<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00087_sec0024" corresp="#bsb00056732_00087">
	    <head><hi style="font-style:italic;">2. Das Fürstenratsbedenken vom 27. April 1646</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Analog zum Beratungsverlauf bestand das <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> des Fürstenrats aus zwei Teilen: der Correlation zu Klasse I und der Correlation zu Klasse II bis IV der Repliken<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n269" xml:id="bsb00056732_00087_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 121 bei Anm. 2.</p></note>. Beide enthielten die Stellungnahmen zu den <w lemma="Punkten"><orig>Punk-</orig><orig>ten</orig></w>, in denen die Friedensvorschläge des Kaisers einerseits und Schwedens und Frankreichs andererseits voneinander abwichen oder die eine Seite Formulierungen der anderen geändert oder gestrichen haben wollte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n270" xml:id="bsb00056732_00087_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_003"/> <p style="font-style:italic;">Dabei ging es konkret um die schwed. und frz. Proposition II von 1645 VI 11, die dazu Stellung nehmenden ksl. Responsionen von 1645 IX 25 und die Repliken Frk.s und Schwedens von 1646 I 7 (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0133n3" target="#bsb00056732_00133_041">Nr. 95 Anm. 3</ref>, 7, 8 und 9).</p></note>. Der erste Punkt der Correlation zu Klasse I betraf die schwedische <w lemma="Behauptung"><orig>Behaup-</orig><orig>tung</orig></w>, nicht gegen das Reich Krieg geführt zu haben, konkret die <w lemma="schwedische"><orig>schwe-</orig><orig>dische</orig></w> Forderung nach Auslassung der Worte <hi style="font-style:normal;">in Imperium</hi> in der <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiserli-</orig><orig>chen</orig></w> Responsion <note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n271" xml:id="bsb00056732_00087_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu Nr. 97 bei Anm. 8.</p></note>. Fürstenrat und Städterat schlugen vor, die Worte zur Vermeidung einer Diskussion über die Kriegsgründe auszulassen (zu <hi style="font-style:normal;"><w lemma="dissimulieren"><orig>dis-</orig><orig>simulieren</orig></w></hi>)<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n272" xml:id="bsb00056732_00087_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_005"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I der Repliken (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00536.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 510</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Solchemnach</hi>); Correlation des SR, Ad prooemium (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 947, erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">So viel</hi>). <hi style="font-style:normal;">Dissimulieren</hi> bezeichnet das Ausklammern von unlösbar erscheinenden Fragen und damit eine in der Frühen Neuzeit typische Form des politischen <w lemma="Kompromisses"><orig>Kompromis-</orig><orig>ses</orig></w>, s. dazu <hi style="font-style:smallCaps;">Kaiser</hi>, 292 (mit Angaben zur älteren Literatur).</p></note>. Der Kurfürstenrat empfahl, zur Vermeidung neuer <w lemma="Diskussionen"><orig>Diskus-</orig><orig>sionen</orig></w> <hi style="font-style:normal;">in Germaniam</hi> statt <hi style="font-style:normal;">in Imperium</hi> zu setzen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n273" xml:id="bsb00056732_00087_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_006"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse III (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00952.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 926f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Bey der 2)<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Der zweite Punkt der Correlation des Fürstenrats betraf die schwedische Forderung, daß Spanien nicht auf der Seite des Kaisers als Kriegsgegner Schwedens genannt werden solle<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n274" xml:id="bsb00056732_00087_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_007"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe Nr. 97 bei Anm. 34. Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I der Repliken (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00536.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 510</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter Absatz, beginnend</hi> Fuer das Andere<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Hier befand der Fürstenrat, daß die Klärung dieser Frage <w lemma="Schweden"><orig>Schwe-</orig><orig>den</orig></w> und Spanien überlassen werden könne. Der Kurfürstenrat empfahl, der Kaiser solle von Schweden und Frankreich eine Erläuterung fordern, da sich beide in diesem Punkt uneins seien; im übrigen könne Spanien vom Frieden nicht ausgeschlossen werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n275" xml:id="bsb00056732_00087_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_008"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse III (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00953.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 927</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Belangend die Cron<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Der Städterat hat sich zu der schwedischen Forderung nicht geäußert. Das Schönebecker Projekt von 1635, das Schweden offiziell nicht anerkannte, solle der Kaiser, so empfahl der Fürstenrat, nicht erwähnen, da es keine Verbindlichkeit habe. Ähnlich, aber weniger definitiv, formulierte der Städterat, während der <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kurfürsten-</orig><orig>rat</orig></w> darauf verwies, daß Schweden das Projekt selbst in seiner Proposition II <pb n="LXXXVIII" facs="APWIIIA3-3_p0088" sameAs="#bsb00056732_00088"/>erwähnt habe<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n276" xml:id="bsb00056732_00088_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_001"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00537.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 511</ref>, erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Drittens <w lemma="begehren"><orig>be-</orig><orig>gehren</orig></w></hi>); Correlation des SR (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 948, erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Was ferners</hi>). <w lemma="Relation"><orig>Rela-</orig><orig>tion</orig></w> des KFR, Klasse I (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 916, zweitletzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Und haben</hi>). Im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> hatte der Österreichische Direktor ebenso argumentiert (Nr. 97 bei Anm. 41). Zu den Schönebecker Verhandlungen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0180n42" target="#bsb00056732_00180_038">Nr. 97 Anm. 42</ref>; zu den Gründen, warum die <w lemma="meisten"><orig>mei-</orig><orig>sten</orig></w> Evangelischen eine Bezugnahme darauf ablehnten, s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2, 7 Z. 11–23. Der SR hat sich in seiner Meinung über das Projekt an den <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> angepaßt (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 6, 74 Z. 2–6).</p></note>. Der Fürstenrat empfahl dem Kaiser, der französischen Forderung nach Geleitbriefen für die portugiesischen Gesandten nicht stattzugeben; falls aber Frankreich deshalb die Friedensverhandlungen verzögere, solle nach einem Weg gesucht werden, wie Frankreich ohne <w lemma="Einmischung"><orig>Ein-</orig><orig>mischung</orig></w> dieses Streits in die Reichsangelegenheiten zufriedengestellt <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> könne. Der Kurfürstenrat lehnte die französische Forderung ab und überließ die Entscheidung dem Kaiser und Spanien, während sich die Reichsstädte mit dem Rat begnügten, daß die Hauptverhandlungen wegen dieser Forderung nicht verzögert werden dürften<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n277" xml:id="bsb00056732_00088_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00537.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 511</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> <w lemma="Gleichergestallt"><orig>Gleicher-</orig><orig>gestallt</orig></w><hi style="font-style:italic;">); Relation des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">914, zweiter Absatz, beginnend</hi> Und erfreuet<hi style="font-style:italic;">). Zu den Beratungen im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 100.</hi></p></note>. In der Frage der Amnestie riet der Fürstenrat dem Kaiser mehrheitlich, es bei der im <w lemma="Oktober"><orig>Okto-</orig><orig>ber</orig></w> 1645 in Kraft gesetzten Regensburger Amnestie von 1641 mit den <w lemma="Stichjahren"><orig>Stich-</orig><orig>jahren</orig></w> 1630 bzw. 1627 zu belassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n278" xml:id="bsb00056732_00088_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlatio des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00537.