<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00045_sec0011" corresp="#bsb00056732_00045">
	  <head><hi style="font-style:italic;">I. Die Zusammensetzung des Fürstenrats Osnabrück von Februar bis April 1646</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Der Fürstenrat Osnabrück tagte mit Beginn der Hauptberatungen am 3. Februar 1646 erstmals unter Einbeziehung katholischer Reichsstände, wie es im September 1645 mit dem Fürstenrat Münster vereinbart worden war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n1" xml:id="bsb00056732_00045_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe das Conclusum des <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> über den Verhandlungsmodus von 1645 IX 4 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00711.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> I, 587</ref>ff, hier 588 Punkt 6–10) und die zustimmende Beratung im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 12. September 1646 (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 Nr. 10). Einen Überblick über die vom 3. Februar bis zum 27. April 1646 im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> geführten Voten gibt die Übersicht in der Einstecktasche.</p></note>. Von den 26 Reichsständen, die am 3. Februar im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> votierten, waren vier katholisch: ÖSTERREICH, das als <w lemma="höchstrangiger"><orig>höchst-</orig><orig>rangiger</orig></w> Reichsstand auf der geistlichen Fürstenbank das erste Votum und das Fürstenratsdirektorium führte, BAYERN, das als höchstrangiger Reichsstand auf der weltlichen Fürstenbank das zweite Votum führte, <w lemma="sowie"><orig>so-</orig><orig>wie</orig></w> die Hochstifte WÜRZBURG und BASEL. Österreich und Bayern wurden jeweils durch einen eigenen Bevollmächtigten (Richtersberger bzw. Ernst) vertreten, während der Gesandte Vorburg sowohl für <w lemma="Würzburg"><orig>Würz-</orig><orig>burg</orig></w> als auch für Basel votierte. Derartige Mehrfachbevollmächtigungen wurden meist aus Gründen der Kostenersparnis<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n2" xml:id="bsb00056732_00045_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu S. 158 Z. 1f.</p></note> vorgenommen und <w lemma="hatten"><orig>hat-</orig><orig>ten</orig></w> zur Folge, daß die Zahl der vertretenen Reichsstände größer war als die der Gesandten. Diese wurden, sofern sie mehrere Stimmen führten, mehrfach aufgerufen. In der Regel nahmen sie die Session des <w lemma="ranghöchsten"><orig>ranghöch-</orig><orig>sten</orig></w> Reichsstandes ein, für den sie bevollmächtigt waren, so daß Vorburg auf dem Platz Würzburgs saß. Die Reichsstände der geistlichen und <w lemma="weltlichen"><orig>welt-</orig><orig>lichen</orig></w> Bank wechselten beim Votieren einander ab und folgten damit, wie auch bei der Sitzordnung, dem auf Reichstagen üblichen Modus<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n3" xml:id="bsb00056732_00045_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_003"/> <p style="font-style:italic;">Zum herkömmlichen Wechsel zwischen geistlicher und weltlicher Bank s. Nr. 96 bei Anm. 20.</p></note>. In <w lemma="einigen"><orig>eini-</orig><orig>gen</orig></w> Fällen war die Reihenfolge von Session und Votum umstritten. So wurde der Vorsitz Bayerns auf der weltlichen Bank von den sächsischen und pfälzischen Gesandten angefochten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n4" xml:id="bsb00056732_00045_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_004"/> <p style="font-style:italic;">Protest der sächsischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> namens des Gesamthauses gegen die bay. Präzedenz: s. S. 11 Z. 30–33, S. 12 Z. 1–5, 18–21, S. 13 Z. 3; Protest Pfalz-Lauterns gegen Bayern: s. Nr. 96 bei Anm. 13. Pfalz-Veldenz, das aus anderen Gründen vorbehaltlich seiner Rechte nach <w lemma="Württemberg"><orig>Würt-</orig><orig>temberg</orig></w> votierte, behielt sich allgemein die Präzedenz vor (s. S. 158 Z. 3ff). Ein eigener Protest Pfalz-Zweibrückens ist nicht überliefert.</p></note>. Die Zahl der katholischen Reichsstände blieb, von zwei Ausnahmen abgesehen, im Februar und März konstant: Österreich, Würzburg und Basel nahmen an allen 22 <w lemma="Sitzungen"><orig>Sit-</orig><orig>zungen</orig></w> teil, während Bayern am 5. Februar und 15. März fehlte.</p>
		<p style="font-style:italic;"><pb n="XLVI" facs="APWIIIA3-3_p0046" sameAs="#bsb00056732_00046"/>Von den 22 evangelischen Reichsständen, die an der Sitzung vom 3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> teilnahmen, hatten alle schon bei den vorbereitenden Beratungen seit Ende Juli 1645 dauernd oder zeitweise im Fürstenrat Osnabrück <w lemma="votiert"><orig>vo-</orig><orig>tiert</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n5" xml:id="bsb00056732_00046_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_001"/> <p style="font-style:italic;">Protokolle dieser Sitzungen in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 und 3/2; zur Zusammensetzung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vom 28. Juli 1645 bis 2. Februar 1646 und zu den einzelnen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> s. <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, LXXVIII–XC; zum Charakter dieser Sitzungen s. <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, LXXIII–LXXVIII.</p></note>. Das evangelisch administrierte Erzstift MAGDEBURG, um dessen Zulassung 1645 monatelang gerungen worden war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n6" xml:id="bsb00056732_00046_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, <hi style="font-style:italic;">in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, LXI–LXV, LXVIII.</hi></p></note>, nahm nach <w lemma="anfänglicher"><orig>anfäng-</orig><orig>licher</orig></w> Unsicherheit<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n7" xml:id="bsb00056732_00046_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 29f Z. 17–25, 1–26.</p></note> den vierten Rang in der Sessionsordnung ein und war damit meist der erste evangelische Votant. Nur bei Abwesenheit Bayerns votierte Pfalz-Lautern vor dem Magdeburger Gesandten Krull<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n8" xml:id="bsb00056732_00046_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96 und 115.