<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00080_sec0023" corresp="#bsb00056732_00080">
	    <head><hi style="font-style:italic;">1. Chronologie der Entscheidungen</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Zu Beginn der Hauptberatungen beschloß der Fürstenrat Osnabrück am 3. Februar mit großer Mehrheit, die schwedische Replik vom 7. Januar 1646 mit ihrer Einteilung in vier Klassen von Verhandlungsgegenständen zum Leitfaden für die Reihenfolge seiner Beratungen zu machen und <w lemma="somit"><orig>so-</orig><orig>mit</orig></w> zuerst die Reichssachen (Klasse I), dann die territorialen und <w lemma="finanziellen"><orig>finan-</orig><orig>ziellen</orig></w> Forderungen Schwedens und Frankreichs (Klasse II), darauf die Fragen der Friedenssicherung (Klasse III) und zuletzt die Schluß- und Ausführungsbestimmungen des Friedensvertrags (Klasse IV) <w lemma="vorzunehmen"><orig>vorzuneh-</orig><pb n="LXXXI" facs="APWIIIA3-3_p0081" sameAs="#bsb00056732_00081"/><orig>men</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n230" xml:id="bsb00056732_00081_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 (S. 26 Z. 3–9).</p></note>. Am 5. Februar wurde einstimmig beschlossen, ohne Rücksprache mit dem Fürstenrat Münster und dem Reichsdirektorium mit den <w lemma="Beratungen"><orig>Bera-</orig><orig>tungen</orig></w> zu beginnen, was am 6. Februar geschah<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n231" xml:id="bsb00056732_00081_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96 und 97; s. oben S. LXXI.</p></note>. Am 9. Februar legte Magdeburg sein Votum zu Amnestie und Restitution vom 8. Februar beim Österreichischen Direktor schriftlich mit der Forderung vor, es in die Correlation des Fürstenrats einzufügen. Auch das Magdeburger <w lemma="Votum"><orig>Vo-</orig><orig>tum</orig></w> vom 9. Februar über die reichsständischen Rechte und Privilegien wurde schriftlich übergeben. Diesem Votum hatten sich alle <w lemma="Evangelischen"><orig>Evangeli-</orig><orig>schen</orig></w>, dem Magdeburger Votum vom 8. Februar alle Evangelischen außer Hessen-Darmstadt, angeschlossen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n232" xml:id="bsb00056732_00081_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_003"/> <p style="font-style:italic;">Zur Übergabe des Votums vom 8. Februar s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0212n13" target="#bsb00056732_00212_041">Nr. 99 Anm. 13</ref>; zur Übergabe des Votums vom 9. Februar s. S. 80 Z. 21ff. Zur Haltung Hessen-Darmstadts s. oben bei Anm. 77.</p></note>. Am 13. Februar wurde zum ersten Mal eine „Meinung“ des Fürstenrats Münster zu einem im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> bereits behandelten Punkt bekanntgegeben; das <w lemma="Gesamtconclusum"><orig>Gesamtconclu-</orig><orig>sum</orig></w> zur Amnestie war schon in Münster durch Zusammenrechnung aller Voten aus beiden Fürstenräten ermittelt worden und wurde nun in <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> mitgeteilt. Da die „Meinungen“ in Münster und Osnabrück <w lemma="unterschiedlich"><orig>unter-</orig><orig>schiedlich</orig></w> ausgefallen waren und die Evangelischen im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> ihre fast einstimmige Minderheitsmeinung nicht berücksichtigt <w lemma="fanden"><orig>fan-</orig><orig>den</orig></w>, forderten sie, daß neben der Mehrheitsmeinung ihre abweichenden Voten (die <hi style="font-style:normal;">vota discrepantia</hi> oder <hi style="font-style:normal;">discrepirende mainungen)</hi> den <w lemma="Fürstenratsconclusa"><orig>Fürsten-</orig><orig>ratsconclusa</orig></w> und später der Correlation eingefügt werden sollten. Wenn dies nicht geschehe, wollten sie ihr eigenes Gutachten oder <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> den Kaiserlichen separat übergeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n233" xml:id="bsb00056732_00081_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_004"/> <p style="font-style:italic;">Die Drohung formulierte Magdeburg und, ausführlicher, Braunschweig-Lüneburg (S. 108 Z. 32, S. 111 Z. 36ff). – Die Begriffe <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> oder <hi style="font-style:normal;">Gutachten</hi> wurden synonym verwendet (<hi style="font-style:smallCaps;">Moser</hi> IL, 432).