<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" corresp="#bsb00056760_00287">
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0287l22" xml:id="bsb00056760_00287_022" n="22"/><hi style="font-style:italic;">Wenn diese Resolution der endgültige Bescheid des Ks.s ist, muß ich meine Rückreise antreten,</hi> <lb facs="APWIIA5_p0287l23" xml:id="bsb00056760_00287_023" n="23"/><hi style="font-style:italic;">zumal die Angelegenheiten wegen der drohenden großen Gefahr keinen Aufzug leiden. Doch</hi> <lb facs="APWIIA5_p0287l24" xml:id="bsb00056760_00287_024" n="24"/><hi style="font-style:italic;">bitte ich um die Erlaubnis, mein Anliegen noch einmal deutlicher zu erklären, damit es</hi> <lb facs="APWIIA5_p0287l25" xml:id="bsb00056760_00287_025" n="25"/><hi style="font-style:italic;">nochmals besser erwogen werde.</hi></p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0287l26" xml:id="bsb00056760_00287_026" n="26"/>Die substanz aber und ganze scopus meines memorials und anbringens stehet in disen 3 <lb facs="APWIIA5_p0287l27" xml:id="bsb00056760_00287_027" n="27"/>puncten:</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0287l28" xml:id="bsb00056760_00287_028" n="28"/>1. Super notoria et evidente inpossibilitate et defectu mediorum, den krieg zu fiehren; 2. <lb facs="APWIIA5_p0287l29" xml:id="bsb00056760_00287_029" n="29"/>super necessitate inevitabili, einen gemainen friden auch quocunque modo fürderlich zu <lb facs="APWIIA5_p0287l30" xml:id="bsb00056760_00287_030" n="30"/>schliessen; 3. das ihre churfürstliche durchlaucht in widrigen nit allein aus natürlichen <lb facs="APWIIA5_p0287l31" xml:id="bsb00056760_00287_031" n="31"/>und politischen hochvernünfftigen, ganz billichen, antringenden und unwidertreiblichen <lb facs="APWIIA5_p0287l32" xml:id="bsb00056760_00287_032" n="32"/>ursachen, sonder auch gewissens und pflicht halben genöttigt sein, ja anderst nit thuen <lb facs="APWIIA5_p0287l33" xml:id="bsb00056760_00287_033" n="33"/>noch gegen Gott und ihrer posteritet verantwortten khünden, sich, ihre geliebste frau <lb facs="APWIIA5_p0287l34" xml:id="bsb00056760_00287_034" n="34"/>gemahlin, künder und ganzes haus wie auch landt und leüth, forderist die <w lemma="alleinseligmachende"><orig>alleinseligma-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0287l35" xml:id="bsb00056760_00287_035" n="35"/><orig>chende</orig></w> religion vor entlichem undergang, der schon vor der thür und nichts gewissers ist, <lb facs="APWIIA5_p0287l36" xml:id="bsb00056760_00287_036" n="36"/>durch andere mitl und particularaccomodation, so guett sy stattfünden khünden, zu <lb facs="APWIIA5_p0287l37" xml:id="bsb00056760_00287_037" n="37"/>salviern und zu erretten, also das die frag nit ist und derowegen unnöttig, ihre <lb facs="APWIIA5_p0287l38" xml:id="bsb00056760_00287_038" n="38"/>churfürstliche durchlaucht zu ermahnen und zu adhortiern, das sy sich nit in particulari <lb facs="APWIIA5_p0287l39" xml:id="bsb00056760_00287_039" n="39"/>accomodiern, zumahlen sy selbst lieber nit wolten, sonder sy sein darzue wider ihren <lb facs="APWIIA5_p0287l40" xml:id="bsb00056760_00287_040" n="40"/>willen neccessitiert und getrungen. Und sein dise 3 propositiones also aufeinander <lb facs="APWIIA5_p0287l41" xml:id="bsb00056760_00287_041" n="41"/>connectiert und gericht, das, wan man aller vernunfft nach darvon iudiciern und <lb facs="APWIIA5_p0287l42" xml:id="bsb00056760_00287_042" n="42"/>schliessen, auch die principia