</p></note>. Dieser hatte seinen Sitz gemäß einer Vereinbarung vom Dezember 1645 <w lemma="zwischen"><orig>zwi-</orig><orig>schen</orig></w> geistlicher und weltlicher Bank<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n9" xml:id="bsb00056732_00046_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_005"/> <p style="font-style:italic;">Zum Magdeburger Revers von 1645 XII 11/21 s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0135n11" target="#bsb00056732_00135_036">Nr. 95 Anm. 11</ref>.</p></note>; er nahm an allen Sitzungen teil. Dasselbe gilt für Thumbshirn (SACHSEN-ALTENBURG), während Carpzov (SACHSEN-COBURG) in der Plenarsitzung am 27. April <w lemma="fehlte"><orig>fehl-</orig><orig>te</orig></w>. Thumbshirn führte einmal stellvertretend die drei Voten <w lemma="Braunschweig"><orig>Braun-</orig><orig>schweig</orig></w>-Lüneburgs<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n10" xml:id="bsb00056732_00046_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_006"/> <p style="font-style:italic;">Am 17. April 1646 (s. Nr. 117). Zum Fehlen Carpzovs am 27. April s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0549n7" target="#bsb00056732_00549_046">Nr. 120 Anm. 7</ref>.</p></note>. Auch Heher, der Bevollmächtigte der Herzöge von Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha, nahm an allen Sitzungen teil. Über die Zahl seiner Voten liegen widersprüchliche Angaben vor: Während das Protokoll der evangelischen Reichsstände in der Sitzung vom 3. Februar nur zwei, in den folgenden Sitzungen aber drei Voten, und zwar für SACHSEN-WEIMAR, SACHSEN-GOTHA und SACHSEN-<w lemma="EISENACH"><orig>EISEN-</orig><orig>ACH</orig></w>, anführt, nennt das Protokoll des österreichischen Direktoriums <w lemma="gemäß"><orig>ge-</orig><orig>mäß</orig></w> der herkömmlichen Zählung auf Reichstagen nur Sachsen-Weimar und Sachsen-Eisenach als vertretene Reichsstände<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n11" xml:id="bsb00056732_00046_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_007"/> <p style="font-style:italic;">Zur Sitzung vom 3. Februar 1646 s. Nr. 95 bei Anm. 46. Besonders deutlich ist die <w lemma="Zählung"><orig>Zäh-</orig><orig>lung</orig></w> der Voten in Nr. 105: <hi style="font-style:normal;">pro voto triplici</hi> (s. S. 156 Z. 35). Zur Zählung der Voten im öst. Protokoll s. Nr. 101a und zu den unterschiedlichen Protokollüberlieferungen unten S. CIIf.</p></note>. Seit dem letzten Reichstag 1640/41 war es jedoch durch mehrere Erbfälle zu einer <w lemma="Neuaufteilung"><orig>Neuauf-</orig><orig>teilung</orig></w> der sächsischen Fürstentümer gekommen, und die Herzöge <w lemma="Wilhelm"><orig>Wil-</orig><orig>helm</orig></w> von Sachsen-Weimar und Ernst von Sachsen-Gotha hatten ihrem gemeinsamen Gesandten Heher drei Vollmachten, jeweils gesondert für Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha und Sachsen-Eisenach, mitgegeben, die vom Reichsdirektorium akzeptiert worden sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n12" xml:id="bsb00056732_00046_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Ausf.en von 1645 VI 9[/19] in: <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>HHStA</abbr><expan>Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien)</expan></choice></hi> <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>MEA</abbr><expan>Mainzer Erzkanzlerarchiv</expan></choice></hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>FrA</abbr><expan>Friedensakten</expan></choice></hi> <choice><abbr>Fasz.</abbr><expan>Faszikel</expan></choice> 6 [32] unfol. Die <w lemma="Vollmacht"><orig>Voll-</orig><orig>macht</orig></w> für Sachsen-Eisenach wurde von Hg. Wilhelm von Sachsen-Weimar und Hg. Ernst von Sachsen-Gotha gemeinsam ausgefertigt, da sie dieses Votum gemeinsam führten (s. dazu <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-1_p0220n9" target="#bsb00056726_00220_018">Nr. 6 Anm. 9</ref>). Zur Akzeptanz der Vertretung Sachsen-Gothas auf dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> s. Gregor <hi style="font-style:smallCaps;">Richter</hi>, Vertretung.</p></note>. Dennoch hat das <w lemma="Fürstenratsdirektorium"><orig>Für-</orig><pb n="XLVII" facs="APWIIIA3-3_p0047" sameAs="#bsb00056732_00047"/><orig>stenratsdirektorium</orig></w> nur zwei Voten gezählt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n13" xml:id="bsb00056732_00047_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_001"/> <p style="font-style:italic;">Das zeigt neben dem öst. Protokoll auch die Votenzählung der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice>-Sitzung von 1646 II 8 auf dem Rand des Protokolls der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice>-Sitzung von 1646 II 10 (s. <hi style="font-style:smallCaps;">StA</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bamberg</hi> Rep. B 33 Serie II Bd. 4 fol. 216). Nach dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> haben die Hg.e von Sachsen-Weimar und -Gotha drei Stimmen geführt (s. <hi style="font-style:smallCaps;">Sammlung</hi> III, 682; <hi style="font-style:smallCaps;">Moser</hi> XXXIV, 292; <hi style="font-style:smallCaps;">Domke</hi>, 96).</p></note>. In den Protokollen findet sich dazu kein Kommentar, auch kein Protest Hehers.</p>