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 511</ref>, dritter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Hierauf ist</hi>). Zur Inkraftsetzung der Regensburger Amnestie s. oben S. LXVIII.</p></note>. Im Anschluß an die Argumente für diese Regelung, die im wesentlichen dem zweiten Correlationsentwurf vom 10. März entsprechen, verzeichnet die Correlation die abweichende Meinung der Evangelischen, die 1618 als Stichjahr empfahlen; diese <w lemma="Darlegungen"><orig>Darle-</orig><orig>gungen</orig></w> stimmen im Kern mit dem Magdeburger Votum zu Amnestie und Restitution vom 8. Februar und genauer mit dem am 10. März 1646 im Fürstenrat Osnabrück verlesenen <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> der evangelischen Reichsstände über Amnestie und Restitution überein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n279" xml:id="bsb00056732_00088_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_004"/> <p style="font-style:italic;">Correlatio des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00539.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 513</ref>, letzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Hingegen sind</hi>); Magdeburger Votum vom 8. Februar: s. S. 59–63; zweiter Correlationsentwurf Richtersbergers vom 10. März: s. S. 231–237; zum <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> s. Nr. 111 bei Anm. 45.</p></note>. Die <w lemma="Mehrheitsmeinung"><orig>Mehrheits-</orig><orig>meinung</orig></w> des Fürstenrats zur Amnestie entsprach jener des Kurfürstenrats, während sich Kurbrandenburg, wie die evangelischen <w lemma="Fürstenratsmitglieder"><orig>Fürstenratsmitglie-</orig><orig>der</orig></w>, für eine Amnestie mit dem Stichjahr 1618 aussprach. Ebenso empfahl der evangelische Teil des Städterats eine solche Amnestie. Der katholische hingegen legte die Gründe dar, die gegen diesen Terminus a quo sprächen, und setzte sich für 1630 als Stichjahr ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n280" xml:id="bsb00056732_00088_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_005"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse I,1 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00941.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 915</ref>–918). Abweichende „Meinungen“ <w lemma="Kurbrandenburgs"><orig>Kur-</orig><orig>brandenburgs</orig></w> sind in beigelegten Voten verzeichnet. Zur Beilage dieser Voten (statt der geforderten Einfügung) s. oben Anm. 246; zum kurbg. Votum zur Amnestie s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n29" target="#bsb00056732_00546_023">Nr. 119 Anm. 29</ref>. „Meinung“ der ev. Mitglieder des SR: s. Correlation des SR, Klasse I,1 (<hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Meiern"><orig>Mei-</orig><orig>ern</orig></w></hi> II, 948–952), „Meinung“ der kath. Mitglieder des SR: <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 952f.</p></note>. In der Amnestiefrage gaben <pb n="LXXXIX" facs="APWIIIA3-3_p0089" sameAs="#bsb00056732_00089"/>also alle drei Kurien nach konfessionellen Gesichtspunkten ein geteiltes <w lemma="Urteil"><orig>Ur-</orig><orig>teil</orig></w> ab. Diese Frage entzweite die Reichsstände stärker als jede andere.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zu den Privilegien und Rechten der Reichsstände hatte Schweden <w lemma="Aufklärung"><orig>Aufklä-</orig><orig>rung</orig></w> über eine Klausel gefordert, welche die in der kaiserlichen <w lemma="Responsion"><orig>Respon-</orig><orig>sion</orig></w> aufgezählten reichsständischen Rechte dahin beschränkte, daß alles <hi style="font-style:normal;">iuxta morem ab antiquo in Imperio receptum</hi> zu verstehen sei. Schweden hatte die rhetorische Frage gestellt, ob sich dies bis auf die Zeit des Kaisers Tiberius erstrecke. Der Fürstenrat ignorierte den ironischen Unterton und riet dem Kaiser zu der Antwort, daß sich die Klausel auf den neuzeitlichen Zustand des Reiches und dessen Fundamentalgesetze beziehe, empfahl aber ihre Auslassung, falls sie Verzögerungen verursache<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0089n281" xml:id="bsb00056732_00089_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00089_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Zu der Vorbehaltsklausel s. Nr. 99 bei Anm. 6 und dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">Frieden, 326; <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00543.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 517f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Was <w lemma="ferner"><orig>fer-</orig><orig>ner</orig></w><hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Der <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kurfür-</orig><orig>stenrat</orig></w> ging auf die eigentliche Intention der Schweden ein und nahm zu der Frage Stellung, ob und wie die kaiserlichen Reservatrechte und/oder die Rechte der Kurfürsten genannt werden sollten. Er befand, daß am <w lemma="besten"><orig>be-</orig><orig>sten</orig></w> beides zu umgehen sei; gegebenenfalls solle erläutert werden, daß dem Kaiser alle Hoheitsrechte zustünden, an denen die Reichsstände nicht kraft Wahlkapitulation, Goldener Bulle und den Reichsgrundgesetzen partizipierten. Daraus spricht die auch vom Kaiser geteilte Auffassung, daß ursprünglich alle Hoheitsrechte dem Kaiser zukamen, der die <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig><orig>stände</orig></w> an bestimmten partizipieren ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0089n282" xml:id="bsb00056732_00089_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00089_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse I,2 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00945.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 919</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Bey dem 2) Puncte<hi style="font-style:italic;">). Näher dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">Frieden, 326.</hi></p></note>. Der Städterat zählte die in der kaiserlichen Responsion genannten Rechte der Reichsstände auf, <w lemma="verwandelte"><orig>verwan-</orig><orig>delte</orig></w> aber die Vorbehaltsklausel in die Aussage, daß die Partizipation der Reichsstände an diesen Rechten ohnehin den Reichsgrundgesetzen und dem Herkommen entspreche. Außerdem hat der Städterat Änderungen an der kaiserlichen Aufzählung der Rechte vorgenommen, indem einige spezifiziert bzw. ergänzt wurden. Die Reichsstädte baten um eine <w lemma="Enumeration"><orig>Enume-</orig><orig>ration</orig></w> der Rechte im Friedensvertrag<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0089n283" xml:id="bsb00056732_00089_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00089_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des SR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00980.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 954</ref>, Ende des ersten Absatzes, beginnend <hi style="font-style:normal;">Auf die beym</hi>). – Die ksl. Responsion an Schweden spricht von Krieg oder Rüstung zum Krieg (zu Art. 5, <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00744.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> I, 620</ref>), die Correlation des SR von Musterplätzen, Einquartierungen, Besatzungen und Erbauung neuer Befestigungen in den Territorien der Reichsstände.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Der Fürstenrat hat nachträglich noch einmal zu den Reichsrechten <w lemma="Stellung"><orig>Stel-</orig><orig>lung</orig></w> genommen und in Korrektur seines ursprünglichen <w lemma="Beratungsergebnisses"><orig>Beratungsergeb-</orig><orig>nisses</orig></w> mehrheitlich beschlossen, daß die kaiserliche Vorbehaltsklausel ganz ausgelassen und nur die Aufzählung der reichsständischen Rechte <w lemma="stehenbleiben"><orig>stehen-</orig><orig>bleiben</orig></w> solle. Auch der Fürstenrat hat nun bei deren Wiedergabe in seiner Correlation Änderungen vorgenommen, indem er zusätzlich Werbung und Einquartierung, Befestigung oder Besetzung in den Territorien der Reichsstände als Aufgaben nannte, über die der Reichstag entscheiden <w lemma="solle"><orig>sol-</orig><orig>le</orig></w>; am Ende der Aufzählung nannte er summarisch <hi style="font-style:normal;">andere Negotia <w lemma="gleicher"><orig>glei-</orig><pb n="XC" facs="APWIIIA3-3_p0090" sameAs="#bsb00056732_00090"/><orig>cher</orig></w></hi><hi style="font-style:normal;"> Natur und Eigenschafft</hi> Eine Minderheit empfahl hingegen, die <w lemma="Vorbehaltsklausel"><orig>Vor-</orig><orig>behaltsklausel</orig></w> unverändert stehenzulassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n284" xml:id="bsb00056732_00090_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_001"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00925.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 899</ref>f, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">Ferners haben</hi>). Der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> beriet nach vorangegangener Behandlung dieses Punkts im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> in der letzten Sitzung vor der Re- und Correlation über die Vorbehaltsklausel (s. Nr. 118 bei Anm. 5).