naturae et omnium gentium nit gar beiseiz stellen will, aine <lb facs="APWIIA5_p0287l43" xml:id="bsb00056760_00287_043" n="43"/>nottwendig aus der andern folgen muess. <hi style="font-style:italic;">Vor allem möchte ich eindringlich betonen, daß</hi> <lb facs="APWIIA5_p0287l44" xml:id="bsb00056760_00287_044" n="44"/><hi style="font-style:italic;">der Kf. von Bayern bisher aufrecht und treu gehandelt hat und sich auch jetzt nur für das</hi> <lb facs="APWIIA5_p0287l45" xml:id="bsb00056760_00287_045" n="45"/><hi style="font-style:italic;">gemeine Wohl einsetzt. Außerdem ist der Kf. überzeugt, vernünftig, dem natürlichem Recht</hi> <lb facs="APWIIA5_p0287l46" xml:id="bsb00056760_00287_046" n="46"/><hi style="font-style:italic;">aller Völker gemäß und nach seinem Gewissen und seiner Pflicht zu handeln.</hi></p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0287l47" xml:id="bsb00056760_00287_047" n="47"/>His praemissis auf die erste proposition notoriae et evidentis impossibilitatis ac defectus <lb facs="APWIIA5_p0287l48" xml:id="bsb00056760_00287_048" n="48"/>mediorum ze khommen, so ist ja die sachen so clar und unwidersprechlich, das es<pb n="212" facs="APWIIA5_p0288" sameAs="#bsb00056760_00288"/><lb facs="APWIIA5_p0288l1" xml:id="bsb00056760_00288_001" n="1"/>khainer demonstration bedarff. Dann ihre churfürstliche durchlaucht haben die mitl <lb facs="APWIIA5_p0288l2" xml:id="bsb00056760_00288_002" n="2"/>ainmal nit, man glaube es gleich oder nicht. Und würdts ein ieder unpartheyischer vil <lb facs="APWIIA5_p0288l3" xml:id="bsb00056760_00288_003" n="3"/>lieber und leichter ermessen und glauben, als wan man sagen und inaniter iactiern solte, <lb facs="APWIIA5_p0288l4" xml:id="bsb00056760_00288_004" n="4"/>ihre churfürstliche durchlaucht und dero in grundt verderbte landt, welches der laidige <lb facs="APWIIA5_p0288l5" xml:id="bsb00056760_00288_005" n="5"/>augenschein zaigt, hetten noch mitl genueg, den krieg wider ein solche potenz zwayer so <lb facs="APWIIA5_p0288l6" xml:id="bsb00056760_00288_006" n="6"/>mächtigen, victorios und triumphierenden cronen und ihrer adhaerenten, denen die <lb facs="APWIIA5_p0288l7" xml:id="bsb00056760_00288_007" n="7"/>mächtigisten könig und potentaten in Europa widerstandt ze thuen nit vermögen, zu <lb facs="APWIIA5_p0288l8" xml:id="bsb00056760_00288_008" n="8"/>fiehren, dann sy haben weder gelt, pferdt, armaturn, profiant und anders, sonder ein <lb facs="APWIIA5_p0288l9" xml:id="bsb00056760_00288_009" n="9"/>erschöpfftes, von feindt und freundt in grundt verderbtes landt, und wie khünden sy <lb facs="APWIIA5_p0288l10" xml:id="bsb00056760_00288_010" n="10"/>dann daraus einen so cosstbaren krieg wider so mächtige potentaten fiehren? Wan sy 2 <lb facs="APWIIA5_p0288l11" xml:id="bsb00056760_00288_011" n="11"/>oder 3 königreich, 3 oder 4 fürstenthumb hetten, so khunden sy vileicht ain oder das <lb facs="APWIIA5_p0288l12" xml:id="bsb00056760_00288_012" n="12"/>ander in die schanz schlagen und gedenckhen, sy möchten sich und die ihrige noch <lb facs="APWIIA5_p0288l13" xml:id="bsb00056760_00288_013" n="13"/>underhalten und das verlohrne khünfftig widerumb recuperiern. Es ist sich vilmehr zu <lb facs="APWIIA5_p0288l14" xml:id="bsb00056760_00288_014" n="14"/>verwundern, das ihre churfürstliche durchlaucht und dero landt 28 jahr hero einen so <lb facs="APWIIA5_p0288l15" xml:id="bsb00056760_00288_015" n="15"/>cosstbarn krieg fiehren khünden. Wer nichts glauben, sonder weiss