		<p style="font-style:italic;">In der Sitzung vom 3. Februar votierte nach Heher BRANDENBURG-KULMBACH, dessen Gesandter Müller jedoch nur vorübergehend in Osnabrück weilte und schon an der nächsten Sitzung nicht mehr <w lemma="teilnahm"><orig>teil-</orig><orig>nahm</orig></w>. Er kehrte erst im April 1646 aus Münster zurück und nahm in Osnabrück an den letzten beiden Sitzungen vor den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarversammlun-</orig><orig>gen</orig></w> am 26. und 27. April teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n14" xml:id="bsb00056732_00047_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117–120.</p></note>. Nun votierte er auch für <w lemma="BRANDENBURG"><orig>BRANDEN-</orig><orig>BURG</orig></w>-ANSBACH, dessen Vollmacht er am 8. Februar 1646 eingereicht hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n15" xml:id="bsb00056732_00047_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-2_p0555n55" target="#bsb00056727_00555_006">Nr. 87 Anm. 55</ref>.</p></note>. Lampadius, der für BRAUNSCHWEIG-CELLE, <w lemma="-GRUBENHAGEN"><orig>-GRUBEN-</orig><orig>HAGEN</orig></w> und -CALENBERG votierte, fehlte nur einmal und übertrug seine Stimme für diese Sitzung Thumbshirn<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n16" xml:id="bsb00056732_00047_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben Anm. 10. Zur Reihenfolge der braunschweig-lüneburgischen Voten s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0148n57" target="#bsb00056732_00148_036">Nr. 95 Anm. 57</ref>.</p></note>. Er selbst votierte einmal stellvertretend für Mecklenburg-Schwerin und -Güstrow sowie für <w lemma="Baden"><orig>Ba-</orig><orig>den</orig></w>-Durlach<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n17" xml:id="bsb00056732_00047_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_005"/> <p style="font-style:italic;">Am 19. April (s. Nr. 118).</p></note> und nahm auch an den Plenarsitzungen teil. <w lemma="POMMERN"><orig>POM-</orig><orig>MERN</orig></w>-STETTIN und POMMERN-WOLGAST waren ebenfalls vom 3. Februar bis zu den Plenarsitzungen immer vertreten. In der ersten Sitzung votierte ausnahmsweise Fromhold, der dann nach Münster <w lemma="wechselte"><orig>wech-</orig><orig>selte</orig></w>; fortan führte Wesenbeck die beiden pommerschen Stimmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n18" xml:id="bsb00056732_00047_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_006"/> <p style="font-style:italic;">Zu Fromhold s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0136n21" target="#bsb00056732_00136_043">Nr. 95 Anm. 21</ref>; Nr. 96 bei Anm. 33. Wesenbeck wird in zwei Protokollen namentlich genannt (s. S. 184 Z. 37, S. 386 Z. 20).</p></note>. An den Plenarsitzungen nahm er zwar teil, jedoch als kurfürstlicher <w lemma="Sekundargesandter"><orig>Sekun-</orig><orig>dargesandter</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n19" xml:id="bsb00056732_00047_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0544n11" target="#bsb00056732_00544_022">Nr. 119 Anm. 11</ref>.</p></note>, so daß Pommern formal nicht vertreten war. Wesenbeck führte zweimal stellvertretend die beiden Mecklenburger Stimmen und wechselte sich gemäß einer mühsam ausgehandelten Interimslösung in der Reihenfolge des Votierens mit den Gesandten Württembergs, <w lemma="Hessens"><orig>Hes-</orig><orig>sens</orig></w>, Mecklenburgs und Baden-Durlachs ab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n20" xml:id="bsb00056732_00047_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 bei Anm. 22. Die beiden hessischen und mecklenburgischen Voten wurden dabei immer hintereinander geführt.</p></note>. In der Sitzung vom 3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> folgten auf Pommern MECKLENBURG-SCHWERIN und MECKLENBURG-GÜSTROW, die durch den gemeinsamen Gesandten Kayser vertreten wurden. Mecklenburg war in allen Sitzungen und in den Plenarversammlungen vertreten, doch wurden die beiden Voten zweimal ersatzweise von Wesenbeck und einmal von Lampadius geführt; einmal votierte Kayser selbst stellvertretend für Sachsen-Lauenburg und einmal für Baden-Durlach, dessen Gesandter die Sitzung vorzeitig <w lemma="verlassen"><orig>ver-</orig><pb n="XLVIII" facs="APWIIIA3-3_p0048" sameAs="#bsb00056732_00048"/><orig>lassen</orig></w> hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n21" xml:id="bsb00056732_00048_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 (S. 23 Z. 8f): Votum für Sachsen-Lauenburg; Nr. 115 bei Anm. 63: Votum für Baden-Durlach. Ersatzweises Votieren durch Wesenbeck: s. Nr. 107, 117; durch <w lemma="Lampadius"><orig>Lampa-</orig><orig>dius</orig></w>: s. Nr. 118.</p></note>. WÜRTTEMBERG war nun, nach vorläufiger Beilegung der Sessionsstreitigkeiten, dauernd in Osnabrück vertreten. Sein <w lemma="Bevollmächtigter"><orig>Bevoll-</orig><orig>mächtigter</orig></w> Varnbüler fehlte dreimal; in einem Fall votierte der <w lemma="Österreichische"><orig>Österrei-</orig><orig>chische</orig></w> Direktor in einer Umfrage für ihn<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n22" xml:id="bsb00056732_00048_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_002"/> <p style="font-style:italic;">Württemberg fehlte am 15. Februar und am 8. und 15. März (Nr. 103, 110, 115) und wurde am 8. März in der ersten Umfrage durch Richtersberger vertreten.</p></note>. Bei der Sitzung am 16. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> muß offenbleiben, ob Württemberg teilnahm, weil das Protokoll einige Voten nur summarisch nennt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n23" xml:id="bsb00056732_00048_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 153 Z. 20.</p></note>. Varnbüler führte seit dem 19. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> 1646 auch das Votum von PFALZ-VELDENZ, und zwar von vornherein weisungsgemäß unter Vorbehalt der Präzedenz im Anschluß an das württembergische. Dennoch protestierten die übrigen <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Gesandten, da sie die Zugehörigkeit der „Grafschaft“ Veldenz zum kur- und fürstlichen Haus Pfalz bezweifelten und den <w lemma="beanspruchten"><orig>beanspruch-</orig><orig>ten</orig></w> Rang hinter Pfalz-Zweibrücken nicht zugestehen wollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n24" xml:id="bsb00056732_00048_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 105 (S. 158 Z. 12–21, 25–33, S. 159 Z. 9f, 18–23, S. 160 Z. 3f, 8).</p></note>. <w lemma="Varnbüler"><orig>Varnbü-</orig><orig>ler</orig></w> führte deshalb das Pfalz-Veldenzer Votum weiterhin zusammen mit dem württembergischen. Es besteht kein Zusammenhang zwischen <w lemma="diesem"><orig>die-</orig><orig>sem</orig></w> Präzedenzstreit und der sporadischen Benennung von Pfalz-Veldenz nach der Residenz Lauterecken, die auch sonst gelegentlich zur <w lemma="Bezeichnung"><orig>Bezeich-</orig><orig>nung</orig></w> des Veldenzer Votums begegnet<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n25" xml:id="bsb00056732_00048_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0409n71" target="#bsb00056732_00409_032">Nr. 112 Anm. 71</ref>; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0518n33" target="#bsb00056732_00518_037">Nr. 117 Anm. 33</ref>; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0535n48" target="#bsb00056732_00535_029">Nr. 118 Anm. 48</ref>.