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Beim Bündnisrecht der Reichsstände solle, so empfahl der Fürstenrat, die von den Schweden angegriffene Klausel <hi style="font-style:normal;">contra Imperatorem et Imperium</hi> stehenbleiben. Sie ließ Bündnisse der Reichsstände mit auswärtigen <w lemma="Mächten"><orig>Mäch-</orig><orig>ten</orig></w> nur dann zu, wenn sie sich nicht gegen Kaiser und Reich richteten. Auch die Mehrheit der Kurfürsten und die Reichsstädte sprachen sich für die Beibehaltung der Klausel aus. Kurbrandenburg allerdings wollte <w lemma="Vorsorge"><orig>Vor-</orig><orig>sorge</orig></w> für den Fall getroffen wissen, daß der Kaiser und das Haus <w lemma="Österreich"><orig>Öster-</orig><orig>reich</orig></w> gegen das Reich Krieg führten. Eine solche Unterscheidung zwischen Kaiser und Reich hatte Schweden mit der Forderung angeregt, daß <w lemma="Bündnisse"><orig>Bünd-</orig><orig>nisse</orig></w> gegen den Kaiser zuzulassen seien, falls dieser gegen die <w lemma="Reichsgrundgesetze"><orig>Reichs-</orig><orig>grundgesetze</orig></w> verstoße<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n285" xml:id="bsb00056732_00090_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_002"/> <p style="font-style:italic;">Zu der Klausel s. Nr. 99 bei Anm. 7; s. dort S. 79 Z. 23–30 die Argumentation gegen den schwed. Vorschlag nach Unterscheidung zwischen Ks. und Reich und dazu <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, Frieden, 328. Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00543.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 517</ref>f, hier 517, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Was ferner</hi>); Relation des KFR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00945.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 919</ref>, letzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Betreffend</hi> den); Correlation des SR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00981.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 955</ref>, <w lemma="letzter"><orig>letz-</orig><orig>ter</orig></w> Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Kuenftige</hi>); zum kurbg. Votum zum reichsständischen <w lemma="Bündnisrecht"><orig>Bündnis-</orig><orig>recht</orig></w> s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n33" target="#bsb00056732_00546_034">Nr. 119 Anm. 33</ref>.</p></note>. Der Fürstenrat trat ferner für Gültigkeit und Bestand der Erbverbrüderung zwischen den kurfürstlichen und fürstlichen Häusern Sachsen, Brandenburg und Hessen ein, während der Städterat nur allgemein von der Erhaltung der Erbvereinigungen <hi style="font-style:normal;">(pacta gentilitia)</hi> sprach und der Kurfürstenrat darüber nichts sagte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n286" xml:id="bsb00056732_00090_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (wie vorige Anm.); Correlation des SR, Klasse I,2 (wie vorige Anm.).</p></note>. Zu der Frage der französischen Replik, ob das Reich ohne Einschluß Spaniens mit <w lemma="Frankreich"><orig>Frank-</orig><orig>reich</orig></w> Frieden schließen wolle, befand der Fürstenrat einstimmig, daß die Beantwortung zu verschieben sei, bis andere, das Römische Reich <w lemma="betreffende"><orig>betref-</orig><orig>fende</orig></w> Probleme gelöst seien; wenn Frankreich aber die <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensverhand-</orig><orig>lungen</orig></w> deshalb verzögere, sei der Friede im <hi style="font-style:normal;">Vaterland Deutscher Nation</hi> deswegen nicht aufzuhalten; sinngemäß ebenso votierte der Städterat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n287" xml:id="bsb00056732_00090_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_004"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00544.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 518</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Und <w lemma="demnach"><orig>dem-</orig><orig>nach</orig></w></hi>). Zur Beratung über diese Frage im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 101. – Correlation des SR, Klasse III (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00987.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 961</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Daß sonst</hi>). Zur Meinung des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> s. oben bei Anm. 275.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zu der französischen Forderung, Herzog Karl von Lothringen nicht zu den Friedensverhandlungen zuzulassen, riet der Fürstenrat, daß sich die kaiserlichen Gesandten weiterhin um die Erteilung der Geleitbriefe <w lemma="bemühen"><orig>be-</orig><orig>mühen</orig></w> sollten, doch ohne dadurch die Friedensverhandlungen zu <w lemma="verzögern"><orig>ver-</orig><orig>zögern</orig></w>. Er nahm damit eine mittlere Position ein, denn der Kurfürstenrat befand, daß die Geleitbriefe erteilt werden müßten, während sich der <pb n="XCI" facs="APWIIIA3-3_p0091" sameAs="#bsb00056732_00091"/>Städterat mit der Feststellung begnügte, daß die Friedensverhandlungen deshalb nicht verschleppt oder gehindert werden sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0091n288" xml:id="bsb00056732_00091_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00091_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00544.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi><hi style="font-style:italic;"> II, 518f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Was ferner<hi style="font-style:italic;">); Relation des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00940.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi><hi style="font-style:italic;"> II, 914f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Betreffend aber<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Ad Prooemium (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00973.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 947</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter Absatz, beginnend</hi> Und erfreuet<hi style="font-style:italic;">). Zur Beratung über diese Frage im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 101.</hi></p></note>. Frankreich hatte in der Proposition II vom 11. Juni 1645 gefordert, daß zu Lebzeiten eines Kaisers kein Römischer König gewählt werden dürfe; die Replik vom 7. Januar 1646 hatte dies noch zu der Forderung zugespitzt, daß kein <w lemma="Mitglied"><orig>Mit-</orig><orig>glied</orig></w> aus der Familie des Kaisers zum Römischen König gewählt werden dürfe. Darin sah der Fürstenrat einen Verstoß gegen die Goldene Bulle und die Wahlfreiheit der Kurfürsten und meinte zuversichtlich, daß Frankreich von dieser Forderung zurücktreten werde. Eine namentlich aufgeführte Mehrheit der protestantischen Fürstenratsmitglieder riet <w lemma="hingegen"><orig>hin-</orig><orig>gegen</orig></w>, der Kaiser möge Frankreich als Kompromiß vorschlagen, daß <w lemma="künftig"><orig>künf-</orig><orig>tig</orig></w> immer ein Reichstag die Frage prüfen werde, ob eine Römische <w lemma="Königswahl"><orig>Königs-</orig><orig>wahl</orig></w> vorzunehmen sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0091n289" xml:id="bsb00056732_00091_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00091_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00545.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 519</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Endlichen hat</hi>; namentlich genannt sind Pfalz-Lautem, Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken, <w lemma="Magdeburg"><orig>Mag-</orig><orig>deburg</orig></w>, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg, Sachsen-Weimar, Sachsen-Eisenach, Braunschweig [gemeint sind die drei braunschweigischen Fürstentümer Celle, <w lemma="Grubenhagen"><orig>Grubenha-</orig><orig>gen</orig></w> und Calenberg], Mecklenburg [gemeint sind Mecklenburg-Schwerin und <w lemma="Mecklenburg"><orig>Mecklen-</orig><orig>burg</orig></w>-Güstrow], Hessen [gemeint sind Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt], Baden-Durlach, Sachsen-Lauenburg, Anhalt). – Hintergrund war die Absicht, dem <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> eine <w lemma="Beteiligung"><orig>Be-</orig><orig>teiligung</orig></w> an der Röm. Kg.swahl zu verschaffen. Zu den Beratungen im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 103 und 108.</p></note>. Der Kurfürstenrat befand wie die Mehrheit des Fürstenrats, daß die französischen Forderungen dem Reichsrecht <w lemma="widersprächen"><orig>wider-</orig><orig>sprächen</orig></w> und daher abzulehnen seien. Der Städterat kam Frankreich <w lemma="etwas"><orig>et-</orig><orig>was</orig></w> entgegen, indem er empfahl, nur vacante Imperio einen Römischen König zu wählen, es sei denn, das allgemeine Wohl oder die Not des <w lemma="Reiches"><orig>Rei-</orig><orig>ches</orig></w> machten eine Ausnahme nötig<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0091n290" xml:id="bsb00056732_00091_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00091_003"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00946.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 920</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Was 4)</hi>). <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> des SR, Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00980.