für schwarz halten <lb facs="APWIIA5_p0288l16" xml:id="bsb00056760_00288_016" n="16"/>will, der negiert prima principia, und ist mit ihme secundum rationem weitter nit zu <lb facs="APWIIA5_p0288l17" xml:id="bsb00056760_00288_017" n="17"/>handlen. Das aber andere stendt des Reichs den krieg zu fiehren nit vermögen, das <lb facs="APWIIA5_p0288l18" xml:id="bsb00056760_00288_018" n="18"/>bekhennen und bedeüren sy ebenmessig, ist auch so clar alß die sonnen. Und haben sy es <lb facs="APWIIA5_p0288l19" xml:id="bsb00056760_00288_019" n="19"/>vergangene jahr nit vermögt, so vermögen sy es hinfüro noch vil weniger, weilen der <lb facs="APWIIA5_p0288l20" xml:id="bsb00056760_00288_020" n="20"/>Fränckhisch und Schwebische craisß, welche bißhero, zwar mit eisserister betrangnus, <lb facs="APWIIA5_p0288l21" xml:id="bsb00056760_00288_021" n="21"/>bei den wintterquartiern etwas gethan, aber nunmehr in des feindts banden. Die andere <lb facs="APWIIA5_p0288l22" xml:id="bsb00056760_00288_022" n="22"/>stendt und craiß aber sein aintweder auch in der feindt banden oder ganz zu grundt <lb facs="APWIIA5_p0288l23" xml:id="bsb00056760_00288_023" n="23"/>gericht oder haben sich durch die neutralitet und particularaccomodation aus den sachen <lb facs="APWIIA5_p0288l24" xml:id="bsb00056760_00288_024" n="24"/>gezogen.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0288l25" xml:id="bsb00056760_00288_025" n="25"/>Ob und was aber ihre Kayserliche majestät für mitl haben, das wissen ihre churfürstliche <lb facs="APWIIA5_p0288l26" xml:id="bsb00056760_00288_026" n="26"/>durchlaucht nit, aber das wol, wie in meinem memorial auch angedeitt, das ihr <lb facs="APWIIA5_p0288l27" xml:id="bsb00056760_00288_027" n="27"/>Kayserliche majestät von ihrer churfürstlichen durchlaucht gelt, pferdt, artelleria, <w lemma="munition"><orig>muni-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0288l28" xml:id="bsb00056760_00288_028" n="28"/><orig>tion</orig></w>, profiant und fuehrwerck begert, welches sy nit wurden gethan haben, wan sy die <lb facs="APWIIA5_p0288l29" xml:id="bsb00056760_00288_029" n="29"/>mitl selbst hetten, inmassen dan ihrer churfürstlichen durchlaucht die vorgelichne <lb facs="APWIIA5_p0288l30" xml:id="bsb00056760_00288_030" n="30"/>profiant yber öffters ansuechen bißhero nit erstattet noch mir auf mein memorial <lb facs="APWIIA5_p0288l31" xml:id="bsb00056760_00288_031" n="31"/>deßhalben ainicher bschaidt erthailt worden. Es hat zwar herr von Traun, alß er <lb facs="APWIIA5_p0288l32" xml:id="bsb00056760_00288_032" n="32"/>iungstlich bei ihrer churfürstlichen durchlaucht gewesen, sich vernemmen lassen, das <lb facs="APWIIA5_p0288l33" xml:id="bsb00056760_00288_033" n="33"/>etliche ihrer majestät räth der mainung sein, das im Römischen Reich noch wol mitl <lb facs="APWIIA5_p0288l34" xml:id="bsb00056760_00288_034" n="34"/>vorhanden, den krieg weitter zu continuiern und man derowegen noch nit in den <lb facs="APWIIA5_p0288l35" xml:id="bsb00056760_00288_035" n="35"/>extremiteten begriffen sei, wie andere sichs einbilden wöllen. Man hatt aber dise blosse <lb facs="APWIIA5_p0288l36" xml:id="bsb00056760_00288_036" n="36"/>anschleg und lähre hoffnungen, so nur in speculatione stehn, bishero practice nit <lb facs="APWIIA5_p0288l37" xml:id="bsb00056760_00288_037" n="37"/>demonstriern noch zaigen khünden, wo dergleichen mitl, welche wider solche mechtige <lb facs="APWIIA5_p0288l38" xml:id="bsb00056760_00288_038" n="38"/>feindt bei ihren alberaith inhabenden starckhen vorthlen, pässen und landten genuegsam <lb facs="APWIIA5_p0288l39" xml:id="bsb00056760_00288_039" n="39"/>und erkleckhlich und sich darauf zu verlassen sei, zu finden, dan mit solchen blossen <lb facs="APWIIA5_p0288l40" xml:id="bsb00056760_00288_040" n="40"/>einbildungen und anschlegen lasst sich der krieg nit fiehren noch der feindt schlagen, <lb facs="APWIIA5_p0288l41" xml:id="bsb00056760_00288_041" n="41"/>sonder es muess das werckh und die thatt selbst darbei sein.