</p></note>. Die herzoglich sächsischen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> hatten einen zusätzlichen Grund zum Protest, da sie die <w lemma="pfälzische"><orig>pfäl-</orig><orig>zische</orig></w> Präzedenz vor Sachsen prinzipiell bestritten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n26" xml:id="bsb00056732_00048_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0290n17" target="#bsb00056732_00290_036">Nr. 105 Anm. 17</ref>.</p></note>. Pfalz-Veldenz war bei Abwesenheit Varnbülers nicht vertreten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n27" xml:id="bsb00056732_00048_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_007"/> <p style="font-style:italic;">Am 8. und 15. März 1646 (Nr. 110 und Nr. 115).</p></note>. Da im Sessionsschema der Plenarsitzungen vom 26. und 27. April sowohl Württemberg als auch Pfalz-Veldenz eingetragen sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n28" xml:id="bsb00056732_00048_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Abb. S. CXXXI, Position 20 und 21.</p></note>, wird Varnbüler Pfalz-Veldenz und der andere, sonst in Münster votierende württembergische Gesandte Burckhardt Württemberg vertreten haben. Am 3. Februar votierte hinter Württemberg BADEN-DURLACH, dessen Gesandter Merckelbach <w lemma="bislang"><orig>bis-</orig><orig>lang</orig></w> meist in Münster gewesen war. Er fehlte nur einmal und ließ <w lemma="Lampadius"><orig>Lam-</orig><orig>padius</orig></w> stellvertretend votieren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n29" xml:id="bsb00056732_00048_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_009"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 (S. 399 Z. 38). Ungewiß ist wegen der summarischen Nennung der <w lemma="Votanten"><orig>Votan-</orig><orig>ten</orig></w> die Anwesenheit Baden-Durlachs am 16. Februar (wie oben Anm. 23).</p></note>. HESSEN-KASSEL war in Osnabrück durch Scheffer und Müldener vertreten. Am <hi style="font-style:normal;">3.</hi> Februar 1646 votierte Müldener wegen einer anderweitigen Verpflichtung Scheffers, während bei den späteren Sitzungen ungewiß bleibt, wer die Stimme führte und ob beide Gesandte zugegen waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n30" xml:id="bsb00056732_00048_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_010"/> <p style="font-style:italic;">Zur Sitzung vom 3. Februar s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0153n74" target="#bsb00056732_00153_042">Nr. 95 Anm. 74</ref>. Einmal erwähnt der hessen-kasselsche Votant seinen <hi style="font-style:normal;">collegen</hi> (s. Nr. 118 bei Anm. 41).</p></note>. Hessen-Kassel mußte als <w lemma="Betroffener"><orig>Betroffe-</orig><pb n="XLIX" facs="APWIIIA3-3_p0049" sameAs="#bsb00056732_00049"/><orig>ner</orig></w> der Sitzung am 14. März gemäß den 1645 ausgehandelten <w lemma="Zulassungsbedingungen"><orig>Zulas-</orig><orig>sungsbedingungen</orig></w> fernbleiben, da über die hessen-kasselschen <hi style="font-style:normal;">Gravamina und Postulata</hi> beraten wurde. Zur nächsten Sitzung wurden die <w lemma="Gesandten"><orig>Gesand-</orig><orig>ten</orig></w> versehentlich nicht geladen; außerdem fehlte Hessen-Kassel noch viermal<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n31" xml:id="bsb00056732_00049_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_001"/> <p style="font-style:italic;">Zum Ausschluß am 14. März s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0450n29" target="#bsb00056732_00450_030">Nr. 114 Anm. 29</ref>, zur irrtümlichen Ausschließung am 15. März s. S. 354 Z. 15ff. Außerdem fehlte Hessen-Kassel am 5., 8., 12. und 13. März (Nr. 109, 110, 112, 113). Am 16. Februar ist die Teilnahme ungewiß (s. oben Anm. 23).</p></note>. Sein Versuch, auch den Ausschluß Hessen-Darmstadts am 14. März zu erwirken, mißlang<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n32" xml:id="bsb00056732_00049_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 114 bei Anm. 28.</p></note>. An den Plenarsitzungen nahmen sowohl Scheffer als Müldener teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n33" xml:id="bsb00056732_00049_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_003"/> <p style="font-style:italic;">Der im Sessionsschema genannte hessen-kasselsche Sekundarges. muß Müldener gewesen sein (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0544n13" target="#bsb00056732_00544_026">Nr. 119 Anm. 13</ref> und die Abb. S. CXXXI, Position 28).</p></note>. HESSEN-DARMSTADT fehlte vom 3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> bis zu den Plenarsitzungen zweimal<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n34" xml:id="bsb00056732_00049_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_004"/> <p style="font-style:italic;">Am 5. und 10. März (Nr. 109 und Nr. 111). Am 16. Februar ist die Teilnahme ungewiß (s. oben Anm. 23).</p></note>. Der Name des <w lemma="hessendarmstädtischen"><orig>hessen-</orig><orig>darmstädtischen</orig></w> Gesandten ist in den Protokollen nie genannt; <w lemma="vermutlich"><orig>vermut-</orig><orig>lich</orig></w> votierte Sinold gen. Schütz in Osnabrück, da Wolff von Todtenwart im Frühjahr 1646 zumindest sporadisch in Münster bezeugt ist<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n35" xml:id="bsb00056732_00049_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0154n75" target="#bsb00056732_00154_038">Nr. 95 Anm. 75</ref>.</p></note>. <w lemma="SACHSEN"><orig>SACH-</orig><orig>SEN</orig></w>-LAUENBURG war vom 3. Februar bis zum 5. März dauernd im Fürstenrat Osnabrück vertreten und fehlte dann siebenmal <w lemma="hintereinander"><orig>hinterein-</orig><orig>ander</orig></w>, da sein Gesandter Gloxin in dieser Zeit als städtischer Deputierter in Münster weilte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n36" xml:id="bsb00056732_00049_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_006"/> <p style="font-style:italic;">Sachsen-Lauenburg fehlte im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vom 8. bis 17. März (s. Nr. 110–116). Am 16. Februar ist die Teilnahme ungewiß (s. oben Anm. 23).