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 954</ref>f, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Und <w lemma="gleichwie"><orig>gleich-</orig><orig>wie</orig></w></hi>). Das Kurmainzer Direktorium stellte die (ev.) Fürstenratmitglieder und den SR bei der Re- und Correlation wegen der Vorschläge zur Röm. Kg.swahl zur Rede (s. Nr. 120 bei Anm. 33). Der Kurmainzer Deputierte kritisierte den <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> bei Übergabe der <w lemma="Reichsbedenken"><orig>Reichs-</orig><orig>bedenken</orig></w> an die Ksl. (s. Nr. 121 bei Anm. 11).</p></note>. Eine Hebung des Handels werde sich, so befand der Fürstenrat, durch den Friedensschluß von selbst <w lemma="einstellen"><orig>einstel-</orig><orig>len</orig></w>. Er sprach sich für die Abschaffung der während des Krieges <w lemma="eingeführten"><orig>einge-</orig><orig>führten</orig></w> Zölle und Zollerhöhungen aus und verwies unter dem Vorbehalt, daß die Friedensverhandlungen dadurch nicht verzögert würden, auf das Gutachten der Reichs- und Hansestädte. Der Kurfürstenrat empfahl <w lemma="ähnlich"><orig>ähn-</orig><orig>lich</orig></w>, aber detaillierter, daß alle ohne Zustimmung des Kaisers und der Kurfürsten neu erhobenen oder erhöhten Zölle abgeschafft werden sollten und im übrigen das Gutachten der Hanse- und Reichsstädte abzuwarten sei. Der Städterat begnügte sich mit einem Verweis auf ein Memorial der <pb n="XCII" facs="APWIIIA3-3_p0092" sameAs="#bsb00056732_00092"/>Reichs- und Hansestädte, das bereits den kaiserlichen und königlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> übergeben worden sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0092n291" xml:id="bsb00056732_00092_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00092_001"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00546.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 520</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Das 4. <w lemma="Membrum"><orig>Mem-</orig><orig>brum</orig></w></hi>); Relation des KFR, Klasse I,4 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 920, letzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Betreffend schließlich</hi>); Correlation des SR, Klasse I,4 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 958). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über den Handel s. Nr. 105. Das Memorial der Reichs- und Hansestädte über den <w lemma="Handel"><orig>Han-</orig><orig>del</orig></w> wurde bei der Re- und Correlation am 27. April 1646 erwähnt, aber nicht abgelesen (s. Nr. 120 bei Anm. 16).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Correlation des Fürstenrats zu Klasse II bis IV der Repliken beginnt mit einer Stellungnahme zu den französischen Satisfaktionsforderungen. Der Fürstenrat empfahl, der Kaiser solle das Angebot einer Abtretung der drei lothringischen „Bistümer“ und Reichsstädte Metz, Toul und Verdun sowie der Festungen Pinerolo und Moyenvic unter Vorbehalt der Rechte und Privilegien aller davon betroffenen Reichsstände und Institutionen wiederholen und Fürsten und Stände über die Verhandlungen informieren und ihr Gutachten und ihre Ratifikation einholen. Ein Teil des Fürstenrats befand, der Kaiser solle, falls Frankreich mit diesem Angebot nicht <w lemma="zufrieden"><orig>zufrie-</orig><orig>den</orig></w> sei, die Verhandlungen mit Befragung der Betroffenen fortsetzen; ein Teil aber meinte, der Kaiser solle nicht über das Angebot hinausgehen. Österreich <hi style="font-style:normal;">und andere</hi> machten zur Bedingung, daß die von den <w lemma="französischen"><orig>französi-</orig><orig>schen</orig></w> Satisfaktionsforderungen betroffenen, noch minderjährigen <w lemma="Erzherzöge"><orig>Erzher-</orig><orig>zöge</orig></w> Ferdinand Karl und Sigismund Franz aus der Innsbrucker Linie des Hauses Habsburg sowie die Hochstifte unter den Satisfaktionsforderungen Frankreichs nicht leiden dürften<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0092n292" xml:id="bsb00056732_00092_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00092_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00920.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 894</ref>f). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die frz. Satisfaktion s. Nr. 113, zu den frz. Satisfaktionsforderungen <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0357n32" target="#bsb00056732_00357_042">Nr. 110 Anm. 32</ref>, zur Innsbrucker Linie <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0410n76" target="#bsb00056732_00410_038">Nr. 112 Anm. 76</ref> und zum Angebot der Abtretung der drei Hst.e und zweier Festungen von Anfang Dezember 1645 <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0335n58" target="#bsb00056732_00335_027">Nr. 108 Anm. 58</ref> und <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0414n9" target="#bsb00056732_00414_039">Nr. 113 Anm. 9</ref>.</p></note>. Zu den schwedischen <w lemma="Satisfaktionsforderungen"><orig>Satisfaktionsfor-</orig><orig>derungen</orig></w> befand die Mehrheit des Fürstenrats, daß zunächst versucht <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> solle, Schweden mit Geld abzufinden. Falls das nicht gelinge, sollten die kaiserlichen Gesandten die Verhandlungen mit Befragung und Zuziehung der Betroffenen zu einem möglichst wenig nachteiligen Ergebnis führen und Fürsten und Stände über den Verhandlungsstand zur weiteren <w lemma="Beratung"><orig>Bera-</orig><orig>tung</orig></w> und Billigung informieren. Da Schweden hauptsächlich eine Lösung der inneren Probleme im Reich fordere, sollten sie die Fortsetzung dieser (das heißt der Gravamina-)Verhandlungen forcieren. Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast sowie Brandenburg-Kulmbach und Brandenburg-Ansbach führten in einem beiliegenden Votum die Gründe auf, warum der Kurfürst von Brandenburg der schwedischen Forderung nach Pommern seine Zustimmung verweigere. Salzburg, Deutschmeister und namentlich nicht genannte weitere Reichsstände baten die kaiserlichen Gesandten, Schweden von seinen Forderungen abzubringen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0092n293" xml:id="bsb00056732_00092_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00092_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00921.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 895</ref>f). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die schwed. Satisfaktion s. Nr. 112 und das Votum Pommern-Stettins und -Wolgasts in Nr. 113, zu den schwed. Satisfaktionsforderungen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0392n7" target="#bsb00056732_00392_033">Nr. 112 Anm. 7</ref>, zum <w lemma="pommerschen"><orig>pommer-</orig><orig>schen</orig></w> und fürstlich bg. Votum s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0532n35" target="#bsb00056732_00532_034">Nr. 118 Anm. 35</ref>.</p></note>. Dagegen legte der <pb n="XCIII" facs="APWIIIA3-3_p0093" sameAs="#bsb00056732_00093"/>Kurfürstenrat den Schwerpunkt seiner Stellungnahme auf die Argumente, mit denen die Kaiserlichen den schwedischen und französischen <w lemma="Satisfaktionsforderungen"><orig>Satisfakti-</orig><orig>onsforderungen</orig></w> begegnen sollten. Falls diese nichts fruchteten, solle nach Information der Reichsstände eilends, noch vor dem Sommerfeldzug, über die Forderungen Schwedens und Frankreichs verhandelt werden. <w lemma="Kurbrandenburg"><orig>Kurbran-</orig><orig>denburg</orig></w> sprach sich dafür aus, daß die kaiserlichen Gesandten so schnell wie möglich mit Frankreich weiter verhandeln sollten, da sich die <w lemma="Franzosen"><orig>Franzo-</orig><orig>sen</orig></w> nicht mit Metz, Toul und Verdun zufriedengeben würden. Zur <w lemma="schwedischen"><orig>schwe-</orig><orig>dischen</orig></w> Satisfaktionsforderung nach Pommern führte Kurbrandenburg die Gründe auf, warum Kurfürst Friedrich Wilhelm seine Zustimmung <w lemma="verweigere"><orig>ver-</orig><orig>weigere</orig></w>. Der Städterat entwickelte die detailliertesten Vorstellungen über die für sicher gehaltenen territorialen Abtretungen und befand, die <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiser-</orig><orig>lichen</orig></w> Gesandten sollten die schon begonnenen Verhandlungen mit <w lemma="Frankreich"><orig>Frank-</orig><orig>reich</orig></w> und Schweden wieder aufnehmen und unter Zuziehung der <w lemma="Betroffenen"><orig>Betroffe-</orig><orig>nen</orig></w> zu einem Ergebnis führen, das die wenigsten Nachteile habe. Dabei sollten sie die Reichsstände laufend über die Verhandlungen informieren und ihr Gutachten einholen. Mögliche Abtretungen sollten vom Reich zu Lehen genommen werden und allen früheren Besitzern ihre Güter in den abgetretenen Landen restituiert werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0093n294" xml:id="bsb00056732_00093_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00093_001"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse II (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00947.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 921</ref>–924); zum kurbg. Sondervotum zur <w lemma="Satisfaktion"><orig>Satis-</orig><orig>faktion</orig></w> der Kronen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n35" target="#bsb00056732_00546_038">Nr. 119 Anm. 35</ref>. Correlation des SR, Klasse II (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 958ff).