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0288l42" xml:id="bsb00056760_00288_042" n="42"/>Man möchte vileicht wol leith und vorschleg findten, die dahin gehn, das, weilen sedes <lb facs="APWIIA5_p0288l43" xml:id="bsb00056760_00288_043" n="43"/>belli dermalen nit in ihrer Kayserlichen majestät erblandten, sondern in Schwaben und <lb facs="APWIIA5_p0288l44" xml:id="bsb00056760_00288_044" n="44"/>Bayrn, das man noch so gar mit mitlen nit aufflige noch zu denen conditionen, wie die <lb facs="APWIIA5_p0288l45" xml:id="bsb00056760_00288_045" n="45"/>cronen begern, ursach habe. Es ist aber eben darumben mit dem krieg desto weniger <lb facs="APWIIA5_p0288l46" xml:id="bsb00056760_00288_046" n="46"/>fortzekhommen und der friden desto mehr zu befürdern, weilen nunmehr das Reich <lb facs="APWIIA5_p0288l47" xml:id="bsb00056760_00288_047" n="47"/>vasst ganz in der feindt handen, darzue ein lautters scheleton und zu continuation des <lb facs="APWIIA5_p0288l48" xml:id="bsb00056760_00288_048" n="48"/>kriegs nichts thuen khan, auch ihrer majestät erblandt mehrernthails ruiniert, thails vom <lb facs="APWIIA5_p0288l49" xml:id="bsb00056760_00288_049" n="49"/>feindt occupiert und die ybrige zu fiehrung des kriegs nit bastant sein, wie ihre <lb facs="APWIIA5_p0288l50" xml:id="bsb00056760_00288_050" n="50"/>Kayserliche majestät solches selbst besser wissen und in der thatt bekhennen, weilen sy <lb facs="APWIIA5_p0288l51" xml:id="bsb00056760_00288_051" n="51"/>die requisita zum krieg bei andern suechen.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0288l52" xml:id="bsb00056760_00288_052" n="52"/>Wie es mit den wintterquartiern, so ein fürnemmes haubtstuckh des kriegs ist, <w lemma="beschaffen"><orig>beschaf-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0288l53" xml:id="bsb00056760_00288_053" n="53"/><orig>fen</orig></w>, das ist laider am tag und darzue khein mitl zu ersinnen. Dan weilen der feindt an der<pb n="213" facs="APWIIA5_p0289" sameAs="#bsb00056760_00289"/><lb facs="APWIIA5_p0289l1" xml:id="bsb00056760_00289_001" n="1"/>Thonau einen vessten fuess gesezt und dem ansechen nach nit darvon zu treiben, auch in <lb facs="APWIIA5_p0289l2" xml:id="bsb00056760_00289_002" n="2"/>Bayrn die vesstung Rhain in seinen handten ist, so hatt und behelt er zu seinen quartiern <lb facs="APWIIA5_p0289l3" xml:id="bsb00056760_00289_003" n="3"/>den Fränckhischen und Schwebischen craisß, auch einen thail in Bayrn. Und weilen <lb facs="APWIIA5_p0289l4" xml:id="bsb00056760_00289_004" n="4"/>unmüglich, das volckh yber wintter in Bayrn zu erhalten, so würdt der feindt noch <lb facs="APWIIA5_p0289l5" xml:id="bsb00056760_00289_005" n="5"/>weiter hineinruckhen, ihrer Kayserlichen majestät und churfürstlichen durchlaucht <lb facs="APWIIA5_p0289l6" xml:id="bsb00056760_00289_006" n="6"/>armaden aber aus mangl der quartier unfelbar zu grundt gehen und sich verlauffen oder <lb facs="APWIIA5_p0289l7" xml:id="bsb00056760_00289_007" n="7"/>besorglich