</p></note>. Schon am 3. Februar hatte Gloxin wegen einer gleichzeitigen Städteratssitzung nicht im Fürstenrat sein können, doch sein Votum auf den Mecklenburger Gesandten übertragen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n37" xml:id="bsb00056732_00049_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 23 Z. 8f.</p></note>. Auch in den Plenarsitzungen trat Gloxin als reichsstädtischer Gesandter auf, so daß Sachsen-Lauenburg formal nicht vertreten war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n38" xml:id="bsb00056732_00049_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 119, Liste der vertretenen Reichsstände.</p></note>. ANHALT war nur einmal, am 21. Februar, im Fürstenrat nicht präsent. Sein Gesandter Milagius nahm zwar an insgesamt neun Sitzungen nicht teil, doch hatte er, von einer Ausnahme abgesehen, sein Votum stets Heher übertragen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n39" xml:id="bsb00056732_00049_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_009"/> <p style="font-style:italic;">Milagius fehlte am 3. Februar wegen Teilnahme an einer Deputation (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0156n81" target="#bsb00056732_00156_034">Nr. 95 Anm. 81</ref>) und krankheitsbedingt in den Sitzungen vom 13. bis 28. Februar (Nr. 101–108). Zu seiner Krankheit s. Nr. 111 bei Anm. 95, zu seinem Verhältnis zu Heher s. <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, LXXX.</p></note>. Milagius war auch zur Führung von insgesamt drei fürstlich pfälzischen Stimmen bevollmächtigt, die bei seiner Abwesenheit nicht von Heher übernommen wurden. PFALZ-LAUTERN und PFALZ-SIMMERN <w lemma="waren"><orig>wa-</orig><orig>ren</orig></w> deshalb nur in den Sitzungen vom 5. bis 10. Februar und vom 5. März bis zu den Plenarsitzungen vertreten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n40" xml:id="bsb00056732_00049_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_010"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96–100, Nr. 109–118.</p></note>. Am 5. März 1646 führte Milagius erstmals auch die Stimme von PFALZ-ZWEIBRÜCKEN<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n41" xml:id="bsb00056732_00049_n11"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_011"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0339n18" target="#bsb00056732_00339_036">Nr. 109 Anm. 18</ref>.</p></note>. In <pb n="L" facs="APWIIIA3-3_p0050" sameAs="#bsb00056732_00050"/>der Sitzordnung nahm er im Fürstenrat und in den Plenarsitzungen am 26. und 27. April auf der weltlichen Fürstenbank als pfälzischer <w lemma="Gesandter"><orig>Gesand-</orig><orig>ter</orig></w> hinter Bayern die zweite Session ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n42" xml:id="bsb00056732_00050_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_001"/> <p style="font-style:italic;">Zu den Plenarsitzungen s. Nr. 119, Liste der vertretenen Reichsstände; zur Session im <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> s. den Bericht des Milagius an die Fürsten von Anhalt vom 28. Januar/7. Februar 1646 (<hi style="font-style:smallCaps;">Krause</hi> V.2, 70–74, hier 71).</p></note>. Hinter dem Votum Anhalts folgte in den Sitzungen vom 3. Februar bis zum 17. März das der <w lemma="WETTERAUER"><orig>WET-</orig><orig>TERAUER</orig></w> GRAFEN, die in sämtlichen Sitzungen und den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarver-</orig><orig>sammlungen</orig></w> vertreten waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n43" xml:id="bsb00056732_00050_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_002"/> <p style="font-style:italic;">Ihre Vertretung ist nur für den 16. Februar nicht gesichert, aber sehr wahrscheinlich (s. oben Anm. 23).</p></note>. Von den beiden offiziellen <w lemma="Bevollmächtigten"><orig>Bevollmäch-</orig><orig>tigten</orig></w> des Wetterauer Grafenvereins führte normalerweise Geißel die Stimme; in der Sitzung vom 3. Februar votierte allerdings Heidfeld, da Geißel an einer Deputation teilnahm<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n44" xml:id="bsb00056732_00050_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0156n82" target="#bsb00056732_00156_037">Nr. 95 Anm. 82</ref>.</p></note>. Für die übrigen Sitzungen ist <w lemma="anzunehmen"><orig>an-</orig><orig>zunehmen</orig></w>, daß beide Gesandte im Fürstenrat waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n45" xml:id="bsb00056732_00050_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_004"/> <p style="font-style:italic;">Für den 17. April ist die Anwesenheit beider gesichert (Position 25 und 29 im <w lemma="Sessionsschema"><orig>Sessions-</orig><orig>schema</orig></w>, s. Abb. S. CXXXI).</p></note>. Außer ihnen können weitere Bevollmächtigte einzelner Grafen, ohne zu votieren, <w lemma="teilgenommen"><orig>teil-</orig><orig>genommen</orig></w> haben. So ist die Anwesenheit Schrags (NASSAU-<w lemma="SAARBRÜCKEN"><orig>SAAR-</orig><orig>BRÜCKEN</orig></w>) an der Sitzung am 17. April bezeugt, und in den <w lemma="Plenarsitzungen"><orig>Plenarsit-</orig><orig>zungen</orig></w> war mit BENTHEIM-TECKLENBURG sogar ein Graf <w lemma="vertreten"><orig>vertre-</orig><orig>ten</orig></w>, der gar nicht dem Wetterauer Grafenverein angehörte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n46" xml:id="bsb00056732_00050_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_005"/> <p style="font-style:italic;">Zu Schrag s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0519n36" target="#bsb00056732_00519_036">Nr. 117 Anm. 36</ref>; zu Bentheim-Tecklenburg s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0544n14" target="#bsb00056732_00544_028">Nr. 119 Anm. 14</ref>.</p></note>. Heidfeld votierte in der Sitzung vom 3. Februar auch stellvertretend für die FRÄNKISCHEN GRAFEN, deren Gesandter, Oelhafen von <w lemma="Schöllenbach"><orig>Schöllen-</orig><orig>bach</orig></w>, einer gleichzeitigen Sitzung des Städterats beiwohnte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n47" xml:id="bsb00056732_00050_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0157n85" target="#bsb00056732_00157_038">Nr. 95 Anm. 85</ref>.