</p></note>. Zu den Forderungen Hessen-Kassels empfahl der Fürstenrat, daß die verlangte Amnestie und Restitution zu den allgemeinen Verhandlungen über die Amnestie und die Frage des Einschlusses der Reformierten in den Religionsfrieden zu den <w lemma="Gravaminaverhandlungen"><orig>Gravamina-</orig><orig>verhandlungen</orig></w> gehöre. Ferner sollten die von Kurmainz 1638 bis 1639 in kaiserlichem Auftrag mit Hessen-Kassel geführten Verhandlungen <w lemma="wiederaufgenommen"><orig>wieder-</orig><orig>aufgenommen</orig></w> werden. Die verlangte Bestätigung der Erbverbrüderung zwischen den kur- und fürstlichen Häusern Sachsen, Brandenburg und Hessen, der Primogenitur und anderer Familienstatuten solle gewährt <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w>. Der Marburger Erbfolgestreit sei durch die Vermittlung Herzog <w lemma="Christian"><orig>Chri-</orig><orig>stian</orig></w> Ludwigs von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg beizulegen und bei einem Mißerfolg seiner Bemühungen auf dem Westfälischen <w lemma="Friedenskongreß"><orig>Friedenskon-</orig><orig>greß</orig></w>, doch ohne Beeinträchtigung der allgemeinen Verhandlungen, zu schlichten; dazu verwies der Fürstenrat auf ein beigelegtes hessen-<w lemma="darmstädtisches"><orig>darm-</orig><orig>städtisches</orig></w> Votum, zu dem sich Hessen-Kassel eine Stellungnahme <w lemma="vorbehielt"><orig>vor-</orig><orig>behielt</orig></w>. Aus Mangel an Information konnte der Fürstenrat zu den <w lemma="Differenzen"><orig>Diffe-</orig><orig>renzen</orig></w> zwischen Hessen-Kassel und Waldeck nicht Stellung nehmen. Zu den Satisfaktionsforderungen Hessen-Kassels führte er Argumente an, <w lemma="welche"><orig>wel-</orig><orig>che</orig></w> die Landgräfin zu einem Verzicht auf ihre Forderungen veranlassen sollten; dazu verwies er auf drei beigelegte Voten der Hochstifte <w lemma="Hildesheim"><orig>Hildes-</orig><orig>heim</orig></w> und Münster und der Fürstabtei Fulda<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0093n295" xml:id="bsb00056732_00093_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00093_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00922.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 896</ref>f). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die Forderungen Hessen-Kassels s. Nr. 114; zu den sechsgliedrigen hessen-kasselschen <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Gravamina"><orig>Gra-</orig><orig>vamina</orig></w> und Postulata</hi> s. S. 321f, zu den Sondervoten der Hst.e <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0532n35" target="#bsb00056732_00532_034">Nr. 118 Anm. 35</ref>.</p></note>. Die Mehrheit des <w lemma="Kurfürstenrats"><orig>Kurfür-</orig><pb n="XCIV" facs="APWIIIA3-3_p0094" sameAs="#bsb00056732_00094"/><orig>stenrats</orig></w> stimmte damit im Prinzip überein, doch gaben die Kurfürsten – trotz eingestandenen Informationsmangels – ihrer Hoffnung Ausdruck, daß die Grafen von Waldeck auf ihre Forderungen gegenüber Hessen-<w lemma="Kassel"><orig>Kas-</orig><orig>sel</orig></w> verzichten würden. Deutlicher als die Fürsten tadelte der Kurfürstenrat die hessen-kasselschen Satisfaktionsforderungen und verlangte von der Landgräfin, die besetzten Lande und Orte zu restituieren. <w lemma="Kurbrandenburg"><orig>Kurbranden-</orig><orig>burg</orig></w> legte ein Gutachten mit positiver Tendenz für Hessen-Kassel vor und empfahl, daß es über die Frage des Einschlusses der Reformierten in den Religionsfrieden keine Diskussion und keinen Verweis auf die <w lemma="Gravaminaverhandlungen"><orig>Gravamina-</orig><orig>verhandlungen</orig></w> geben dürfe; daß Hessen-Kassel im Marburger <w lemma="Erbschaftsstreit"><orig>Erbschafts-</orig><orig>streit</orig></w> seinen eigenen Angaben zufolge Unrecht geschehen und daß zu <w lemma="überlegen"><orig>über-</orig><orig>legen</orig></w> sei, ob seinen Satisfaktionsforderungen um des Friedens halber <w lemma="nachgegeben"><orig>nach-</orig><orig>gegeben</orig></w> werden solle. Der Städterat äußerte nur die Hoffnung, daß <w lemma="Hessen"><orig>Hes-</orig><orig>sen</orig></w>-Kassel freiwillig von seinen Forderungen zurücktreten werde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0094n296" xml:id="bsb00056732_00094_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00094_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00922.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 896</hi></ref><hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse II,1 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">924f); zu den drei kurbg. Voten s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n36" target="#bsb00056732_00546_042">Nr. 119 Anm. 36</ref>; Correlation des SR, Klasse II (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">960, zweiter Absatz, beginnend</hi> Was der verwittibten<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Zu der von Schweden für beide Kronen geforderten Militärsatisfaktion befand der Fürstenrat, daß die kaiserlichen Gesandten Schweden und Frankreich argumentativ zur Preisgabe ihrer Forderungen veranlassen möchten, <w lemma="während"><orig>wäh-</orig><orig>rend</orig></w> sich der Kurfürstenrat auf die allgemeine Bemerkung beschränkte, daß sich nach seiner Erwartung die übrigen Fragen im Zuge der <w lemma="Verhandlungen"><orig>Verhand-</orig><orig>lungen</orig></w> über die Territorialsatisfaktion mit erledigen würden. Derselben Meinung war, mit eingehenderer Begründung, der Städterat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0094n297" xml:id="bsb00056732_00094_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00094_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00923.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 897</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> <w lemma="Ingleichen"><orig>In-</orig><orig>gleichen</orig></w> werden<hi style="font-style:italic;">). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die Militärsatisfaktion s. Nr. 114. Schweden hatte am 11. Juni 1645 Militärsatisfaktion für beide Kronen gefordert (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0444n5" target="#bsb00056732_00444_037">Nr. 114 Anm. 5</ref>). Relation des KFR, Klasse II,1 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00949.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 923f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>be-</orig><orig>ginnend</orig></w></hi> Welches alles zwar<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse II (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">960, dritter Absatz, beginnend</hi> Sodann ferners<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zu den in Klasse III zusammengefaßten Auffassungen über die <w lemma="Wiederherstellung"><orig>Wieder-</orig><orig>herstellung</orig></w> und Sicherung des Friedens befand der Fürstenrat <w lemma="mehrheitlich"><orig>mehrheit-</orig><orig>lich</orig></w>, daß die gegenseitige Erklärung, die den Kaiser zum Verzicht auf eine Assistenz Spaniens in einem künftigen spanisch-französischen <w lemma="Konflikt"><orig>Kon-</orig><orig>flikt</orig></w> und Frankreich zu einem künftigen Verzicht auf eine Assistenz Schwedens in einem künftigen Konflikt zwischen Schweden und dem Reich verpflichtete, stehenbleiben solle und dem Kaiser nicht verwehrt werden könne, Spanien als Erzherzog von Österreich Beistand zu leisten. Die evangelische Minderheit hingegen war der Ansicht, daß Frankreich sich nicht zu einem Verzicht auf eine Beistandserklärung für Schweden zu verpflichten brauche und daß die Vorbehaltsklausel, die dem Kaiser doch eine Hilfeleistung für Spanien ermögliche, ausgelassen und statt <w lemma="dessen"><orig>des-</orig><orig>sen</orig></w> eine Klausel eingefügt werden solle, die bei einer Hilfeleistung des Hauses Österreich für Spanien Schaden für das Römische Reich <w lemma="ausschließe"><orig>ausschlie-</orig><orig>ße</orig></w>. Außerdem solle bei Friedensschluß der von Magdeburg eingereichte <pb n="XCV" facs="APWIIIA3-3_p0095" sameAs="#bsb00056732_00095"/>Schriftsatz zur Friedensgarantie berücksichtigt werden. Der Städterat und die Mehrheit des Kurfürstenrats empfahlen sinngemäß entsprechend wie die Mehrheit des Fürstenrats, während Kurbrandenburg der <w lemma="Meinung"><orig>Mei-</orig><orig>nung</orig></w> war, daß Frankreich sich nicht zu einem Assistenzverzicht für Schweden zu verpflichten brauche, doch daß diese Frage bis zum Ende der Verhandlungen ausgesetzt werden könne<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0095n298" xml:id="bsb00056732_00095_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00095_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00923.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 897</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweitletzter Absatz, beginnend</hi> Nachdem man<hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse III,1 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 927, dritter Absatz, beginnend</hi> Daß der Cron<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse III (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">961, erster Absatz, beginnend</hi> Bey der dritten<hi style="font-style:italic;">); zum kurbg. Votum zur Friedensgarantie s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n37" target="#bsb00056732_00546_046">Nr. 119 Anm. 37</ref>, zum Schriftsatz des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> zur Friedensgarantie <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0468n4" target="#bsb00056732_00468_039">Nr. 115 Anm. 4</ref> und oben bei Anm. 85.