</p></note>. Am 21. Februar verlas der <w lemma="Fürstenratsdirektor"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>direktor</orig></w> seinen ersten Correlationsentwurf über Klasse I der Repliken; da er die Minderheitsmeinungen der Evangelischen nicht wörtlich eingefügt hatte, lehnten diese den Entwurf ab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n234" xml:id="bsb00056732_00081_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106 und oben bei Anm. 163.</p></note>. Richtersberger wendete am 21. Februar die Drohung der Protestanten zum Angebot: Sie könnten ihr <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w></hi> dem Reichsdirektorium oder den Kaiserlichen separat übergeben. Das wäre für die Evangelischen eine schlechte Lösung gewesen, denn in diesem Fall stand es im Belieben der Kurmainzer oder kaiserlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w>, ob sie ein solches <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> annehmen und berücksichtigen <w lemma="wollten"><orig>woll-</orig><orig>ten</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n235" xml:id="bsb00056732_00081_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_006"/> <p style="font-style:italic;">Richtersberger erläuterte dies selbst (S. 172 Z. 9f).</p></note>. Die Evangelischen beharrten daher auf ihrer Forderung nach <w lemma="Einbeziehung"><orig>Ein-</orig><orig>beziehung</orig></w> ihrer abweichenden „Meinungen“ und entwickelten nach <w lemma="Absprache"><orig>Ab-</orig><orig>sprache</orig></w> mit Kurbrandenburg und dem Städterat Osnabrück den Plan <w lemma="eines"><orig>ei-</orig><orig>nes</orig></w> separaten Re- und Correlationsverfahrens (jeweils unter den Reichsständen in Osnabrück und in Münster) mit anschließender <w lemma="Übergabe"><orig>Über-</orig><pb n="LXXXII" facs="APWIIIA3-3_p0082" sameAs="#bsb00056732_00082"/><orig>gabe</orig></w> zweier unterschiedlicher <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> an die Kaiserlichen. Sie <w lemma="unterbreiteten"><orig>unter-</orig><orig>breiteten</orig></w> diesen Vorschlag bei der Beratung über die Re- und Correlation am 23. Februar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n236" xml:id="bsb00056732_00082_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 107: Vorschlag Magdeburgs, ausführlicher erläutert von Sachsen-Altenburg (S. 178f, S. 179f); s. dazu oben bei Anm. 190.</p></note>. Desgleichen forderten sie eine eigene Re- und <w lemma="Correlation"><orig>Correla-</orig><orig>tion</orig></w> über Klasse I der Repliken und die Einfügung der <hi style="font-style:normal;">vota singularia</hi> in das <hi style="font-style:normal;">Bedenken,</hi> was einzelne Gesandte bereits am 3. Februar verlangt <w lemma="hatten"><orig>hat-</orig><orig>ten</orig></w>. – Der Begriff <hi style="font-style:normal;">votum singulare</hi> wurde erst am 8. März erläutert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n237" xml:id="bsb00056732_00082_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe unten bei Anm. 242. Am 3. Februar hatten Sachsen-Altenburg, Pommern, <w lemma="Mecklenburg"><orig>Meck-</orig><orig>lenburg</orig></w>, Württemberg und die Wetterauer Gf.en gefordert, daß Einzelvoten in wichtigen Angelegenheiten, in denen die Stände als einzelne (<hi style="font-style:normal;">ut singuli</hi>) und nicht als Körperschaft zu betrachten seien, in die FR-Beschlüsse aufgenommen werden sollten; so am <w lemma="deutlichsten"><orig>deutlich-</orig><orig>sten</orig></w> (aber unvollständig wiedergegeben) Württemberg, s. dazu <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0153n71" target="#bsb00056732_00153_036">Nr. 95 Anm. 71</ref>; zu den Voten Sachsen-Altenburgs, Pommerns, Mecklenburgs und der Wetterauer Gf.en s. S. 11 Z. 9, S. 17 Z. 30–35, S. 18 Z. 30–33, S. 25 Z. 9ff. Am 23. Februar forderten Sachsen-<w lemma="Weimar"><orig>Wei-</orig><orig>mar</orig></w>, Baden-Durlach, Pommern und die Wetterauer Gf.en die Einfügung der <hi style="font-style:normal;">vota <w lemma="singularia"><orig>singu-</orig><orig>laria</orig></w></hi> (s. S. 182 Z. 10ff, S. 183 Z. 35ff, S. 184 Z. 10f, S. 185 Z. 38), dazu zusammenfassend der Öst. Direktor (S. 186 Z. 6f).