<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:session="http://apache.org/cocoon/session/1.0" type="text" subtype="intro" ana="#section" xml:id="bsb00056732_00044_sec0009" corresp="#bsb00056732_00044">
      <pb n="XLIV" facs="APWIIIA3-3_p0044" sameAs="#bsb00056732_00044"/>
      <head>EINLEITUNG</head>
      <list>
	<item><hi style="font-style:italic;">A Der Fürstenrat Osnabrück vom Beginn der Hauptberatungen bis zur Übergabe der</hi> <w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w> <hi style="font-style:italic;">der drei Reichsräte am 27. April 1646</hi><list>
	<item><hi style="font-style:italic;">I. Die Zusammensetzung des Fürstenrats Osnabrück von Februar bis April 1646</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">II. Die Gruppierungen im Fürstenrat Osnabrück und ihre Meinungsbildung</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">III. Das Direktorium des Fürstenrats Osnabrück</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">IV. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Fürstenrat Münster</hi><list>
	<item><hi style="font-style:italic;">1. Die Zusammenarbeit der Direktoren bei der Zusammenstellung der <w lemma="Propositionen"><orig>Propositio-</orig><orig>nen</orig></w>, Conclusen und Correlationen</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">2. Die zeitliche Koordination der Beratungen</hi></item>
	</list></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">V. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Reichsdirektorium, zum <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kurfürsten-</orig><orig>rat</orig></w> und zum Städterat</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">VI. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Corpus Evangelicorum und zum Corpus Catholicorum; die Gravaminaverhandlungen</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">VII. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Kaiser</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">VIII. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zu Schweden</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">IX. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zu Frankreich</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">X. Ergebnisse der Beratungen</hi><list>
	<item><hi style="font-style:italic;">1. Chronologie der Entscheidungen</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">2. Das Fürstenratsbedenken vom 27. April 1646</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">3. Die Bedeutung des Fürstenratsbedenkens für den Fortgang der Verhandlungen</hi></item>
	</list></item>
	</list></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">B Die Überlieferung</hi> <list>
	<item><hi style="font-style:italic;">I. Protokollführung und Druckvorlagen</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">II. Beschreibung der herangezogenen Protokollserien</hi> <list>
	<item><hi style="font-style:italic;">1. Allgemeines</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">2. Die Protokollserien</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">3. Nicht herangezogene Protokollserien</hi></item>
	</list></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">III. Fehlende und nicht herangezogene Provenienzen</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">IV. Kurzbeschreibung der zur Kommentierung herangezogenen Akten</hi></item>
	<item><hi style="font-style:italic;">V. Die Einrichtung der Edition</hi></item>
	</list></item>
      </list>
      <div type="part" subtype="part" ana="#section_01" xml:id="bsb00056732_00044_sec0010" corresp="#bsb00056732_00044">
	<head><hi style="font-style:italic;">A Der Fürstenrat Osnabrück vom Beginn der Hauptberatungen bis zur Übergabe der <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der drei Reichsräte am 27. April 1646</hi></head>
	<p style="font-style:italic;">Der vorliegende Band enthält die Protokolle von 24 Sitzungen des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Für-</orig><orig>stenrats</orig></w> Osnabrück, zwei Plenarsitzungen der Osnabrücker Reichsstände und einer Reichsdeputation; er umfaßt den Zeitraum vom 3. Februar bis zum 27. April 1646. In dieser Phase beriet der Fürstenrat Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Fürstenrat Münster über die <w lemma="Gesamtfriedensvorschläge"><orig>Gesamtfriedens-</orig><orig>vorschläge</orig></w> des Kaisers, Schwedens und Frankreichs mit dem Ziel, <w lemma="gemeinsam"><orig>gemein-</orig><orig>sam</orig></w> mit Kurfürstenrat und Städterat ein Gutachten für den Kaiser zu <w lemma="erstellen"><orig>er-</orig><orig>stellen</orig></w>. Die kaiserlichen Gesandten benötigten das reichsständische <w lemma="Gutachten"><orig>Gut-</orig><orig>achten</orig></w>, um die kaiserlichen Dupliken an Schweden und Frankreich <w lemma="aufzusetzen"><orig>auf-</orig><orig>zusetzen</orig></w>. Die Reichskurien teilten sich ihre Beratungsergebnisse in den Plenarsitzungen am 26. und 27. April gegenseitig mit. Anschließend <w lemma="übergab"><orig>über-</orig><pb n="XLV" facs="APWIIIA3-3_p0045" sameAs="#bsb00056732_00045"/><orig>gab</orig></w> eine Reichsdeputation die drei <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichskurien den <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiser-</orig><orig>lichen</orig></w> Gesandten. Damit endet ein wichtiger Abschnitt in den Beratungen des Fürstenrats Osnabrück und daher auch dieser dritte Teilband der <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Für-</orig><orig>stenratsprotokolle</orig></w>.</p>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00045_sec0011" corresp="#bsb00056732_00045">
	  <head><hi style="font-style:italic;">I. Die Zusammensetzung des Fürstenrats Osnabrück von Februar bis April 1646</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Der Fürstenrat Osnabrück tagte mit Beginn der Hauptberatungen am 3. Februar 1646 erstmals unter Einbeziehung katholischer Reichsstände, wie es im September 1645 mit dem Fürstenrat Münster vereinbart worden war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n1" xml:id="bsb00056732_00045_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe das Conclusum des <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> über den Verhandlungsmodus von 1645 IX 4 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00711.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> I, 587</ref>ff, hier 588 Punkt 6–10) und die zustimmende Beratung im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 12. September 1646 (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 Nr. 10). Einen Überblick über die vom 3. Februar bis zum 27. April 1646 im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> geführten Voten gibt die Übersicht in der Einstecktasche.</p></note>. Von den 26 Reichsständen, die am 3. Februar im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> votierten, waren vier katholisch: ÖSTERREICH, das als <w lemma="höchstrangiger"><orig>höchst-</orig><orig>rangiger</orig></w> Reichsstand auf der geistlichen Fürstenbank das erste Votum und das Fürstenratsdirektorium führte, BAYERN, das als höchstrangiger Reichsstand auf der weltlichen Fürstenbank das zweite Votum führte, <w lemma="sowie"><orig>so-</orig><orig>wie</orig></w> die Hochstifte WÜRZBURG und BASEL. Österreich und Bayern wurden jeweils durch einen eigenen Bevollmächtigten (Richtersberger bzw. Ernst) vertreten, während der Gesandte Vorburg sowohl für <w lemma="Würzburg"><orig>Würz-</orig><orig>burg</orig></w> als auch für Basel votierte. Derartige Mehrfachbevollmächtigungen wurden meist aus Gründen der Kostenersparnis<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n2" xml:id="bsb00056732_00045_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu S. 158 Z. 1f.</p></note> vorgenommen und <w lemma="hatten"><orig>hat-</orig><orig>ten</orig></w> zur Folge, daß die Zahl der vertretenen Reichsstände größer war als die der Gesandten. Diese wurden, sofern sie mehrere Stimmen führten, mehrfach aufgerufen. In der Regel nahmen sie die Session des <w lemma="ranghöchsten"><orig>ranghöch-</orig><orig>sten</orig></w> Reichsstandes ein, für den sie bevollmächtigt waren, so daß Vorburg auf dem Platz Würzburgs saß. Die Reichsstände der geistlichen und <w lemma="weltlichen"><orig>welt-</orig><orig>lichen</orig></w> Bank wechselten beim Votieren einander ab und folgten damit, wie auch bei der Sitzordnung, dem auf Reichstagen üblichen Modus<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n3" xml:id="bsb00056732_00045_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_003"/> <p style="font-style:italic;">Zum herkömmlichen Wechsel zwischen geistlicher und weltlicher Bank s. Nr. 96 bei Anm. 20.</p></note>. In <w lemma="einigen"><orig>eini-</orig><orig>gen</orig></w> Fällen war die Reihenfolge von Session und Votum umstritten. So wurde der Vorsitz Bayerns auf der weltlichen Bank von den sächsischen und pfälzischen Gesandten angefochten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0045n4" xml:id="bsb00056732_00045_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00045_004"/> <p style="font-style:italic;">Protest der sächsischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> namens des Gesamthauses gegen die bay. Präzedenz: s. S. 11 Z. 30–33, S. 12 Z. 1–5, 18–21, S. 13 Z. 3; Protest Pfalz-Lauterns gegen Bayern: s. Nr. 96 bei Anm. 13. Pfalz-Veldenz, das aus anderen Gründen vorbehaltlich seiner Rechte nach <w lemma="Württemberg"><orig>Würt-</orig><orig>temberg</orig></w> votierte, behielt sich allgemein die Präzedenz vor (s. S. 158 Z. 3ff). Ein eigener Protest Pfalz-Zweibrückens ist nicht überliefert.</p></note>. Die Zahl der katholischen Reichsstände blieb, von zwei Ausnahmen abgesehen, im Februar und März konstant: Österreich, Würzburg und Basel nahmen an allen 22 <w lemma="Sitzungen"><orig>Sit-</orig><orig>zungen</orig></w> teil, während Bayern am 5. Februar und 15. März fehlte.</p>
		<p style="font-style:italic;"><pb n="XLVI" facs="APWIIIA3-3_p0046" sameAs="#bsb00056732_00046"/>Von den 22 evangelischen Reichsständen, die an der Sitzung vom 3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> teilnahmen, hatten alle schon bei den vorbereitenden Beratungen seit Ende Juli 1645 dauernd oder zeitweise im Fürstenrat Osnabrück <w lemma="votiert"><orig>vo-</orig><orig>tiert</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n5" xml:id="bsb00056732_00046_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_001"/> <p style="font-style:italic;">Protokolle dieser Sitzungen in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 und 3/2; zur Zusammensetzung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vom 28. Juli 1645 bis 2. Februar 1646 und zu den einzelnen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> s. <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, LXXVIII–XC; zum Charakter dieser Sitzungen s. <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, LXXIII–LXXVIII.</p></note>. Das evangelisch administrierte Erzstift MAGDEBURG, um dessen Zulassung 1645 monatelang gerungen worden war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n6" xml:id="bsb00056732_00046_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, <hi style="font-style:italic;">in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, LXI–LXV, LXVIII.</hi></p></note>, nahm nach <w lemma="anfänglicher"><orig>anfäng-</orig><orig>licher</orig></w> Unsicherheit<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n7" xml:id="bsb00056732_00046_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 29f Z. 17–25, 1–26.</p></note> den vierten Rang in der Sessionsordnung ein und war damit meist der erste evangelische Votant. Nur bei Abwesenheit Bayerns votierte Pfalz-Lautern vor dem Magdeburger Gesandten Krull<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n8" xml:id="bsb00056732_00046_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96 und 115.</p></note>. Dieser hatte seinen Sitz gemäß einer Vereinbarung vom Dezember 1645 <w lemma="zwischen"><orig>zwi-</orig><orig>schen</orig></w> geistlicher und weltlicher Bank<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n9" xml:id="bsb00056732_00046_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_005"/> <p style="font-style:italic;">Zum Magdeburger Revers von 1645 XII 11/21 s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0135n11" target="#bsb00056732_00135_036">Nr. 95 Anm. 11</ref>.</p></note>; er nahm an allen Sitzungen teil. Dasselbe gilt für Thumbshirn (SACHSEN-ALTENBURG), während Carpzov (SACHSEN-COBURG) in der Plenarsitzung am 27. April <w lemma="fehlte"><orig>fehl-</orig><orig>te</orig></w>. Thumbshirn führte einmal stellvertretend die drei Voten <w lemma="Braunschweig"><orig>Braun-</orig><orig>schweig</orig></w>-Lüneburgs<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n10" xml:id="bsb00056732_00046_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_006"/> <p style="font-style:italic;">Am 17. April 1646 (s. Nr. 117). Zum Fehlen Carpzovs am 27. April s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0549n7" target="#bsb00056732_00549_046">Nr. 120 Anm. 7</ref>.</p></note>. Auch Heher, der Bevollmächtigte der Herzöge von Sachsen-Weimar und Sachsen-Gotha, nahm an allen Sitzungen teil. Über die Zahl seiner Voten liegen widersprüchliche Angaben vor: Während das Protokoll der evangelischen Reichsstände in der Sitzung vom 3. Februar nur zwei, in den folgenden Sitzungen aber drei Voten, und zwar für SACHSEN-WEIMAR, SACHSEN-GOTHA und SACHSEN-<w lemma="EISENACH"><orig>EISEN-</orig><orig>ACH</orig></w>, anführt, nennt das Protokoll des österreichischen Direktoriums <w lemma="gemäß"><orig>ge-</orig><orig>mäß</orig></w> der herkömmlichen Zählung auf Reichstagen nur Sachsen-Weimar und Sachsen-Eisenach als vertretene Reichsstände<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n11" xml:id="bsb00056732_00046_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_007"/> <p style="font-style:italic;">Zur Sitzung vom 3. Februar 1646 s. Nr. 95 bei Anm. 46. Besonders deutlich ist die <w lemma="Zählung"><orig>Zäh-</orig><orig>lung</orig></w> der Voten in Nr. 105: <hi style="font-style:normal;">pro voto triplici</hi> (s. S. 156 Z. 35). Zur Zählung der Voten im öst. Protokoll s. Nr. 101a und zu den unterschiedlichen Protokollüberlieferungen unten S. CIIf.</p></note>. Seit dem letzten Reichstag 1640/41 war es jedoch durch mehrere Erbfälle zu einer <w lemma="Neuaufteilung"><orig>Neuauf-</orig><orig>teilung</orig></w> der sächsischen Fürstentümer gekommen, und die Herzöge <w lemma="Wilhelm"><orig>Wil-</orig><orig>helm</orig></w> von Sachsen-Weimar und Ernst von Sachsen-Gotha hatten ihrem gemeinsamen Gesandten Heher drei Vollmachten, jeweils gesondert für Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha und Sachsen-Eisenach, mitgegeben, die vom Reichsdirektorium akzeptiert worden sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0046n12" xml:id="bsb00056732_00046_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00046_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Ausf.en von 1645 VI 9[/19] in: <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>HHStA</abbr><expan>Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien)</expan></choice></hi> <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>MEA</abbr><expan>Mainzer Erzkanzlerarchiv</expan></choice></hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>FrA</abbr><expan>Friedensakten</expan></choice></hi> <choice><abbr>Fasz.</abbr><expan>Faszikel</expan></choice> 6 [32] unfol. Die <w lemma="Vollmacht"><orig>Voll-</orig><orig>macht</orig></w> für Sachsen-Eisenach wurde von Hg. Wilhelm von Sachsen-Weimar und Hg. Ernst von Sachsen-Gotha gemeinsam ausgefertigt, da sie dieses Votum gemeinsam führten (s. dazu <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-1_p0220n9" target="#bsb00056726_00220_018">Nr. 6 Anm. 9</ref>). Zur Akzeptanz der Vertretung Sachsen-Gothas auf dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> s. Gregor <hi style="font-style:smallCaps;">Richter</hi>, Vertretung.</p></note>. Dennoch hat das <w lemma="Fürstenratsdirektorium"><orig>Für-</orig><pb n="XLVII" facs="APWIIIA3-3_p0047" sameAs="#bsb00056732_00047"/><orig>stenratsdirektorium</orig></w> nur zwei Voten gezählt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n13" xml:id="bsb00056732_00047_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_001"/> <p style="font-style:italic;">Das zeigt neben dem öst. Protokoll auch die Votenzählung der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice>-Sitzung von 1646 II 8 auf dem Rand des Protokolls der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice>-Sitzung von 1646 II 10 (s. <hi style="font-style:smallCaps;">StA</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bamberg</hi> Rep. B 33 Serie II Bd. 4 fol. 216). Nach dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> haben die Hg.e von Sachsen-Weimar und -Gotha drei Stimmen geführt (s. <hi style="font-style:smallCaps;">Sammlung</hi> III, 682; <hi style="font-style:smallCaps;">Moser</hi> XXXIV, 292; <hi style="font-style:smallCaps;">Domke</hi>, 96).</p></note>. In den Protokollen findet sich dazu kein Kommentar, auch kein Protest Hehers.</p>
		<p style="font-style:italic;">In der Sitzung vom 3. Februar votierte nach Heher BRANDENBURG-KULMBACH, dessen Gesandter Müller jedoch nur vorübergehend in Osnabrück weilte und schon an der nächsten Sitzung nicht mehr <w lemma="teilnahm"><orig>teil-</orig><orig>nahm</orig></w>. Er kehrte erst im April 1646 aus Münster zurück und nahm in Osnabrück an den letzten beiden Sitzungen vor den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarversammlun-</orig><orig>gen</orig></w> am 26. und 27. April teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n14" xml:id="bsb00056732_00047_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117–120.</p></note>. Nun votierte er auch für <w lemma="BRANDENBURG"><orig>BRANDEN-</orig><orig>BURG</orig></w>-ANSBACH, dessen Vollmacht er am 8. Februar 1646 eingereicht hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n15" xml:id="bsb00056732_00047_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-2_p0555n55" target="#bsb00056727_00555_006">Nr. 87 Anm. 55</ref>.</p></note>. Lampadius, der für BRAUNSCHWEIG-CELLE, <w lemma="-GRUBENHAGEN"><orig>-GRUBEN-</orig><orig>HAGEN</orig></w> und -CALENBERG votierte, fehlte nur einmal und übertrug seine Stimme für diese Sitzung Thumbshirn<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n16" xml:id="bsb00056732_00047_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben Anm. 10. Zur Reihenfolge der braunschweig-lüneburgischen Voten s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0148n57" target="#bsb00056732_00148_036">Nr. 95 Anm. 57</ref>.</p></note>. Er selbst votierte einmal stellvertretend für Mecklenburg-Schwerin und -Güstrow sowie für <w lemma="Baden"><orig>Ba-</orig><orig>den</orig></w>-Durlach<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n17" xml:id="bsb00056732_00047_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_005"/> <p style="font-style:italic;">Am 19. April (s. Nr. 118).</p></note> und nahm auch an den Plenarsitzungen teil. <w lemma="POMMERN"><orig>POM-</orig><orig>MERN</orig></w>-STETTIN und POMMERN-WOLGAST waren ebenfalls vom 3. Februar bis zu den Plenarsitzungen immer vertreten. In der ersten Sitzung votierte ausnahmsweise Fromhold, der dann nach Münster <w lemma="wechselte"><orig>wech-</orig><orig>selte</orig></w>; fortan führte Wesenbeck die beiden pommerschen Stimmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n18" xml:id="bsb00056732_00047_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_006"/> <p style="font-style:italic;">Zu Fromhold s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0136n21" target="#bsb00056732_00136_043">Nr. 95 Anm. 21</ref>; Nr. 96 bei Anm. 33. Wesenbeck wird in zwei Protokollen namentlich genannt (s. S. 184 Z. 37, S. 386 Z. 20).</p></note>. An den Plenarsitzungen nahm er zwar teil, jedoch als kurfürstlicher <w lemma="Sekundargesandter"><orig>Sekun-</orig><orig>dargesandter</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n19" xml:id="bsb00056732_00047_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0544n11" target="#bsb00056732_00544_022">Nr. 119 Anm. 11</ref>.</p></note>, so daß Pommern formal nicht vertreten war. Wesenbeck führte zweimal stellvertretend die beiden Mecklenburger Stimmen und wechselte sich gemäß einer mühsam ausgehandelten Interimslösung in der Reihenfolge des Votierens mit den Gesandten Württembergs, <w lemma="Hessens"><orig>Hes-</orig><orig>sens</orig></w>, Mecklenburgs und Baden-Durlachs ab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0047n20" xml:id="bsb00056732_00047_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00047_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 bei Anm. 22. Die beiden hessischen und mecklenburgischen Voten wurden dabei immer hintereinander geführt.</p></note>. In der Sitzung vom 3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> folgten auf Pommern MECKLENBURG-SCHWERIN und MECKLENBURG-GÜSTROW, die durch den gemeinsamen Gesandten Kayser vertreten wurden. Mecklenburg war in allen Sitzungen und in den Plenarversammlungen vertreten, doch wurden die beiden Voten zweimal ersatzweise von Wesenbeck und einmal von Lampadius geführt; einmal votierte Kayser selbst stellvertretend für Sachsen-Lauenburg und einmal für Baden-Durlach, dessen Gesandter die Sitzung vorzeitig <w lemma="verlassen"><orig>ver-</orig><pb n="XLVIII" facs="APWIIIA3-3_p0048" sameAs="#bsb00056732_00048"/><orig>lassen</orig></w> hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n21" xml:id="bsb00056732_00048_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 (S. 23 Z. 8f): Votum für Sachsen-Lauenburg; Nr. 115 bei Anm. 63: Votum für Baden-Durlach. Ersatzweises Votieren durch Wesenbeck: s. Nr. 107, 117; durch <w lemma="Lampadius"><orig>Lampa-</orig><orig>dius</orig></w>: s. Nr. 118.</p></note>. WÜRTTEMBERG war nun, nach vorläufiger Beilegung der Sessionsstreitigkeiten, dauernd in Osnabrück vertreten. Sein <w lemma="Bevollmächtigter"><orig>Bevoll-</orig><orig>mächtigter</orig></w> Varnbüler fehlte dreimal; in einem Fall votierte der <w lemma="Österreichische"><orig>Österrei-</orig><orig>chische</orig></w> Direktor in einer Umfrage für ihn<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n22" xml:id="bsb00056732_00048_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_002"/> <p style="font-style:italic;">Württemberg fehlte am 15. Februar und am 8. und 15. März (Nr. 103, 110, 115) und wurde am 8. März in der ersten Umfrage durch Richtersberger vertreten.</p></note>. Bei der Sitzung am 16. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> muß offenbleiben, ob Württemberg teilnahm, weil das Protokoll einige Voten nur summarisch nennt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n23" xml:id="bsb00056732_00048_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 153 Z. 20.</p></note>. Varnbüler führte seit dem 19. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> 1646 auch das Votum von PFALZ-VELDENZ, und zwar von vornherein weisungsgemäß unter Vorbehalt der Präzedenz im Anschluß an das württembergische. Dennoch protestierten die übrigen <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Gesandten, da sie die Zugehörigkeit der „Grafschaft“ Veldenz zum kur- und fürstlichen Haus Pfalz bezweifelten und den <w lemma="beanspruchten"><orig>beanspruch-</orig><orig>ten</orig></w> Rang hinter Pfalz-Zweibrücken nicht zugestehen wollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n24" xml:id="bsb00056732_00048_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 105 (S. 158 Z. 12–21, 25–33, S. 159 Z. 9f, 18–23, S. 160 Z. 3f, 8).</p></note>. <w lemma="Varnbüler"><orig>Varnbü-</orig><orig>ler</orig></w> führte deshalb das Pfalz-Veldenzer Votum weiterhin zusammen mit dem württembergischen. Es besteht kein Zusammenhang zwischen <w lemma="diesem"><orig>die-</orig><orig>sem</orig></w> Präzedenzstreit und der sporadischen Benennung von Pfalz-Veldenz nach der Residenz Lauterecken, die auch sonst gelegentlich zur <w lemma="Bezeichnung"><orig>Bezeich-</orig><orig>nung</orig></w> des Veldenzer Votums begegnet<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n25" xml:id="bsb00056732_00048_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0409n71" target="#bsb00056732_00409_032">Nr. 112 Anm. 71</ref>; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0518n33" target="#bsb00056732_00518_037">Nr. 117 Anm. 33</ref>; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0535n48" target="#bsb00056732_00535_029">Nr. 118 Anm. 48</ref>.</p></note>. Die herzoglich sächsischen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> hatten einen zusätzlichen Grund zum Protest, da sie die <w lemma="pfälzische"><orig>pfäl-</orig><orig>zische</orig></w> Präzedenz vor Sachsen prinzipiell bestritten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n26" xml:id="bsb00056732_00048_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0290n17" target="#bsb00056732_00290_036">Nr. 105 Anm. 17</ref>.</p></note>. Pfalz-Veldenz war bei Abwesenheit Varnbülers nicht vertreten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n27" xml:id="bsb00056732_00048_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_007"/> <p style="font-style:italic;">Am 8. und 15. März 1646 (Nr. 110 und Nr. 115).</p></note>. Da im Sessionsschema der Plenarsitzungen vom 26. und 27. April sowohl Württemberg als auch Pfalz-Veldenz eingetragen sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n28" xml:id="bsb00056732_00048_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Abb. S. CXXXI, Position 20 und 21.</p></note>, wird Varnbüler Pfalz-Veldenz und der andere, sonst in Münster votierende württembergische Gesandte Burckhardt Württemberg vertreten haben. Am 3. Februar votierte hinter Württemberg BADEN-DURLACH, dessen Gesandter Merckelbach <w lemma="bislang"><orig>bis-</orig><orig>lang</orig></w> meist in Münster gewesen war. Er fehlte nur einmal und ließ <w lemma="Lampadius"><orig>Lam-</orig><orig>padius</orig></w> stellvertretend votieren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n29" xml:id="bsb00056732_00048_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_009"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 (S. 399 Z. 38). Ungewiß ist wegen der summarischen Nennung der <w lemma="Votanten"><orig>Votan-</orig><orig>ten</orig></w> die Anwesenheit Baden-Durlachs am 16. Februar (wie oben Anm. 23).</p></note>. HESSEN-KASSEL war in Osnabrück durch Scheffer und Müldener vertreten. Am <hi style="font-style:normal;">3.</hi> Februar 1646 votierte Müldener wegen einer anderweitigen Verpflichtung Scheffers, während bei den späteren Sitzungen ungewiß bleibt, wer die Stimme führte und ob beide Gesandte zugegen waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0048n30" xml:id="bsb00056732_00048_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00048_010"/> <p style="font-style:italic;">Zur Sitzung vom 3. Februar s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0153n74" target="#bsb00056732_00153_042">Nr. 95 Anm. 74</ref>. Einmal erwähnt der hessen-kasselsche Votant seinen <hi style="font-style:normal;">collegen</hi> (s. Nr. 118 bei Anm. 41).</p></note>. Hessen-Kassel mußte als <w lemma="Betroffener"><orig>Betroffe-</orig><pb n="XLIX" facs="APWIIIA3-3_p0049" sameAs="#bsb00056732_00049"/><orig>ner</orig></w> der Sitzung am 14. März gemäß den 1645 ausgehandelten <w lemma="Zulassungsbedingungen"><orig>Zulas-</orig><orig>sungsbedingungen</orig></w> fernbleiben, da über die hessen-kasselschen <hi style="font-style:normal;">Gravamina und Postulata</hi> beraten wurde. Zur nächsten Sitzung wurden die <w lemma="Gesandten"><orig>Gesand-</orig><orig>ten</orig></w> versehentlich nicht geladen; außerdem fehlte Hessen-Kassel noch viermal<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n31" xml:id="bsb00056732_00049_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_001"/> <p style="font-style:italic;">Zum Ausschluß am 14. März s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0450n29" target="#bsb00056732_00450_030">Nr. 114 Anm. 29</ref>, zur irrtümlichen Ausschließung am 15. März s. S. 354 Z. 15ff. Außerdem fehlte Hessen-Kassel am 5., 8., 12. und 13. März (Nr. 109, 110, 112, 113). Am 16. Februar ist die Teilnahme ungewiß (s. oben Anm. 23).</p></note>. Sein Versuch, auch den Ausschluß Hessen-Darmstadts am 14. März zu erwirken, mißlang<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n32" xml:id="bsb00056732_00049_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 114 bei Anm. 28.</p></note>. An den Plenarsitzungen nahmen sowohl Scheffer als Müldener teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n33" xml:id="bsb00056732_00049_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_003"/> <p style="font-style:italic;">Der im Sessionsschema genannte hessen-kasselsche Sekundarges. muß Müldener gewesen sein (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0544n13" target="#bsb00056732_00544_026">Nr. 119 Anm. 13</ref> und die Abb. S. CXXXI, Position 28).</p></note>. HESSEN-DARMSTADT fehlte vom 3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> bis zu den Plenarsitzungen zweimal<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n34" xml:id="bsb00056732_00049_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_004"/> <p style="font-style:italic;">Am 5. und 10. März (Nr. 109 und Nr. 111). Am 16. Februar ist die Teilnahme ungewiß (s. oben Anm. 23).</p></note>. Der Name des <w lemma="hessendarmstädtischen"><orig>hessen-</orig><orig>darmstädtischen</orig></w> Gesandten ist in den Protokollen nie genannt; <w lemma="vermutlich"><orig>vermut-</orig><orig>lich</orig></w> votierte Sinold gen. Schütz in Osnabrück, da Wolff von Todtenwart im Frühjahr 1646 zumindest sporadisch in Münster bezeugt ist<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n35" xml:id="bsb00056732_00049_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0154n75" target="#bsb00056732_00154_038">Nr. 95 Anm. 75</ref>.</p></note>. <w lemma="SACHSEN"><orig>SACH-</orig><orig>SEN</orig></w>-LAUENBURG war vom 3. Februar bis zum 5. März dauernd im Fürstenrat Osnabrück vertreten und fehlte dann siebenmal <w lemma="hintereinander"><orig>hinterein-</orig><orig>ander</orig></w>, da sein Gesandter Gloxin in dieser Zeit als städtischer Deputierter in Münster weilte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n36" xml:id="bsb00056732_00049_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_006"/> <p style="font-style:italic;">Sachsen-Lauenburg fehlte im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vom 8. bis 17. März (s. Nr. 110–116). Am 16. Februar ist die Teilnahme ungewiß (s. oben Anm. 23).</p></note>. Schon am 3. Februar hatte Gloxin wegen einer gleichzeitigen Städteratssitzung nicht im Fürstenrat sein können, doch sein Votum auf den Mecklenburger Gesandten übertragen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n37" xml:id="bsb00056732_00049_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 23 Z. 8f.</p></note>. Auch in den Plenarsitzungen trat Gloxin als reichsstädtischer Gesandter auf, so daß Sachsen-Lauenburg formal nicht vertreten war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n38" xml:id="bsb00056732_00049_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 119, Liste der vertretenen Reichsstände.</p></note>. ANHALT war nur einmal, am 21. Februar, im Fürstenrat nicht präsent. Sein Gesandter Milagius nahm zwar an insgesamt neun Sitzungen nicht teil, doch hatte er, von einer Ausnahme abgesehen, sein Votum stets Heher übertragen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n39" xml:id="bsb00056732_00049_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_009"/> <p style="font-style:italic;">Milagius fehlte am 3. Februar wegen Teilnahme an einer Deputation (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0156n81" target="#bsb00056732_00156_034">Nr. 95 Anm. 81</ref>) und krankheitsbedingt in den Sitzungen vom 13. bis 28. Februar (Nr. 101–108). Zu seiner Krankheit s. Nr. 111 bei Anm. 95, zu seinem Verhältnis zu Heher s. <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, LXXX.</p></note>. Milagius war auch zur Führung von insgesamt drei fürstlich pfälzischen Stimmen bevollmächtigt, die bei seiner Abwesenheit nicht von Heher übernommen wurden. PFALZ-LAUTERN und PFALZ-SIMMERN <w lemma="waren"><orig>wa-</orig><orig>ren</orig></w> deshalb nur in den Sitzungen vom 5. bis 10. Februar und vom 5. März bis zu den Plenarsitzungen vertreten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n40" xml:id="bsb00056732_00049_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_010"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96–100, Nr. 109–118.</p></note>. Am 5. März 1646 führte Milagius erstmals auch die Stimme von PFALZ-ZWEIBRÜCKEN<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0049n41" xml:id="bsb00056732_00049_n11"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00049_011"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0339n18" target="#bsb00056732_00339_036">Nr. 109 Anm. 18</ref>.</p></note>. In <pb n="L" facs="APWIIIA3-3_p0050" sameAs="#bsb00056732_00050"/>der Sitzordnung nahm er im Fürstenrat und in den Plenarsitzungen am 26. und 27. April auf der weltlichen Fürstenbank als pfälzischer <w lemma="Gesandter"><orig>Gesand-</orig><orig>ter</orig></w> hinter Bayern die zweite Session ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n42" xml:id="bsb00056732_00050_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_001"/> <p style="font-style:italic;">Zu den Plenarsitzungen s. Nr. 119, Liste der vertretenen Reichsstände; zur Session im <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> s. den Bericht des Milagius an die Fürsten von Anhalt vom 28. Januar/7. Februar 1646 (<hi style="font-style:smallCaps;">Krause</hi> V.2, 70–74, hier 71).</p></note>. Hinter dem Votum Anhalts folgte in den Sitzungen vom 3. Februar bis zum 17. März das der <w lemma="WETTERAUER"><orig>WET-</orig><orig>TERAUER</orig></w> GRAFEN, die in sämtlichen Sitzungen und den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarver-</orig><orig>sammlungen</orig></w> vertreten waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n43" xml:id="bsb00056732_00050_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_002"/> <p style="font-style:italic;">Ihre Vertretung ist nur für den 16. Februar nicht gesichert, aber sehr wahrscheinlich (s. oben Anm. 23).</p></note>. Von den beiden offiziellen <w lemma="Bevollmächtigten"><orig>Bevollmäch-</orig><orig>tigten</orig></w> des Wetterauer Grafenvereins führte normalerweise Geißel die Stimme; in der Sitzung vom 3. Februar votierte allerdings Heidfeld, da Geißel an einer Deputation teilnahm<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n44" xml:id="bsb00056732_00050_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0156n82" target="#bsb00056732_00156_037">Nr. 95 Anm. 82</ref>.</p></note>. Für die übrigen Sitzungen ist <w lemma="anzunehmen"><orig>an-</orig><orig>zunehmen</orig></w>, daß beide Gesandte im Fürstenrat waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n45" xml:id="bsb00056732_00050_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_004"/> <p style="font-style:italic;">Für den 17. April ist die Anwesenheit beider gesichert (Position 25 und 29 im <w lemma="Sessionsschema"><orig>Sessions-</orig><orig>schema</orig></w>, s. Abb. S. CXXXI).</p></note>. Außer ihnen können weitere Bevollmächtigte einzelner Grafen, ohne zu votieren, <w lemma="teilgenommen"><orig>teil-</orig><orig>genommen</orig></w> haben. So ist die Anwesenheit Schrags (NASSAU-<w lemma="SAARBRÜCKEN"><orig>SAAR-</orig><orig>BRÜCKEN</orig></w>) an der Sitzung am 17. April bezeugt, und in den <w lemma="Plenarsitzungen"><orig>Plenarsit-</orig><orig>zungen</orig></w> war mit BENTHEIM-TECKLENBURG sogar ein Graf <w lemma="vertreten"><orig>vertre-</orig><orig>ten</orig></w>, der gar nicht dem Wetterauer Grafenverein angehörte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n46" xml:id="bsb00056732_00050_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_005"/> <p style="font-style:italic;">Zu Schrag s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0519n36" target="#bsb00056732_00519_036">Nr. 117 Anm. 36</ref>; zu Bentheim-Tecklenburg s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0544n14" target="#bsb00056732_00544_028">Nr. 119 Anm. 14</ref>.</p></note>. Heidfeld votierte in der Sitzung vom 3. Februar auch stellvertretend für die FRÄNKISCHEN GRAFEN, deren Gesandter, Oelhafen von <w lemma="Schöllenbach"><orig>Schöllen-</orig><orig>bach</orig></w>, einer gleichzeitigen Sitzung des Städterats beiwohnte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n47" xml:id="bsb00056732_00050_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0157n85" target="#bsb00056732_00157_038">Nr. 95 Anm. 85</ref>.</p></note>. Oelhafen nahm an den nächsten fünf Fürstenratssitzungen selbst teil und begab sich dann nach Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n48" xml:id="bsb00056732_00050_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_007"/> <p style="font-style:italic;">Sein Aufenthalt in Münster ist bezeugt für den 19. und 20. Februar und für den 29. und 31. März (s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 6, 93 Z. 22, 96 Z. 18f, 143 Z. 6f, 147 Z. 22). Er fehlte im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> in Nr. 101–116.</p></note>, so daß die Fränkischen Grafen vom 13. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> bis zum 17. März nicht vertreten waren. An den letzten beiden Sitzungen und den Plenarversammlungen hat Oelhafen wieder <w lemma="teilgenommen"><orig>teil-</orig><orig>genommen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n49" xml:id="bsb00056732_00050_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117–120.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die Zahl der Reichsstände im Fürstenrat Osnabrück schwankte in den Sitzungen vom 3. Februar bis zum 17. März zwischen 23 und <hi style="font-style:normal;">27</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n50" xml:id="bsb00056732_00050_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_009"/> <p style="font-style:italic;">Nur 23 Reichsstände waren am 15. Februar und am 15. März vertreten (s. Nr. 103 und Nr. 115); 27 Reichsstände waren am 6., 8., 9. und 10. Februar und am 17. März vertreten (Nr. 97–100 und 116). Bei diesen Angaben ist Sachsen-Gotha mitgerechnet.</p></note>. Neu hinzu kamen in dieser Zeit nur die pfälzischen Stimmen: die von Pfalz-Simmern und -Lautern am 5. Februar, die von Pfalz-Veldenz am 19. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> und die von Pfalz-Zweibrücken am 5. März<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0050n51" xml:id="bsb00056732_00050_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00050_010"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96, 105 und 109.</p></note>. Die zeitweilige <w lemma="Abwesenheit"><orig>Ab-</orig><orig>wesenheit</orig></w> Brandenburg-Kulmbachs, Sachsen-Lauenburgs, der <w lemma="Fränkischen"><orig>Fränki-</orig><pb n="LI" facs="APWIIIA3-3_p0051" sameAs="#bsb00056732_00051"/><orig>schen</orig></w> Grafen, Hessen-Kassels, Hessen-Darmstadts und Württembergs fiel insofern nicht ins Gewicht, als deren Gesandte in dieser Zeit im Fürstenrat Münster votierten oder dort ohnehin durch weitere Gesandte vertreten waren und die Stimmen aus den beiden Teilfürstenräten addiert <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n52" xml:id="bsb00056732_00051_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_001"/> <p style="font-style:italic;">Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt und Württemberg hatten eigene <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> in Münster. Zum Zusammenrechnen der im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> und <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> abgelegten Voten s. unten S. LXVIIf.</p></note>. Aus diesem Grund wurde deren Mandat auch nicht <w lemma="vertretungsweise"><orig>vertretungs-</orig><orig>weise</orig></w> auf einen anderen Gesandten in Osnabrück übertragen. Dagegen entfielen die pfälzischen Stimmen bei Abwesenheit Anhalts und <w lemma="Württembergs"><orig>Württem-</orig><orig>bergs</orig></w> und die bayerische bei Abwesenheit Ernsts. Der Ausfall Bayerns war um so gravierender, als die katholischen Reichsstände vor dem 17. April 1646 im Fürstenrat Osnabrück ohnehin nur etwa ein Siebtel der dort <w lemma="vertretenen"><orig>ver-</orig><orig>tretenen</orig></w> Reichsstände darstellten. Ihr Anteil fiel bei Abwesenheit Ernsts auf zwei Gesandte oder etwa ein Achtel<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n53" xml:id="bsb00056732_00051_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_002"/> <p style="font-style:italic;">Etwas weniger als ein Achtel der im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vertretenen Reichsstände: Nr. 96; etwas mehr: Nr. 115 (beide Angaben unter Einbeziehung Sachsen-Gothas).</p></note>. Diese Situation änderte sich erst durch das Eintreffen weiterer Gesandter aus Münster im April 1646. Dadurch erhöhte sich in den letzten beiden Sitzungen vor den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarver-</orig><orig>sammlungen</orig></w> die Zahl der Reichsstände im Fürstenrat Osnabrück auf 38 und die der katholischen Reichsstände auf 11, so daß deren Anteil auf fast ein Drittel stieg.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Von den Neuankömmlingen nahmen die Gesandten des Erzstifts <w lemma="SALZBURG"><orig>SALZ-</orig><orig>BURG</orig></w> den höchsten Rang ein. Wie auf Reichstagen beanspruchte das Erzstift die erste Session vor Österreich und fand sich mit einer <w lemma="alternierenden"><orig>alternie-</orig><orig>renden</orig></w> Führung des Fürstenratsdirektoriums ab. Diese wurde auf dem Friedenskongreß wie auf Reichstagen flexibel gehandhabt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n54" xml:id="bsb00056732_00051_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aulinger</hi>, <hi style="font-style:italic;">239; Nr. 117 bei Anm. 12.</hi></p></note>. Die <w lemma="Salzburger"><orig>Salz-</orig><orig>burger</orig></w> Gesandten übernahmen jedenfalls in Osnabrück in zwei <w lemma="aufeinanderfolgenden"><orig>aufein-</orig><orig>anderfolgenden</orig></w> Sitzungen das Direktorium<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n55" xml:id="bsb00056732_00051_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117 und 118.</p></note>. Gegen den Salzburger Vorsitz protestierte Magdeburg und erhielt damit seinen alten Anspruch auf Präzedenz aufrecht, erklärte sich aber bereit, bei den <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensver-</orig><orig>handlungen</orig></w> Salzburg den Vorrang einzuräumen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n56" xml:id="bsb00056732_00051_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117 bei Anm. 15; zum Anspruch Magdeburgs auf Präzedenz s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0141n35" target="#bsb00056732_00141_041">Nr. 95 Anm. 35</ref>.</p></note>. Von den drei <w lemma="Salzburger"><orig>Salz-</orig><orig>burger</orig></w> Gesandten hat nur Motzel nachweisbar an beiden Sitzungen <w lemma="teilgenommen"><orig>teil-</orig><orig>genommen</orig></w>. Er übernahm die Funktion des Fürstenratsdirektors und führte als Bevollmächtigter des Hochstifts FREISING auch dessen <w lemma="Votum"><orig>Vo-</orig><orig>tum</orig></w>. Die beiden anderen Salzburger, Zauchenberger und Reiter, waren zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in Osnabrück und haben wahrscheinlich auch an den Sitzungen teilgenommen, obwohl sie in den Protokollen nicht erwähnt sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0051n57" xml:id="bsb00056732_00051_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00051_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0512n4" target="#bsb00056732_00512_032">Nr. 117 Anm. 4</ref> und 20. Da von den Salzburgern im Plural gesprochen wird, waren am 17. April mindestens zwei im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> (S. 381 Z. 14). Nur ein Salzburger korrigierte am 19. April zusammen mit Richtersberger während der Sitzung den Correlationsentwurf (S. 407 Z. 12).</p></note>. Nachdem die Salzburger sich ihre Rechte für den <pb n="LII" facs="APWIIIA3-3_p0052" sameAs="#bsb00056732_00052"/>Fall ihrer Abwesenheit vorbehalten hatten, reisten sie zurück nach <w lemma="Münster"><orig>Mün-</orig><orig>ster</orig></w> und überließen die Wahrnehmung der Direktorialfunktionen im Fürstenrat Osnabrück wieder Österreich. Die übrigen Neuankömmlinge waren zur Teilnahme an den Gravaminaverhandlungen aus Münster <w lemma="angereist"><orig>an-</orig><orig>gereist</orig></w>, die am 12. April 1646 in Osnabrück begonnen hatten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n58" xml:id="bsb00056732_00052_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_001"/> <p style="font-style:italic;">Die daran beteiligten Reichsstände sind im Sessionsschema bei <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00611.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, unpaginierte Seite nach 584</ref>, genannt.</p></note>. So <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w> im Fürstenrat Osnabrück am 17. April 1646 erstmals die Voten für das Hochstift KONSTANZ und die Fürstabtei KEMPTEN (vertreten durch Köberlin), für die Fürstabtei CORVEY und die <w lemma="REICHSPRÄLATEN"><orig>REICHSPRÄLA-</orig><orig>TEN</orig></w> (vertreten durch Adami) und für die SCHWÄBISCHEN <w lemma="GRAFEN"><orig>GRA-</orig><orig>FEN</orig></w> (vertreten durch Leuxelring) abgelegt.</p>
	  <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:normal;">Auf evangelischer Seite waren nach langer Pause Brandenburg-<w lemma="Kulmbach"><orig>Kulm-</orig><orig>bach</orig></w>, Sachsen-Lauenburg und die Fränkischen Grafen wieder in <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> vertreten; das brandenburg-ansbachische Votum wurde erstmals hier geführt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n59" xml:id="bsb00056732_00052_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 15. Auch Müller, Gloxin und Oelhafen von Schöllenbach nahmen an den Gravaminaverhandlungen teil, Gloxin und Oelhafen als <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Lübecks und <w lemma="Nürnbergs"><orig>Nürn-</orig><orig>bergs</orig></w>.</p></note>. Das Zusammentreffen der vier Kuriatstimmen hatte <w lemma="Auseinandersetzungen"><orig>Aus-</orig><orig>einandersetzungen</orig></w> um die Sitz- und Votierordnung zur Folge. Die <w lemma="Prälaten"><orig>Prä-</orig><orig>laten</orig></w> standen unangefochten an der Spitze, doch war die Rangfolge unter den gräflichen Bevollmächtigten strittig. Wetterauer und Schwäbische Grafen alternierten, wobei die Wetterauer in der ersten gemeinsamen Sitzung unter vorsorglichem Protest der Schwäbischen Grafen den <w lemma="Vorsitz"><orig>Vor-</orig><orig>sitz</orig></w> einnahmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n60" xml:id="bsb00056732_00052_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 387 Z. 10–14.</p></note>. Die Fränkischen Grafen, die erst 1641 ihre endgültige Zulassung zum Reichstag erreicht hatten, versuchten vergeblich, an der Alternationsregelung teilzunehmen, und wurden auf die damals <w lemma="vereinbarte"><orig>verein-</orig><orig>barte</orig></w> letzte Stelle in der Sessionsordnung verwiesen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n61" xml:id="bsb00056732_00052_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 384 Z. 7 – S. 385 Z. 12.</p></note>. In den <w lemma="Plenarversammlungen"><orig>Plenarver-</orig><orig>sammlungen</orig></w> am 26. und 27. April 1646 hatte sich der Anteil der <w lemma="katholischen"><orig>katho-</orig><orig>lischen</orig></w> Bevollmächtigten nach der Abreise Salzburgs wieder reduziert. Das Sessionsschema<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0052n62" xml:id="bsb00056732_00052_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00052_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Abb. S. CXXXI. Die weltliche Fürstenbank ist mit <hi style="font-style:normal;">K,</hi> die geistliche Fürstenbank ist mit <hi style="font-style:normal;">H,</hi> und der für den FR-Direktor vorgesehene Tisch ist mit <hi style="font-style:normal;">G</hi> bezeichnet.</p></note> zeigt die Dominanz der Evangelischen: Auf der weltlichen Fürstenbank, die sich (von der „Bühne“ an der Stirnwand aus gesehen) an der linken Wand entlangzog, saßen außer dem <w lemma="bayerischen"><orig>bayeri-</orig><orig>schen</orig></w> Bevollmächtigten nur evangelische Gesandte. Auf der geistlichen Fürstenbank an der gegenüberliegenden Wand saßen nur vier <w lemma="Bevollmächtigte"><orig>Bevoll-</orig><orig>mächtigte</orig></w>, an ihrer Spitze der Österreichische Fürstenratsdirektor. Da er hier Platz genommen hatte, blieb der für ihn vorgesehene Tisch des <w lemma="Fürstenratsdirektoriums"><orig>Für-</orig><orig>stenratsdirektoriums</orig></w> unbenutzt. Auf der Bank der fürstlichen <w lemma="Sekundargesandten"><orig>Sekundar-</orig><orig>gesandten</orig></w> saßen nur Protestanten, so daß insgesamt 19 evangelischen Gesandten fünf katholische gegenüberstanden. Das Verhältnis zwischen den evangelischen und den katholischen Reichsständen sieht zwar mit <pb n="LIII" facs="APWIIIA3-3_p0053" sameAs="#bsb00056732_00053"/>24 evangelischen gegenüber acht katholischen etwas günstiger aus, doch ist das Übergewicht auch hier mehr als deutlich<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n63" xml:id="bsb00056732_00053_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_001"/> <p style="font-style:italic;">Die vertretenen Reichsstände sind im Sessionsschema nur zum Teil angegeben; es fehlen Basel, Kempten, Prälaten, Anhalt. Eine Einzelaufzählung der drei bzw. zwei Voten fehlt bei Braunschweig-Lüneburg und Mecklenburg. Brandenburg-Ansbach ist wahrscheinlich deshalb nicht genannt, weil Müller sich im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> bei der gleichzeitigen <w lemma="Plenarversammlung"><orig>Plenarversamm-</orig><orig>lung</orig></w> vertreten ließ (s. das Protokoll in <hi style="font-style:smallCaps;">StA</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bamberg</hi> Rep. B 33 Serie II Bd. 4, hier fol. 422), so daß eine seiner Stimmen dort gezählt worden sein wird. Ob bei der Umfrage im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 27. April (s. Nr. 120, S. 418 Z. 14–17) überhaupt alle Stände ordnungsgemäß aufgerufen worden sind, bleibt ungewiß, da die Protokollanten aus akustischen Gründen nicht alle Voten verzeichnet haben.</p></note>. Für die <w lemma="Reichsdeputation"><orig>Reichsdeputa-</orig><orig>tion</orig></w> am Nachmittag des 27. April wurden zwar fürstlicherseits fünf <w lemma="katholische"><orig>ka-</orig><orig>tholische</orig></w> und nur vier evangelische Deputierte nominiert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n64" xml:id="bsb00056732_00053_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 431 Z. 9–13. Eigentlich waren es mit Sachsen-Altenburg, Braunschweig-<w lemma="Lüneburg"><orig>Lüne-</orig><orig>burg</orig></w> und dem Wetterauer Gf.enverein sogar nur drei Reichsstände (wenn man außer acht läßt, daß Lampadius im <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> drei Stimmen führte), doch war der Wetterauer Gf. <w lemma="enverein"><orig>en-</orig><orig>verein</orig></w> durch zwei <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> vertreten. Das Übergewicht der kath. Reichsstände bei der <w lemma="Nominierung"><orig>Nomi-</orig><orig>nierung</orig></w> ist von den ev. registriert worden (s. S. 434 Z. 25f).</p></note>, doch nahmen drei katholische nicht teil: der Würzburger Vorburg wegen eines <w lemma="Präzedenzstreits"><orig>Präze-</orig><orig>denzstreits</orig></w> zwischen den Vorsitzenden der geistlichen und weltlichen Bank und die Gesandten der Prälaten und des Schwäbischen <w lemma="Grafenvereins"><orig>Grafenver-</orig><orig>eins</orig></w> aus unbekannten Gründen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n65" xml:id="bsb00056732_00053_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_003"/> <p style="font-style:italic;">Sie waren nicht zum festgesetzten Zeitpunkt erschienen (s. S. 434 Z. 4f).</p></note>, so daß auch hier die Evangelischen das Übergewicht gewannen, indem nur Richtersberger und Ernst katholische Reichsstände repräsentierten, während die Evangelischen durch <w lemma="Thumbshirn"><orig>Thumbs-</orig><orig>hirn</orig></w>, Lampadius, Geißel und Heidfeld vertreten waren.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Gemessen an der Gesamtzahl der Fürstenratsmitglieder auf dem <w lemma="Friedenskongreß"><orig>Friedens-</orig><orig>kongreß</orig></w> waren die katholischen Stände im Fürstenrat Osnabrück stark unterrepräsentiert: Im ganzen waren 78 Reichsfürstenstände auf dem Friedenskongreß vertreten, 48 katholische und 30 evangelische<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0053n66" xml:id="bsb00056732_00053_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00053_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Aufstellung bei <hi style="font-style:smallCaps;">Wolff</hi>, Corpus Evangelicorum, 209ff (Position 5–52) und 213f (Position 75–105, aber unter Zusammenziehung von Position 79 und 80, da Pfalz-<w lemma="Veldenz"><orig>Vel-</orig><orig>denz</orig></w> und Lauterecken denselben Reichsstand meinen). Bei Übernahme dieser Zahlen bleibt unberücksichtigt, daß nicht alle Stände über den gesamten Zeitraum auf dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> vertreten waren.</p></note>. Somit stellten die Evangelischen ungefähr zwei Fünftel und die katholischen drei Fünftel aller Fürstenratsmitglieder auf dem Kongreß. In Osnabrück votierten zwischen Februar und April 1646 zwischen drei und elf <w lemma="katholische"><orig>katho-</orig><orig>lische</orig></w> Reichsstände, so daß deren Anteil bezogen auf die Gesamtzahl der vertretenen Fürstenratsmitglieder zwischen 3,8 und 14,1 Prozent lag. Die evangelischen Fürstenratsmitglieder waren somit insgesamt auf dem <w lemma="Westfälischen"><orig>West-</orig><orig>fälischen</orig></w> Friedenskongreß deutlich in der Minderheit, verfügten aber in Osnabrück über eine sehr starke Mehrheit. Dennoch hatte sich ihre <w lemma="Situation"><orig>Situa-</orig><orig>tion</orig></w> gegenüber den vorbereitenden Beratungen seit Juli 1645 grundlegend verschlechtert, denn bis Anfang Februar 1646 waren die Evangelischen im Fürstenrat Osnabrück unter sich gewesen und mußten sich nun auf die Anwesenheit katholischer Reichsstände einstellen, von denen bekannt <pb n="LIV" facs="APWIIIA3-3_p0054" sameAs="#bsb00056732_00054"/>war, daß sie in wichtigen Fragen des künftigen Friedensschlusses andere Lösungen anstrebten als die evangelischen. Deren Gesandte hatten sich sorgfältig auf die neue Situation vorbereitet, indem sie sich über die jetzt zur Diskussion stehenden Friedensvorschläge bereits eine Meinung <w lemma="gebildet"><orig>gebil-</orig><orig>det</orig></w> und diese schriftlich fixiert hatten. Im Fürstenrat wurden diese <w lemma="Absprachen"><orig>Ab-</orig><orig>sprachen</orig></w> und die sich daraus ergebende Parteibildung der Evangelischen bald evident.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00054_sec0012" corresp="#bsb00056732_00054">