</hi></p></note>. Ferner rieten alle drei Reichskurien, zwei Wendungen, die Schweden für mißverständlich hielt, auszulassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0095n299" xml:id="bsb00056732_00095_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00095_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Gemeint sind die Worte</hi> praetextu ex hoc bello <hi style="font-style:italic;">und</hi> occasione huius belli, <hi style="font-style:italic;">s. Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00923.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 897</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter Absatz, beginnend</hi> Dieweil die<hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse III,1 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 927, dritter Absatz, beginnend</hi> Daß der Cron<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse III (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 962, erster Absatz, beginnend</hi> Und ob wohl<hi style="font-style:italic;">). Zur Beratung darüber im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 115, zweite Umfrage.</hi></p></note>. Zur Sicherheit des Friedens und speziell zu der von Frankreich und Schweden vorgeschlagenen Liga gegen Friedensstörer gab der Fürstenrat keine einheitliche Stellungnahme ab. Der Fürstenrat Münster hatte eine solche Liga abgelehnt, da die Reichssatzungen bei Friedensbruch eines Reichsstandes hinreichende Verfahren vorsähen. Bei Konflikten zwischen Kaiser und Reich einerseits und auswärtigen <w lemma="Mächten"><orig>Mäch-</orig><orig>ten</orig></w> andererseits sei der Reichstag die zuständige Institution, eine <w lemma="Sonderliga"><orig>Sonder-</orig><orig>liga</orig></w> zur Friedenssicherung sei also überflüssig. Der Fürstenrat Osnabrück hatte vorausgesetzt, daß Frankreich und Schweden auf dem Abschluß einer Liga beharren würden. Er riet den kaiserlichen Gesandten, sich mit beiden Mächten über Zeit und Verfahrensweise einer gütlichen <w lemma="Einigung"><orig>Eini-</orig><orig>gung</orig></w> zu verständigen, die vor einem militärischen Eingreifen vorzusehen seien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0095n300" xml:id="bsb00056732_00095_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00095_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Daß aber</hi>). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über eine Liga zur Friedensgarantie s. Nr. 115, zu den frz. Ligaplänen <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, 292.</p></note>. Die Mehrheit des Kurfürstenrats hielt eine Liga zur <w lemma="Friedensgarantie"><orig>Friedens-</orig><orig>garantie</orig></w> bei (der anscheinend als gegeben angesehenen) Einbeziehung der Reichsstände in den Frieden nicht für ratsam, da die Reichssatzungen Verfahren bei Konflikten zwischen den Reichsständen enthielten und die Erfahrung gezeigt habe, daß die Einmischung fremder Mächte <w lemma="problematisch"><orig>proble-</orig><orig>matisch</orig></w> sei. Sie empfahl deshalb ausdrücklich, der Kaiser solle Frankreich und Schweden ersuchen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Reiches zu mischen. Der Zeitraum, der vor einem militärischen <w lemma="Eingreifen"><orig>Eingrei-</orig><orig>fen</orig></w> zur gütlichen oder rechtlichen Einigung zur Verfügung stehen solle, könne, anders als Schweden meinte, nicht generell festgelegt werden. Kurbrandenburg war der Auffassung, daß der Kaiser die Liga <w lemma="schweigend"><orig>schwei-</orig><orig>gend</orig></w> gebilligt habe, indem er die entsprechenden Vorschläge in seinen Responsionen nicht kommentiere. Deshalb könnten die Reichsstände <pb n="XCVI" facs="APWIIIA3-3_p0096" sameAs="#bsb00056732_00096"/>nicht von den Ligaplänen abraten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n301" xml:id="bsb00056732_00096_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse III,2 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00953.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 927f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">). Zum kurbg. Votum zur <w lemma="Friedensgarantie"><orig>Friedens-</orig><orig>garantie</orig></w> s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n37" target="#bsb00056732_00546_046">Nr. 119 Anm. 37</ref>.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aretin</hi>/<hi style="font-style:smallCaps;">Hammerstein</hi>, <hi style="font-style:italic;">470, halten die Formulierung in der kfl. Relation über die Einbeziehung der Reichsstände für polemisch (</hi>und da die Reichs-Stände, einfolgentlich das Reich selbsten, mit darunter verstanden werden sollte). <hi style="font-style:italic;">Doch legt der Gesamtzusammenhang eine solche Beurteilung nicht nahe.</hi></p></note>. Der Städterat nahm zu den <w lemma="Ligaplänen"><orig>Liga-</orig><orig>plänen</orig></w> nicht ausdrücklich Stellung, betonte aber, daß vor einem <w lemma="militärischen"><orig>militäri-</orig><orig>schen</orig></w> Eingreifen eine gütliche und rechtliche Einigung zu suchen sei und Konflikte zwischen dem Reich und auswärtigen Mächten auf einem Reichstag erörtert und beigelegt werden müßten. Über den Zeitraum zur gütlichen Einigung urteilte er wie der Kurfürstenrat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n302" xml:id="bsb00056732_00096_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des SR, Klasse III (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00988.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 962</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> 5) Den <w lemma="Terminum"><orig>Ter-</orig><orig>minum</orig></w><hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Der Fürstenrat erinnerte in diesem Zusammenhang von sich aus an den Erbfolgestreit um Jülich und Kleve: Es sei dafür zu sorgen, daß die <w lemma="Sicherheit"><orig>Sicher-</orig><orig>heit</orig></w> des Reiches nicht durch Einmischung von außen gestört werde; <w lemma="vielmehr"><orig>viel-</orig><orig>mehr</orig></w> seien kriegerische Auseinandersetzungen zu meiden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n303" xml:id="bsb00056732_00096_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>, dritter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Hierbey"><orig>Hier-</orig><orig>bey</orig></w></hi> ist). Der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> hat über diesen Punkt nicht beraten. Der Erbfolgestreit hatte 1609 mit dem Tod Hg. Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg (1562–1609) begonnen und wurde 1614 XI 12 durch den Vertrag von Xanten (Text: <hi style="font-style:smallCaps;">DuMont</hi> V.2, 259ff) und die <w lemma="vorläufige"><orig>vorläu-</orig><orig>fige</orig></w> Landesteilung zwischen Pfalz-Neuburg (dem Jülich-Berg) und Kurbrandenburg (dem Kleve-Mark-Ravensberg zugesprochen wurde) provisorisch und erst 1666 endgültig beigelegt (<hi style="font-style:smallCaps;">Janssen</hi>, 35; <hi style="font-style:smallCaps;">Ollmann</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Kösling</hi>).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Correlation des Fürstenrats behandelt als letzten Punkt der Klasse III einen von Schweden geforderten Zusatz zu einer Formulierung der kaiserlichen Responsion. Dort wurden die friedenschließenden und zur Hilfeleistung im Konfliktfall verpflichteten Parteien mit den Worten <w lemma="bezeichnet"><orig>be-</orig><orig>zeichnet</orig></w>: <hi style="font-style:normal;">tam una quam altera pars atque utriusque partis foederati et adhaerentes.</hi> Schweden verlangte den Zusatz <hi style="font-style:normal;">atque universi status <w lemma="Imperii"><orig>Impe-</orig><orig>rii</orig></w>,</hi> weil es den Reichsständen im Konfliktfall die Rolle einer <w lemma="eigenständigen"><orig>eigenständi-</orig><orig>gen</orig></w> Kraft zuwies, die als Intervenienten zwischen dem Kaiser und den Kronen das Gleichgewicht herstellen sollte. Dies wurde in der <w lemma="schwedischen"><orig>schwe-</orig><orig>dischen</orig></w> Replik erläutert und im Fürstenrat Osnabrück von Sachsen-<w lemma="Altenburg"><orig>Al-</orig><orig>tenburg</orig></w> erklärt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n304" xml:id="bsb00056732_00096_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0484n69" target="#bsb00056732_00484_038">Nr. 115 Anm. 69</ref>.