</p></note>. Am 28. Februar erklärte sich Richtersberger bereit, die abweichenden „Meinungen“ der Evangelischen in die Correlation einzufügen, falls <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kur-</orig><orig>fürstenrat</orig></w> und Städterat einverstanden wären; eine Antwort auf seine <w lemma="Anfragen"><orig>An-</orig><orig>fragen</orig></w> bei diesen und anderen Institutionen lag aber noch nicht vor<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n238" xml:id="bsb00056732_00082_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 197 Z. 25–28. Zu Richtersbergers Anfragen s. oben bei Anm. 167.</p></note>. Daraufhin übergab Magdeburg im Namen der Evangelischen am 5. März das <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> über Amnestie und Restitution mit der <w lemma="Aufforderung"><orig>Auf-</orig><orig>forderung</orig></w>, es der Correlation und dem Reichsbedenken einzufügen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n239" xml:id="bsb00056732_00082_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 109 bei Anm. 16; oben S. LVI.</p></note>.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Exkurs zur Bedeutung der Begriffe</hi> vota discrepantia, vota singularia <hi style="font-style:italic;">und</hi> vota particularia:</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Am 8. März lag die Zusage des Fürstenrats Münster zur Abhaltung <w lemma="einer"><orig>ei-</orig><orig>ner</orig></w> gesonderten Re- und Correlation über Klasse I der Repliken vor; Raigersperger wollte sie im Namen des Reichsdirektoriums in Münster abhalten</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n240" xml:id="bsb00056732_00082_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 110 bei Anm. 23; oben bei Anm. 216.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Der Fürstenrat Münster war auch mit der Einfügung der abweichenden „Meinungen“ (der</hi> vota discrepantia<hi style="font-style:italic;">) einverstanden, nicht aber mit der Einfügung der</hi> vota singularia <hi style="font-style:italic;">bzw.</hi> vota <w lemma="particularia"><orig>particula-</orig><orig>ria</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n241" xml:id="bsb00056732_00082_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_006"/> <p style="font-style:italic;">Beide Begriffe wurden vom <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> synonym verwendet (S. 221 Z. 24f und Z. 30f). <w lemma="Entsprechend"><orig>Ent-</orig><orig>sprechend</orig></w> auch in der Aufzeichnung der „Meinung“ (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0345n2" target="#bsb00056732_00345_035">Nr. 110 Anm. 2</ref>, fol. 28’, 29 an der dort angegebenen Stelle): <hi style="font-style:normal;">singularia vota</hi> entsprechen <hi style="font-style:normal;">particularanligen.</hi></p></note>. <hi style="font-style:italic;">Die Evangelischen (abgesehen von Hessen-Darmstadt) <w lemma="erneuerten"><orig>erneuer-</orig><orig>ten</orig></w> jedoch ihre Forderung, daß auch die</hi> vota singularia <hi style="font-style:italic;">wörtlich <w lemma="aufgenommen"><orig>auf-</orig><orig>genommen</orig></w> werden müßten. Erst jetzt wurde der Begriff definiert: Es ging nicht um ein abweichendes Einzelvotum bei allgemeinen <w lemma="Beratungsgegenständen"><orig>Bera-</orig><orig>tungsgegenständen</orig></w> (</hi>votum singulare in rebus communibus<hi style="font-style:italic;">), sondern um ein Einzelvotum, das sich auf Angelegenheiten des jeweiligen Reichsstands selbst bezog, sofern diese mit den Friedensverhandlungen zu tun hatten (</hi>votum singulare in rebus singularibus, die in die <w lemma="haubtsache"><orig>haubt-</orig><pb n="LXXXIII" facs="APWIIIA3-3_p0083" sameAs="#bsb00056732_00083"/><orig>sache</orig></w> einlauffen, <hi style="font-style:italic;">oder</hi> so totum negotium concerniret<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n242" xml:id="bsb00056732_00083_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_001"/> <p style="font-style:italic;">Richtersberger hatte sich den Begriff von Lampadius am 7. März bei einer Visite <w lemma="erläutern"><orig>erläu-</orig><orig>tern</orig></w> lassen (s. Lampadius an Hg. Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg-<w lemma="Calenberg"><orig>Calen-</orig><orig>berg</orig></w>, Osnabrück 1646 III 6/16, in: <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> A IV fol. 208–211, dort fol. 208–208’ eine deutlichere Definition als im FR-Protokoll; s. dazu die Voten Braunschweig-Lüneburgs und Pommern-Stettins und die „Meinung“ des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice>, zu Punkt III: S. 225ff und S. 229 Z. 14–17).</p></note><hi style="font-style:italic;">). Der <w lemma="Wortgebrauch"><orig>Wort-</orig><orig>gebrauch</orig></w> ist in den Protokollen zum Teil unscharf und zweideutig, <w lemma="indem"><orig>in-</orig><orig>dem</orig></w> eine Unterscheidung zwischen Singular- und Partikularvoten <w lemma="versucht"><orig>ver-</orig><orig>sucht</orig></w> wird</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n243" xml:id="bsb00056732_00083_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe S. 224 Z. 11–16:</hi> Waß die singularia vota antrifft [...]. Was andere particularia <w lemma="belanget"><orig>be-</orig><orig>langet</orig></w> [...].</p></note><hi style="font-style:italic;">. Genau definiert ist nur der Terminus</hi> votum singulare in rebus singularibus. <hi style="font-style:italic;">„Partikularvotum“ ist der allgemeinere Begriff, der ein Einzelvotum mit Spezialanliegen bezeichnet und zum Teil eine <w lemma="negative"><orig>ne-</orig><orig>gative</orig></w> Konnotation hat, indem bei einem Partikularvotum der Bezug auf die allgemeinen Friedensverhandlungen in Zweifel gezogen oder abgesprochen wird</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n244" xml:id="bsb00056732_00083_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B.</hi> particular- oder privatinteresse <hi style="font-style:italic;">(S. 196 Z. 19).</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">. Im allgemeinen werden beide Begriffe synonym verwendet</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n245" xml:id="bsb00056732_00083_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Bei der Re- und Correlation am 26. April sprach das Reichsdirektorium von</hi> eingerückten oder beygelegten particularvotis, <hi style="font-style:italic;">das Öst. Direktorium von den erwähnten oder <w lemma="beigelegten"><orig>bei-</orig><orig>gelegten</orig></w> Singularvoten (</hi>cum mentione [...] votorum quorundam singularium<hi style="font-style:italic;">), s. S. 415 Z. 25ff.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Während der Fürstenrat Münster am 5. März beschlossen hatte, daß <w lemma="Singularvoten"><orig>Sin-</orig><orig>gularvoten</orig></w> gar nicht berücksichtigt werden sollten, forderte der Fürstenrat Osnabrück am 8. März mehrheitlich, daß die <hi style="font-style:normal;">vota singularia in rebus <w lemma="singularibus"><orig>sin-</orig><orig>gularibus</orig></w></hi> in die Correlation eingefügt werden sollten. In der Praxis <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w> die Singularvoten mit argumentativer Begründung des Standpunkts beigelegt und kurze Verweise auf das spezielle Anliegen eines Standes in eigener Sache eingefügt. Eine Abstimmung über diese Frage hat es im <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> Osnabrück nicht gegeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n246" xml:id="bsb00056732_00083_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_005"/> <p style="font-style:italic;">Wahrscheinlich beeinflußte der Beschluß des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> vom 28. März 1646, daß die kurbg. Voten der kfl. Relation beigelegt und nicht inseriert werden sollten, den <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A I/1, 557 Z. 23ff, 559 Z. 10f). Zu den Singularvoten Pommerns und Brandenburg-Kulmbachs und -Ansbachs sowie Hildesheims, Münsters, Fuldas und Hessen-Darmstadts s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0532n35" target="#bsb00056732_00532_034">Nr. 118 Anm. 35</ref>, zu dem der Wetterauer Gf.en unten Anm. 251. Ein Verweis auf ein „singulares“ Anliegen ist Österreichs Votum für die Interessen der Innsbrucker Linie des Hauses Habsburg, die durch die frz. Satisfaktionsforderungen betroffen war (s. unten bei Anm. 292).