</p></note>. Oelhafen nahm an den nächsten fünf Fürstenratssitzungen selbst teil und begab sich dann nach Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n48" xml:id="bsb00056732_00050_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_007"/> <p style="font-style:italic;">Sein Aufenthalt in Münster ist bezeugt für den 19. und 20. Februar und für den 29. und 31. März (s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 6, 93 Z. 22, 96 Z. 18f, 143 Z. 6f, 147 Z. 22). Er fehlte im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> in Nr. 101–116.</p></note>, so daß die Fränkischen Grafen vom 13. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> bis zum 17. März nicht vertreten waren. An den letzten beiden Sitzungen und den Plenarversammlungen hat Oelhafen wieder <w lemma="teilgenommen"><orig>teil-</orig><orig>genommen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n49" xml:id="bsb00056732_00050_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117–120.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die Zahl der Reichsstände im Fürstenrat Osnabrück schwankte in den Sitzungen vom 3. Februar bis zum 17. März zwischen 23 und <hi style="font-style:normal;">27</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n50" xml:id="bsb00056732_00050_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_009"/> <p style="font-style:italic;">Nur 23 Reichsstände waren am 15. Februar und am 15. März vertreten (s. Nr. 103 und Nr. 115); 27 Reichsstände waren am 6., 8., 9. und 10. Februar und am 17. März vertreten (Nr. 97–100 und 116). Bei diesen Angaben ist Sachsen-Gotha mitgerechnet.</p></note>. Neu hinzu kamen in dieser Zeit nur die pfälzischen Stimmen: die von Pfalz-Simmern und -Lautern am 5. Februar, die von Pfalz-Veldenz am 19. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> und die von Pfalz-Zweibrücken am 5. März<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n51" xml:id="bsb00056732_00050_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_010"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96, 105 und 109.</p></note>. Die zeitweilige <w lemma="Abwesenheit"><orig>Ab-</orig><orig>wesenheit</orig></w> Brandenburg-Kulmbachs, Sachsen-Lauenburgs, der <w lemma="Fränkischen"><orig>Fränki-</orig><pb n="LI" facs="APWIIIA3-3_p0051" sameAs="#bsb00056732_00051"/><orig>schen</orig></w> Grafen, Hessen-Kassels, Hessen-Darmstadts und Württembergs fiel insofern nicht ins Gewicht, als deren Gesandte in dieser Zeit im Fürstenrat Münster votierten oder dort ohnehin durch weitere Gesandte vertreten waren und die Stimmen aus den beiden Teilfürstenräten addiert <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n52" xml:id="bsb00056732_00051_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_001"/> <p style="font-style:italic;">Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt und Württemberg hatten eigene <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> in Münster. Zum Zusammenrechnen der im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> und <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> abgelegten Voten s. unten S. LXVIIf.</p></note>. Aus diesem Grund wurde deren Mandat auch nicht <w lemma="vertretungsweise"><orig>vertretungs-</orig><orig>weise</orig></w> auf einen anderen Gesandten in Osnabrück übertragen. Dagegen entfielen die pfälzischen Stimmen bei Abwesenheit Anhalts und <w lemma="Württembergs"><orig>Württem-</orig><orig>bergs</orig></w> und die bayerische bei Abwesenheit Ernsts. Der Ausfall Bayerns war um so gravierender, als die katholischen Reichsstände vor dem 17. April 1646 im Fürstenrat Osnabrück ohnehin nur etwa ein Siebtel der dort <w lemma="vertretenen"><orig>ver-</orig><orig>tretenen</orig></w> Reichsstände darstellten. Ihr Anteil fiel bei Abwesenheit Ernsts auf zwei Gesandte oder etwa ein Achtel<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n53" xml:id="bsb00056732_00051_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_002"/> <p style="font-style:italic;">Etwas weniger als ein Achtel der im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vertretenen Reichsstände: Nr. 96; etwas mehr: Nr. 115 (beide Angaben unter Einbeziehung Sachsen-Gothas).</p></note>. Diese Situation änderte sich erst durch das Eintreffen weiterer Gesandter aus Münster im April 1646. Dadurch erhöhte sich in den letzten beiden Sitzungen vor den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarver-</orig><orig>sammlungen</orig></w> die Zahl der Reichsstände im Fürstenrat Osnabrück auf 38 und die der katholischen Reichsstände auf 11, so daß deren Anteil auf fast ein Drittel stieg.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Von den Neuankömmlingen nahmen die Gesandten des Erzstifts <w lemma="SALZBURG"><orig>SALZ-</orig><orig>BURG</orig></w> den höchsten Rang ein. Wie auf Reichstagen beanspruchte das Erzstift die erste Session vor Österreich und fand sich mit einer <w lemma="alternierenden"><orig>alternie-</orig><orig>renden</orig></w> Führung des Fürstenratsdirektoriums ab. Diese wurde auf dem Friedenskongreß wie auf Reichstagen flexibel gehandhabt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n54" xml:id="bsb00056732_00051_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aulinger</hi>, <hi style="font-style:italic;">239; Nr. 117 bei Anm. 12.</hi></p></note>. Die <w lemma="Salzburger"><orig>Salz-</orig><orig>burger</orig></w> Gesandten übernahmen jedenfalls in Osnabrück in zwei <w lemma="aufeinanderfolgenden"><orig>aufein-</orig><orig>anderfolgenden</orig></w> Sitzungen das Direktorium<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n55" xml:id="bsb00056732_00051_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117 und 118.</p></note>. Gegen den Salzburger Vorsitz protestierte Magdeburg und erhielt damit seinen alten Anspruch auf Präzedenz aufrecht, erklärte sich aber bereit, bei den <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensver-</orig><orig>handlungen</orig></w> Salzburg den Vorrang einzuräumen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n56" xml:id="bsb00056732_00051_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117 bei Anm. 15; zum Anspruch Magdeburgs auf Präzedenz s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0141n35" target="#bsb00056732_00141_041">Nr. 95 Anm. 35</ref>.