so newe oder vielmehr gar keine. Mein herr brueder verzeihe mir, daß ich in <lb facs="APWIIA5_p0568l6" xml:id="bsb00056760_00568_006" n="6"/>fraterna charitate so offenherzig schreibe. Einmahl were mir von herzen laidt, wann ihr <lb facs="APWIIA5_p0568l7" xml:id="bsb00056760_00568_007" n="7"/>herrn, die ihr bißhero so fest eüch pro pace bemüehet, loco promotorum endtlich den <lb facs="APWIIA5_p0568l8" xml:id="bsb00056760_00568_008" n="8"/>nahmen destructorum pacis solt darvon tragen, unnd kann leicht sein, wann man nit <lb facs="APWIIA5_p0568l9" xml:id="bsb00056760_00568_009" n="9"/>usque ad extremum in armistitii et pacis tractatibus beysammen bleibt, darzue ich wohl <lb facs="APWIIA5_p0568l10" xml:id="bsb00056760_00568_010" n="10"/>waiß, daß der herr brueder nie cooperiren würdt.</p>
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