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Ferner beschloß der Fürstenrat Osnabrück am 8. März mit Mehrheit, daß die Correlation über Klasse I im Osnabrücker Fürstenrat verlesen, <w lemma="verabschiedet"><orig>ver-</orig><orig>abschiedet</orig></w>, anschließend an den Fürstenrat Münster geschickt, dort <w lemma="behandelt"><orig>behan-</orig><orig>delt</orig></w> und dann dem Kurmainzer Reichsdirektorium übergeben werden <w lemma="solle"><orig>sol-</orig><orig>le</orig></w>, das die Aufgabe hatte, die bei ihm eingehenden Schriftsätze zum Reichsbedenken zusammenzufügen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n247" xml:id="bsb00056732_00083_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 228 Z. 39f.</p></note>. Auf eine Re- und Correlation sollte demnach verzichtet werden, da sie andernfalls mit Rücksicht auf <pb n="LXXXIV" facs="APWIIIA3-3_p0084" sameAs="#bsb00056732_00084"/>Schweden und Frankreich in beiden Kongreßstädten hätte vorgenommen werden müssen und ein herkömmliches Verfahren, das Verhandlungen zwischen den Kurien bis zum Ausgleich der divergenten „Meinungen“ vorsah, ohnehin zwecklos schien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n248" xml:id="bsb00056732_00084_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_001"/> <p style="font-style:italic;">Zur Zwecklosigkeit des herkömmlichen Re- und Correlationsverfahrens s. S. 217 Z. 34f und S. 224 Z. 2f, zur <hi style="font-style:normal;">jalousie</hi> der Kronen aufeinander oben Anm. 217.</p></note>. Auf den Vorschlag Raigerspergers zu einer Re- und Correlation in Münster ging der Fürstenrat Osnabrück nicht ein. Da dieser sein Angebot aufrechterhielt und der Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> anscheinend nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht hatte, daß er mit einem einseitigen Re- und Correlationsverfahren in Münster keinesfalls einverstanden sei, wäre es am 31. März in Münster beinahe zu einer Re- und Correlation über Klasse I gekommen. Das Verfahren wurde durch einen Einspruch Richtersbergers im letzten Augenblick <w lemma="abgesagt"><orig>abge-</orig><orig>sagt</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n249" xml:id="bsb00056732_00084_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 218.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Aufgrund der Beschlüsse des Fürstenrats Münster vom 5. und des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Osnabrück vom 8. März verlas Richtersberger dann am 10. März einen zweiten Correlationsentwurf über Klasse I der Repliken, in den das <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> der Evangelischen über Amnestie und Restitution wörtlich eingefügt war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n250" xml:id="bsb00056732_00084_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Es begann:</hi> Hergegen weren die herrn protestirenden einer anderen mainung gewesen <hi style="font-style:italic;">(S. 234 Z. 31f).</hi></p></note>. Diesem <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> war seinerseits das Wetterauer Votum zur Amnestie (in der Neufassung vom 5. März) <w lemma="beigelegt"><orig>bei-</orig><orig>gelegt</orig></w> worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n251" xml:id="bsb00056732_00084_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0369n66" target="#bsb00056732_00369_043">Nr. 111 Anm. 66</ref> und bei Anm. 150.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Nachdem die Correlation über Klasse I beschlußgemäß nach Münster <w lemma="geschickt"><orig>ge-</orig><orig>schickt</orig></w> worden war, begann am 12. März eine neue Phase der <w lemma="Beratungen"><orig>Beratun-</orig><orig>gen</orig></w> im Fürstenrat Osnabrück, der die Klassen II bis IV in nur fünf Tagen behandelte. Vom 12. bis 14. März war Klasse II Beratungsgegenstand, am 15. März Klasse III und am 17. März Klasse IV<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n252" xml:id="bsb00056732_00084_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 112–114; Nr. 115; Nr. 116.