</p></note>. Von den drei <w lemma="Salzburger"><orig>Salz-</orig><orig>burger</orig></w> Gesandten hat nur Motzel nachweisbar an beiden Sitzungen <w lemma="teilgenommen"><orig>teil-</orig><orig>genommen</orig></w>. Er übernahm die Funktion des Fürstenratsdirektors und führte als Bevollmächtigter des Hochstifts FREISING auch dessen <w lemma="Votum"><orig>Vo-</orig><orig>tum</orig></w>. Die beiden anderen Salzburger, Zauchenberger und Reiter, waren zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in Osnabrück und haben wahrscheinlich auch an den Sitzungen teilgenommen, obwohl sie in den Protokollen nicht erwähnt sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n57" xml:id="bsb00056732_00051_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0512n4" target="#bsb00056732_00512_032">Nr. 117 Anm. 4</ref> und 20. Da von den Salzburgern im Plural gesprochen wird, waren am 17. April mindestens zwei im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> (S. 381 Z. 14). Nur ein Salzburger korrigierte am 19. April zusammen mit Richtersberger während der Sitzung den Correlationsentwurf (S. 407 Z. 12).</p></note>. Nachdem die Salzburger sich ihre Rechte für den <pb n="LII" facs="APWIIIA3-3_p0052" sameAs="#bsb00056732_00052"/>Fall ihrer Abwesenheit vorbehalten hatten, reisten sie zurück nach <w lemma="Münster"><orig>Mün-</orig><orig>ster</orig></w> und überließen die Wahrnehmung der Direktorialfunktionen im Fürstenrat Osnabrück wieder Österreich. Die übrigen Neuankömmlinge waren zur Teilnahme an den Gravaminaverhandlungen aus Münster <w lemma="angereist"><orig>an-</orig><orig>gereist</orig></w>, die am 12. April 1646 in Osnabrück begonnen hatten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n58" xml:id="bsb00056732_00052_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_001"/> <p style="font-style:italic;">Die daran beteiligten Reichsstände sind im Sessionsschema bei <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00611.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, unpaginierte Seite nach 584</ref>, genannt.</p></note>. So <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w> im Fürstenrat Osnabrück am 17. April 1646 erstmals die Voten für das Hochstift KONSTANZ und die Fürstabtei KEMPTEN (vertreten durch Köberlin), für die Fürstabtei CORVEY und die <w lemma="REICHSPRÄLATEN"><orig>REICHSPRÄLA-</orig><orig>TEN</orig></w> (vertreten durch Adami) und für die SCHWÄBISCHEN <w lemma="GRAFEN"><orig>GRA-</orig><orig>FEN</orig></w> (vertreten durch Leuxelring) abgelegt.</p>
	  <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:normal;">Auf evangelischer Seite waren nach langer Pause Brandenburg-<w lemma="Kulmbach"><orig>Kulm-</orig><orig>bach</orig></w>, Sachsen-Lauenburg und die Fränkischen Grafen wieder in <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> vertreten; das brandenburg-ansbachische Votum wurde erstmals hier geführt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n59" xml:id="bsb00056732_00052_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 15. Auch Müller, Gloxin und Oelhafen von Schöllenbach nahmen an den Gravaminaverhandlungen teil, Gloxin und Oelhafen als <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Lübecks und <w lemma="Nürnbergs"><orig>Nürn-</orig><orig>bergs</orig></w>.</p></note>. Das Zusammentreffen der vier Kuriatstimmen hatte <w lemma="Auseinandersetzungen"><orig>Aus-</orig><orig>einandersetzungen</orig></w> um die Sitz- und Votierordnung zur Folge. Die <w lemma="Prälaten"><orig>Prä-</orig><orig>laten</orig></w> standen unangefochten an der Spitze, doch war die Rangfolge unter den gräflichen Bevollmächtigten strittig. Wetterauer und Schwäbische Grafen alternierten, wobei die Wetterauer in der ersten gemeinsamen Sitzung unter vorsorglichem Protest der Schwäbischen Grafen den <w lemma="Vorsitz"><orig>Vor-</orig><orig>sitz</orig></w> einnahmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n60" xml:id="bsb00056732_00052_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 387 Z. 10–14.</p></note>. Die Fränkischen Grafen, die erst 1641 ihre endgültige Zulassung zum Reichstag erreicht hatten, versuchten vergeblich, an der Alternationsregelung teilzunehmen, und wurden auf die damals <w lemma="vereinbarte"><orig>verein-</orig><orig>barte</orig></w> letzte Stelle in der Sessionsordnung verwiesen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n61" xml:id="bsb00056732_00052_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 384 Z. 7 – S. 385 Z. 12.</p></note>. In den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarver-</orig><orig>sammlungen</orig></w> am 26. und 27. April 1646 hatte sich der Anteil der <w lemma="katholischen"><orig>katho-</orig><orig>lischen</orig></w> Bevollmächtigten nach der Abreise Salzburgs wieder reduziert. Das Sessionsschema<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n62" xml:id="bsb00056732_00052_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Abb. S. CXXXI. Die weltliche Fürstenbank ist mit <hi style="font-style:normal;">K,</hi> die geistliche Fürstenbank ist mit <hi style="font-style:normal;">H,</hi> und der für den FR-Direktor vorgesehene Tisch ist mit <hi style="font-style:normal;">G</hi> bezeichnet.