gar in unwillen und desperation gerathen miessen; warzue sy umb so vil mehr <lb facs="APWIIA5_p0289l8" xml:id="bsb00056760_00289_008" n="8"/>anlasß, weilen sy sich weder quartier noch guetten außgangs zue getrössten und ohnedas <lb facs="APWIIA5_p0289l9" xml:id="bsb00056760_00289_009" n="9"/>aller respect und disciplin bei der armada et sine spe remedii verlohren, dergleichen <lb facs="APWIIA5_p0289l10" xml:id="bsb00056760_00289_010" n="10"/>unwillen und auffstandt lestlichen auch von landten und underthanen, wan sy sich <lb facs="APWIIA5_p0289l11" xml:id="bsb00056760_00289_011" n="11"/>kheines fridens zu getrössten haben, zu besorgen ist. Auff auslendische hilffen, man sage <lb facs="APWIIA5_p0289l12" xml:id="bsb00056760_00289_012" n="12"/>und hoffe, gleich was man wöll, ist sich umb so vil weniger zu verlassen, weilen dieselben <lb facs="APWIIA5_p0289l13" xml:id="bsb00056760_00289_013" n="13"/>ihnen selbst nit helfen khünden.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0289l14" xml:id="bsb00056760_00289_014" n="14"/>So ist auch auf khunfftige besserung oder guette effect des kriegs khein hoffnung zu <lb facs="APWIIA5_p0289l15" xml:id="bsb00056760_00289_015" n="15"/>machen, dan weilen mit iezigen florierenden, aus ihrer churfürstlichen durchlaucht <lb facs="APWIIA5_p0289l16" xml:id="bsb00056760_00289_016" n="16"/>landten und mit dero eisseristen verderben zum lesten mahl wolaußgerichten und <lb facs="APWIIA5_p0289l17" xml:id="bsb00056760_00289_017" n="17"/>gestaffierten armaden, welche mit profiant, munition, artelleria und aller notturfft <lb facs="APWIIA5_p0289l18" xml:id="bsb00056760_00289_018" n="18"/>fürsechen, auch mueth und lusst an den feindt hatt, wenig gericht und dem feindt sich an <lb facs="APWIIA5_p0289l19" xml:id="bsb00056760_00289_019" n="19"/>der Thonau zu stabiliern und zu sterckhen lufft gelassen würdt, so würdt khunfftig, da <lb facs="APWIIA5_p0289l20" xml:id="bsb00056760_00289_020" n="20"/>die armaden an volckh, pferdten und anderm in khürze abnemmen muesß, noch weniger <lb facs="APWIIA5_p0289l21" xml:id="bsb00056760_00289_021" n="21"/>ze richten und ze hoffen, auch khein mitl mehr ybrig sein, dieselben widerumb in ein <lb facs="APWIIA5_p0289l22" xml:id="bsb00056760_00289_022" n="22"/>solchen standt zu richten und mit aller notturfft zu fürsechen, weilen khein solches <lb facs="APWIIA5_p0289l23" xml:id="bsb00056760_00289_023" n="23"/>curfürstenthumb mehr zu aufricht- und underhaltung der armaden vorhanden, sonder <lb facs="APWIIA5_p0289l24" xml:id="bsb00056760_00289_024" n="24"/>allein disß noch ybrig ist, auch necessario und ohne alles widersprechen erfolgen würdt, <lb facs="APWIIA5_p0289l25" xml:id="bsb00056760_00289_025" n="25"/>das, gleichwie die feindt von jahrn zu jahren hero, da man noch bessere mitl zur <lb facs="APWIIA5_p0289l26" xml:id="bsb00056760_00289_026" n="26"/>defension und widerstandt gehabt, ain landt, ain pasß, ain plaz, ain wasserstrom nach <lb facs="APWIIA5_p0289l27" xml:id="bsb00056760_00289_027" n="27"/>dem andern und lestlichen die Thonau und Bayern, so ihme allain gemanglet, in sein <lb facs="APWIIA5_p0289l28" xml:id="bsb00056760_00289_028" n="28"/>gewalt gebracht, sy khunfftigs jahr den resst und also das ganze Römische Reich ohne <lb facs="APWIIA5_p0289l29" xml:id="bsb00056760_00289_029" n="29"/>sondere miehe und widerstandt in ihren dominat und gewalt bringen und dasselbe sambt <lb facs="APWIIA5_p0289l30" xml:id="bsb00056760_00289_030" n="30"/>der religion undertruckhen, auch von khainem tractat und friden mehr hören, sonder in <lb facs="APWIIA5_p0289l31" xml:id="bsb00056760_00289_031" n="31"/>politischen und religionssachen alles nach ihrem arbitrio und willen machen werden.