	  <head><hi style="font-style:italic;">II. Die Gruppierungen im Fürstenrat Osnabrück und ihre <w lemma="Meinungsbildung"><orig>Meinungsbil-</orig><orig>dung</orig></w></hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">In den 24 Sitzungen des Fürstenrats Osnabrück zwischen dem 3. Februar und 19. April 1646 führten die Gesandten in zwanzig Fällen ein <w lemma="einstimmiges"><orig>einstim-</orig><orig>miges</orig></w> Votum zu der vom Direktorium vorgegebenen, „proponierten“ <w lemma="Frage"><orig>Fra-</orig><orig>ge</orig></w>, während in 17 Fällen kein einheitliches Ergebnis zustande kam. Dieser Eindruck mehrheitlicher Übereinstimmung täuscht insofern, als es bei den Fragen mit einstimmigem Ergebnis bisweilen um Probleme ging, die für weniger wichtig gehalten wurden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0054n67" xml:id="bsb00056732_00054_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00054_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 109: der Anlaß der Beratung wurde als Verzögerung der <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensverhandlun-</orig><orig>gen</orig></w> beklagt (S. 206 Z. 3–6, 17–32), fünf <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> waren nicht instruiert; Nr. 100: Bayern war indifferent, drei <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> waren nicht instruiert, für Würzburg war die Beschäftigung mit Reichssachen wichtiger gewesen als die mit dem Beratungsgegenstand (S. 94 Z. 24, S. 95 Z. 5–8, S. 96 Z. 1f, S. 97 Z. 1, S. 102 Z. 23); Nr. 102: der Beratungsgegenstand galt nicht als <hi style="font-style:normal;">haubtfrage</hi> (S. 132 Z. 32).</p></note>. Manchmal bündelte das Direktorium auch unterschiedliche Auffassungen harmonisierend zu einer einheitlichen „Meinung“ (einem einheitlichen Beratungsergebnis)<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0054n68" xml:id="bsb00056732_00054_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00054_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe z. B. Nr. 115, Umfrage 4. – Zu dem Terminus technicus „Meinung“ s. unten Anm. 143.</p></note>. Gelegentlich <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w> die Voten am Schluß zu einer einzigen „Meinung“ zusammengefaßt, obwohl ein Gesandter anderer Ansicht gewesen war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0054n69" xml:id="bsb00056732_00054_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00054_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 116, Umfrage 1 – Österreich hatte eine abweichende Meinung vertreten.</p></note>, und einmal rief die vom Direktorium formulierte „Meinung“ die Kritik einiger Gesandter hervor, ohne daß dies beachtet wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0054n70" xml:id="bsb00056732_00054_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00054_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 116, Umfrage 5 (Ende des Protokolls).</p></note>. Noch stärker fällt ins Gewicht, daß es bei uneinheitlichem Beratungsergebnis fast immer dieselben Reichsstände waren, die sich zu einer – fast – homogenen Gruppe mit <w lemma="einheitlichem"><orig>ein-</orig><orig>heitlichem</orig></w> Votum zusammenfanden: Die evangelischen Gesandten legten in zwölf Fällen ein übereinstimmendes Votum ab, in vier weiteren wichen nur ein oder zwei aus ihren Reihen vom Votum der übrigen ab, und in einer Umfrage suspendierte ein Gesandter sein Votum. Verschiedentlich wurde diese Gruppe durch einen oder mehrere katholische(n) Gesandte(n) verstärkt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0054n71" xml:id="bsb00056732_00054_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00054_005"/> <p style="font-style:italic;">In Nr. 96 und 96 votierte Österreich in Punkt 2 und 3 der Proposition wie die ev. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice>, in Nr. 97 votierten Würzburg und Basel in Umfrage 1 wie die ev. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice>, in Nr. 108 (Röm. Kg.swahl) votierte Würzburg wie Pommern, in Nr. 112 (schwed. Satisfaktion) votierten Bayern und Würzburg wie die ev. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice>, in Nr. 113 (frz. Satisfaktion) Bayern, Würzburg und Basel, in Nr. 118 verlangte Salzburg wie fast alle ev. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> die wörtliche Aufnahme der ev. <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> in die Correlation.</p></note>, so daß man nicht von einer durchgehenden Polarisierung nach <pb n="LV" facs="APWIIIA3-3_p0055" sameAs="#bsb00056732_00055"/>konfessionellen Gesichtspunkten sprechen kann. Der Eindruck einer <w lemma="großen"><orig>gro-</orig><orig>ßen</orig></w> Solidarität der evangelischen Gesandten verstärkt sich, wenn man <w lemma="neben"><orig>ne-</orig><orig>ben</orig></w> dem Votieren andere Akte und Reaktionen betrachtet: Sie reagierten auf die Anzeige des Direktoriums, daß die katholischen <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Gegenbeschwerden"><orig>Gegenbeschwer-</orig><orig>den</orig></w></hi> nunmehr vorlägen, fast einheitlich mit Dank, Freude und guten <w lemma="Wünschen"><orig>Wün-</orig><orig>schen</orig></w> für einen erfolgreichen Verlauf der Gravaminaverhandlungen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n72" xml:id="bsb00056732_00055_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 100: nur Magdeburg begnügte sich mit einer Wiederholung der Anzeige des Direktors, Hessen-Darmstadt stimmte nur summarisch wie Sachsen-Altenburg und <w lemma="andere"><orig>ande-</orig><orig>re</orig></w>, so daß lediglich Sachsen-Lauenburg aus dem Rahmen fiel, indem es die Anzeige ganz unkommentiert ließ.</p></note>. Ein von Bayern und Würzburg erhobener Protest wurde von allen <w lemma="evangelischen"><orig>evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> Gesandten einmütig zurückgewiesen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n73" xml:id="bsb00056732_00055_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 111 (S. 242–255).</p></note>, und als das <w lemma="Österreichische"><orig>Österreichi-</orig><orig>sche</orig></w> Direktorium am 21. Februar die Diktatur eines Schriftsatzes <w lemma="verweigerte"><orig>verwei-</orig><orig>gerte</orig></w>, wurde sie von allen Evangelischen einhellig und wiederholt <w lemma="verlangt"><orig>ver-</orig><orig>langt</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n74" xml:id="bsb00056732_00055_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106 (S. 170 Z. 21, S. 175 Z. 28).</p></note>. Ihre Solidarität ist besonders auffällig bei der Zustimmung zu <w lemma="unaufgefordert"><orig>un-</orig><orig>aufgefordert</orig></w> abgegebenen Erklärungen Magdeburgs, die thematisch ganz oder zum Teil über die Tagesordnungspunkte hinausgingen: Am 8. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> legte Krull ein ausführliches, am folgenden Tag schriftlich <w lemma="vorgelegtes"><orig>vorgeleg-</orig><orig>tes</orig></w> Votum ab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n75" xml:id="bsb00056732_00055_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 58 Z. 31 – S. 63 Z. 24; S. 80 Z. 36 und S. 81 Z. 5.</p></note>. Am 9. Februar folgte ein weiteres Votum von <w lemma="beträchtlicher"><orig>beträcht-</orig><orig>licher</orig></w> Länge, das ausdrücklich auch Punkte berührte, die vom <w lemma="Direktorium"><orig>Direkto-</orig><orig>rium</orig></w> nicht zur Umfrage gestellt worden waren. Am 8. Februar bezogen sich die evangelischen Votanten fast alle ausdrücklich auf das <w lemma="Magdeburger"><orig>Magdebur-</orig><orig>ger</orig></w> Votum und oft zusätzlich auf die folgenden Voten, die sich ihrerseits schon auf Magdeburg berufen hatten, so daß das Bild einer fast <w lemma="vollkommenen"><orig>vollkom-</orig><orig>menen</orig></w> Einigkeit entsteht<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n76" xml:id="bsb00056732_00055_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_005"/> <p style="font-style:italic;">Pfalz-Lautern und -Simmern bezogen sich auf Magdeburg, Sachsen-Altenburg auf <w lemma="Magdeburg"><orig>Mag-</orig><orig>deburg</orig></w> und Pfalz-Lautern und -Simmern, Sachsen-Coburg auf Magdeburg, Sachsen-<w lemma="Altenburg"><orig>Al-</orig><orig>tenburg</orig></w> und Pfalz-Lautern (etc.), s. Nr. 98.</p></note>. Nur Hessen-Darmstadt bildete eine <w lemma="Ausnahme"><orig>Ausnah-</orig><orig>me</orig></w>, indem es sein Votum suspendierte, was Sachsen-Altenburg in der nächsten Sitzung zu einer kritischen Anspielung veranlaßte, und was <hi style="font-style:normal;"><w lemma="privatim"><orig>pri-</orig><orig>vatim</orig></w></hi> von <hi style="font-style:normal;">vielen</hi> evangelischen Gesandten kritisiert wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n77" xml:id="bsb00056732_00055_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 99 bei Anm. 23 und S. 69 Z. 31–36.</p></note>. Am 9. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> wiederholte sich die ausdrückliche Bezugnahme auf Magdeburg und schloß dabei teilweise noch einmal das Magdeburger Votum vom Vortag ein. Einige evangelische Gesandte erklärten sogar, daß sie das Magdeburger Votum wörtlich wiederholen wollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n78" xml:id="bsb00056732_00055_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_007"/> <p style="font-style:italic;">So Pfalz-Lautern, Sachsen-Weimar, Württemberg, Baden-Durlach (S. 83 Z. 20–23, S. 84 <hi style="font-style:normal;">Z.</hi> 31–34, S. 88 Z. 16f, S. 89 Z. 6–10).</p></note>. Das befremdet um so mehr, als die Gesandten normalerweise längere Texte bei einmaligem Vortrag zu schlecht verstehen konnten, um dazu Stellung zu nehmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0055n79" xml:id="bsb00056732_00055_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00055_008"/> <p style="font-style:italic;">So gaben z. B. die <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Pommerns und Mecklenburgs am 15. März an, einen elf Punkte umfassenden, von Krull verlesenen Schriftsatz nicht hinreichend verstanden zu haben (S. 344 Z. 1f und 18).</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;"><pb n="LVI" facs="APWIIIA3-3_p0056" sameAs="#bsb00056732_00056"/>Wenn die evangelischen Gesandten die langen und materialreichen <w lemma="Magdeburger"><orig>Mag-</orig><orig>deburger</orig></w> Voten vom 8. und 9. Februar ohne Zögern nachdrücklich, <w lemma="pauschal"><orig>pau-</orig><orig>schal</orig></w> und wiederholt akzeptierten, so erlaubt das den Schluß, daß ihnen diese Texte schon vor den Sitzungen bekannt gewesen sein müssen. Das folgerte auch der Österreichische Direktor und informierte noch am 8. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> den kaiserlichen Hof, daß die Protestanten vor den Sitzungen <w lemma="gemeinsam"><orig>ge-</orig><orig>meinsam</orig></w> über ihr Votum beraten hätten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n80" xml:id="bsb00056732_00056_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_001"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">A II (XXXII) fol. 116–116’, hier fol. 116.</hi></p></note>. In Wirklichkeit hatten sich die Evangelischen schon vor Beginn der Hauptberatungen auf eine <w lemma="einheitliche"><orig>einheitli-</orig><orig>che</orig></w> Votenführung verständigt. Dazu war das seit Oktober 1645 von ihnen ausgearbeitete Gutachten über die französischen, schwedischen und <w lemma="kaiserlichen"><orig>kai-</orig><orig>serlichen</orig></w> Gesamtforderungen für den Friedensvertrag zunächst <w lemma="überarbeitet"><orig>überarbei-</orig><orig>tet</orig></w>, und es waren Teile desselben in die Form eines Einzelvotums gebracht worden, das Magdeburg als erster evangelischer Votant vortrug<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n81" xml:id="bsb00056732_00056_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, <hi style="font-style:italic;">in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, LXVIII.</hi></p></note>. Die Magdeburger Voten vom 8. und 9. Februar gingen daher letztlich auf Entwürfe des Braunschweigers Lampadius vom Oktober 1645 zurück, über die der damals noch ganz evangelisch besetzte Fürstenrat am 15. und 16. November 1645 beraten hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n82" xml:id="bsb00056732_00056_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, 394 Anm. 42;</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/2 Nr. 32, 33.</hi></p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Magdeburg übernahm in den folgenden Wochen immer wieder die Rolle des Sprechers der evangelischen Fürstenratsmitglieder und trat meist offen als deren Repräsentant auf. So übergab Krull am 5. März im Namen der Evangelischen ein <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> über Amnestie und Restitution, das eine überarbeitete Fassung seines Votums vom 8. Februar darstellte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n83" xml:id="bsb00056732_00056_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 109 bei Anm. 17.</p></note>. Alle späteren evangelischen Votanten wiederholten die Forderung, daß <w lemma="Magdeburgs"><orig>Mag-</orig><orig>deburgs</orig></w> Schriftsatz wörtlich in die Correlation des Fürstenrats<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n84" xml:id="bsb00056732_00056_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_005"/> <p style="font-style:italic;">Eine <hi style="font-style:normal;">Correlation</hi> ist die Zusammenfassung der Beschlüsse des FR, die in einem Re- und Correlationsverfahren (dazu unten bei Anm. 166) dem <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> und dem SR zur Kenntnis gebracht wird (<hi style="font-style:smallCaps;">Moser</hi> IL, 122).</p></note> und <w lemma="später"><orig>spä-</orig><orig>ter</orig></w> in das Reichsbedenken übernommen werden solle. Am 15. März verlas Krull einen Schriftsatz zur Friedensgarantie, von dem er selbst sagte, daß er Punkte enthalte, die weder Frankreich noch Schweden fordere<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n85" xml:id="bsb00056732_00056_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 340 Z. 1–5.</p></note>. Auch dieser Schriftsatz sollte in die Correlation des Fürstenrats und das <w lemma="Reichsbedenken"><orig>Reichs-</orig><orig>bedenken</orig></w> übernommen werden. Magdeburg selbst und alle späteren evangelischen Votanten behielten sich Ergänzungen vor. Das Verhalten der übrigen Protestanten war dieses Mal uneinheitlich: Sachsen-Altenburg (Thumbshirn) begründete ausführlicher als Magdeburg die Pflicht der Reichsstände, für die Friedenssicherung Sorge zu tragen, und leitete <w lemma="daraus"><orig>dar-</orig><orig>aus</orig></w> das Recht ab, selbständig Forderungen zu „proponieren“<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0056n86" xml:id="bsb00056732_00056_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00056_007"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe S. 341 Z. 11:</hi> das uns obliege [...]; <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> <hi style="font-style:italic;">Z. 8f:</hi> weren [...] von Magdeburg <w lemma="proponiret"><orig>pro-</orig><orig>poniret</orig></w> worden.</p></note>. <w lemma="Tatsächlich"><orig>Tatsäch-</orig><orig>lich</orig></w> war das Vorbringen von Punkten, die nicht in der Umfrage enthalten <pb n="LVII" facs="APWIIIA3-3_p0057" sameAs="#bsb00056732_00057"/>waren, ein Eingriff in die Rechte des Fürstenratsdirektors, dem die <w lemma="Proposition"><orig>Pro-</orig><orig>position</orig></w> zustand<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n87" xml:id="bsb00056732_00057_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu unten bei Anm. 129.</p></note>. Wie Thumbshirn billigten auch Carpzov, Heher und Lampadius mit den übrigen herzoglich sächsischen bzw. <w lemma="braunschweigischen"><orig>braunschweigi-</orig><orig>schen</orig></w> Stimmen den Schriftsatz. Erst der pommersche Gesandte Wesenbeck gab an, nicht alles verstanden zu haben, und suspendierte sein Votum bis zur schriftlichen Vorlage. Die nach ihm Votierenden reagierten ähnlich; Hessen-Darmstadt billigte den Schriftsatz nur mit der Einschränkung <hi style="font-style:normal;"><w lemma="soviel"><orig>so-</orig><orig>viel</orig></w> als nötig und nüzlich</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n88" xml:id="bsb00056732_00057_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 345 Z. 6f.</p></note>. Anscheinend hat zumindest ein Teil von <w lemma="ihnen"><orig>ih-</orig><orig>nen</orig></w> den Schriftsatz vor der Sitzung nicht gekannt, so daß Magdeburg ihn nicht im Auftrag aller verlesen haben kann. Dafür spricht auch, daß Pfalz-Lautern in dieser Sitzung das erste evangelische Votum führte und somit den Schriftsatz hätte verlesen müssen, wenn er vom ersten <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Votanten im Namen aller vorgetragen worden wäre. Daß der Schriftsatz dennoch die – zum Teil vorbehaltliche – Zustimmung der <w lemma="meisten"><orig>mei-</orig><orig>sten</orig></w> anderen Evangelischen fand, spricht für ihre große Solidarität auch bei noch nicht abgeschlossener Meinungsbildung.</p>
	  <p style="font-style:italic;">In der nächsten Sitzung trug Magdeburg erneut einen Schriftsatz vor, der noch am selben Tag dem Fürstenratsdirektorium schriftlich vorgelegt und in Correlation und Reichsbedenken aufgenommen werden sollte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n89" xml:id="bsb00056732_00057_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 116 bei Anm. 16.</p></note>. Diese evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> waren tags zuvor in einer Sitzung des Corpus Evangelicorum gebilligt worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n90" xml:id="bsb00056732_00057_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_004"/> <p style="font-style:italic;">Das ergibt sich aus einer Bemerkung Wesenbecks (s. Nr. 116 bei Anm. 38). Zum <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> s. unten S. LXXIVff.</p></note>. Wesenbeck war nicht zu dieser Sitzung geladen worden und stimmte dem Schriftsatz nur unter <w lemma="Vorbehalten"><orig>Vorbehal-</orig><orig>ten</orig></w> zu. Die übrigen evangelischen Gesandten billigten ihn, behielten sich aber Ergänzungen vor. Basel, das sich in der Regel pauschal dem vor Magdeburg votierenden Würzburg anschloß und so nichts zu dem <w lemma="Magdeburger"><orig>Mag-</orig><orig>deburger</orig></w> Votum anmerken mußte, ging hier aus inhaltlichen Gründen auf einen Punkt ein, wollte sich aber sonst nicht zu dem Schriftsatz äußern<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n91" xml:id="bsb00056732_00057_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 357 Z. 18–22.</p></note>. Auch der Österreichische Direktor sagte nur, daß er auf die schriftliche Fassung warte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n92" xml:id="bsb00056732_00057_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 363 Z. 17.</p></note>. Noch in derselben Sitzung brachte Magdeburg erneut Punkte vor, die der Fürstenratsdirektor nicht proponiert hatte, stieß dabei aber in den eigenen Reihen auf Kritik, indem Thumbshirn und <w lemma="Lampadius"><orig>Lampa-</orig><orig>dius</orig></w> Krull zurechtwiesen, während Richtersberger schwieg<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n93" xml:id="bsb00056732_00057_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 370 Z. 22ff; S. 371 Z. 28–31.</p></note>. Daß er das Verhalten Krulls gleichwohl mißbilligte, ergibt sich aus einer Beschwerde der kaiserlichen Gesandten Lamberg und Krane beim Kaiser, die auf <w lemma="seinen"><orig>sei-</orig><orig>nen</orig></w> Informationen beruhte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0057n94" xml:id="bsb00056732_00057_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00057_008"/> <p style="font-style:italic;">Lamberg und Krane an Ks. Ferdinand III., Osnabrück, 1646 III 22 (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 3, 436 Z. 7–22; Z. 21 ist Richtersberger erwähnt).</p></note>: Ihre Behauptung, daß die evangelischen <pb n="LVIII" facs="APWIIIA3-3_p0058" sameAs="#bsb00056732_00058"/>Fürstenratsmitglieder durch vorherige Absprachen gebunden seien und kein freies Votum führten, ist allerdings insofern zu modifizieren, als <w lemma="einzelne"><orig>ein-</orig><orig>zelne</orig></w> Reichsstände wie Pommern und Hessen-Darmstadt eben doch <w lemma="fallweise"><orig>fall-</orig><orig>weise</orig></w> abweichend votierten. Die kritischen Anspielungen auf die <w lemma="Suspension"><orig>Suspen-</orig><orig>sion</orig></w> des hessen-darmstädtischen Votums vom 8. Februar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0058n95" xml:id="bsb00056732_00058_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00058_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 77.</p></note> zeigen <w lemma="allerdings"><orig>aller-</orig><orig>dings</orig></w>, daß Dissidenten Kritik zu erwarten hatten und so eine Art <w lemma="Gruppenzwang"><orig>Grup-</orig><orig>penzwang</orig></w> ausgeübt wurde.</p>
	  <p style="font-style:italic;">In der Plenarversammlung vom 27. April trat Magdeburg erneut als Repräsentant der Evangelischen hervor: Nachdem Kurfürstenrat und Städterat den Saal verlassen hatten, der Fürstenrat zur Umfrage <w lemma="zusammengetreten"><orig>zusam-</orig><orig>mengetreten</orig></w> war und die Reihe an Magdeburg kam, sonderten sich die Evangelischen zu einer internen Beratung ab. Nach dieser Unterredung bat Magdeburg namens der Evangelischen um die Erlaubnis zur <w lemma="erneuten"><orig>er-</orig><orig>neuten</orig></w> Separation. Die evangelischen Gesandten versammelten sich <w lemma="daraufhin"><orig>dar-</orig><orig>aufhin</orig></w> am einen, die katholischen Gesandten am anderen Ende des Raumes und vollzogen damit gewissermaßen eine <hi style="font-style:normal;">Itio in partes.</hi> Dieses Auseinandertreten nach Maßgabe ihrer Konfessionszugehörigkeit hatte allerdings (anders als das später in Artikel V,52 IPO geregelte <w lemma="Verfahren"><orig>Verfah-</orig><orig>ren</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0058n96" xml:id="bsb00056732_00058_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00058_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Heckel</hi>; <hi style="font-style:smallCaps;">Bernard</hi>; <hi style="font-style:smallCaps;">Repgen</hi>, <hi style="font-style:italic;">Hauptprobleme, 417.</hi></p></note>) nicht das Ziel einer Einigung der Konfessionsparteien, denn bei diesem außerordentlichen Verfahren war vorausgesetzt worden, daß die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte keinen von ihnen binden sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0058n97" xml:id="bsb00056732_00058_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00058_003"/> <p style="font-style:italic;">So der von Richtersberger formulierte Vorbehalt (Nr. 120 bei Anm. 15); zum ao. <w lemma="Verfahren"><orig>Ver-</orig><orig>fahren</orig></w> s. auch unten bei Anm. 258.</p></note>. Vielmehr kann sie nur der kurzen Absprache über das gedient haben, was <w lemma="Magdeburg"><orig>Mag-</orig><orig>deburg</orig></w> nach erneutem Zusammentritt aller Fürstenratsmitglieder <hi style="font-style:normal;"><w lemma="communi"><orig>com-</orig><orig>muni</orig></w> dominorum evangelicorum nomine</hi> „proponierte“<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0058n98" xml:id="bsb00056732_00058_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00058_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 419 Z. 32f.</p></note>. Krull <w lemma="behandelte"><orig>behan-</orig><orig>delte</orig></w> zwei Punkte und verlas einen Schriftsatz über Handelsfragen, der im Corpus Evangelicorum zusammengestellt worden war, wie das <w lemma="österreichische"><orig>öster-</orig><orig>reichische</orig></w> Protokoll vermerkt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0058n99" xml:id="bsb00056732_00058_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00058_005"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe S. 421 Z. 28f:</hi> in conciliabulo Magdeburgico. <hi style="font-style:italic;">Zu diesem Begriff s. unten Anm. 200.</hi></p></note>. Der Entwurf stammte sogar von Krull persönlich, doch hatte er ihn im Auftrag des Corpus Evangelicorum <w lemma="aufgesetzt"><orig>auf-</orig><orig>gesetzt</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0058n100" xml:id="bsb00056732_00058_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00058_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0549n4" target="#bsb00056732_00549_037">Nr. 120 Anm. 4</ref>.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Magdeburgs Rolle hat sich somit im Laufe der Beratungen gewandelt: Zunächst hatte Krull (am 8. und 9. Februar) scheinbar nur das <w lemma="Magdeburger"><orig>Magdebur-</orig><orig>ger</orig></w> Votum im Namen des Administrators vorgetragen, dem sich die <w lemma="übrigen"><orig>übri-</orig><orig>gen</orig></w> evangelischen Gesandten angeschlossen hatten. Dabei war leicht durchschaubar, daß diese Übereinstimmung auf vorheriger Absprache <w lemma="beruhte"><orig>be-</orig><orig>ruhte</orig></w>. Am 5. März trat Krull bei Übergabe des <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> offen als Repräsentant des Corpus Evangelicorum hervor. Am 15. März verlas er einen Schriftsatz, den zumindest ein Teil der evangelischen Gesandten <pb n="LIX" facs="APWIIIA3-3_p0059" sameAs="#bsb00056732_00059"/>nicht kannte, handelte auch beim „Proponieren“ einiger Punkte auf <w lemma="eigene"><orig>ei-</orig><orig>gene</orig></w> Initiative und wurde von Thumbshirn und Lampadius noch <w lemma="während"><orig>wäh-</orig><orig>rend</orig></w> der Sitzung vorsichtig zurechtgewiesen. Am 17. März handelte Krull bei Übergabe der evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> eindeutig als <w lemma="Repräsentant"><orig>Reprä-</orig><orig>sentant</orig></w> des Corpus Evangelicorum, ebenso in der Plenarversammlung am 27. April. In diesem Fall war Krull sogar Verfasser des verlesenen <w lemma="Schriftsatzes"><orig>Schrift-</orig><orig>satzes</orig></w>. Magdeburg war also nicht in jedem Fall nur Sprachrohr des Corpus Evangelicorum, sondern hat auch eigenständige Beiträge zum <w lemma="gemeinsamen"><orig>gemein-</orig><orig>samen</orig></w> Handeln geleistet und ist zum Teil eigenmächtig mit seinen „<w lemma="Propositionen"><orig>Pro-</orig><orig>positionen</orig></w>“ hervorgetreten.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Trotz großer Homogenität wies die Gruppe der Protestanten eine <w lemma="Binnenstruktur"><orig>Binnen-</orig><orig>struktur</orig></w> auf. Wesenbeck spielte aufgrund seiner Doppelfunktion als <w lemma="kurbrandenburgisch"><orig>kur-</orig><orig>brandenburgisch</orig></w>-pommerscher Gesandter eine Sonderrolle und führte <w lemma="abweichende"><orig>ab-</orig><orig>weichende</orig></w> oder modifizierte Voten, wenn Belange des Kurfürstenrats <w lemma="betroffen"><orig>be-</orig><orig>troffen</orig></w> waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0059n101" xml:id="bsb00056732_00059_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00059_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 362 Z. 24ff; S. 400 Z. 9–17.</p></note>. Dabei wurde er gelegentlich von den Wetterauer <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> unterstützt, die sich Pommern in zwei Fällen zwar nicht direkt anschlossen, aber ausdrücklich „indifferent“ waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0059n102" xml:id="bsb00056732_00059_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00059_002"/> <p style="font-style:italic;">Die Wetterauer Gf.en erschienen deshalb neben Pommern als einziger ev. Reichsstand des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> nicht in der Liste jener, die sich einem Vermittlungsvorschlag Magdeburgs in der Frage der Röm. Kg.swahl angeschlossen hatten (s. S. 145 Z. 14f; S. 246 Z. 4f). Zu den Gründen der Verbindung zwischen Kurbrandenburg-Pommern und den Wetterauer Gf.en s. <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, LXXXVIII.</p></note>. Auch Hessen-Darmstadt spielte eine Sonderrolle. Seine Gesandten paßten sich der <w lemma="Position"><orig>Posi-</orig><orig>tion</orig></w> des Österreichischen Direktors so weit an, wie es ohne gänzliches <w lemma="Ausscheren"><orig>Aus-</orig><orig>scheren</orig></w> aus der gemeinsamen Linie der Evangelischen möglich war. Eine deutliche Distanzierung von den übrigen evangelischen Gesandten <w lemma="bedeutete"><orig>bedeu-</orig><orig>tete</orig></w> die Suspension ihres Votums am 8. Februar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0059n103" xml:id="bsb00056732_00059_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00059_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 77.</p></note>. Sonst nahm Hessen-Darmstadt bisweilen eine schwankende Position ein, indem es einerseits Österreich, andererseits unter bestimmten Bedingungen oder Vorbehalten einem oder mehreren evangelischen Votanten zustimmte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0059n104" xml:id="bsb00056732_00059_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00059_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe z. B. S. 88 Z. 28–32: wie Österreich, bei Schwierigkeiten und in den übrigen <w lemma="Punkten"><orig>Punk-</orig><orig>ten</orig></w> wie Magdeburg; S. 227 Z. 28–40: wie Österreich, doch auch für die Vorschläge Braunschweig-Lüneburgs und anderer; S. 316 Z. 1f, S. 317 Z. 1: wie Österreich, aber auch mit Pommern und Württemberg.</p></note>. Wenn es um reichsstädtische Belange ging, befanden sich Sachsen-Lauenburg und die Fränkischen Grafen, deren Gesandte Gloxin und Oelhafen von <w lemma="Schöllenbach"><orig>Schöllen-</orig><orig>bach</orig></w> auch im Städterat votierten, in einer natürlichen Allianz<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0059n105" xml:id="bsb00056732_00059_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00059_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 406 Z. 24f: Einsatz für die Mediatstädte.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Den gelegentlichen Dissidenten stand eine Gruppe von Gesandten <w lemma="gegenüber"><orig>gegen-</orig><orig>über</orig></w>, die mit Magdeburg einen mehr oder weniger festen Block bildeten: Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg (Thumbshirn und Carpzov) <w lemma="hatten"><orig>hat-</orig><orig>ten</orig></w> identische Instruktionen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0059n106" xml:id="bsb00056732_00059_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00059_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 12 Z. 12–19.</p></note>; sie votierten formal jeder für sich, der <w lemma="Sache"><orig>Sa-</orig><orig>che</orig></w> nach aber immer gleich, beide auch in großer Übereinstimmung mit <pb n="LX" facs="APWIIIA3-3_p0060" sameAs="#bsb00056732_00060"/>Magdeburg. Das galt auch für Heher, der die übrigen fürstlich <w lemma="sächsischernestinischen"><orig>sächsisch-</orig><orig>ernestinischen</orig></w> Voten führte. Braunschweig-Lüneburg gehörte ebenfalls zu dieser Gruppe, in der Lampadius und Thumbshirn die entscheidenden Persönlichkeiten waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n107" xml:id="bsb00056732_00060_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe z. B. S. 399 Z. 34f: Lampadius wiederholte das Sachsen-Altenburger Votum; S. 198 Z. 9–19: Lampadius und Thumbshirn stützten sich in ihrer Kritik am Reichsdirektorium; S. 385 Z. 29ff: Lampadius ließ sich durch Thumbshirn vertreten; S. 370 Z. 22f, S. 371 Z. 28f: beide übten vorsichtige Kritik an Magdeburg.</p></note>. Für Thumbshirn waren die Verhandlungen der <hi style="font-style:normal;">Gravamina ecclesiastica</hi> besonders wichtig. Er nahm unter den <w lemma="evangelischen"><orig>evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> Nominierten aus dem Fürstenrat die ranghöchste Position ein und trat als Sprecher der übrigen auf, wenn es um diese Verhandlungen ging<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n108" xml:id="bsb00056732_00060_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96 bei Anm. 45. Als die Aushändigung der kath. <hi style="font-style:normal;">Gegenbeschwerden</hi> im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> verkündet wurde, zeigte Thumbshirn am deutlichsten seine Freude (s. Nr. 100 bei Anm. 20). – Zu den Gravaminaverhandlungen s. unten bei Anm. 203.</p></note>. Pfalz-Lautern, Pfalz-Simmern und Pfalz-Zweibrücken, <w lemma="Mecklenburg"><orig>Mecklen-</orig><orig>burg</orig></w>-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow, Hessen-Kassel, Württemberg und Anhalt schlossen sich in der Regel dieser Gruppe an, traten aber <w lemma="allesamt"><orig>alle-</orig><orig>samt</orig></w> nicht sonderlich hervor. Der württembergische Gesandte (<w lemma="Varnbüler"><orig>Varnbü-</orig><orig>ler</orig></w>) hatte oft für seine Pfalz-Veldenzer Stimme keine Spezialinstruktion, schloß sich aber aufgrund seiner allgemeinen Instruktion den übrigen an<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n109" xml:id="bsb00056732_00060_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 112 bei Anm. 69; Nr. 113 bei Anm. 100; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0448n23" target="#bsb00056732_00448_030">Nr. 114 Anm. 23</ref> und S. 327 Z. 28f.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Unter den katholischen Reichsständen votierten Österreich und Bayern häufig übereinstimmend<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n110" xml:id="bsb00056732_00060_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_004"/> <p style="font-style:italic;">Eine Ausnahme war die Satisfaktionsfrage: Bayern wünschte als einziger Reichsstand im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> eine sofortige Aufnahme dieser Verhandlungen (s. S. 7 Z. 30 – S. 8 Z. 4). Zur <w lemma="Übereinstimmung"><orig>Über-</orig><orig>einstimmung</orig></w> zwischen Österreich und Bayern s. besonders: Nr. 97 Umfrage 1 und 3, Nr. 98; Nr. 102 Umfrage 2; Nr. 103 (S. 139 Z. 4f); Nr. 106 (S. 170 Z. 13f); Nr. 108 Umfrage 1; nicht berücksichtigt wurden Umfragen mit einstimmigem Ergebnis.</p></note>, ohne daß erkennbar wird, ob eine Absprache zwischen Richtersberger und Ernst vorangegangen war. In der Frage der schwedischen und französischen Satisfaktionsansprüche waren Bayern und Würzburg derselben Ansicht. Da beide ihr Votum vom 12. März <w lemma="schriftlich"><orig>schrift-</orig><orig>lich</orig></w> vorlegten und der Würzburger dabei das bayerische Votum <w lemma="ausdrücklich"><orig>ausdrück-</orig><orig>lich</orig></w> wiederholt haben wollte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n111" xml:id="bsb00056732_00060_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 112 bei Anm. 28.</p></note>, dürften beide Gesandte sich zuvor <w lemma="darüber"><orig>dar-</orig><orig>über</orig></w> verständigt haben. In zwei anderen Fällen beruhte eine auffällige Übereinstimmung zwischen Bayern und Würzburg wohl auf dem <w lemma="identischen"><orig>identi-</orig><orig>schen</orig></w>, aber nicht unbedingt vereinbarten Willen beider Reichsstände, den Frieden unter Zurücksetzung von Detailfragen so schnell wie möglich <w lemma="herbeizuführen"><orig>her-</orig><orig>beizuführen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n112" xml:id="bsb00056732_00060_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 370 Z. 1, S. 376 Z. 17.</p></note>. Als Richtersberger am 10. Februar die Aushändigung der katholischen <hi style="font-style:normal;">Gegenbeschwerden</hi> bekanntgab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0060n113" xml:id="bsb00056732_00060_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00060_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 100.</p></note>, kommentierten das <w lemma="weder"><orig>we-</orig><orig>der</orig></w> Bayern noch Würzburg. Offenkundig war ihnen nicht daran gelegen, die Gravaminaverhandlungen in Gang zu bringen. Würzburg stimmte <pb n="LXI" facs="APWIIIA3-3_p0061" sameAs="#bsb00056732_00061"/>aber auch in manchen Fragen mit den evangelischen Gesandten überein, war in anderen Fällen indifferent, gab bisweilen eine ausweichende oder zweideutige Stellungnahme ab und nahm damit oft eine zwischen den Parteien stehende, um Ausgleich bemühte Position ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0061n114" xml:id="bsb00056732_00061_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00061_001"/> <p style="font-style:italic;">Übereinstimmung mit den ev. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice>: s. Nr. 97 Umfrage 1; Nr. 108 Umfrage 1; S. 394 Z. 33f: Pfalz-Lautern stimmt Würzburg zu. Indifferenz: s. S. 34 Z. 16f; Nr. 110 Umfrage 1. Ausweichende Stellungnahme: S. 58 Z. 27–30: Würzburg will sich erst nach genauerer Erklärung äußern; S. 107 Z. 28f: Würzburg kommentiert das Mehrheitsvotum aus <w lemma="Münster"><orig>Mün-</orig><orig>ster</orig></w> nicht; S. 394 Z. 22–27: Würzburg macht einen vermittelnden Ergänzungsvorschlag.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Auch als die Zahl der katholischen Voten durch Salzburg, Freising, <w lemma="Konstanz"><orig>Kon-</orig><orig>stanz</orig></w>, Kempten, Corvey, die Schwäbischen Prälaten und Grafen verstärkt wurde, gab es zwischen den katholischen Gesandten keinen <w lemma="Zusammenschluß"><orig>Zusammen-</orig><orig>schluß</orig></w>, der mit der evangelischen Parteibildung vergleichbar gewesen <w lemma="wäre"><orig>wä-</orig><orig>re</orig></w>. Gewisse Spannungen zwischen Österreich und Bayern einerseits und Salzburg andererseits wurden in der leichten Kritik am Salzburger <w lemma="Correlationsentwurf"><orig>Corre-</orig><orig>lationsentwurf</orig></w> und noch mehr darin deutlich, daß Salzburg mit den <w lemma="evangelischen"><orig>evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> Reichsständen die Aufnahme der evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina <w lemma="politica"><orig>po-</orig><orig>litica</orig></w></hi> in den Correlationsentwurf forderte, während Österreich nur damit einverstanden war, daß sie beigelegt wurden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0061n115" xml:id="bsb00056732_00061_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00061_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 392 Z. 1–9, 11–16; S. 393 Z. 5–8; S. 406 Z. 32f.</p></note>. In der Frage, ob die <w lemma="kaiserlichen"><orig>kai-</orig><orig>serlichen</orig></w> und kurfürstlichen Reservatrechte erschöpfend aufgezählt <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> sollten, standen Österreich, Bayern und (Kurbrandenburg-)Pommern gegen die meisten anderen katholischen und evangelischen <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichsstän-</orig><orig>de</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0061n116" xml:id="bsb00056732_00061_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00061_003"/> <p style="font-style:italic;">Pommern war an sich derselben Ansicht wie Österreich und Bayern, machte aber einen Kompromißvorschlag, da die Mehrheit abweichend votierte (s. S. 400 Z. 9–17).</p></note>. Angesichts der Gemeinsamkeit kaiserlicher und kurfürstlicher <w lemma="Belange"><orig>Be-</orig><orig>lange</orig></w> fanden Richtersberger, Ernst und Wesenbeck also zu einer <w lemma="punktuellen"><orig>punktuel-</orig><orig>len</orig></w> Allianz. Abgesehen von solch gelegentlicher Konformität ist nie eine dauerhafte Übereinstimmung und ein gemeinsames Vorgehen von Bayern und Pommern erkennbar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0061n117" xml:id="bsb00056732_00061_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00061_004"/> <p style="font-style:italic;">Beispiel für punktuelle Übereinstimmung: s. S. 90 Z. 31f; bei anderer Gelegenheit hat Bayern sich trotz gemeinsamer Interessen und ausdrücklicher Aufforderung nicht dem pommerschen Votum angeschlossen (s. S. 148 Z. 14f).</p></note>. Ebensowenig gibt es Anhaltspunkte, daß Bayern oder auch Österreich mit einem der katholischen <w lemma="Neuankömmlinge"><orig>Neuankömm-</orig><orig>linge</orig></w> in engerer Verbindung gestanden hätte. Die Schwäbischen Grafen (Leuxelring) schlossen sich in der Frage der kaiserlichen und kurfürstlichen Reservatrechte Würzburg an und hielten damit (ebenso wie Pfalz-<w lemma="Lautern"><orig>Lau-</orig><orig>tern</orig></w>, -Simmern und -Zweibrücken) eine mittlere Linie ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0061n118" xml:id="bsb00056732_00061_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00061_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 394 Z. 22–27, S. 396 Z. 6 und 8, S. 405 Z. 6f.</p></note>. Schließlich mögen auch die Präzedenzstreitigkeiten zwischen Österreich und <w lemma="Salzburg"><orig>Salz-</orig><orig>burg</orig></w> sowie zwischen Würzburg und Bayern störend auf die gegenseitigen Beziehungen gewirkt haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0061n119" xml:id="bsb00056732_00061_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00061_006"/> <p style="font-style:italic;">Zu Österreich und Salzburg s. S. LI; zu Bayern und Würzburg s. Nr. 121 bei Anm. 6.</p></note>.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00062_sec0013" corresp="#bsb00056732_00062">
	  <pb n="LXII" facs="APWIIIA3-3_p0062" sameAs="#bsb00056732_00062"/>
	  <head><hi style="font-style:italic;">III. Das Direktorium des Fürstenrats Osnabrück</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Der Österreichische Direktor Richtersberger stand angesichts des fast <w lemma="geschlossenen"><orig>ge-</orig><orig>schlossenen</orig></w> Blocks der evangelischen Gesandten und einer kleinen <w lemma="katholischen"><orig>katho-</orig><orig>lischen</orig></w> Minderheit mit wechselndem Stimmverhalten vor einer <w lemma="schwierigen"><orig>schwieri-</orig><orig>gen</orig></w> Aufgabe. Um so wichtiger war es, mit der Geschäftsordnung ein <w lemma="Instrument"><orig>In-</orig><orig>strument</orig></w> zur Lenkung der Beratungen im gewünschten Sinne zu erhalten. Dies konnte geschehen, indem der Direktor sich die <w lemma="Entscheidungsbefugnisse"><orig>Entscheidungsbefug-</orig><orig>nisse</orig></w> über Ansage, Proposition, Formulierung der Beratungsergebnisse und Diktatur verschaffte oder vorbehielt.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die Ansage, das heißt die Einladung der Gesandten zur ersten <w lemma="Fürstenratssitzung"><orig>Fürsten-</orig><orig>ratssitzung</orig></w> am 3. Februar, hatte wie auf Reichstagen das Kurmainzer Reichsdirektorium vorgenommen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0062n120" xml:id="bsb00056732_00062_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00062_001"/> <p style="font-style:italic;">Zur Ansage auf <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice> s. <hi style="font-style:smallCaps;">Aulinger</hi>, 210; zur Ansage am 2. Februar 1646 durch Kurmainz s. magdeburgisches Diarium zu 1646 I 23/II 2, in: <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> F III fol. 116.</p></note>. Dabei waren die <w lemma="Beratungsgegenstände"><orig>Beratungsgegen-</orig><orig>stände</orig></w> nur dem Fürstenratsdirektor, nicht aber den übrigen Mitgliedern des Fürstenrats mitgeteilt worden, und Richtersberger hatte sie, anders als der Städteratsdirektor (dem gleichzeitig „angesagt“ worden war), nicht an die einzelnen Gesandten weitergegeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0062n121" xml:id="bsb00056732_00062_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00062_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 bei Anm. 80.</p></note>. Nachdem in der zweiten Sitzung am 5. Februar eine Entscheidung über die Reihenfolge der Beratungsgegenstände getroffen worden war, wurde auf Vorschlag Richtersbergers einstimmig beschlossen, künftig nicht die Ansage des Kurmainzer Reichsdirektoriums abzuwarten. Die folgenden Sitzungen ließ Richtersberger also selbst ansagen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0062n122" xml:id="bsb00056732_00062_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00062_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 35 Z. 25–29; Ansage durch Richtersberger: s. <hi style="font-style:normal;">z.</hi> B. S. 153 Z. 25ff.</p></note>. Über die Reaktion des <w lemma="Reichsdirektoriums"><orig>Reichs-</orig><orig>direktoriums</orig></w> enthalten die Fürstenratsprotokolle nichts. Es gibt keinen Hinweis auf eine Trübung des Verhältnisses zwischen Richtersberger und Kurmainz. Anscheinend wurde das Reichsdirektorium bei der <w lemma="Ansage"><orig>An-</orig><orig>sage</orig></w> auch künftig nicht völlig übergangen. Als nämlich Hessen-Kassel einmal versehentlich nicht zur Sitzung berufen worden war, <w lemma="entschuldigte"><orig>entschul-</orig><orig>digte</orig></w> sich Richtersberger bei den übrigen Gesandten und kündigte an, beim Kurmainzer Reichsdirektorium zu veranlassen, künftig an Hessen-Kassel zu denken<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0062n123" xml:id="bsb00056732_00062_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00062_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Es solle beim Reichsdirektorium</hi> alsoforth [...] erinnert [...] werden <hi style="font-style:italic;">(S. 354 Z. 17ff). – Vielleicht wurden die FR-Sitzungen zwar auf Richtersbergers Veranlassung, aber nach Information des Reichsdirektoriums und durch dessen Personal angesagt.</hi></p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Entscheidendes Mittel zur Beeinflussung des Sitzungsverlaufs war die Proposition. In der ersten Sitzung am 3. Februar war sie durch das <w lemma="Kurmainzer"><orig>Kur-</orig><orig>mainzer</orig></w> Reichsdirektorium vorgegeben worden. Dann gelang es <w lemma="Richtersberger"><orig>Rich-</orig><orig>tersberger</orig></w>, auch diese Kompetenz an sich zu ziehen. Er wollte diese <w lemma="Aufgabe"><orig>Auf-</orig><orig>gabe</orig></w> dem Reichsdirektorium zwar <hi style="font-style:normal;">gönnen,</hi> sie aber anscheinend lieber selbst übernehmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0062n124" xml:id="bsb00056732_00062_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00062_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 6 Z. 6ff. Richtersberger fand in seinem Streben nach Unabhängigkeit vom Reichsdirektorium vor allem die Zustimmung Pommerns (S. 16 Z. 29–33).</p></note>. Offensichtlich hat er in der Zeit zwischen der <w lemma="ersten"><orig>er-</orig><orig>sten</orig></w> und zweiten Sitzung mit Kurmainz deswegen verhandelt. Am 5. <pb n="LXIII" facs="APWIIIA3-3_p0063" sameAs="#bsb00056732_00063"/>Februar konnte er jedenfalls zu Beginn der Sitzung ankündigen, daß er künftig bereits am Ende jeder Sitzung die Beratungsgegenstände der <w lemma="folgenden"><orig>fol-</orig><orig>genden</orig></w> bekanntgeben wolle, wie es an diesem Tag zum ersten Mal <w lemma="geschah"><orig>ge-</orig><orig>schah</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n125" xml:id="bsb00056732_00063_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_001"/> <p style="font-style:italic;">S. 27 Z. 24–30.</p></note>. Implizit war damit gesagt, daß Richtersberger künftig (in <w lemma="Absprache"><orig>Ab-</orig><orig>sprache</orig></w> mit dem Fürstenrat Münster) die Propositionen selbst vorgab, denn das Reichsdirektorium wird nicht jeweils schon für die übernächste Sitzung eine Proposition vorgelegt haben. Richtersbergers Abneigung, dem Reichsdirektorium Einfluß auf die Reihenfolge der Verhandlungen und auf den Text der Proposition zu geben, geht aus dem Protokoll <w lemma="eindeutig"><orig>ein-</orig><orig>deutig</orig></w> hervor<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n126" xml:id="bsb00056732_00063_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 5 Z. 28ff.</p></note>. Doch konnte er sich anscheinend gütlich mit dem Reichsdirektorium einigen, denn andernfalls hätte er sich kaum später in anderen Fragen auf Kurmainz als entscheidende Instanz beziehen können<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n127" xml:id="bsb00056732_00063_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 186 Z. 17–20, S. 410 Z. 12ff.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Richtersberger griff in seinen Propositionen nur die Punkte heraus, die zwischen den kaiserlichen sowie schwedischen und französischen <w lemma="Forderungen"><orig>Forde-</orig><orig>rungen</orig></w> strittig waren. Er hat dieses Verfahren selbst nie zum Gegenstand einer Beratung gemacht und beschrieb es zuerst in seinem <w lemma="Correlationsentwurf"><orig>Correlations-</orig><orig>entwurf</orig></w> vom 21. Februar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n128" xml:id="bsb00056732_00063_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_004"/> <p style="font-style:italic;">S. 166 Z. 8–11.</p></note>. Damit war den Gesandten im Prinzip die Möglichkeit benommen, Forderungen vorzubringen, die in den <w lemma="Friedensvorschlägen"><orig>Friedens-</orig><orig>vorschlägen</orig></w> des Kaisers und der Kronen nicht enthalten waren. Doch <w lemma="haben"><orig>ha-</orig><orig>ben</orig></w> die Evangelischen durch Magdeburg auch solche Forderungen <w lemma="vortragen"><orig>vortra-</orig><orig>gen</orig></w> lassen und damit das Propositionsrecht des Fürstenratsdirektoriums untergraben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n129" xml:id="bsb00056732_00063_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 87.</p></note>. Richtersberger hat den Magdeburger Gesandten dabei nie unterbrochen und ihm zumindest während der Sitzung nie einen <w lemma="Verweis"><orig>Ver-</orig><orig>weis</orig></w> erteilt, wohl aber dessen „Propositionen“ teilweise ignoriert. So ist er am 8. Februar auf das ausführliche Magdeburger Votum mit einer Reihe von Punkten, die in seiner Proposition fehlten, weder eingegangen noch hat er sie in die am Schluß der Sitzung formulierten „Meinungen“ <w lemma="aufgenommen"><orig>auf-</orig><orig>genommen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n130" xml:id="bsb00056732_00063_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_006"/> <p style="font-style:italic;">S. 77.</p></note>. Doch schon bei der nächsten Sitzung nahm er einen von Magdeburg erwähnten, von ihm aber nicht proponierten Punkt als letzten Satz in die „Meinungen“ auf, allerdings ohne auf den <w lemma="Ergänzungsvorschlag"><orig>Ergänzungsvor-</orig><orig>schlag</orig></w> Magdeburgs zu seiner Formulierung einzugehen, und begründete für andere Punkte, warum er sie nicht proponiert habe<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0063n131" xml:id="bsb00056732_00063_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00063_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 91 Z. 24f, 29–35.</p></note>. Den am 15. März verlesenen Schriftsatz des Corpus Evangelicorum zur <w lemma="Friedensgarantie"><orig>Friedens-</orig><orig>garantie</orig></w>, der Punkte enthielt, die weder vom Kaiser, Frankreich oder Schweden gefordert noch vom Österreichischen Direktor proponiert <w lemma="worden"><orig>wor-</orig><orig>den</orig></w> waren, erwähnte er (bei uneinheitlichem Abstimmungsresultat) in der <pb n="LXIV" facs="APWIIIA3-3_p0064" sameAs="#bsb00056732_00064"/>zweiten „Meinung“<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n132" xml:id="bsb00056732_00064_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_001"/> <p style="font-style:italic;">S. 345f Z. 33, 36, 1f.</p></note>. Zu den am 17. März verlesenen evangelischen <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Gravamina"><orig>Gra-</orig><orig>vamina</orig></w> politica</hi> äußerte er sich weiter nicht<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n133" xml:id="bsb00056732_00064_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 357 Z. 9–17, S. 363 Z. 17.</p></note>; sie wurden aber, ebenso wie der Schriftsatz des Corpus Evangelicorum zur Friedensgarantie, der <w lemma="Correlation"><orig>Corre-</orig><orig>lation</orig></w> des Fürstenrats zu Klasse II, III und IV der Repliken beigelegt. Das Corpus Evangelicorum hatte dadurch seine Absicht verfehlt, daß beide Schriftsätze wörtlich in die Correlation hätten aufgenommen <hi style="font-style:normal;">(inseriert)</hi> werden sollen. Als Beilagen wurden sie in der Plenarsitzung am 26. April nur erwähnt, nicht verlesen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n134" xml:id="bsb00056732_00064_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 119 bei Anm. 46, 47; Nr. 120 bei Anm. 38.</p></note>. Jedoch war der Hauptzweck erreicht, <w lemma="indem"><orig>in-</orig><orig>dem</orig></w> beide Schriftsätze und damit eine Reihe von Punkten, die vom <w lemma="Direktorium"><orig>Direk-</orig><orig>torium</orig></w> nicht zur Umfrage gestellt worden waren, in die Beratungen <w lemma="eingebracht"><orig>einge-</orig><orig>bracht</orig></w> und bei der Correlation berücksichtigt worden waren.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Richtersberger verzichtete abermals auf eine kritische Reaktion, als <w lemma="Magdeburgs"><orig>Mag-</orig><orig>deburgs</orig></w> Votum am 17. März Punkte ansprach, die der Fürstenratsdirektor, wie sich später herausstellte, bei der übernächsten Umfrage selbst <w lemma="proponierte"><orig>pro-</orig><orig>ponierte</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n135" xml:id="bsb00056732_00064_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 370 Z. 22ff, S. 371 Z. 28–31, S. 375 Z. 22ff.</p></note>. Er hat Magdeburg gegenüber also sehr zurückhaltend oder gar nicht reagiert, während er Anregungen und Vorschläge anderer <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig><orig>stände</orig></w> zur Proposition oder zum Verzicht auf eine Umfrage unbeachtet ließ oder ihnen widersprach<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n136" xml:id="bsb00056732_00064_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_005"/> <p style="font-style:italic;">Ablehnung des sachsen-altenburgischen Vorschlags zur Unterlassung einer Umfrage: S. 280 Z. 33ff. Am 3. Februar schlug der <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Mecklenburgs eine Umfrage zur Re- und Correlation vor, der <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Hessen-Darmstadts eine solche über die Geltung des <w lemma="Mehrheitsprinzips"><orig>Mehr-</orig><orig>heitsprinzips</orig></w>; auf beides ging Richtersberger nicht ein (S. 18 Z. 28f, S. 22 Z. 35f). Am 10. Februar ließ er den Antrag Magdeburgs, Pommerns und der Wetterauer Gf.en auf eine Umfrage zur Re- und Correlation unbeantwortet (S. 95 Z. 19f, S. 98 Z. 35f), ebenso am 21. Februar den Vorschlag Pommerns, eine Umfrage über das Mehrheitsprinzip zu <w lemma="halten"><orig>hal-</orig><orig>ten</orig></w> (S. 174f Z. 34ff, 1).</p></note>. Auch ließ er bei einer schwierigen Beratung am 8. März 1646 nicht zu, daß Sachsen-Altenburg durch eine Erklärung die Stringenz seiner Umfragen unterbrach und seine Taktik störte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n137" xml:id="bsb00056732_00064_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 220 Z. 36ff.</p></note>. Die <w lemma="Behauptung"><orig>Be-</orig><orig>hauptung</orig></w> der Österreichischen und Salzburger Fürstenratsdirektoren, sie müßten vor einer bestimmten Umfrage erst die Erlaubnis des Kurmainzer Reichsdirektoriums einholen, war sicherlich ein Vorwand, denn beide <w lemma="lehnten"><orig>lehn-</orig><orig>ten</orig></w> die Forderung ab, die zur Umfrage gestellt werden sollte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n138" xml:id="bsb00056732_00064_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 410 Z. 12ff. Es ging um die Forderung Hessen-Kassels, der Correlation ein <w lemma="Memorial"><orig>Me-</orig><orig>morial</orig></w> beizulegen.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Gelegentlich kritisierten die Gesandten die Propositionen des <w lemma="Fürstenratsdirektors"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>direktors</orig></w>. So befand Magdeburg am 12. März, es sei <hi style="font-style:normal;">fast unnötig</hi> und <hi style="font-style:normal;"><w lemma="undienlich"><orig>un-</orig><orig>dienlich</orig></w>,</hi> über die proponierte Frage einen Beschluß zu fassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0064n139" xml:id="bsb00056732_00064_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00064_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 268 Z. 1f. Bei vergleichbarer Themenstellung votierte Sachsen-Altenburg am 13. März, man solle die proponierte Frage <hi style="font-style:normal;">nur gar praeteriren</hi> (S. 308 Z. 8f); auch hier <w lemma="votierten"><orig>vo-</orig><orig>tierten</orig></w> fast alle <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> ebenso. Am 14. März votierte Sachsen-Altenburg, daß man sich über die (bei abermals analoger Themenstellung) wiederum proponierte Frage <hi style="font-style:normal;">nicht <w lemma="aufzuhalten"><orig>aufzuhal-</orig><orig>ten</orig></w></hi> habe.</p></note>. Abgesehen <pb n="LXV" facs="APWIIIA3-3_p0065" sameAs="#bsb00056732_00065"/>von Richtersberger selbst und denen, die ihr Votum suspendierten, waren alle anderen derselben Meinung, wenn sie ihre Ablehnung auch in etwas andere Worte faßten. Solche Kritik war immer inhaltlich begründet, <w lemma="während"><orig>wäh-</orig><orig>rend</orig></w> das formale Recht des Fürstenratsdirektors zur Proposition <w lemma="grundsätzlich"><orig>grundsätz-</orig><orig>lich</orig></w> niemals bestritten, wohl aber von Magdeburg im Namen des Corpus Evangelicorum selbst beansprucht und damit untergraben wurde. Einen gewissen Vorwurf bedeutete die vom Direktorium Salzburg am 19. April 1646 im Fürstenrat Osnabrück erhobene Kritik, daß eine Klausel <hi style="font-style:normal;">nie in die umbfrage gestellet worden</hi> sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0065n140" xml:id="bsb00056732_00065_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00065_001"/> <p style="font-style:italic;">S. 391 Z. 25f. Die <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> von Konstanz, Corvey, Brandenburg-Kulmbach und den <w lemma="Fränkischen"><orig>Fränki-</orig><orig>schen</orig></w> Gf.en verwiesen in dieser Sitzung auf ihre schon im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> zu diesem Thema <w lemma="abgelegten"><orig>abge-</orig><orig>legten</orig></w> Voten.</p></note>; über sie wurde deshalb nachträglich am 19. April beraten. Dies war die einzige derartige Beanstandung, die zudem zuerst im Fürstenrat Münster auf die Tagesordnung gesetzt und erst danach im Fürstenrat Osnabrück vorgebracht worden ist.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Es war umstritten, ob ein Teilfürstenrat eine unerwartet auftauchende Frage <hi style="font-style:normal;">(quaestio extemporanea)</hi> ohne Absprache mit dem anderen <w lemma="Teilfürstenrat"><orig>Teilfür-</orig><orig>stenrat</orig></w> auf die Tagesordnung setzen dürfe. Braunschweig-Lüneburg, Mecklenburg, Pommern und Sachsen-Lauenburg bestritten dies, während Richtersberger das Vorgehen des Fürstenrats Münster in dem einzigen Fall, in dem dies geschah, für gerechtfertigt hielt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0065n141" xml:id="bsb00056732_00065_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00065_002"/> <p style="font-style:italic;">S. 211 Z. 36f.</p></note>. Richtersberger hat im übrigen eine Umfrage zum selben Thema angesetzt, um noch ein ihm genehmes Ergebnis zu erhalten. Allerdings scheiterte er damit immer <w lemma="wieder"><orig>wie-</orig><orig>der</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0065n142" xml:id="bsb00056732_00065_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00065_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 199 Z. 8–12. Die wiederholte Beratung über die Röm. Kg.swahl am 28. Februar hatte den Zweck, die <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> zum Anschluß an das Mehrheitsvotum des <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> zu bewegen (s. Nr. 108 bei Anm. 16). Sachsen-Altenburg beanstandete die mehrmalige Proposition derselben Frage (S. 190 Z. 24–32); andere <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> schlossen sich dieser Kritik an. Eine <w lemma="erneute"><orig>er-</orig><orig>neute</orig></w> Umfrage zum selben Gegenstand begann Richtersberger auch am 21. Februar (s. S. 172 Z. 14f). – Mehrfachumfragen zur Erzielung von Einstimmigkeit waren auch auf <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice> üblich (<hi style="font-style:smallCaps;">Stollberg</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Rilinger</hi>, 110).</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die Abstimmmungsergebnisse faßte Richtersberger am Schluß einer <w lemma="Umfrage"><orig>Um-</orig><orig>frage</orig></w> in einer oder mehreren „Meinungen“ zusammen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0065n143" xml:id="bsb00056732_00065_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00065_004"/> <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:normal;">„</hi>Meinung“ ist ein auch auf <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice> gebrauchter Terminus technicus. Er wurde dort <w lemma="verwendet"><orig>verwen-</orig><orig>det</orig></w>, wenn sich eine <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice>-Kurie nicht auf ein einstimmiges Conclusum hatte einigen <w lemma="können"><orig>kön-</orig><orig>nen</orig></w>. Man sprach dann von „unverglichenen Meinungen“ (<hi style="font-style:smallCaps;">Aulinger</hi>, 213). Im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> konnten sich zunächst deshalb mehrere „Meinungen“ ergeben, weil ein Gesamtbeschluß erst nach Zusammenrechnung der Beratungsergebnisse beider Teilräte möglich war (dazu unten S. LXVIII). Daß die ao. Situation auch eine neue Begriffsbildung für die Teilbeschlüsse nötig machte, zeigen die Ausführungen des Lampadius am 10. Februar: er sprach vom Mangel an Begriffen (<hi style="font-style:normal;">[...] propter defectum nominum, scilicet vocabulorum,</hi> s. S. 103 Z. 35ff).</p></note>. Die Gesandten konnten seine Formulierungen kritisieren oder Zusätze fordern, die er teils berücksichtigte, teils unbeachtet ließ. Bei einer erregten Debatte und <w lemma="massiver"><orig>mas-</orig><orig>siver</orig></w> Kritik konnte er Änderungsvorschläge schwer übergehen, so daß er in der Sitzung vom 15. Februar die „Meinungen“ schließlich zum dritten <pb n="LXVI" facs="APWIIIA3-3_p0066" sameAs="#bsb00056732_00066"/>Mal änderte, wie das Protokoll ausdrücklich vermerkt. Diese „Meinungen“ wurden jeweils am Ende der Sitzung verlesen und protokolliert, nicht aber gesammelt und in einem formalisierten <hi style="font-style:normal;">aufsatz</hi> noch einmal verlesen, was Braunschweig-Lüneburg und andere Reichsstände am 10. Februar <w lemma="gefordert"><orig>gefor-</orig><orig>dert</orig></w> hatten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n144" xml:id="bsb00056732_00066_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 103 Z. 26ff.</p></note>. Die vom Fürstenrat Münster mitgeteilten „Meinungen“ gab Richtersberger in den Sitzungen durch Verlesen bekannt. Die nach den Beratungen in beiden Fürstenräten vorliegenden <hi style="font-style:normal;">conclusa</hi> ließ er <w lemma="offensichtlich"><orig>of-</orig><orig>fensichtlich</orig></w> durch Diktatur mitteilen, was zumindest für die drei <hi style="font-style:normal;">conclusa</hi> vom 26. Februar bezeugt ist<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n145" xml:id="bsb00056732_00066_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe S. 201 Z. 19: Richtersberger kündigte nach der Verlesung an:</hi> Wolle die conclusa communiciren.</p></note>. Sonst entschied er fallweise, ob er den <w lemma="Antrag"><orig>An-</orig><orig>trag</orig></w> der Gesandten auf schriftliche Mitteilung (Diktatur) genehmige<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n146" xml:id="bsb00056732_00066_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_003"/> <p style="font-style:italic;">Am 5. Februar genehmigte er die Diktatur des Bedenkens der drei Reichsräte von 1646 I 30, des darauf bezüglichen <hi style="font-style:normal;">Conclusums</hi> des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> und eines Protokollauszugs des <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> (s. Nr. 96 bei Anm. 43); am 5. März genehmigte er die Diktatur eines Auszugs aus dem Bericht des Salzburger FR-Direktors (s. Nr. 109 bei Anm. 28).</p></note>. Mit hartnäckigem Widerstand begegnete er der Forderung der <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Gesandten, seine Correlationsentwürfe zu Klasse I der Repliken <w lemma="diktieren"><orig>dik-</orig><orig>tieren</orig></w> zu lassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n147" xml:id="bsb00056732_00066_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_004"/> <p style="font-style:italic;">Alle ev. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> forderten am 21. Februar die Diktatur des ersten Entwurfs (s. S. 170 Z. 21–S. 176 Z. 2). Am 10. März beantragte Braunschweig-Lüneburg die Diktatur (s. S. 258 Z. 14f).</p></note>. Er lehnte dies ab, weil es dem Herkommen auf <w lemma="Reichstagen"><orig>Reichs-</orig><orig>tagen</orig></w> widerspreche, vor allem aber, weil er unendliche Mühen und <w lemma="Uneinigkeit"><orig>Unei-</orig><orig>nigkeit</orig></w> befürchtete, wenn der Entwurf den Gesandten zur Korrektur zur Verfügung stehe<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n148" xml:id="bsb00056732_00066_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 176 Z. 35ff.</p></note>. Sein Correlationsentwurf wurde schließlich in <w lemma="Münster"><orig>Mün-</orig><orig>ster</orig></w> diktiert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n149" xml:id="bsb00056732_00066_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117 bei Anm. 11.</p></note>, und nach diesem Vorgang wurde der Salzburger <w lemma="Correlationsentwurf"><orig>Correla-</orig><orig>tionsentwurf</orig></w> zu Klasse II bis IV der Repliken am 17. April 1646 in <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> zur Diktatur gegeben, was Richtersberger selbst und alle <w lemma="übrigen"><orig>übri-</orig><orig>gen</orig></w> Gesandten beantragten und das Salzburger Fürstenratsdirektorium genehmigte, allerdings unter Hinweis auf den Verstoß gegen das <w lemma="Reichsherkommen"><orig>Reichs-</orig><orig>herkommen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n150" xml:id="bsb00056732_00066_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 390 Z. 15f.</p></note>. Sachsen-Altenburg versuchte zu belegen, daß auch auf Reichstagen Correlationen diktiert worden seien; daher sollten künftig lange Schriftsätze mit wichtigen Angelegenheiten immer diktiert <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0066n151" xml:id="bsb00056732_00066_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00066_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106 bei Anm. 52, Nr. 118 bei Anm. 27 – Sachsen-Weimar und Brandenburg-Kulmbach unterstützten Sachsen-Altenburg in dieser Frage ausdrücklich (S. 398 Z. 28ff, S. 399 Z. 11ff).</p></note>. Das Fürstenratsdirektorium ging darauf nicht weiter ein, behielt sich also die fallweise Genehmigung der Diktatur vor.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Neben der offiziellen, von den Fürstenratsdirektoren genehmigten und von Kurmainz durchgeführten Diktatur gab es eine Magdeburger <w lemma="Diktatur"><orig>Dikta-</orig><orig>tur</orig></w> der evangelischen Reichsstände in Osnabrück, in der die Schriftsätze des Corpus Evangelicorum durch Diktat vervielfältigt wurden. Als der pommersche Gesandte Wesenbeck am 15. und 17. März im Fürstenrat <pb n="LXVII" facs="APWIIIA3-3_p0067" sameAs="#bsb00056732_00067"/>um Mitteilung des Schriftsatzes des Corpus Evangelicorum zur <w lemma="Friedensgarantie"><orig>Friedens-</orig><orig>garantie</orig></w> und der evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> bat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0067n152" xml:id="bsb00056732_00067_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00067_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 344 Z. 4f; Nr. 116 bei Anm. 38.</p></note>, richtete sich diese Forderung an den Magdeburger Gesandten Krull als Vorsitzenden des Corpus Evangelicorum. Wesenbeck bat nur für seine Person. Er hatte die Schriftsätze nicht erhalten, da er an einigen Sitzungen des Corpus Evangelicorum nicht teilgenommen hatte. Krull stellte die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> zwar nach der Sitzung auch dem Österreichischen <w lemma="Direktor"><orig>Di-</orig><orig>rektor</orig></w> zu, doch Richtersberger ließ sie nicht diktieren, so daß sie den <w lemma="katholischen"><orig>ka-</orig><orig>tholischen</orig></w> Gesandten formell nicht zur Verfügung standen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0067n153" xml:id="bsb00056732_00067_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00067_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 357 Z. 14f; S. 395 Z. 35ff.</p></note>. Als <w lemma="Richtersberger"><orig>Rich-</orig><orig>tersberger</orig></w> dies zum Vorwurf gemacht wurde, gab er an, vorausgesetzt zu haben, daß der Text in Münster den katholischen Reichsständen (durch Diktatur) mitgeteilt worden sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0067n154" xml:id="bsb00056732_00067_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00067_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 bei Anm. 67.</p></note>. Falls das keine Ausrede war, deutet es auf Kommunikationsprobleme zwischen Richtersberger und dem <w lemma="Fürstenratsdirektorium"><orig>Fürsten-</orig><orig>ratsdirektorium</orig></w> in Münster (denn dorthin hatte der Österreichische <w lemma="Direktor"><orig>Di-</orig><orig>rektor</orig></w> die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> geschickt). Gerade beim <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> war eine reibungslose Verständigung zwischen den Direktoren in Münster und Osnabrück Voraussetzung für den koordinierten Ablauf der Beratungen in beiden Kongreßstädten. Tatsächlich gelang Richtersberger im großen und ganzen die Zusammenarbeit mit dem Fürstenrat Münster und damit die Bewältigung einer bislang beispiellosen Situation.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00067_sec0014" corresp="#bsb00056732_00067">