</p></note>, doch ging der Österreichische Fürstenratsdirektor <w lemma="darüber"><orig>dar-</orig><orig>über</orig></w> hinweg und behandelte vielmehr die Frage, ob in der Formulierung <hi style="font-style:normal;">tam una quam altera pars</hi> die Reichsstände implizit einbegriffen seien, oder ob die Reichsstände neben dem Kaiser, der <hi style="font-style:normal;">una pars,</hi> eine <w lemma="Vertragspartei"><orig>Vertrags-</orig><orig>partei</orig></w>, bildete, gesondert aufgeführt werden müßten. Der Fürstenrat Münster nahm zu dem Problem nicht Stellung, da er die Ligapläne <w lemma="ablehnte"><orig>ab-</orig><orig>lehnte</orig></w> und damit auch der entsprechende Artikel entfiel. Der Fürstenrat Osnabrück riet zu einer summarischen Nennung der Reichsstände, wie sie auf Reichstagen üblich war. Der Kurfürstenrat sah jeglichen Zusatz als unnötig an, da Kaiser und Reichsstände ein Corpus bildeten, dessen Haupt, der Kaiser, für alle Glieder handele. Der Städterat dagegen hielt <pb n="XCVII" facs="APWIIIA3-3_p0097" sameAs="#bsb00056732_00097"/>den Zusatz für nötig, da die Reichsstände am <hi style="font-style:normal;">ius belli et pacis</hi> teilhätten und demnach auch neben dem Kaiser zu nennen seien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n305" xml:id="bsb00056732_00097_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 898</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> Daß folgends<hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse III,2 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">928, dritter Absatz, beginnend</hi> Schließlich erachten<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse III (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">963, vierter Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>be-</orig><orig>ginnend</orig></w></hi> Letzlich<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Darin kommt die Anschauung zum Ausdruck, daß das Reich nicht allein durch den Kaiser, sondern durch die Gesamtheit der Reichsstände im Verein mit dem Kaiser repräsentiert werde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n306" xml:id="bsb00056732_00097_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">Reichsverfassung, 23f. Zum verbreiteten Bild des Reiches als <w lemma="eines"><orig>ei-</orig><orig>nes</orig></w> Körpers aus Haupt und Gliedern s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aretin</hi>/<hi style="font-style:smallCaps;">Hammerstein</hi>, <hi style="font-style:italic;">470.</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Der erste Punkt der Correlation zu Klasse IV betraf die Freilassung der Kriegsgefangenen. Der Fürstenrat empfahl, daß zwischen Soldaten und Zivilisten unterschieden und den Zivilisten das zugesagte, aber nicht <w lemma="bezahlte"><orig>be-</orig><orig>zahlte</orig></w> Lösegeld erlassen werden solle. Zu Herzog Eduard von Braganza, der sich in Mailand in spanischer Haft befand, gab der Fürstenrat kein einheitliches Gutachten ab. Die Mehrheit riet dem Kaiser, sich bei Spanien für seine Freilassung zu verwenden, ohne daß deshalb die <w lemma="Hauptberatungen"><orig>Hauptberatun-</orig><orig>gen</orig></w> aufgehalten würden. Eine Minderheit riet, über diese Angelegenheit gar nicht zu verhandeln, da sie das Römische Reich nicht berühre<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n307" xml:id="bsb00056732_00097_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>f, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">In deliberation</hi>). Der erste Punkt (zur Unterscheidung zwischen Soldaten und <w lemma="Zivilisten"><orig>Zi-</orig><orig>vilisten</orig></w>) wurde im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> nicht behandelt; er fehlt auch in den ksl., frz. oder schwed. <w lemma="Forderungen"><orig>For-</orig><orig>derungen</orig></w> für den Friedensschluß. Zur Beratung über die Forderung nach Freilassung Hg. Eduards von Braganza im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 116.</p></note>. Die Gutachten von Kurfürsten- und Städterat stimmen in der Substanz mit dem Mehrheitsvotum des Fürstenrats überein; der Städterat hielt die <w lemma="Interposition"><orig>In-</orig><orig>terposition</orig></w> des Kaisers für Herzog Eduard für nötig, da er sonst negative Auswirkungen auf den (Portugal-)Handel befürchtete<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n308" xml:id="bsb00056732_00097_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse IV,1 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00954.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 928f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Bey der IV.<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse IV (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">963f, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Die Vierdte<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zur Restitution der besetzten Orte befand der Fürstenrat, die kaiserlichen Gesandten sollten sich dafür verwenden, daß entgegen der schwedischen Forderung nur die mitgebrachten Mobilien (Geschütze und Munition) bei Truppenabzug mitgenommen werden dürften und auch die Archive <w lemma="vollständig"><orig>voll-</orig><orig>ständig</orig></w> zurückzuerstatten seien. Die Feindseligkeiten sollten nach <w lemma="Unterzeichnung"><orig>Unter-</orig><orig>zeichnung</orig></w> des Friedens aufhören und die Restitutionen beginnen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n309" xml:id="bsb00056732_00097_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_005"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>f, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">In deliberation</hi>). Zur Beratung über die Restitution der besetzten Plätze im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 116.</p></note>. Das detailliertere kurfürstliche Gutachten erwähnt speziell die von Hessen-Kassel besetzten Orte im Erzstift Köln und anderen Hochstiften sowie im Herzogtum Jülich, die vollständig zu restituieren seien, und nennt <w lemma="genaue"><orig>ge-</orig><orig>naue</orig></w> Fristen für die Restitutionen. Kurfürstenrat und Städterat lehnten ebenfalls die schwedische Forderung nach Mitnahme der vorgefundenen <pb n="XCVIII" facs="APWIIIA3-3_p0098" sameAs="#bsb00056732_00098"/>Mobilien ab; der Kurfürstenrat befand allerdings, daß dieser Punkt nicht so wichtig sei, um deswegen den Frieden aufzuhalten. Der Städterat mahnte besonders zur Restitution der französisch besetzten Reichsstädte. Die Restitutionen sollten möglichst nach Unterzeichnung des <w lemma="Friedensvertrags"><orig>Friedensver-</orig><orig>trags</orig></w> geschehen; wenigstens sollten die Feindseligkeiten dann eingestellt werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0098n310" xml:id="bsb00056732_00098_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00098_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse IV,1 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00955.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 929</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Quoad <w lemma="Restitutionem"><orig>Re-</orig><orig>stitutionem</orig></w><hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse IV (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">964, zweiter Absatz, beginnend</hi> Betreffend 2)<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Demobilmachung war nach Meinung des Fürstenrats so <w lemma="vorzunehmen"><orig>vorzuneh-</orig><orig>men</orig></w>, daß den Reichsständen kein Schaden daraus entstehe und Schweden und Frankreich kein Anlaß zur <hi style="font-style:normal;">jalousie</hi> gegeben werde. Der Kaiser dürfe zur Grenzverteidigung der Erblande und Ungarns beliebig viele Truppen unterhalten; ebenso dürften die Reichsstände Besatzungs- und <w lemma="Grenztruppen"><orig>Grenztrup-</orig><orig>pen</orig></w> auf eigene Kosten beibehalten. Dasselbe riet der Kurfürstenrat und setzte hinzu, Schweden solle nicht deutsche Truppen aus dem Reich <w lemma="mitführen"><orig>mit-</orig><orig>führen</orig></w> dürfen. Das Gutachten des Städterats war entsprechend, aber <w lemma="detaillierter"><orig>de-</orig><orig>taillierter</orig></w>: Es solle Söldnern unbenommen sein, fremde Kriegsdienste <w lemma="anzunehmen"><orig>an-</orig><orig>zunehmen</orig></w> oder fremden Herrschern Truppen nach Maßgabe des <w lemma="Reichsabschieds"><orig>Reichs-</orig><orig>abschieds</orig></w> von 1570 zuzuführen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0098n311" xml:id="bsb00056732_00098_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00098_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00925.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 899</ref>, dritter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Den punctum</hi>). Zur Beratung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die Truppenabdankung s. Nr. 116; über die <w lemma="notwendige"><orig>not-</orig><orig>wendige</orig></w> Gleichbehandlung Schwedens und Frk.s bei der Demobilmachung wurde dort nicht gesprochen. Relation des KFR, Klasse IV,3 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00955.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 929</ref>f, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Daß nun bey</hi>); Correlation des SR, Klasse IV (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 964f, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Exauctorationem militiae</hi>). Zum RA von 1570 s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0472n36" target="#bsb00056732_00472_038">Nr. 115 Anm. 36</ref>.