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0289l32" xml:id="bsb00056760_00289_032" n="32"/>Wan doch nur ein ainzige hoffnung oder realmitl, so probabil und zu demonstrirn, <lb facs="APWIIA5_p0289l33" xml:id="bsb00056760_00289_033" n="33"/>vorhanden wäre, das man nur das wenige, so noch ybrig ist, erhalten (dan bei oberzelter <lb facs="APWIIA5_p0289l34" xml:id="bsb00056760_00289_034" n="34"/>wissentlicher beschaffenheit das verlohrne per arma zu recuperiern hatt gar khein <lb facs="APWIIA5_p0289l35" xml:id="bsb00056760_00289_035" n="35"/>apparenz noch hoffnung), so möchten etwan dieyenigen, so andere gedanckhen haben, <lb facs="APWIIA5_p0289l36" xml:id="bsb00056760_00289_036" n="36"/>etwas zu entschuldigen sein. Aber weilen weder zu erhaltung des ybrigen noch zu <lb facs="APWIIA5_p0289l37" xml:id="bsb00056760_00289_037" n="37"/>recuperierung des verlohrnen khain mitl verhanden, sonder nichts anders alß totalis <lb facs="APWIIA5_p0289l38" xml:id="bsb00056760_00289_038" n="38"/>interitus und völlige undertruckhung zu gewartten, so ist ja besser und aller vernunfft <lb facs="APWIIA5_p0289l39" xml:id="bsb00056760_00289_039" n="39"/>gemesser, wie auch zu allen saeculis und erst under disem wehrenden krieg von <lb facs="APWIIA5_p0289l40" xml:id="bsb00056760_00289_040" n="40"/>underschidlichen practiziert worden, das, wan man ye nit khan, wie man will, aufs <lb facs="APWIIA5_p0289l41" xml:id="bsb00056760_00289_041" n="41"/>wenigist thue, wie man immer khan.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0289l42" xml:id="bsb00056760_00289_042" n="42"/>Aus disem fundamento folgt nunn vernünfftig, necessario und consequenter, das die <lb facs="APWIIA5_p0289l43" xml:id="bsb00056760_00289_043" n="43"/>andere propositio super necessitate inevitabili, einen gemainen friden auch quocunque <lb facs="APWIIA5_p0289l44" xml:id="bsb00056760_00289_044" n="44"/>modo fürderlich zu machen, fundiert ist, weilen inter bellum et pacem khein mitl und, <lb facs="APWIIA5_p0289l45" xml:id="bsb00056760_00289_045" n="45"/>wer nit kriegen khan, den friden, wie er denselben haben khan, annemmen muesß; mit <lb facs="APWIIA5_p0289l46" xml:id="bsb00056760_00289_046" n="46"/>welchem umb so vil mehr zu eilen und ein ganzes zu machen, damit hernach, wan es ad <lb facs="APWIIA5_p0289l47" xml:id="bsb00056760_00289_047" n="47"/>extrema khommen und alles verlohrn, nit alle hoffnung zum friden aintweder gar <lb facs="APWIIA5_p0289l48" xml:id="bsb00056760_00289_048" n="48"/>verlohrn oder die conditiones so schwer gemacht werden, das man winschen wurde, man <lb facs="APWIIA5_p0289l49" xml:id="bsb00056760_00289_049" n="49"/>hette gefolgt und dises oder yenes vergeben, ingestalten man dan eben heur den <lb facs="APWIIA5_p0289l50" xml:id="bsb00056760_00289_050" n="50"/>frembden cronen solche conditiones landt und vesstungen offeriern miessen, das man <lb facs="APWIIA5_p0289l51" xml:id="bsb00056760_00289_051" n="51"/>vileicht vor 2 oder 3 jahren, wie mans treulich vorgesagt und gewahrnet, mit wenigern <lb facs="APWIIA5_p0289l52" xml:id="bsb00056760_00289_052" n="52"/>schaden hette friden machen und aus den sachen khommen khünden. Es vergeben nur <lb