	  <head><hi style="font-style:italic;">IV. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Fürstenrat Münster</hi></head>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00067_sec0015" corresp="#bsb00056732_00067">
	    <head><hi style="font-style:italic;">1. Die Zusammenarbeit der Direktoren bei der Zusammenstellung der Propositionen, Conclusen und Correlationen</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Richtersberger hat die Vorstellung eines in sich geeinten und nur örtlich getrennten Fürstenrats einmal in die Worte gefaßt: Es gebe nur einen <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w>, nur ein Kollegium und daher auch nur ein Direktorium<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0067n155" xml:id="bsb00056732_00067_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00067_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 112 Z. 26f.</p></note>. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bedurfte es vielfältiger Absprachen über einheitliche Propositionen an beiden Orten, über die Formulierung der Gesamtberatungsergebnisse <hi style="font-style:normal;">(conclusae)</hi> und die daraus <w lemma="zusammengesetzten"><orig>zusammenge-</orig><orig>setzten</orig></w> Fürstenratscorrelationen sowie über eine zeitliche Koordination der Beratungen:</p>
	    <p style="font-style:italic;">Übereinstimmende Propositionen waren die Voraussetzung dafür, daß die Beratungsergebnisse zu einem Gesamtresultat zusammengefaßt werden konnten. Wie die Beratung des Fürstenrats Osnabrück am 13. März zeigt, teilten sich die Direktoren den Wortlaut ihrer Propositionen mit. Da die französischen Satisfaktionsforderungen zunächst (am 1. März) in Münster Beratungsgegenstand gewesen waren, zitierte Richtersberger wörtlich die dortige Proposition und stellte sie in Osnabrück zur Umfrage<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0067n156" xml:id="bsb00056732_00067_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00067_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 282 Z. 5–16.</p></note>. Ebenso <pb n="LXVIII" facs="APWIIIA3-3_p0068" sameAs="#bsb00056732_00068"/>informierten sich die Direktoren untereinander über die <w lemma="Beratungsergebnisse"><orig>Beratungsergeb-</orig><orig>nisse</orig></w>. Da die Beratung über einen bestimmten Gegenstand nie am selben Tag an beiden Orten vorgenommen wurde, sondern immer ein Fürstenrat zeitlich voranschritt, wurde dessen Beratungsergebnis dem jeweils <w lemma="anderen"><orig>ande-</orig><orig>ren</orig></w> mitgeteilt. War kein einheitliches Beratungsergebnis zustande <w lemma="gekommen"><orig>gekom-</orig><orig>men</orig></w>, wurde die Mehrheits- und die Minderheits-„Meinung“ überschickt. Erst wenn auch der andere Teilfürstenrat die Beratung abgeschlossen <w lemma="hatte"><orig>hat-</orig><orig>te</orig></w>, ergab sich bei Addition aller Voten aus den „Meinungen“ der beiden Teilfürstenräte das Endresultat: das <hi style="font-style:normal;">conclusum</hi> des Gesamtfürstenrats<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0068n157" xml:id="bsb00056732_00068_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00068_001"/> <p style="font-style:italic;">Diese Terminologie ist in den Protokollen nicht immer gleichmäßig verwendet worden. So meint z. B. das im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 13. Februar bekanntgegebene <hi style="font-style:normal;">conclusum per maiora</hi> die Mehrheitsmeinung des <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> vom 10. Februar 1646 (s. dazu <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0237n5" target="#bsb00056732_00237_043">Nr. 101 Anm. 5</ref>). Zu den terminologischen Schwierigkeiten angesichts ao. Verfahren in einer neuen Situation s. oben Anm. 143.</p></note>. Dieses Verfahren wurde bald durch die Evangelischen im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> in Frage gestellt. Sie forderten, daß ihr einstimmiges Votum, das angesichts der eindeutigen Mehrheitsverhältnisse im Gesamtfürstenrat als Minderheitsmeinung entfallen wäre, im Gesamt-<hi style="font-style:normal;">Conclusum</hi>, in der <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> des Fürstenrats und im Reichsbedenken, neben der <w lemma="Mehrheitsmeinung"><orig>Mehrheits-</orig><orig>meinung</orig></w> gesondert aufgeführt werde. Die grundsätzliche Geltung des Mehrheitsprinzips wollten sie nicht in Zweifel ziehen. Nur in dieser <w lemma="besonderen"><orig>be-</orig><orig>sonderen</orig></w> Situation könne es nicht gelten, denn <hi style="font-style:normal;">per maiora</hi> sei kein <hi style="font-style:normal;">friede zu machen, die cronen</hi> würden sich <hi style="font-style:normal;">an die maiora durchaus nicht [...] binden laßen,</hi> und man dürfe <hi style="font-style:normal;">die rechnung [nicht] ohne den wirth</hi> <w lemma="machen"><orig>ma-</orig><orig>chen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0068n158" xml:id="bsb00056732_00068_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00068_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 111 Z. 33f, S. 109 Z. 18–21.</p></note>. Sie traten mit dieser Argumentation und generell mit ihrer <w lemma="Forderung"><orig>For-</orig><orig>derung</orig></w> nach Einbeziehung ihrer Minderheitsmeinung am 13. Februar 1646 hervor, als im Fürstenrat Osnabrück das Beratungsergebnis des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Für-</orig><orig>stenrats</orig></w> Münster zur Amnestie und pfälzischen Restitution <w lemma="bekanntgegeben"><orig>bekanntgege-</orig><orig>ben</orig></w> wurde:</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die katholischen Fürstenratsmitglieder waren im Prinzip mit der bislang vom Kaiser gewährten Amnestie einverstanden, indem sie die in den <w lemma="Regensburger"><orig>Re-</orig><orig>gensburger</orig></w> Reichsabschied von 1641 aufgenommene Regelung <w lemma="akzeptierten"><orig>akzeptier-</orig><orig>ten</orig></w>, die eine Generalamnestie mit den Stichjahren 1630 für Personen und weltliche Sachen und 1627 für geistliche Sachen vorsah, davon aber <w lemma="ausdrücklich"><orig>aus-</orig><orig>drücklich</orig></w> die kaiserlichen Erblande und die Pfalzfrage ausnahm, über die gesondert verhandelt werden solle. Diese Regensburger Amnestie war <w lemma="zunächst"><orig>zu-</orig><orig>nächst</orig></w> bis zur Aussöhnung aller Reichsstände mit dem Kaiser ausgesetzt (suspendiert) worden, doch hatte der Kaiser sie durch die Aufhebung <w lemma="dieser"><orig>die-</orig><orig>ser</orig></w> Suspension (die <hi style="font-style:normal;">cassation</hi> des <hi style="font-style:normal;">effectus suspensivus)</hi> am 10. Oktober 1645 in Kraft gesetzt. Die katholischen Reichsstände des Fürstenrats <w lemma="Münster"><orig>Mün-</orig><orig>ster</orig></w> hatten ihre Zustimmung vom 10. Februar allerdings an die Bedingung geknüpft, daß die Forderungen aller, die durch diese Regelung nicht <w lemma="zufriedengestellt"><orig>zu-</orig><orig>friedengestellt</orig></w> waren, angehört werden müßten und gesondert zu beraten <pb n="LXIX" facs="APWIIIA3-3_p0069" sameAs="#bsb00056732_00069"/>seien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n159" xml:id="bsb00056732_00069_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_001"/> <p style="font-style:italic;">Zur Regensburger Amnestie von 1641 s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-1_p0429n83" target="#bsb00056726_00429_0111a">Nr. 19 Anm. 83</ref>; 3/2 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-2_p0077n6" target="#bsb00056727_00077_010">Nr. 32 Anm. 6</ref>, 7. Die „Meinung“ der kath. Reichsstände im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> wurde im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 13. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> als <hi style="font-style:normal;">conclusum per maiora</hi> vom 10. Februar bekanntgegeben (s. Nr. 101 bei Anm. 6). Die kath. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> hatten am 8. Februar 1646 entsprechend, doch ohne die in Münster angehängte Bedingung, votiert (s. S. <hi style="font-style:normal;">77</hi> Z. 8ff).</p></note>. Die Evangelischen im Fürstenrat Osnabrück forderten (bis auf Hessen-Darmstadt) einstimmig eine den Status quo ante bellum <w lemma="wiederherstellende"><orig>wieder-</orig><orig>herstellende</orig></w> Amnestie mit dem Stichjahr 1618 in geistlichen und weltlichen Sachen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n160" xml:id="bsb00056732_00069_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 77 Z. 11–15. Die ev. Minderheit im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> hatte am 10. Februar ebenso gestimmt; ihr Votum ist angeführt in dem <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0237n2" target="#bsb00056732_00237_036">Nr. 101 Anm. 2</ref> nachgewiesenen Text. Zu Hessen-<w lemma="Darmstadt"><orig>Darm-</orig><orig>stadt</orig></w> s. oben bei Anm. 77.</p></note>. Sie hatten schon vor Beginn der Hauptberatungen <w lemma="vorausgesehen"><orig>vorausgese-</orig><orig>hen</orig></w>, daß es in dieser Frage zu gegensätzlichen Auffassungen der <w lemma="konfessionellen"><orig>konfessio-</orig><orig>nellen</orig></w> Parteien kommen werde, <hi style="font-style:normal;">so daß man sich alsbalt zustoßen werde</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n161" xml:id="bsb00056732_00069_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_003"/> <p>APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/2, 483 Z. 11f.</hi></p></note>. Tatsächlich wurde der 13. Februar, an dem die Beratungsergebnisse des Fürstenrats Münster im Fürstenrat Osnabrück bekanntgegeben wurden, zum Kulminationspunkt, denn die Evangelischen machten seither die <w lemma="Berücksichtigung"><orig>Be-</orig><orig>rücksichtigung</orig></w> ihrer Minderheitsvoten zu ihrer zentralen Forderung. Ob Richtersberger dem Fürstenrat Münster darüber sofort berichtet hat, ist <w lemma="ungewiß"><orig>un-</orig><orig>gewiß</orig></w>, denn in dieser Phase scheint die Kommunikation zwischen den <w lemma="Räten"><orig>Rä-</orig><orig>ten</orig></w> nicht sehr intensiv gewesen zu sein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n162" xml:id="bsb00056732_00069_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_004"/> <p style="font-style:italic;">Am 16. Februar hatte Richtersberger keine Nachricht aus Münster (S. 153 Z. 23f); am 19. Februar konnte er drei Beratungsergebnisse aus Münster mitteilen, hatte aber noch keine Antwort auf die „Meinungen“ des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vom 6. Februar (S. 154f Z. 30–33, Z. 1–14; S. 164 Z. 11–14).</p></note>. Am 21. Februar verlas <w lemma="Richtersberger"><orig>Richters-</orig><orig>berger</orig></w> den ersten Entwurf der Correlation zu Klasse I der Repliken, den er aus den Mehrheitsbeschlüssen, wie sie sich bei Zusammenzählung der <w lemma="Voten"><orig>Vo-</orig><orig>ten</orig></w> aus den beiden Teilfürstenräten ergaben, zusammengesetzt hatte. Sein Entwurf hatte Gültigkeit für beide Fürstenräte; ob Richtersberger ihn aber vor der Bekanntgabe in Osnabrück vom Fürstenratsdirektorium Münster hat billigen lassen, muß offenbleiben. Beratungspunkte, die zwar in <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w>, aber noch nicht im Fürstenrat Münster behandelt worden waren, hat er nicht aufgenommen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n163" xml:id="bsb00056732_00069_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106 bei Anm. 5.</p></note>. Die evangelische Mehrheit im Fürstenrat Osnabrück lehnte diesen Entwurf einstimmig ab, da ihre abweichenden „Meinungen“ zwar erwähnt <hi style="font-style:normal;">(remissive einverleibet)</hi>, ihre Argumente <hi style="font-style:normal;">(<w lemma="rationes"><orig>ra-</orig><orig>tiones</orig></w>)</hi> aber ausgelassen und somit ihre Forderungen vom 13. Februar nicht erfüllt seien. Sie verlangten erneut die Einfügung ihrer „Meinungen“ <w lemma="einschließlich"><orig>ein-</orig><orig>schließlich</orig></w> ihrer Argumentation. Richtersberger wollte eine so <w lemma="schwerwiegende"><orig>schwerwie-</orig><orig>gende</orig></w> Entscheidung, die vom Reichsherkommen abwich<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n164" xml:id="bsb00056732_00069_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 172 Z. 1ff, 12ff.</p></note>, nicht allein treffen und schrieb ratsuchend nach Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0069n165" xml:id="bsb00056732_00069_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00069_007"/> <p style="font-style:italic;">Ob er sich an das dortige FR-Direktorium oder mehrere Institutionen wandte, geht aus dem Protokoll nicht hervor (s. S. 186 Z. 10).</p></note>. Eine kontroverse Beratung am 23. Februar über das Re- und Correlationsverfahren (in dem <w lemma="herkömmlicherweise"><orig>herkömm-</orig><orig>licherweise</orig></w> die Beratungsergebnisse der Kurien so lange miteinander <w lemma="verglichen"><orig>ver-</orig><pb n="LXX" facs="APWIIIA3-3_p0070" sameAs="#bsb00056732_00070"/><orig>glichen</orig></w> wurden, bis ein einstimmiges Ergebnis vorlag<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n166" xml:id="bsb00056732_00070_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Zur Re- und Correlation nach Reichstagsherkommen s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aulinger</hi>, <hi style="font-style:italic;">214ff.</hi></p></note>) veranlaßte <w lemma="Richtersberger"><orig>Rich-</orig><orig>tersberger</orig></w> zu erneuten Briefen an den Fürstenrat Münster, den <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kurfürsten-</orig><orig>rat</orig></w>, das Reichsdirektorium und an Trauttmansdorff<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n167" xml:id="bsb00056732_00070_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 186 Z. 17–20; Nr. 109 bei Anm. 30.</p></note>. Am 28. Februar konnte er zwar drei in Münster formulierte <hi style="font-style:normal;">conclusa</hi> bekanntgeben, hatte aber auf seine Anfragen noch keine Antwort erhalten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n168" xml:id="bsb00056732_00070_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 202 Z. 10.</p></note>. Am 5. März konnte er wiederum ein Beratungsergebnis des Fürstenrats Münster <w lemma="mitteilen"><orig>mittei-</orig><orig>len</orig></w>, doch fehlte immer noch die Antwort auf seine Briefe vom 21. und 23. Februar. Die evangelischen Gesandten erneuerten ihre Forderungen und übergaben ihr <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> über Amnestie und Restitution zur <w lemma="Einfügung"><orig>Ein-</orig><orig>fügung</orig></w> in Correlation und Reichsbedenken. Richtersberger konnte nur darauf verweisen, daß ihm nach wie vor eine <hi style="font-style:normal;">instruction</hi> aus Münster fehle. Dabei muß er an Trauttmansdorff gedacht haben, denn der Fürstenrat Münster konnte ihm sicherlich keine <hi style="font-style:normal;">instruction</hi> erteilen. Am 8. März konnte er schließlich das Beratungsergebnis des Fürstenrats Münster über die Re- und Correlation und die Einfügung von Minderheitsvoten <w lemma="bekanntgeben"><orig>be-</orig><orig>kanntgeben</orig></w> und in Osnabrück zur Umfrage stellen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n169" xml:id="bsb00056732_00070_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 110.</p></note>. Auch scheint er nun die nötigen <hi style="font-style:normal;">instructionen</hi> erhalten zu haben. Die Zustimmung des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Für-</orig><orig>stenrats</orig></w> Osnabrück zu den „Meinungen“ des Fürstenrats Münster konnte er durch geschickt geleitete Umfragen erreichen, so daß sein zweiter <w lemma="Correlationsentwurf"><orig>Corre-</orig><orig>lationsentwurf</orig></w> zu Klasse I der Repliken am 10. März im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> zur Umfrage gestellt werden konnte. Er hatte bereits den Direktoren des Fürstenrats Münster vorgelegen und war von ihnen gebilligt worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n170" xml:id="bsb00056732_00070_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0362n2" target="#bsb00056732_00362_035">Nr. 111 Anm. 2</ref>.</p></note>. Die örtliche Trennung der beiden Fürstenräte und die notwendige <w lemma="Einigung"><orig>Eini-</orig><orig>gung</orig></w> über Verfahrensfragen hatte zu einer Verzögerung von sechzehn <w lemma="Tagen"><orig>Ta-</orig><orig>gen</orig></w> geführt, die zwischen der Verlesung des ersten Correlationsentwurfs am 21. Februar und der Beratung über den zweiten Entwurf am 10. März verstrichen waren. Richtersberger schickte seinen zweiten Entwurf nach Billigung durch den Fürstenrat Osnabrück wahrscheinlich am 11. März an den Fürstenrat Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n171" xml:id="bsb00056732_00070_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0361n37" target="#bsb00056732_00361_027">Nr. 110 Anm. 37</ref>.</p></note>. Auch danach fuhr er fort, die Osnabrücker Beratungsergebnisse dorthin zu senden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0070n172" xml:id="bsb00056732_00070_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00070_007"/> <p><hi style="font-style:italic;">Er überschickte die „Meinungen“ des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> vom 12. bis 17. März, ebenso die ev.</hi> <w lemma="Gravamina"><orig>Grava-</orig><orig>mina</orig></w> politica <hi style="font-style:italic;">(S. 381 Z. 15; oben bei Anm. 154).</hi></p></note>. Am 17. März wurden die <w lemma="Beratungen"><orig>Bera-</orig><orig>tungen</orig></w> im Fürstenrat Osnabrück vorläufig abgeschlossen. Die nächste <w lemma="Sitzung"><orig>Sit-</orig><orig>zung</orig></w> fand am 17. April statt, nachdem die Salzburger Gesandten nach <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> gekommen waren, um ihren Correlationsentwurf zu Klasse II bis IV der Repliken im Fürstenrat zu proponieren. Nachdem Richtersberger die Correlation zu Klasse I federführend entworfen hatte, war nach dem Alternationsprinzip nun die Reihe am Salzburger Fürstenratsdirektorium, das die Correlation gemäß den Beratungsergebnissen beider Fürstenräte <pb n="LXXI" facs="APWIIIA3-3_p0071" sameAs="#bsb00056732_00071"/>und von vornherein unter Einbeziehung der Minderheitsvoten <w lemma="ausgearbeitet"><orig>ausgearbei-</orig><orig>tet</orig></w> und bereits am 9. April im Fürstenrat Münster zur Umfrage gestellt hatte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n173" xml:id="bsb00056732_00071_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_001"/> <p style="font-style:italic;">Zur Ausarbeitung der Correlation s. S. 381 Z. 14f; zur Billigung des Entwurfs durch den <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> <hi style="font-style:normal;">s.</hi> S. 380 Z. 18f; zum Datum s. das <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice>-Protokoll vom 9. April 1646 (<hi style="font-style:smallCaps;">StA</hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Bamberg"><orig>Bam-</orig><orig>berg</orig></w></hi> Rep. B 33 Serie II Bd. 4 fol. 396’-403’).</p></note>. Im Fürstenrat Osnabrück wurde er am 17. April verlesen, am 19. April zur Beratung gestellt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n174" xml:id="bsb00056732_00071_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117, 118.</p></note> und noch während der Sitzung korrigiert. Dazu setzten sich der Salzburger und der Österreichische Direktor an einen Tisch und trugen die Änderungswünsche in das Manuskript ein. Diese <hi style="font-style:normal;"><w lemma="rectification"><orig>rec-</orig><orig>tification</orig></w></hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n175" xml:id="bsb00056732_00071_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 bei Anm. 69.</p></note> war wohl ihre unmittelbarste und intensivste <w lemma="Zusammenarbeit"><orig>Zusammen-</orig><orig>arbeit</orig></w>. Die korrigierte Fassung wurde dem Kurmainzer Reichsdirektorium übergeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n176" xml:id="bsb00056732_00071_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 bei Anm. 88.</p></note>, das nun die Vorbereitungen zur Re- und Correlation treffen mußte, die am 26. und 27. April in beiden Kongreßstädten gleichzeitig in Plenarsitzungen der Reichskurien vorgenommen wurde.</p>
	  </div>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00071_sec0016" corresp="#bsb00056732_00071">
	    <head><hi style="font-style:italic;">2. Die zeitliche Koordination der Beratungen</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Eine ähnlich exakte zeitliche Übereinstimmung wie bei der Re- und <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> hat es bei den Beratungen der Fürstenräte Münster und Osnabrück nie gegeben, da ein Thema in dem einen Fürstenrat immer etwas später als im anderen zur Umfrage gestellt wurde, so daß der Nachzügler jeweils in Kenntnis des bereits vorliegenden Resultats Umfrage halten und zu dem Ergebnis Stellung nehmen konnte. Zumindest ist Richtersberger im <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> Osnabrück so vorgegangen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n177" xml:id="bsb00056732_00071_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_005"/> <p style="font-style:italic;">So am 19. Februar (s. Nr. 105 bei Anm. 27), am 5. März (s. Nr. 109 bei Anm. 6) und am 13. März (s. S. 282f Z. 5–31, 1–4).</p></note>. In der ersten Sitzung am 3. Februar hatte mit dem <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der drei Reichsräte vom 30. Januar ein Ergebnis aus Münster vorgelegen, über das der Fürstenrat Osnabrück zwei <w lemma="Sitzungen"><orig>Sitzun-</orig><orig>gen</orig></w> lang beriet. Dann beschloß er, nicht auf die Zustimmung des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Münster zum eigenen Beratungsergebnis zu warten, sondern nach der feststehenden Tagesordnung selbständig fortzufahren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n178" xml:id="bsb00056732_00071_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 35 Z. 21–29).</p></note>. Er gewann <w lemma="dadurch"><orig>da-</orig><orig>durch</orig></w> einen zeitlichen Vorsprung, indem er gemäß der festgelegten <w lemma="Beratungsfolge"><orig>Bera-</orig><orig>tungsfolge</orig></w> alle Gegenstände aus Klasse I der schwedischen Replik (die Reichssachen) mit Ausnahme der Handelsfragen eher vornahm als der <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n179" xml:id="bsb00056732_00071_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_007"/> <p style="font-style:italic;">Über Amnestie und pfälzische Restitution beriet der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 8. und der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> am 10. Februar (s. Nr. 98 und Nr. 101 bei Anm. 2); über die reichsständischen Rechte und <w lemma="Privilegien"><orig>Pri-</orig><orig>vilegien</orig></w> beriet der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 9. und der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> am 14. Februar (s. Nr. 99 und Nr. 105 bei Anm. 2).</p></note>. Die Beratung über den Handel hatte der Fürstenrat Osnabrück in Erwartung des Memorials der Reichs- und Hansestädte <w lemma="zurückgestellt"><orig>zu-</orig><orig>rückgestellt</orig></w>, nahm aber am 19. Februar zum Beratungsresultat aus Münster vom 15. Februar Stellung<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0071n180" xml:id="bsb00056732_00071_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00071_008"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 104 bei Anm. 20; S. 160 Z. 15 – S. 164 Z. 8.</p></note>. Auch bei den Themen aus der französischen <pb n="LXXII" facs="APWIIIA3-3_p0072" sameAs="#bsb00056732_00072"/>Replik schritt der Fürstenrat Osnabrück zügiger voran als der Fürstenrat Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0072n181" xml:id="bsb00056732_00072_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00072_001"/> <p style="font-style:italic;">Über die Röm. Kg.swahl beriet der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 15. und der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> am 21. Februar (s. Nr. 103 und Nr. 108 bei Anm. 2); über die Frage, ob ein Junktim eines frz. Friedensschlusses mit Spanien für den Frieden Frk.s und Schwedens mit Ks. und Reich bestehen solle, beriet der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 13. und der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> am 26. Februar (s. Nr. 101 und Nr. 108 bei Anm. 6); über die frz. Forderung nach dem Ausschluß Hg. Karls von Lothringen vom <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> beriet der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 14. und der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> am 26. Februar (s. Nr. 102 und Nr. 108 bei Anm. 8); über die frz. Forderung nach Geleitbriefen für die portugiesischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> beriet der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 10. und der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> am 26. Februar (s. Nr. 100 und Nr. 108 bei Anm. 9).</p></note>. Beide Fürstenräte hatten ihre Arbeit am 26. Februar im <w lemma="wesentlichen"><orig>we-</orig><orig>sentlichen</orig></w> so weit abgeschlossen, daß die Re- und Correlation über den <w lemma="ersten"><orig>er-</orig><orig>sten</orig></w> Teilabschnitt, die Reichssachen, hätte vorgenommen werden können, falls Einigkeit über das Verfahren bei der Re- und Correlation und über die Forderung der Protestanten nach Einfügung ihrer Minderheitsvoten <w lemma="bestanden"><orig>be-</orig><orig>standen</orig></w> hätte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0072n182" xml:id="bsb00056732_00072_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00072_002"/> <p style="font-style:italic;">Der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> hatte zu diesem Zeitpunkt im Gegensatz zum <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> noch nicht über einige Punkte aus der frz. Replik beraten, doch standen diese Beratungen auch noch bei Vorlage des zweiten Entwurfs von Richtersbergers Correlation über Klasse I der Repliken aus (s. Nr. 110 bei Anm. 40).</p></note>. Bei der Re- und Correlation ging es neben den strittigen Verfahrensweisen auch um die Frage, wieviele Re- und <w lemma="Correlationsverfahren"><orig>Correlationsver-</orig><orig>fahren</orig></w> durchzuführen seien. Die Evangelischen wollten unter allen <w lemma="Umständen"><orig>Um-</orig><orig>ständen</orig></w> die Reichssachen vollständig beraten und durch ein Re- und <w lemma="Correlationsverfahren"><orig>Cor-</orig><orig>relationsverfahren</orig></w> abgeschlossen haben, ehe sie gemäß der beschlossenen Beratungsfolge zur Behandlung der Satisfaktionsforderungen übergingen. Sie waren besorgt, daß Schweden sie nach Abschluß der <w lemma="Satisfaktionsberatungen"><orig>Satisfaktionsbera-</orig><orig>tungen</orig></w> nicht mehr genügend bei der Durchsetzung ihrer reichsständischen Ziele unterstützen würde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0072n183" xml:id="bsb00056732_00072_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00072_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 196 Z. 35–39. Siehe auch unten bei Anm. 214.</p></note>. Richtersberger versuchte am 28. Februar <w lemma="vergeblich"><orig>ver-</orig><orig>geblich</orig></w>, doch noch eine unverzügliche Behandlung der französischen und schwedischen Satisfaktionsforderungen durchzusetzen. Auch sein Hinweis, daß dieser Beratungspunkt in Münster bereits am nächsten Tag <w lemma="vorgenommen"><orig>vorgenom-</orig><orig>men</orig></w> werde, fruchtete nichts<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0072n184" xml:id="bsb00056732_00072_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00072_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 199 Z. 28f.</p></note>. So beriet der Fürstenrat Osnabrück erst am 13. März über die französischen Satisfaktionsforderungen, nachdem <w lemma="Richtersberger"><orig>Rich-</orig><orig>tersberger</orig></w> einen korrigierten zweiten Correlationsentwurf zu Klasse I der Repliken nach Münster geschickt und die Evangelischen nach Einfügung ihrer „Meinungen“ in denselben auf ein vorgezogenes Re- und <w lemma="Correlationsverfahren"><orig>Correlati-</orig><orig>onsverfahren</orig></w> über die Reichssachen verzichtet hatten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0072n185" xml:id="bsb00056732_00072_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00072_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 113. Zur Übersendung des korrigierten 2. Correlationsentwurfs nach Münster s. oben Anm. 171.</p></note>. Bei allen weiteren Beratungsgegenständen hatte der Fürstenrat Osnabrück wieder einen <w lemma="zeitlichen"><orig>zeit-</orig><orig>lichen</orig></w> Vorsprung vor dem Fürstenrat Münster, so daß in den fünf <w lemma="Osnabrücker"><orig>Osna-</orig><orig>brücker</orig></w> Fürstenratssitzungen vom 12. bis 17. März mit den „Meinungen“ des Fürstenrats Münster vom 1. März nur ein einziges Beratungsergebnis (am 13. März) bekanntgegeben werden konnte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0072n186" xml:id="bsb00056732_00072_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00072_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 113.</p></note>. Da die Beratungen in <pb n="LXXIII" facs="APWIIIA3-3_p0073" sameAs="#bsb00056732_00073"/>Münster und auch die Ausarbeitung der Correlation zu Klasse II bis IV der Repliken abgewartet werden mußten, entstand in Osnabrück eine <w lemma="einmonatige"><orig>ein-</orig><orig>monatige</orig></w> Sitzungspause, bis am 17. April der vom Fürstenrat Münster <w lemma="bereits"><orig>be-</orig><orig>reits</orig></w> gebilligte Salzburger Correlationsentwurf in Osnabrück verlesen und proponiert werden konnte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0073n187" xml:id="bsb00056732_00073_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00073_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117, 118.</p></note>.</p>
	  </div>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00073_sec0017" corresp="#bsb00056732_00073">
	  <head><hi style="font-style:italic;">V. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Reichsdirektorium, zum Kurfürstenrat und zum Städterat</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Zu Beginn der Hauptberatungen am 3. Februar strebte der <w lemma="Österreichische"><orig>Österreichi-</orig><orig>sche</orig></w> Fürstenratsdirektor danach, Kompetenzen des Kurmainzer <w lemma="Reichsdirektoriums"><orig>Reichs-</orig><orig>direktoriums</orig></w> an sich zu ziehen, was ihm bei Ansage und Proposition <w lemma="gelang"><orig>ge-</orig><orig>lang</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0073n188" xml:id="bsb00056732_00073_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00073_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben S. LXXf.</p></note>. Schon die Inspektion der als Tagungsraum vorgesehenen <w lemma="Ratsstube"><orig>Rats-</orig><orig>stube</orig></w> des Osnabrücker Rathauses hatte er selbst übernommen, obwohl dies eigentlich auch in die Kompetenz des Reichsdirektoriums fiel<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0073n189" xml:id="bsb00056732_00073_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00073_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Winfried</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Becker</hi>, <hi style="font-style:italic;">245.</hi></p></note>. Als sich herausstellte, daß eine starke evangelische Mehrheit innerhalb des Fürstenrats Osnabrück unnachgiebig auf ihren Forderungen bestand und sich eine Kooperation zwischen den evangelischen Fürstenratsmitgliedern, Kurbrandenburg und dem Städterat Osnabrück anzubahnen schien, <w lemma="wandelte"><orig>wan-</orig><orig>delte</orig></w> sich Richtersbergers Verhältnis gegenüber Kurfürstenrat und <w lemma="Reichsdirektorium"><orig>Reichs-</orig><orig>direktorium</orig></w>, indem er seine Inkompetenz in bestimmten Fragen geradezu betonte und bei beiden Institutionen Rückhalt suchte:</p>
	  <p style="font-style:italic;">In der Sitzung vom 23. Februar stellte sich heraus, daß die evangelischen Fürstenratsmitglieder eine Re- und Correlation unter den (vorwiegend evangelischen) Reichsständen in Osnabrück anstellen, ein eigenes <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Beden-</orig><orig>ken</orig></w></hi> aufsetzen und den Kaiserlichen übergeben wollten. Besonders der kurbrandenburgisch-pommersche Gesandte Wesenbeck trat für diesen Plan ein und meinte auch zu wissen, daß die kurfürstlichen und <w lemma="reichsstädtischen"><orig>reichs-</orig><orig>städtischen</orig></w> Gesandten in Osnabrück damit einverstanden wären. Der sachsen-lauenburgische Gesandte Gloxin, der auch dem Städterat <w lemma="angehörte"><orig>ange-</orig><orig>hörte</orig></w>, gab ebenfalls seine Zustimmung<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0073n190" xml:id="bsb00056732_00073_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00073_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 184 Z. 14–24, S. 185 Z. 23–26.</p></note>: Offensichtlich hatten <w lemma="entsprechende"><orig>entspre-</orig><orig>chende</orig></w> Gespräche mit Kurbrandenburg und dem Städterat Osnabrück <w lemma="bereits"><orig>be-</orig><orig>reits</orig></w> stattgefunden. Die Verwirklichung dieses Plans hätte faktisch eine Aufspaltung der Reichsstände nach konfessionellen Gesichtspunkten – <w lemma="anstelle"><orig>an-</orig><orig>stelle</orig></w> der herkömmlichen Gliederung nach Kurien – bedeutet, indem den kaiserlichen Gesandten in Osnabrück ein <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> mit den „Meinungen“ der evangelischen Reichsstände und in Münster eines mit denen der <w lemma="katholischen"><orig>ka-</orig><orig>tholischen</orig></w> übergeben worden wäre. In dieser Situation schrieb <w lemma="Richtersberger"><orig>Richters-</orig><orig>berger</orig></w> an Kurfürstenrat und Reichsdirektorium in Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0073n191" xml:id="bsb00056732_00073_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00073_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 186 Z. 17–20.</p></note>, während die Evangelischen vergeblich eine Verständigung mit den Kurmainzern <pb n="LXXIV" facs="APWIIIA3-3_p0074" sameAs="#bsb00056732_00074"/>in Osnabrück (Brömser und Krebs) suchten. Die Kurmainzer hatten das Vorhaben der Evangelischen nämlich nur <hi style="font-style:normal;">zu bedencken genommen</hi> und so reagiert, daß ein negativer Bescheid zu erwarten war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0074n192" xml:id="bsb00056732_00074_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00074_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 198 Z. 7f.</p></note>. Sachsen-<w lemma="Altenburg"><orig>Al-</orig><orig>tenburg</orig></w> stellte schon Überlegungen an, ob man Kurmainz die Kompetenz einräumen solle, eine Re- und Correlation (in Osnabrück) grundlos zu verhindern; Braunschweig-Lüneburg sekundierte mit einer heftigen <w lemma="Invektive"><orig>In-</orig><orig>vektive</orig></w> auf Kurmainz, das mit dem Amt des Reichsdirektoriums <w lemma="Mißbrauch"><orig>Miß-</orig><orig>brauch</orig></w> treibe. Richtersberger aber ließ sich auf keine Diskussion ein, zog sich auf die Position mangelnder Kompetenz zurück<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0074n193" xml:id="bsb00056732_00074_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00074_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 198 Z. 9–22.</p></note> und erhielt die <w lemma="erbetene"><orig>er-</orig><orig>betene</orig></w> Unterstützung aus Münster. Am 8. März teilte er im Fürstenrat Osnabrück mit, daß vor allem der Kurfürstenrat eine eigene Re- und <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> in Osnabrück wie auch die Übergabe zweier verschiedener <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w></hi> ablehne. Kurmainz hatte sich erboten, in Münster eine Re- und Correlation über Klasse I der Repliken abzuhalten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0074n194" xml:id="bsb00056732_00074_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00074_003"/> <p style="font-style:italic;">Das Angebot stammte von Raigersperger (s. Nr. 110 bei Anm. 23).</p></note>. Dagegen hatten die Evangelischen einzuwenden, daß keine Kongreßstadt bevorzugt und Schweden nicht durch eine Re- und Correlation und die Übergabe des <hi style="font-style:normal;">Bedenkens</hi> nur in Münster beleidigt werden dürfe. Sie erklärten sich aber schließlich einverstanden, daß unter Verzicht auf ein förmliches Re- und Correlationverfahren die in Osnabrück zur Umfrage gestellte und <w lemma="korrigierte"><orig>kor-</orig><orig>rigierte</orig></w> Correlation zu Klasse I der Repliken von Richtersberger nach Münster geschickt und nach Billigung durch den Fürstenrat Münster dem Kurmainzer Reichsdirektorium übergeben werde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0074n195" xml:id="bsb00056732_00074_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00074_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 228 Z. 37–40.</p></note>. Damit war es <w lemma="Richtersberger"><orig>Rich-</orig><orig>tersberger</orig></w> mit Hilfe von Reichsdirektorium und Kurfürstenrat gelungen, die geplante Kooperation zwischen Kurbrandenburg und der starken evangelischen Fürstenratsmehrheit und dem Städterat in Osnabrück zu unterbinden. Zusammen mit dem Salzburger Fürstenratsdirektorium hat er später noch einmal auf das Reichsdirektorium als die entscheidende <w lemma="Instanz"><orig>In-</orig><orig>stanz</orig></w> verwiesen, als es darum ging, eine ihm nicht genehme Forderung abzuwehren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0074n196" xml:id="bsb00056732_00074_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00074_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu oben bei Anm. 138.</p></note>. Das Reichsdirektorium war ihm so in seiner schwierigen Situation innerhalb des Fürstenrats Osnabrück ein Rückhalt.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00074_sec0018" corresp="#bsb00056732_00074">
	  <head><hi style="font-style:italic;">VI. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Corpus <w lemma="Evangelicorum"><orig>Evangelico-</orig><orig>rum</orig></w> und zum Corpus Catholicorum; die Gravaminaverhandlungen</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Im Februar und März 1646 gehörten mehr als vier Fünftel der <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig><orig>stände</orig></w> des Fürstenrats Osnabrück dem Corpus Evangelicorum an. <w lemma="Faktisch"><orig>Fak-</orig><orig>tisch</orig></w> bildeten sie das Corpus Evangelicorum, denn in diesen Monaten <w lemma="nahmen"><orig>nah-</orig><orig>men</orig></w> an dessen Sitzungen im wesentlichen nur Fürstenratsmitglieder teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0074n197" xml:id="bsb00056732_00074_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00074_006"/> <p style="font-style:italic;">Zu den Zahlen s. oben bei Anm. 53, zu den Mitgliedern des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> <hi style="font-style:smallCaps;">Wolff</hi>, Corpus <w lemma="Evangelicorum"><orig>Evan-</orig><orig>gelicorum</orig></w>, 94.</p></note>. Der Fürstenrat Osnabrück bestand somit de facto aus dem Corpus <pb n="LXXV" facs="APWIIIA3-3_p0075" sameAs="#bsb00056732_00075"/>Evangelicorum unter Einschluß einzelner katholischer Gesandter, deren Position dadurch etwas verbessert wurde, daß mit Österreich einer der Ihren das Direktorium führte. Durch vorher vereinbarte Voten, durch Eingabe gemeinsam beschlossener Schriftsätze<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0075n198" xml:id="bsb00056732_00075_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00075_001"/> <p style="font-style:italic;">Zum <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> zu Amnestie und Restitution, praes. 1646 III 5, s. Nr. 109 bei Anm. 17; zum Schriftsatz des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> zur Friedensgarantie, praes. 1646 III 15, s. Nr. 115 bei Anm. 34; zu den ev. <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica,</hi> praes. 1646 III 17, s. Nr. 116 bei Anm. 16; zum Schriftsatz des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> betr. Handelsfragen, verlesen 1646 IV 27, s. Nr. 120 bei Anm. 20.</p></note> und durch die <w lemma="Forderung"><orig>Forde-</orig><orig>rung</orig></w>, daß diese in Correlation und Reichsbedenken aufgenommen werden müßten, versuchten die evangelischen Reichsstände, dem Fürstenrat ihren Willen aufzunötigen. Ihre Taktik wurde am 8. Februar bei der Beratung über die Amnestie offenbar, ihr Postulat nach Berücksichtigung ihrer <w lemma="Minderheitsvoten"><orig>Min-</orig><orig>derheitsvoten</orig></w> zuerst am 13. Februar bei Bekanntgabe der Mehrheits-„Meinung“ des Fürstenrats Münster zur Amnestie nachdrücklich <w lemma="ausgesprochen"><orig>aus-</orig><orig>gesprochen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0075n199" xml:id="bsb00056732_00075_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00075_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 98 und Nr. 101.</p></note>. Die katholischen Reichsstände mit dem Österreichischen Direktor an der Spitze reagierten zurückhaltend; das Verhalten der <w lemma="Evangelischen"><orig>Evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> wurde in den Sitzungen weder kommentiert noch kritisiert, die eingereichten Schriftsätze wurden nicht zurückgewiesen. Richtersberger wußte, daß sie in gemeinsamen Sitzungen Absprachen für den Fürstenrat trafen, wie die Erwähnung einer solchen Sitzung im österreichischen <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> beweist: Der erst bei der Re- und Correlation am 27. April <w lemma="vorgetragene"><orig>vor-</orig><orig>getragene</orig></w> Schriftsatz des Corpus Evangelicorum über Handelsfragen sei, so heißt es dort, <hi style="font-style:normal;">in conciliabulo Magdeburgico</hi> zusammengestellt <w lemma="worden"><orig>wor-</orig><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0075n200" xml:id="bsb00056732_00075_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00075_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 421 Z. 28f. Das <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> tagte im Magdeburger Quartier. <hi style="font-style:normal;">conciliabulum</hi> bezeichnet normalerweise eine Kirchenversammlung, deren Mitglieder der Irrlehre beschuldigt <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w>, oder im verächtlichen Sinn ein kleines, nicht rechtmäßiges Konzil (<hi style="font-style:smallCaps;">Campe</hi> I, 249; <hi style="font-style:smallCaps;">Sleumer</hi>, 228).</p></note>. Diese herabsetzende Charakteristik paßt zu der stillschweigenden Mißbilligung, mit der die katholischen Fürstenratsmitglieder dem <w lemma="Verhalten"><orig>Verhal-</orig><orig>ten</orig></w> der Evangelischen begegneten. Sie steht auch damit im Einklang, daß die auf Reichstagen seit langem praktizierten Separatzusammenkünfte der Protestanten offiziell weder vom Kaiser noch von der katholischen <w lemma="Mehrheit"><orig>Mehr-</orig><orig>heit</orig></w> anerkannt worden waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0075n201" xml:id="bsb00056732_00075_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00075_004"/> <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:smallCaps;">Wolff</hi>, Corpus Evangelicorum, 3. Das <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> konstituierte sich erst 1653 als formelle Reichstagsinstitution (<hi style="font-style:smallCaps;">Repgen</hi>, Corpus Evangelicorum, 1320). – Der Begriff <hi style="font-style:normal;">Corpus Evangelicorum</hi> taucht demgemäß in den FR-Protokollen nie auf, ebensowenig der <w lemma="Begriff"><orig>Be-</orig><orig>griff</orig></w> <hi style="font-style:normal;">Corpus Catholicorum.</hi> Beide werden hier benutzt, da sie für die Bezeichnung der Separatverhandlungen der konfessionellen Parteien auf dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> gebräuchlich sind.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die kritische Einstellung des Fürstenratsdirektors betraf allerdings nicht unterschiedslos alle Verlautbarungen der Evangelischen. Als Sachsen-<w lemma="Altenburg"><orig>Al-</orig><orig>tenburg</orig></w> am 5. Februar <hi style="font-style:normal;">nomine der herren evangelischen</hi> bat, die <w lemma="Verhandlungen"><orig>Ver-</orig><orig>handlungen</orig></w> über die <hi style="font-style:normal;">Gravamina ecclesiastica</hi> möchten befördert <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0075n202" xml:id="bsb00056732_00075_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00075_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 36 Z. 9–13.</p></note>, war Richtersberger bereit, sich dafür einzusetzen. Die <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> sollten jedoch nicht in den Reichstagskollegien, sondern gesondert durch <pb n="LXXVI" facs="APWIIIA3-3_p0076" sameAs="#bsb00056732_00076"/>Deputierte beider Konfessionsparteien behandelt werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n203" xml:id="bsb00056732_00076_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0138n26" target="#bsb00056732_00138_036">Nr. 95 Anm. 26</ref>.</p></note>. Die <w lemma="Evangelischen"><orig>Evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> zählten sie zu den wichtigsten Gegenständen überhaupt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n204" xml:id="bsb00056732_00076_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 36 Z. 14.</p></note> und drängten auf den Beginn direkter, mündlicher Verhandlungen, während die im Corpus Catholicorum zusammengeschlossenen katholischen <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig><orig>stände</orig></w> den Behandlungsbeginn verzögerten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n205" xml:id="bsb00056732_00076_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Bayern und Würzburg fanden sich zur Behandlung der Religionsbeschwerden auf dem <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> nur zögernd bereit (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Jürgensmeier</hi>, <hi style="font-style:italic;">74f;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Immler</hi>, <hi style="font-style:italic;">279–298;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Albrecht</hi>, <hi style="font-style:italic;">Maximilian, 1033–1041); zur Haltung beider s. auch oben bei Anm. 113, zu den <w lemma="Gravaminaverhandlungen"><orig>Gravaminaverhand-</orig><orig>lungen</orig></w> insgesamt und zur ksl. Position s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Wolff</hi>, <hi style="font-style:italic;">Corpus Evangelicorum, 151–176;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Repgen"><orig>Rep-</orig><orig>gen</orig></w></hi>, <hi style="font-style:italic;">Hauptprobleme, 412.</hi></p></note>. Richtersberger kam dem Wunsch der Evangelischen nach und konnte schon am 10. Februar im <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> bekanntgeben, daß die katholischen <hi style="font-style:normal;">Gegenbeschwerden</hi> nunmehr vorlägen, was einen baldigen Beginn der mündlichen Verhandlungen <w lemma="erhoffen"><orig>er-</orig><orig>hoffen</orig></w> ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n206" xml:id="bsb00056732_00076_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 100 bei Anm. 5.</p></note>. Am 21. Februar gab er während der Fürstenratssitzung <w lemma="bekannt"><orig>be-</orig><orig>kannt</orig></w>, daß <hi style="font-style:normal;">die herrn catholischen</hi> einen Beschluß über die Gravamina überschickt hätten. Trauttmansdorff hatte Richtersberger aus dem <w lemma="Sitzungssaal"><orig>Sit-</orig><orig>zungssaal</orig></w> rufen lassen, um ihm diese Information zu übermitteln, und <w lemma="dieser"><orig>die-</orig><orig>ser</orig></w> richtete den Evangelischen sogleich aus, daß Trauttmansdorff wegen dieser Angelegenheit eine Deputation erbitte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n207" xml:id="bsb00056732_00076_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106 bei Anm. 56.</p></note>. Diese Unterbrechung der Fürstenratssitzung zeigt, wie wichtig sowohl Trauttmansdorff als auch Richtersberger die Gravaminaverhandlungen nahmen. Beide erkannten in diesem Zusammenhang auch die Evangelischen im Fürstenrat und damit das Corpus Evangelicorum als zuständiges Gremium an. Die Kritik richtete sich demnach gegen das Engagement des Corpus Evangelicorum in <w lemma="allgemeinpolitischen"><orig>all-</orig><orig>gemeinpolitischen</orig></w> Fragen, nicht gegen seinen Einsatz für konfessionelle <w lemma="Belange"><orig>Be-</orig><orig>lange</orig></w> und die Gravaminaverhandlungen, die seit der Reformation faktisch in seinen Zuständigkeitsbereich gefallen waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n208" xml:id="bsb00056732_00076_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_006"/> <p style="font-style:italic;">Entsprechend fiel auch die (von Richtersberger inspirierte) Kritik Lambergs und Kranes beim Ks. vom 22. März 1646 aus (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 3, 436 Z. 9f). Zu der Behandlung der <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> durch das <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> s. <hi style="font-style:smallCaps;">Repgen</hi>, Corpus Evangelicorum, 1320.</p></note>. – Das Corpus <w lemma="Catholicorum"><orig>Catholi-</orig><orig>corum</orig></w> wird im übrigen nur im Zusammenhang mit dieser <w lemma="Vermittlungsaktion"><orig>Vermittlungs-</orig><orig>aktion</orig></w> Richtersbergers erwähnt; der Fürstenrat Osnabrück als solcher <w lemma="unterhielt"><orig>un-</orig><orig>terhielt</orig></w> keine Kontakte zu dieser Vertretung der katholischen Reichsstände.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00076_sec0019" corresp="#bsb00056732_00076">
	  <head><hi style="font-style:italic;">VII. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zum Kaiser</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Der Kaiser und seine Gesandten wurden in den Osnabrücker <w lemma="Fürstenratssitzungen"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>sitzungen</orig></w> nur selten erwähnt; auch sprach keine Deputation des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> bei den kaiserlichen Gesandten vor. Dennoch gab es intensive <w lemma="Kontakte"><orig>Kon-</orig><orig>takte</orig></w>: Der Österreichische Direktor Richtersberger unterrichtete den <w lemma="Kaiser"><orig>Kai-</orig><orig>ser</orig></w> regelmäßig vom Fortgang der Beratungen, schickte <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürstenratsproto-</orig><orig>kolle</orig></w> an den kaiserlichen Hof<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0076n209" xml:id="bsb00056732_00076_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00076_007"/> <p style="font-style:italic;">Zur Überlieferung der Relationen und Protokolle s. unten S. CXVII.</p></note> und unterhielt enge Beziehungen zu <pb n="LXXVII" facs="APWIIIA3-3_p0077" sameAs="#bsb00056732_00077"/>Trauttmansdorff, Lamberg und Krane. Trauttmansdorff gab ihm <w lemma="Anweisungen"><orig>Anwei-</orig><orig>sungen</orig></w> für sein Verhalten im Fürstenrat, selbst wenn er in Münster <w lemma="weilte"><orig>weil-</orig><orig>te</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0077n210" xml:id="bsb00056732_00077_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00077_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 109 bei Anm. 29: Richtersberger wartete auf eine schriftliche <hi style="font-style:normal;">instruction</hi> Trauttmannsdorffs. Das Abhängigkeitsverhältnis des Direktors geht aus seinen Relationen an Ks. Ferdinand III. hervor, s. seinen Bericht von 1646 II 22: Richtersberger wird <w lemma="gegebenenfalls"><orig>gege-</orig><orig>benenfalls</orig></w> die <hi style="font-style:normal;">instruction</hi> Trauttmansdorffs einholen (<hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II (XXXII) fol. 166–166’, 180, hier fol. 166’); von 1646 III 1: er erwartet den <hi style="font-style:normal;">befelch</hi> Trauttmansdorffs (<hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II (XXXIII) fol. 1’); von 1646 III 15: er wird nach <hi style="font-style:normal;">befelch</hi> <w lemma="Trauttmansdorffs"><orig>Trauttmans-</orig><orig>dorffs</orig></w> handeln (<hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> B I fol. 85–85’, 118, hier fol. 118).</p></note>, während sich Lamberg und Krane mündlich berichten ließen; auch die Correlation über Klasse I der Repliken sahen sie sich an (am 11. März 1646)<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0077n211" xml:id="bsb00056732_00077_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00077_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III C 4, 116 Z. 1ff.</hi></p></note> und unterrichteten ihrerseits den Kaiser. In kaiserlichem Auftrag wies Lamberg den Magdeburger Gesandten Krull am 25. März wegen seines Verhaltens im Fürstenrat zurecht. Anlaß war das Magdeburger <w lemma="Votum"><orig>Vo-</orig><orig>tum</orig></w> zu Amnestie und Restitution vom 8. Februar; besonders die <w lemma="protestantischen"><orig>pro-</orig><orig>testantischen</orig></w> Forderungen für die kaiserlichen Erblande hatten den Kaiser empört<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0077n212" xml:id="bsb00056732_00077_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00077_003"/> <p style="font-style:italic;">Der damit in Zusammenhang stehende Briefwechsel: Trauttmansdorff, Lamberg und Krane an Ks. Ferdinand III., Osnabrück 1646 II 12 (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 3 Nr. 152); Ks. <w lemma="Ferdinand"><orig>Ferdi-</orig><orig>nand</orig></w> III. an Trauttmansdorff, Lamberg und Krane, Linz 1646 III 6 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> Nr. 190); Lamberg und Krane an Ks. Ferdinand III., Osnabrück 1646 III 22 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> Nr. 224); Lamberg und Krane an denselben, Osnabrück 1646 III 26 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> Nr. 231); s. auch <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III C 2, 573 Z. 32–35; <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III C 4, 118 Z. 4ff. – Empörung Ks. Ferdinands über reichsständische Forderungen für die ksl. Erblande: <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 3, 382 Z. 6–14; s. dazu unten S. 62 Z. 7–31.</p></note>. Bei der Ermahnung Krulls kam auch das Gesamtverhalten der Evangelischen zur Sprache, das eine Spaltung der Reichsstände verursache und Einstimmigkeit im Fürstenrat verhindere. Die wichtigsten <w lemma="Beratungen"><orig>Beratun-</orig><orig>gen</orig></w> waren im Fürstenrat Osnabrück zu diesem Zeitpunkt freilich schon abgeschlossen; bis zur Re- und Correlation fanden nur noch die beiden Sitzungen unter Salzburger Direktorium am 17. und 19. April statt, so daß die Zurechtweisung schon aus diesem Grund keinen wesentlichen <w lemma="Effekt"><orig>Ef-</orig><orig>fekt</orig></w> mehr haben konnte. Lambergs Eingreifen und die vorangegangenen Berichte an den Kaiser dokumentieren, wie genau die kaiserlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> die Verhandlungen im Fürstenrat beobachteten und anhand von Richtersbergers Mitteilungen kontrollierten. Dieser hat sicherlich immer im Einverständnis mit den kaiserlichen Bevollmächtigten gehandelt, so daß seine Verhandlungsführung, vor allem der schwierige Umgang mit der großen evangelischen Mehrheit in Osnabrück, die Billigung der <w lemma="kaiserlichen"><orig>kai-</orig><orig>serlichen</orig></w> Gesandten und letztlich des Kaisers selbst gefunden haben wird.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00077_sec0020" corresp="#bsb00056732_00077">