</p></note>. Am 15. März verlas der Magdeburger Gesandte einen Schriftsatz zur Friedensgarantie mit der Aufforderung, ihn der Correlation und später dem Friedensschluß <w lemma="einzufügen"><orig>ein-</orig><orig>zufügen</orig></w>, und mit dem Vorbehalt weiterer Ergänzungen; die meisten evangelischen Gesandten schlossen sich an. In das vom Direktorium <w lemma="formulierte"><orig>for-</orig><orig>mulierte</orig></w> Beratungsergebnis wurde aufgenommen, daß des Schriftsatzes beim Friedensschluß <hi style="font-style:normal;">zu gedencken</hi> sei; in der Correlation zu Klasse II, III und IV wurde er erwähnt und anscheinend beigelegt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n253" xml:id="bsb00056732_00084_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 345f Z. 36 und 1f; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0472n34" target="#bsb00056732_00472_033">Nr. 115 Anm. 34</ref>; s. auch oben bei Anm. 85.</p></note>. Am 17. März verlas der Magdeburger Gesandte evangelische <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica,</hi> ebenfalls mit der Forderung, sie in Correlation und Friedensvertrag <w lemma="einzufügen"><orig>ein-</orig><orig>zufügen</orig></w>. Er regte an, den katholischen Gesandten Gelegenheit zu <w lemma="Ergänzungen"><orig>Ergän-</orig><orig>zungen</orig></w> zu geben, was aber unterblieb<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n254" xml:id="bsb00056732_00084_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 357 Z. 11–14; s. auch oben bei Anm. 154.</p></note>. Als diese <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> am 19. April noch einmal (unter Salzburger Direktorium) <w lemma="Beratungsgegenstand"><orig>Beratungs-</orig><pb n="LXXXV" facs="APWIIIA3-3_p0085" sameAs="#bsb00056732_00085"/><orig>gegenstand</orig></w> waren, wurde beschlossen, sie der Correlation beizufügen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n255" xml:id="bsb00056732_00085_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 bei Anm. 75.</p></note>. Beide Schriftsätze kann man als <hi style="font-style:normal;">vota communia</hi> klassifizieren, da die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> vom Corpus Evangelicorum gebilligt worden waren und der Schriftsatz zur Friedensgarantie während der <w lemma="Sitzung"><orig>Sit-</orig><orig>zung</orig></w> von den meisten Evangelischen gebilligt und von keinem abgelehnt wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n256" xml:id="bsb00056732_00085_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 88.</p></note>. Die Schriftsätze fallen aber nicht in die Kategorie der <hi style="font-style:normal;">vota <w lemma="discrepantia"><orig>dis-</orig><orig>crepantia</orig></w>,</hi> da sie nicht von den übrigen (katholischen) Voten abwichen, sondern Punkte enthalten, die der Fürstenratsdirektor gar nicht <w lemma="proponiert"><orig>pro-</orig><orig>poniert</orig></w> hatte.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Es ging in dieser zweiten Beratungsphase so zügig voran, weil nicht mehr über Verfahrensfragen gesprochen und die Correlation über Klasse II bis IV der Repliken in Münster aufgesetzt wurde. Nach dem 17. März stellte der Fürstenrat Osnabrück seine Sitzungen vorübergehend ein, um den Abschluß der Beratungen in Münster abzuwarten. Als nach Eintreffen weiterer katholischer Gesandter und der Ankunft des Salzburger <w lemma="Direktoriums"><orig>Direkto-</orig><orig>riums</orig></w> der Fürstenrat Osnabrück am 17. April einberufen wurde, um die im Fürstenrat Münster genehmigte Fassung der Correlation zu Klasse II, III und IV zu vernehmen, drängte alles zur Eile. Detailfragen der <w lemma="bevorstehenden"><orig>bevor-</orig><orig>stehenden</orig></w> Re- und Correlation müssen bereits in Münster geklärt worden sein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n257" xml:id="bsb00056732_00085_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_003"/> <p style="font-style:italic;">Zum KFR-Beschluß vom 28. März 1646 über die Aushändigung dreier getrennter <w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w> an die Kaiserlichen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0545n26" target="#bsb00056732_00545_034">Nr. 119 Anm. 26</ref>.