facs="APWIIA5_p0289l53" xml:id="bsb00056760_00289_053" n="53"/>ihr Kayserliche majestät yber das noch ein mehrers, so würdt es doch alzeit besser sein<pb n="214" facs="APWIIA5_p0290" sameAs="#bsb00056760_00290"/><lb facs="APWIIA5_p0290l1" xml:id="bsb00056760_00290_001" n="1"/>alß alles verliehrn, und noch ze hoffen, es werde der allmechtig Gott, in cuius manu <lb facs="APWIIA5_p0290l2" xml:id="bsb00056760_00290_002" n="2"/>conversiones regnorum et vicissitudines rerum sunt, noch andere und bessere mitl, daran <lb facs="APWIIA5_p0290l3" xml:id="bsb00056760_00290_003" n="3"/>der mensch nit gedenckht, schickhen. Wegen der cron Franckhreich satisfaction ist man <lb facs="APWIIA5_p0290l4" xml:id="bsb00056760_00290_004" n="4"/>verglichen, wegen der Schwedischen aber, wan sy mit ganz Pommern und was darzue <lb facs="APWIIA5_p0290l5" xml:id="bsb00056760_00290_005" n="5"/>offeriert worden, ye nit content sein wollen, wäre ohne masßgebung rathsammer, etwan <lb facs="APWIIA5_p0290l6" xml:id="bsb00056760_00290_006" n="6"/>noch etwas in die schanz zu schlagen als in disen miseriis et periculo amittendi omnia zu <lb facs="APWIIA5_p0290l7" xml:id="bsb00056760_00290_007" n="7"/>bleiben. Und wan nun beeden cronen also ihr satisfaction, welche vornemblich in den <lb facs="APWIIA5_p0290l8" xml:id="bsb00056760_00290_008" n="8"/>politicis bestehet, geben würdt, so ist nit zu zweiflen, man werde mit den protestierenden <lb facs="APWIIA5_p0290l9" xml:id="bsb00056760_00290_009" n="9"/>wegen ihrer gravaminum in puncto religionis auch desto besser fortkhommen und sy ad <lb facs="APWIIA5_p0290l10" xml:id="bsb00056760_00290_010" n="10"/>mitiora consilia vermögen, zumalen sy ihre exorbitantia und ganz unbilliche postulata <lb facs="APWIIA5_p0290l11" xml:id="bsb00056760_00290_011" n="11"/>bißhero allein darumben so starckh behauptet, weilen die Schwedische plenipotentiarii <lb facs="APWIIA5_p0290l12" xml:id="bsb00056760_00290_012" n="12"/>sy immerzue darauf gesteifft haben, in hoffnung, ihr satisfaction durch assistenz der <lb facs="APWIIA5_p0290l13" xml:id="bsb00056760_00290_013" n="13"/>protestierenden desto eheunder hindurchzutruckhen. Derowegen, wan die Schwedische <lb facs="APWIIA5_p0290l14" xml:id="bsb00056760_00290_014" n="14"/>ihr begerte satisfaction erlangt, werden sy khein ursach haben, sich weitter an die <lb facs="APWIIA5_p0290l15" xml:id="bsb00056760_00290_015" n="15"/>protestierende so starckh ze hengen und ihnen in ihren postulaten solchen beistandt, wie <lb facs="APWIIA5_p0290l16" xml:id="bsb00056760_00290_016" n="16"/>bißhero geschechen, zu laisten, sonder verhoffentlich sich neben den Französischen <lb facs="APWIIA5_p0290l17" xml:id="bsb00056760_00290_017" n="17"/>plenipotentiarien selbst bemiehen, sy, die protestierende, zu billichmesßigen <w lemma="vergleichsmitlen"><orig>vergleichs-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0290l18" xml:id="bsb00056760_00290_018" n="18"/><orig>mitlen</orig></w> zu disponiern. Es würdt auch leidenlicher und verantworttlicher und ir majestät <lb facs="APWIIA5_p0290l19" xml:id="bsb00056760_00290_019" n="19"/>zweifelsohne selbst dahin incliniert sein, den Schwedischen zu agiustierung ihrer <lb facs="APWIIA5_p0290l20" xml:id="bsb00056760_00290_020" n="20"/>satisfaction etwas in politicis nachzugeben alß den protestierenden in ihren zu der <lb facs="APWIIA5_p0290l21" xml:id="bsb00056760_00290_021" n="21"/>cathollischen religion unwiderbringlichen schaden und genzlichen außtilgung <w lemma="geraichenden"><orig>geraichen-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0290l22" xml:id="bsb00056760_00290_022" n="22"/><orig>den</orig></w> postulaten zu willfahren.</p>