	  <head><hi style="font-style:italic;">VIII. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zu Schweden</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Nicht der Fürstenrat Osnabrück selbst, wohl aber der größte Teil seiner Mitglieder stand in engen Beziehungen zu Schweden: Die evangelischen Reichsstände hatten bei Übergabe der <hi style="font-style:normal;">Gravamina Evangelicorum</hi> an Oxenstierna und Salvius am 25. Dezember 1645 ihre Unterstützung bei <pb n="LXXVIII" facs="APWIIIA3-3_p0078" sameAs="#bsb00056732_00078"/>den schwedischen Satisfaktionsforderungen zugesagt, falls sich Schweden weiterhin ihrer annehmen und ihnen besonders bei den <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> <w lemma="beistehen"><orig>beiste-</orig><orig>hen</orig></w> werde. Der Magdeburger Krull hatte an der Spitze der Delegation gestanden, die dieses Versprechen gegeben hatte. Zwei Tage später hatten die Deputierten im damals noch rein evangelisch besetzten Fürstenrat <w lemma="darüber"><orig>dar-</orig><orig>über</orig></w> berichtet<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0078n213" xml:id="bsb00056732_00078_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00078_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2, 374 Z. 24–30, 379 Z. 31ff.</p></note>. Da die Evangelischen besorgt waren, daß Schweden sich nach Erfüllung seiner Satisfaktionsansprüche nicht mehr hinreichend für die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> einsetzen würde oder sie zum <w lemma="Kompensationsobjekt"><orig>Kompensati-</orig><orig>onsobjekt</orig></w> bei den Satisfaktionsverhandlungen machen könne, drängten sie im Fürstenrat auf Abschluß der Beratungen über die Reichssachen (zu <w lemma="denen"><orig>de-</orig><orig>nen</orig></w> die <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> zählten), ehe sie sich den schwedischen und <w lemma="französischen"><orig>französi-</orig><orig>schen</orig></w> Satisfaktionsforderungen zuwendeten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0078n214" xml:id="bsb00056732_00078_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00078_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 108. Braunschweig-Lüneburg und Sachsen-Altenburg engagierten sich <w lemma="besonders"><orig>beson-</orig><orig>ders</orig></w> (s. S. 199 Z. 25f, 30–33; s. auch <hi style="font-style:smallCaps;">Wolff</hi>, Corpus Evangelicorum, 90; oben bei Anm. 183).</p></note>. Es kam deshalb im <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> zu Auseinandersetzungen über die Frage, ob die Kaiserlichen bei Vorliegen des reichsständischen Gutachtens über Klasse I der <w lemma="schwedischen"><orig>schwe-</orig><orig>dischen</orig></w> Replik bereits mit Schweden und Frankreich über die <w lemma="Reichssachen"><orig>Reichs-</orig><orig>sachen</orig></w> verhandeln würden, während die Reichsstände noch über die <w lemma="anderen"><orig>an-</orig><orig>deren</orig></w> drei Klassen der schwedischen Replik berieten. Richtersberger <w lemma="bestritt"><orig>be-</orig><orig>stritt</orig></w> das mit Entschiedenheit, während Lampadius „und andere“ <hi style="font-style:normal;">fast <w lemma="versichern"><orig>ver-</orig><orig>sichern</orig></w></hi> wollten, daß Schweden dazu bereit sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0078n215" xml:id="bsb00056732_00078_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00078_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 183 Z. 1–6.</p></note>. In Wirklichkeit wartete Schweden voller Ungeduld auf den vollständigen Abschluß der <w lemma="reichsständischen"><orig>reichsstän-</orig><orig>dischen</orig></w> Beratungen und befürchtete neue Verzögerungen durch mehrere Re- und Correlationsverfahren. Mit Rücksicht auf das schwedische <w lemma="Drängen"><orig>Drän-</orig><orig>gen</orig></w> beschloß der Fürstenrat Münster am 22. Februar, erst am Schluß der Beratungen ein einziges Re- und Correlationsverfahren durchzuführen. Doch dann erklärte sich der Kurmainzer Gesandte Raigersperger bereit, den Forderungen der Evangelischen im Fürstenrat Osnabrück <w lemma="nachzugeben"><orig>nachzuge-</orig><orig>ben</orig></w> und eine vorgezogene Re- und Correlation über die Reichssachen <w lemma="abzuhalten"><orig>ab-</orig><orig>zuhalten</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0078n216" xml:id="bsb00056732_00078_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00078_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 108 bei Anm. 41; Nr. 110 bei Anm. 23.</p></note>. Sie sollte am 31. März 1646 in Münster stattfinden. Daß sie schließlich doch nicht zustande kam, hatte mit der „Eifersucht“ <hi style="font-style:normal;">(jalousie, gelosia)</hi> der Kronen aufeinander zu tun, deren Prestige eine <w lemma="Gleichbehandlung"><orig>Gleichbe-</orig><orig>handlung</orig></w> der Kongreßstädte Osnabrück (als dem Hauptverhandlungsort Schwedens) und Münster (als dem Hauptverhandlungsort Frankreichs) unerläßlich erscheinen ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0078n217" xml:id="bsb00056732_00078_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00078_005"/> <p style="font-style:italic;">Zur <hi style="font-style:normal;">jalousie</hi> der Kronen s. z. B. auch S. 13 Z. 19ff, S. 181 Z. 12, 184 Z. 4f, S. 217 Z. 40, S. 225 Z. 34, S. 228 Z. 36, S. 247 Z. 11–15.</p></note>. Das auf kurbrandenburgisch-pommersche Initiative hin am 29. März zusammengerufene Corpus Evangelicorum verständigte sich durch Deputierte mit Richtersberger, der die notwendige Korrespondenz mit Münster übernahm und so gleichsam in letzter Minute <pb n="LXXIX" facs="APWIIIA3-3_p0079" sameAs="#bsb00056732_00079"/>am 31. März die geplante Re- und Correlation verhinderte, die <hi style="font-style:normal;">der Cron Schweden verkleinerlich</hi> gewesen wäre<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0079n218" xml:id="bsb00056732_00079_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00079_001"/> <p style="font-style:italic;">So Milagius an die Fürsten von Anhalt, Osnabrück 1646 III 25/IV 4 (<hi style="font-style:smallCaps;">Krause</hi> V.2, 91–94, hier 91f); s. dort auch die Beschreibung der gesamten Vorgänge. Siehe ferner <w lemma="magdeburgisches"><orig>mag-</orig><orig>deburgisches</orig></w> Diarium zu 1646 III 19/29–20/30 in: <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> F III fol. 503; <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00901.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 875</ref>; <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 875f Text eines nicht ausgefertigten Briefes des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> an den <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> über die geplante Re- und Correlation, Osnabrück III 20/30; eine Kopie wurde zur <w lemma="Kenntnisnahme"><orig>Kennt-</orig><orig>nisnahme</orig></w> an die ev. Fürsten und Stände in Münster geschickt; s. dort 876: Es sei nicht ratsam, <hi style="font-style:normal;">die Herren Schwedische Gesandten zu offendiren,</hi> was durch eine einseitige Re- und Correlation in Münster geschehen würde.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Bei dieser Absage spielte auch eine Rolle, daß den Evangelischen zu <w lemma="diesem"><orig>die-</orig><orig>sem</orig></w> Zeitpunkt ohnehin nicht mehr an einer vorgezogenen Re- und <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> über die Reichssachen gelegen war, da der Fürstenrat Osnabrück inzwischen (am 12. bis 14. März) bereits über die <w lemma="Satisfaktionsforderungen"><orig>Satisfaktionsforderun-</orig><orig>gen</orig></w> beraten hatte. Da sich Ende März eine gleichzeitige Re- und <w lemma="Correlation"><orig>Corre-</orig><orig>lation</orig></w> in Osnabrück und Münster nicht so schnell bewerkstelligen ließ, verzichteten sie lieber ganz auf ein eigenes Re- und Correlationsverfahren über die Reichssachen, für das sie sich in der Fürstenratssitzung am 28. Februar so sehr eingesetzt hatten. Die nach Abschluß der Beratungen am 26. und 27. April veranstaltete Re- und Correlation fand gleichzeitig in Münster und Osnabrück statt. Damit wurde vermieden, daß <hi style="font-style:normal;">den cronen schimpf zugezogen</hi> und Schweden <hi style="font-style:normal;">in gelosia gesäzt werde</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0079n219" xml:id="bsb00056732_00079_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00079_002"/> <p style="font-style:italic;">So schon die Forderung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> am 8. März (S. 228 Z. 26f, 35f).</p></note>.</p>
	  <p><hi style="font-style:italic;">Die Besorgnis der Evangelischen, daß Schweden sich nach Beratung der Satisfaktionsforderungen nicht mehr für ihre</hi> Gravamina <hi style="font-style:italic;">einsetzen würde, erwies sich als unnötig: Salvius sprach am 29. April mit Trauttmansdorff über die</hi> Gravamina<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0079n220" xml:id="bsb00056732_00079_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00079_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe</hi> APW <hi style="font-style:italic;">II A 4, 109 Z. 15–18.</hi></p></note>. <hi style="font-style:italic;">Zweifellos spielte dabei eine Rolle, daß auch die Evangelischen ihre Zusage eingehalten und im Fürstenrat Osnabrück die Beratung der Frage, ob man</hi> der cron Schweden einige satisfaction <w lemma="schüldig"><orig>schül-</orig><orig>dig</orig></w>, <hi style="font-style:italic;">abgelehnt hatten. So war die von Richtersberger gewünschte negative Antwort vermieden worden</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0079n221" xml:id="bsb00056732_00079_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00079_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 261 Z. 1–12.</p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00079_sec0021" corresp="#bsb00056732_00079">
	  <head><hi style="font-style:italic;">IX. Das Verhältnis des Fürstenrats Osnabrück zu Frankreich</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Für Frankreich war Münster der Hauptverhandlungsort, und Osnabrück, wo nur der Resident La Barde die französischen Interessen vertrat, war weniger wichtig. So gab es auch nur wenige Kontakte zwischen dem <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> Osnabrück und den Franzosen. Am intensivsten waren sie gleich zu Beginn, als die Beratungsfolge festgelegt wurde. Die Reichsstände in Münster hatten beschlossen, daß neben den reichsständischen Beratungen zugleich die Verhandlungen der Kaiserlichen über die französischen und schwedischen Satisfaktionsforderungen begonnen werden sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0079n222" xml:id="bsb00056732_00079_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00079_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 4 Z. 4–7.</p></note>. <w lemma="Damit"><orig>Da-</orig><orig>mit</orig></w> stimmte Frankreich überein, das nach offizieller Erklärung seiner <w lemma="Forderungen"><orig>For-</orig><orig>derungen</orig></w> in der Replik vom 7. Januar die Verhandlungen über die <w lemma="territorialen"><orig>terri-</orig><pb n="LXXX" facs="APWIIIA3-3_p0080" sameAs="#bsb00056732_00080"/><orig>torialen</orig></w> Ansprüche in den Vordergrund treten ließ und sich an den <w lemma="reichspolitischen"><orig>reichs-</orig><orig>politischen</orig></w> Fragen weniger interessiert zeigte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n223" xml:id="bsb00056732_00080_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_001"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 252.</hi></p></note>. La Barde hatte den Mecklenburger Gesandten Kayser sogar aufgefordert, im Fürstenrat für gleichzeitige Verhandlung über die Satisfaktion und Beratung über die Reichssachen zu votieren; auch Lampadius wußte davon<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n224" xml:id="bsb00056732_00080_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96 bei Anm. 28 und 31.</p></note>. Im Fürstenrat Osnabrück sprach sich allerdings nur der bayerische Gesandte Ernst <w lemma="entschieden"><orig>ent-</orig><orig>schieden</orig></w> für einen sofortigen Beginn der Satisfaktionsverhandlungen aus. Bayern hatte auf dem Kongreß eine Art Mittlerrolle zwischen Kaiser und Frankreich übernommen und setzte sich für vorrangige Verhandlungen der französischen Satisfaktionsforderungen ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n225" xml:id="bsb00056732_00080_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_003"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Albrecht</hi>, <hi style="font-style:italic;">Maximilian, 1033f;</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, <hi style="font-style:italic;">247–252.</hi></p></note>. Im Fürstenrat plädierte der bayerische Gesandte dafür, erst den äußeren Brand zu löschen, um sich dann dem inneren Feuer zuzuwenden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n226" xml:id="bsb00056732_00080_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 7 Z. 32ff.</p></note>. Die große Mehrheit aber wünschte im Gegenteil, zunächst die inneren Angelegenheiten und damit die in Klasse I der schwedischen Replik zusammengefaßten <w lemma="Reichsangelegenheiten"><orig>Reichsangele-</orig><orig>genheiten</orig></w> zu behandeln<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n227" xml:id="bsb00056732_00080_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 26 Z. 3–9.</p></note>. Dieser Beschluß rief auch insofern das <w lemma="französische"><orig>franzö-</orig><orig>sische</orig></w> Mißfallen hervor, als sich Frankreich durch die Bezugnahme auf die schwedische Replik zurückgesetzt fühlte. Als Richtersberger davon erfuhr, machte er für zwei Sitzungen die französische Replik zum Leitfaden <w lemma="seiner"><orig>sei-</orig><orig>ner</orig></w> Propositionen. Er brach dieses Verfahren ab, als die evangelischen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> darauf bestanden, die Beratungen über die Reichssachen <w lemma="abzuschließen"><orig>abzu-</orig><orig>schließen</orig></w>, bevor Gegenstände aus den übrigen drei Klassen der <w lemma="schwedischen"><orig>schwe-</orig><orig>dischen</orig></w> Replik vorgenommen würden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n228" xml:id="bsb00056732_00080_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_006"/> <p style="font-style:italic;">Richtersberger hatte durch seine Orientierung an der frz. Replik einen Vorgriff auf Klasse III (Friedenssicherung) getan (S. 152 Z. 19–28, S. 153 Z. 21f). – Zum Bericht über die Unzufriedenheit der Franzosen s. Nr. 102 bei Anm. 28.</p></note>. Um die französische Kritik nicht wieder herauszufordern, sprach der Fürstenrat in seinen Correlationen nicht von der Reihenfolge der schwedischen Replik, sondern wählte zur Vermeidung der <hi style="font-style:normal;">jalousie</hi> Frankreichs eine neutrale Formulierung<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0080n229" xml:id="bsb00056732_00080_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00080_007"/> <p style="font-style:italic;">Nr. 111 bei Anm. 125; s. auch Nr. 118 bei Anm. 68.</p></note>.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00080_sec0022" corresp="#bsb00056732_00080">
	  <head><hi style="font-style:italic;">X. Ergebnisse der Beratungen</hi></head>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00080_sec0023" corresp="#bsb00056732_00080">
	    <head><hi style="font-style:italic;">1. Chronologie der Entscheidungen</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Zu Beginn der Hauptberatungen beschloß der Fürstenrat Osnabrück am 3. Februar mit großer Mehrheit, die schwedische Replik vom 7. Januar 1646 mit ihrer Einteilung in vier Klassen von Verhandlungsgegenständen zum Leitfaden für die Reihenfolge seiner Beratungen zu machen und <w lemma="somit"><orig>so-</orig><orig>mit</orig></w> zuerst die Reichssachen (Klasse I), dann die territorialen und <w lemma="finanziellen"><orig>finan-</orig><orig>ziellen</orig></w> Forderungen Schwedens und Frankreichs (Klasse II), darauf die Fragen der Friedenssicherung (Klasse III) und zuletzt die Schluß- und Ausführungsbestimmungen des Friedensvertrags (Klasse IV) <w lemma="vorzunehmen"><orig>vorzuneh-</orig><pb n="LXXXI" facs="APWIIIA3-3_p0081" sameAs="#bsb00056732_00081"/><orig>men</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n230" xml:id="bsb00056732_00081_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 95 (S. 26 Z. 3–9).</p></note>. Am 5. Februar wurde einstimmig beschlossen, ohne Rücksprache mit dem Fürstenrat Münster und dem Reichsdirektorium mit den <w lemma="Beratungen"><orig>Bera-</orig><orig>tungen</orig></w> zu beginnen, was am 6. Februar geschah<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n231" xml:id="bsb00056732_00081_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 96 und 97; s. oben S. LXXI.</p></note>. Am 9. Februar legte Magdeburg sein Votum zu Amnestie und Restitution vom 8. Februar beim Österreichischen Direktor schriftlich mit der Forderung vor, es in die Correlation des Fürstenrats einzufügen. Auch das Magdeburger <w lemma="Votum"><orig>Vo-</orig><orig>tum</orig></w> vom 9. Februar über die reichsständischen Rechte und Privilegien wurde schriftlich übergeben. Diesem Votum hatten sich alle <w lemma="Evangelischen"><orig>Evangeli-</orig><orig>schen</orig></w>, dem Magdeburger Votum vom 8. Februar alle Evangelischen außer Hessen-Darmstadt, angeschlossen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n232" xml:id="bsb00056732_00081_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_003"/> <p style="font-style:italic;">Zur Übergabe des Votums vom 8. Februar s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0212n13" target="#bsb00056732_00212_041">Nr. 99 Anm. 13</ref>; zur Übergabe des Votums vom 9. Februar s. S. 80 Z. 21ff. Zur Haltung Hessen-Darmstadts s. oben bei Anm. 77.</p></note>. Am 13. Februar wurde zum ersten Mal eine „Meinung“ des Fürstenrats Münster zu einem im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> bereits behandelten Punkt bekanntgegeben; das <w lemma="Gesamtconclusum"><orig>Gesamtconclu-</orig><orig>sum</orig></w> zur Amnestie war schon in Münster durch Zusammenrechnung aller Voten aus beiden Fürstenräten ermittelt worden und wurde nun in <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> mitgeteilt. Da die „Meinungen“ in Münster und Osnabrück <w lemma="unterschiedlich"><orig>unter-</orig><orig>schiedlich</orig></w> ausgefallen waren und die Evangelischen im Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> ihre fast einstimmige Minderheitsmeinung nicht berücksichtigt <w lemma="fanden"><orig>fan-</orig><orig>den</orig></w>, forderten sie, daß neben der Mehrheitsmeinung ihre abweichenden Voten (die <hi style="font-style:normal;">vota discrepantia</hi> oder <hi style="font-style:normal;">discrepirende mainungen)</hi> den <w lemma="Fürstenratsconclusa"><orig>Fürsten-</orig><orig>ratsconclusa</orig></w> und später der Correlation eingefügt werden sollten. Wenn dies nicht geschehe, wollten sie ihr eigenes Gutachten oder <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> den Kaiserlichen separat übergeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n233" xml:id="bsb00056732_00081_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_004"/> <p style="font-style:italic;">Die Drohung formulierte Magdeburg und, ausführlicher, Braunschweig-Lüneburg (S. 108 Z. 32, S. 111 Z. 36ff). – Die Begriffe <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> oder <hi style="font-style:normal;">Gutachten</hi> wurden synonym verwendet (<hi style="font-style:smallCaps;">Moser</hi> IL, 432).</p></note>. Am 21. Februar verlas der <w lemma="Fürstenratsdirektor"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>direktor</orig></w> seinen ersten Correlationsentwurf über Klasse I der Repliken; da er die Minderheitsmeinungen der Evangelischen nicht wörtlich eingefügt hatte, lehnten diese den Entwurf ab<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n234" xml:id="bsb00056732_00081_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106 und oben bei Anm. 163.</p></note>. Richtersberger wendete am 21. Februar die Drohung der Protestanten zum Angebot: Sie könnten ihr <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w></hi> dem Reichsdirektorium oder den Kaiserlichen separat übergeben. Das wäre für die Evangelischen eine schlechte Lösung gewesen, denn in diesem Fall stand es im Belieben der Kurmainzer oder kaiserlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w>, ob sie ein solches <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> annehmen und berücksichtigen <w lemma="wollten"><orig>woll-</orig><orig>ten</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0081n235" xml:id="bsb00056732_00081_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00081_006"/> <p style="font-style:italic;">Richtersberger erläuterte dies selbst (S. 172 Z. 9f).</p></note>. Die Evangelischen beharrten daher auf ihrer Forderung nach <w lemma="Einbeziehung"><orig>Ein-</orig><orig>beziehung</orig></w> ihrer abweichenden „Meinungen“ und entwickelten nach <w lemma="Absprache"><orig>Ab-</orig><orig>sprache</orig></w> mit Kurbrandenburg und dem Städterat Osnabrück den Plan <w lemma="eines"><orig>ei-</orig><orig>nes</orig></w> separaten Re- und Correlationsverfahrens (jeweils unter den Reichsständen in Osnabrück und in Münster) mit anschließender <w lemma="Übergabe"><orig>Über-</orig><pb n="LXXXII" facs="APWIIIA3-3_p0082" sameAs="#bsb00056732_00082"/><orig>gabe</orig></w> zweier unterschiedlicher <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> an die Kaiserlichen. Sie <w lemma="unterbreiteten"><orig>unter-</orig><orig>breiteten</orig></w> diesen Vorschlag bei der Beratung über die Re- und Correlation am 23. Februar<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n236" xml:id="bsb00056732_00082_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 107: Vorschlag Magdeburgs, ausführlicher erläutert von Sachsen-Altenburg (S. 178f, S. 179f); s. dazu oben bei Anm. 190.</p></note>. Desgleichen forderten sie eine eigene Re- und <w lemma="Correlation"><orig>Correla-</orig><orig>tion</orig></w> über Klasse I der Repliken und die Einfügung der <hi style="font-style:normal;">vota singularia</hi> in das <hi style="font-style:normal;">Bedenken,</hi> was einzelne Gesandte bereits am 3. Februar verlangt <w lemma="hatten"><orig>hat-</orig><orig>ten</orig></w>. – Der Begriff <hi style="font-style:normal;">votum singulare</hi> wurde erst am 8. März erläutert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n237" xml:id="bsb00056732_00082_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe unten bei Anm. 242. Am 3. Februar hatten Sachsen-Altenburg, Pommern, <w lemma="Mecklenburg"><orig>Meck-</orig><orig>lenburg</orig></w>, Württemberg und die Wetterauer Gf.en gefordert, daß Einzelvoten in wichtigen Angelegenheiten, in denen die Stände als einzelne (<hi style="font-style:normal;">ut singuli</hi>) und nicht als Körperschaft zu betrachten seien, in die FR-Beschlüsse aufgenommen werden sollten; so am <w lemma="deutlichsten"><orig>deutlich-</orig><orig>sten</orig></w> (aber unvollständig wiedergegeben) Württemberg, s. dazu <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0153n71" target="#bsb00056732_00153_036">Nr. 95 Anm. 71</ref>; zu den Voten Sachsen-Altenburgs, Pommerns, Mecklenburgs und der Wetterauer Gf.en s. S. 11 Z. 9, S. 17 Z. 30–35, S. 18 Z. 30–33, S. 25 Z. 9ff. Am 23. Februar forderten Sachsen-<w lemma="Weimar"><orig>Wei-</orig><orig>mar</orig></w>, Baden-Durlach, Pommern und die Wetterauer Gf.en die Einfügung der <hi style="font-style:normal;">vota <w lemma="singularia"><orig>singu-</orig><orig>laria</orig></w></hi> (s. S. 182 Z. 10ff, S. 183 Z. 35ff, S. 184 Z. 10f, S. 185 Z. 38), dazu zusammenfassend der Öst. Direktor (S. 186 Z. 6f).</p></note>. Am 28. Februar erklärte sich Richtersberger bereit, die abweichenden „Meinungen“ der Evangelischen in die Correlation einzufügen, falls <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kur-</orig><orig>fürstenrat</orig></w> und Städterat einverstanden wären; eine Antwort auf seine <w lemma="Anfragen"><orig>An-</orig><orig>fragen</orig></w> bei diesen und anderen Institutionen lag aber noch nicht vor<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n238" xml:id="bsb00056732_00082_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 197 Z. 25–28. Zu Richtersbergers Anfragen s. oben bei Anm. 167.</p></note>. Daraufhin übergab Magdeburg im Namen der Evangelischen am 5. März das <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> über Amnestie und Restitution mit der <w lemma="Aufforderung"><orig>Auf-</orig><orig>forderung</orig></w>, es der Correlation und dem Reichsbedenken einzufügen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n239" xml:id="bsb00056732_00082_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 109 bei Anm. 16; oben S. LVI.</p></note>.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Exkurs zur Bedeutung der Begriffe</hi> vota discrepantia, vota singularia <hi style="font-style:italic;">und</hi> vota particularia:</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Am 8. März lag die Zusage des Fürstenrats Münster zur Abhaltung <w lemma="einer"><orig>ei-</orig><orig>ner</orig></w> gesonderten Re- und Correlation über Klasse I der Repliken vor; Raigersperger wollte sie im Namen des Reichsdirektoriums in Münster abhalten</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n240" xml:id="bsb00056732_00082_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 110 bei Anm. 23; oben bei Anm. 216.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Der Fürstenrat Münster war auch mit der Einfügung der abweichenden „Meinungen“ (der</hi> vota discrepantia<hi style="font-style:italic;">) einverstanden, nicht aber mit der Einfügung der</hi> vota singularia <hi style="font-style:italic;">bzw.</hi> vota <w lemma="particularia"><orig>particula-</orig><orig>ria</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0082n241" xml:id="bsb00056732_00082_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00082_006"/> <p style="font-style:italic;">Beide Begriffe wurden vom <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> synonym verwendet (S. 221 Z. 24f und Z. 30f). <w lemma="Entsprechend"><orig>Ent-</orig><orig>sprechend</orig></w> auch in der Aufzeichnung der „Meinung“ (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0345n2" target="#bsb00056732_00345_035">Nr. 110 Anm. 2</ref>, fol. 28’, 29 an der dort angegebenen Stelle): <hi style="font-style:normal;">singularia vota</hi> entsprechen <hi style="font-style:normal;">particularanligen.</hi></p></note>. <hi style="font-style:italic;">Die Evangelischen (abgesehen von Hessen-Darmstadt) <w lemma="erneuerten"><orig>erneuer-</orig><orig>ten</orig></w> jedoch ihre Forderung, daß auch die</hi> vota singularia <hi style="font-style:italic;">wörtlich <w lemma="aufgenommen"><orig>auf-</orig><orig>genommen</orig></w> werden müßten. Erst jetzt wurde der Begriff definiert: Es ging nicht um ein abweichendes Einzelvotum bei allgemeinen <w lemma="Beratungsgegenständen"><orig>Bera-</orig><orig>tungsgegenständen</orig></w> (</hi>votum singulare in rebus communibus<hi style="font-style:italic;">), sondern um ein Einzelvotum, das sich auf Angelegenheiten des jeweiligen Reichsstands selbst bezog, sofern diese mit den Friedensverhandlungen zu tun hatten (</hi>votum singulare in rebus singularibus, die in die <w lemma="haubtsache"><orig>haubt-</orig><pb n="LXXXIII" facs="APWIIIA3-3_p0083" sameAs="#bsb00056732_00083"/><orig>sache</orig></w> einlauffen, <hi style="font-style:italic;">oder</hi> so totum negotium concerniret<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n242" xml:id="bsb00056732_00083_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_001"/> <p style="font-style:italic;">Richtersberger hatte sich den Begriff von Lampadius am 7. März bei einer Visite <w lemma="erläutern"><orig>erläu-</orig><orig>tern</orig></w> lassen (s. Lampadius an Hg. Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg-<w lemma="Calenberg"><orig>Calen-</orig><orig>berg</orig></w>, Osnabrück 1646 III 6/16, in: <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> A IV fol. 208–211, dort fol. 208–208’ eine deutlichere Definition als im FR-Protokoll; s. dazu die Voten Braunschweig-Lüneburgs und Pommern-Stettins und die „Meinung“ des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice>, zu Punkt III: S. 225ff und S. 229 Z. 14–17).</p></note><hi style="font-style:italic;">). Der <w lemma="Wortgebrauch"><orig>Wort-</orig><orig>gebrauch</orig></w> ist in den Protokollen zum Teil unscharf und zweideutig, <w lemma="indem"><orig>in-</orig><orig>dem</orig></w> eine Unterscheidung zwischen Singular- und Partikularvoten <w lemma="versucht"><orig>ver-</orig><orig>sucht</orig></w> wird</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n243" xml:id="bsb00056732_00083_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe S. 224 Z. 11–16:</hi> Waß die singularia vota antrifft [...]. Was andere particularia <w lemma="belanget"><orig>be-</orig><orig>langet</orig></w> [...].</p></note><hi style="font-style:italic;">. Genau definiert ist nur der Terminus</hi> votum singulare in rebus singularibus. <hi style="font-style:italic;">„Partikularvotum“ ist der allgemeinere Begriff, der ein Einzelvotum mit Spezialanliegen bezeichnet und zum Teil eine <w lemma="negative"><orig>ne-</orig><orig>gative</orig></w> Konnotation hat, indem bei einem Partikularvotum der Bezug auf die allgemeinen Friedensverhandlungen in Zweifel gezogen oder abgesprochen wird</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n244" xml:id="bsb00056732_00083_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B.</hi> particular- oder privatinteresse <hi style="font-style:italic;">(S. 196 Z. 19).</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">. Im allgemeinen werden beide Begriffe synonym verwendet</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n245" xml:id="bsb00056732_00083_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Bei der Re- und Correlation am 26. April sprach das Reichsdirektorium von</hi> eingerückten oder beygelegten particularvotis, <hi style="font-style:italic;">das Öst. Direktorium von den erwähnten oder <w lemma="beigelegten"><orig>bei-</orig><orig>gelegten</orig></w> Singularvoten (</hi>cum mentione [...] votorum quorundam singularium<hi style="font-style:italic;">), s. S. 415 Z. 25ff.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Während der Fürstenrat Münster am 5. März beschlossen hatte, daß <w lemma="Singularvoten"><orig>Sin-</orig><orig>gularvoten</orig></w> gar nicht berücksichtigt werden sollten, forderte der Fürstenrat Osnabrück am 8. März mehrheitlich, daß die <hi style="font-style:normal;">vota singularia in rebus <w lemma="singularibus"><orig>sin-</orig><orig>gularibus</orig></w></hi> in die Correlation eingefügt werden sollten. In der Praxis <w lemma="wurden"><orig>wur-</orig><orig>den</orig></w> die Singularvoten mit argumentativer Begründung des Standpunkts beigelegt und kurze Verweise auf das spezielle Anliegen eines Standes in eigener Sache eingefügt. Eine Abstimmung über diese Frage hat es im <w lemma="Fürstenrat"><orig>Für-</orig><orig>stenrat</orig></w> Osnabrück nicht gegeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n246" xml:id="bsb00056732_00083_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_005"/> <p style="font-style:italic;">Wahrscheinlich beeinflußte der Beschluß des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> vom 28. März 1646, daß die kurbg. Voten der kfl. Relation beigelegt und nicht inseriert werden sollten, den <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A I/1, 557 Z. 23ff, 559 Z. 10f). Zu den Singularvoten Pommerns und Brandenburg-Kulmbachs und -Ansbachs sowie Hildesheims, Münsters, Fuldas und Hessen-Darmstadts s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0532n35" target="#bsb00056732_00532_034">Nr. 118 Anm. 35</ref>, zu dem der Wetterauer Gf.en unten Anm. 251. Ein Verweis auf ein „singulares“ Anliegen ist Österreichs Votum für die Interessen der Innsbrucker Linie des Hauses Habsburg, die durch die frz. Satisfaktionsforderungen betroffen war (s. unten bei Anm. 292).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Ferner beschloß der Fürstenrat Osnabrück am 8. März mit Mehrheit, daß die Correlation über Klasse I im Osnabrücker Fürstenrat verlesen, <w lemma="verabschiedet"><orig>ver-</orig><orig>abschiedet</orig></w>, anschließend an den Fürstenrat Münster geschickt, dort <w lemma="behandelt"><orig>behan-</orig><orig>delt</orig></w> und dann dem Kurmainzer Reichsdirektorium übergeben werden <w lemma="solle"><orig>sol-</orig><orig>le</orig></w>, das die Aufgabe hatte, die bei ihm eingehenden Schriftsätze zum Reichsbedenken zusammenzufügen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0083n247" xml:id="bsb00056732_00083_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00083_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 228 Z. 39f.</p></note>. Auf eine Re- und Correlation sollte demnach verzichtet werden, da sie andernfalls mit Rücksicht auf <pb n="LXXXIV" facs="APWIIIA3-3_p0084" sameAs="#bsb00056732_00084"/>Schweden und Frankreich in beiden Kongreßstädten hätte vorgenommen werden müssen und ein herkömmliches Verfahren, das Verhandlungen zwischen den Kurien bis zum Ausgleich der divergenten „Meinungen“ vorsah, ohnehin zwecklos schien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n248" xml:id="bsb00056732_00084_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_001"/> <p style="font-style:italic;">Zur Zwecklosigkeit des herkömmlichen Re- und Correlationsverfahrens s. S. 217 Z. 34f und S. 224 Z. 2f, zur <hi style="font-style:normal;">jalousie</hi> der Kronen aufeinander oben Anm. 217.</p></note>. Auf den Vorschlag Raigerspergers zu einer Re- und Correlation in Münster ging der Fürstenrat Osnabrück nicht ein. Da dieser sein Angebot aufrechterhielt und der Fürstenrat <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> anscheinend nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht hatte, daß er mit einem einseitigen Re- und Correlationsverfahren in Münster keinesfalls einverstanden sei, wäre es am 31. März in Münster beinahe zu einer Re- und Correlation über Klasse I gekommen. Das Verfahren wurde durch einen Einspruch Richtersbergers im letzten Augenblick <w lemma="abgesagt"><orig>abge-</orig><orig>sagt</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n249" xml:id="bsb00056732_00084_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 218.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Aufgrund der Beschlüsse des Fürstenrats Münster vom 5. und des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Osnabrück vom 8. März verlas Richtersberger dann am 10. März einen zweiten Correlationsentwurf über Klasse I der Repliken, in den das <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> der Evangelischen über Amnestie und Restitution wörtlich eingefügt war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n250" xml:id="bsb00056732_00084_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Es begann:</hi> Hergegen weren die herrn protestirenden einer anderen mainung gewesen <hi style="font-style:italic;">(S. 234 Z. 31f).</hi></p></note>. Diesem <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> war seinerseits das Wetterauer Votum zur Amnestie (in der Neufassung vom 5. März) <w lemma="beigelegt"><orig>bei-</orig><orig>gelegt</orig></w> worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n251" xml:id="bsb00056732_00084_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0369n66" target="#bsb00056732_00369_043">Nr. 111 Anm. 66</ref> und bei Anm. 150.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Nachdem die Correlation über Klasse I beschlußgemäß nach Münster <w lemma="geschickt"><orig>ge-</orig><orig>schickt</orig></w> worden war, begann am 12. März eine neue Phase der <w lemma="Beratungen"><orig>Beratun-</orig><orig>gen</orig></w> im Fürstenrat Osnabrück, der die Klassen II bis IV in nur fünf Tagen behandelte. Vom 12. bis 14. März war Klasse II Beratungsgegenstand, am 15. März Klasse III und am 17. März Klasse IV<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n252" xml:id="bsb00056732_00084_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 112–114; Nr. 115; Nr. 116.</p></note>. Am 15. März verlas der Magdeburger Gesandte einen Schriftsatz zur Friedensgarantie mit der Aufforderung, ihn der Correlation und später dem Friedensschluß <w lemma="einzufügen"><orig>ein-</orig><orig>zufügen</orig></w>, und mit dem Vorbehalt weiterer Ergänzungen; die meisten evangelischen Gesandten schlossen sich an. In das vom Direktorium <w lemma="formulierte"><orig>for-</orig><orig>mulierte</orig></w> Beratungsergebnis wurde aufgenommen, daß des Schriftsatzes beim Friedensschluß <hi style="font-style:normal;">zu gedencken</hi> sei; in der Correlation zu Klasse II, III und IV wurde er erwähnt und anscheinend beigelegt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n253" xml:id="bsb00056732_00084_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 345f Z. 36 und 1f; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0472n34" target="#bsb00056732_00472_033">Nr. 115 Anm. 34</ref>; s. auch oben bei Anm. 85.</p></note>. Am 17. März verlas der Magdeburger Gesandte evangelische <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica,</hi> ebenfalls mit der Forderung, sie in Correlation und Friedensvertrag <w lemma="einzufügen"><orig>ein-</orig><orig>zufügen</orig></w>. Er regte an, den katholischen Gesandten Gelegenheit zu <w lemma="Ergänzungen"><orig>Ergän-</orig><orig>zungen</orig></w> zu geben, was aber unterblieb<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0084n254" xml:id="bsb00056732_00084_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00084_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 357 Z. 11–14; s. auch oben bei Anm. 154.</p></note>. Als diese <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> am 19. April noch einmal (unter Salzburger Direktorium) <w lemma="Beratungsgegenstand"><orig>Beratungs-</orig><pb n="LXXXV" facs="APWIIIA3-3_p0085" sameAs="#bsb00056732_00085"/><orig>gegenstand</orig></w> waren, wurde beschlossen, sie der Correlation beizufügen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n255" xml:id="bsb00056732_00085_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 118 bei Anm. 75.</p></note>. Beide Schriftsätze kann man als <hi style="font-style:normal;">vota communia</hi> klassifizieren, da die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> vom Corpus Evangelicorum gebilligt worden waren und der Schriftsatz zur Friedensgarantie während der <w lemma="Sitzung"><orig>Sit-</orig><orig>zung</orig></w> von den meisten Evangelischen gebilligt und von keinem abgelehnt wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n256" xml:id="bsb00056732_00085_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 88.</p></note>. Die Schriftsätze fallen aber nicht in die Kategorie der <hi style="font-style:normal;">vota <w lemma="discrepantia"><orig>dis-</orig><orig>crepantia</orig></w>,</hi> da sie nicht von den übrigen (katholischen) Voten abwichen, sondern Punkte enthalten, die der Fürstenratsdirektor gar nicht <w lemma="proponiert"><orig>pro-</orig><orig>poniert</orig></w> hatte.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Es ging in dieser zweiten Beratungsphase so zügig voran, weil nicht mehr über Verfahrensfragen gesprochen und die Correlation über Klasse II bis IV der Repliken in Münster aufgesetzt wurde. Nach dem 17. März stellte der Fürstenrat Osnabrück seine Sitzungen vorübergehend ein, um den Abschluß der Beratungen in Münster abzuwarten. Als nach Eintreffen weiterer katholischer Gesandter und der Ankunft des Salzburger <w lemma="Direktoriums"><orig>Direkto-</orig><orig>riums</orig></w> der Fürstenrat Osnabrück am 17. April einberufen wurde, um die im Fürstenrat Münster genehmigte Fassung der Correlation zu Klasse II, III und IV zu vernehmen, drängte alles zur Eile. Detailfragen der <w lemma="bevorstehenden"><orig>bevor-</orig><orig>stehenden</orig></w> Re- und Correlation müssen bereits in Münster geklärt worden sein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n257" xml:id="bsb00056732_00085_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_003"/> <p style="font-style:italic;">Zum KFR-Beschluß vom 28. März 1646 über die Aushändigung dreier getrennter <w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w> an die Kaiserlichen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0545n26" target="#bsb00056732_00545_034">Nr. 119 Anm. 26</ref>.</p></note>; zumindest ist im Fürstenrat Osnabrück nicht mehr darüber <w lemma="debattiert"><orig>debat-</orig><orig>tiert</orig></w> worden. Am 19. April ist von keinem Gesandten in Zweifel gezogen worden, daß bei der Re- und Correlation abweichend vom <w lemma="Reichsherkommen"><orig>Reichsher-</orig><orig>kommen</orig></w> die Relation des Kurfürstenrats und die Correlationen von <w lemma="Fürsten-"><orig>Für-</orig><orig>sten-</orig></w> und Städterat nur <hi style="font-style:normal;">in pleno abgelesen</hi> und dann sogleich als <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Beden-</orig><orig>ken</orig></w></hi> der Reichsräte den Kaiserlichen übergeben werden sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n258" xml:id="bsb00056732_00085_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 397 Z. 21–24, S. 399 Z. 20ff (und ähnlich noch mehrfach).</p></note>. Auch ist die Correlation des Fürstenrats zu Klasse II, III und IV nur in wenigen Punkten und noch während der Sitzung korrigiert worden, da sich die meisten Gesandten das Recht auf Zusätze und Korrekturen vorbehielten und sie unter dieser Voraussetzung oft pauschal und zum Teil mit <w lemma="ausdrücklicher"><orig>aus-</orig><orig>drücklicher</orig></w> Bitte um Beschleunigung des Verfahrens billigten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0085n259" xml:id="bsb00056732_00085_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00085_005"/> <p style="font-style:italic;">Ausdrücklicher Vorbehalt des Rechtes auf „Erinnerungen“ im Verlauf der <w lemma="Verhandlungen"><orig>Verhandlun-</orig><orig>gen</orig></w> bei Bayern (S. 393 Z. 3f), Magdeburg (S. 394 Z. 16ff), Pfalz-Lautern (S. 395 Z. 6–9), Corvey (S. 398 Z. 25f), Brandenburg-Kulmbach (S. 399 Z. 22f), Braunschweig-<w lemma="Lüneburg"><orig>Lüne-</orig><orig>burg</orig></w>, auch für Mecklenburg-Schwerin und -Güstrow und Baden-Durlach (S. 399 Z. 34, 36–39), Pommern-Stettin (S. 400 Z. 21ff), Württemberg (S. 403 Z. 4), Sachsen-Lauenburg (S. 404 Z. 10f), Wetterauer Gf.en (S. 406 Z. 13ff); Bitte um Eile z. B. bei Pfalz-Lautern und Sachsen-Altenburg (S. 394 Z. 29f, S. 397 Z. 18). Zur Korrektur am Ende der Sitzung s. oben bei Anm. 175.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Bei der Re- und Correlation am 26. und 27. April machte das Kurmainzer Reichsdirektorium zur Bedingung, daß alle Verstöße gegen das <w lemma="Reichsherkommen"><orig>Reichsher-</orig><orig>kommen</orig></w> kein Präjudiz darstellen sollten. Das Österreichische <w lemma="Direktorium"><orig>Direkto-</orig><pb n="LXXXVI" facs="APWIIIA3-3_p0086" sameAs="#bsb00056732_00086"/><orig>rium</orig></w> wiederholte diesen Vorbehalt, besonders im Hinblick auf die <w lemma="Beschlußfassung"><orig>Be-</orig><orig>schlußfassung</orig></w> und die <hi style="font-style:normal;">vota singularia</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n260" xml:id="bsb00056732_00086_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 413 Z. 19–24, S. 415 Z. 14–21. Wiederholung am 27. April: S. 430 Z. 22–25.</p></note>. Neben der Verlesung der <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Bedenken"><orig>Beden-</orig><orig>ken</orig></w></hi> der drei Reichsräte wurde der Text eines Begleitschreibens <w lemma="bekanntgegeben"><orig>bekannt-</orig><orig>gegeben</orig></w>. In ihm behielten sich die Reichsstände das Recht vor, informiert zu werden und die Verhandlungsergebnisse vor dem Friedensschluß zu genehmigen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n261" xml:id="bsb00056732_00086_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0549n4" target="#bsb00056732_00549_037">Nr. 120 Anm. 4</ref>. Die Wiedergabe im Protokoll (S. 426 Z. 17–20) ist sehr verkürzt und spricht nur von der erbetenen Information der Reichsstände.</p></note>. Ein erst während des Re- und Correlationsverfahrens bei einer separaten Beratung des Fürstenrats bekanntgegebener Schriftsatz des Corpus Evangelicorum über Handelsfragen wurde von den katholischen Fürstenratsmitgliedern nicht akzeptiert, da er im Fürstenrat Münster nicht behandelt worden sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n262" xml:id="bsb00056732_00086_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_003"/> <p style="font-style:italic;">So Konstanz (s. Nr. 120 bei Anm. 25; der Schriftsatz wurde nicht in das Reichsbedenken eingebracht: s. Nr. 120 bei Anm. 70; s. auch oben bei Anm. 99).</p></note>. Magdeburg behielt den Evangelischen <w lemma="ausdrücklich"><orig>ausdrück-</orig><orig>lich</orig></w> das Recht auf spätere „Erinnerungen“ zu den Reichsbedenken vor und wiederholte damit die im Fürstenrat am 19. April angemeldeten <w lemma="Vorbehalte"><orig>Vor-</orig><orig>behalte</orig></w>; der Österreichische Direktor erklärte, daß die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte nicht bindend sein sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n263" xml:id="bsb00056732_00086_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 420 Z. 4f; oben bei Anm. 97.</p></note>. Der Fürstenrat nominierte ferner die Deputierten zur Übergabe der Reichsbedenken. Magdeburg forderte im Namen der Evangelischen eine paritätische Deputation, doch <w lemma="nominierte"><orig>nomi-</orig><orig>nierte</orig></w> das Österreichische Direktorium mehr Katholiken als Evangelische. Da jedoch mehrere katholische Deputierte fernblieben, nahmen mehr Protestanten als Katholiken an der Deputation teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n264" xml:id="bsb00056732_00086_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu oben bei Anm. 65.</p></note>. Der weitgehende Verzicht auf eine Diskussion abweichender Auffassungen zu einzelnen Punkten in den <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der anderen Kurien wurde mit Zeitmangel <w lemma="begründet"><orig>be-</orig><orig>gründet</orig></w>; so blieb es bei einer Reihe von allgemeinen Protesten und <w lemma="Widersprüchen"><orig>Wider-</orig><orig>sprüchen</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n265" xml:id="bsb00056732_00086_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_006"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 430 Z. 29–33.</p></note>. Ganz am Schluß setzte Kurbrandenburg mit Hilfe einiger Protestanten noch eine besondere Weisung für den mündlichen Vortrag der Deputierten durch. Sie betraf die Information der Reichsstände und speziell der Betroffenen über den Stand der Verhandlungen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n266" xml:id="bsb00056732_00086_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. 433 Z. 30–36.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Bei der Übergabe der Reichsbedenken tadelten die kaiserlichen Gesandten, daß die Reichsstände die <hi style="font-style:normal;">relationen</hi> nicht früher vorgelegt hätten, und <w lemma="erboten"><orig>er-</orig><orig>boten</orig></w> sich, die Dupliken an Schweden und Frankreich danach einzurichten. Sie kommentierten nicht die ungewöhnliche, gegen das Reichsherkommen verstoßende Form der getrennten <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte, die nur <w lemma="äußerlich"><orig>äußer-</orig><orig>lich</orig></w> in einem Faszikel vereinigt worden waren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0086n267" xml:id="bsb00056732_00086_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00086_008"/> <p style="font-style:italic;">Zur äußeren Form s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 4, 118 Z. 9.</p></note>. Zur Information der Reichsstände über den Fortgang der Verhandlungen waren sie nur bedingt bereit, und dies war der Anlaß zu einem „hitzigen“ Wortgefecht zwischen <pb n="LXXXVII" facs="APWIIIA3-3_p0087" sameAs="#bsb00056732_00087"/>dem kurbrandenburgischen Deputierten Löben und den kaiserlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w>, das andere Themen nicht zur Sprache kommen ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n268" xml:id="bsb00056732_00087_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 121.</p></note>.</p>
	  </div>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00087_sec0024" corresp="#bsb00056732_00087">
	    <head><hi style="font-style:italic;">2. Das Fürstenratsbedenken vom 27. April 1646</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Analog zum Beratungsverlauf bestand das <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> des Fürstenrats aus zwei Teilen: der Correlation zu Klasse I und der Correlation zu Klasse II bis IV der Repliken<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n269" xml:id="bsb00056732_00087_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 121 bei Anm. 2.</p></note>. Beide enthielten die Stellungnahmen zu den <w lemma="Punkten"><orig>Punk-</orig><orig>ten</orig></w>, in denen die Friedensvorschläge des Kaisers einerseits und Schwedens und Frankreichs andererseits voneinander abwichen oder die eine Seite Formulierungen der anderen geändert oder gestrichen haben wollte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n270" xml:id="bsb00056732_00087_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_003"/> <p style="font-style:italic;">Dabei ging es konkret um die schwed. und frz. Proposition II von 1645 VI 11, die dazu Stellung nehmenden ksl. Responsionen von 1645 IX 25 und die Repliken Frk.s und Schwedens von 1646 I 7 (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0133n3" target="#bsb00056732_00133_041">Nr. 95 Anm. 3</ref>, 7, 8 und 9).</p></note>. Der erste Punkt der Correlation zu Klasse I betraf die schwedische <w lemma="Behauptung"><orig>Behaup-</orig><orig>tung</orig></w>, nicht gegen das Reich Krieg geführt zu haben, konkret die <w lemma="schwedische"><orig>schwe-</orig><orig>dische</orig></w> Forderung nach Auslassung der Worte <hi style="font-style:normal;">in Imperium</hi> in der <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiserli-</orig><orig>chen</orig></w> Responsion <note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n271" xml:id="bsb00056732_00087_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu Nr. 97 bei Anm. 8.</p></note>. Fürstenrat und Städterat schlugen vor, die Worte zur Vermeidung einer Diskussion über die Kriegsgründe auszulassen (zu <hi style="font-style:normal;"><w lemma="dissimulieren"><orig>dis-</orig><orig>simulieren</orig></w></hi>)<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n272" xml:id="bsb00056732_00087_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_005"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I der Repliken (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00536.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 510</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Solchemnach</hi>); Correlation des SR, Ad prooemium (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 947, erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">So viel</hi>). <hi style="font-style:normal;">Dissimulieren</hi> bezeichnet das Ausklammern von unlösbar erscheinenden Fragen und damit eine in der Frühen Neuzeit typische Form des politischen <w lemma="Kompromisses"><orig>Kompromis-</orig><orig>ses</orig></w>, s. dazu <hi style="font-style:smallCaps;">Kaiser</hi>, 292 (mit Angaben zur älteren Literatur).</p></note>. Der Kurfürstenrat empfahl, zur Vermeidung neuer <w lemma="Diskussionen"><orig>Diskus-</orig><orig>sionen</orig></w> <hi style="font-style:normal;">in Germaniam</hi> statt <hi style="font-style:normal;">in Imperium</hi> zu setzen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n273" xml:id="bsb00056732_00087_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_006"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse III (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00952.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 926f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Bey der 2)<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Der zweite Punkt der Correlation des Fürstenrats betraf die schwedische Forderung, daß Spanien nicht auf der Seite des Kaisers als Kriegsgegner Schwedens genannt werden solle<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n274" xml:id="bsb00056732_00087_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_007"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe Nr. 97 bei Anm. 34. Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I der Repliken (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00536.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 510</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter Absatz, beginnend</hi> Fuer das Andere<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Hier befand der Fürstenrat, daß die Klärung dieser Frage <w lemma="Schweden"><orig>Schwe-</orig><orig>den</orig></w> und Spanien überlassen werden könne. Der Kurfürstenrat empfahl, der Kaiser solle von Schweden und Frankreich eine Erläuterung fordern, da sich beide in diesem Punkt uneins seien; im übrigen könne Spanien vom Frieden nicht ausgeschlossen werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0087n275" xml:id="bsb00056732_00087_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00087_008"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse III (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00953.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 927</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Belangend die Cron<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Der Städterat hat sich zu der schwedischen Forderung nicht geäußert. Das Schönebecker Projekt von 1635, das Schweden offiziell nicht anerkannte, solle der Kaiser, so empfahl der Fürstenrat, nicht erwähnen, da es keine Verbindlichkeit habe. Ähnlich, aber weniger definitiv, formulierte der Städterat, während der <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kurfürsten-</orig><orig>rat</orig></w> darauf verwies, daß Schweden das Projekt selbst in seiner Proposition II <pb n="LXXXVIII" facs="APWIIIA3-3_p0088" sameAs="#bsb00056732_00088"/>erwähnt habe<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n276" xml:id="bsb00056732_00088_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_001"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00537.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 511</ref>, erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Drittens <w lemma="begehren"><orig>be-</orig><orig>gehren</orig></w></hi>); Correlation des SR (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 948, erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Was ferners</hi>). <w lemma="Relation"><orig>Rela-</orig><orig>tion</orig></w> des KFR, Klasse I (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 916, zweitletzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Und haben</hi>). Im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> hatte der Österreichische Direktor ebenso argumentiert (Nr. 97 bei Anm. 41). Zu den Schönebecker Verhandlungen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0180n42" target="#bsb00056732_00180_038">Nr. 97 Anm. 42</ref>; zu den Gründen, warum die <w lemma="meisten"><orig>mei-</orig><orig>sten</orig></w> Evangelischen eine Bezugnahme darauf ablehnten, s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2, 7 Z. 11–23. Der SR hat sich in seiner Meinung über das Projekt an den <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> angepaßt (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 6, 74 Z. 2–6).</p></note>. Der Fürstenrat empfahl dem Kaiser, der französischen Forderung nach Geleitbriefen für die portugiesischen Gesandten nicht stattzugeben; falls aber Frankreich deshalb die Friedensverhandlungen verzögere, solle nach einem Weg gesucht werden, wie Frankreich ohne <w lemma="Einmischung"><orig>Ein-</orig><orig>mischung</orig></w> dieses Streits in die Reichsangelegenheiten zufriedengestellt <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> könne. Der Kurfürstenrat lehnte die französische Forderung ab und überließ die Entscheidung dem Kaiser und Spanien, während sich die Reichsstädte mit dem Rat begnügten, daß die Hauptverhandlungen wegen dieser Forderung nicht verzögert werden dürften<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n277" xml:id="bsb00056732_00088_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00537.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 511</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> <w lemma="Gleichergestallt"><orig>Gleicher-</orig><orig>gestallt</orig></w><hi style="font-style:italic;">); Relation des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">914, zweiter Absatz, beginnend</hi> Und erfreuet<hi style="font-style:italic;">). Zu den Beratungen im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 100.</hi></p></note>. In der Frage der Amnestie riet der Fürstenrat dem Kaiser mehrheitlich, es bei der im <w lemma="Oktober"><orig>Okto-</orig><orig>ber</orig></w> 1645 in Kraft gesetzten Regensburger Amnestie von 1641 mit den <w lemma="Stichjahren"><orig>Stich-</orig><orig>jahren</orig></w> 1630 bzw. 1627 zu belassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n278" xml:id="bsb00056732_00088_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlatio des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00537.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 511</ref>, dritter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Hierauf ist</hi>). Zur Inkraftsetzung der Regensburger Amnestie s. oben S. LXVIII.</p></note>. Im Anschluß an die Argumente für diese Regelung, die im wesentlichen dem zweiten Correlationsentwurf vom 10. März entsprechen, verzeichnet die Correlation die abweichende Meinung der Evangelischen, die 1618 als Stichjahr empfahlen; diese <w lemma="Darlegungen"><orig>Darle-</orig><orig>gungen</orig></w> stimmen im Kern mit dem Magdeburger Votum zu Amnestie und Restitution vom 8. Februar und genauer mit dem am 10. März 1646 im Fürstenrat Osnabrück verlesenen <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> der evangelischen Reichsstände über Amnestie und Restitution überein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n279" xml:id="bsb00056732_00088_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_004"/> <p style="font-style:italic;">Correlatio des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00539.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 513</ref>, letzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Hingegen sind</hi>); Magdeburger Votum vom 8. Februar: s. S. 59–63; zweiter Correlationsentwurf Richtersbergers vom 10. März: s. S. 231–237; zum <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> s. Nr. 111 bei Anm. 45.</p></note>. Die <w lemma="Mehrheitsmeinung"><orig>Mehrheits-</orig><orig>meinung</orig></w> des Fürstenrats zur Amnestie entsprach jener des Kurfürstenrats, während sich Kurbrandenburg, wie die evangelischen <w lemma="Fürstenratsmitglieder"><orig>Fürstenratsmitglie-</orig><orig>der</orig></w>, für eine Amnestie mit dem Stichjahr 1618 aussprach. Ebenso empfahl der evangelische Teil des Städterats eine solche Amnestie. Der katholische hingegen legte die Gründe dar, die gegen diesen Terminus a quo sprächen, und setzte sich für 1630 als Stichjahr ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0088n280" xml:id="bsb00056732_00088_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00088_005"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse I,1 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00941.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 915</ref>–918). Abweichende „Meinungen“ <w lemma="Kurbrandenburgs"><orig>Kur-</orig><orig>brandenburgs</orig></w> sind in beigelegten Voten verzeichnet. Zur Beilage dieser Voten (statt der geforderten Einfügung) s. oben Anm. 246; zum kurbg. Votum zur Amnestie s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n29" target="#bsb00056732_00546_023">Nr. 119 Anm. 29</ref>. „Meinung“ der ev. Mitglieder des SR: s. Correlation des SR, Klasse I,1 (<hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Meiern"><orig>Mei-</orig><orig>ern</orig></w></hi> II, 948–952), „Meinung“ der kath. Mitglieder des SR: <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 952f.</p></note>. In der Amnestiefrage gaben <pb n="LXXXIX" facs="APWIIIA3-3_p0089" sameAs="#bsb00056732_00089"/>also alle drei Kurien nach konfessionellen Gesichtspunkten ein geteiltes <w lemma="Urteil"><orig>Ur-</orig><orig>teil</orig></w> ab. Diese Frage entzweite die Reichsstände stärker als jede andere.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zu den Privilegien und Rechten der Reichsstände hatte Schweden <w lemma="Aufklärung"><orig>Aufklä-</orig><orig>rung</orig></w> über eine Klausel gefordert, welche die in der kaiserlichen <w lemma="Responsion"><orig>Respon-</orig><orig>sion</orig></w> aufgezählten reichsständischen Rechte dahin beschränkte, daß alles <hi style="font-style:normal;">iuxta morem ab antiquo in Imperio receptum</hi> zu verstehen sei. Schweden hatte die rhetorische Frage gestellt, ob sich dies bis auf die Zeit des Kaisers Tiberius erstrecke. Der Fürstenrat ignorierte den ironischen Unterton und riet dem Kaiser zu der Antwort, daß sich die Klausel auf den neuzeitlichen Zustand des Reiches und dessen Fundamentalgesetze beziehe, empfahl aber ihre Auslassung, falls sie Verzögerungen verursache<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0089n281" xml:id="bsb00056732_00089_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00089_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Zu der Vorbehaltsklausel s. Nr. 99 bei Anm. 6 und dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">Frieden, 326; <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00543.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 517f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Was <w lemma="ferner"><orig>fer-</orig><orig>ner</orig></w><hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Der <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kurfür-</orig><orig>stenrat</orig></w> ging auf die eigentliche Intention der Schweden ein und nahm zu der Frage Stellung, ob und wie die kaiserlichen Reservatrechte und/oder die Rechte der Kurfürsten genannt werden sollten. Er befand, daß am <w lemma="besten"><orig>be-</orig><orig>sten</orig></w> beides zu umgehen sei; gegebenenfalls solle erläutert werden, daß dem Kaiser alle Hoheitsrechte zustünden, an denen die Reichsstände nicht kraft Wahlkapitulation, Goldener Bulle und den Reichsgrundgesetzen partizipierten. Daraus spricht die auch vom Kaiser geteilte Auffassung, daß ursprünglich alle Hoheitsrechte dem Kaiser zukamen, der die <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig><orig>stände</orig></w> an bestimmten partizipieren ließ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0089n282" xml:id="bsb00056732_00089_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00089_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse I,2 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00945.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 919</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Bey dem 2) Puncte<hi style="font-style:italic;">). Näher dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">Frieden, 326.