</p></note> zeigt die Dominanz der Evangelischen: Auf der weltlichen Fürstenbank, die sich (von der „Bühne“ an der Stirnwand aus gesehen) an der linken Wand entlangzog, saßen außer dem <w lemma="bayerischen"><orig>bayeri-</orig><orig>schen</orig></w> Bevollmächtigten nur evangelische Gesandte. Auf der geistlichen Fürstenbank an der gegenüberliegenden Wand saßen nur vier <w lemma="Bevollmächtigte"><orig>Bevoll-</orig><orig>mächtigte</orig></w>, an ihrer Spitze der Österreichische Fürstenratsdirektor. Da er hier Platz genommen hatte, blieb der für ihn vorgesehene Tisch des <w lemma="Fürstenratsdirektoriums"><orig>Für-</orig><orig>stenratsdirektoriums</orig></w> unbenutzt. Auf der Bank der fürstlichen <w lemma="Sekundargesandten"><orig>Sekundar-</orig><orig>gesandten</orig></w> saßen nur Protestanten, so daß insgesamt 19 evangelischen Gesandten fünf katholische gegenüberstanden. Das Verhältnis zwischen den evangelischen und den katholischen Reichsständen sieht zwar mit <pb n="LIII" facs="APWIIIA3-3_p0053" sameAs="#bsb00056732_00053"/>24 evangelischen gegenüber acht katholischen etwas günstiger aus, doch ist das Übergewicht auch hier mehr als deutlich<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n63" xml:id="bsb00056732_00053_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_001"/> <p style="font-style:italic;">Die vertretenen Reichsstände sind im Sessionsschema nur zum Teil angegeben; es fehlen Basel, Kempten, Prälaten, Anhalt. Eine Einzelaufzählung der drei bzw. zwei Voten fehlt bei Braunschweig-Lüneburg und Mecklenburg. Brandenburg-Ansbach ist wahrscheinlich deshalb nicht genannt, weil Müller sich im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> bei der gleichzeitigen <w lemma="Plenarversammlung"><orig>Plenarversamm-</orig><orig>lung</orig></w> vertreten ließ (s. das Protokoll in <hi style="font-style:smallCaps;">StA</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bamberg</hi> Rep. B 33 Serie II Bd. 4, hier fol. 422), so daß eine seiner Stimmen dort gezählt worden sein wird. Ob bei der Umfrage im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 27. April (s. Nr. 120, S. 418 Z. 14–17) überhaupt alle Stände ordnungsgemäß aufgerufen worden sind, bleibt ungewiß, da die Protokollanten aus akustischen Gründen nicht alle Voten verzeichnet haben.</p></note>. Für die <w lemma="Reichsdeputation"><orig>Reichsdeputa-</orig><orig>tion</orig></w> am Nachmittag des 27. April wurden zwar fürstlicherseits fünf <w lemma="katholische"><orig>ka-</orig><orig>tholische</orig></w> und nur vier evangelische Deputierte nominiert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n64" xml:id="bsb00056732_00053_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 431 Z. 9–13. Eigentlich waren es mit Sachsen-Altenburg, Braunschweig-<w lemma="Lüneburg"><orig>Lüne-</orig><orig>burg</orig></w> und dem Wetterauer Gf.enverein sogar nur drei Reichsstände (wenn man außer acht läßt, daß Lampadius im <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> drei Stimmen führte), doch war der Wetterauer Gf. <w lemma="enverein"><orig>en-</orig><orig>verein</orig></w> durch zwei <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> vertreten. Das Übergewicht der kath. Reichsstände bei der <w lemma="Nominierung"><orig>Nomi-</orig><orig>nierung</orig></w> ist von den ev. registriert worden (s. S. 434 Z. 25f).</p></note>, doch nahmen drei katholische nicht teil: der Würzburger Vorburg wegen eines <w lemma="Präzedenzstreits"><orig>Präze-</orig><orig>denzstreits</orig></w> zwischen den Vorsitzenden der geistlichen und weltlichen Bank und die Gesandten der Prälaten und des Schwäbischen <w lemma="Grafenvereins"><orig>Grafenver-</orig><orig>eins</orig></w> aus unbekannten Gründen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n65" xml:id="bsb00056732_00053_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_003"/> <p style="font-style:italic;">Sie waren nicht zum festgesetzten Zeitpunkt erschienen (s. S. 434 Z. 4f).</p></note>, so daß auch hier die Evangelischen das Übergewicht gewannen, indem nur Richtersberger und Ernst katholische Reichsstände repräsentierten, während die Evangelischen durch <w lemma="Thumbshirn"><orig>Thumbs-</orig><orig>hirn</orig></w>, Lampadius, Geißel und Heidfeld vertreten waren.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Gemessen an der Gesamtzahl der Fürstenratsmitglieder auf dem <w lemma="Friedenskongreß"><orig>Friedens-</orig><orig>kongreß</orig></w> waren die katholischen Stände im Fürstenrat Osnabrück stark unterrepräsentiert: Im ganzen waren 78 Reichsfürstenstände auf dem Friedenskongreß vertreten, 48 katholische und 30 evangelische<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n66" xml:id="bsb00056732_00053_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Aufstellung bei <hi style="font-style:smallCaps;">Wolff</hi>, Corpus Evangelicorum, 209ff (Position 5–52) und 213f (Position 75–105, aber unter Zusammenziehung von Position 79 und 80, da Pfalz-<w lemma="Veldenz"><orig>Vel-</orig><orig>denz</orig></w> und Lauterecken denselben Reichsstand meinen). Bei Übernahme dieser Zahlen bleibt unberücksichtigt, daß nicht alle Stände über den gesamten Zeitraum auf dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> vertreten waren.</p></note>. Somit stellten die Evangelischen ungefähr zwei Fünftel und die katholischen drei Fünftel aller Fürstenratsmitglieder auf dem Kongreß. In Osnabrück votierten zwischen Februar und April 1646 zwischen drei und elf <w lemma="katholische"><orig>katho-</orig><orig>lische</orig></w> Reichsstände, so daß deren Anteil bezogen auf die Gesamtzahl der vertretenen Fürstenratsmitglieder zwischen 3,8 und 14,1 Prozent lag. Die evangelischen Fürstenratsmitglieder waren somit insgesamt auf dem <w lemma="Westfälischen"><orig>West-</orig><orig>fälischen</orig></w> Friedenskongreß deutlich in der Minderheit, verfügten aber in Osnabrück über eine sehr starke Mehrheit. Dennoch hatte sich ihre <w lemma="Situation"><orig>Situa-</orig><orig>tion</orig></w> gegenüber den vorbereitenden Beratungen seit Juli 1645 grundlegend verschlechtert, denn bis Anfang Februar 1646 waren die Evangelischen im Fürstenrat Osnabrück unter sich gewesen und mußten sich nun auf die Anwesenheit katholischer Reichsstände einstellen, von denen bekannt <pb n="LIV" facs="APWIIIA3-3_p0054" sameAs="#bsb00056732_00054"/>war, daß sie in wichtigen Fragen des künftigen Friedensschlusses andere Lösungen anstrebten als die evangelischen. Deren Gesandte hatten sich sorgfältig auf die neue Situation vorbereitet, indem sie sich über die jetzt zur Diskussion stehenden Friedensvorschläge bereits eine Meinung <w lemma="gebildet"><orig>gebil-</orig><orig>det</orig></w> und diese schriftlich fixiert hatten. Im Fürstenrat wurden diese <w lemma="Absprachen"><orig>Ab-</orig><orig>sprachen</orig></w> und die sich daraus ergebende Parteibildung der Evangelischen bald evident.</p>
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