	    <p><lb facs="APWIIA5_p0290l23" xml:id="bsb00056760_00290_023" n="23"/>Da nun bei disem allem der gemaine friden nit baldt beschlossen werden wolte und solte, <lb facs="APWIIA5_p0290l24" xml:id="bsb00056760_00290_024" n="24"/>so ist fürs dritte aus meinem memorial und mündtlich mehrers außgefiehrten <w lemma="umbstendten"><orig>umbstend-</orig> <lb facs="APWIIA5_p0290l25" xml:id="bsb00056760_00290_025" n="25"/><orig>ten</orig></w> ainmahl richtig und pro decreto certo ac imutabili zu halten, man glaube es gleich <lb facs="APWIIA5_p0290l26" xml:id="bsb00056760_00290_026" n="26"/>oder nit, das ihre churfürstliche durchlaucht, mein genedigister herr, aus wissentlicher <lb facs="APWIIA5_p0290l27" xml:id="bsb00056760_00290_027" n="27"/>eisserister necessitet getrungen, dann gewissens und pflicht halben, so sy gegen iren von <lb facs="APWIIA5_p0290l28" xml:id="bsb00056760_00290_028" n="28"/>Gott anvertrautten landten tragen, schuldig und in eventum bestendig resolviert sein, <lb facs="APWIIA5_p0290l29" xml:id="bsb00056760_00290_029" n="29"/><hi style="font-style:italic;">sich, seine Familie und sein Land vor dem endgültigen Untergang zu retten, zumal er nur</hi> <lb facs="APWIIA5_p0290l30" xml:id="bsb00056760_00290_030" n="30"/><hi style="font-style:italic;">dieses eine Land zu verlieren habe. Ihm tue diese Entscheidung leid, aber er glaube, wegen</hi> <lb facs="APWIIA5_p0290l31" xml:id="bsb00056760_00290_031" n="31"/><hi style="font-style:italic;">seiner langen Dienste und der nahen Verwandtschaft zum Ks.</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIA5_p0290n9" xml:id="bsb00056760_00290_dok0124-C_n02"> <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0290l47" xml:id="bsb00056760_00290_047" n="47"/>Kf. Maximilian I. von Bayern (1573–1651; 1623 Kf.) war in zweiter Ehe mit der Schwester <lb facs="APWIIA5_p0290l48" xml:id="bsb00056760_00290_048" n="48"/>des Ks.s, Ehg.in Maria Anna (vgl. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIA5_p0139n1" target="#bsb00056760_00139_033">nr. 33 Anm. 1</ref>) verheiratet. Seine eigene Schwester, ebenfalls <lb facs="APWIIA5_p0290l49" xml:id="bsb00056760_00290_049" n="49"/>Maria Anna mit Namen (1574–1616) (<hi style="font-style:smallCaps;">Stammtafeln</hi> I Tafeln 16, 25), war die Mutter <lb facs="APWIIA5_p0290l50" xml:id="bsb00056760_00290_050" n="50"/>Ferdinands III.</p></note> <hi style="font-style:italic;">könne ihm nichts anderes</hi> <lb facs="APWIIA5_p0290l32" xml:id="bsb00056760_00290_032" n="32"/><hi style="font-style:italic;">zugemutet werden. Auch der Ks. werde gerne sehen, wenn dieses alte Kurhaus erhalten bleibe.</hi> <lb facs="APWIIA5_p0290l33" xml:id="bsb00056760_00290_033" n="33"/><hi style="font-style:italic;">Auf jeden Fall sei sich der Kf. sicher, für Ks., Reich und gemeines Wesen, für Gott und die</hi> <lb facs="APWIIA5_p0290l34" xml:id="bsb00056760_00290_034" n="34"/><hi style="font-style:italic;">kath. Religion sein Möglichstes getan zu haben.</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;"><lb facs="APWIIA5_p0290l35" xml:id="bsb00056760_00290_035" n="35"/>Über dieses bitte ich um eine andere und genehmere Resolution, damit ich die Rückreise <lb facs="APWIIA5_p0290l36" xml:id="bsb00056760_00290_036" n="36"/>antreten kann.</p>
	  </div>