</hi></p></note>. Der Städterat zählte die in der kaiserlichen Responsion genannten Rechte der Reichsstände auf, <w lemma="verwandelte"><orig>verwan-</orig><orig>delte</orig></w> aber die Vorbehaltsklausel in die Aussage, daß die Partizipation der Reichsstände an diesen Rechten ohnehin den Reichsgrundgesetzen und dem Herkommen entspreche. Außerdem hat der Städterat Änderungen an der kaiserlichen Aufzählung der Rechte vorgenommen, indem einige spezifiziert bzw. ergänzt wurden. Die Reichsstädte baten um eine <w lemma="Enumeration"><orig>Enume-</orig><orig>ration</orig></w> der Rechte im Friedensvertrag<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0089n283" xml:id="bsb00056732_00089_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00089_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des SR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00980.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 954</ref>, Ende des ersten Absatzes, beginnend <hi style="font-style:normal;">Auf die beym</hi>). – Die ksl. Responsion an Schweden spricht von Krieg oder Rüstung zum Krieg (zu Art. 5, <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00744.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> I, 620</ref>), die Correlation des SR von Musterplätzen, Einquartierungen, Besatzungen und Erbauung neuer Befestigungen in den Territorien der Reichsstände.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Der Fürstenrat hat nachträglich noch einmal zu den Reichsrechten <w lemma="Stellung"><orig>Stel-</orig><orig>lung</orig></w> genommen und in Korrektur seines ursprünglichen <w lemma="Beratungsergebnisses"><orig>Beratungsergeb-</orig><orig>nisses</orig></w> mehrheitlich beschlossen, daß die kaiserliche Vorbehaltsklausel ganz ausgelassen und nur die Aufzählung der reichsständischen Rechte <w lemma="stehenbleiben"><orig>stehen-</orig><orig>bleiben</orig></w> solle. Auch der Fürstenrat hat nun bei deren Wiedergabe in seiner Correlation Änderungen vorgenommen, indem er zusätzlich Werbung und Einquartierung, Befestigung oder Besetzung in den Territorien der Reichsstände als Aufgaben nannte, über die der Reichstag entscheiden <w lemma="solle"><orig>sol-</orig><orig>le</orig></w>; am Ende der Aufzählung nannte er summarisch <hi style="font-style:normal;">andere Negotia <w lemma="gleicher"><orig>glei-</orig><pb n="XC" facs="APWIIIA3-3_p0090" sameAs="#bsb00056732_00090"/><orig>cher</orig></w></hi><hi style="font-style:normal;"> Natur und Eigenschafft</hi> Eine Minderheit empfahl hingegen, die <w lemma="Vorbehaltsklausel"><orig>Vor-</orig><orig>behaltsklausel</orig></w> unverändert stehenzulassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n284" xml:id="bsb00056732_00090_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_001"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00925.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 899</ref>f, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">Ferners haben</hi>). Der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> beriet nach vorangegangener Behandlung dieses Punkts im <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> in der letzten Sitzung vor der Re- und Correlation über die Vorbehaltsklausel (s. Nr. 118 bei Anm. 5).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Beim Bündnisrecht der Reichsstände solle, so empfahl der Fürstenrat, die von den Schweden angegriffene Klausel <hi style="font-style:normal;">contra Imperatorem et Imperium</hi> stehenbleiben. Sie ließ Bündnisse der Reichsstände mit auswärtigen <w lemma="Mächten"><orig>Mäch-</orig><orig>ten</orig></w> nur dann zu, wenn sie sich nicht gegen Kaiser und Reich richteten. Auch die Mehrheit der Kurfürsten und die Reichsstädte sprachen sich für die Beibehaltung der Klausel aus. Kurbrandenburg allerdings wollte <w lemma="Vorsorge"><orig>Vor-</orig><orig>sorge</orig></w> für den Fall getroffen wissen, daß der Kaiser und das Haus <w lemma="Österreich"><orig>Öster-</orig><orig>reich</orig></w> gegen das Reich Krieg führten. Eine solche Unterscheidung zwischen Kaiser und Reich hatte Schweden mit der Forderung angeregt, daß <w lemma="Bündnisse"><orig>Bünd-</orig><orig>nisse</orig></w> gegen den Kaiser zuzulassen seien, falls dieser gegen die <w lemma="Reichsgrundgesetze"><orig>Reichs-</orig><orig>grundgesetze</orig></w> verstoße<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n285" xml:id="bsb00056732_00090_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_002"/> <p style="font-style:italic;">Zu der Klausel s. Nr. 99 bei Anm. 7; s. dort S. 79 Z. 23–30 die Argumentation gegen den schwed. Vorschlag nach Unterscheidung zwischen Ks. und Reich und dazu <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, Frieden, 328. Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00543.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 517</ref>f, hier 517, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Was ferner</hi>); Relation des KFR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00945.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 919</ref>, letzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Betreffend</hi> den); Correlation des SR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00981.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 955</ref>, <w lemma="letzter"><orig>letz-</orig><orig>ter</orig></w> Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Kuenftige</hi>); zum kurbg. Votum zum reichsständischen <w lemma="Bündnisrecht"><orig>Bündnis-</orig><orig>recht</orig></w> s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n33" target="#bsb00056732_00546_034">Nr. 119 Anm. 33</ref>.</p></note>. Der Fürstenrat trat ferner für Gültigkeit und Bestand der Erbverbrüderung zwischen den kurfürstlichen und fürstlichen Häusern Sachsen, Brandenburg und Hessen ein, während der Städterat nur allgemein von der Erhaltung der Erbvereinigungen <hi style="font-style:normal;">(pacta gentilitia)</hi> sprach und der Kurfürstenrat darüber nichts sagte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n286" xml:id="bsb00056732_00090_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (wie vorige Anm.); Correlation des SR, Klasse I,2 (wie vorige Anm.).</p></note>. Zu der Frage der französischen Replik, ob das Reich ohne Einschluß Spaniens mit <w lemma="Frankreich"><orig>Frank-</orig><orig>reich</orig></w> Frieden schließen wolle, befand der Fürstenrat einstimmig, daß die Beantwortung zu verschieben sei, bis andere, das Römische Reich <w lemma="betreffende"><orig>betref-</orig><orig>fende</orig></w> Probleme gelöst seien; wenn Frankreich aber die <w lemma="Friedensverhandlungen"><orig>Friedensverhand-</orig><orig>lungen</orig></w> deshalb verzögere, sei der Friede im <hi style="font-style:normal;">Vaterland Deutscher Nation</hi> deswegen nicht aufzuhalten; sinngemäß ebenso votierte der Städterat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0090n287" xml:id="bsb00056732_00090_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00090_004"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00544.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 518</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Und <w lemma="demnach"><orig>dem-</orig><orig>nach</orig></w></hi>). Zur Beratung über diese Frage im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 101. – Correlation des SR, Klasse III (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00987.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 961</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Daß sonst</hi>). Zur Meinung des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> s. oben bei Anm. 275.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zu der französischen Forderung, Herzog Karl von Lothringen nicht zu den Friedensverhandlungen zuzulassen, riet der Fürstenrat, daß sich die kaiserlichen Gesandten weiterhin um die Erteilung der Geleitbriefe <w lemma="bemühen"><orig>be-</orig><orig>mühen</orig></w> sollten, doch ohne dadurch die Friedensverhandlungen zu <w lemma="verzögern"><orig>ver-</orig><orig>zögern</orig></w>. Er nahm damit eine mittlere Position ein, denn der Kurfürstenrat befand, daß die Geleitbriefe erteilt werden müßten, während sich der <pb n="XCI" facs="APWIIIA3-3_p0091" sameAs="#bsb00056732_00091"/>Städterat mit der Feststellung begnügte, daß die Friedensverhandlungen deshalb nicht verschleppt oder gehindert werden sollten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0091n288" xml:id="bsb00056732_00091_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00091_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00544.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi><hi style="font-style:italic;"> II, 518f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Was ferner<hi style="font-style:italic;">); Relation des <choice><abbr>KFR</abbr><expan>Kurfürstenrat</expan></choice> (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00940.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi><hi style="font-style:italic;"> II, 914f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Betreffend aber<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Ad Prooemium (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00973.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 947</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter Absatz, beginnend</hi> Und erfreuet<hi style="font-style:italic;">). Zur Beratung über diese Frage im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 101.</hi></p></note>. Frankreich hatte in der Proposition II vom 11. Juni 1645 gefordert, daß zu Lebzeiten eines Kaisers kein Römischer König gewählt werden dürfe; die Replik vom 7. Januar 1646 hatte dies noch zu der Forderung zugespitzt, daß kein <w lemma="Mitglied"><orig>Mit-</orig><orig>glied</orig></w> aus der Familie des Kaisers zum Römischen König gewählt werden dürfe. Darin sah der Fürstenrat einen Verstoß gegen die Goldene Bulle und die Wahlfreiheit der Kurfürsten und meinte zuversichtlich, daß Frankreich von dieser Forderung zurücktreten werde. Eine namentlich aufgeführte Mehrheit der protestantischen Fürstenratsmitglieder riet <w lemma="hingegen"><orig>hin-</orig><orig>gegen</orig></w>, der Kaiser möge Frankreich als Kompromiß vorschlagen, daß <w lemma="künftig"><orig>künf-</orig><orig>tig</orig></w> immer ein Reichstag die Frage prüfen werde, ob eine Römische <w lemma="Königswahl"><orig>Königs-</orig><orig>wahl</orig></w> vorzunehmen sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0091n289" xml:id="bsb00056732_00091_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00091_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00545.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 519</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Endlichen hat</hi>; namentlich genannt sind Pfalz-Lautem, Pfalz-Simmern, Pfalz-Zweibrücken, <w lemma="Magdeburg"><orig>Mag-</orig><orig>deburg</orig></w>, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg, Sachsen-Weimar, Sachsen-Eisenach, Braunschweig [gemeint sind die drei braunschweigischen Fürstentümer Celle, <w lemma="Grubenhagen"><orig>Grubenha-</orig><orig>gen</orig></w> und Calenberg], Mecklenburg [gemeint sind Mecklenburg-Schwerin und <w lemma="Mecklenburg"><orig>Mecklen-</orig><orig>burg</orig></w>-Güstrow], Hessen [gemeint sind Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt], Baden-Durlach, Sachsen-Lauenburg, Anhalt). – Hintergrund war die Absicht, dem <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> eine <w lemma="Beteiligung"><orig>Be-</orig><orig>teiligung</orig></w> an der Röm. Kg.swahl zu verschaffen. Zu den Beratungen im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 103 und 108.</p></note>. Der Kurfürstenrat befand wie die Mehrheit des Fürstenrats, daß die französischen Forderungen dem Reichsrecht <w lemma="widersprächen"><orig>wider-</orig><orig>sprächen</orig></w> und daher abzulehnen seien. Der Städterat kam Frankreich <w lemma="etwas"><orig>et-</orig><orig>was</orig></w> entgegen, indem er empfahl, nur vacante Imperio einen Römischen König zu wählen, es sei denn, das allgemeine Wohl oder die Not des <w lemma="Reiches"><orig>Rei-</orig><orig>ches</orig></w> machten eine Ausnahme nötig<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0091n290" xml:id="bsb00056732_00091_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00091_003"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse I,2 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00946.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 920</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Was 4)</hi>). <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> des SR, Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00980.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 954</ref>f, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Und <w lemma="gleichwie"><orig>gleich-</orig><orig>wie</orig></w></hi>). Das Kurmainzer Direktorium stellte die (ev.) Fürstenratmitglieder und den SR bei der Re- und Correlation wegen der Vorschläge zur Röm. Kg.swahl zur Rede (s. Nr. 120 bei Anm. 33). Der Kurmainzer Deputierte kritisierte den <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> bei Übergabe der <w lemma="Reichsbedenken"><orig>Reichs-</orig><orig>bedenken</orig></w> an die Ksl. (s. Nr. 121 bei Anm. 11).</p></note>. Eine Hebung des Handels werde sich, so befand der Fürstenrat, durch den Friedensschluß von selbst <w lemma="einstellen"><orig>einstel-</orig><orig>len</orig></w>. Er sprach sich für die Abschaffung der während des Krieges <w lemma="eingeführten"><orig>einge-</orig><orig>führten</orig></w> Zölle und Zollerhöhungen aus und verwies unter dem Vorbehalt, daß die Friedensverhandlungen dadurch nicht verzögert würden, auf das Gutachten der Reichs- und Hansestädte. Der Kurfürstenrat empfahl <w lemma="ähnlich"><orig>ähn-</orig><orig>lich</orig></w>, aber detaillierter, daß alle ohne Zustimmung des Kaisers und der Kurfürsten neu erhobenen oder erhöhten Zölle abgeschafft werden sollten und im übrigen das Gutachten der Hanse- und Reichsstädte abzuwarten sei. Der Städterat begnügte sich mit einem Verweis auf ein Memorial der <pb n="XCII" facs="APWIIIA3-3_p0092" sameAs="#bsb00056732_00092"/>Reichs- und Hansestädte, das bereits den kaiserlichen und königlichen <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> übergeben worden sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0092n291" xml:id="bsb00056732_00092_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00092_001"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00546.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 520</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Das 4. <w lemma="Membrum"><orig>Mem-</orig><orig>brum</orig></w></hi>); Relation des KFR, Klasse I,4 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 920, letzter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Betreffend schließlich</hi>); Correlation des SR, Klasse I,4 (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 958). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über den Handel s. Nr. 105. Das Memorial der Reichs- und Hansestädte über den <w lemma="Handel"><orig>Han-</orig><orig>del</orig></w> wurde bei der Re- und Correlation am 27. April 1646 erwähnt, aber nicht abgelesen (s. Nr. 120 bei Anm. 16).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Correlation des Fürstenrats zu Klasse II bis IV der Repliken beginnt mit einer Stellungnahme zu den französischen Satisfaktionsforderungen. Der Fürstenrat empfahl, der Kaiser solle das Angebot einer Abtretung der drei lothringischen „Bistümer“ und Reichsstädte Metz, Toul und Verdun sowie der Festungen Pinerolo und Moyenvic unter Vorbehalt der Rechte und Privilegien aller davon betroffenen Reichsstände und Institutionen wiederholen und Fürsten und Stände über die Verhandlungen informieren und ihr Gutachten und ihre Ratifikation einholen. Ein Teil des Fürstenrats befand, der Kaiser solle, falls Frankreich mit diesem Angebot nicht <w lemma="zufrieden"><orig>zufrie-</orig><orig>den</orig></w> sei, die Verhandlungen mit Befragung der Betroffenen fortsetzen; ein Teil aber meinte, der Kaiser solle nicht über das Angebot hinausgehen. Österreich <hi style="font-style:normal;">und andere</hi> machten zur Bedingung, daß die von den <w lemma="französischen"><orig>französi-</orig><orig>schen</orig></w> Satisfaktionsforderungen betroffenen, noch minderjährigen <w lemma="Erzherzöge"><orig>Erzher-</orig><orig>zöge</orig></w> Ferdinand Karl und Sigismund Franz aus der Innsbrucker Linie des Hauses Habsburg sowie die Hochstifte unter den Satisfaktionsforderungen Frankreichs nicht leiden dürften<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0092n292" xml:id="bsb00056732_00092_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00092_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00920.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 894</ref>f). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die frz. Satisfaktion s. Nr. 113, zu den frz. Satisfaktionsforderungen <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0357n32" target="#bsb00056732_00357_042">Nr. 110 Anm. 32</ref>, zur Innsbrucker Linie <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0410n76" target="#bsb00056732_00410_038">Nr. 112 Anm. 76</ref> und zum Angebot der Abtretung der drei Hst.e und zweier Festungen von Anfang Dezember 1645 <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0335n58" target="#bsb00056732_00335_027">Nr. 108 Anm. 58</ref> und <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0414n9" target="#bsb00056732_00414_039">Nr. 113 Anm. 9</ref>.</p></note>. Zu den schwedischen <w lemma="Satisfaktionsforderungen"><orig>Satisfaktionsfor-</orig><orig>derungen</orig></w> befand die Mehrheit des Fürstenrats, daß zunächst versucht <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> solle, Schweden mit Geld abzufinden. Falls das nicht gelinge, sollten die kaiserlichen Gesandten die Verhandlungen mit Befragung und Zuziehung der Betroffenen zu einem möglichst wenig nachteiligen Ergebnis führen und Fürsten und Stände über den Verhandlungsstand zur weiteren <w lemma="Beratung"><orig>Bera-</orig><orig>tung</orig></w> und Billigung informieren. Da Schweden hauptsächlich eine Lösung der inneren Probleme im Reich fordere, sollten sie die Fortsetzung dieser (das heißt der Gravamina-)Verhandlungen forcieren. Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast sowie Brandenburg-Kulmbach und Brandenburg-Ansbach führten in einem beiliegenden Votum die Gründe auf, warum der Kurfürst von Brandenburg der schwedischen Forderung nach Pommern seine Zustimmung verweigere. Salzburg, Deutschmeister und namentlich nicht genannte weitere Reichsstände baten die kaiserlichen Gesandten, Schweden von seinen Forderungen abzubringen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0092n293" xml:id="bsb00056732_00092_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00092_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00921.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 895</ref>f). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die schwed. Satisfaktion s. Nr. 112 und das Votum Pommern-Stettins und -Wolgasts in Nr. 113, zu den schwed. Satisfaktionsforderungen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0392n7" target="#bsb00056732_00392_033">Nr. 112 Anm. 7</ref>, zum <w lemma="pommerschen"><orig>pommer-</orig><orig>schen</orig></w> und fürstlich bg. Votum s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0532n35" target="#bsb00056732_00532_034">Nr. 118 Anm. 35</ref>.</p></note>. Dagegen legte der <pb n="XCIII" facs="APWIIIA3-3_p0093" sameAs="#bsb00056732_00093"/>Kurfürstenrat den Schwerpunkt seiner Stellungnahme auf die Argumente, mit denen die Kaiserlichen den schwedischen und französischen <w lemma="Satisfaktionsforderungen"><orig>Satisfakti-</orig><orig>onsforderungen</orig></w> begegnen sollten. Falls diese nichts fruchteten, solle nach Information der Reichsstände eilends, noch vor dem Sommerfeldzug, über die Forderungen Schwedens und Frankreichs verhandelt werden. <w lemma="Kurbrandenburg"><orig>Kurbran-</orig><orig>denburg</orig></w> sprach sich dafür aus, daß die kaiserlichen Gesandten so schnell wie möglich mit Frankreich weiter verhandeln sollten, da sich die <w lemma="Franzosen"><orig>Franzo-</orig><orig>sen</orig></w> nicht mit Metz, Toul und Verdun zufriedengeben würden. Zur <w lemma="schwedischen"><orig>schwe-</orig><orig>dischen</orig></w> Satisfaktionsforderung nach Pommern führte Kurbrandenburg die Gründe auf, warum Kurfürst Friedrich Wilhelm seine Zustimmung <w lemma="verweigere"><orig>ver-</orig><orig>weigere</orig></w>. Der Städterat entwickelte die detailliertesten Vorstellungen über die für sicher gehaltenen territorialen Abtretungen und befand, die <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiser-</orig><orig>lichen</orig></w> Gesandten sollten die schon begonnenen Verhandlungen mit <w lemma="Frankreich"><orig>Frank-</orig><orig>reich</orig></w> und Schweden wieder aufnehmen und unter Zuziehung der <w lemma="Betroffenen"><orig>Betroffe-</orig><orig>nen</orig></w> zu einem Ergebnis führen, das die wenigsten Nachteile habe. Dabei sollten sie die Reichsstände laufend über die Verhandlungen informieren und ihr Gutachten einholen. Mögliche Abtretungen sollten vom Reich zu Lehen genommen werden und allen früheren Besitzern ihre Güter in den abgetretenen Landen restituiert werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0093n294" xml:id="bsb00056732_00093_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00093_001"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse II (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00947.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 921</ref>–924); zum kurbg. Sondervotum zur <w lemma="Satisfaktion"><orig>Satis-</orig><orig>faktion</orig></w> der Kronen s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n35" target="#bsb00056732_00546_038">Nr. 119 Anm. 35</ref>. Correlation des SR, Klasse II (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 958ff).</p></note>. Zu den Forderungen Hessen-Kassels empfahl der Fürstenrat, daß die verlangte Amnestie und Restitution zu den allgemeinen Verhandlungen über die Amnestie und die Frage des Einschlusses der Reformierten in den Religionsfrieden zu den <w lemma="Gravaminaverhandlungen"><orig>Gravamina-</orig><orig>verhandlungen</orig></w> gehöre. Ferner sollten die von Kurmainz 1638 bis 1639 in kaiserlichem Auftrag mit Hessen-Kassel geführten Verhandlungen <w lemma="wiederaufgenommen"><orig>wieder-</orig><orig>aufgenommen</orig></w> werden. Die verlangte Bestätigung der Erbverbrüderung zwischen den kur- und fürstlichen Häusern Sachsen, Brandenburg und Hessen, der Primogenitur und anderer Familienstatuten solle gewährt <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w>. Der Marburger Erbfolgestreit sei durch die Vermittlung Herzog <w lemma="Christian"><orig>Chri-</orig><orig>stian</orig></w> Ludwigs von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg beizulegen und bei einem Mißerfolg seiner Bemühungen auf dem Westfälischen <w lemma="Friedenskongreß"><orig>Friedenskon-</orig><orig>greß</orig></w>, doch ohne Beeinträchtigung der allgemeinen Verhandlungen, zu schlichten; dazu verwies der Fürstenrat auf ein beigelegtes hessen-<w lemma="darmstädtisches"><orig>darm-</orig><orig>städtisches</orig></w> Votum, zu dem sich Hessen-Kassel eine Stellungnahme <w lemma="vorbehielt"><orig>vor-</orig><orig>behielt</orig></w>. Aus Mangel an Information konnte der Fürstenrat zu den <w lemma="Differenzen"><orig>Diffe-</orig><orig>renzen</orig></w> zwischen Hessen-Kassel und Waldeck nicht Stellung nehmen. Zu den Satisfaktionsforderungen Hessen-Kassels führte er Argumente an, <w lemma="welche"><orig>wel-</orig><orig>che</orig></w> die Landgräfin zu einem Verzicht auf ihre Forderungen veranlassen sollten; dazu verwies er auf drei beigelegte Voten der Hochstifte <w lemma="Hildesheim"><orig>Hildes-</orig><orig>heim</orig></w> und Münster und der Fürstabtei Fulda<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0093n295" xml:id="bsb00056732_00093_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00093_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00922.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 896</ref>f). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die Forderungen Hessen-Kassels s. Nr. 114; zu den sechsgliedrigen hessen-kasselschen <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Gravamina"><orig>Gra-</orig><orig>vamina</orig></w> und Postulata</hi> s. S. 321f, zu den Sondervoten der Hst.e <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0532n35" target="#bsb00056732_00532_034">Nr. 118 Anm. 35</ref>.</p></note>. Die Mehrheit des <w lemma="Kurfürstenrats"><orig>Kurfür-</orig><pb n="XCIV" facs="APWIIIA3-3_p0094" sameAs="#bsb00056732_00094"/><orig>stenrats</orig></w> stimmte damit im Prinzip überein, doch gaben die Kurfürsten – trotz eingestandenen Informationsmangels – ihrer Hoffnung Ausdruck, daß die Grafen von Waldeck auf ihre Forderungen gegenüber Hessen-<w lemma="Kassel"><orig>Kas-</orig><orig>sel</orig></w> verzichten würden. Deutlicher als die Fürsten tadelte der Kurfürstenrat die hessen-kasselschen Satisfaktionsforderungen und verlangte von der Landgräfin, die besetzten Lande und Orte zu restituieren. <w lemma="Kurbrandenburg"><orig>Kurbranden-</orig><orig>burg</orig></w> legte ein Gutachten mit positiver Tendenz für Hessen-Kassel vor und empfahl, daß es über die Frage des Einschlusses der Reformierten in den Religionsfrieden keine Diskussion und keinen Verweis auf die <w lemma="Gravaminaverhandlungen"><orig>Gravamina-</orig><orig>verhandlungen</orig></w> geben dürfe; daß Hessen-Kassel im Marburger <w lemma="Erbschaftsstreit"><orig>Erbschafts-</orig><orig>streit</orig></w> seinen eigenen Angaben zufolge Unrecht geschehen und daß zu <w lemma="überlegen"><orig>über-</orig><orig>legen</orig></w> sei, ob seinen Satisfaktionsforderungen um des Friedens halber <w lemma="nachgegeben"><orig>nach-</orig><orig>gegeben</orig></w> werden solle. Der Städterat äußerte nur die Hoffnung, daß <w lemma="Hessen"><orig>Hes-</orig><orig>sen</orig></w>-Kassel freiwillig von seinen Forderungen zurücktreten werde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0094n296" xml:id="bsb00056732_00094_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00094_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00922.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 896</hi></ref><hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse II,1 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">924f); zu den drei kurbg. Voten s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n36" target="#bsb00056732_00546_042">Nr. 119 Anm. 36</ref>; Correlation des SR, Klasse II (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">960, zweiter Absatz, beginnend</hi> Was der verwittibten<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Zu der von Schweden für beide Kronen geforderten Militärsatisfaktion befand der Fürstenrat, daß die kaiserlichen Gesandten Schweden und Frankreich argumentativ zur Preisgabe ihrer Forderungen veranlassen möchten, <w lemma="während"><orig>wäh-</orig><orig>rend</orig></w> sich der Kurfürstenrat auf die allgemeine Bemerkung beschränkte, daß sich nach seiner Erwartung die übrigen Fragen im Zuge der <w lemma="Verhandlungen"><orig>Verhand-</orig><orig>lungen</orig></w> über die Territorialsatisfaktion mit erledigen würden. Derselben Meinung war, mit eingehenderer Begründung, der Städterat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0094n297" xml:id="bsb00056732_00094_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00094_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00923.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 897</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> <w lemma="Ingleichen"><orig>In-</orig><orig>gleichen</orig></w> werden<hi style="font-style:italic;">). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die Militärsatisfaktion s. Nr. 114. Schweden hatte am 11. Juni 1645 Militärsatisfaktion für beide Kronen gefordert (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0444n5" target="#bsb00056732_00444_037">Nr. 114 Anm. 5</ref>). Relation des KFR, Klasse II,1 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00949.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 923f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>be-</orig><orig>ginnend</orig></w></hi> Welches alles zwar<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse II (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">960, dritter Absatz, beginnend</hi> Sodann ferners<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zu den in Klasse III zusammengefaßten Auffassungen über die <w lemma="Wiederherstellung"><orig>Wieder-</orig><orig>herstellung</orig></w> und Sicherung des Friedens befand der Fürstenrat <w lemma="mehrheitlich"><orig>mehrheit-</orig><orig>lich</orig></w>, daß die gegenseitige Erklärung, die den Kaiser zum Verzicht auf eine Assistenz Spaniens in einem künftigen spanisch-französischen <w lemma="Konflikt"><orig>Kon-</orig><orig>flikt</orig></w> und Frankreich zu einem künftigen Verzicht auf eine Assistenz Schwedens in einem künftigen Konflikt zwischen Schweden und dem Reich verpflichtete, stehenbleiben solle und dem Kaiser nicht verwehrt werden könne, Spanien als Erzherzog von Österreich Beistand zu leisten. Die evangelische Minderheit hingegen war der Ansicht, daß Frankreich sich nicht zu einem Verzicht auf eine Beistandserklärung für Schweden zu verpflichten brauche und daß die Vorbehaltsklausel, die dem Kaiser doch eine Hilfeleistung für Spanien ermögliche, ausgelassen und statt <w lemma="dessen"><orig>des-</orig><orig>sen</orig></w> eine Klausel eingefügt werden solle, die bei einer Hilfeleistung des Hauses Österreich für Spanien Schaden für das Römische Reich <w lemma="ausschließe"><orig>ausschlie-</orig><orig>ße</orig></w>. Außerdem solle bei Friedensschluß der von Magdeburg eingereichte <pb n="XCV" facs="APWIIIA3-3_p0095" sameAs="#bsb00056732_00095"/>Schriftsatz zur Friedensgarantie berücksichtigt werden. Der Städterat und die Mehrheit des Kurfürstenrats empfahlen sinngemäß entsprechend wie die Mehrheit des Fürstenrats, während Kurbrandenburg der <w lemma="Meinung"><orig>Mei-</orig><orig>nung</orig></w> war, daß Frankreich sich nicht zu einem Assistenzverzicht für Schweden zu verpflichten brauche, doch daß diese Frage bis zum Ende der Verhandlungen ausgesetzt werden könne<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0095n298" xml:id="bsb00056732_00095_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00095_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00923.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 897</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweitletzter Absatz, beginnend</hi> Nachdem man<hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse III,1 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 927, dritter Absatz, beginnend</hi> Daß der Cron<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse III (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">961, erster Absatz, beginnend</hi> Bey der dritten<hi style="font-style:italic;">); zum kurbg. Votum zur Friedensgarantie s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n37" target="#bsb00056732_00546_046">Nr. 119 Anm. 37</ref>, zum Schriftsatz des <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> zur Friedensgarantie <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0468n4" target="#bsb00056732_00468_039">Nr. 115 Anm. 4</ref> und oben bei Anm. 85.</hi></p></note>. Ferner rieten alle drei Reichskurien, zwei Wendungen, die Schweden für mißverständlich hielt, auszulassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0095n299" xml:id="bsb00056732_00095_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00095_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Gemeint sind die Worte</hi> praetextu ex hoc bello <hi style="font-style:italic;">und</hi> occasione huius belli, <hi style="font-style:italic;">s. Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00923.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 897</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter Absatz, beginnend</hi> Dieweil die<hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse III,1 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 927, dritter Absatz, beginnend</hi> Daß der Cron<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse III (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>,<hi style="font-style:italic;"> 962, erster Absatz, beginnend</hi> Und ob wohl<hi style="font-style:italic;">). Zur Beratung darüber im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 115, zweite Umfrage.</hi></p></note>. Zur Sicherheit des Friedens und speziell zu der von Frankreich und Schweden vorgeschlagenen Liga gegen Friedensstörer gab der Fürstenrat keine einheitliche Stellungnahme ab. Der Fürstenrat Münster hatte eine solche Liga abgelehnt, da die Reichssatzungen bei Friedensbruch eines Reichsstandes hinreichende Verfahren vorsähen. Bei Konflikten zwischen Kaiser und Reich einerseits und auswärtigen <w lemma="Mächten"><orig>Mäch-</orig><orig>ten</orig></w> andererseits sei der Reichstag die zuständige Institution, eine <w lemma="Sonderliga"><orig>Sonder-</orig><orig>liga</orig></w> zur Friedenssicherung sei also überflüssig. Der Fürstenrat Osnabrück hatte vorausgesetzt, daß Frankreich und Schweden auf dem Abschluß einer Liga beharren würden. Er riet den kaiserlichen Gesandten, sich mit beiden Mächten über Zeit und Verfahrensweise einer gütlichen <w lemma="Einigung"><orig>Eini-</orig><orig>gung</orig></w> zu verständigen, die vor einem militärischen Eingreifen vorzusehen seien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0095n300" xml:id="bsb00056732_00095_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00095_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>, zweiter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Daß aber</hi>). Zu den Beratungen des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über eine Liga zur Friedensgarantie s. Nr. 115, zu den frz. Ligaplänen <hi style="font-style:smallCaps;">Tischer</hi>, 292.</p></note>. Die Mehrheit des Kurfürstenrats hielt eine Liga zur <w lemma="Friedensgarantie"><orig>Friedens-</orig><orig>garantie</orig></w> bei (der anscheinend als gegeben angesehenen) Einbeziehung der Reichsstände in den Frieden nicht für ratsam, da die Reichssatzungen Verfahren bei Konflikten zwischen den Reichsständen enthielten und die Erfahrung gezeigt habe, daß die Einmischung fremder Mächte <w lemma="problematisch"><orig>proble-</orig><orig>matisch</orig></w> sei. Sie empfahl deshalb ausdrücklich, der Kaiser solle Frankreich und Schweden ersuchen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Reiches zu mischen. Der Zeitraum, der vor einem militärischen <w lemma="Eingreifen"><orig>Eingrei-</orig><orig>fen</orig></w> zur gütlichen oder rechtlichen Einigung zur Verfügung stehen solle, könne, anders als Schweden meinte, nicht generell festgelegt werden. Kurbrandenburg war der Auffassung, daß der Kaiser die Liga <w lemma="schweigend"><orig>schwei-</orig><orig>gend</orig></w> gebilligt habe, indem er die entsprechenden Vorschläge in seinen Responsionen nicht kommentiere. Deshalb könnten die Reichsstände <pb n="XCVI" facs="APWIIIA3-3_p0096" sameAs="#bsb00056732_00096"/>nicht von den Ligaplänen abraten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n301" xml:id="bsb00056732_00096_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse III,2 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00953.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 927f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">). Zum kurbg. Votum zur <w lemma="Friedensgarantie"><orig>Friedens-</orig><orig>garantie</orig></w> s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0546n37" target="#bsb00056732_00546_046">Nr. 119 Anm. 37</ref>.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aretin</hi>/<hi style="font-style:smallCaps;">Hammerstein</hi>, <hi style="font-style:italic;">470, halten die Formulierung in der kfl. Relation über die Einbeziehung der Reichsstände für polemisch (</hi>und da die Reichs-Stände, einfolgentlich das Reich selbsten, mit darunter verstanden werden sollte). <hi style="font-style:italic;">Doch legt der Gesamtzusammenhang eine solche Beurteilung nicht nahe.</hi></p></note>. Der Städterat nahm zu den <w lemma="Ligaplänen"><orig>Liga-</orig><orig>plänen</orig></w> nicht ausdrücklich Stellung, betonte aber, daß vor einem <w lemma="militärischen"><orig>militäri-</orig><orig>schen</orig></w> Eingreifen eine gütliche und rechtliche Einigung zu suchen sei und Konflikte zwischen dem Reich und auswärtigen Mächten auf einem Reichstag erörtert und beigelegt werden müßten. Über den Zeitraum zur gütlichen Einigung urteilte er wie der Kurfürstenrat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n302" xml:id="bsb00056732_00096_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des SR, Klasse III (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00988.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 962</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> 5) Den <w lemma="Terminum"><orig>Ter-</orig><orig>minum</orig></w><hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Der Fürstenrat erinnerte in diesem Zusammenhang von sich aus an den Erbfolgestreit um Jülich und Kleve: Es sei dafür zu sorgen, daß die <w lemma="Sicherheit"><orig>Sicher-</orig><orig>heit</orig></w> des Reiches nicht durch Einmischung von außen gestört werde; <w lemma="vielmehr"><orig>viel-</orig><orig>mehr</orig></w> seien kriegerische Auseinandersetzungen zu meiden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n303" xml:id="bsb00056732_00096_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>, dritter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Hierbey"><orig>Hier-</orig><orig>bey</orig></w></hi> ist). Der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> hat über diesen Punkt nicht beraten. Der Erbfolgestreit hatte 1609 mit dem Tod Hg. Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg (1562–1609) begonnen und wurde 1614 XI 12 durch den Vertrag von Xanten (Text: <hi style="font-style:smallCaps;">DuMont</hi> V.2, 259ff) und die <w lemma="vorläufige"><orig>vorläu-</orig><orig>fige</orig></w> Landesteilung zwischen Pfalz-Neuburg (dem Jülich-Berg) und Kurbrandenburg (dem Kleve-Mark-Ravensberg zugesprochen wurde) provisorisch und erst 1666 endgültig beigelegt (<hi style="font-style:smallCaps;">Janssen</hi>, 35; <hi style="font-style:smallCaps;">Ollmann</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Kösling</hi>).</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Correlation des Fürstenrats behandelt als letzten Punkt der Klasse III einen von Schweden geforderten Zusatz zu einer Formulierung der kaiserlichen Responsion. Dort wurden die friedenschließenden und zur Hilfeleistung im Konfliktfall verpflichteten Parteien mit den Worten <w lemma="bezeichnet"><orig>be-</orig><orig>zeichnet</orig></w>: <hi style="font-style:normal;">tam una quam altera pars atque utriusque partis foederati et adhaerentes.</hi> Schweden verlangte den Zusatz <hi style="font-style:normal;">atque universi status <w lemma="Imperii"><orig>Impe-</orig><orig>rii</orig></w>,</hi> weil es den Reichsständen im Konfliktfall die Rolle einer <w lemma="eigenständigen"><orig>eigenständi-</orig><orig>gen</orig></w> Kraft zuwies, die als Intervenienten zwischen dem Kaiser und den Kronen das Gleichgewicht herstellen sollte. Dies wurde in der <w lemma="schwedischen"><orig>schwe-</orig><orig>dischen</orig></w> Replik erläutert und im Fürstenrat Osnabrück von Sachsen-<w lemma="Altenburg"><orig>Al-</orig><orig>tenburg</orig></w> erklärt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0096n304" xml:id="bsb00056732_00096_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00096_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0484n69" target="#bsb00056732_00484_038">Nr. 115 Anm. 69</ref>.</p></note>, doch ging der Österreichische Fürstenratsdirektor <w lemma="darüber"><orig>dar-</orig><orig>über</orig></w> hinweg und behandelte vielmehr die Frage, ob in der Formulierung <hi style="font-style:normal;">tam una quam altera pars</hi> die Reichsstände implizit einbegriffen seien, oder ob die Reichsstände neben dem Kaiser, der <hi style="font-style:normal;">una pars,</hi> eine <w lemma="Vertragspartei"><orig>Vertrags-</orig><orig>partei</orig></w>, bildete, gesondert aufgeführt werden müßten. Der Fürstenrat Münster nahm zu dem Problem nicht Stellung, da er die Ligapläne <w lemma="ablehnte"><orig>ab-</orig><orig>lehnte</orig></w> und damit auch der entsprechende Artikel entfiel. Der Fürstenrat Osnabrück riet zu einer summarischen Nennung der Reichsstände, wie sie auf Reichstagen üblich war. Der Kurfürstenrat sah jeglichen Zusatz als unnötig an, da Kaiser und Reichsstände ein Corpus bildeten, dessen Haupt, der Kaiser, für alle Glieder handele. Der Städterat dagegen hielt <pb n="XCVII" facs="APWIIIA3-3_p0097" sameAs="#bsb00056732_00097"/>den Zusatz für nötig, da die Reichsstände am <hi style="font-style:normal;">ius belli et pacis</hi> teilhätten und demnach auch neben dem Kaiser zu nennen seien<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n305" xml:id="bsb00056732_00097_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 898</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> Daß folgends<hi style="font-style:italic;">); Relation des KFR, Klasse III,2 (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">928, dritter Absatz, beginnend</hi> Schließlich erachten<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse III (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">963, vierter Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>be-</orig><orig>ginnend</orig></w></hi> Letzlich<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Darin kommt die Anschauung zum Ausdruck, daß das Reich nicht allein durch den Kaiser, sondern durch die Gesamtheit der Reichsstände im Verein mit dem Kaiser repräsentiert werde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n306" xml:id="bsb00056732_00097_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Dickmann</hi>, <hi style="font-style:italic;">Reichsverfassung, 23f. Zum verbreiteten Bild des Reiches als <w lemma="eines"><orig>ei-</orig><orig>nes</orig></w> Körpers aus Haupt und Gliedern s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Aretin</hi>/<hi style="font-style:smallCaps;">Hammerstein</hi>, <hi style="font-style:italic;">470.</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Der erste Punkt der Correlation zu Klasse IV betraf die Freilassung der Kriegsgefangenen. Der Fürstenrat empfahl, daß zwischen Soldaten und Zivilisten unterschieden und den Zivilisten das zugesagte, aber nicht <w lemma="bezahlte"><orig>be-</orig><orig>zahlte</orig></w> Lösegeld erlassen werden solle. Zu Herzog Eduard von Braganza, der sich in Mailand in spanischer Haft befand, gab der Fürstenrat kein einheitliches Gutachten ab. Die Mehrheit riet dem Kaiser, sich bei Spanien für seine Freilassung zu verwenden, ohne daß deshalb die <w lemma="Hauptberatungen"><orig>Hauptberatun-</orig><orig>gen</orig></w> aufgehalten würden. Eine Minderheit riet, über diese Angelegenheit gar nicht zu verhandeln, da sie das Römische Reich nicht berühre<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n307" xml:id="bsb00056732_00097_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_003"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>f, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">In deliberation</hi>). Der erste Punkt (zur Unterscheidung zwischen Soldaten und <w lemma="Zivilisten"><orig>Zi-</orig><orig>vilisten</orig></w>) wurde im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> nicht behandelt; er fehlt auch in den ksl., frz. oder schwed. <w lemma="Forderungen"><orig>For-</orig><orig>derungen</orig></w> für den Friedensschluß. Zur Beratung über die Forderung nach Freilassung Hg. Eduards von Braganza im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 116.</p></note>. Die Gutachten von Kurfürsten- und Städterat stimmen in der Substanz mit dem Mehrheitsvotum des Fürstenrats überein; der Städterat hielt die <w lemma="Interposition"><orig>In-</orig><orig>terposition</orig></w> des Kaisers für Herzog Eduard für nötig, da er sonst negative Auswirkungen auf den (Portugal-)Handel befürchtete<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n308" xml:id="bsb00056732_00097_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse IV,1 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00954.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 928f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Bey der IV.<hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse IV (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">963f, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Die Vierdte<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zur Restitution der besetzten Orte befand der Fürstenrat, die kaiserlichen Gesandten sollten sich dafür verwenden, daß entgegen der schwedischen Forderung nur die mitgebrachten Mobilien (Geschütze und Munition) bei Truppenabzug mitgenommen werden dürften und auch die Archive <w lemma="vollständig"><orig>voll-</orig><orig>ständig</orig></w> zurückzuerstatten seien. Die Feindseligkeiten sollten nach <w lemma="Unterzeichnung"><orig>Unter-</orig><orig>zeichnung</orig></w> des Friedens aufhören und die Restitutionen beginnen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0097n309" xml:id="bsb00056732_00097_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00097_005"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00924.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 898</ref>f, letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">In deliberation</hi>). Zur Beratung über die Restitution der besetzten Plätze im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> s. Nr. 116.</p></note>. Das detailliertere kurfürstliche Gutachten erwähnt speziell die von Hessen-Kassel besetzten Orte im Erzstift Köln und anderen Hochstiften sowie im Herzogtum Jülich, die vollständig zu restituieren seien, und nennt <w lemma="genaue"><orig>ge-</orig><orig>naue</orig></w> Fristen für die Restitutionen. Kurfürstenrat und Städterat lehnten ebenfalls die schwedische Forderung nach Mitnahme der vorgefundenen <pb n="XCVIII" facs="APWIIIA3-3_p0098" sameAs="#bsb00056732_00098"/>Mobilien ab; der Kurfürstenrat befand allerdings, daß dieser Punkt nicht so wichtig sei, um deswegen den Frieden aufzuhalten. Der Städterat mahnte besonders zur Restitution der französisch besetzten Reichsstädte. Die Restitutionen sollten möglichst nach Unterzeichnung des <w lemma="Friedensvertrags"><orig>Friedensver-</orig><orig>trags</orig></w> geschehen; wenigstens sollten die Feindseligkeiten dann eingestellt werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0098n310" xml:id="bsb00056732_00098_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00098_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse IV,1 (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00955.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 929</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Quoad <w lemma="Restitutionem"><orig>Re-</orig><orig>stitutionem</orig></w><hi style="font-style:italic;">); Correlation des SR, Klasse IV (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">964, zweiter Absatz, beginnend</hi> Betreffend 2)<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Demobilmachung war nach Meinung des Fürstenrats so <w lemma="vorzunehmen"><orig>vorzuneh-</orig><orig>men</orig></w>, daß den Reichsständen kein Schaden daraus entstehe und Schweden und Frankreich kein Anlaß zur <hi style="font-style:normal;">jalousie</hi> gegeben werde. Der Kaiser dürfe zur Grenzverteidigung der Erblande und Ungarns beliebig viele Truppen unterhalten; ebenso dürften die Reichsstände Besatzungs- und <w lemma="Grenztruppen"><orig>Grenztrup-</orig><orig>pen</orig></w> auf eigene Kosten beibehalten. Dasselbe riet der Kurfürstenrat und setzte hinzu, Schweden solle nicht deutsche Truppen aus dem Reich <w lemma="mitführen"><orig>mit-</orig><orig>führen</orig></w> dürfen. Das Gutachten des Städterats war entsprechend, aber <w lemma="detaillierter"><orig>de-</orig><orig>taillierter</orig></w>: Es solle Söldnern unbenommen sein, fremde Kriegsdienste <w lemma="anzunehmen"><orig>an-</orig><orig>zunehmen</orig></w> oder fremden Herrschern Truppen nach Maßgabe des <w lemma="Reichsabschieds"><orig>Reichs-</orig><orig>abschieds</orig></w> von 1570 zuzuführen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0098n311" xml:id="bsb00056732_00098_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00098_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00925.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 899</ref>, dritter Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Den punctum</hi>). Zur Beratung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über die Truppenabdankung s. Nr. 116; über die <w lemma="notwendige"><orig>not-</orig><orig>wendige</orig></w> Gleichbehandlung Schwedens und Frk.s bei der Demobilmachung wurde dort nicht gesprochen. Relation des KFR, Klasse IV,3 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00955.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 929</ref>f, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Daß nun bey</hi>); Correlation des SR, Klasse IV (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, 964f, letzter/erster Absatz, beginnend <hi style="font-style:normal;">Exauctorationem militiae</hi>). Zum RA von 1570 s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0472n36" target="#bsb00056732_00472_038">Nr. 115 Anm. 36</ref>.</p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Zur Benennung der in den Frieden Inkludierten, zur Unterzeichnung, <w lemma="Publikation"><orig>Pu-</orig><orig>blikation</orig></w> und Ratifikation befand der Fürstenrat, daß die Verbündeten sowie deren Anhänger und demnach auch die Reichsstände benannt und die Reichsritterschaft ebenfalls erwähnt werden solle. Die Gesandten <w lemma="sollten"><orig>soll-</orig><orig>ten</orig></w> nach dem Herkommen bei Subskription der Reichsabschiede <w lemma="unterschreiben"><orig>unter-</orig><orig>schreiben</orig></w>, und eine „genügende“ Zahl an Vertragsinstrumenten sei <w lemma="auszufertigen"><orig>aus-</orig><orig>zufertigen</orig></w>. Die Publikation sei in beiden Kongreßstädten in einem <w lemma="feierlichen"><orig>feierli-</orig><orig>chen</orig></w> Akt vorzunehmen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0098n312" xml:id="bsb00056732_00098_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00098_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00925.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 899</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> Was schlueßlich<hi style="font-style:italic;">). Zur Beratung des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> über diese Punkte s. Nr. 116.</hi></p></note>. Im Gegensatz zum Fürstenrat befand der Kurfürstenrat, daß alle Reichssachen zwischen dem Kaiser und den Reichsständen gesondert abgehandelt und beschlossen werden sollten. Falls Schweden und Frankreich darauf bestünden, daß die Reichssachen in den Friedensvertrag eingefügt würden, sollte eine Klausel über die <w lemma="Einhaltung"><orig>Ein-</orig><orig>haltung</orig></w> der Vereinbarungen zwischen Kaiser und Reichsständen <w lemma="eingerückt"><orig>einge-</orig><orig>rückt</orig></w> und vermerkt werden, daß alles mit Gutachten, Zustimmung und Genehmigung durch die Reichsstände ausgehandelt worden sei. Der <w lemma="Kurfürstenrat"><orig>Kur-</orig><orig>fürstenrat</orig></w> sprach sich ausdrücklich gegen eine Unterzeichnung durch die Reichsstände aus. Zwar habe der Kaiser den Reichsständen die <w lemma="kaiserlichen"><orig>kaiserli-</orig><pb n="XCIX" facs="APWIIIA3-3_p0099" sameAs="#bsb00056732_00099"/><orig>chen</orig></w>, schwedischen und französischen Friedensvorschläge zugestellt, damit sie kraft des ihnen in Reichssachen (und demnach nur in Reichssachen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n313" xml:id="bsb00056732_00099_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_001"/> <p style="font-style:italic;">Weder die ksl. Invitation der Reichsstände zum <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> von 1645 VIII 29 (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0174n25" target="#bsb00056732_00174_033">Nr. 97 Anm. 25</ref>) noch die ksl. Proposition an die Reichsstände von 1645 IX 25 (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0156n83" target="#bsb00056732_00156_039">Nr. 95 Anm. 83</ref>) kennen eine materielle Beschränkung des Jus suffragii auf die Reichssachen.</p></note>) zustehenden Jus suffragii darüber berieten, doch stehe dem Kaiser als dem Oberhaupt <hi style="font-style:normal;">das supremum Jus und Ober=Direction Pacis &amp; Belli</hi> zu, <w lemma="weshalb"><orig>wes-</orig><orig>halb</orig></w> er nach dem Herkommen (beim Abschluß von Friedensverträgen) allein berechtigt sei, den Vertrag zu unterzeichnen. Falls Schweden und Frankreich auf der Unterzeichnung der Reichsstände beharrten, sollten Kaiser und Reich die Subskription der „Reichsstände“ Schwedens und Frankreichs fordern<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n314" xml:id="bsb00056732_00099_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_002"/> <p style="font-style:italic;">Relation des KFR, Klasse IV,5 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00956.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 930</ref>f, dritter und letzter/erster Absatz, <w lemma="beginnend"><orig>begin-</orig><orig>nend</orig></w> <hi style="font-style:normal;">Bey dem 5ten</hi> und <hi style="font-style:normal;">Sollten aber</hi>). Die Frage, ob zwei oder drei Vertragsinstrumente aufgesetzt und die Reichssachen gesondert in einem Vertrag behandelt werden sollten, wurde auch bei der Re- und Correlation angesprochen (Nr. 120 bei Anm. 67).</p></note>. Der Städterat empfahl dasselbe wie der Fürstenrat über den Einschluß der Reichsstände und die Subskription der Gesandten. Die Reichsritterschaft, die Hanse- und Mediatstädte sollten im <w lemma="Friedensvertrag"><orig>Friedens-</orig><orig>vertrag</orig></w> explizit genannt werden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n315" xml:id="bsb00056732_00099_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des SR, Klasse IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00991.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 965</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Betreffend dann<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Die Correlation des Fürstenrats schließt mit einem Vermerk über die <w lemma="beigefügten"><orig>bei-</orig><orig>gefügten</orig></w>, zehn Punkte umfassenden evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica.</hi> Sie sollten entweder auf dem Friedenskongreß oder dem nächsten Reichstag behandelt werden; beigelegt waren außerdem Gravamina der Wetterauer Grafen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n316" xml:id="bsb00056732_00099_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse II bis IV (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00926.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 900</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Demnach auch<hi style="font-style:italic;">). Zur Übergabe der ev.</hi> Gravamina politica <hi style="font-style:italic;">durch Magdeburg s. Nr. 116 bei Anm. 16; zu den Wetterauer Gravamina s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> <hi style="font-style:italic;">Anm. 39.</hi></p></note>. Die evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> enthalten zwar einige nicht konfessionsgebundene Beschwerden traditioneller Art, die sehr wahrscheinlich auch die Zustimmung des Fürstenrats Münster gefunden hätten, wenn sie dort beraten worden wären<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n317" xml:id="bsb00056732_00099_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_005"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu oben bei Anm. 154. Konstanz bezeichnete die ev.</hi> Gravamina politica <hi style="font-style:italic;">als</hi> causa communis <hi style="font-style:italic;">(S. 395 Z. 36).</hi></p></note>; doch betreffen andere <w lemma="Beschwerden"><orig>Be-</orig><orig>schwerden</orig></w>, wie die Klagen über kaiserliche Vorrechte und die <w lemma="kurfürstliche"><orig>kurfürst-</orig><orig>liche</orig></w> Präeminenz<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0099n318" xml:id="bsb00056732_00099_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00099_006"/> <p style="font-style:italic;">Besonders ausführlich Punkt 9 (ksl. Standeserhöhungen); s. ferner Punkt 3 (Beschwerden über kfl. <hi style="font-style:normal;">Eingriffe</hi> in die Rechte der anderen Kurien) und Punkt 4 (Beschwerde über die neue kfl. Forderung nach dem Exzellenztitel). Die übrigen Beschwerden betreffen die seltene Einberufung von <choice><abbr>RT</abbr><expan>Reichstag</expan></choice>; die Reichsmatrikel; das Votum curiatum der Reichsstädte, das nicht beeinträchtigt werden sollte; willkürliche Verfügung über Land und Leute von Reichsständen und über Reichsdörfer; reichsunmittelbare Stände, die sich von der <w lemma="Jurisdiktion"><orig>Juris-</orig><orig>diktion</orig></w> und den Reichslasten befreien ließen und andere Stände mediatisierten; <w lemma="Privilegierung"><orig>Privile-</orig><orig>gierung</orig></w> von Landsassen, Bürgern und Untertanen ohne Anhörung der Landesherren; Postgeld, das am ksl. Hof gefordert wurde (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00530.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 504</ref>–508).</p></note>, Auffassungen, denen sich die Mehrheit des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Münster wahrscheinlich nicht angeschlossen hätte. Diese Beschwerden machen auch verständlich, daß der kurbrandenburgisch-pommersche <w lemma="Gesandte"><orig>Ge-</orig><orig>sandte</orig></w> Wesenbeck nicht zu der Sitzung des Corpus Evangelicorum <w lemma="geladen"><orig>gela-</orig><pb n="C" facs="APWIIIA3-3_p0100" sameAs="#bsb00056732_00100"/><orig>den</orig></w> worden war, in der die <hi style="font-style:normal;">Gravamina</hi> auf der Tagesordnung gestanden hatten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n319" xml:id="bsb00056732_00100_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0494n38" target="#bsb00056732_00494_041">Nr. 116 Anm. 38</ref>.</p></note>. Der Städterat hat sieben Gravamina politica seiner Correlation eingefügt, die teils mit den evangelischen <hi style="font-style:normal;">Gravamina politica</hi> <w lemma="übereinstimmen"><orig>übereinstim-</orig><orig>men</orig></w>, teils spezifisch städtische Belange berühren<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n320" xml:id="bsb00056732_00100_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_002"/> <p style="font-style:italic;">Correlatio des SR, Klasse I,3 (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00982.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, 956</ref>ff).</p></note>. Der Kurfürstenrat hat keine Gravamina politica vorgelegt.</p>
	  </div>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00100_sec0025" corresp="#bsb00056732_00100">