</p></note>; zumindest ist im Fürstenrat Osnabrück nicht mehr darüber <w lemma="debattiert"><orig>debat-</orig><orig>tiert</orig></w> worden. Am 19. April ist von keinem Gesandten in Zweifel gezogen worden, daß bei der Re- und Correlation abweichend vom <w lemma="Reichsherkommen"><orig>Reichsher-</orig><orig>kommen</orig></w> die Relation des Kurfürstenrats und die Correlationen von <w lemma="Fürsten-"><orig>Für-</orig><orig>sten-</orig></w> und Städterat nur <hi style="font-style:normal;">in pleno abgelesen</hi> und dann sogleich als <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Beden-</orig><orig>ken</orig></w></hi> der Reichsräte den Kaiserlichen übergeben werden sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n258" xml:id="bsb00056732_00085_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 397 Z. 21–24, S. 399 Z. 20ff (und ähnlich noch mehrfach).</p></note>. Auch ist die Correlation des Fürstenrats zu Klasse II, III und IV nur in wenigen Punkten und noch während der Sitzung korrigiert worden, da sich die meisten Gesandten das Recht auf Zusätze und Korrekturen vorbehielten und sie unter dieser Voraussetzung oft pauschal und zum Teil mit <w lemma="ausdrücklicher"><orig>aus-</orig><orig>drücklicher</orig></w> Bitte um Beschleunigung des Verfahrens billigten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n259" xml:id="bsb00056732_00085_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_005"/> <p style="font-style:italic;">Ausdrücklicher Vorbehalt des Rechtes auf „Erinnerungen“ im Verlauf der <w lemma="Verhandlungen"><orig>Verhandlun-</orig><orig>gen</orig></w> bei Bayern (S. 393 Z. 3f), Magdeburg (S. 394 Z. 16ff), Pfalz-Lautern (S. 395 Z. 6–9), Corvey (S. 398 Z. 25f), Brandenburg-Kulmbach (S. 399 Z. 22f), Braunschweig-<w lemma="Lüneburg"><orig>Lüne-</orig><orig>burg</orig></w>, auch für Mecklenburg-Schwerin und -Güstrow und Baden-Durlach (S. 399 Z. 34, 36–39), Pommern-Stettin (S. 400 Z. 21ff), Württemberg (S. 403 Z. 4), Sachsen-Lauenburg (S. 404 Z. 10f), Wetterauer Gf.en (S. 406 Z. 13ff); Bitte um Eile z. B. bei Pfalz-Lautern und Sachsen-Altenburg (S. 394 Z. 29f, S. 397 Z. 18). Zur Korrektur am Ende der Sitzung s. oben bei Anm. 175.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Bei der Re- und Correlation am 26. und 27. April machte das Kurmainzer Reichsdirektorium zur Bedingung, daß alle Verstöße gegen das <w lemma="Reichsherkommen"><orig>Reichsher-</orig><orig>kommen</orig></w> kein Präjudiz darstellen sollten. Das Österreichische <w lemma="Direktorium"><orig>Direkto-</orig><pb n="LXXXVI" facs="APWIIIA3-3_p0086" sameAs="#bsb00056732_00086"/><orig>rium</orig></w> wiederholte diesen Vorbehalt, besonders im Hinblick auf die <w lemma="Beschlußfassung"><orig>Be-</orig><orig>schlußfassung</orig></w> und die <hi style="font-style:normal;">vota singularia</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n260" xml:id="bsb00056732_00086_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 413 Z. 19–24, S. 415 Z. 14–21. Wiederholung am 27. April: S. 430 Z. 22–25.</p></note>. Neben der Verlesung der <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Beden-</orig><orig>ken</orig></w></hi> der drei Reichsräte wurde der Text eines Begleitschreibens <w lemma="bekanntgegeben"><orig>bekannt-</orig><orig>gegeben</orig></w>. In ihm behielten sich die Reichsstände das Recht vor, informiert zu werden und die Verhandlungsergebnisse vor dem Friedensschluß zu genehmigen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n261" xml:id="bsb00056732_00086_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0549n4" target="#bsb00056732_00549_037">Nr. 120 Anm. 4</ref>. Die Wiedergabe im Protokoll (S. 426 Z. 17–20) ist sehr verkürzt und spricht nur von der erbetenen Information der Reichsstände.