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zur Benennung der in den Frieden Inkludierten, zur Unterzeichnung, <w lemma="Publikation"><orig>Pu-</orig><orig>blikation</orig></w> und Ratifikation befand der Fürstenrat, daß die Verbündeten sowie deren Anhänger und demnach auch die Reichsstände benannt und die Reichsritterschaft ebenfalls erwähnt werden solle. Die Gesandten <w lemma="sollten"><orig>soll-</orig><orig>ten</orig></w> nach dem Herkommen bei Subskription der Reichsabschiede <w lemma="unterschreiben"><orig>unter-</orig><orig>schreiben</orig></w>, und eine „genügende“ Zahl an Vertragsinstrumenten sei <w lemma="auszufertigen"><orig>aus-</orig><orig>zufertigen</orig></w>. Die Publikation sei in beiden Kongreßstädten in einem <w lemma="feierlichen"><orig>feierli-</orig><orig>chen</orig></w> Akt vorzunehmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0098n312" xml:id="bsb00056732_00098_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00098_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00925.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 899</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> Was schlueßlich<hi style="font-style:italic;">). Zur Beratung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über diese Punkte s. Nr. 116.</hi></p></note>. Im Gegensatz zum Fürstenrat befand der Kurfürstenrat, daß alle Reichssachen zwischen dem Kaiser und den Reichsständen gesondert abgehandelt und beschlossen werden sollten. Falls Schweden und Frankreich darauf bestünden, daß die Reichssachen in den Friedensvertrag eingefügt würden, sollte eine Klausel über die <w lemma="Einhaltung"><orig>Ein-</orig><orig>haltung</orig></w> der Vereinbarungen zwischen Kaiser und Reichsständen <w lemma="eingerückt"><orig>einge-</orig><orig>rückt</orig></w> und vermerkt werden, daß alles mit Gutachten, Zustimmung und Genehmigung durch die Reichsstände ausgehandelt worden sei. Der <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kur-</orig><orig>fürstenrat</orig></w> sprach sich ausdrücklich gegen eine Unterzeichnung durch die Reichsstände aus. Zwar habe der Kaiser den Reichsständen die <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiserli-</orig><pb n="XCIX" facs="APWIIIA3-3_p0099" sameAs="#bsb00056732_00099"/><orig>chen</orig></w>, schwedischen und französischen Friedensvorschläge zugestellt, damit sie kraft des ihnen in Reichssachen (und demnach nur in Reichssachen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n313" xml:id="bsb00056732_00099_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_001"/> <p style="font-style:italic;">Weder die ksl. Invitation der Reichsstände zum <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> von 1645 VIII 29 (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0174n25" target="#bsb00056732_00174_033">Nr. 97 Anm. 25</ref>) noch die ksl. Proposition an die Reichsstände von 1645 IX 25 (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0156n83" target="#bsb00056732_00156_039">Nr. 95 Anm. 83</ref>) kennen eine materielle Beschränkung des Jus suffragii auf die Reichssachen.</p></note>) zustehenden Jus suffragii darüber berieten, doch stehe dem Kaiser als dem Oberhaupt <hi style="font-style:normal;">das supremum Jus und Ober=Direction Pacis &amp; Belli</hi> zu, <w lemma="weshalb"><orig>wes-</orig><orig>halb</orig></w> er nach dem Herkommen (beim Abschluß von Friedensverträgen) allein berechtigt sei, den Vertrag zu unterzeichnen. Falls Schweden und Frankreich auf der Unterzeichnung der Reichsstände beharrten, sollten Kaiser und Reich die Subskription der „Reichsstände“ Schwedens und Frankreichs fordern<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n314" xml:id="bsb00056732_00099_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_002"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse IV,5 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00956.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 930</ref>f, dritter und letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">Bey dem 5ten</hi> und <hi style="font-style:normal;">Sollten aber</hi>). Die Frage, ob zwei oder drei Vertragsinstrumente aufgesetzt und die Reichssachen gesondert in einem Vertrag behandelt werden sollten, wurde auch bei der Re- und Correlation angesprochen (Nr. 120 bei Anm. 67).</p></note>. Der Städterat empfahl dasselbe wie der Fürstenrat über den Einschluß der Reichsstände und die Subskription der Gesandten. Die Reichsritterschaft, die Hanse- und Mediatstädte sollten im <w lemma="Friedensvertrag"><orig>Friedens-</orig><orig>vertrag</orig></w> explizit genannt werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n315" xml:id="bsb00056732_00099_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des SR, Klasse IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00991.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 965</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Betreffend dann<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Correlation des Fürstenrats schließt mit einem Vermerk über die <w lemma="beigefügten"><orig>bei-</orig><orig>gefügten</orig></w>, zehn Punkte umfassenden evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica.</hi> Sie sollten entweder auf dem Friedenskongreß oder dem nächsten Reichstag behandelt werden; beigelegt waren außerdem Gravamina der Wetterauer Grafen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n316" xml:id="bsb00056732_00099_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00926.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 900</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Demnach auch<hi style="font-style:italic;">). Zur Übergabe der ev.</hi> Gravamina politica <hi style="font-style:italic;">durch Magdeburg s. Nr. 116 bei Anm. 16; zu den Wetterauer Gravamina s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> <hi style="font-style:italic;">Anm. 39.</hi></p></note>. Die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> enthalten zwar einige nicht konfessionsgebundene Beschwerden traditioneller Art, die sehr wahrscheinlich auch die Zustimmung des Fürstenrats Münster gefunden hätten, wenn sie dort beraten worden wären<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n317" xml:id="bsb00056732_00099_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_005"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu oben bei Anm. 154. Konstanz bezeichnete die ev.</hi> Gravamina politica <hi style="font-style:italic;">als</hi> causa communis <hi style="font-style:italic;">(S. 395 Z. 36).</hi></p></note>; doch betreffen andere <w lemma="Beschwerden"><orig>Be-</orig><orig>schwerden</orig></w>, wie die Klagen über kaiserliche Vorrechte und die <w lemma="kurfürstliche"><orig>kurfürst-</orig><orig>liche</orig></w> Präeminenz<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n318" xml:id="bsb00056732_00099_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_006"/> <p style="font-style:italic;">Besonders ausführlich Punkt 9 (ksl. Standeserhöhungen); s. ferner Punkt 3 (Beschwerden über kfl. <hi style="font-style:normal;">Eingriffe</hi> in die Rechte der anderen Kurien) und Punkt 4 (Beschwerde über die neue kfl. Forderung nach dem Exzellenztitel). Die übrigen Beschwerden betreffen die seltene Einberufung von <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice>; die Reichsmatrikel; das Votum curiatum der Reichsstädte, das nicht beeinträchtigt werden sollte; willkürliche Verfügung über Land und Leute von Reichsständen und über Reichsdörfer; reichsunmittelbare Stände, die sich von der <w lemma="Jurisdiktion"><orig>Juris-</orig><orig>diktion</orig></w> und den Reichslasten befreien ließen und andere Stände mediatisierten; <w lemma="Privilegierung"><orig>Privile-</orig><orig>gierung</orig></w> von Landsassen, Bürgern und Untertanen ohne Anhörung der Landesherren; Postgeld, das am ksl. Hof gefordert wurde (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00530.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 504</ref>–508).</p></note>, Auffassungen, denen sich die Mehrheit des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Münster wahrscheinlich nicht angeschlossen hätte. Diese Beschwerden machen auch verständlich, daß der kurbrandenburgisch-pommersche <w lemma="Gesandte"><orig>Ge-</orig><orig>sandte</orig></w> Wesenbeck nicht zu der Sitzung des Corpus Evangelicorum <w lemma="geladen"><orig>gela-</orig><pb n="C" facs="APWIIIA3-3_p0100" sameAs="#bsb00056732_00100"/><orig>den</orig></w> worden war, in der die <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> auf der Tagesordnung gestanden hatten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n319" xml:id="bsb00056732_00100_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0494n38" target="#bsb00056732_00494_041">Nr. 116 Anm. 38</ref>.</p></note>. Der Städterat hat sieben Gravamina politica seiner Correlation eingefügt, die teils mit den evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> <w lemma="übereinstimmen"><orig>übereinstim-</orig><orig>men</orig></w>, teils spezifisch städtische Belange berühren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n320" xml:id="bsb00056732_00100_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlatio des SR, Klasse I,3 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00982.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 956</ref>ff).</p></note>. Der Kurfürstenrat hat keine Gravamina politica vorgelegt.</p>
	  </div>