	    <head><hi style="font-style:italic;">3. Die Bedeutung des Fürstenratsbedenkens für den Fortgang der <w lemma="Verhandlungen"><orig>Ver-</orig><orig>handlungen</orig></w></hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der drei Reichskurien divergierten nicht nur untereinander, sondern waren auch in sich uneinheitlich; allein das <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Für-</orig><orig>stenrats</orig></w> verzeichnet in acht Beratungspunkten unterschiedliche „<w lemma="Meinungen"><orig>Meinun-</orig><orig>gen</orig></w>“<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n321" xml:id="bsb00056732_00100_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_003"/> <p style="font-style:italic;">Der Gesamt-FR hatte in folgenden Punkten divergente Auffassungen: Amnestie; Röm. Kg.swahl; frz. Satisfaktion; schwed. Satisfaktion; gegenseitige Verpflichtungserklärung des Ks.s und Frk.s zum Verzicht auf eine Assistenz Spaniens bzw. Schwedens; Liga zur Friedenssicherung; ksl. Interposition für eine Freilassung des Hg.s von Braganza; <w lemma="Vorbehaltsklausel"><orig>Vor-</orig><orig>behaltsklausel</orig></w> bei Aufzählung der reichsständischen Rechte. Bei der Amnestie, der Röm. Kg.swahl und der gegenseitigen Verpflichtungserklärung wich eine ev. Minderheit von der Mehrheits-„Meinung“ ab, in der Frage der Liga vertraten der <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> und der <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> abweichende „Meinungen“, und in der Frage der schwed. Satisfaktion vertraten <w lemma="Salzburg"><orig>Salz-</orig><orig>burg</orig></w>, Deutschmeister „und andere“ eine abweichende Auffassung. In den anderen Fällen wird die Minderheitsmeinung unspezifisch mit <hi style="font-style:normal;">etliche</hi> bezeichnet.</p></note>. Die kaiserlichen Gesandten sprachen vom <hi style="font-style:normal;">raethliche[n] Bedencken</hi> der Reichsstände, wozu die im Fürstenrat Osnabrück oft bekundete <w lemma="Ansicht"><orig>An-</orig><orig>sicht</orig></w> paßt, nur „Vorschläge“ für den Frieden unterbreiten zu wollen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n322" xml:id="bsb00056732_00100_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_004"/> <p style="font-style:italic;">So argumentierten vor allem (aber nicht nur) die Evangelischen und unter ihnen an <w lemma="erster"><orig>er-</orig><orig>ster</orig></w> Stelle Sachsen-Altenburg (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0375n97" target="#bsb00056732_00375_040">Nr. 111 Anm. 97</ref>).</p></note>. Die kaiserlichen Gesandten wählten aus diesen Ratschlägen das nach <w lemma="ihrem"><orig>ih-</orig><orig>rem</orig></w> Urteil Geeignete aus, um die Dupliken zusammenzustellen. Dabei nutzten sie die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte, indem sie in vielen Fällen nicht nur deren Ratschläge – und bei divergenten „Meinungen“ den einen oder anderen Ratschlag – mehr oder weniger wörtlich übernahmen, sondern sich auch bei den Begründungen <hi style="font-style:normal;">(rationes)</hi> für eine Entscheidung auf die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> stützten. Im Falle der Duplik an Schweden haben sie einzelne Sätze und manchmal längere Textpassagen mit einzelnen Korrekturen und Einschüben in die Duplik übernommen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0100n323" xml:id="bsb00056732_00100_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00100_005"/> <p style="font-style:italic;">Die ksl. Duplik an Frk. (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0347n7" target="#bsb00056732_00347_034">Nr. 110 Anm. 7</ref>) wurde nicht in der Langfassung vom 1. Mai 1646 den Franzosen mitgeteilt, sondern am 5. Mai in einer lat. Kurzfassung (s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 4 Nr. 62, 72, 77; <hi style="font-style:smallCaps;">Bosbach</hi>, in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> II B 3/1, LXI Anm. 141). Auf der Grundlage dieses Textes sind Aussagen über eine Benutzung der <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte nur schwer <w lemma="möglich"><orig>mög-</orig><orig>lich</orig></w>.</p></note>. Sie hielten sich dabei streng an die Fragen und Beanstandungen der schwedischen Proposition und Replik und gingen in der Regel auf Forderungen und Vorschläge, die darüber hinaus in den <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> vorgebracht wurden, nicht ein. So beantworteten sie z. B. in enger Anlehnung an den Vorschlag der <w lemma="fürstlichen"><orig>fürst-</orig><orig>lichen</orig></w> Correlation zu Klasse I der Repliken die schwedische Frage nach <pb n="CI" facs="APWIIIA3-3_p0101" sameAs="#bsb00056732_00101"/>der Bedeutung der Formel <hi style="font-style:normal;">iuxta morem ab antiquo in Imperio receptum,</hi> gingen aber nicht auf die darüber hinausweisenden Erörterungen über eine Aufzählung der kaiserlichen und reichsständischen Rechte in den (Cor-)Relationen der Kurien ein<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0101n324" xml:id="bsb00056732_00101_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00101_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Vgl. ksl. Duplik an Schweden (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00193.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">III, 59</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> Die in Resp.<hi style="font-style:italic;">)</hi> Die [...] Worte [...] verstehen sich auf den Modernum Imperii Statum &amp; ejusdem <w lemma="Fundamentales"><orig>Fun-</orig><orig>damentales</orig></w> Leges, Consuetudines &amp; Observantias [...] <hi style="font-style:italic;">mit Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492258_00543.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">II, 517f</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, letzter/erster Absatz, beginnend</hi> Was ferner) [...] dahero dann denen Schwedischen Herrn Plenipotentiariis zu antworten waere, daß man die Worte juxta <w lemma="morem"><orig>mo-</orig><orig>rem</orig></w> [...] auf den modernum Imperii Statum &amp; ejusdem Leges Fundamentales verstehe [...]. <hi style="font-style:italic;">Siehe auch oben Anm. 284.</hi></p></note>. Was das <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> des Fürstenrats betrifft, schöpften die kaiserlichen Gesandten vorrangig aus der <w lemma="Correlation"><orig>Correla-</orig><orig>tion</orig></w> zu Klasse I, sehr viel weniger aus jener zu Klasse II bis IV. Das mag auf den engen Kontakt zwischen den kaiserlichen Gesandten und <w lemma="Richtersberger"><orig>Rich-</orig><orig>tersberger</orig></w> zurückzuführen sein, von dem der Entwurf zur Correlation zu Klasse I stammt. Diese war spätestens seit dem 11. März Lamberg und Krane bekannt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0101n325" xml:id="bsb00056732_00101_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00101_002"/> <p style="font-style:italic;">Wie oben Anm. 211.</p></note>. Ihr sind passagenweise fast wörtlich die <w lemma="Argumente"><orig>Argu-</orig><orig>mente</orig></w> entnommen, mit denen die kaiserliche Duplik ihre Stellungnahme für eine Amnestie mit den Stichjahren 1630 bzw. 1627 untermauert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0101n326" xml:id="bsb00056732_00101_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00101_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Beginn der</hi> rationes <hi style="font-style:italic;">in der ksl. Duplik:</hi> <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00190.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">III, 56</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, vierter Absatz, beginnend</hi> Dann 1<hi style="font-style:italic;">). Übernahme aus der Correlation des <choice><abbr>FR</abbr><expan>Fürstenrat</expan></choice> zu Klasse I (mit einzelnen Abweichungen) bis S. 57, erster Absatz, Z. 17:</hi> nicht in Abrede stehen. <hi style="font-style:italic;">Die restlichen Zeilen bis zum Ende des Absatzes (über die Schönebecker Verhandlungen) stimmen nicht überein. Erneute <w lemma="Übernahme"><orig>Über-</orig><orig>nahme</orig></w> von</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">zweiter Absatz, beginnend</hi> 3) Ist die publicirte <hi style="font-style:italic;">bis</hi> gesetzet worden. <hi style="font-style:italic;">Es folgt ein fremder Einschub, beginnend</hi> hoechstgedachter Koenig <hi style="font-style:italic;">bis</hi> ergriffen haben. <hi style="font-style:italic;">Erneute Übernahme von</hi> Der Hertzog <hi style="font-style:italic;">bis zum Ende des Absatzes mit Abweichungen und dem Einschub von</hi> gar nicht <hi style="font-style:italic;">bis</hi> gehabt<hi style="font-style:italic;">. Erneute Übernahme vom Beginn des letzten Absatzes, beginnend</hi> Die Stadt Eger <hi style="font-style:italic;">(mit Zusätzen und Abweichungen) bis S. 58, Z. 7:</hi> ausnehmen lassen. <hi style="font-style:italic;">Es folgt ein längerer Einschub. Erneute Übernahme vom Beginn des zweiten Absatzes, beginnend</hi> Es ist auch <hi style="font-style:italic;">bis</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> <hi style="font-style:italic;">Z. 5:</hi> treiben lassen.</p></note>. Selbstverständlich fehlen in der kaiserlichen Duplik hier und in anderen Fällen die abweichenden „Meinungen“ aus der Correlation. Nur in einem Fall erwähnt die kaiserliche Duplik, daß ein Teil der Reichsstände anderer Meinung sei – und die kaiserlichen Gesandten trotzdem anders <w lemma="entschieden"><orig>entschie-</orig><orig>den</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0101n327" xml:id="bsb00056732_00101_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00101_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Die ksl. <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> lehnten das vorgeschlagene</hi> General-Buendniß <hi style="font-style:italic;">(die Liga) zur <w lemma="Friedenssicherung"><orig>Friedenssiche-</orig><orig>rung</orig></w> nicht ab,</hi> ob zwar bey theils Standen derentwegen allerhand Bedencken gibt <hi style="font-style:italic;">(ksl. Duplik an Schweden,</hi> <ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00195.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">III, 61</hi></ref><hi style="font-style:italic;">, zweiter Absatz, beginnend</hi> Wegen <hi style="font-style:italic;">der).</hi></p></note>. Das wirft die Frage auf, warum die evangelischen Gesandten im Fürstenrat Osnabrück so hartnäckig darauf bestanden hatten, daß ihre <hi style="font-style:normal;">vota discrepantia</hi> (und vor allem jenes über die Amnestie) in die <w lemma="Correlation"><orig>Correla-</orig><orig>tion</orig></w> eingefügt wurden, denn ihnen dürfte doch klar gewesen sein, daß ihr Votum keine Aufnahme in die kaiserliche Duplik finden würde. Die <w lemma="Antwort"><orig>Ant-</orig><orig>wort</orig></w> ist einfach, wenn man die Alternative bedenkt: Die Übergabe eines Reichsbedenkens mit eingerückten Minderheitsvoten hatte gegenüber der separaten Aushändigung eines evangelischen <hi style="font-style:normal;">Bedenkens</hi> (gemäß dem <w lemma="Vorschlag"><orig>Vor-</orig><orig>schlag</orig></w> Richtersbergers vom 21. Februar) den Vorteil, daß die kaiserlichen <pb n="CII" facs="APWIIIA3-3_p0102" sameAs="#bsb00056732_00102"/>Gesandten die Minderheits-„Meinungen“ offiziell zur Kenntnis nehmen mußten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0102n328" xml:id="bsb00056732_00102_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00102_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dazu oben bei Anm. 235.</p></note>. Es war ihnen die Möglichkeit benommen, sich etwa in der wichtigen Frage der Amnestie auf ein Reichsgutachten zu berufen, das sich einheitlich für die Stichjahre 1630 und 1627 ausgesprochen hätte. Das war verhandlungstaktisch von Bedeutung in den Verhandlungen mit Schweden, das sich der Sache der Protestanten zuverlässig annahm: Schon am 29. April sprach Salvius bei Trauttmansdorff vor, erörterte mit ihm fast alle Verhandlungspunkte und sprach an erster Stelle über die <w lemma="umstrittenen"><orig>umstrit-</orig><orig>tenen</orig></w> Stichjahre der Amnestie<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0102n329" xml:id="bsb00056732_00102_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00102_002"/> <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:normal;">APW</hi> II A 4, 115 Z. 20–29.</p></note>. Die Auffassungen dazu blieben <w lemma="kontrovers"><orig>kontro-</orig><orig>vers</orig></w>; die Frage wurde durch die uneinheitlichen <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte nicht entschieden, sondern offengehalten. Die divergenten „Meinungen“ der Reichskurien verstellten andererseits den Verhandlungspartnern die Möglichkeit, sich in diesen Fällen auf die Gesamtheit der Reichsstände zu berufen und damit ein gewichtiges Argument für ihre <w lemma="Verhandlungsposition"><orig>Verhandlungsposi-</orig><orig>tion</orig></w> zu gewinnen. In zentralen Fragen des Friedens (Satisfaktion, <w lemma="Amnestie"><orig>Amne-</orig><orig>stie</orig></w>) halfen die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte also nicht entscheidend weiter. Darüber darf aber nicht vergessen werden, daß die Stellungnahmen der Kurien zu fast allen Verhandlungsgegenständen (mit Ausnahme der <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Gravamina"><orig>Gra-</orig><orig>vamina</orig></w> ecclesiastica</hi>) eine wertvolle Quelle für die Auffassungen der <w lemma="profiliertesten"><orig>pro-</orig><orig>filiertesten</orig></w> Juristen und Diplomaten ihrer Zeit über die Reichsverfassung, über die Kriegsursachen und über partikulare Konflikte (wie den <w lemma="Marburger"><orig>Marbur-</orig><orig>ger</orig></w> Erbfolgestreit) darstellen.</p>
	  </div>
	</div>
      </div>
      <div type="part" subtype="part" ana="#section_01" xml:id="bsb00056732_00102_sec0026" corresp="#bsb00056732_00102">
	<head><hi style="font-style:italic;">B Die Überlieferung</hi></head>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00102_sec0027" corresp="#bsb00056732_00102">
	  <head><hi style="font-style:italic;">I. Protokollführung und Druckvorlagen</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Seit sich der Fürstenrat Osnabrück am 3. Februar 1646 zum ersten Mal vollständig versammelt hatte, war auch die Protokollführung neu <w lemma="geregelt"><orig>gere-</orig><orig>gelt</orig></w>. Die evangelischen Fürstenratsmitglieder hatten sich zu gemeinsamer Protokollführung zusammengefunden, während einzelne katholische Stände jeweils für sich Protokoll führten. Das gemeinsame Protokoll der Evangelischen ist sehr ausführlich und relativ genau und dient deshalb für alle 26 Sitzungen (Nr. 95–120) als Druckvorlage. Die wichtigste <w lemma="Überlieferung"><orig>Überlie-</orig><orig>ferung</orig></w> auf katholischer Seite ist das Protokoll des Österreichischen <w lemma="Direktoriums"><orig>Direk-</orig><orig>toriums</orig></w>. Es bietet die ausführlichste Darstellung von der Übergabe der Gutachten an die Kaiserlichen am 27. April 1646 und ist deshalb für diese Reichsdeputation (Nr. 121) Druckvorlage. Die österreichischen <w lemma="Sitzungsprotokolle"><orig>Sitzungs-</orig><orig>protokolle</orig></w> sind zwar insgesamt kürzer als die der evangelischen <w lemma="Reichsstände"><orig>Reichs-</orig><orig>stände</orig></w>, enthalten aber gelegentlich einen zusätzlichen oder genaueren Text. Dies ist im Variantenapparat vermerkt. Um die Unterschiede <w lemma="zwischen"><orig>zwi-</orig><pb n="CIII" facs="APWIIIA3-3_p0103" sameAs="#bsb00056732_00103"/><orig>schen</orig></w> beiden Protokollen an einem Beispiel deutlich zu machen, ist die siebte Sitzung in beiden Versionen abgedruckt (Nr. 101 und 101a).</p>
	  <p style="font-style:italic;">Das Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück wurde in einem neuartigen, auf Reichstagen nicht gebräuchlichen <w lemma="Verfahren"><orig>Verfah-</orig><orig>ren</orig></w> von jeweils drei bis fünf damit beauftragten, evangelischen <w lemma="Gesandtschaftssekretären"><orig>Gesandt-</orig><orig>schaftssekretären</orig></w> aufgrund ihrer Mitschriften gemeinsam erstellt. Die <w lemma="Anregung"><orig>An-</orig><orig>regung</orig></w> dazu war von dem kurbrandenburgisch-pommerschen Gesandten Wesenbeck ausgegangen, der beim Regensburger Reichstag 1640/41 gute Erfahrungen mit einem von ihm gestellten Protokollanten gemacht <w lemma="hatte"><orig>hat-</orig><orig>te</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0103n330" xml:id="bsb00056732_00103_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00103_001"/> <p>APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/2, 542 Z. 4–9.</hi></p></note>, dessen Anwesenheit allerdings nicht allgemein gutgeheißen worden war. Auf Reichstagen brachte nämlich üblicherweise nur das Direktorium einen Protokollanten in die Sitzungen mit. Von dessen Protokoll durften die Gesandten keine Abschrift nehmen, so daß jeder für sich mitschrieb, was das Mitdenken erschwerte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0103n331" xml:id="bsb00056732_00103_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00103_002"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">542 Z. 15–18, 543 Z. 20–24.</hi></p></note> und den Osnabrücker Fürstenrat nach einem vorteilhafteren Verfahren suchen ließ. Ein weiteres Motiv für eine organisierte, gemeinsame Protokollführung war die Unzufriedenheit mit dem vom Österreichischen Direktorium verfaßten Fürstenratsprotokoll in Münster. Der weimarische Gesandte Heher, der sich im Herbst 1645 eine Zeitlang dort aufgehalten hatte, beklagte, daß es <hi style="font-style:normal;">invertirt</hi> gewesen sei. Der sachsen-lauenburgische Gesandte Gloxin habe bemerkt, daß im <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> kaum die Hälfte des Vorgetragenen erfaßt worden sei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0103n332" xml:id="bsb00056732_00103_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00103_003"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">543 Z. 8–11, 34f.</hi></p></note>. Demnach gab es gravierende Gründe für eine vom Direktorium unabhängige <w lemma="Protokollführung"><orig>Pro-</orig><orig>tokollführung</orig></w>. Doch bedurften die Gesandten dazu einer Genehmigung, zumal auf dem letzten Reichstag beschlossen worden war, künftig keine Protokollanten mehr zuzulassen, da dies den Ablauf der Sitzungen gestört habe<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0103n333" xml:id="bsb00056732_00103_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00103_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Darauf verwies Richtersberger (</hi><hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">582 Z. 2–7).</hi></p></note>. Trauttmansdorff, Richtersberger und die letztlich entscheidende Instanz, das Kurmainzer Reichsdirektorium, wurden um Zustimmung <w lemma="gebeten"><orig>ge-</orig><orig>beten</orig></w>. Alle waren einverstanden, nachdem gesichert schien, daß die <w lemma="Protokollanten"><orig>Pro-</orig><orig>tokollanten</orig></w> Geheimhaltung wahrten und nur ausnahmsweise zugelassen würden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0103n334" xml:id="bsb00056732_00103_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00103_005"/> <p style="font-style:italic;">Die Protokollanten mußten entsprechende Bescheinigungen vorlegen. Zwei <w lemma="unterschiedliche"><orig>unterschied-</orig><orig>liche</orig></w> Fassungen derselben und eine zugehörige <hi style="font-style:normal;">relation</hi> Christian Werners, alle auf den 24. Januar/3. Februar 1646 datiert, sind als Kopie überliefert in <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> F III fol. 201–202. – Trauttmansdorff und Richtersberger hatten am 1. Februar 1646 zugestimmt (<hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2, 580 Z. 23–28, 582 Z. 7–17).</p></note>. So hatten die maßgeblichen katholischen Mächte ihre <w lemma="Zustimmung"><orig>Zustim-</orig><orig>mung</orig></w> gegeben. Dennoch beteiligte sich kein katholischer Reichsstand an der gemeinsamen Protokollführung, obgleich Lampadius es für möglich gehalten hatte, auf diese Weise ein einheitliches Fürstenratsprotokoll zu verfassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0103n335" xml:id="bsb00056732_00103_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00103_006"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Ebenda</hi>, <hi style="font-style:italic;">543 Z. 24ff.</hi></p></note>. Ob es dementsprechend Gespräche zwischen einzelnen <w lemma="evangelischen"><orig>evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> und katholischen Fürstenratsmitgliedern gegeben hat, ist nicht <pb n="CIV" facs="APWIIIA3-3_p0104" sameAs="#bsb00056732_00104"/>bekannt. Es ist jedenfalls zu keiner interkonfessionellen Kooperation <w lemma="gekommen"><orig>ge-</orig><orig>kommen</orig></w>. Ob den katholischen Fürstenratsmitgliedern die Teilnahme an der Diktatur verwehrt wurde oder ob sie, was wahrscheinlicher ist, lieber selbst mitschrieben, muß offenbleiben. Jedenfalls ist das Protokoll der evangelischen Fürstenratsmitglieder in keinem Aktenbestand eines <w lemma="katholischen"><orig>katho-</orig><orig>lischen</orig></w> Reichsstands nachweisbar, auch nicht im österreichischen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n336" xml:id="bsb00056732_00104_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_001"/> <p style="font-style:italic;">Frau Dr. Antje Oschmann überprüfte diese Frage im September 1997 im Wiener <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>HHStA</abbr><expan>Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien)</expan></choice></hi>, wofür ich ihr danke.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Was Form und Rechtsgeltung des Gemeinschaftsprotokolls betrifft, so <w lemma="hatten"><orig>hat-</orig><orig>ten</orig></w> die wichtigsten evangelischen Gesandten, wohl aus Sorge, sonst die Genehmigung der Katholiken nicht zu erhalten, von vornherein gesagt, es solle <hi style="font-style:normal;">nicht in forma protocolli Imperialis</hi> gehalten werden, <hi style="font-style:normal;">sondern nur zur nachricht undt information</hi> dienen, wobei auf die Teilung des Fürstenrats und die damit auftretenden Kommunikationsprobleme <w lemma="zwischen"><orig>zwi-</orig><orig>schen</orig></w> Osnabrück und Münster verwiesen wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n337" xml:id="bsb00056732_00104_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_002"/> <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/2, 566 Z. 27–30.</p></note>. Dem entsprachen die Bitten einzelner evangelischer Gesandter, daß ihre Voten vom <w lemma="Österreichischen"><orig>Österrei-</orig><orig>chischen</orig></w> oder Salzburgischen Direktorium zu Protokoll genommen <w lemma="werden"><orig>wer-</orig><orig>den</orig></w> möchten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n338" xml:id="bsb00056732_00104_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B. Nr. 113 (S. 304 Z. 13–16): Magdeburg bat, seinen Protest im</hi> <w lemma="reichsprothocollo"><orig>reichsprotho-</orig><orig>collo</orig></w> <hi style="font-style:italic;">zu vermerken.</hi></p></note>, was nicht nötig gewesen wäre, wenn das Protokoll der Evangelischen als verbindliches Reichsprotokoll gegolten hätte. In der Praxis werden sich die Unterschiede freilich verwischt haben, so daß <w lemma="zumindest"><orig>zu-</orig><orig>mindest</orig></w> die Evangelischen selbst ihr Protokoll als Reichsprotokoll <w lemma="ansahen"><orig>ansa-</orig><orig>hen</orig></w>. Darauf deutet der Titel <hi style="font-style:normal;">reichsprotocoll</hi> in einer Wetterauer <w lemma="Überlieferung"><orig>Überlie-</orig><orig>ferung</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n339" xml:id="bsb00056732_00104_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe S. CXXVI.</p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Über die Entstehung des gemeinsamen Protokolls sind wir verhältnismäßig gut unterrichtet: Nach dem Bericht des Magdeburger Protokollanten <w lemma="Werner"><orig>Wer-</orig><orig>ner</orig></w>, der sich auf die ersten drei Sitzungen bezieht<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n340" xml:id="bsb00056732_00104_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_005"/> <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">G II fol. 254–254’.</hi></p></note>, haben der <w lemma="österreichische"><orig>österreichi-</orig><orig>sche</orig></w> Direktor selbst, der österreichische Sekretär und von evangelischer Seite Werner selbst sowie der sachsen-altenburgische Sekretär (Ebart), der sachsen-weimarische Sekretär (Jäger), der pommersche Sekretär (Fehr<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n341" xml:id="bsb00056732_00104_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_006"/> <p style="font-style:italic;">Werner, Ebart und Jäger haben an allen 26 Protokollen mitgearbeitet. Fehr hat an den ersten 19 Protokollen (Nr. 95–113) und am 22. (Nr. 116) mitgearbeitet. Der <w lemma="Braunschweiger"><orig>Braun-</orig><orig>schweiger</orig></w> Christian Lampadius war am 19. bis 26. Protokoll (Nr. 113–120) beteiligt.</p></note>) und, seit der dritten Sitzung, der bayerische Sekretär Protokoll geführt. Nach der Sitzung „extendierte“ Werner sein Protokoll, d. h. er arbeitete seine Mitschrift aus. Anschließend wurde diese Fassung mit „den anderen“ verglichen, womit die Protokolle der übrigen evangelischen Sekretäre <w lemma="gemeint"><orig>ge-</orig><orig>meint</orig></w> sein müssen. Weil Werners Protokoll <hi style="font-style:normal;">am vollkomlichsten befunden</hi> und weil es sich <hi style="font-style:normal;">ratione directorii evangelici</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0104n342" xml:id="bsb00056732_00104_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00104_007"/> <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:normal;">evangelici</hi> wurde am Rande nachträglich ergänzt (<hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> G II fol. 254’): Die <w lemma="Magdeburger"><orig>Mag-</orig><orig>deburger</orig></w> führten das Direktorium im <choice><abbr>CE</abbr><expan>Corpus Evangelicorum</expan></choice> und erschienen auch im <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> als Haupt der ev. Partei.</p></note> <hi style="font-style:normal;">[...] nicht anders gebühren</hi> <pb n="CV" facs="APWIIIA3-3_p0105" sameAs="#bsb00056732_00105"/><hi style="font-style:normal;">wollen,</hi> wurde es den anderen evangelischen Ständen im Magdeburger Quartier durch Diktatur mitgeteilt. So ist die Überlieferung einer Vielzahl textidentischer Protokolle zu erklären, von denen ein Teil am Kopf <w lemma="Diktatvermerke"><orig>Diktat-</orig><orig>vermerke</orig></w> trägt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0105n343" xml:id="bsb00056732_00105_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00105_001"/> <p style="font-style:italic;">Die Zeit zwischen Sitzung und Diktatur schwankte beträchtlich: zwei Tage bei der 1. bis 4., 11., 23. Sitzung und z. B. 21 Tage bei der 20. Sitzung (s. Nr. 95–98, 105, 114, 117). In keiner Überlieferung tragen die Protokolle der 6. bis 8. Sitzung (Nr. 100–102) einen <w lemma="Diktatvermerk"><orig>Dik-</orig><orig>tatvermerk</orig></w>.</p></note>. Die Diktatur bezog auch die von den Sekretären <w lemma="unterzeichnete"><orig>unter-</orig><orig>zeichnete</orig></w> Beglaubigung unter jedem Protokoll mit ein.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Wie die Protokolle in ihrer auffälligen Ähnlichkeit mit denen, die Werner 1645 allein verfaßt hat, zeigen, hat tatsächlich der Magdeburger Sekretär die Texte entscheidend geprägt: Hier wie dort sind die Sitzungen ihrem Verlauf nach detailliert wiedergegeben, denn Werner strebte danach, alles Gesprochene einschließlich der Kurialien, Zwischenrufe und <w lemma="Wiederholungen"><orig>Wiederholun-</orig><orig>gen</orig></w> zu erfassen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0105n344" xml:id="bsb00056732_00105_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00105_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Vgl. daher</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, <hi style="font-style:italic;">in</hi> APW<hi style="font-style:italic;"> III A 3/1, CIII–CVII und CXXXVII.</hi></p></note>.</p>
	  <p style="font-style:italic;">In zwölf Fällen wurden den Protokollen Voten an- oder bei der Diktatur wörtlich eingefügt, die Magdeburg zu diesem Zweck schriftlich vorgelegt worden sind. Dabei handelt es sich um zwei Magdeburger Voten zur Amnestie und über die allgemeinen reichsständischen Rechte und <w lemma="Privilegien"><orig>Privile-</orig><orig>gien</orig></w> (Nr. 98, 99); um Einzelvoten in besonders wichtigen Fragen wie das Votum Sachsen-Lauenburgs und das der Wetterauer Grafen zur Amnestie (Nr. 98), die Voten Bayerns, Würzburgs, Pommern-Stettins und Pommern-Wolgasts zur schwedischen Satisfaktionsforderung (Nr. 112 und 113) sowie die Voten Bayerns, Basels und dem der Wetterauer Grafen zur <w lemma="französischen"><orig>französi-</orig><orig>schen</orig></w> Satisfaktionsforderung (Nr. 113), um das Votum Hessen-Darmstadts zu den hessen-kasselschen <hi style="font-style:normal;">Gravamina und Postulata</hi> (Nr. 114) und um das Sachsen-Lauenburger Votum zum <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der drei Reichsräte in <w lemma="Münster"><orig>Mün-</orig><orig>ster</orig></w> vom 30. Januar 1646, das der Gesandte Mecklenburgs in Abwesenheit des Sachsen-Lauenburger Gesandten abgelesen hatte (Nr. 95).</p>
	  <p style="font-style:italic;">Einige Gesandte haben die diktierten Protokolle als Beilage zu ihren <w lemma="Berichten"><orig>Be-</orig><orig>richten</orig></w> an den Hof geschickt. Was im Hinblick auf Information und <w lemma="Dokumentation"><orig>Do-</orig><orig>kumentation</orig></w> ein Vorteil war, nämlich die ungewöhnliche Genauigkeit der Protokolle, wurde dabei zum Nachteil, denn das Abschreiben dauerte <w lemma="lange"><orig>lan-</orig><orig>ge</orig></w>, und die Postgebühren waren hoch<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0105n345" xml:id="bsb00056732_00105_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00105_003"/> <p style="font-style:italic;">Magdeburg überschickte die ersten Protokolle mit dem nach Halle abgehenden, eigenen Boten. Da es per Post sehr kostspielig sein würde, schlug der <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> vor, künftig nur die eigenen Voten zu übersenden (<hi style="font-style:normal;">Unterthänigster bericht</hi> Nr. 19 von 1646 I 30[/II 9], in: <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> F III fol. 183).</p></note>. Ein sonst häufiger Nachteil <w lemma="entfiel"><orig>ent-</orig><orig>fiel</orig></w>: In einem von mehreren Sekretären kollationierten Protokoll konnte kein Stand das eigene Votum „frisieren“, es sei denn durch nachträgliche Änderung am diktierten Text, was nur vereinzelt nachgewiesen werden konnte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0105n346" xml:id="bsb00056732_00105_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00105_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe unter</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lauenburg</hi> <hi style="font-style:italic;">B.</hi></p></note>. Der gesamte evangelische Protokolltext hat wegen der <w lemma="Korrektur"><orig>Korrek-</orig><pb n="CVI" facs="APWIIIA3-3_p0106" sameAs="#bsb00056732_00106"/><orig>tur</orig></w> und Kontrolle durch verschiedene Protokollanten generell einen <w lemma="besonderen"><orig>be-</orig><orig>sonderen</orig></w> Quellenwert.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Diese gemeinsamen Protokolle der evangelischen Fürstenratsmitglieder hat bereits Johann Gottfried von Meiern in seine Acta pacis Westphalicae publica aufgenommen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0106n347" xml:id="bsb00056732_00106_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00106_001"/> <p style="font-style:italic;">Bd. II, der alle 26 hier erneut edierten Protokolle enthält, erschien 1734; die <w lemma="Seitennachweise"><orig>Seitennach-</orig><orig>weise</orig></w> sind in unserer Edition jeweils am Kopf des Protokolls in der Liste der <w lemma="Überlieferungen"><orig>Überliefe-</orig><orig>rungen</orig></w> angegeben. Zur Biographie Meierns, seinen Quellenrecherchen und seiner <w lemma="Editionsmethode"><orig>Editi-</orig><orig>onsmethode</orig></w> s. <hi style="font-style:smallCaps;">Oschmann</hi>, Meiern, 780ff, 792–800.</p></note>. Er hielt die Protokolle <hi style="font-style:normal;">vor einen rechten Schatz;</hi> auch die zeitgenössische Beurteilung war sehr positiv<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0106n348" xml:id="bsb00056732_00106_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00106_002"/> <p style="font-style:italic;"><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00153.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> I, Vorrede, 29</ref>; <hi style="font-style:smallCaps;">Oschmann</hi>, Meiern, 796. Meiern benutzte bg.-kulmbachische Akten sowie Privatakten Hehers aus Rudolstadt (dazu unten unter <hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> B III und IV) und Relationen mit Beilagen des mecklenburgischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Kayser (<ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00132.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> I, Vorrede, 8ff</ref>; <hi style="font-style:smallCaps;">Oschmann</hi>, Meiern, 793, 795). Hehers Akten enthielten sicher, die beiden anderen Aktensammlungen (die verschollen sind) vermutlich Fürstenratsprotokolle.</p></note>. Doch genügt sein Abdruck nicht modernen Anforderungen. Meiern nahm zwar für sich in Anspruch, seine Quellen wörtlich und akribisch wiedergegeben und auch an der <hi style="font-style:normal;">Dunckel- und Verworrenheit</hi> sowie an der Orthographie nichts geändert zu haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0106n349" xml:id="bsb00056732_00106_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00106_003"/> <p><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492257_00151.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">I, Vorrede, 27</hi></ref><hi style="font-style:italic;">.</hi></p></note>. Er hat damit ein zu seiner Zeit ungewöhnliches Maß an Authentizität erreicht. Die Kehrseite ist allerdings, daß die <hi style="font-style:normal;">Dunckel- und Verworrenheit</hi> das Verständnis der Texte über die Maße schwer macht, zumal Meierns Interpunktion und sein Verzicht auf <w lemma="gliedernde"><orig>glie-</orig><orig>dernde</orig></w> Absätze die Schwierigkeiten noch verstärken. Auch ist zu <w lemma="berücksichtigen"><orig>berück-</orig><orig>sichtigen</orig></w>, daß Protokolle eine Form verschriftlichter gesprochener Sprache sind, die Ungereimtheiten und Mißverständnisse wiedergibt, die nicht <w lemma="selten"><orig>sel-</orig><orig>ten</orig></w> schon den Beratungsverlauf selbst gestört haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0106n350" xml:id="bsb00056732_00106_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00106_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B. S. 186 Z. 1f: Der Ost. Direktor sagt am Ende einer Umfrage:</hi> Würden seinen 4. modum nicht recht eingenommen haben [...].</p></note>. Eine Bearbeitung der Texte mit ihren schwierigen Satzkonstruktionen durch moderne <w lemma="Interpunktion"><orig>Inter-</orig><orig>punktion</orig></w>, die Einfügung von Absätzen bei Sachabschnitten, die Auflösung der Abkürzungen sowie die Regulierung der Zusammen- und <w lemma="Getrenntschreibung"><orig>Getrennt-</orig><orig>schreibung</orig></w> nach heutigem Gebrauch und vor allem durch erläuternde Sachanmerkungen ist daher zweckmäßig und eine Neuedition, die auch die österreichische Überlieferung erschließt, gerechtfertigt.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Vom Protokoll des Österreichischen Direktoriums liegt nur die vom <w lemma="Direktor"><orig>Di-</orig><orig>rektor</orig></w> Richtersberger sukzessiv an den Kaiser überschickte Fassung vor. Sie ist für jede Sitzung kürzer als das gemeinsame Protokoll der <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Sekretäre. Ob es daneben eine längere Fassung gegeben hat, muß offenbleiben, da wir über die Protokollführung des Direktoriums nicht näher unterrichtet sind. Sehr wahrscheinlich lag der überschickten Fassung das (verlorene) Rapular des österreichischen Sekretärs zugrunde, der nach magdeburgischem Zeugnis in den Sitzungen protokolliert hat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0106n351" xml:id="bsb00056732_00106_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00106_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe oben bei Anm. 340.</p></note>. Ob er seine Mitschriften ausarbeitete oder Richtersberger (der ebenfalls <w lemma="mitgeschrieben"><orig>mit-</orig><orig>geschrieben</orig></w> haben soll) dies selbst unternahm, muß gleichfalls <w lemma="offenbleiben"><orig>offenblei-</orig><pb n="CVII" facs="APWIIIA3-3_p0107" sameAs="#bsb00056732_00107"/><orig>ben</orig></w>. In den meisten österreichischen Protokollen wird freilich vom <w lemma="österreichischen"><orig>öster-</orig><orig>reichischen</orig></w> Direktorium in der ersten Person gesprochen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0107n352" xml:id="bsb00056732_00107_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00107_001"/> <p style="font-style:italic;">Nicht in allen Protokollen wird die erste Person zur Bezeichnung des Direktors <w lemma="gebraucht"><orig>ge-</orig><orig>braucht</orig></w> (nicht in dem der Sitzungen 10, 11, 19, 23 bis 26), und wenn es geschieht, dann nicht durchgängig.</p></note>, doch beweist das nicht, daß Richtersberger diese Texte selbst verfaßt hat, da die Ich-Form auch literarische Attitüde sein kann. Immerhin fällt auf, daß beim Direktorium, nicht aber beim österreichischen Votum, die erste Person verwendet wird<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0107n353" xml:id="bsb00056732_00107_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00107_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B. Nr. 101a:</hi> ich, [Richtersberger], proponierte; <hi style="font-style:italic;">hingegen beim österreichischen Votum:</hi> Man vermeine [...].</p></note>: Vermutlich stammen die das Direktorium <w lemma="betreffenden"><orig>betreffen-</orig><orig>den</orig></w> Teile, vor allem die vor der Sitzung formulierten Propositionen und die während oder nach der Sitzung stilisierten Beschlüsse, von <w lemma="Richtersberger"><orig>Richters-</orig><orig>berger</orig></w> selbst, während der Protokollant den Text der Umfrage <w lemma="formulierte"><orig>formulier-</orig><orig>te</orig></w>. Selbstverständlich trug Richtersberger für die gesamten Protokolltexte, die er wochenweise versandte<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0107n354" xml:id="bsb00056732_00107_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00107_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Zur Überlieferung s. unter</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">A II (XXXII)-(XXXIII) und</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">B I.</hi></p></note>, die Verantwortung.</p>
	  <p><hi style="font-style:italic;">Die österreichischen Protokolle zeugen vom Bemühen um <w lemma="Übersichtlichkeit"><orig>Übersichtlich-</orig><orig>keit</orig></w>, indem die Fragen des Direktors vom übrigen Text abgehoben und durch ein darübergestelltes</hi> Quaestio <hi style="font-style:italic;">oder</hi> Quaeritur <hi style="font-style:italic;">besonders <w lemma="akzentuiert"><orig>akzentu-</orig><orig>iert</orig></w> sind. Die Voten werden durch die Überschrift</hi> umbfrag <hi style="font-style:italic;">eingeleitet, und am Schluß stehen die seit der dritten Sitzung so genannten</hi> mainungen <hi style="font-style:italic;">bzw.</hi> opiniones.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die Länge des österreichischen und des evangelischen Protokolls variiert, denn einige österreichische Protokolle sind – gleich den evangelischen – Verlaufsprotokolle mit allen Voten sowie einer kleineren Anzahl von <w lemma="Zwischenrufen"><orig>Zwi-</orig><orig>schenrufen</orig></w>, wenn sie auch insgesamt kürzer sind als jene. Das der siebten Sitzung vom 13. Februar 1646 ist dafür ein Beispiel<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0107n355" xml:id="bsb00056732_00107_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00107_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 101a. Es fehlen gegenüber dem Protokoll der ev. Sekretäre zwei Einwürfe des Direktoriums, einer vor und einer nach dem Votum Braunschweig-Lüneburgs. Bei dem zweiten Einwurf verzeichnet das Protokoll der ev. Stände zudem <hi style="font-style:normal;">etliche interlocuta,</hi> von denen nur der Einwurf des Direktoriums notiert wurde. Größere Straffheit erreicht das österreichische Protokoll hier wie im allgemeinen durch Auslassung der Kurialien und Wiederholungen.</p></note>. In anderen Fällen sind die Kürzungen des österreichischen Protokolls gravierender, indem über gleichartige Voten nur zusammenfassend berichtet wird und die Zwischenrufe gar nicht aufgezeichnet sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0107n356" xml:id="bsb00056732_00107_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00107_005"/> <p style="font-style:italic;">Ein Beispiel für das Fehlen der Zwischenrufe: In der Sitzung vom 3. Februar 1646 (Nr. 95) wurde der württembergische <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> nach dem Protokoll der ev. Sekretäre durch eine längere Diskussion unterbrochen, indem sich wiederholt das Direktorium, außerdem Würzburg, Sachsen-Altenburg und mehrfach pauschal mit <hi style="font-style:normal;">interlocuta</hi> bezeichnete <w lemma="Diskussionsteilnehmer"><orig>Dis-</orig><orig>kussionsteilnehmer</orig></w> zu Wort meldeten: All dies fehlt im österreichischen Protokoll</p></note>. So folgt im Protokoll der Sitzung vom 6. Februar 1646 bei der ersten Umfrage auf das Votum <w lemma="Sachsen"><orig>Sach-</orig><orig>sen</orig></w>-Altenburgs ein Vermerk, daß die später Votierenden damit <w lemma="übereingestimmt"><orig>übereinge-</orig><orig>stimmt</orig></w> hätten, während im Protokoll der evangelischen Sekretäre noch siebzehn Voten aufgeführt sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0107n357" xml:id="bsb00056732_00107_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00107_006"/> <p style="font-style:italic;">Nr. 97 (S. 43ff).</p></note>. Bei der zweiten Umfrage ist sogar nur <pb n="CVIII" facs="APWIIIA3-3_p0108" sameAs="#bsb00056732_00108"/>das österreichische Votum wiedergegeben, mit dem alle übereingestimmt hätten<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0108n358" xml:id="bsb00056732_00108_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00108_001"/> <p style="font-style:italic;">Hier haben auch die ev. Sekretäre die Voten nur bis Braunschweig-Lüneburg <w lemma="verzeichnet"><orig>verzeich-</orig><orig>net</orig></w>, die übrigen zusammengezogen, aber immerhin noch eine Bemerkung Pommerns wiedergegeben (S. 47 Z. 22–25).</p></note>. Es kam der österreichischen Protokollführung also nicht auf die Wiedergabe des Sitzungsverlaufs an, sondern auf das Ergebnis, indem die Zahl der Ja- und Neinstimmen zu der proponierten Frage festgehalten wurde. Daß die österreichischen Protokolle der Information des Kaisers und seiner Räte dienen sollten, zeigen entsprechende Bemerkungen in den Begleitbriefen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0108n359" xml:id="bsb00056732_00108_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00108_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B. Richtersberger an Ks. Ferdinand, 1646 II 22: Er überschicke dem Ks.</hi> daß protocoll desßen, so dise wochen in dem fürstenrath fürgeloffen, warauß Euer <w lemma="Kayserliche"><orig>Kayserli-</orig><orig>che</orig></w> Mayestät ihro genedigist referirn lasßen können, warauf es noch weegen der wahl eines Römischen königs bestehe <hi style="font-style:italic;">(</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">A II (XXXII) fol. 166).</hi></p></note> und auch Nota-bene-Vermerke, mit denen <w lemma="Richtersberger"><orig>Richters-</orig><orig>berger</orig></w> hin und wieder einzelne Nachrichten besonders hervorhob<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0108n360" xml:id="bsb00056732_00108_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00108_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe z. B. Nr. 111 (S. 257 Z. 28).</p></note>. Die österreichischen Protokolle bilden somit in der vorliegenden Form einen Teil der Berichterstattung.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Auch wenn Richtersberger nie den Verlauf einer Sitzung geradezu falsch wiedergegeben hat, vermittelt das Protokoll der evangelischen Sekretäre doch bisweilen ein deutlicheres Bild. So hat Richtersberger am Schluß des Protokolls vom 6. Februar 1646 die beiden „Opiniones“ hintereinander <w lemma="angeführt"><orig>an-</orig><orig>geführt</orig></w>, ohne hinzuzufügen, auf welche die meisten Stimmen entfielen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0108n361" xml:id="bsb00056732_00108_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00108_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 97 (S. 51 Z. 38f).</p></note>. Zudem ist die <hi style="font-style:normal;">Opinio prima</hi> jene, die nur eine kleine Minderheit vertreten hatte. Da er selbst als österreichischer Gesandter und Erstvotierender für sie plädiert hatte, mag es richtig gewesen sein, sie zuerst anzuführen. Doch ist das Protokoll der evangelischen Sekretäre zweifellos deutlicher, indem es als erstes die Meinung der Mehrheit anführt und vor allem als solche <w lemma="benennt"><orig>be-</orig><orig>nennt</orig></w>, der dann die <hi style="font-style:normal;">andere mainung</hi> (im österreichischen Protokoll: <hi style="font-style:normal;">Opinio prima</hi>) folgt. Richtersberger kann nicht die Absicht gehabt haben zu <w lemma="verschleiern"><orig>ver-</orig><orig>schleiern</orig></w>, daß sich kaum ein Gesandter seiner Meinung angeschlossen hatte, denn das ergab sich aus der protokollierten Umfrage. Immerhin könnte das für ihn wenig erfreuliche Ergebnis bewirkt haben, daß er diese Niederlage nicht auch noch am Schluß akzentuierte.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Bisweilen vermittelt das österreichische Protokoll die scheinbar präzisere Information, weil es nur den Kern der Aussage und nicht das ganze, <w lemma="wortreiche"><orig>wort-</orig><orig>reiche</orig></w> Votum mit seinen Höflichkeitsfloskeln und Redundanzen <w lemma="wiedergibt"><orig>wieder-</orig><orig>gibt</orig></w>. Ein Beispiel dafür ist das Votum Braunschweig-Lüneburg-Celles in der Sitzung vom 13. Februar 1646<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0108n362" xml:id="bsb00056732_00108_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00108_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 101 und 101a (S. 111 Z. 35–38, S. 123 Z. 10f).</p></note>: Der Gesandte forderte, daß auch das protestantische Minderheitsvotum des Gesamtfürstenrats in das <w lemma="künftige"><orig>künf-</orig><orig>tige</orig></w> Bedenken gebracht werden sollte. Falls das nicht geschehe (so das <w lemma="österreichische"><orig>öster-</orig><orig>reichische</orig></w> Protokoll), würden die Protestanten ihre Voten selbst in einem gesonderten „Bedenken“ zusammenfassen und übergeben – womit die <w lemma="Einheit"><orig>Ein-</orig><pb n="CIX" facs="APWIIIA3-3_p0109" sameAs="#bsb00056732_00109"/><orig>heit</orig></w> des Fürstenrats gesprengt worden wäre. Diese Drohung ist im <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> der evangelischen Sekretäre hinter gefälligen Worten verborgen worden (<hi style="font-style:normal;">würde man die evangelischen nicht verdencken [...]</hi>). <w lemma="Allgemeinem"><orig>Allgemei-</orig><orig>nem</orig></w> diplomatischen Brauch und dem Zeitgeschmack gemäß wird der <w lemma="Gesandte"><orig>Ge-</orig><orig>sandte</orig></w> seine Drohung tatsächlich in verbindliche Worte gekleidet haben, so daß das österreichische Protokoll hier zwar die deutlichere, das der <w lemma="evangelischen"><orig>evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> Sekretäre aber insgesamt die zuverlässigere Version wiedergibt. Das österreichische Protokoll bezeugt, daß Richtersberger aus der Fülle des Gesagten die Essenz herausfilterte und an den Kaiser übermittelte. Es ist daher eher ein Zeugnis dafür, welche im Kern zutreffenden <w lemma="Informationen"><orig>Informatio-</orig><orig>nen</orig></w> der Kaiser durch den Direktor und österreichischen Gesandten von den Beratungen im Fürstenrat Osnabrück erhielt, während das Protokoll der evangelischen Sekretäre mit ihrem Bemühen um Vollständigkeit einen (<w lemma="soweit"><orig>so-</orig><orig>weit</orig></w> das überhaupt möglich ist) realitätsnahen Eindruck vom Verlauf der Fürstenratssitzungen vermittelt. Deshalb wurde dieses und nicht das <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> des Österreichischen Direktoriums zur Druckvorlage gewählt.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00109_sec0028" corresp="#bsb00056732_00109">
	  <head><hi style="font-style:italic;">II. Beschreibung der herangezogenen Protokollserien</hi></head>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00109_sec0029" corresp="#bsb00056732_00109">
	    <head><hi style="font-style:italic;">1. Allgemeines</hi></head>
	    <p style="font-style:italic;">Für die vorliegende Edition wurden nur vollständige Protokollserien und umfangreiche Teilserien berücksichtigt, nicht aber einzelne Protokolle, Extrakte, Conclusa oder Einzelvoten, die in zahllosen Aktenbeständen enthalten sind. Die jeweilige Akteneinheit wird kurz charakterisiert, bei der näheren Beschreibung aber sind nur die in diesem dritten Teilband veröffentlichten 27 Protokolle berücksichtigt.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">23 Protokollserien enthalten das durch Diktatur verbreitete, gemeinsame Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück. Die Diktatur schloß die Überschrift des ersten Protokolls ein, die aus Invocatio, Bezeichnung der Sitzung</hi> (sessio publica<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0109n363" xml:id="bsb00056732_00109_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00109_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Brunert</hi>, <hi style="font-style:italic;">in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, LXXVII bei Anm. 170.</hi></p></note>), <hi style="font-style:italic;">Sitzungsnummer (beginnend mit I), Ort, Datum und Uhrzeit besteht. Die Invocatio lautet im <w lemma="Vorlageexemplar"><orig>Vorlage-</orig><orig>exemplar</orig></w></hi> I(n) N(omine) I(esu). <hi style="font-style:italic;">Sie wurde zum Teil in dieser, zum Teil in erweiterter Form übernommen</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0109n364" xml:id="bsb00056732_00109_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00109_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Vorlageexemplar der Diktatur war</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E. Einige Überlieferungen haben</hi> I(n) N(omine) I(esu) C(hristi); <hi style="font-style:italic;">einzig</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> <hi style="font-style:italic;">B III und</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">von</hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Schwarzburg"><orig>Schwarz-</orig><orig>burg</orig></w></hi> <hi style="font-style:italic;">A I haben</hi> I(n) N(omine) D(omini) N(ostri) I(esu) C(hristi). <hi style="font-style:italic;">Wahrscheinlich ist die gfl. Schwarzburger Überlieferung aller in diesem Teilband edierten Protokolle eine <w lemma="Kopie"><orig>Ko-</orig><orig>pie</orig></w> von</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> <hi style="font-style:italic;">B III. Der Schwarzburger <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> nahm zuerst am 27. Juli 1646 an einer <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice>-Sitzung teil (</hi><ref type="http" target="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10492275_00674.html"><hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> <hi style="font-style:italic;">III, 540</hi></ref><hi style="font-style:italic;">) und wird sich für die früheren Sitzungen den Protokolltext vom <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Sachsen-Weimars besorgt haben.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">. Auch die Zeitangabe variiert in den <w lemma="verschiedenen"><orig>ver-</orig><orig>schiedenen</orig></w> Überlieferungen geringfügig; im Magdeburger <w lemma="Vorlageexemplar"><orig>Vorlageexem-</orig><orig>plar</orig></w> lautet sie</hi> hora fere 9 matutina. <hi style="font-style:italic;">Sicherlich kann man aus kleinen <w lemma="Abweichungen"><orig>Ab-</orig><orig>weichungen</orig></w> keine weitreichende Schlüsse ziehen, doch liefern gemeinsame Unterschiede einzelner Überlieferungen gegenüber anderen <w lemma="Protokollserien"><orig>Protokoll-</orig><pb n="CX" facs="APWIIIA3-3_p0110" sameAs="#bsb00056732_00110"/><orig>serien</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;"> dann ein Indiz für ein Abhängigkeitsverhältnis, wenn andere <w lemma="Hinweise"><orig>Hin-</orig><orig>weise</orig></w> hinzukommen. So haben</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Celle</hi> <hi style="font-style:italic;">A I,</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> <hi style="font-style:italic;">B I und</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Lüneburg"><orig>Lüne-</orig><orig>burg</orig></w></hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Wolfenbüttel</hi> <hi style="font-style:italic;">A I gemeinsam die Zeitangabe</hi> hora 9 matutina<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n365" xml:id="bsb00056732_00110_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Andere Varianten sind:</hi> hora matutina 9 (<hi style="font-style:smallCaps;">Brandenburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Kulmbach</hi> <hi style="font-style:italic;">B IV</hi>), hora 9 <w lemma="antemeridiana"><orig>ante-</orig><orig>meridiana</orig></w> (<hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Wolfenbüttel</hi> <hi style="font-style:italic;">B I,</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Fränkische</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> <hi style="font-style:italic;">A II,</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Württemberg</hi> <hi style="font-style:italic;">A I</hi>), hora nona (<hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> [<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Dillenburg</hi>] <hi style="font-style:italic;">C</hi>).</p></note>. <hi style="font-style:italic;">Da die Gesandten Braunschweig-Lüneburg-Celles und Braunschweig-<w lemma="Lüneburg"><orig>Lü-</orig><orig>neburg</orig></w>-Wolfenbüttels erst Ende April 1646 nach Osnabrück gekommen sind</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n366" xml:id="bsb00056732_00110_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_002"/> <p>APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/2 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-2_p0150n159" target="#bsb00056727_00150_047">Nr. 34 Anm. 159</ref>; <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-2_p0580n90" target="#bsb00056727_00580_033">Nr. 89 Anm. 90</ref>. – Siehe auch unter</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Celle</hi> <hi style="font-style:italic;">A I.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">, ist anzunehmen, daß sie für die Anfangsphase die Protokolle von Braunschweig-Lüneburg-Calenberg übernommen haben.</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Wie einige wenige Beispiele zeigen, wurde der diktierte Text einiger <w lemma="Protokollserien"><orig>Pro-</orig><orig>tokollserien</orig></w> gelegentlich durch Zusätze verändert. Bei Marginalien und Korrekturen über der Zeile wurde daher immer geprüft, ob sie zum <w lemma="diktierten"><orig>diktier-</orig><orig>ten</orig></w> Text gehören. Hingegen sind nicht alle Protokolle kollationiert worden. Es ist daher zwar unwahrscheinlich, kann aber nicht völlig ausgeschlossen werden, daß ein Protokoll mit den äußeren Merkmalen des diktierten <w lemma="tatsächlich"><orig>tat-</orig><orig>sächlich</orig></w> einen an einigen Stellen individuell veränderten Text enthält.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Bei keiner der Protokollserien kann mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich um die Originale der Diktatur handelt; bei einigen steht hingegen fest, daß es Kopien der diktierten Exemplare sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n367" xml:id="bsb00056732_00110_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">So</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">Ea (s. bei Anm. 406),</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Dillenburg</hi>) <hi style="font-style:italic;">C (Geißel hat die Serie als Kopie bezeichnet, s. S. CXXII),</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">von</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Schwarzburg</hi> <hi style="font-style:italic;">A I,</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Celle</hi> <hi style="font-style:italic;">A I und</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Wolfenbüttel"><orig>Wolfen-</orig><orig>büttel</orig></w></hi> <hi style="font-style:italic;">A I und B I (die <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> dieser (Reichs-)Stände waren bei Beginn der <w lemma="Sitzungsperiode"><orig>Sitzungsperi-</orig><orig>ode</orig></w> gar nicht in Osnabrück).</hi></p></note>. Das Protokoll der 25. Sitzung enthält in fast allen Überlieferungen ein Sessionsschema der Re- und Correlation vom 26. und 27. April 1646<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n368" xml:id="bsb00056732_00110_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Abb. S. CXXXI.</p></note>. Manchmal wurden nachträglich Fürstenratsprotokolle unterschiedlichen Ursprungs zu einer Serie vereinigt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n369" xml:id="bsb00056732_00110_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_005"/> <p><hi style="font-style:italic;">Beispiele sind</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">B I und</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Wolfenbüttel</hi> <hi style="font-style:italic;">B I.</hi></p></note>. Einigen Serien wurden Verhandlungsakten beigefügt; <hi style="font-style:smallCaps;">Württemberg</hi> A I ist dafür das beste Beispiel. – Der erste Bestandteil der Sigle bezeichnet immer die Provenienz.</p>
	  </div>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00110_sec0030" corresp="#bsb00056732_00110">
	    <head><hi style="font-style:italic;">2. Die Protokollserien</hi></head>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Markgrafschaft Baden-Durlach:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Baden</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Durlach</hi> <hi style="font-style:italic;">A I:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–461’ (alte Foliierung</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n370" xml:id="bsb00056732_00110_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_006"/> <p style="font-style:italic;">Auf fol. 18 folgt fol. 23, auf fol. 28 fol. 19, auf fol. 21 fol. 29.</p></note><hi style="font-style:italic;">). Auf dem Einband steht:</hi> Reichssachen. In specie beylagen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0110n371" xml:id="bsb00056732_00110_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00110_007"/> <p style="font-style:italic;">Die Blätter tragen keine Knickspuren (freundliche Mitteilung von Herrn Dr. Herwig John, GLA Karlsruhe, vom 26. Juni 1997), wurden also anscheinend nicht von <w lemma="Merckelbach"><orig>Merckel-</orig><orig>bach</orig></w> an den Hof überschickt.</p></note> zu den Merkelbachischen berichten oder acta pacis Westphalicae. 1645 usque <pb n="CXI" facs="APWIIIA3-3_p0111" sameAs="#bsb00056732_00111"/>1649. <hi style="font-style:italic;">Auf dem ersten, nicht foliierten Blatt steht:</hi> In 41 sessionibus bestehendt. Contenta, was zu Oßnabrüg in dem fürstenrath anno 1646 gehandelt worden. <hi style="font-style:italic;">Das Inhaltsverzeichnis umfaßt aber nur die erste Sitzung. Der Band enthält 41 ganzseitig und fortlaufend <w lemma="geschriebene"><orig>geschrie-</orig><orig>bene</orig></w> Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 und 1647 (= gemeinsames <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der <w lemma="Sitzungen"><orig>Sitzun-</orig><orig>gen</orig></w> 1 bis 41. Die ersten 26 Protokolle enden alle mit Erklärung und Namen der <w lemma="Protokollanten"><orig>Protokol-</orig><orig>lanten</orig></w>; das erste Protokoll trägt einen Diktatvermerk, beim 22. fehlt das Datum. Der Text weist an wenigen Stellen kleine Korrekturen auf, die wohl von derselben Hand wie der Text selbst stammen. Das Protokoll der 26. Sitzung ist am Ende durch zwei Sätze nachträglich ergänzt worden</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n372" xml:id="bsb00056732_00111_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_001"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 329 (Nr. 120, S. 433 Z. 26–29). Der Nachtrag steht z. T. in der Lücke zwischen dem Protokollende und der Erklärung der Protokollanten, z. T. neben derselben. Er stammt anscheinend von derselben Hand wie der Text. Es wurde nicht vermerkt, daß er nicht zum diktierten Text gehört.</p></note><hi style="font-style:italic;">. In das zweite Protokoll sind zwei Verhandlungsakten eingelegt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n373" xml:id="bsb00056732_00111_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_002"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 19 und fol. 19’-21. Es handelt sich um das Bedenken der drei Reichsräte aus Münster vom 30. Januar 1646 und das darauf Bezug nehmende <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice><hi style="font-style:normal;">-Conclusum</hi> (<ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0133n2" target="#bsb00056732_00133_039">Nr. 95 Anm. 2</ref>; <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0159n3" target="#bsb00056732_00159_038">Nr. 96 Anm. 3</ref>).</p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Kurfürstentum und Herzogtum Bayern:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Herzogtum</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bayern</hi> <hi style="font-style:italic;">A I 1:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Gebunden, nicht foliiert. Auf dem Titelblatt steht: <hi style="font-style:normal;">Osnabruckisches protocoll im <w lemma="fürstenrath"><orig>fürsten-</orig><orig>rath</orig></w>. Vom 1. [!] Februarii anno 1646 bis 1. lunii anno 1647. Sessiones 41.</hi> Das erste Protokoll stammt vom 3. Februar 1646. Der Text ist halbbrüchig, konzeptmäßig, von einer Hand in gut lesbarer Kanzlistenschrift fortlaufend mit vereinzelten Korrekturen oder Ergänzungen am Rand geschrieben worden. Die Protokollüberlieferung stammt aus der Osnabrücker <w lemma="Registratur"><orig>Re-</orig><orig>gistratur</orig></w>. Die Protokolle sind überschrieben: <hi style="font-style:normal;">Erste</hi> (zweite etc.) <hi style="font-style:normal;">Session,</hi> Wochentag und <w lemma="Datum"><orig>Da-</orig><orig>tum</orig></w>; die Zählung stimmt mit der des gemeinsamen Protokolls der evangelischen <w lemma="Fürstenratsmitglieder"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>mitglieder</orig></w> überein. „Dienstag“ wird immer mundartlich <hi style="font-style:normal;">Affermontag</hi> genannt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n374" xml:id="bsb00056732_00111_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">So in der 3., 7., 19., 23. und 32. Sitzung. Zu</hi> Affermontag <hi style="font-style:italic;">(anscheinend eine Variante des ostschwäbischen</hi> Aftermontag<hi style="font-style:italic;">) s.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Kranzmayer</hi>, <hi style="font-style:italic;">25f, 36, Karte 2. – Die Tagesbezeichnung fehlt bei der 4. und 15. Sitzung.</hi></p></note>. <w lemma="Gelegentlich"><orig>Gelegent-</orig><orig>lich</orig></w> wird auch die Tageszeit angegeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n375" xml:id="bsb00056732_00111_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">So bei der 24. Sitzung</hi> (abents).</p></note>. Das bayerische Votum fehlt in Sitzung 1 und 17; in beiden Fällen wurde Platz für einen Nachtrag gelassen. Auch für die zweite Sitzung liegt ein Protokoll vor, obwohl an dieser Sitzung kein bayerischer Gesandter teilgenommen hat. Dieses Protokoll ist ungewöhnlich kurz und verzeichnet nicht alle Voten. Der Text läßt nicht erkennen, welche fremde Vorlage benutzt worden ist; da er jedoch nahezu identisch ist mit dem Protokoll derselben Sitzung in <hi style="font-style:smallCaps;">Würzburg</hi> A I 1a<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n376" xml:id="bsb00056732_00111_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Anm. 460. Die Abweichungen betreffen einzelne Worte und das in <hi style="font-style:smallCaps;">Würzburg</hi> A I 1a fehlende Votum Pfalz-Lauterns. Auch stehen (anders als dort) alle Bezeichnungen des Würzburger <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> in der dritten Person.</p></note>, muß es sich ebenso wie bei jenem um eine Kopie des Würzburger Protokolls oder einen Auszug aus demselben handeln. Das bayerische Votum steht immer in der dritten Person Singular. Die Namen der Votanten werden durch ein vorangestelltes <hi style="font-style:normal;">Umbfrag</hi> eingeleitet. Die Voten sind der Reihe nach <w lemma="angeführt"><orig>ange-</orig><orig>führt</orig></w>, wobei der Text insgesamt kürzer ist als beim gemeinsamen Protokoll der <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Mitglieder des Fürstenrats. Die von einzelnen Reichsständen schriftlich vorgelegten Voten sind manchmal, ohne daß dies vermerkt worden wäre, wörtlich übernommen, <w lemma="manchmal"><orig>manch-</orig><orig>mal</orig></w> sinngemäß wiedergegeben worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n377" xml:id="bsb00056732_00111_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_006"/> <p style="font-style:italic;">Das Magdeburger Votum zur Amnestie (s. Nr. 98) wurde wörtlich, allerdings in die dritte Person gesetzt, übernommen, während das Wetterauer Votum derselben Sitzung sinngemäß wiedergegeben ist.</p></note>. – Nach magdeburgischem Bericht nahm seit der dritten Sitzung ein bayerischer Protokollant an den Fürstenratssitzungen teil<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0111n378" xml:id="bsb00056732_00111_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00111_007"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Anm. 340.</p></note>.</p>