</p></note>. Ein erst während des Re- und Correlationsverfahrens bei einer separaten Beratung des Fürstenrats bekanntgegebener Schriftsatz des Corpus Evangelicorum über Handelsfragen wurde von den katholischen Fürstenratsmitgliedern nicht akzeptiert, da er im Fürstenrat Münster nicht behandelt worden sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n262" xml:id="bsb00056732_00086_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_003"/> <p style="font-style:italic;">So Konstanz (s. Nr. 120 bei Anm. 25; der Schriftsatz wurde nicht in das Reichsbedenken eingebracht: s. Nr. 120 bei Anm. 70; s. auch oben bei Anm. 99).</p></note>. Magdeburg behielt den Evangelischen <w lemma="ausdrücklich"><orig>ausdrück-</orig><orig>lich</orig></w> das Recht auf spätere „Erinnerungen“ zu den Reichsbedenken vor und wiederholte damit die im Fürstenrat am 19. April angemeldeten <w lemma="Vorbehalte"><orig>Vor-</orig><orig>behalte</orig></w>; der Österreichische Direktor erklärte, daß die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte nicht bindend sein sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n263" xml:id="bsb00056732_00086_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 420 Z. 4f; oben bei Anm. 97.</p></note>. Der Fürstenrat nominierte ferner die Deputierten zur Übergabe der Reichsbedenken. Magdeburg forderte im Namen der Evangelischen eine paritätische Deputation, doch <w lemma="nominierte"><orig>nomi-</orig><orig>nierte</orig></w> das Österreichische Direktorium mehr Katholiken als Evangelische. Da jedoch mehrere katholische Deputierte fernblieben, nahmen mehr Protestanten als Katholiken an der Deputation teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n264" xml:id="bsb00056732_00086_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu oben bei Anm. 65.</p></note>. Der weitgehende Verzicht auf eine Diskussion abweichender Auffassungen zu einzelnen Punkten in den <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der anderen Kurien wurde mit Zeitmangel <w lemma="begründet"><orig>be-</orig><orig>gründet</orig></w>; so blieb es bei einer Reihe von allgemeinen Protesten und <w lemma="Widersprüchen"><orig>Wider-</orig><orig>sprüchen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n265" xml:id="bsb00056732_00086_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 430 Z. 29–33.</p></note>. Ganz am Schluß setzte Kurbrandenburg mit Hilfe einiger Protestanten noch eine besondere Weisung für den mündlichen Vortrag der Deputierten durch. Sie betraf die Information der Reichsstände und speziell der Betroffenen über den Stand der Verhandlungen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n266" xml:id="bsb00056732_00086_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 433 Z. 30–36.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Bei der Übergabe der Reichsbedenken tadelten die kaiserlichen Gesandten, daß die Reichsstände die <hi style="font-style:normal;">relationen</hi> nicht früher vorgelegt hätten, und <w lemma="erboten"><orig>er-</orig><orig>boten</orig></w> sich, die Dupliken an Schweden und Frankreich danach einzurichten. Sie kommentierten nicht die ungewöhnliche, gegen das Reichsherkommen verstoßende Form der getrennten <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte, die nur <w lemma="äußerlich"><orig>äußer-</orig><orig>lich</orig></w> in einem Faszikel vereinigt worden waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n267" xml:id="bsb00056732_00086_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_008"/> <p style="font-style:italic;">Zur äußeren Form s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 4, 118 Z. 9.</p></note>. Zur Information der Reichsstände über den Fortgang der Verhandlungen waren sie nur bedingt bereit, und dies war der Anlaß zu einem „hitzigen“ Wortgefecht zwischen <pb n="LXXXVII" facs="APWIIIA3-3_p0087" sameAs="#bsb00056732_00087"/>dem kurbrandenburgischen Deputierten Löben und den kaiserlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w>, das andere Themen nicht zur Sprache kommen ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n268" xml:id="bsb00056732_00087_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 121.</p></note>.</p>
	  </div>