	    <p><pb n="CXII" facs="APWIIIA3-3_p0112" sameAs="#bsb00056732_00112"/> <hi style="font-style:italic;">– Markgraftum Brandenburg-Kulmbach:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Brandenburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Kulmbach</hi> <hi style="font-style:italic;">B IV:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Fol. 1–728 (moderne Foliierung). Konvolut mit Protokollen der Fürstenräte Osnabrück und Münster; fol. 1–426 liegen die Protokolle des Fürstenrats Osnabrück. Sie sind von <w lemma="verschiedenen"><orig>verschie-</orig><orig>denen</orig></w> Händen ganzseitig geschrieben worden; für jede Sitzung beginnt ein neues Blatt. Die Protokollserie stammt aus der Registratur des Gesandten. Sie enthält die Protokolle der <w lemma="Sitzungen"><orig>Sit-</orig><orig>zungen</orig></w> 1 bis 33, 35 bis 39, 41 und 47 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück). Die Namen der Protokollanten sind bei den ersten 26 Sitzungen stets angegeben.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fürstentum Braunschweig-Calenberg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> <hi style="font-style:italic;">B I:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 1–623’ (moderne Foliierung). Auf dem Titelblatt (fol. 1) steht:</hi> Volstendiges protocollum, in viertzig sexternen bestehend, so in puncto gravaminum bey den <w lemma="generalfriedenstractaten"><orig>generalfrie-</orig><orig>denstractaten</orig></w> in funfftzig besonderen sessionen uffm rahthause binnen Oßnabrügk etc. <w lemma="gehalten"><orig>ge-</orig><orig>halten</orig></w> und nach und nach per directorium Magdeburgensem dictiret worden. <hi style="font-style:italic;">Tatsächlich enthält der Faszikel erstens eine Serie Fürstenratsprotokolle Osnabrück 1646 bis 1647 und zweitens eine Protokollserie der Gravaminaverhandlungen 1646 bis 1647</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0112n379" xml:id="bsb00056732_00112_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00112_001"/> <p style="font-style:italic;">Beginnend fol. 506. Das erste Protokoll datiert vom 2.[/12.] April 1646, das letzte vom 6.[/16.] Februar 1647.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Die Serie der Fürstenratsprotokolle umfaßt insgesamt 46 Sitzungen, darunter die ersten 26 vom Februar bis April 1646 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w>). Die Protokolle sind fortlaufend ganzseitig geschrieben worden und stammen <w lemma="anscheinend"><orig>anschei-</orig><orig>nend</orig></w> aus der Gesandtschaftsregistratur. Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten; das 1., 4., 13. und 15. trägt einen Diktatvermerk. Beim vierten Protokoll fehlt das Magdeburger Votum zur Amnestie</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0112n380" xml:id="bsb00056732_00112_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00112_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 98 (S. 59 Z. 32f).</p></note><hi style="font-style:italic;">. Im Protokoll der 11. Sitzung ist ein</hi> Wort, <hi style="font-style:italic;">im jenen der 16. Sitzung ein kurzer Satz deutsch wiedergegeben, der in der Diktaturvorlage (=</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E) lateinisch steht</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0112n381" xml:id="bsb00056732_00112_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00112_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Anm. 465.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Dieselbe Änderung haben auch die im folgenden <w lemma="beschriebenen"><orig>be-</orig><orig>schriebenen</orig></w> Braunschweiger Überlieferungen.</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> <hi style="font-style:italic;">B I ist in unserer Edition Druckvorlage für Nr. 95 bis 120.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fürstentum Braunschweig-Celle:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Celle</hi> <hi style="font-style:italic;">A I:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Der Aktenband besteht aus zwei nachträglich zusammengefügten Faszikeln, von denen der erste nicht foliiert ist und das gemeinsame Protokoll der evangelischen Mitglieder des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Osnabrück aus dem Jahr 1646 (Sitzung 1–31) enthält. Diese Protokolle sind von <w lemma="wechselnden"><orig>wech-</orig><orig>selnden</orig></w> Händen ganzseitig und fortlaufend geschrieben. Den 31 Protokollen liegen insgesamt zehn Schriftstücke bei, die in den Sitzungen erwähnt worden sind oder einen anderweitigen Bezug auf die Fürstenratssitzungen haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0112n382" xml:id="bsb00056732_00112_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00112_004"/> <p style="font-style:italic;">Es handelt sich um Brief(extrakt)e und Verhandlungsakten. Dem ersten Protokoll liegt ein Alternationsschema für Mecklenburg, Pommern, Württemberg, Hessen und Baden-Durlach (<ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0137n22" target="#bsb00056732_00137_036">Nr. 95 Anm. 22</ref>) bei.</p></note>. Im Protokoll der 4., 9., 14., 15. und 31. Sitzung steht am Rand jeweils eine Bemerkung, die vom diktierten Protokolltext abweicht. Zweimal handelt es sich um einen Kommentar aus Sicht aller oder vieler evangelischer Gesandter (Nr. 4 und Nr. 14), einmal (Nr. 15) um eine Meinungsäußerung des Lampadius, einmal (Nr. 9) um eine Erläuterung und einmal (Nr. 31) um eine ausführlichere Formulierung des <w lemma="Wolfenbütteler"><orig>Wolfenbütte-</orig><orig>ler</orig></w> Votums, die sachlich nichts Neues bringt. Da der Gesandte Braunschweig-Lüneburg-<w lemma="Celles"><orig>Cel-</orig><orig>les</orig></w> Langenbeck erst 1647 im Fürstenrat Osnabrück votierte, werden die Protokolle aus dem Jahr 1646 aus der calenbergischen Kanzlei stammen. Anscheinend hat Lampadius zur <w lemma="Information"><orig>Infor-</orig><pb n="CXIII" facs="APWIIIA3-3_p0113" sameAs="#bsb00056732_00113"/><orig>mation</orig></w> für seinen Kollegen an einigen Stellen Kommentare oder Erläuterungen an den Rand schreiben lassen. Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten; <w lemma="Diktatvermerke"><orig>Dik-</orig><orig>tatvermerke</orig></w> tragen die Protokolle der 1., 13. und 15. Sitzung.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Wolfenbüttel</hi> <hi style="font-style:italic;">A I:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–430 (moderne Foliierung). Auf dem Titelblatt (fol. 1) steht:</hi> Volumen <w lemma="quintum"><orig>quin-</orig><orig>tum</orig></w> dero zu Oßnabrügk und Münster bey den friedenstractaten ergangener actorum. Begreift in sich das protocollum im fürstenrath anno 1646 von Ianuario biß in den Septembrem, <w lemma="imgleichen"><orig>im-</orig><orig>gleichen</orig></w> das protocollum deputatorum im Aprili 1646. Nota bene! Die-sessiones, so hieran mangeln, sindt in den folgenden voluminibus bei den relationibus nach 〈und〉 nach zu <w lemma="finden"><orig>fin-</orig><orig>den</orig></w>. <hi style="font-style:italic;">Der Faszikel enthält erstens 31 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus dem Jahre 1646 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück) und <w lemma="zweitens"><orig>zwei-</orig><orig>tens</orig></w> fünf Protokolle von den Gravaminaverhandlungen im April 1646</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n383" xml:id="bsb00056732_00113_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_001"/> <p style="font-style:italic;">Beginnend fol. 395 (Titel) bzw. 396 (Sessionsschema).</p></note><hi style="font-style:italic;">. Die <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürstenratspro-</orig><orig>tokolle</orig></w> sind fortlaufend von wechselnden Händen ganzseitig geschrieben worden. Den <w lemma="Protokollen"><orig>Pro-</orig><orig>tokollen</orig></w> liegen verschiedene Schriftstücke bei, die in den Sitzungen erwähnt worden sind oder einen anderweitigen Bezug auf die Fürstenratssitzungen haben</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n384" xml:id="bsb00056732_00113_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_002"/> <p style="font-style:italic;">Wie Anm. 382.</p></note>. <hi style="font-style:italic;">Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten, das 1., 4. und 13. trägt einen Diktatvermerk</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n385" xml:id="bsb00056732_00113_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Diese Überlieferung gleicht</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Celle</hi> <hi style="font-style:italic;">A I, doch fehlen die <w lemma="dortigen"><orig>dor-</orig><orig>tigen</orig></w> Marginalien, und die 15. Sitzung trägt keinen Diktatvermerk.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">. – Diese Überlieferung gleicht</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Celle</hi><hi style="font-style:italic;"> A I (siehe oben), doch fehlen die dortigen Marginalien, und die 15. Sitzung trägt keinen Diktatvermerk.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Wolfenbüttel</hi> <hi style="font-style:italic;">B I:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–555 (moderne Folierung). Auf dem Titelblatt (fol. 1) steht:</hi> Volumen <w lemma="septimum"><orig>septi-</orig><orig>mum</orig></w> dero zu den generalfriedenstractaten gehöriger und ergangener actorum. Begreiffet in sich das protocollum, welches gehalten im fürstenrath zu Osnabrucke vom 24. Ianuarii 1646 bis auff den 8. Septembris 1647, und ist complet ohne einigen mangel. Item das protocollum, so gehalten bei dero von beiden religionen gemachten deputation im Aprili 1646. <hi style="font-style:italic;">Der <w lemma="Faszikel"><orig>Faszi-</orig><orig>kel</orig></w> stammt aus dem Besitz des Wolfenbütteler Kanzlers Dr. Johann Schwartzkopf</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n386" xml:id="bsb00056732_00113_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_004"/> <p style="font-style:italic;">Seit 1639 Vizekanzler, seit 1646 Kanzler, gest. 1658 (<hi style="font-style:smallCaps;">Römer</hi> [u. a.], 124).</p></note><hi style="font-style:italic;">; er <w lemma="enthält"><orig>ent-</orig><orig>hält</orig></w> fol. 2–416’ 46 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 bis 1647 (= <w lemma="gemeinsames"><orig>gemein-</orig><orig>sames</orig></w> Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar die <w lemma="Protokolle"><orig>Pro-</orig><orig>tokolle</orig></w> der 1. bis 41. und 46. bis 50. Sitzung. Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten; von den ersten 26 Sitzungen tragen das 4. und 13. einen Diktatvermerk. Die Protokolle sind ganzseitig bzw. mit schmalem Rand mit sorgfältiger Kanzlistenschrift <w lemma="geschrieben"><orig>ge-</orig><orig>schrieben</orig></w> worden; von anderer Hand (Individualschrift) ist jeweils am Kopf in roter Tinte das Thema der Sitzung notiert worden. Das Protokoll der ersten Sitzung hat eine alte <w lemma="Paginierung"><orig>Paginie-</orig><orig>rung</orig></w></hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n387" xml:id="bsb00056732_00113_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_005"/> <p style="font-style:italic;">S. 1–28; das letzte Blatt (fol. 16) ist nicht paginiert.</p></note><hi style="font-style:italic;">; es ist in einer anderen Schrift geschrieben als die übrigen Protokolle des Jahres 1646, trägt einen Dorsalvermerk</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n388" xml:id="bsb00056732_00113_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_006"/> <p><hi style="font-style:italic;">Fol. 16’:</hi> Sessio 1 protocolli des hochlöblichen fürstenrath zu Oßnabrügg de 24. Ianuarii anno 1646.</p></note><hi style="font-style:italic;"> und weist Spuren zweimaliger Faltung auf, ist also wohl <w lemma="überschickt"><orig>über-</orig><orig>schickt</orig></w> worden. In die Folge der ersten 26 Protokolle sind neun Verhandlungsakten eingefügt.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fränkische Grafen:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Fränkische</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> <hi style="font-style:italic;">A II:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Dieser Faszikel (vgl. die Beschreibung in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, IC) enthält fol. 21–103’<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0113n389" xml:id="bsb00056732_00113_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00113_007"/> <p style="font-style:italic;">In gestörter Reihenfolge: Nr. 1–3, Nr. 5–11, Nr. 4.</p></note> die ersten elf Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus dem Jahre 1646 (= gemeinsames Protokoll <pb n="CXIV" facs="APWIIIA3-3_p0114" sameAs="#bsb00056732_00114"/>der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück). Die ganzseitig von verschiedenen Händen sorgfältig geschriebenen Protokolle sind verschickt worden, worauf Knickspuren, alte Foliierungen pro überschickter Sendung<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0114n390" xml:id="bsb00056732_00114_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00114_001"/> <p style="font-style:italic;">Die Protokolle der 1., 2., 4., 5. und 8. Sitzung tragen neben der fortlaufenden alten <w lemma="Foliierung"><orig>Foli-</orig><orig>ierung</orig></w> eine jeweils mit 1 beginnende, noch ältere Foliierung. Die Protokolle der <w lemma="Sitzungen"><orig>Sitzun-</orig><orig>gen</orig></w> 6 und 7 weisen eine durchgehende, ältere Foliierung (fol. 1–15’) auf: Sie wurden gemeinsam verschickt. Das Protokoll der 9. Sitzung trägt drei Foliierungen, von denen eine durchgestrichen wurde.</p></note>, Vermerke<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0114n391" xml:id="bsb00056732_00114_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00114_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Am Ende des 8. Protokolls steht in Individualschrift:</hi> Nota bene! Contra armistitium. <hi style="font-style:italic;">Das Protokoll der 4. Sitzung trägt den Rückvermerk, ebenfalls in Individualschrift:</hi> <w lemma="Protocollum"><orig>Pro-</orig><orig>tocollum</orig></w> sessionis publicae quartae in dem hochlöblichen fürstenrhat zu Osnabrügk, <hi style="font-style:italic;">darunter, anscheinend von anderer Hand, das Datum. Im selben Protokoll steht anstelle des Magdeburger Votums ein Vermerk von derselben Hand. Auch das Votum der <w lemma="Fränkischen"><orig>Frän-</orig><orig>kischen</orig></w> Gf.en wurde von dieser Hand teils am Rand, teils über der Zeile ergänzt (Nr. 98, S. 76 Z. 26f). Beim Protokoll der 9. Sitzung ist dorsal, ebenfalls in Individualschrift, das Thema der Sitzung notiert.</hi></p></note> und Betreffe am Rand<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0114n392" xml:id="bsb00056732_00114_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00114_003"/> <p style="font-style:italic;">Zum Beispiel in Sitzung 1 (fol. 21’ und 22) und Sitzung 8 (fol. 74).</p></note> <w lemma="hinweisen"><orig>hin-</orig><orig>weisen</orig></w>. Nur im 1., 2. und 9. Protokoll sind die Namen der Protokollanten genannt. Bei <w lemma="einigen"><orig>eini-</orig><orig>gen</orig></w> Protokollen sind einzelne Textpassagen am Rand angestrichen; vereinzelt ist von <w lemma="anderer"><orig>ande-</orig><orig>rer</orig></w> Hand korrigiert worden. – Die Überlieferung von Fürstenratsprotokollen Osnabrück im Aktenbestand der Reichsstadt Nürnberg ist wohl damit zu erklären, daß Oelhafen von Schöllenbach sowohl für Nürnberg als auch für die Fränkischen Grafen bevollmächtigt war. Wie einzelne Schriftstücke in <hi style="font-style:smallCaps;">Fränkische</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> A II zeigen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0114n393" xml:id="bsb00056732_00114_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00114_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">So fol. 134:</hi> Fränckisch gräffliches unnd respective mutatis mutandis Nurenbergisches votum in puncto satisfactionis Gallicae coronae. 21. Februarii/3. Martii 1646.</p></note>, hat Oelhafen beide Funktionen eng miteinander verknüpft, was sich auch in der Aktenführung niedergeschlagen hat. Daß auf dem Rothenburger Grafentag im März 1646 beschlossen wurde, das Archiv der Fränkischen Grafen vorläufig in Nürnberg unterzubringen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0114n394" xml:id="bsb00056732_00114_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00114_005"/> <p><hi style="font-style:italic;">Ernst</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Böhme</hi>, <hi style="font-style:italic;">297.</hi></p></note>, bedeutete keinen Beschluß über die Übergabe gräflicher Akten an das reichsstädtische Archiv, kann also das <w lemma="Vorhandensein"><orig>Vorhan-</orig><orig>densein</orig></w> gräflicher Akten in Nürnberg nicht erklären.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Landgrafschaft Hessen-Kassel:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Hessen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Kassel</hi> <hi style="font-style:italic;">A XIII:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 1–622 (moderne Foliierung). Auf dem nicht foliierten Titelblatt steht:</hi> Volumen XVI. 46 zu Oßnabrüg gehaltene sessiones, darbey über Kayßerlicher Mayestät sowoll als derer beyden streitenden cronen propositiones, declarationes et replicas deliberiret worden. 1646. <hi style="font-style:italic;">Auf dem beschädigten (zu einem Drittel abgerissenen) Vorsatzblatt steht:</hi> Sessiones 46 publicae de anno 1646. <hi style="font-style:italic;">Der Faszikel enthält 46 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 bis 1647 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der Sitzungen 1 bis 41 sowie 46 bis 50, die in Abweichung von der üblichen Numerierung als Nr. 42 bis 46 gezählt sind, indem die im Sommer 1647 in Münster gemeinsam mit dem dortigen Fürstenrat abgehaltenen Sitzungen nicht <w lemma="berücksichtigt"><orig>berücksich-</orig><orig>tigt</orig></w> worden sind. Ferner enthält der Band (ab fol. 555) Protokolle der <w lemma="Gravaminakonferenzen"><orig>Gravaminakonferen-</orig><orig>zen</orig></w> vom April 1646. Die Fürstenratsprotokolle sind fortlaufend von wechselnden Händen ganzseitig geschrieben worden; die Schrift ist teilweise unregelmäßig und wirkt nachlässig. Bei den ersten 18 Protokollen beginnt für jede Sitzung ein neues Blatt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0114n395" xml:id="bsb00056732_00114_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00114_006"/> <p style="font-style:italic;">Zum Teil wird die Schrift gegen Protokollende deutlich kleiner, so daß der Schluß unten auf eine Rückseite zu stehen kommt (so fol. 165’). Auf das 2. Protokoll folgen vier leere Blätter; beim 12. Protokoll blieb am Schluß die Rückseite leer.</p></note><hi style="font-style:italic;">; die folgenden <w lemma="beginnen"><orig>be-</orig><orig>ginnen</orig></w> mehrheitlich auf der Rückseite. Die ersten 26 Protokolle enden alle mit Erklärung und Namen der Protokollanten. Verschiedentlich ist am oberen Seitenrand in der Art eines Kolumnentitels die Nummer der Sitzung vermerkt. Fol. 313 steht eine kurze, undatierte <w lemma="Erklärung"><orig>Er-</orig><pb n="CXV" facs="APWIIIA3-3_p0115" sameAs="#bsb00056732_00115"/><orig>klärung</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;"> der Evangelischen; sonst sind keine Verhandlungsakten enthalten. Bei der 17. <w lemma="Sitzung"><orig>Sit-</orig><orig>zung</orig></w> ist von der Schreiberhand eine ausgelassene, kurze Passage auf dem Rand nachgetragen und dabei ein Wort variiert worden</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0115n396" xml:id="bsb00056732_00115_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00115_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">Fol. 188: statt</hi> nachtheilig <hi style="font-style:italic;">(= diktierte Fassung)</hi> abbrüchig.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Bei der 20. Sitzung ist eine Stelle im Protokolltext, die sich auf die Satisfaktionsforderungen Hessen-Kassels bezieht, durch eine Zeigehand <w lemma="hervorgehoben"><orig>her-</orig><orig>vorgehoben</orig></w>, und bei der 26. Sitzung steht am Rand ein Vermerk, der sich auf die Diktatur eines im Protokoll erwähnten Schriftstückes bezieht</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0115n397" xml:id="bsb00056732_00115_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00115_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe fol. 261 und fol. 345’.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Bei der 25. Sitzung fehlt das in <w lemma="andere"><orig>an-</orig><orig>dere</orig></w> Überlieferungen eingefügte Sessionsschema</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0115n398" xml:id="bsb00056732_00115_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00115_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Abb. S. CXXXI.</p></note><hi style="font-style:italic;">; die darauf Bezug nehmende Passage am Anfang des Protokolls ist ausgelassen worden.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Erzstift Magdeburg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">D:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–483’ (moderne Foliierung). Fol. 1 steht:</hi> Oßnabrückische sessiones undt protocolla von herrn crayßsecretarius Werner gehalten. Vom 24. Ianuarii 1646 bis den 6. Februarii 1647. <hi style="font-style:italic;">Der Band enthält fol. 2–390 die Mitschriften des Magdeburger <w lemma="Gesandtschaftssekretärs"><orig>Gesandt-</orig><orig>schaftssekretärs</orig></w> Werner von den Fürstenratssitzungen Osnabrück, und zwar jene der <w lemma="Sitzungen"><orig>Sitzun-</orig><orig>gen</orig></w> 1 bis 38, 40, 41 und 46 bis 51. Ferner enthält der Band fol. 391–483 <w lemma="Deputationsprotokolle"><orig>Deputationsprotokol-</orig><orig>le</orig></w>, deren letztes von 1647 II 6[/16] datiert. Der mit Bleistift geschriebene Text ist stark, auf der ersten Seite fast völlig verblaßt und beginnt fol. 2 mit dem Protokoll von</hi> Sessio publica L <hi style="font-style:italic;">Auf dem breiten Rand und manchmal auch im Text über der Zeile stehen bei dem ersten Protokoll mit Tinte geschriebene, sonst mit Bleistift notierte Ergänzungen oder Korrekturen. Die mit Tinte geschriebenen Worte des ersten Protokolls stehen fast ausnahmslos auch in den diktierten Protokollen, sind also übernommen worden. Alle Protokolle sind überschrieben</hi> Sessio publica <hi style="font-style:italic;">(mit Sitzungsnummer in römischen Ziffern), es folgen Wochentag (als <w lemma="Planetenzeichen"><orig>Plane-</orig><orig>tenzeichen</orig></w> wiedergegeben), Datum und Uhrzeit. Diese Überschriften entsprechen jenen der diktierten Protokolle, das heißt: Werners Mitschriften wurden zum Vorbild für die durch Diktatur verbreiteten. Die erste Sitzung ist</hi> I. N. I. <hi style="font-style:italic;">überschrieben, was ebenfalls in die <w lemma="diktierten"><orig>dik-</orig><orig>tierten</orig></w> Protokolle übernommen worden ist.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, doppelt foliiert: eine alte Foliierung (fol. 1–552, beginnend auf der ersten Seite des ersten Protokolls) steht auf dem unteren, eine moderne, hier maßgebliche <w lemma="Stempelfoliierung"><orig>Stempelfoliie-</orig><orig>rung</orig></w> (fol. 1–650) steht auf dem oberen Seitenrand. Auf dem Titelblatt steht:</hi> I. N. I. <w lemma="Protocoll[a]"><orig>Pro-</orig><orig>tocoll[a]</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0115n399" xml:id="bsb00056732_00115_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00115_004"/> <p style="font-style:italic;">Das Papier ist an dieser Stelle beschädigt.</p></note> sessionum publicarum im fürstenrath zu Ossnabrück bey denen allgemeinen friedenstractaten daselbst gehalten. Anno 1646. 1647. <hi style="font-style:italic;">Der Band enthält das Original des gemeinsamen Protokolls der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück, nämlich die – in der Regel</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0115n400" xml:id="bsb00056732_00115_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00115_005"/> <p style="font-style:italic;">Die Ausnahmen betreffen nicht die in diesem dritten Teilband edierten Protokolle.</p></note><hi style="font-style:italic;"> – von Werners Hand geschriebenen und jeweils von ihm und drei bis vier weiteren evangelischen Sekretären beglaubigten Protokolle für die Sitzungen 1 bis 41 und 46 bis 50 des Fürstenrats Osnabrück 1646 bis 1647; anstelle der fehlenden, im Juni und Juli 1647 in Münster abgehaltenen, als Nr. 42 bis 45 gezählten Sitzungen steht eine <w lemma="erläuternde"><orig>erläu-</orig><orig>ternde</orig></w> Notiz Werners, warum in Münster nicht protokolliert werden konnte. Diese <w lemma="Protokollserie"><orig>Pro-</orig><orig>tokollserie</orig></w> hat als Diktatvorlage gedient. In der Diktion Werners handelt es sich um seine „extendierte“ Version des Protokolls, die nach Absprache mit den anderen Protokollanten weiter korrigiert und ergänzt worden ist. Das Protokoll der ersten Sitzung war ursprünglich überschrieben:</hi> I. N. I. Sessio publica I. Auff dem rathhauß zu Oßnabrück. <hi style="font-style:italic;">[Die]</hi> Saturni <hi style="font-style:italic;">[als Planetenzeichen].</hi> 24. Ianuarii stili veteris anno 1646 hora fere 9 matutina. <hi style="font-style:italic;">Zwischen den Worten</hi> dem rathhauß <hi style="font-style:italic;">wurde über der Zeile ein Einschaltzeichen eingefügt. Am Rand wurde entsprechend ergänzt:</hi> des löblichen fürstenraths zu Oßnabrück etc. <hi style="font-style:italic;">Hinter</hi> rathhauß <hi style="font-style:italic;">wurde die Ortsbestimmung durchgestrichen und statt dessen</hi> daselbsten <hi style="font-style:italic;">ergänzt. Durch die falsche</hi> <pb n="CXVI" facs="APWIIIA3-3_p0116" sameAs="#bsb00056732_00116"/><hi style="font-style:italic;">Plazierung des Einschaltzeichens ergibt sich ein fehlerhafter Text, was offensichtlich in dieser Form diktiert worden ist, da die Mehrzahl der Protokollüberlieferungen diese fehlerhafte Überschrift trägt. Jedes der nach altem Stil datierten Protokolle endet mit einer im Wortlaut leicht variierenden, bis zur 13. Sitzung datierten</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0116n401" xml:id="bsb00056732_00116_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00116_001"/> <p style="font-style:italic;">Die Protokolle wurden anfangs am selben Tag ausgearbeitet, dann am nächsten, bei der 11. und 12. Sitzung am übernächsten, bei der 13. Sitzung erst am dritten Tag nach der Sitzung.</p></note><hi style="font-style:italic;"> Erklärung der Sekretäre, in der bezeugt wird, daß die jeweilige, mit Folioangaben genau bezeichnete Sitzung nach Vergleich der Protokolle gleichen Inhalts befunden worden sei. Sind</hi> in forma <hi style="font-style:italic;">eingereichte Voten beigefügt, so werden diese in der Erklärung einzeln angeführt und in die Bescheinigung eingeschlossen. Es folgen die eigenhändigen Unterschriften der Sekretäre gemäß der Rangfolge</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0116n402" xml:id="bsb00056732_00116_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00116_002"/> <p style="font-style:italic;">Der Braunschweiger Christian Lampadius hat allerdings einmal (in der 19. Sitzung) erst hinter dem pommerschen Sekretär Fehr unterschrieben; beim 22. Protokoll steht sein <w lemma="Name"><orig>Na-</orig><orig>me</orig></w>, rangmäßig korrekt, vor Fehr. Die Schreibweise der Namen variiert: Jäger schrieb teils <hi style="font-style:normal;">Eusebius,</hi> teils <hi style="font-style:normal;">Eüsebius;</hi> dem Anfangsbuchstaben „E“ gab er unterschiedliche <w lemma="Formen"><orig>For-</orig><orig>men</orig></w> und malte ihn hin und wieder in den ersten Buchstaben seines Nachnamens hinein. Werner benutzte für das <hi style="font-style:normal;">manu propria</hi> ein kunstvolles Kürzel; Fehr, der seinen ersten Vornamen immer <hi style="font-style:normal;">Johan</hi> schrieb, ließ es ganz weg. Seinen zweiten Vornamen hat er <w lemma="einmal"><orig>ein-</orig><orig>mal</orig></w> <hi style="font-style:normal;">Samuell</hi> buchstabiert (fol. 94). Lampadius schrieb <hi style="font-style:normal;">Lampadies.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">. Fol. 2–4’ steht ein von Werner geschriebener, ausführlicher</hi> Index protocolli summarius sessionum publicarum, <hi style="font-style:italic;">der die Sitzungen 1 bis 41 umfaßt, also vor den in Münster abgehaltenen <w lemma="Sitzungen"><orig>Sit-</orig><orig>zungen</orig></w> abbricht. Die halbbrüchig, konzeptmäßig und fortlaufend geschriebenen Protokolle sind, wie die diktierten, jeweils überschrieben mit</hi> Sessio publica <hi style="font-style:italic;">(sowie Sitzungsnummer in römischen Ziffern), Wochentag (als Planetenzeichen), Datum und Uhrzeit. Auf den Rändern stehen Zusätze und Korrekturen Werners von unterschiedlichem Umfang, die in den <w lemma="diktierten"><orig>diktier-</orig><orig>ten</orig></w> Überlieferungen in den Text integriert sind. Das erste Protokoll enthält zudem zwei in den diktierten Text eingefügte Zusätze des Magdeburger Gesandten Krull. Eine Ausnahme bildet das 12. Protokoll</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0116n403" xml:id="bsb00056732_00116_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00116_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 106.</p></note><hi style="font-style:italic;">: Hier stehen auf dem Rand unterstrichene und nicht <w lemma="unterstrichene"><orig>unterstri-</orig><orig>chene</orig></w> Zusätze und Korrekturen. Die weniger zahlreichen, nicht unterstrichenen Zusätze sind bei der Diktatur übernommen worden. Die später hinzugefügten, unterstrichenen <w lemma="Marginalien"><orig>Mar-</orig><orig>ginalien</orig></w> stellen Zusätze zu dem vom Direktor verlesenen, protokollierten Entwurf der <w lemma="Correlation"><orig>Cor-</orig><orig>relation</orig></w> zu Klasse I der Repliken dar. Nicht dem Wortlaut, aber der Sache nach stehen sie in der endgültigen Fassung der Correlation. – Manchen Protokollen liegen schriftlich <w lemma="eingereichte"><orig>einge-</orig><orig>reichte</orig></w> Einzelvoten bei. Bei den ersten 26 Sitzungen gibt es insgesamt 15 solcher numerierter Beilagen, von denen drei fehlen, nämlich Nr. 2 (Magdeburger Votum zur Amnestie), Nr. 6 (dazu fehlt auch in den Protokollen ein Hinweis, so daß unsicher bleibt, was dies für eine Beilage gewesen ist) und Nr. 14 (Correlation des Fürstenrats zu Klasse II, III und IV der Repliken</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0116n404" xml:id="bsb00056732_00116_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00116_004"/> <p style="font-style:italic;">Am Rand steht ein Verweis auf die anderweitige Ablage dieses Schriftstücks (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0512n10" target="#bsb00056732_00512_044">Nr. 117 Anm. 10</ref>). – Bei der fehlenden Beilage Nr. 6 könnte es sich um ein Wetterauer Votum vom 9. Februar 1646 handeln, das in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> B I überliefert ist (s. Anm. 419).</p></note><hi style="font-style:italic;">). Die übrigen</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0116n405" xml:id="bsb00056732_00116_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00116_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe die Aufzählung S. CV.</p></note><hi style="font-style:italic;"> sind von fremden Händen geschrieben und haben keine alte Foliierung.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">Ea:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–978 (moderne Foliierung); ganzseitig geschrieben. Auf dem Vorsatzblatt steht: <hi style="font-style:normal;">Oßnabrugische sessiones und protocolla.</hi> Der Band enthält 46 an den Administrator nach Halle überschickte Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 und 1647, und zwar jene der Sitzungen 1 bis 41 und 46 bis 50 (= gemeinsames Protokoll der <w lemma="evangelischen"><orig>evangeli-</orig><orig>schen</orig></w> Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück). Die Abschriften<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0116n406" xml:id="bsb00056732_00116_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00116_006"/> <p style="font-style:italic;">Von <hi style="font-style:normal;">abschrifften</hi> spricht Krull in einem Brief an den <choice><abbr>Adm.</abbr><expan>Administrator</expan></choice> vom 9./19. April 1647, mit dem er die Protokolle der 32. und 33. Sitzung überschickt (fol. 512).</p></note> stammen von der Hand des <pb n="CXVII" facs="APWIIIA3-3_p0117" sameAs="#bsb00056732_00117"/>Magdeburger Sekretärs Werner. Ebenfalls von seiner Hand ist ein Vermerk vom 17.[/27.] April 1646, der auf die Bestimmung der Deputierten Bezug nimmt, die am selben Tag die <hi style="font-style:normal;">Bedenken</hi> der Reichsräte den kaiserlichen Gesandten übergeben haben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n407" xml:id="bsb00056732_00117_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 121.</p></note>. Neben einem <w lemma="gelegentlichen"><orig>ge-</orig><orig>legentlichen</orig></w> Präsentatsvermerk<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n408" xml:id="bsb00056732_00117_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_002"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 406 (zum Protokoll der 27. Sitzung).</p></note> zeigen elf Begleitbriefe (Ausfertigungen) des Gesandten Krull, daß die Protokolle von Osnabrück nach Halle überschickt worden sind. Der erste, mit dem das Protokoll der 31. Sitzung versandt worden ist, datiert vom 12.[/22.] Oktober 1646<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n409" xml:id="bsb00056732_00117_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_003"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 456.</p></note>. Daß auch die früheren Fürstenratsprotokolle, zu denen keine Begleitbriefe <w lemma="vorliegen"><orig>vorlie-</orig><orig>gen</orig></w>, überschickt worden sind, geht aus anderswo abgelegten Berichten Krulls hervor<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n410" xml:id="bsb00056732_00117_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_004"/> <p style="font-style:italic;">In seinem <hi style="font-style:normal;">Unterthänigsten bericht Nr.</hi> 19 vom 30. Januar[/9. Februar] 1646 teilt Krull dem <choice><abbr>Adm.</abbr><expan>Administrator</expan></choice> mit, daß er die ersten drei mit einem Boten überschicke (<hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> F III fol. 183). Am 4.[/14.] Februar 1646 schreibt Krull, daß er zunächst nur die Magdeburger Voten schicke; die Protokolle sollten bei nächster Gelegenheit folgen (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi> fol. 240).</p></note>. Den Fürstenratsprotokollen ist nur ausnahmsweise eine Beilage angefügt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n411" xml:id="bsb00056732_00117_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_005"/> <p style="font-style:italic;">Dem Protokoll von Sitzung 19 liegen die ksl. Patente an die pommerschen Landstände von 1637 V 16 (<ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0435n96" target="#bsb00056732_00435_041">Nr. 113 Anm. 96</ref>) bei.</p></note>. Der Band enthält auch Protokollextrakte vom Fürstenrat Münster, zwei Sitzungsmitschriften von Werners Hand vom Juli 1645 sowie neun Protokolle der Gravaminakonferenzen vom April 1646 und ein <hi style="font-style:normal;">Bedencken</hi> evangelischer Deputierter aus dem Jahr 1631, das Krull ebenfalls an den Administrator überschickt hat<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n412" xml:id="bsb00056732_00117_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_006"/> <p style="font-style:italic;">Protokollextrakte vom <choice><abbr>FRM</abbr><expan>Fürstenrat in Münster</expan></choice> vom März 1646, mitgeteilt vom bg.-kulmbachischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice>, praes. 1646 IV 3[/13]: fol. 450–455 (das erste Stück ist falsch bezeichnet: Es handelt sich um die „Fragen“ und „Meinungen“ des <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice> von 1646 III 8, s. Nr. 110); Mitschriften vom 18./28. und 21./31. Juli 1645: s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 Nr. 2 und 3; sie fehlen in <hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="Magdeburg"><orig>Magde-</orig><orig>burg</orig></w></hi> A I (<hi style="font-style:smallCaps;">ebenda</hi>, CII Anm. 363); Protokolle der Gravaminakonferenzen: fol. 714–787’; <hi style="font-style:normal;">Bedencken</hi> von 1631: s. <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1 <ref type="line" subtype="extern" facs="#APWIIIA3-1_p0498n64" target="#bsb00056726_00498_053">Nr. 22 Anm. 64</ref>.</p></note>.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Erzherzöge von Österreich:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">A II (XXXII) – (XXXIII)</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">enthalten Relationen (Ausfertigungen) der erzherzoglich österreichischen Gesandten <w lemma="Wolkenstein"><orig>Wol-</orig><orig>kenstein</orig></w>, Richtersberger und Goll an den Kaiser für die Monate Januar bis Februar bzw. März bis April 1646 samt Beilagen, darunter 19 Fürstenratsprotokolle Osnabrück, ferner eine Relation Richtersbergers aus dem Jahr 1647. Die Relationen stammen teils gemeinsam von Wolkenstein und Goll, teils allein von Richtersberger, teils von allen drei Gesandten <w lemma="gemeinsam"><orig>ge-</orig><orig>meinsam</orig></w>. Wolkenstein und Goll schrieben stets aus Münster. Richtersberger schrieb <w lemma="normalerweise"><orig>normaler-</orig><orig>weise</orig></w> jede Woche einmal aus Osnabrück; wenn er in Münster weilte, schloß er sich den <w lemma="Relationen"><orig>Rela-</orig><orig>tionen</orig></w> Wolkensteins und Golls an. Die für die Zeit vom 9. März bis zum 11. April 1646 hier fehlende Korrespondenz liegt zum größten Teil zusammen mit den beigefügten <w lemma="Fürstenratsprotokollen"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>protokollen</orig></w> von Sitzung 16 bis 22 in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> B I. – Das Protokoll der ersten <w lemma="Fürstenratssitzung"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>sitzung</orig></w>, in der Richtersberger das Direktorium führte, ist überschrieben: <hi style="font-style:normal;">In nomine Domini Amen. Anfang der reichsfridensconsultationen zue Ößnabrugg de anno 1646.</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n413" xml:id="bsb00056732_00117_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_007"/> <p style="font-style:italic;">Es folgt eine Kürzung, die wahrscheinlich ein Schlußzeichen darstellen soll</p></note> <hi style="font-style:normal;">Sessio <w lemma="prima"><orig>pri-</orig><orig>ma</orig></w>. Den 3. Februarii am sambstag.</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n414" xml:id="bsb00056732_00117_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_008"/> <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II (XXXII) fol. 98. Alle Protokolle sind nach neuem Stil datiert.</p></note> Der Text bedeckt, hier wie bei den übrigen Protokollen, die ganze Seite; die Schrift ist stets gut lesbar, aber ohne besondere Sorgfalt und etwas <w lemma="unregelmäßig"><orig>unregel-</orig><orig>mäßig</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n415" xml:id="bsb00056732_00117_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_009"/> <p style="font-style:italic;">Die Relationen Richtersbergers sind von derselben Hand geschrieben.</p></note>. Das Protokoll der 12. Sitzung (Nr. 106) enthält einzelne kleine Korrekturen von anderer Hand; in jenem der 13. Sitzung ist bei der <hi style="font-style:normal;">Mainung</hi> am Schluß dreimal <hi style="font-style:normal;">protest:</hi> von anderer Hand ergänzt worden<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0117n416" xml:id="bsb00056732_00117_n10"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00117_010"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 107 (S. 186 Z. 27, 29, 31).</p></note>. Die Fürstenratsprotokolle sind numeriert; die Zählweise ist dieselbe wie beim gemeinsamen Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats. – Von <pb n="CXVIII" facs="APWIIIA3-3_p0118" sameAs="#bsb00056732_00118"/>den 19 Fürstenratsprotokollen ist eines in unserer Edition ganz abgedruckt (Nr. 101a); von den anderen Protokollen sind die von der Druckvorlage abweichenden Stellen, soweit sie sachlich wichtige Informationen enthalten, im Variantenapparat berücksichtigt. Außerdem ist das Protokoll der Reichsdeputation am 27. April 1646 (Nr. 121) dieser Überlieferung entnommen.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">B I:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 1–181’ (moderne, hier maßgebliche Foliierung auf dem unteren Seitenrand), daneben verschiedentlich alte Foliierungen auf dem oberen Seitenrand. Der Faszikel enthält die Fürstenratsprotokolle Osnabrück von Sitzung 1 bis 22 und Sitzung 24 vom 3. Februar bis 17. März und vom 19. April 1646 in verschiedenen Teilserien. Von Sitzung 1 bis 14 vom 3. bis 28. Februar 1646 liegen Protokolle in vier Teilserien mit jeweils neu einsetzender, alter Foliierung vor. Die Abschnitte (Protokoll 1 bis 3, 4 bis 8, 9 bis 12 und 13 bis 14<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n417" xml:id="bsb00056732_00118_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_001"/> <p style="font-style:italic;">Protokoll I bis III: fol. 1–16 (alt), Protokoll IV bis VIII: fol. 1–34’ (alt), Protokoll IX bis XII: fol. 1–10’ (alt), Protokoll XIII bis XIV: fol. 1–8’ (alt). Bei 8 Blättern ersetzt die zeitgenössische Foliierung eine noch ältere, durchgestrichene oder überschriebene <w lemma="Foliierung"><orig>Foliie-</orig><orig>rung</orig></w>, s. fol. 41–48, dort auf dem oberen Rand ursprünglich fol. 6–13, ersetzt durch (<w lemma="zeitgenössisch"><orig>zeit-</orig><orig>genössisch</orig></w>) fol. 15–22. Der Sinn dieser ältesten Foliierung bleibt unklar.</p></note>) <w lemma="entsprechen"><orig>entspre-</orig><orig>chen</orig></w> der Verschickung der Protokolle durch Richtersberger an den Kaiser, wie sich aus <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II (XXXII) und (XXXIII) ergibt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n418" xml:id="bsb00056732_00118_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe dort. Die Protokolle wurden mit den Relationen vom 8., 15., 22. Februar und 1. März 1646 verschickt.</p></note>. Der Text ist identisch mit dem von Richtersberger überschickten. Die zeitgenössische Foliierung fehlt bei vier Einzelvoten, die zu Sitzung 4 und 5 gehören<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n419" xml:id="bsb00056732_00118_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_003"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 22–25’ und 31–32’ sowie fol. 35–36’ und 38–38’. Es handelt sich um das <w lemma="Magdeburger"><orig>Magdebur-</orig><orig>ger</orig></w> und Wetterauer Votum zur Amnestie (Nr. 98) und das Magdeburger Votum über die allgemeinen reichsständischen Rechte und Privilegien (Nr. 99), die im gemeinsamen <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> der ev. Protokollanten textidentisch sind; ferner um ein Wetterauer Votum, das auch zu Sitzung 5 (Nr. 99) gehört, s. dazu Anm. 404.</p></note>. Die gesamte Protokollserie wie auch die vier Einzelvoten sind von wechselnden Kanzlistenhänden ganzseitig geschrieben worden, wobei der <w lemma="Schriftwechsel"><orig>Schrift-</orig><orig>wechsel</orig></w> beim Seitenwechsel, oft mitten im Protokoll, erfolgt. Vereinzelt ist der Text, teils über der Zeile, teils am Rand, korrigiert<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n420" xml:id="bsb00056732_00118_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_004"/> <p style="font-style:italic;">Sieben vergessene Worte sind z. B. im ersten Satz der 4. Sitzung von Schreiberhand <w lemma="ergänzt"><orig>er-</orig><orig>gänzt</orig></w> worden, wobei der Kanzlist fälschlich <hi style="font-style:normal;">Germania</hi> statt <hi style="font-style:normal;">gravamina</hi> geschrieben hat (fol. 17), was von anderer Hand korrigiert worden ist. Fol. 17’ ist zweimal im Text über der Zeile ein Wort verbessert worden, fol. 18 stehen zwei weitere Korrekturen etc.</p></note>. Von den wenigen Randbemerkungen in <w lemma="Individualschrift"><orig>Indivi-</orig><orig>dualschrift</orig></w> bezeichnen die meisten stichwortartig den Verhandlungsgegenstand<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n421" xml:id="bsb00056732_00118_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_005"/> <p style="font-style:italic;">Auch die Korrektur in fol. 17 (s. vorige Anm.) stammt von dieser Hand. – Zwei <w lemma="Randbemerkungen"><orig>Rand-</orig><orig>bemerkungen</orig></w> sind in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> B Ia kopiert worden (s. dort).</p></note>. Von <w lemma="derselben"><orig>der-</orig><orig>selben</orig></w> Hand sind auch die Verweise am Kopf der genannten vier Voten, welche unter <w lemma="Verwendung"><orig>Ver-</orig><orig>wendung</orig></w> der zeitgenössischen Foliierung die Stelle im Protokolltext bezeichnen, an der die Voten einzuordnen sind.</p>
	    <p style="font-style:italic;">Es folgt das Protokoll von Sitzung 15. Diese unvollständig überlieferte Abschrift<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n422" xml:id="bsb00056732_00118_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_006"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 82–83’ – das ist knapp zwei Drittel des Volltextes; der Schluß – wahrscheinlich ein Blatt – fehlt.</p></note> liegt <w lemma="zwischen"><orig>zwi-</orig><orig>schen</orig></w> einer Kopie jener Relation Richtersbergers, mit der dieses Protokoll vom 5. März 1646 drei Tage später an den Kaiser geschickt wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n423" xml:id="bsb00056732_00118_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_007"/> <p style="font-style:italic;">Kopie der Relation: fol. 81–81’ und 84. Nur die abgekürzte Anrede zeigt, daß es sich nicht um eine Ausf. handelt.</p></note>. Es schließt sich eine Serie von sieben <w lemma="Fürstenratsprotokollen"><orig>Für-</orig><orig>stenratsprotokollen</orig></w> für Sitzung 16 bis 22 an, bei denen es sich um die von Richtersberger an den Kaiser überschickten Exemplare handelt; die zugehörigen Relationen vom 15. und 22. März 1646 liegen bei<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0118n424" xml:id="bsb00056732_00118_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00118_008"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 85–85’ und 118 sowie fol. 119–119’ und 130 (Ausf.en). Dazu die Protokolle vom 8., 10., 12., 13. und 14. März 1646 sowie vom 15. und 17. März 1646 (Nr. 110–116). Es fehlt die Relation vom 29. März 1646, die auch sonst nicht überliefert ist. Die übrigen <w lemma="überschickten"><orig>über-</orig><orig>schickten</orig></w> <choice><abbr>FRO</abbr><expan>Fürstenrat in Osnabrück</expan></choice>-Protokolle liegen in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II.</p></note>. Die Protokolle sind von derselben Hand geschrieben, die auch die <pb n="CXIX" facs="APWIIIA3-3_p0119" sameAs="#bsb00056732_00119"/>Protokolle in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II geschrieben hat. Entsprechend sind auch die Köpfe der <w lemma="Protokolle"><orig>Pro-</orig><orig>tokolle</orig></w> wie dort gestaltet (<hi style="font-style:normal;">Sessio</hi> plus Nummer, Datum, Wochentag). Daß es sich bei den sieben Protokollen um zwei zu verschiedenen Zeitpunkten überschickte Teilserien von fünf und zwei Protokollen handelt, zeigt – abgesehen von ihrer Zuordnung zu den genannten Relationen – eine zeitgenössische Lagenzählung<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n425" xml:id="bsb00056732_00119_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_001"/> <p style="font-style:italic;">Auf jeder vierten Seite steht in der oberen linken Ecke eine Zahl: fol. 86–114 (fol. 110 ist leer) = 1–14 = Protokoll XVI bis XX; fol. 120–128 = 1–5 = Protokoll XXI bis XXII.</p></note>. Die Protokolle enthalten keine <w lemma="Randbemerkungen"><orig>Randbe-</orig><orig>merkungen</orig></w>; nur ein Protokoll weist an drei Stellen Unterstreichungen auf<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n426" xml:id="bsb00056732_00119_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_002"/> <p style="font-style:italic;">Protokoll von Sitzung 19 (Nr. 113), Votum Basels (fol. 106, 106’, 107). – Beim Protokoll von Sitzung 18 (Nr. 112) ist beim österreichischen Votum einmal eine Stelle am Rand angekreuzt (fol. 97).</p></note>. Das Protokoll von Sitzung 24 vom 19. April 1646 steht zusammen mit einer Abschrift der zugehörigen Relation im Verbund mit anderen Protokollabschriften<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n427" xml:id="bsb00056732_00119_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_003"/> <p style="font-style:italic;">Relation von 1646 IV 26 (Kopie): fol. 146–146’ und 173. Fortlaufend von wechselnden Händen geschriebene Protokollabschriften (mit alter Foliierung 1–26 oben rechts und Resten einer Lagenbezeichnung oben links), die meist die Gravaminakonferenzen vom April 1646 betreffen: fol. 147–172, davon fol. 150–153’ Protokoll von FR-Sitzung 24.</p></note>. – Die Protokolle von Sitzung 16 bis 22 wurden in unserer Edition mit der Druckvorlage verglichen und abweichende Stellen mit wichtigen Informationen im Variantenapparat angegeben<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n428" xml:id="bsb00056732_00119_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 110–116.</p></note>.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">B Ia:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Fol. 1–465’ (moderne Foliierung). Der Faszikel enthält fol. 51–107’ die Protokolle der <w lemma="Fürstenratssitzungen"><orig>Für-</orig><orig>stenratssitzungen</orig></w> Osnabrück 1 bis 8 vom 3. bis 14. Februar 1646, die textidentisch sind mit den von Richtersberger überschickten in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II. Diese Kopien sind von einer sehr gut lesbaren Hand ganzseitig geschrieben, wobei einzelne Wortabweichungen, <w lemma="Verballhornungen"><orig>Verballhor-</orig><orig>nungen</orig></w> und Auslassungen gegenüber dem Text in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II auffallen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n429" xml:id="bsb00056732_00119_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_005"/> <p style="font-style:italic;">Bei Sitzung 1 fehlt der letzte Satz. Beispiel für eine Verballhornung: <hi style="font-style:normal;">Gayern</hi> statt „<w lemma="Bayern"><orig>Bay-</orig><orig>ern</orig></w>“ in Sitzung 5.</p></note>. Zwei <w lemma="Zusätze"><orig>Zu-</orig><orig>sätze</orig></w> gegenüber dem Text in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II, die auch der Protokolltext in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> B I enthält<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n430" xml:id="bsb00056732_00119_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_006"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe fol. 80’ und 95. Weitere Randbemerkungen, die in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">B I stehen, fehlen in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> <hi style="font-style:italic;">B Ia.</hi></p></note>, zeigen, daß dieser Text direkt oder indirekt auf den in <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> B I <w lemma="zurückgeht"><orig>zurück-</orig><orig>geht</orig></w>. Die Protokolle 1 bis 3 und 4 bis 8 sind jeweils fortlaufend geschrieben, was den <w lemma="Verschickungsmodalitäten"><orig>Ver-</orig><orig>schickungsmodalitäten</orig></w> durch Richtersberger entspricht<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n431" xml:id="bsb00056732_00119_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_007"/> <p style="font-style:italic;">Er verschickte Protokoll 1–4 und 5–8 jeweils in einer Sendung, wie sich aus <hi style="font-style:smallCaps;">Österreich</hi> A II (XXXII) ergibt.</p></note>. Die schriftlich eingereichten <w lemma="Protokolle"><orig>Pro-</orig><orig>tokolle</orig></w> einzelner Stände fehlen.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Herzogtum Pommern:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Pommern</hi> <hi style="font-style:italic;">A I:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 1–618 (moderne Foliierung</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0119n432" xml:id="bsb00056732_00119_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00119_008"/> <p style="font-style:italic;">Mit Foliierungsfehlern: auf fol. 170 folgt ein nicht foliiertes Blatt, und auf fol. 522’ folgt unmittelbar fol. 529. – Die FR-Protokollserie 1646–1647 endet fol. 607.</p></note><hi style="font-style:italic;">). Fol. 1 steht:</hi> Prothocollum im fürstenrath zu Oßnabrück bey denen 46 sessionibus vom 24. Ianuarii biß auff den 8. Octobris 1646, item vom 26. Ianuarii, sessio 32, biß auff den 8. Septembris 1647, item ein stück vom 20. Iulii 1648. <hi style="font-style:italic;">Der Faszikel enthält, wie angegeben, 46 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den <w lemma="Jahren"><orig>Jah-</orig><orig>ren</orig></w> 1646 bis 1647, und zwar jene der Sitzungen 1 bis 41 und 46 bis 50, die in Abweichung von der üblichen Numerierung als Nr. 42 bis 46 gezählt sind, indem die im Sommer 1647 in Münster gemeinsam mit dem dortigen Fürstenrat abgehaltenen Sitzungen unberücksichtigt bleiben. Keines der ersten 26 Protokolle endet mit Erklärung und Namen der <w lemma="Protokollanten"><orig>Protokollan-</orig><pb n="CXX" facs="APWIIIA3-3_p0120" sameAs="#bsb00056732_00120"/><orig>ten</orig></w></hi><hi style="font-style:italic;">, und keines trägt einen Diktatvermerk. Wie Stichproben ergeben haben, handelt es sich dennoch um eine Kopie des gemeinsamen Protokolls der evangelischen Mitglieder des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Für-</orig><orig>stenrats</orig></w> Osnabrück. Am Ende der meisten Protokolle stehen zwei oder mehrere</hi> „<hi style="font-style:italic;">etc.“ <w lemma="-Zeichen"><orig>-Zei-</orig><orig>chen</orig></w>, durch die wohl das Fortlassen der Schlußerklärung und der Namen der Protokollanten angezeigt werden soll</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0120n433" xml:id="bsb00056732_00120_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00120_001"/> <p style="font-style:italic;">Sie stehen zuerst beim vierten Protokoll, dann beim siebten und den folgenden. Beim zweiten Protokoll steht am Ende ein Signatum-Vermerk, beim 12. und 25. ein <w lemma="Schlußsatz"><orig>Schluß-</orig><orig>satz</orig></w>, der das Sitzungsende anzeigt.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Die ersten 26 Protokolle sind alle von derselben Hand</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0120n434" xml:id="bsb00056732_00120_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00120_002"/> <p style="font-style:italic;">Die Schrift wirkt teils kräftig und relativ groß, teils klein und zierlich, was aber wohl auf Feder- und nicht auf Handwechsel zurückzuführen ist (s. z. B. fol. 94’). Sie ist zwar gut lesbar, wirkt aber etwas unregelmäßig. Die Protokolle haben keine aufwendigen <w lemma="Initialen"><orig>Initia-</orig><orig>len</orig></w> oder sonstigen Zierelemente.</p></note><hi style="font-style:italic;"> ganzseitig oder mit schmalem Rand geschrieben; abgesehen vom 26. Protokoll, das hier wie allgemein als</hi> continuatio <hi style="font-style:italic;">der Re- und Correlation gilt, beginnt mit jedem neuen Protokoll ein neues Blatt. Auf das Protokoll der vierten Sitzung folgt eine vielfach korrigierte Fassung des</hi> <w lemma="Votum"><orig>Vo-</orig><orig>tum</orig></w> commune <hi style="font-style:italic;">der evangelischen Reichsstände über Amnestie und Restitution</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0120n435" xml:id="bsb00056732_00120_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00120_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Fol. 47–51’; diktiert 1646 II 17[/27]. Zum</hi> Votum commune <hi style="font-style:italic;">s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0335n4" target="#bsb00056732_00335_037">Nr. 109 Anm. 4</ref>.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">; sonst sind den ersten 26 Protokollen keine Verhandlungsakten zugeordnet.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fürstentum Sachsen-Altenburg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Altenburg</hi> <hi style="font-style:italic;">A II 1:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Geheftet; doppelt foliiert: eine alte Foliierung (fol. 1–546) steht auf dem oberen, eine <w lemma="moderne"><orig>moder-</orig><orig>ne</orig></w>, hier maßgebliche Foliierung (fol. 1–530) steht auf dem unteren Seitenrand</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0120n436" xml:id="bsb00056732_00120_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00120_004"/> <p style="font-style:italic;">Beide Foliierungen differieren seit der zweiten Sitzung; vermutlich ist nach dem ersten Protokoll ein (leeres) Blatt fortgefallen. – Am unteren Rand befindet sich auch eine alte Lagenzählung.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Auf dem nicht foliierten Titelblatt steht:</hi> Prothocoll bey denen Oßnabrückischen und Münsterischen friedenstractaten. Vom 24. Ianua〈rii〉 anno 1646 bis den 20. Septembr〈is〉 anno 1647. <hi style="font-style:italic;">Von mehreren, bisweilen mitten im Protokoll wechselnden Händen fortlaufend mit einem Rand von wechselnder Breite geschrieben. Der Faszikel enthält eine komplette Serie der <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürsten-</orig><orig>ratsprotokolle</orig></w> Osnabrück aus den Jahren 1646 bis 1647 unter Einschluß der vier im Sommer 1647 in Münster abgehaltenen Sitzungen (Sitzung 1–52; bis auf die genannten vier Sitzungen handelt es sich um das gemeinsame Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück). Bei einigen Protokollen lautet die Überschrift nur</hi> sessio <hi style="font-style:italic;">(statt</hi> sessio publica<hi style="font-style:italic;">). Die Erklärungen und Namen der Protokollanten fehlen meist</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0120n437" xml:id="bsb00056732_00120_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00120_005"/> <p style="font-style:italic;">Sie sind in den ersten beiden Sitzungen, der 9., 11. und 22. Sitzung notiert. Bei der 22. Sitzung vom 17. März 1646 folgt auf die Namen der Protokollanten: <hi style="font-style:normal;">Soli Deo gloria. Finis.</hi> Anscheinend schloß mit dem Protokoll dieser Sitzung, auf die eine Tagungspause von einem Monat folgte, eine Protokoll-Teilserie. – Entsprechend in <hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> B IV.</p></note><hi style="font-style:italic;">; bisweilen wurde eine Schlußbemerkung ergänzt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0120n438" xml:id="bsb00056732_00120_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00120_006"/> <p><hi style="font-style:italic;">Bei der 24. Sitzung steht:</hi> Et sic finita est sessio XXIV; <hi style="font-style:italic;">bei der 26:</hi> et sic finita est haec sessio.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Bei der sechsten Sitzung vom 10. Februar 1646 fehlt die Schlußdiskussion, bei der 18. vom 12. März 1646 die Datumsangabe (Nr. 100 und 112).</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fürstentum Sachsen-Gotha:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Gotha</hi> <hi style="font-style:italic;">A II:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Dieser Band (vgl. die Beschreibung in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, CXXV) enthält 14 <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürstenratsproto-</orig><orig>kolle</orig></w> Osnabrück aus dem Jahre 1646, die als Beilagen mit den Relationen des Gesandten an den Hof überschickt wurden (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der Sitzungen 1 bis 14 (Nr. 95 bis 108). Alle <w lemma="Protokolle"><orig>Pro-</orig><orig>tokolle</orig></w> enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten, die ersten vier tragen am <pb n="CXXI" facs="APWIIIA3-3_p0121" sameAs="#bsb00056732_00121"/>Kopf einen Diktatvermerk. Einige Protokolle weisen einzelne Anstreichungen auf und <w lemma="kleine"><orig>klei-</orig><orig>ne</orig></w>, nachträgliche Korrekturen von anderer Hand; beim Protokoll der 11. Sitzung steht <w lemma="einmal"><orig>ein-</orig><orig>mal</orig></w> ein <hi style="font-style:normal;">Nota bene</hi> am Rand.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Gotha</hi> <hi style="font-style:italic;">A III:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–570 (moderne Foliierung). Der Band enthält die Relationen des Gesandten Heher (Ausfertigungen) für den Zeitraum 1646 III 11/21 (Relation Nr. 43) bis 1646 VII 29/VIII 8 (Relation Nr. 68) nebst Beilagen, darunter den Fürstenratsprotokollen Osnabrück der Sitzungen 15 bis 29 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Osnabrück). Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Herzogtum Sachsen-Lauenburg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lauenburg</hi> <hi style="font-style:italic;">B:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, S. 1–1040 (moderne Paginierung</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0121n439" xml:id="bsb00056732_00121_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00121_001"/> <p style="font-style:italic;">Mit Paginierungsfehler: auf S. 603 folgt S. 607.</p></note><hi style="font-style:italic;">). Auf dem Vorsatzblatt steht:</hi> <w lemma="Reichsfürstliches"><orig>Reichsfürst-</orig><orig>liches</orig></w> protocollum in tractatibus pacis Osnabrugensis gehalten von 26. Jan〈uar〉 1646 – den 8. Dec〈ember〉 1647 <hi style="font-style:italic;">(das letzte Protokoll stammt jedoch vom 8./18. September 1647). <w lemma="Ganzseitig"><orig>Ganz-</orig><orig>seitig</orig></w> von mehreren, bisweilen mitten im Text wechselnden Händen geschrieben; meist, aber nicht immer, beginnt mit Protokollbeginn eine neue Seite. Der Band enthält 46 <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürstenrats-</orig><orig>protokolle</orig></w> Osnabrück aus den Jahren 1646 und 1647, und zwar jene der Sitzungen 1 bis 41 und 46 bis 50 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück, mit Namen der Protokollanten und Diktatvermerken</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0121n440" xml:id="bsb00056732_00121_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00121_002"/> <p style="font-style:italic;">Die Diktatvermerke fehlen in den Sitzungen 6 bis 8 und 26.</p></note><hi style="font-style:italic;">). Die Protokolle der Sitzungen 4 und 23 sind unvollständig</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0121n441" xml:id="bsb00056732_00121_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00121_003"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 98 und 117.</p></note><hi style="font-style:italic;">, das der 6. Sitzung enthält gegenüber dem diktierten Text einen <w lemma="Zusatz"><orig>Zu-</orig><orig>satz</orig></w> beim sachsen-lauenburgischen Votum</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0121n442" xml:id="bsb00056732_00121_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00121_004"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 100 (S. 102 Z. 40ff).</p></note><hi style="font-style:italic;">. – Der sachsen-lauenburgische Gesandte Gloxin vertrat im Städterat die Hansestadt Lübeck. Diese Protokollserie liegt im Archiv der <w lemma="Hansestadt"><orig>Hanse-</orig><orig>stadt</orig></w> Lübeck und ist demnach vermutlich mit Gloxins Akten dorthin gelangt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0121n443" xml:id="bsb00056732_00121_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00121_005"/> <p style="font-style:italic;">Der Protokollband ist nach Auskunft von Frau Dr. Antjekathrin Graßmann, Archiv der Hansestadt Lübeck, vom 5. Februar 1993, ein Einzelstück in der Überlieferung der <w lemma="Lübecker"><orig>Lü-</orig><orig>becker</orig></w> Akten.</p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Fürstentum Sachsen-Weimar:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> <hi style="font-style:italic;">A II:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Dieser Band (vgl. die Beschreibung in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, CXXVI) enthält 21 <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürstenratsproto-</orig><orig>kolle</orig></w> Osnabrück aus dem Jahr 1646, die als Beilagen zusammen mit den Relationen des <w lemma="Gesandten"><orig>Ge-</orig><orig>sandten</orig></w> an den Hof überschickt worden sind (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück, und zwar die Protokolle der Sitzungen 1 bis 21). Alle Protokolle sind mit kleiner Schrift engzeilig und fast ohne Rand geschrieben. Die ersten vier Protokolle haben (abgesehen von der allgemeinen, fortlaufenden) jeweils eine eigene alte <w lemma="Foliierung"><orig>Fo-</orig><orig>liierung</orig></w> und tragen Diktatvermerke; von den weiteren tragen nur das 16. und 17. Protokoll einen Diktatvermerk. Im Protokoll der 17. Sitzung vom 10. März 1646 (Nr. 111) steht ein kurzer Randvermerk<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0121n444" xml:id="bsb00056732_00121_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00121_006"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 289’. Der Vermerk bezieht sich auf eine Formulierung, die durch eine andere ersetzt wurde.</p></note>, bei jenem der 21. Sitzung vom 15. März (Nr. 115) ein <hi style="font-style:normal;">Nota-bene-</hi>Vermerk in der Höhe des sachsen-altenburgischen Votums; einige Protokolle haben <w lemma="Anstreichungen"><orig>Anstrei-</orig><orig>chungen</orig></w> am Rand. Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> <hi style="font-style:italic;">A III:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–479 (alte Foliierung, wobei eine Reihe von Stücken nicht berücksichtigt ist). Der Faszikel hat kein Titelblatt. Er enthält neun Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus <pb n="CXXII" facs="APWIIIA3-3_p0122" sameAs="#bsb00056732_00122"/>dem Jahr 1646, die als Beilagen zusammen mit den Relationen des Gesandten an den Hof überschickt worden sind (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des <w lemma="Fürstenrats"><orig>Fürsten-</orig><orig>rats</orig></w> Osnabrück, und zwar die Protokolle der Sitzungen 22 bis 30). Die Protokolle sind mit kleiner Schrift engzeilig und fast ohne Rand geschrieben. Sie enden mit Erklärung und <w lemma="Namen"><orig>Na-</orig><orig>men</orig></w> der Protokollanten. Das 26. Protokoll (Nr. 120) hat einzelne Anstreichungen.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> <hi style="font-style:italic;">B III:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Dieser Band (vgl. die Beschreibung in <hi style="font-style:normal;">APW</hi> III A 3/1, CXXVII) enthält Akten des <w lemma="Gesandten"><orig>Gesand-</orig><orig>ten</orig></w> Heher, darunter 18 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus dem Jahr 1646 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück, und zwar die Protokolle der Sitzungen 1 bis 18). Die Protokolle der Sitzungen 1, 3, 4, 13, 16 und 17 tragen einen Diktatvermerk. Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Weimar</hi> <hi style="font-style:italic;">B IV:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–432’ (alte Foliierung; fol. 1 geht ein nicht foliiertes Blatt mit Versen <w lemma="religiösen"><orig>reli-</orig><orig>giösen</orig></w> Inhalts voraus). Auf dem ebenfalls nicht foliierten Titelblatt steht:</hi> Acta bey denen generalfriedenstractaten zue Münster und Oßnabrück zwischen Römischer Keyserlicher Mayestätt und denen reichsständen wie auch denen beeden crohnen Franckreich und Schweden ergangen vom 24. Martii 1646 biß den 7. Iunii eiusdem anni. Volumen IV. <hi style="font-style:italic;">Der Band enthält Akten des Gesandten Heher, darunter neun Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus dem bezeichneten Zeitraum (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück, und zwar die Protokolle der Sitzungen 19 bis 27). Die Protokolle der Sitzungen 19 und 22 bis 26 enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten; bei der 22. Sitzung folgt (wie in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Sachsen</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Altenburg</hi> <hi style="font-style:italic;">A II 1</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0122n445" xml:id="bsb00056732_00122_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00122_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Anm. 437.</p></note><hi style="font-style:italic;">) auf die Namen der Protokollanten:</hi> Soli Deo gloria. Finis.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Grafen von Schwarzburg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">von</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Schwarzburg</hi> <hi style="font-style:italic;">A I</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0122n446" xml:id="bsb00056732_00122_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00122_002"/> <p style="font-style:italic;">Dieser Protokollband gfl. schwarzburgischer Provenienz wurde im Archiv irrtümlich <w lemma="einer"><orig>ei-</orig><orig>ner</orig></w> Gruppe von Akten zugeordnet, die aus dem Besitz des sachsen-weimarischen und -gothaischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> Heher stammt. Er hat auch den gleichen Einband wie dessen Akten (freundliche Mitteilung von Herrn Dr. Peter Langhof, Direktor des Thüringischen StA Rudolstadt, vom 20. Juni 1991). – Die schwarzburgische Provenienz ergibt sich unter anderem aus einem für Sitzung 29 vom 27. Juni 1646 vorliegenden eigenen Bericht des schwarzburgischen <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> (fol. 256–256’).</p></note>:</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–446’ (moderne Foliierung). Auf dem Titelblatt steht:</hi> Acta, die <w lemma="friedenstractaten"><orig>friedens-</orig><orig>tractaten</orig></w> zue Münster und Oßnabrück anno 1646, 1647 betreffend. 49 reichssessiones, zue Oßnabrück uf dem rathause im reichsfürstenrath gehalten, in sich begreiffende. <hi style="font-style:italic;">Der Band enthält fol. 1–388 45 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 und 1647, und zwar die Protokolle der Sitzung 1 bis 41 und 46 bis 49</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0122n447" xml:id="bsb00056732_00122_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00122_003"/> <p style="font-style:italic;">Die im Sommer 1647 in Münster abgehaltenen Sitzungen fehlen also.</p></note><hi style="font-style:italic;">, sowie fol. 390–446’ <w lemma="Verhandlungsakten"><orig>Verhandlungs-</orig><orig>akten</orig></w>. Für die ersten 26 Sitzungen liegt das gemeinsame Protokoll der evangelischen <w lemma="Mitglieder"><orig>Mit-</orig><orig>glieder</orig></w> des Fürstenrats Osnabrück vor. Erklärung und Namen der Protokollanten fehlen bei Sitzung 20 und 21; die erste Sitzung trägt einen Diktatvermerk.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Wetterauer Grafen:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Dillenburg</hi>)<hi style="font-style:italic;"> C 1:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, fol. 1–357 (moderne Foliierung). Einband mit Wappenexlibris Nassau-<w lemma="Dillenburgs"><orig>Dillen-</orig><orig>burgs</orig></w> mit dem Wahlspruch des Hauses Nassau-Oranien</hi> Je maintiendrai. <hi style="font-style:italic;">Auf dem Titelblatt steht in der Handschrift des Gesandten Geißel:</hi> Copia protocolli im reichsfurstenraht zu Oßnabrugk, angefangen [<hi style="font-style:italic;">als Planetenzeichen:]</hi> Samstag, den 24. Ianuarii/3. Februarii 1646. <pb n="CXXIII" facs="APWIIIA3-3_p0123" sameAs="#bsb00056732_00123"/>Tomus primus. <hi style="font-style:italic;">Der Band enthält 24 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus dem Jahr 1646 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der Sitzungen 1 bis 24 sowie einige wenige Verhandlungsakten</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n448" xml:id="bsb00056732_00123_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_001"/> <p style="font-style:italic;">Erwähnenswert: <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> der ev. Reichsstände über Amnestie und Restitution (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0335n4" target="#bsb00056732_00335_037">Nr. 109 Anm. 4</ref>), diktiert Osnabrück 1646 II 20/III 1, Magdeburger Diktatur, mit Marginalien Geißels und Korrekturen im Text (fol. 68–73’).</p></note><hi style="font-style:italic;">. Die Protokolle von Sitzung 6 und 19 weisen jeweils eine Lücke auf</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n449" xml:id="bsb00056732_00123_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 100 und 113.</p></note><hi style="font-style:italic;">; bei dem Protokoll der 6. Sitzung fehlen auch die Namen der Protokollanten, die sonst angegeben sind. Die meisten Protokolle tragen Diktatvermerke</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n450" xml:id="bsb00056732_00123_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_003"/> <p style="font-style:italic;">Sie fehlen bei den Protokollen der Sitzungen 6 bis 8, 10, 13, 19, 21, 22 und 24.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Der größte Teil der ganzseitig geschriebenen Protokolle stammt von derselben Hand, doch ist der letzte Teil des Protokolls von Sessio 24 (ab fol. 352) entweder von anderer Hand oder von dem bisherigen Schreiber – abweichend vom bisherigen, <w lemma="sorgfältigen"><orig>sorg-</orig><orig>fältigen</orig></w> Duktus – auffällig flüchtig geschrieben. Auf das Protokoll der 20. Sitzung (Nr. 114) folgt das österreichische Votum zur französischen Satisfaktionsforderung, das am 1. März 1646 im Fürstenrat Münster abgelegt wurde (fol. 286–291’); es ist von anderer Hand <w lemma="geschrieben"><orig>ge-</orig><orig>schrieben</orig></w> und enthält unterstrichene Passagen sowie einen kurzen Randvermerk.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Saarbrücken</hi>) <hi style="font-style:italic;">A III 1:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 293–443 (moderne Foliierung). Auf dem stark beschädigten Papierumschlag (fol. 293) steht:</hi> Protoco[llum] des hochlöblichen [Fürstenrats] zu Osnabrugg [...]. Pars <w lemma="prima"><orig>pri-</orig><orig>ma</orig></w>.<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n451" xml:id="bsb00056732_00123_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_004"/> <p style="font-style:italic;">Auch fol. 294–296 sind beschädigt.</p></note> <hi style="font-style:italic;">Der Faszikel enthält fol. 294–318’ Verhandlungsakten und fol. 319–442’ elf <w lemma="Fürstenratsprotokolle"><orig>Fürsten-</orig><orig>ratsprotokolle</orig></w> Osnabrück aus dem Jahre 1646 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der Sitzungen 1 bis 11. Das Protokoll der vierten Sitzung enthält individuelle Änderungen beim Wetterauer Votum und eine <w lemma="Erläuterung"><orig>Er-</orig><orig>läuterung</orig></w> dazu</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n452" xml:id="bsb00056732_00123_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_005"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 98 (S. 73 Z. 31–38, S. 74 Z. 14–19, S. 75 Z. 7–12, S. 76 Z. 24f).</p></note><hi style="font-style:italic;">. Alle Protokolle enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten, die Protokolle 1 bis 5, 9 und 11 tragen einen Diktatvermerk. In die Protokollserie sind zwei Verhandlungsakten eingefügt</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n453" xml:id="bsb00056732_00123_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_006"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 373–378: <hi style="font-style:normal;">Votum commune</hi> der ev. Reichsstände über Amnestie und Restitution (wie oben Anm. 448), mit einzelnen Korrekturen und Ergänzungen. Ferner fol. 338–340’: <w lemma="Bedenken"><orig>Be-</orig><orig>denken</orig></w> der drei Reichsräte in Münster vom 30. Januar 1646, diktiert Osnabrück 1646 I 28/II 7, durch Magdeburg (s. <ref type="line" subtype="intern" facs="#APWIIIA3-3_p0133n2" target="#bsb00056732_00133_039">Nr. 95 Anm. 2</ref>); Lemma: <hi style="font-style:normal;">Münsterisch conclusum.</hi></p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Saarbrücken</hi>) <hi style="font-style:italic;">A III 2:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 114–292 (moderne Foliierung). Fol. 114 steht: <hi style="font-style:normal;">Protocolli des hochlöblichen fürstenraths zu Osnabrugg. Pars secunda.</hi> Der Faszikel enthält elf Fürstenratsprotokolle <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> aus den Jahren 1646 bis 1647 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen <w lemma="Mitglieder"><orig>Mitglie-</orig><orig>der</orig></w> des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der Sitzungen 12 bis 22, sowie das <w lemma="österreichische"><orig>österrei-</orig><orig>chische</orig></w> Votum zur französischen Satisfaktionsforderung, das am 1. März 1646 im Fürstenrat Münster abgelegt wurde<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n454" xml:id="bsb00056732_00123_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_007"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 212–214’, von anderer Hand.</p></note>, und einen Schriftsatz zur Präzedenzforderung der <w lemma="kurfürstlichen"><orig>kurfürst-</orig><orig>lichen</orig></w> Sekundargesandten und die Beratung darüber im Fürstenrat Münster<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0123n455" xml:id="bsb00056732_00123_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00123_008"/> <p style="font-style:italic;">Fol. 156–157, ohne nähere Bezeichnung, praes. 1646 II 25/III 7, diktiert durch <w lemma="Magdeburg"><orig>Magde-</orig><orig>burg</orig></w> am selben Tag.</p></note>. Alle <w lemma="Protokolle"><orig>Pro-</orig><orig>tokolle</orig></w> enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten; die Protokolle 12 bis 20 tragen einen Diktatvermerk.</p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Saarbrücken</hi>) <hi style="font-style:italic;">A III 3:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Geheftet, fol. 1–113 (moderne Foliierung). Fol. 1 steht:</hi> Protocolli des hochlöblichen <w lemma="fürstenraths"><orig>fürsten-</orig><orig>raths</orig></w> zu Osnabrugg. Pars tertia. <hi style="font-style:italic;">Der Faszikel enthält elf Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 bis 1647 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des</hi> <pb n="CXXIV" facs="APWIIIA3-3_p0124" sameAs="#bsb00056732_00124"/><hi style="font-style:italic;">Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene der Sitzungen 23 bis 33. Die Protokolle 23 bis 26 haben einen Diktatvermerk und enden mit Erklärung und Namen der Protokollanten.</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Ysenburg</hi>) <hi style="font-style:italic;">A I:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">Gebunden, nicht foliiert, vermutlich aus dem Besitz des Grafen Wilhelm Otto von <w lemma="Ysenburg"><orig>Ysen-</orig><orig>burg</orig></w>-Büdingen (1597–1667)<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0124n456" xml:id="bsb00056732_00124_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00124_001"/> <p style="font-style:italic;">Der Band gibt keinen Aufschluß über den Besitzer oder Auftraggeber der Protokollserie. Wilhelm Otto hat als ältester Ysenburger Gf. während des <choice><abbr>WFK</abbr><expan>Westfälischer Friedenskongress</expan></choice> die Korrespondenz mit den <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> und dem Ausschreibenden der Wetterauer Gf.en geführt. Dies und sein <w lemma="sonstiges"><orig>sonsti-</orig><orig>ges</orig></w> Persönlichkeitsbild lassen die Annahme zu, daß die Protokollserie aus seinem Besitz stammt (freundliche Mitteilung von Dr. Klaus-Peter Decker, Fürstlich Ysenburg- und Büdingensche Archiv- und Bibliotheksverwaltung, vom 16. September 1991). Zu Gf. Wilhelm Otto s. Wilhelm Karl Prinz von <hi style="font-style:smallCaps;">Isenburg</hi>, Tafel 5, Nr. 161.</p></note>. Der Band enthält 43 ganzseitig und fortlaufend von <w lemma="derselben"><orig>dersel-</orig><orig>ben</orig></w> Hand geschriebene Protokolle von Fürstenratssitzungen Osnabrück aus den Jahren 1646 bis 1647 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück, soweit es die ersten 26 Protokolle betrifft<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0124n457" xml:id="bsb00056732_00124_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00124_002"/> <p style="font-style:italic;">Die späteren Protokolle (ab Sitzung 28) sind z. T. kurz und wahrscheinlich Extrakte des gemeinsamen Protokolls der ev. FR-Mitglieder; auch kommen Besonderheiten und <w lemma="Irrtümer"><orig>Irr-</orig><orig>tümer</orig></w> bei der Numerierung vor. Das letzte Protokoll ist das der 50. Sitzung, das hier als 46. gezählt ist.</p></note>), sowie eine Sammlung von Verhandlungsakten, die aber keinen direkten Bezug zu den Fürstenratsprotokollen hat. Die ersten 26 Protokolle enden alle mit Erklärung und Namen der Protokollanten; einen Diktatvermerk tragen die Protokolle der Sitzungen 1, 4 und 14 bis 16.</p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">– Herzogtum Württemberg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Württemberg</hi> <hi style="font-style:italic;">A I:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:italic;">Gebunden, S. 1–1430A (alte Paginierung). Die Paginierung ersetzt zum größten Teil eine noch ältere, die durchstrichen oder überschrieben ist. Auf den ersten sechs nicht paginierten Seiten steht ein wahrscheinlich zeitgenössisches Inhaltsverzeichnis. Auf dem ebenfalls nicht paginierten Titelblatt steht:</hi> Fürstenrathsprothocoll zu Oßnabrugg [nicht identifizierbarer Schnörkel<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0124n458" xml:id="bsb00056732_00124_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00124_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Vielleicht ist es eine Kürzung für</hi> anno <hi style="font-style:italic;">oder</hi> annis. <hi style="font-style:italic;">Die Wörter</hi> Fürstenrahtsprothocoll zu Oßnabrugg 〈...〉 1646 et 1647 <hi style="font-style:italic;">[Schnörkel] stammen von der Hand Varnbülers; die <w lemma="übrigen"><orig>üb-</orig><orig>rigen</orig></w>, viel sorgfältiger geschriebenen Wörter von einer anderen Hand, welche die <w lemma="zusätzlichen"><orig>zusätz-</orig><orig>lichen</orig></w> Angaben nachträglich ergänzte.</hi></p></note>] 24. Ianuarii 1646 〈et〉 8. Septembris 1647 [Unterschriftssigle Varnbülers], darinnen 50 sessiones in beeden berührten jahren gehalten worden. <hi style="font-style:italic;">Darunter befinden sich die Reste eines Siegelabdrucks. Der Band enthält S. 1–1009 46 ganzseitig von <w lemma="wechselnden"><orig>wech-</orig><orig>selnden</orig></w> Händen geschriebene Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 und 1647 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück), und zwar jene von Sitzung 1 bis 41 und 46 bis 50, sowie S. 1038–1430A <w lemma="Verhandlungsakten"><orig>Verhandlungs-</orig><orig>akten</orig></w>, die in den Protokollen erwähnt sind oder sonst einen Bezug zu diesen haben; <w lemma="darunter"><orig>dar-</orig><orig>unter</orig></w> befindet sich auch ein</hi> auffsaz <hi style="font-style:italic;">des württembergischen Gesandten zur Amnestie</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0124n459" xml:id="bsb00056732_00124_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00124_004"/> <p style="font-style:italic;">S. 1070–1072; er ist dem Protokoll der 4. Sitzung (Nr. 98) zugeordnet, der Verweis steht S. 93.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Bei den ersten 26 Protokollen steht am Schluß immer die Erklärung der Protokollanten; nur beim zweiten fehlen deren Namen. Die Protokolle der Sitzungen 12, 13 und 16 tragen einen Diktatvermerk. Am Rand der Protokolle stehen bisweilen Verweise Varnbülers auf Schriftstücke, die im Text erwähnt sind. Diese Hinweise wurden vereinzelt von einer <w lemma="späteren"><orig>spä-</orig><orig>teren</orig></w> Hand durch die Angabe der Seitenzahl im Anhang der Verhandlungsakten ergänzt.</hi></p>
	    <p><pb n="CXXV" facs="APWIIIA3-3_p0125" sameAs="#bsb00056732_00125"/>– <hi style="font-style:italic;">Hochstift Würzburg:</hi></p>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Würzburg</hi> <hi style="font-style:italic;">A I 1a:</hi></p>
	    <p style="font-style:italic;">In einem Aktenkonvolut, der nicht zusammengehörige, unterschiedliche Stücke, meist wohl anderswo entnommene Beilagen zu den Berichten des Bamberger Gesandten vom <w lemma="Friedenskongreß"><orig>Friedens-</orig><orig>kongreß</orig></w> enthält, befinden sich fol. 176–183’ und fol. 190–202 sechs Fürstenratsprotokolle Osnabrück, und zwar auf zehn zusammenhängenden Blättern die Protokolle der 1. bis 3. und auf vierzehn zusammenhängenden Blättern die Protokolle der 4. bis 6. Sitzung. Es <w lemma="handelt"><orig>han-</orig><orig>delt</orig></w> sich um den Auszug aus einem verlorenen Würzburger Protokoll<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0125n460" xml:id="bsb00056732_00125_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00125_001"/> <p style="font-style:italic;">Im Protokoll der zweiten Sitzung steht das Würzburger Votum in der ersten Person <w lemma="Singular"><orig>Sin-</orig><orig>gular</orig></w> (fol. 179), und der Würzburger <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> wird auch an anderer Stelle in der ersten <w lemma="Person"><orig>Per-</orig><orig>son</orig></w> Singular genannt (fol. 179’); im Protokoll der dritten Sitzung folgt im Anschluß an das Magdeburger Votum ein zusammenfassender Schlußsatz, der <hi style="font-style:normal;">das meinige</hi> (Votum) erwähnt, was sich nur auf das Votum des Würzburger <choice><abbr>Ges.</abbr><expan>Gesandter, Gesandte</expan></choice> beziehen kann (fol. 183’); im Protokoll der vierten Sitzung fehlt das Würzburger Votum, da es schon <hi style="font-style:normal;">uberschrieben</hi> sei (fol. 190). – Beim Protokoll der zweiten Sitzung fehlt das Votum Pfalz-Lauterns, das an entsprechender Stelle in <hi style="font-style:smallCaps;">Herzogtum</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bayern</hi> A I 1 verzeichnet ist (s. Anm. 376). <w lemma="Anscheinend"><orig>An-</orig><orig>scheinend</orig></w> wurde es beim Abschreiben vergessen.</p></note>, bei dem in der Regel nur die ersten Voten ausführlich wiedergegeben sind. Die Protokolle sind überschrieben: <hi style="font-style:normal;"><w lemma="Sessio"><orig>Ses-</orig><orig>sio</orig></w> I</hi> (etc.) und nach neuem Stil datiert; die erste Sitzung ist fälschlich auf den 5. (statt den 3.) Februar 1646 datiert; die Numerierung entspricht jener des gemeinsamen Protokolls der <w lemma="evangelischen"><orig>evan-</orig><orig>gelischen</orig></w> Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück. Der Text ist halbbrüchig von wechselnden Händen gut lesbar geschrieben; in allen Protokollen wurden einzelne Stellen unterstrichen. Dem Protokoll der vierten Sitzung (Nr. 98) wurde das Magdeburger Votum zur Amnestie und dem der fünften Sitzung das Magdeburger Votum über die allgemeinen reichsständischen Rechte und Privilegien wörtlich und in der ersten Person Singular eingefügt.</p>
	  </div>
	  <div type="part" subtype="part" ana="#section_03" xml:id="bsb00056732_00125_sec0031" corresp="#bsb00056732_00125">
	    <head><hi style="font-style:italic;">3. Nicht herangezogene Protokollserien</hi></head>
	    <p><hi style="font-style:smallCaps;">Dresden</hi> <hi style="font-style:italic;">Sächsisches Hauptstaatsarchiv, Locat 8135/5: Provenienz Kursachsen. Titel des Faszikels:</hi> Volumen Actorum Conventus Generalis Pacis Monasteriensis et Osnabrugensis anno 1646, pars II. <hi style="font-style:italic;">Der Band enthält neben den neun Protokollen der <w lemma="Gravaminakonferenzen"><orig>Gravaminakonferen-</orig><orig>zen</orig></w> vom April 1646 die ersten 24 Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus dem Jahr 1646 (= gemeinsames Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück). Die <w lemma="Protokollserie"><orig>Pro-</orig><orig>tokollserie</orig></w> stammt aus der Registratur des Gesandten Leuber</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0125n461" xml:id="bsb00056732_00125_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00125_002"/> <p style="font-style:italic;">Auf diese Serie machte mich Frau Dr. Antje Oschmann aufmerksam, die den Band im Sommer 1997 in Dresden durchgesehen hat. Die Protokolle der Gravaminakonferenzen stehen fol. 1–160’, die FR-Protokolle fol. 449–1239.</p></note><hi style="font-style:italic;">.</hi></p>
	  </div>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00125_sec0032" corresp="#bsb00056732_00125">
	  <head><hi style="font-style:italic;">III. Fehlende und nicht herangezogene Provenienzen</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Von folgenden Reichsständen ließen sich Osnabrücker Fürstenratsprotokolle in den <w lemma="angefragten"><orig>ange-</orig><orig>fragten</orig></w> Archiven nicht ermitteln:</p>
	  <p style="font-style:italic;">Fürstentum Anhalt (Landesarchiv Oranienbaum), Hochstift Basel (Staatsarchiv des Kantons Basel-Stadt und Fondation des Archives de l’ancien Evêché de Bâle), Markgrafschaft <w lemma="Brandenburg"><orig>Bran-</orig><orig>denburg</orig></w>-Ansbach (Staatsarchiv Nürnberg, Staatsarchiv Ludwigsburg), Hohenlohe als <w lemma="Mitglied"><orig>Mit-</orig><orig>glied</orig></w> des Fränkischen Grafenvereins (Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein), Pfalzgrafschaft Pfalz-Lautern und Pfalz-Simmern (Landeshauptarchiv Koblenz), Pfalzgrafschaft Pfalz-<w lemma="Veldenz"><orig>Vel-</orig><orig>denz</orig></w> (Landeshauptarchiv Koblenz), Pfalzgrafschaft Pfalz-Zweibrücken (Landeshauptarchiv Koblenz, Landesarchiv Speyer), Herzogtum Sachsen-Lauenburg (Landesarchiv Schleswig-Holstein), Erzstift Salzburg (Salzburger Landesarchiv), Schwäbisches Reichsgrafenkollegium und Grafschaft Montfort als Mitglied bzw. Direktorium des Schwäbischen <w lemma="Reichsgrafenkollegiums"><orig>Reichsgrafenkol-</orig><orig>legiums</orig></w> (Hauptstaatsarchiv Stuttgart), Sayn-Wittgenstein als Mitglied des Wetterauer <w lemma="Grafenvereins"><orig>Gra-</orig><orig>fenvereins</orig></w> (Archiv der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein in Bad Laasphe-<w lemma="Wittgenstein"><orig>Wittgen-</orig><orig>stein</orig></w> und Archiv der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg in Bad Berleburg), Solms-<pb n="CXXVI" facs="APWIIIA3-3_p0126" sameAs="#bsb00056732_00126"/>Braunfels als Mitglied des Wetterauer Grafenvereins (Fürst zu Solms-Braunfelssches Archiv), Solms-Lich als Mitglied des Wetterauer Grafenvereins (Archiv der Fürsten zu Solms-<w lemma="Hohensolms"><orig>Hohen-</orig><orig>solms</orig></w>-Lich), Hochstift Würzburg (Staatsarchiv Würzburg).</p>
	  <p style="font-style:italic;">Von den Akten der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde ein Teil der Akten schon im 19. Jahrhundert kassiert, ein (im einzelnen nicht bekannter) weiterer Teil verbrannte im Zweiten Weltkrieg. Unter den verbliebenen Akten vom Westfälischen Friedenskongreß konnte keine Serie mit Fürstenratsprotokollen Osnabrück 1646–1647 ermittelt werden. <w lemma="Einige"><orig>Ei-</orig><orig>nige</orig></w> wenige Einzelstücke befinden sich in: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Abt. E 1 (<w lemma="Auswärtige"><orig>Aus-</orig><orig>wärtige</orig></w> Beziehungen) C 23/1 (Dictata Osnabrück aus dem Jahr 1646), darunter ein <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> der 12. Fürstenrats-Sitzung Osnabrück vom 21. Februar 1646 (= gemeinsames <w lemma="Protokoll"><orig>Pro-</orig><orig>tokoll</orig></w> der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück); auf ihre Einbeziehung wurde aus Gründen der Arbeitsökonomie verzichtet.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Von den Herzogtümern Mecklenburg-Schwerin und -Güstrow konnte im <w lemma="Mecklenburgischen"><orig>Mecklenburgi-</orig><orig>schen</orig></w> Landeshauptarchiv Schwerin keine geschlossene Serie von Fürstenratsprotokollen <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> ermittelt werden. Es ergaben sich auch keine Anhaltspunkte, daß an anderer Stelle eine solche Protokollserie aufbewahrt wird<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0126n462" xml:id="bsb00056732_00126_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00126_001"/> <p style="font-style:italic;">Freundliche Mitteilung von Herrn Dr. sc. Voß, Mecklenburgisches LHA Schwerin, vom 3. Januar 1991 und 12. Februar 1991. Geprüft wurde der Bestand Reichstagsakten, <w lemma="Güstrower"><orig>Gü-</orig><orig>strower</orig></w> und Schweriner Teil, Gesamtumfang ca. 2 Regalmeter.</p></note>. Allerdings sind einzelne Protokolle als <w lemma="Beilagen"><orig>Beila-</orig><orig>gen</orig></w> in der Gesandtschaftskorrespondenz überliefert. Auf ihre Einbeziehung wurde aus Gründen der Arbeitsökonomie verzichtet.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Von Hanau als Mitglied des Wetterauer Grafenvereins konnte ebenfalls keine Serie mit <w lemma="Fürstenratsprotokollen"><orig>Für-</orig><orig>stenratsprotokollen</orig></w> Osnabrück ermittelt werden. <hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Hanau</hi>) A II (<w lemma="gebunden"><orig>ge-</orig><orig>bunden</orig></w>, 6 cm stark, nicht foliiert, mit Akten aus Münster und Osnabrück 1646–1648) enthält nur wenige Einzelstücke, die den Fürstenrat Osnabrück betreffen. Auf ihre Einbeziehung wurde aus Gründen der Arbeitsökonomie verzichtet. <hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Hanau</hi>) A V (geheftet, nicht foliiert, mit Akten vom Westfälischen Friedenskongreß aus dem Jahre 1646) enthält vier Auszüge aus Fürstenratsprotokollen Osnabrück<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0126n463" xml:id="bsb00056732_00126_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00126_002"/> <p style="font-style:italic;">Die Auszüge aus den Protokollen der 18. bis 20. Sitzung (Nr. 112–114) sind fortlaufend auf sieben Seiten notiert und umfassen jeweils Proposition und Wetterauer Votum, das bei der 18. und 20. Sitzung vom Wortlaut des Gemeinschaftsprotokolls der ev. FR-<w lemma="Mitglieder"><orig>Mit-</orig><orig>glieder</orig></w> abweicht, bei der 19. Sitzung diesem entspricht. Der Auszug aus der 23. Sitzung (Nr. 117) behandelt die Sessionsstreitigkeiten zwischen den Wetterauer, Schwäbischen und Fränkischen Gf.en und ist z. T. in Berichtsform verfaßt.</p></note>; auf ihre Einbeziehung wurde aus den gleichen Gründen verzichtet.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00126_sec0033" corresp="#bsb00056732_00126">
	  <head><hi style="font-style:italic;">IV. Kurzbeschreibung der zur Kommentierung herangezogenen Akten</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:smallCaps;">StA</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Bamberg</hi> Rep. B 33 Serie II Band 4: Provenienz Hochstift Bamberg. Gebunden, fol. V–XV und 1–689. Der Band enthält die Protokolle des Fürstenrats Münster vom 9. August 1645 bis zum 26. September 1647.</p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> <hi style="font-style:italic;">A IV: vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, XCVI.</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">DLöben</hi> <hi style="font-style:italic;">II</hi>: <hi style="font-style:italic;">vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, XCVIII.</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">A I: vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, CIff.</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">F III: vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, CIX.</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> G <hi style="font-style:italic;">II</hi>: <hi style="font-style:italic;">vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, CIXf.</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">H: vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, CX.</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wetterauer</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grafen</hi> (<hi style="font-style:smallCaps;">Nassau</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Dillenburg</hi>)<hi style="font-style:italic;"> C 2: Gebunden, fol. 1–135’. Auf dem <w lemma="Titelblatt"><orig>Titel-</orig><orig>blatt</orig></w> steht:</hi> Tomus secundus des reichsprotocolls vom 27. Aprilis anno 1646 biß <hi style="font-style:italic;">[fehlt]. Der</hi> <pb n="CXXVII" facs="APWIIIA3-3_p0127" sameAs="#bsb00056732_00127"/><hi style="font-style:italic;">Band enthält Fürstenratsprotokolle Osnabrück aus den Jahren 1646 und 1647 (= <w lemma="gemeinsames"><orig>gemein-</orig><orig>sames</orig></w> Protokoll der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats Osnabrück).</hi></p>
	  <p><hi style="font-style:smallCaps;">Wien</hi> <hi style="font-style:italic;">Österreichisches Staatsarchiv</hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>HHStA</abbr><expan>Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien)</expan></choice></hi> <choice><abbr>MEA</abbr><expan>Mainzer Erzkanzlerarchiv</expan></choice> <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>FrA</abbr><expan>Friedensakten</expan></choice></hi> <hi style="font-style:italic;"><choice><abbr>Fasz.</abbr><expan>Faszikel</expan></choice> 6: vgl. die Beschreibung in</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3/1, CXXXV.</hi></p>
	  <p style="font-style:italic;"><hi style="font-style:smallCaps;">Wien</hi> Österreichisches Staatsarchiv <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>HHStA</abbr><expan>Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Wien)</expan></choice></hi> <hi style="font-style:normal;"><choice><abbr>MEA</abbr><expan>Mainzer Erzkanzlerarchiv</expan></choice></hi> <hi style="font-style:smallCaps;"><choice><abbr>CorrA</abbr><expan>Correspondenzakten</expan></choice></hi> <choice><abbr>Fasz.</abbr><expan>Faszikel</expan></choice> 9: Nicht foliiert; enthält Vollmachten reichsständischer Gesandter (Ausfertigungen) der Jahre 1645 und 1646, die dem kurmainzischen Reichsdirektorium zu Münster eingeliefert wurden.</p>
	</div>
	<div type="part" subtype="part" ana="#section_02" xml:id="bsb00056732_00127_sec0034" corresp="#bsb00056732_00127">
	  <head><hi style="font-style:italic;">V. Die Einrichtung der Edition</hi></head>
	  <p style="font-style:italic;">Die Protokolle sind in Anknüpfung an die Fürstenratsprotokolle <w lemma="Osnabrück"><orig>Osna-</orig><orig>brück</orig></w> der ersten beiden Teilbände dieser Edition fortlaufend numeriert, beginnend mit Nr. 95 für das Protokoll der Sitzung am 24. Januar/3. <w lemma="Februar"><orig>Fe-</orig><orig>bruar</orig></w> 1646. Am Kopf der Protokolle sind in runden Klammern <w lemma="Bezeichnung"><orig>Bezeich-</orig><orig>nung</orig></w> und Numerierung der Sitzung gemäß der jeweiligen Druckvorlage angegeben. Die Protokolle sind nach altem und neuem Stil datiert; im Kommentar wird nach neuem Stil datiert, doch ist bei Verträgen und <w lemma="anderen"><orig>an-</orig><orig>deren</orig></w> Dokumenten, die im Original nur nach altem Stil datiert sind, <w lemma="Doppeldatierung"><orig>Dop-</orig><orig>peldatierung</orig></w> angegeben.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Die Druckvorlage der Protokolle in Nr. 95 bis 120 (<hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;"><w lemma="LüNeburg"><orig>Lü-</orig><orig>Neburg</orig></w></hi><hi style="font-style:normal;">-</hi><hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> B I) wurde vollständig mit der Diktaturvorlage des Gemeinschaftsprotokolls der evangelischen Mitglieder des Fürstenrats <w lemma="Osnabrück"><orig>Os-</orig><orig>nabrück</orig></w> (<hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> E) verglichen. Dabei hat sich gezeigt, daß die <w lemma="Abweichungen"><orig>Ab-</orig><orig>weichungen</orig></w> geringfügig sind. Hin und wieder fehlt in der Druckvorlage ein einzelnes Wort, selten fehlt ein Satzteil oder ein ganzer Satz<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0127n464" xml:id="bsb00056732_00127_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00127_001"/> <p><hi style="font-style:italic;">So fehlt z. B. einmal das Prädikat</hi> zu dringen ursach hetten etc. <hi style="font-style:italic;">(Nr. 98, S. 66 Z. 23f), ein anderes Mal fehlen die beiden Wörter</hi> Reliqui: Transeunt <hi style="font-style:italic;">(Nr. 97, S. 47 Z. 25), ein drittes Mal die Nennung des Votanten Kempten (Nr. 117, S. 385 Z. 2). Bei einer anderen <w lemma="Auslassung"><orig>Aus-</orig><orig>lassung</orig></w> liegt offensichtlich ein Fehler bei der Diktatur vor, da der vergessene Teilsatz</hi> und vor schiedtleut gebrauchen laßenn <hi style="font-style:italic;">(Nr. 112, S. 266 Z. 2) auch in anderen <w lemma="Überlieferungen"><orig>Überlieferun-</orig><orig>gen</orig></w> wie auch im Druck bei</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi><hi style="font-style:italic;"> fehlt.</hi></p></note>: Solche versehentlichen Auslassungen wurden stillschweigend nach <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> E ergänzt. Vereinzelt steht in <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> E ein lateinischer und in der Druckvorlage ein entsprechender deutscher Ausdruck; hier wurde der <w lemma="lateinische"><orig>la-</orig><orig>teinische</orig></w> Text abgedruckt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0127n465" xml:id="bsb00056732_00127_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00127_002"/> <p><hi style="font-style:italic;">Statt</hi> Repetebat votum Palatinum <hi style="font-style:italic;">(Nr. 110, S. 228 Z. 1) steht in der Druckvorlage</hi> <w lemma="Repetirte"><orig>Repe-</orig><orig>tirte</orig></w> das Pfaltzische votum; <hi style="font-style:italic;">statt</hi> communiciret <hi style="font-style:italic;">(Nr. 105, S. 164 Z. 12) steht in der Druckvorlage</hi> geschicket.</p></note>. Gelegentlich steht in der Druckvorlage ein falsches oder mißverstandenes Wort, wobei es sich manchmal um <w lemma="Hörfehler"><orig>Hörfeh-</orig><orig>ler</orig></w> handelt, die durch das Verfahren der Diktatur zu erklären sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0127n466" xml:id="bsb00056732_00127_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00127_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">In</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> <hi style="font-style:italic;">B I steht z. B.</hi> römerambt <hi style="font-style:italic;">statt</hi> remoram <hi style="font-style:italic;">in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E (s. Nr. 107, S. 183 Z. 16);</hi> sublevatur <hi style="font-style:italic;">steht in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Braunschweig</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Lüneburg</hi>-<hi style="font-style:smallCaps;">Calenberg</hi> <hi style="font-style:italic;">B I statt</hi> supplebatur <hi style="font-style:italic;">in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E (s. Nr. 103, S. 148 Z. 6).</hi></p></note>; auch hier wurde stillschweigend korrigiert. Verderbte Namensformen sind ebenfalls ohne besonderen Vermerk korrigiert, wobei die <w lemma="zeitgenössische"><orig>zeitgenössi-</orig><orig>sche</orig></w> Schreibung möglichst beibehalten wurde (also z. B. statt <hi style="font-style:normal;">Oßnebrügk:</hi> <pb n="CXXVIII" facs="APWIIIA3-3_p0128" sameAs="#bsb00056732_00128"/><hi style="font-style:normal;">Oßnabrügk</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n467" xml:id="bsb00056732_00128_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_001"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Nr. 117 (S. 380 Z. 14).</p></note>). Etwas häufiger sind Buchstabenfehler, das heißt einzelne Buchstaben sind falsch, fehlen oder wurden überflüssigerweise ergänzt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n468" xml:id="bsb00056732_00128_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_002"/> <p>So <hi style="font-style:italic;">steht in der Druckvorlage einmal</hi> rechnen <hi style="font-style:italic;">statt</hi> rechen <hi style="font-style:italic;">(nach heutiger Schreibweise: rächen) in</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E (s. Nr. 112, S. 261 Z. 31).</hi></p></note>. Relativ zahlreich sind Fehler bei den Endsilben der Verben, so daß <w lemma="Subjekt"><orig>Sub-</orig><orig>jekt</orig></w> und Prädikat inkongruent sind<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n469" xml:id="bsb00056732_00128_n03"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_003"/> <p><hi style="font-style:italic;">Zum Beispiel</hi> daß dieselben [...] beygeleget werde <hi style="font-style:italic;">statt richtig nach</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> <hi style="font-style:italic;">E:</hi> [...] beygeleget werden <hi style="font-style:italic;">(s. Nr. 118, S. 406 Z. 33).</hi></p></note>. Solche Versehen sind ebenso <w lemma="stillschweigend"><orig>still-</orig><orig>schweigend</orig></w> korrigiert worden wie Fehler oder mißverständliche <w lemma="Schreibungen"><orig>Schrei-</orig><orig>bungen</orig></w> in lateinischen Wörtern oder Latinismen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n470" xml:id="bsb00056732_00128_n04"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_004"/> <p><hi style="font-style:italic;">expresslich statt</hi> expreslich <hi style="font-style:italic;">(Nr. 114, S. 331 Z. 10),</hi> addita <hi style="font-style:italic;">statt</hi> addida <hi style="font-style:italic;">(Nr. 118, S. 408 Z. 15),</hi> solenn <hi style="font-style:italic;">statt</hi> solen <hi style="font-style:italic;">(Nr. 109, S. 205 Z. 17).</hi></p></note>; doch sind sie <w lemma="unverändert"><orig>unver-</orig><orig>ändert</orig></w> gelassen worden, wenn die gegebene Schreibung im 17. <w lemma="Jahrhundert"><orig>Jahrhun-</orig><orig>dert</orig></w>, abweichend von den heutigen Regeln, auch möglich war<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n471" xml:id="bsb00056732_00128_n05"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_005"/> <p><hi style="font-style:italic;">Zum Beispiel</hi> quitiren <hi style="font-style:italic;">(Nr. 95, S. 7 Z. 37; s. dazu</hi> <hi style="font-style:smallCaps;">Grimm</hi> <hi style="font-style:italic;">XIII, 2382 s. v.</hi> quittiren<hi style="font-style:italic;">).</hi></p></note>. Generell ist weder eine allgemeine Modernisierung von Schreibweise und <w lemma="Grammatik"><orig>Gram-</orig><orig>matik</orig></w> angestrebt, noch sind die Sprach- und Schreibeigentümlichkeiten der als Druckvorlage dienenden braunschweigischen Überlieferung <w lemma="getilgt"><orig>ge-</orig><orig>tilgt</orig></w>. Dazu zählt das Vorherrschen der stimmlosen Konsonanten „p“ und „t“ im Anlaut bei Wörtern wie <hi style="font-style:normal;">pillig, pleibe, alspaldt, Regenspurg</hi> und <hi style="font-style:normal;">austrücklich, betürffe</hi> oder <hi style="font-style:normal;">bethauren.</hi> In orthographischer Hinsicht ist charakteristisch, daß nach kurzem Vokal in der Regel nur einfacher <w lemma="Konsonant"><orig>Kon-</orig><orig>sonant</orig></w> folgt <hi style="font-style:normal;">(wan, dan, wolten, überal, fal</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n472" xml:id="bsb00056732_00128_n06"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_006"/> <p style="font-style:italic;">Die nur gelegentliche Schreibung <hi style="font-style:normal;">her</hi> statt <hi style="font-style:normal;">herr</hi> wurde allerdings angeglichen.</p></note>). Grammatische Eigenheiten, die nach heutigen Regeln als falsch gelten, sind weder kommentiert noch emendiert, sofern sie das Verständnis des Textes nicht beeinträchtigen<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n473" xml:id="bsb00056732_00128_n07"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_007"/> <p><hi style="font-style:italic;">Das betrifft z. B. das Fehlen der Genitivendung in dem häufig gebrauchten Ausdruck</hi> an seiten Bayern <hi style="font-style:italic;">oder</hi> Magdeburg <hi style="font-style:italic;">(s. z. B. Nr. 98, S. 57 Z. 3; Nr. 103, S. 140 Z. 3).</hi></p></note>. Gelegentlich steht in der Druckvorlage, aber auch in <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> E und in den anderen Protokollüberlieferungen, im deutschen Text Akkusativ statt Dativ<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n474" xml:id="bsb00056732_00128_n08"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_008"/> <p><hi style="font-style:italic;">Siehe z. B. Nr. 109 (S. 208 Z. 38f): Die Hg.e von Braunschweig-Lüneburg hätten</hi> mit niemanden einige competenz.</p></note>. Hier wurde nur dann korrigiert, wenn in der Druckvorlage die nach heutiger Norm falsche, in <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> E hingegen die nach <w lemma="heutigen"><orig>heu-</orig><orig>tigen</orig></w> Regeln richtige Form steht. Untergegangene Wörter oder solche, die einen Bedeutungswandel erfahren haben, sind knapp erläutert, <w lemma="offensichtliche"><orig>offensicht-</orig><orig>liche</orig></w> Flüchtigkeitsfehler stillschweigend korrigiert.</p>
	  <p style="font-style:italic;">Konnte wegen Lücken in <hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> E die Diktaturvorlage <w lemma="ausnahmsweise"><orig>ausnahms-</orig><orig>weise</orig></w> nicht zur Kontrolle der Druckvorlage herangezogen werden und fehlt in der Druckvorlage ein Wort, das in anderen Überlieferungen des diktierten Protokolls verzeichnet ist, so wurde dies im Variantenapparat vermerkt<note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0128n475" xml:id="bsb00056732_00128_n09"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00128_009"/> <p style="font-style:italic;">Dabei wurden beispielhaft einzelne Überlieferungen genannt, die das betreffende Wort verzeichnen, nicht alle Überlieferungen aufgezählt, die es enthalten bzw. auslassen (s. z. B. S. 62 Z. 3).</p></note>. Auch gravierende, sinnentstellende Mißverständnisse der <pb n="CXXIX" facs="APWIIIA3-3_p0129" sameAs="#bsb00056732_00129"/>Druckvorlage sind dort angegeben. Wichtige individuelle Zusätze und Korrekturen in den übrigen Serien des diktierten Protokolls sind im <w lemma="Variantenapparat"><orig>Va-</orig><orig>riantenapparat</orig></w> ebenso verzeichnet wie bedeutende inhaltliche <w lemma="Ergänzungen"><orig>Ergänzun-</orig><orig>gen</orig></w> und terminologische Abweichungen der österreichischen <w lemma="Protokollüberlieferung"><orig>Protokoll-</orig><orig>überlieferung</orig></w><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0129n476" xml:id="bsb00056732_00129_n01"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00129_001"/> <p style="font-style:italic;">Zur Erfassung der Marginalien und Korrekturen s. oben S. CX und zur Berücksichtigung der öst. Protokollüberlieferung oben S. CXVIIf.</p></note>. Das bayerische Protokoll wurde subsidiär bei <w lemma="Unklarheiten"><orig>Unklarhei-</orig><orig>ten</orig></w> oder Widersprüchen der übrigen Überlieferungen berücksichtigt, falls es zu deren Klärung beitrug.</p>
	  <p><hi style="font-style:italic;">Das abgebildete Sessionsschema gehört zu den beiden Plenarsitzungen vom 26. und 27. April 1646, veranschaulicht darüber hinaus aber auch allgemein die Votierordnung im Fürstenrat Osnabrück mit der <w lemma="außergewöhnlichen"><orig>außerge-</orig><orig>wöhnlichen</orig></w> Position des Magdeburger Gesandten zwischen geistlicher und weltlicher Bank</hi><note type="edd" subtype="commAnnot" place="foot" facs="APWIIIA3-3_p0129n477" xml:id="bsb00056732_00129_n02"><lb facs="-" xml:id="bsb00056732_00129_002"/> <p style="font-style:italic;">Siehe Abb. S. CXXXI sowie Nr. 119 und Nr. 120; zur Session Magdeburgs s. oben bei Anm. 9.</p></note><hi style="font-style:italic;">. Die in der Einstecktasche beigefügte</hi> Übersicht über die Voten des Fürstenrates in Osnabrück, <hi style="font-style:italic;">die Frau Dr. Antje Oschmann erstellt hat, erfaßt auch die in den ersten beiden Teilbänden der Edition der Fürstenratsprotokolle berücksichtigten Sitzungen und Deputationen. Das</hi> Verzeichnis der Verhandlungsakten <hi style="font-style:italic;">und das</hi> Vorläufige <w lemma="Personenregister"><orig>Personen-</orig><orig>register</orig></w>, <hi style="font-style:italic;">das außer den biographischen Erläuterungen des vorliegenden Teilbandes auch jene der ersten beiden Teilbände erfaßt, sollen dem <w lemma="Benutzer"><orig>Be-</orig><orig>nutzer</orig></w> die Protokollinhalte erschließen helfen. Ein gemeinsames (Namen- und Sach-)Register für alle Teilbände von</hi> APW <hi style="font-style:italic;">III A 3 wird beim <w lemma="Abschluß"><orig>Ab-</orig><orig>schluß</orig></w> der Edition der Fürstenratsprotokolle Osnabrück folgen.</hi></p>
	  <p style="font-style:italic;">Schließlich gilt mein herzlicher Dank all jenen, die mich bei der <w lemma="Bearbeitung"><orig>Bearbei-</orig><orig>tung</orig></w> dieses Bandes unterstützt haben. An erster Stelle schulde ich dem Herausgeber der <hi style="font-style:normal;">Acta Pacis Westphalicae,</hi> Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. <w lemma="Konrad"><orig>Kon-</orig><orig>rad</orig></w> Repgen, und der Geschäftsführerin der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e. V., Frau Dr. Antje Oschmann, vielfältigen Dank für ihren kritischen Rat und mannigfache Unterstützung. Ebenso danke ich meinen Kollegen Herrn Guido Braun und Herrn Dr. Michael Rohrschneider für Hinweise, fördernde Diskussionen und <w lemma="freundschaftliche"><orig>freundschaftli-</orig><orig>che</orig></w> Hilfsbereitschaft. In diesen Dank möchte ich auch die früheren <w lemma="Kollegen"><orig>Kolle-</orig><orig>gen</orig></w> Herrn Dr. Thomas Brockmann (Bayreuth) und Frau Dr. Anuschka Tischer (Bonn) einschließen. Frau Dr. Tischer bin ich besonders dankbar, daß sie das Manuskript meiner Einleitung einer kritischen Durchsicht <w lemma="unterzog"><orig>un-</orig><orig>terzog</orig></w>. Wichtig war für mich auch die Hilfe von Herrn Cornel Heinsdorff (Kempen) bei der Bestimmung von Zitaten aus der antiken und <w lemma="patristischen"><orig>patristi-</orig><orig>schen</orig></w> Literatur; ihm sei für seine peniblen und ausdauernden Recherchen freundlichst gedankt. Ferner danke ich Herrn Holger Impekoven für die Erstellung von Bandlisten der österreichischen Akten und für die <w lemma="Transkription"><orig>Tran-</orig><orig>skription</orig></w> der meisten österreichischen Protokolle sowie Herrn Ulrich <w lemma="Rosseaux"><orig>Ros-</orig><orig>seaux</orig></w> für die Konvertierung sämtlicher Protokolltexte. Mein Dank gilt <pb n="CXXX" facs="APWIIIA3-3_p0130" sameAs="#bsb00056732_00130"/>Legende des Sessionschemas vom 26. und 27. April 1646:</p>
	  <figure facs="APWIIIA3-3_p00130fig1.jpg" xml:id="bsb00056732_00130_g01"><graphic url="bsb00056732_00130_g01.jpg"/></figure>
	  <pb n="CXXXI" facs="APWIIIA3-3_p0131" sameAs="#bsb00056732_00131"/>
	  <figure facs="APWIIIA3-3_p00131fig1.jpg" xml:id="bsb00056732_00131_g01"><graphic url="bsb00056732_00131_g01.jpg"/></figure>
	  <p>Sessionsschema vom 26. und 27. April 1646; s. Nr. 119 und Nr. 120 (<hi style="font-style:smallCaps;">Magdeburg</hi> Ea fol. 387; Ausschnitt). Vgl. <hi style="font-style:smallCaps;">Meiern</hi> II, nach S. 912 (mit Irrtümern).</p>
	  <p style="font-style:italic;"><pb n="CXXXII" facs="APWIIIA3-3_p0132" sameAs="#bsb00056732_00132"/>nicht zuletzt den Archivarinnen und Archivaren, die mich bei meinen <w lemma="Recherchen"><orig>Re-</orig><orig>cherchen</orig></w> unterstützten und zur Beantwortung vieler Fragen beitrugen. In meinen Dank sind auch jene eingeschlossen, die schon in den sechziger und siebziger Jahren bei den vorbereitenden Arbeiten für diese Edition <w lemma="behilflich"><orig>behilf-</orig><orig>lich</orig></w> waren. Besonders nennen möchte ich Herrn Eberhard Bauer (Bad Laasphe, für Recherchen im Archiv der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-<w lemma="Hohenstein"><orig>Ho-</orig><orig>henstein</orig></w>), Herrn Winfried Beutter (Hohenlohe-Zentralarchiv <w lemma="Neuenstein"><orig>Neuen-</orig><orig>stein</orig></w>), Herrn Dr. Conrad (Westfälisches Archivamt in Münster für <w lemma="Recherchen"><orig>Re-</orig><orig>cherchen</orig></w> im Archiv der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg zu Bad Berleburg), Herrn Dr. Klaus-Peter Decker (Fürstlich Ysenburg- und <w lemma="Büdingensche"><orig>Bü-</orig><orig>dingensche</orig></w> Archiv- und Bibliotheksverwaltung in Büdingen), Frau Dr. Chantal Fournier (Fondation des Archives de l’ancien Evêché de Bâle), Herrn Friedrich (Fürst zu Solms-Braunfels’sche Rentkammer), Frau Dr. Antjekathrin Graßmann (Archiv der Hansestadt Lübeck), Herrn Dr. Hausmann (Landeshauptarchiv Koblenz), Herrn Dr. Herwig John (<w lemma="Generallandesarchiv"><orig>Ge-</orig><orig>nerallandesarchiv</orig></w> Karlsruhe), Herrn Dr. Fritz Koller (Salzburger <w lemma="Landesarchiv"><orig>Landes-</orig><orig>archiv</orig></w>), Herrn Dr. Peter Langhof (Thüringisches Staatsarchiv <w lemma="Rudolstadt"><orig>Rudol-</orig><orig>stadt</orig></w>), Herrn Wolfgang Leipold (Fürstlich Castell’sches Archiv), Frau Dr. Uta Löwenstein (Hessisches Staatsarchiv Marburg), Herrn Prof. Dr. Franz Machilek (Staatsarchiv Bamberg), Herrn Dr. Paul Maier (<w lemma="Landesarchiv"><orig>Landes-</orig><orig>archiv</orig></w> Speyer), Herrn Prof. Dr. Max Miller (Hauptstaatsarchiv Stuttgart), Herrn Dr. Stefan Nöth (Staatsarchiv Bamberg), Herrn Prof. Dr. <w lemma="Wolfgang"><orig>Wolf-</orig><orig>gang</orig></w> Prange (Landesarchiv Schleswig-Holstein), Herrn Dr. O. Puchner (Staatsarchiv Nürnberg), Frau Marlies Ross (Landesarchiv <w lemma="Oranienbaum"><orig>Oranien-</orig><orig>baum</orig></w>), Herrn Prof. Dr. Walter Scherzer (Staatsarchiv Würzburg), Herrn Dr. Taddey (Staatsarchiv Ludwigsburg), Herrn Dr. Theil (<w lemma="Hauptstaatsarchiv"><orig>Hauptstaats-</orig><orig>archiv</orig></w> Stuttgart), Herrn Dr. sc. Voß (Mecklenburgisches <w lemma="Landeshauptarchiv"><orig>Landeshaupt-</orig><orig>archiv</orig></w> Schwerin), Herrn Dr. Jürgen Rainer Wolf (Hessisches Staatsarchiv Darmstadt), Herrn Dr. Fritz Wolff (Hessisches Staatsarchiv Marburg), Herrn Dr. Josef Zwicker (Staatsarchiv Basel-Stadt).</p>
	  <p style="font-style:italic;">Maria-Elisabeth Brunert</p>
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